Unfassbar
Es ist ein gutes Jahr her, da saß ich an einem sonnigen Herbsttag einem Menschen gegenüber, den ich durch die gemeinsame Arbeit kennen gelernt hatte.
Ein Rheinländer wie aus dem Bilderbuch: Fröhlich, stets gut gelaunt und immer geschäftig. In der Nähe von Köln hatte er ein Restaurant und er war die Seele dieses Geschäfts – ob es um die Organisation großer Firmenfeiern ging oder die kleinen Alltagssorgen, die man am besten bei einem oder mehreren Kölsch bespricht, er war der richtige Mann dafür.
Wir haben ihn auch in stillen Stunden erlebt, mit ihm über Fragen gesprochen, die ihn bewegten und die in die Zukunft gerichtet waren. Er suchte eine neue Orientierung, weil er gesundheitlich dem Stress nicht mehr gewachsen war.
Er war dabei, einen neuen Weg zu suchen, sich neue Ziele zu stecken und sich dabei selbst ein bisschen näher zu sein.
Wir haben uns alle auf ein Wiedersehen im Sommer dieses Jahres gefreut – und seit heute weiß ich, dass es diese Begegnung nicht mehr geben wird.Von ihm werde ich nun nur noch in der Vergangenheit sprechen können, denn er ist gestorben.
Wir werden sein Lachen und seinen Kölner Dialekt nicht mehr hören, die Herzenswärme in seinen Augen nicht mehr sehen können …
Meine Erinnerungen an ihn sind lebendig und sie werden bei unserem Treffen im Sommer bei uns sein, aber dieses "Wir" ist nicht mehr dasselbe.
Ich bin traurig …
