Geschriebene Gedanken

27.09.2007 um 17:37 Uhr

Alles schwarz!

Es war weder der Blick in meine Seele, noch der auf meine Füße, der dieses finstere Bild verursacht hatte. Mir wurde zwar schwarz vor Augen, aber nicht, weil ich einer Ohnmacht nahe war, sondern weil mein Bildschirm kein einziges Lebenszeichen mehr von sich gab!

Natürlich ohne mir vorher auch nur eine Andeutung zu machen. Gestern stand mir auf der flachen Scheibe noch die ganze Welt zur Verfügung und heute Morgen gähnte nicht nur ich, sondern auch ein dunkler Abgrund mir entgegen.

Er war und blieb pechschwarz und undurchsichtig.

 

Alles Zetern und Knöpfe drücken half nichts, kein Kabel war lose, der Strom floss unermüdlich, alle Lämpchen brannten, Windows fuhr hoch und runter, nur der Schirm blieb duster!

 

Also machen wir uns demnächst auf in die nächstbeste größere Stadt und bringen das störrische Teil zur Reparatur. Das hat mir gerade noch gefehlt *kreisch*

  

24.09.2007 um 15:05 Uhr

Gut beRaten

Andauernd erscheinen neue RatGeber, Zehn-Punkte-Programme wie man etwas wird (schöner, schlanker, jünger) oder etwas findet (sich selbst, das innere Kind oder einen Partner) und je mehr Rat erteilt wird, umso mehr scheint man davon zu brauchen.

Kann es sein, dass sich viele Dinge im Leben eben nicht einfach per „Programm“ lösen lassen und wir deshalb oft weiterhin im Nebel stochern, obwohl uns doch durch die sinnvollen und gut gemeinten RatSchläge längst ein Licht aufgegangen sein sollte?

HandlungsAnweisungen ersetzen nicht den eigenen Prozess, um das für sich zu entdecken, was wirklich zählt und solange wir noch auf der Suche nach dem X-Faktor, der großen Unbekannten in unserem eigenen Leben sind, kann man uns viel erzählen, aber daraus entstehen nur noch weitere Fragen, die einer eigenständigen, individuellen Antwort bedürfen.

 

Wir sind RatSuchende, die keineswegs das Rad immer wieder neu erfinden müssen, aber genau spüren sollten, welcher Weg jeweils für uns der Richtige ist. Dabei können Erfahrungen anderer eine interessante und wichtige Orientierung sein, aber sie ersetzen keinen einzigen Schritt, den wir selbst gehen müssen, um voran zu kommen. Reiseberichte anderer sind nicht das eigene Erleben vor Ort, auch wenn sie illustriert, anschaulich, mit Musik untermalt und mit Insider-Tipps versehen sein sollten. Für jeden klingt das Meeresrauschen anders, jeder sieht von der Spitze eines Berges etwas anderes im weiten Tal des Lebens. Selbst renommierte ReiseFührer zeigen nur einen AusSchnitt dessen, was uns an AusWahl zur Verfügung stehen könnte.

 

Da uns das Leben aber so gern Rätsel aufgibt, sind wir manchmal auf das Raten im eigentlichen Sinne angewiesen – um die zu uns passenden Lösungen zu finden.

20.09.2007 um 14:25 Uhr

Im UnterGrund

Neulich, bei einem unserer Einkaufsbummel, hat mein Schatz gewaltig zugeschlagen und zehn (in Worten ZEHN) Stahlregale für den Keller erworben.

Ähmm, hatte ich schon gesagt, dass da bereits sieben oder acht andere stehen?

Seitdem ist er tagsüber verschwunden und lebt überwiegend in diesem, unserem Tiefgeschoss.

Es geht ihm soweit gut, macht euch keine Sorgen! Ich weiß das ganz genau, denn ich höre ihn munter sägen, hämmern und bohren, Kartons zerschneiden und räumen, nachdem er die unendlichen Teile der Regalpakete bereits zusammengebaut und aufgestellt hat.

Ein florierendes, mittelständisches Unternehmen würde vor Neid erblassen, wenn es diese Lagerhaltung und Ordnung sehen könnte, die da im Entstehen ist!

Mein Schatz sieht allerdings auch schon etwas blass aus – zumindest, wenn er direkt aus dem Keller kommt und das liegt nicht am fehlenden Sonnenlicht (das gibt es hier auch übertage und tagsüber nicht, weil es dauernd regnet *heul*), sondern an dem Staub, der ihn bekleidet.

Es soll ja Leute geben, die nach einem Umzug erst gar nicht alles auspacken, damit es beim nächsten Mal schneller geht oder sie sich nach Jahren freuen können, lange vermisste Sachen säuberlich verpackt in unberührten Kartons wieder zu finden. Wir gehören eindeutig nicht dazu (s. o.), demnächst wird unser Keller wahrscheinlich zum Ordnungstempel erklärt *lach*.

 

Das Senden von Bittschriften oder Bestechungsgeldern ist allerdings sinnlos: Hier finden definitiv KEINE Führungen statt!

19.09.2007 um 12:15 Uhr

AlltagsFreuden

Nach langer Zeit mal wieder zu Hause, habe ich mich auf ein schönes Frühstück gefreut. Für mich gehört selbstgebackenes Brot mit dazu und der Brotbackautomat ist deshalb keine reine Küchenzierde, sondern ein nützliches Gerät und wird entsprechend häufig angeRührt. Mit einer Brotbackmischung ist das Ganze im Handumdrehen auf den Weg gebracht und in Gedanken kann man das frische Brot schon fast beißen.

Diesmal hatte die Sache allerdings einen entscheidenden Haken: Genau dieses hilfreiche, gebogene Teil vermisste ich nämlich. Mein Blick auf den Behälterboden zeigte mir nur den Stift, auf dem er ruhen sollte, um dann in regelmäßigen Umdrehungen aus Mehl, Hefe und Wasser einen geschmeidigen Teig zu bereiten.

Der Haken, der bei anderen Dingen oft nur stört, war in diesem Falle unverzichtbar und so quälte ich meine grauen Zellen, um mich zu erinnern, was wohl aus ihm geworden sein könnte. In den Küchenschubladen war keine Spur von ihm zu entdecken und da Haken nicht zur selbständigen Wanderschaft neigen, musste er wohl auf anderem Wege eine Reise angetreten haben.

Längeres Grübeln brachte schließlich die Erinnerung zurück: Da war doch, kurz vor meiner Abreise, noch ein trockener Kanten übrig geblieben, den ich schwungvoll entsorgt hatte, weil mein Schatz kein Körnerbrot mag und ich mir an dem Rest auch nicht die Zähne ausbeißen wollte. Aber das war schon eine Weile her, die Müllabfuhr war bereits vor einer Woche vorgefahren und hatte die grauen Tonnen entleert – dachte ich zumindest. Glücklicherweise hatte der Hausherr diesen Termin aber verschwitzt und so prangte eine volle Tonne mit gesammeltem Hausmüll noch vor der Tür.

Und siehe da, da steckte es noch, das krumme Ding!

Natürlich war es erst der allerletzte Beutel, in dem ich das Objekt meiner Begierde wieder fand – aber immerhin, er ist wieder da und dreht sich wieder gerade fröhlich um sich selbst, weil das seiner Bestimmung entspricht, nachdem er zuvor eine ausgiebige Reinigung über sich ergehen lassen musste.

 

Nun wird es nicht mehr lange dauern und der Duft von frischem Brot zieht durchs Haus!   

 

17.09.2007 um 15:14 Uhr

Rückblick ist ein Teil des FortSchritts

 

Kein Blick zurück im Zorn, keine Suche nach dem Woher und Warum, sondern ein gelassener Blick auf die bisher überwundene und bewältigte Lebensstrecke, entspannt mal Rast machen, den Blick schweifen lassen und einfach WahrNehmen: Die merkwürdigsten Windungen liegen auf der Strecke, nicht immer waren die Wege gerade und die kürzeste Verbindung wurde auch nicht immer gefunden oder gewählt – aber die Knotenpunkte sind die entscheidenden Stationen eines Lebens.

 

Gerade in den letzten Tagen habe ich wieder einmal fühlen können, wie sich Dinge ineinander fügen, die anscheinend nichts, aber auch gar nichts miteinander zu tun zu haben scheinen und die zusammenpassen, als ob man lange daran gefeilt hätte, um naht- und reibungslose Übergange zu ermöglichen.

 

Wozu habe ich mich jahrelang mit Erfahrungen herumgeschlagen, die schmerzhaft und belastend waren, in denen ich nur Reibereien, aber keinen Sinn erkennen konnte?

Warum sind mir Menschen begegnet, die mich mit meinen Grenzen konfrontiert haben und mich echte Grenzerfahrungen gelehrt haben?

 

All das hat mich in fremde Welten und heimische Gefilde anderer Persönlichkeiten und Lebensbilder geführt. Ich hatte die Chance, darüber nicht nur zu lesen oder mir Fotos von diesen unbekannten Landschaften zu machen, sondern sie mir Schritt für Schritt, mit einem einheimischen Wegbegleiter an meiner Seite, selbst zu erschließen. Oft stand ich staunend und verzaubert vor neuen Einblicken und manchmal habe ich mich auch entsetzt abgewandt, vor den steilen Abgründen gescheut und mich wieder nach vertrautem und festem Boden gesehnt.

 

Jeder dieser Ausflüge hatte eine besondere Botschaft und Mahnung für mich und ich habe nicht äußerlich und intellektuell verstanden, sondern unmittelbar und sehr sicher gefühlt, dass es DIE eine Wahrheit, DAS einzig Richtige, DEN Erfolg versprechenden Weg nicht gibt! Die Dinge haben mehr als zwei Seiten, der Mensch verfügt über unendliche Facetten, mit jedem Wimpernschlag ändert sich der Blick auf scheinbar Unbewegtes.

 

Nur so konnte ich das beGreifen, was für mich Lebensinhalt und Vision geworden ist. Ich musste mir das an den Schuhsohlen ablaufen, ich war und bin kein Überflieger und ich kann heute sagen, dass ich keinen Schritt bereue obwohl es ein langer, steiniger und manchmal ziemlich abschüssiger Weg war, auf dem mir die Einsamkeit, die Verzweiflung, aber auch der Mut, die Stärke, die Demut und die Liebe zu treuen Gefährten geworden sind.

 

Wahrlich, es geht voran!

 

04.09.2007 um 11:01 Uhr

Verdammt still hier ...

 

 

… zumindest auf meinem Blog – hier bei mir direkt eher weniger: Ich sitze nämlich gebeugt über meinen Fachbüchern, pauke hochkonzentrierten Lernstoff und versuche, mich darauf voll zu konzentrieren. Ich erstelle Fachtexte, die es in sich haben und die möglichst dennoch klar und verständlich sein sollen.

In der nächsten Woche habe ich Prüfung und bis dahin muss alles sitzen und ich das quasi im Schlaf können, was ich dann präsentieren soll.

Ganz „nebenbei“ macht die Arbeit an meinen Büchern rasante Fortschritte und die Vorbereitungen für die im Herbst beginnenden Seminare laufen ebenfalls auf Hochtouren. Langeweile kenne ich mal wieder nur aus dem Kreuzworträtsel, aber in Langmut und Geduld kann ich mich üben und lernen, Projekte langfristig zu planen, termingerecht weiter zu entwickeln und möglichst kurzfristig umzusetzen.

Das mir angeborene Berliner Tempo ist dabei äußerst hilfreich und auch die Schnauze mit Herz, die man in Berlin inzwischen leider allzu oft ohne die erfrischende Herzlichkeit erleben kann, kann ich gut gebrauchen.

Bis ich mich wieder mal in aller Ruhe und Gemütlichkeit meinem Blog und all die anderen interessanten Anlaufstellen, bei denen ich gerne lese und mich auch mal zu Wort melde, widmen kann, wird es wohl noch etwas dauern – denn ich gehe mal wieder auf Reisen.

 

Euch allen wünsche ich interessante, erlebnisreiche und trotzdem entspannte Tage.

Bis später dann!