Kein Blick zurück im Zorn, keine Suche nach dem Woher und Warum, sondern ein gelassener Blick auf die bisher überwundene und bewältigte Lebensstrecke, entspannt mal Rast machen, den Blick schweifen lassen und einfach WahrNehmen: Die merkwürdigsten Windungen liegen auf der Strecke, nicht immer waren die Wege gerade und die kürzeste Verbindung wurde auch nicht immer gefunden oder gewählt – aber die Knotenpunkte sind die entscheidenden Stationen eines Lebens.
Gerade in den letzten Tagen habe ich wieder einmal fühlen können, wie sich Dinge ineinander fügen, die anscheinend nichts, aber auch gar nichts miteinander zu tun zu haben scheinen und die zusammenpassen, als ob man lange daran gefeilt hätte, um naht- und reibungslose Übergange zu ermöglichen.
Wozu habe ich mich jahrelang mit Erfahrungen herumgeschlagen, die schmerzhaft und belastend waren, in denen ich nur Reibereien, aber keinen Sinn erkennen konnte?
Warum sind mir Menschen begegnet, die mich mit meinen Grenzen konfrontiert haben und mich echte Grenzerfahrungen gelehrt haben?
All das hat mich in fremde Welten und heimische Gefilde anderer Persönlichkeiten und Lebensbilder geführt. Ich hatte die Chance, darüber nicht nur zu lesen oder mir Fotos von diesen unbekannten Landschaften zu machen, sondern sie mir Schritt für Schritt, mit einem einheimischen Wegbegleiter an meiner Seite, selbst zu erschließen. Oft stand ich staunend und verzaubert vor neuen Einblicken und manchmal habe ich mich auch entsetzt abgewandt, vor den steilen Abgründen gescheut und mich wieder nach vertrautem und festem Boden gesehnt.
Jeder dieser Ausflüge hatte eine besondere Botschaft und Mahnung für mich und ich habe nicht äußerlich und intellektuell verstanden, sondern unmittelbar und sehr sicher gefühlt, dass es DIE eine Wahrheit, DAS einzig Richtige, DEN Erfolg versprechenden Weg nicht gibt! Die Dinge haben mehr als zwei Seiten, der Mensch verfügt über unendliche Facetten, mit jedem Wimpernschlag ändert sich der Blick auf scheinbar Unbewegtes.
Nur so konnte ich das beGreifen, was für mich Lebensinhalt und Vision geworden ist. Ich musste mir das an den Schuhsohlen ablaufen, ich war und bin kein Überflieger und ich kann heute sagen, dass ich keinen Schritt bereue obwohl es ein langer, steiniger und manchmal ziemlich abschüssiger Weg war, auf dem mir die Einsamkeit, die Verzweiflung, aber auch der Mut, die Stärke, die Demut und die Liebe zu treuen Gefährten geworden sind.
Wahrlich, es geht voran!