Geschriebene Gedanken

29.06.2008 um 14:27 Uhr

Im Restaurant

 

Gehen Sie auch öfter mit Leuten Essen, die stundenlang wortlos hinter einer Speisekate verschwinden können, sie akribisch von vorne bis hinten durchlesen und danach verkünden:
“Eigentlich habe ich gar keinen Hunger!“?

Oder: „Ich weiß beim besten Willen nicht, was ich essen soll – was nimmst du denn?“

 

Ich weiß nicht, welche Variante schlimmer ist!

 

Mich nervt das kolossal! Wenn ich ins Restaurant gehe, dann WEISS ich doch, ob ich überhaupt etwas essen möchte, eher eine Platte für dreiundzwanzig Personen oder nur eine Kleinigkeit. Und ich erwarte beim Chinesen auch keine Pizza auf der Speisekarte. Man, was ist denn daran so schwer????

 

Ganz toll sind auch Begegnungen wie diese: Es erfolgt eine Bestellung, die mit einem munteren: „Ich hätte gern …“, schwungvoll beginnt und dann in minutenlanges Schweigen übergeht. JETZT könnte die Bedienung alles Mögliche erledigen, was sonst, wegen der Hektik, immer liegen bleiben muss – aber das wissen die natürlich nicht und verharren deshalb ebenfalls angespannt und wortlos am Tisch.

Gefühlte Stunden später dann endlich das erlösende Wort:“…einen Milchkaffee!“, begleitet von einem strahlenden Lächeln. Erleichtertes Aufatmen bei allen Beteiligten ist hörbar – aber äußerst voreilig! Denn kaum hat sich der dienstbare Geist umgedreht, wahrscheinlich nicht nur, damit er den Kaffee holen kann, sondern auch um ungestört mit den Augen zu rollen und unbeobachtet tief durchatmen zu können, wird die Bestellung storniert!

„Ach nee, bringen Sie mir bitte lieber einen Tee! Was haben Sie denn für welchen?“ Boah, jetzt sagt der Ober ALLE Teesorten auf, die es jemals in diesem Laden gegeben hat und meistens entwickelt sich gleich ein Interview daraus, ob die zarten Teespitzen auch wirklich noch vor Sonnenaufgang in Ceylon von besonders sensiblen Pflückerinnen geerntet wurden, damit sie auch ein spezielles Aroma entfalten könnten.

Kein Mensch denkt mehr daran, dass ICH vor einer Ewigkeit einen Kaffee bestellt hatte und das todernst gemeint habe!

Drei Zigaretten später, die von mir als Beruhigungsmittel missbraucht wurden, sind die Teesorten durchgehechelt und jetzt wird eine Cola bestellt.

Abgang des Obers, der zweite Versuch!

Drei Schritte später wird lauthals hinterher gerufen: „Light! Eine Cola light, bitte!“  Aber der Typ ist clever, er kommt nicht wieder an den Tisch zurück, er geht schnurstracks zum Tresen und führt die Bestellung aus – man weiß ja nie, was der Dame (meine Begleitung ist natürlich eine Frau, so ein wirres Hin und Her habe ich mit einem Mann noch NIE erlebt!) sonst noch so einfällt.

Nachdem die Getränke auf dem Tisch stehen, findet tatsächlich eine normale Unterhaltung statt – zumindest bis zu der Frage von ihr: “Wollen wir auch etwas essen?“

 

Ehrlich gesagt, ich bin mir nicht ganz sicher!

 

ICH würde schon ganz gern und hatte mir vorhin auf der Karte auch schon etwas ausgesucht, aber wenn jetzt bei ihr der gleiche Zirkus wie vorhin losgeht … außerdem, woher soll ICH wissen, ob WIR etwas essen wollen???

Also mache ich ihr ein Angebot: „Ich esse einen Salat mit Thunfisch!“ Punkt!

„Hmm …“, lange Pause. „Ich weiß nicht, Thunfisch bekommt mir nicht besonders gut.“

„Ok, dann iss doch was anderes.“

„Ja, aber …“ nachdenkliches Gesicht, „ein Salat wäre gar nicht schlecht.“

Flüssig bete ich nun alle Salatvarianten, die das Restaurant heute anbietet, herunter – ich hatte ja vorhin zwangsläufig stundenlang Zeit, die Speisekarte zu lesen, weil keine Bücher da waren.

Leider weiß ich nicht, ob der Schafskäse nicht doch zu würzig wäre, das Dressing eventuell Zucker enthält oder mit Apfelessig zubereitet wird und ob das Öl früher mal, in anderer Form, an einem Olivenbaum zu Hause war und tatsächlich ganz kalt gepresst wurde, um in die Flasche zu passen.

Ich gebe zu, ich habe mich mit diesen Fragen noch nie intensiv beschäftigt und habe das auch zukünftig nicht vor!

ICH WOLLTE EINFACH NUR EINEN THUNFISCHSALAT ESSEN!

 

Stunden später habe ich mir dann zu Hause ein Käsebrot gemacht und ich habe keinen Moment gezögert, einfach hinein zu beißen, obwohl mir der Name der Kuh, von der die Milch für den Käse stammt, NICHT geläufig ist.

24.06.2008 um 14:18 Uhr

FreundesKreis

 

 

Das ist ein großes Wort für mich, denn ich halte viel von Freundschaften – allerdings im kleinen Kreis, denn mit losen Bekanntschaften und small talk kann ich nicht viel anfangen.

Am Wochenende konnte ich so einen KreisLauf in vollen Zügen genießen: Freunde, die sich hier pudelwohl gefühlt haben und herzhaft lachen konnten, obwohl ihr Leben momentan nicht nur aus fröhlichen Momenten besteht.

Unter dem Tisch vertrugen sich, nach anfänglichen Kabbeleien, selbst Hund und Katze prächtig und alle zusammen haben wir einen gemütlichen Abend erlebt, an den wir wohl noch lange denken werden.

Es ist ein tolles Gefühl, zu wissen, dass es Menschen gibt, die einfach da sind, wenn man sie braucht, ohne dass man darüber viele Worte machen muss – ein Geschenk! Und zu spüren, dass auch sie keinen langen Anlauf nehmen müssen, wenn sie selbst mal eine Hand, einen Arm oder eine Schulter zum Zugreifen oder Anlehnen brauchen, das macht Freundschaft, für mich, erst wirklich rund.

Ein schöner Kreis!

14.06.2008 um 13:52 Uhr

Im Zoo

Kinder und Tiere, das ist ein spezielles Thema und ein Erfolgsrezept für Promis, wenn sie sich ins rechte Licht rücken wollen.

Aber selbst kleine Kinder haben schon ihre ganz eigene Art, auf Tiere zuzugehen.

Erwachse gehen ja ausgesprochen gerne mit Kindern in den Zoo – allerdings verlaufen diese Besuche nicht immer nach Plan und manche Erwartung von uns Großen wird radikal erschüttert.

Es gibt nämlich Kinder, die wandern durch den Zoo wie durch ein belebtes Bilderbuch: Sie sammeln Eindrücke und Informationen, sonst nix!

Sie haben nicht den Hang, das Tier zu streicheln und überlegen keineswegs, wie es wäre, wenn es zu Hause unter ihrem Bett wohnen würde – was bei einigen Tieren durchaus auch bei Erwachsenen, gelinde gesagt, Entsetzen hervorrufen würde.

Falls man die Tiere noch füttern darf, stürzen sie sich auch nicht begeistert auf die angebotenen, erlaubten Nahrungsergänzungsmittel – „Mensch, Mama, die Tiere werden doch hier sowieso gefüttert!“ – Ernüchterung könnte sich breit machen.

Nach erfolgter Besichtigung der Tierwelt drängt es diese Art von Nachwuchs zügig nach Hause, denn erst hier können sie in aller Ruhe in den Erlebnissen schwelgen und sich alles Wissenswerte über die Tiere per Buch oder PC erschließen.

 

Andere Kinder fühlen sich dagegen unmittelbar als Tierpfleger, sie wollen akribisch wissen, wann, wie oft und womit die großen Tiere gefüttert werden und ob sie auch ordentlich versorgt und gepflegt werden. Im Zoo sollen so schon Karrieren geplant worden sein: Malte denkt sich Dressurakte für Robben und Pinguine aus und Sarah möchte unbedingt später mal die kleinen Affenbabys im Arm halten und mit der Flasche großziehen. Unversehens ist man in ein zukunftsorientiertes Fachgespräch über die Berufsaussichten von Veterinärmedizinern verwickelt, auch wenn die Lütten dieses Wort noch gar nicht kennen.

 

Andere wiederum möchten den unmittelbaren Kontakt zu jedem Exemplar einer Gattung jetzt, hier und fürs ganze Leben schließen. Wenn man gaaaanz doll lieb zu Tigern und Löwen ist, kann man sie doch bestimmt auch streicheln, oder???

Zum Glück für diese Sprösslinge und zur Beruhigung ihrer Angehörigen gibt es stabile Gitter, undurchdringliche Glasscheiben und breite Wassergräben, die die kleinen Herrschaften daran hindern, ihre Vermutung umgehend zu verifizieren.

Es ist eine herausfordernde Aufgabe, den lieben Kleinen glaubhaft zu versichern und sie davon zu überzeugen, dass auch ganz, ganz tollpatschige, super süße Elefantenbabys oder die niedlichen, schmusigen Eisbärchen ziemlich schnell wachsen und (schon deshalb und aus tausend anderen Gründen!) eben nicht ins heimische Kinderzimmer einziehen können.

 

Falls SIE es nicht erwarten konnten, Ihren Nachwuchs life mit der exotischen Tierwelt zu erfreuen, seinen Sie bitte nicht enttäuscht, wenn die bereits aus dem Park vertrauten Enten oder ein frecher Spatz deutlich mehr Interesse und hörbar mehr Beigeisterung auslösen, als ein noch nie gesehenes Känguru – das Bekannte hat eben auch seinen ganz besonderen Charme.

Wiedersehen macht bekanntlich Freude und vielleicht ist auch erst das erneute Wiedersehen mit Tigern, Affen, Giraffen und Nilpferden das eigentlich beeindruckende Erlebnis für unsere Kinder.

 

12.06.2008 um 16:21 Uhr

Reisen in ferne Länder ...

 

… kann man körperlich und seelisch machen, manchmal sogar zeitgleich.

Die Lust, die wir empfinden, die Neugier, die Entdeckerfreude, wenn wir uns auf eine lange Reise begeben, die uns in ferne Länder führt, begleitet uns nicht immer auch auf den Exkursionen in die unbekannten Kontinente, die ganz dicht vor uns liegen.

 

Jeder Mensch ist anders und jeder ist wie ein neues Land für uns.

Wir sind auch da oft von Unbekanntem fasziniert, fühlen uns an- und hingezogen von neuen Gedankenwelten, anderen Sichtweisen und bestaunen bisher unvorstellbare Aussichten.

Und doch suchen wir auch immer wieder nach dem Bekannten und Vertrauten.

Es ist ein Prozess, sich in einem fremden Land wie zu Hause zu fühlen – manchmal braucht er Jahre, manchmal erreicht uns dieses Gefühl unmittelbar.

Aber die Unbekümmertheit, die wir auf unsere tatsächlichen, räumlichen Reisen ganz selbstverständlich mit in unserem Gepäck tragen, die vergessen wir oft mitzuführen, wenn wir uns auf den Weg in das innere Heimatland eines anderen Menschen machen. Da haben wir stattdessen Hoffnungen und Erwartungen, Sehnsüchte und Ansprüche mit eingepackt und gehen davon aus, der andere wird dieses Paket nicht nur aufschnüren, sondern auch noch alle belastenden Inhalte, die uns schwer auf der Seele liegen, mit Freude, Leben und Liebe füllen.

Ist es da ein Wunder, wenn wir allzu oft unsere Siebensachen wieder einpacken müssen und unverrichteter Dinge wieder an unserem Ausgangspunkt landen?

 

All das, was uns beschwert, führt auch zu Beschwerden – es wird der Tag kommen, da werden wir uns beschweren, dass uns unsere Träume nicht erfüllt wurden. Und wir werden überzeugt sein, dass uns Unrecht widerfahren ist, dass das Schicksal es nicht gut mit uns meint, dass das andere Land, das wir erobern wollten, eben nur ein Urlaubsparadies war und kein Zuhause.

 

Haben wir dabei nicht vergessen, dass uns nichts und niemand das sein und geben kann, was wir uns selbst nicht gönnen?

Solange wir bei uns selbst nicht landen können, uns nicht wirklich und vollständig als das akzeptieren, wer und was wir sind, solange werden wir vergeblich in der Ferne suchen, was doch direkt in unserem Innern zu finden ist.

 

Das Aufzuspüren, was in uns verborgen ist, kann uns kein anderer Mensch abnehmen und auch das ist eine Reise, die durchaus mit Überraschungen und der Entdeckung von Neuland verbunden ist.

 

11.06.2008 um 12:26 Uhr

Beim Friseur

 

 

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, was so ein lapidares Ereignis, wie ein Friseurbesuch, für Sie bedeutet?

Oder gehören Sie zu der Gruppe, die das absolut nicht als lapidar empfinden?

 

Es gibt ja Leute, für die ist das tatsächlich und im Wortsinn ein einschneidendes Erlebnis! Für Manche ist es ein Event und sie inszenieren das entsprechend; für andere wieder ist es einfach pure Notwendigkeit, damit man dauerhaft den Durchblick behält und es gibt Zeitgenossen, die verabschieden sich trauernd von jeder einzelnen Haarspitze, die auf ihrem Kopf einmal zu Hause war.

 

Bettina ist da ganz pragmatisch: Der Gang zum Friseur ist für sie so etwas wie ein unausweichliches Ereignis. Penibel wird er in die Jahres-, Monats- und Tagesplanung mit eingebaut. Haare schneiden ist alle sechs Wochen fällig, unabhängig von Lust und Laune und eventuell periodisch veränderter Haarwuchsgeschwindigkeit. Schnell gehen muss das, rein, hinsetzen, Haare waschen und ordentlich schneiden, flott fönen und ab – schließlich ist noch jede Menge Wichtiges zu erledigen und da kann man sich mit solchen Bagatellen nicht unnütz aufhalten. Erzählen Sie ihr nichts von speziellen Kuren, die das Haar seidig schimmern lassen, überzeugen Sie die Kundin lieber davon, dass das teure Zeug, das Sie ihr auf den Kopf schmieren wollen, total praktisch ist. Vielleicht macht es das Haar leichter kämmbar oder lässt es schneller trocken – ich bin sicher, irgend so etwas wird dem Fachmann bestimmt einfallen.

 

Holger dagegen käme nie auf die Idee, sich für einen Friseurbesuch einen Plan zu machen!

Wer weiß schon so genau, wann er wieder unters Messer muss – das ergibt sich und er gibt sich dem Wachstum der von unseren Urvätern vererbten Fellreste eher stoisch hin. Mal neigt er zum radikalen Kurzhaarschnitt, dann wieder lässt er das Haupthaar wallen – sofern noch genügend Fülle vorhanden ist. Sollte sich zufällig eine Parklücke vor dem Geschäft eines Haarkünstlers finden, dann spaziert er schon mal ganz spontan da rein – und sieht sich erst mal um. Erscheint der Meister dann fröhlich das Messer wetzend, Hände reibend und Kamm schwingend vor ihm, kann es schon mal vorkommen, dass er mit einer tonlos gemurmelten Entschuldigung den Laden panikartig wieder verlässt – in der Ruhe liegt bei Holger die Kraft. Er möchte einfach still auf dem Stuhl Platz nehmen und auf keinen Fall mit Bergen von Modezeitschriften überhäuft werden, aus denen er sich einen Schnitt aussuchen soll.

Lieber Figaro, sollte Holger in Ihrem Studio jemals auftauchen, verschonen Sie ihn bitte mit den neuesten Klatschnachrichten aus aller Welt oder den aktuellen Gemütsbewegungen Ihrer Lieblingskunden! Der Herr wünscht lediglich einen Haarschnitt und sonst nichts! Er ist mit sich und seinen Gedanken beschäftigt und schätzt es, wenn er denen, ungestört von munterem Friseurgeplapper, konzentriert folgen kann.

 

Dafür können sich Friseure und Friseurinnen freuen, wenn Sabine erscheint. Sabine ist bereits eine Erscheinung, wenn sie den Laden betritt! Ganz großer Auftritt ist jetzt zu bewundern: Küsschen hier und Küsschen da, das modische Täschchen wird dazu jedes Mal demonstrativ abgestellt, jede Umarmung wird zelebriert und genossen. Käffchen, Teechen oder ein Schlückchen Sekt gefällig? Klar doch, schließlich ist Sabine hier zu Besuch bei Freunden. Bevor nicht ALLE Erlebnisse der letzten Wochen ausgetauscht wurden, braucht man ihr nicht mal das Haar zu waschen – dafür könnte man inzwischen ungestört und lautlos z. B. Holger bedienen. Jetzt ist es für Coiffeure sinnvoll, die neuesten Haarfarben, von blau über silberblond bis cherry in wirklich allen Nuancen bereit zu halten und noch im Gedächtnis zu haben, welchen Ton Sabine noch nie auf ihrem Haupt zur Schau gestellt hat. Hüten Sie sich allerdings davor, ihrem Naturton zu nahe zu kommen! Falls im Laden jemand ein dankbares Objekt für die neueste, abgefahrendste Modefrisur, die die Welt noch nicht erlebt hat, sucht: Bitte, für Sabine sind Improvisationskünstler und ganz Kreative genau richtig. Hier dürfen Sie Ihr ganzes Repertoire entfalten: Wie stylt man Haare stundenlang so, dass sie genau so aussehen, als wäre man gerade aus dem Bett gekommen?

Welche Strähnchen passen garantiert nicht zusammen, ergeben aber einen absolut ungewohnten Look?

Falls der Haarstylist sich für den wohlverdienten Feierabend noch nichts vorgenommen hat, ist auch das kein Problem, mit Sabine kann man auch noch stundenlang um die Häuser ziehen, nachdem man dem goldenen Handwerk alle Ehre gemacht hat. Und Sabine ist eine treue Kundin: Falls sie morgen, ganz überraschend natürlich, einen wichtigen Termin wahrzunehmen hat, bei dem sie Wert auf erstklassiges Aussehen legt, kommt sie flugs noch einmal in den Laden und alles geht wieder von vorne los.

 

Haare schneiden ist eben nicht einfach nur Haare schneiden …

10.06.2008 um 12:34 Uhr

Frei, frei, frei!

 

JETZT beginnt bei mir so etwas Ähnliches wie eine Sommerpause – dabei hat der Sommer noch nicht einmal angefangen …

Es gibt noch ein paar eingestreute Termine in den nächsten Wochen, aber der flotte Seminartakt ist erst einmal angehalten. Ich habe also richtig Zeit, um die nächsten Runden vorzubereiten und mich „nebenbei“ auch noch um meine anderen Projekte zu kümmern. Ein freies, unabhängiges Gefühl macht sich in mir breit und verleiht mir nicht nur Flügel, sondern auch Lust auf all das, was hier noch so ansteht: Leben aus dem Kleiderschrank, statt aus dem Koffer, häusliche Terrassenabende und Arbeit nach eigenem Taktschlag!

 

Nach der bisherigen Schönwetterperiode gehe ich mal davon aus, dass ich in diesem Jahr tatsächlich meinen Traum erfüllen kann und im Garten, umgeben von blühenden Rosen und Vogelgezwitscher, wieder schreiben, schreiben, schreiben werde.

 

Ganz beiläufig haben sich Ideen ergeben, die jetzt auf ihre Verwirklichung warten und dabei kann ich auf die Unterstützung von meinem Schatz UND meiner beruflichen anderen Hälfte zählen *freu*.

In erstaunlich kurzer Zeit hat sich hier zwischen uns eine freundschaftliche Partnerschaft entwickelt, die geschäftlich und privat absolut bereichernd ist.

In der nächsten Woche werden wir zwei Mädels wieder in unser Arbeitsnest umziehen und an der Vervollständigung von Konzepten und der Umsetzung unserer brain-storm-Aktionen werkeln. Der alte Spruch: „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“, hat für uns ausgedient, wir haben schon bei der Arbeit richtig Spaß und das macht sich bei den Ergebnissen bemerkbar.

 

Falls ich Irgendjemandem von diesem tollen Gefühl etwas abgeben kann: Bitte bedient euch – ich schöpfe gerade aus dem Vollen!

06.06.2008 um 18:54 Uhr

HeimWeg

 

Unabhängig davon, ob man ihn gewöhnlich zu Fuß, mit Bus und Bahn, mit dem Auto oder mit dem Fahrrad bewältigt, der Weg nach Hause ist ein besonderer Weg.

Mich führte er diesmal ca. 90 min quer durch Schleswig-Holstein, abwechselnd über Landstraßen, Felder, Wiesen und Dörfer und über die Autobahn, über eine der gigantischen Brücken des Nord-Ostsee-Kanals, zurück nach Piepenholm.

Vier Tage Arbeit lagen hinter mir. Tage, die ich als intensiv und erfüllt empfunden habe. Meine wochenlangen Vorbereitungen hatten sich gelohnt, als alles wie am Schnürchen klappte und uns die Teilnehmer des Seminars am Ende mit strahlenden Augen verkündeten, sie würden sich auf das nächste Modul freuen, das leider erst im September stattfindet und bis dahin sei es noch schrecklich lange hin.

 

Es ist inzwischen eine unglaubliche Nähe zwischen allen entstanden – Menschen, die sich vor wenigen Monaten noch gar nicht kannten, fühlen sich als fester Teil einer kleinen Gemeinschaft, in der sie offen, unverstellt und verletzlich sein können.

All das ging mir auf meiner Heimfahrt durch den Kopf.

 

Ist es da verwunderlich, dass ich das Gefühl hatte, nach Hause zu schweben?

 

Schwerelos und glücklich habe ich mich gefühlt und dabei war ich noch nicht einmal am Ziel – weder am Ziel meiner Fahrt, noch am Ziel meiner Wünsche, noch überhaupt: Mittendrin, unterwegs war ich bereits ganz und gar angekommen.

 

Zuhause stapelte ich meine Koffer und Arbeitskisten im Flur auf, mein Schatz nahm mich in die Arme und die Katze blinzelte mir von meinem Lieblingsplatz auf dem Sofa freundlich zu und versank wieder in ihre Traumwelt – das schwebende Glückgefühl haben wir abends auf der Terrasse noch gemeinsam genossen und es umgibt mich noch immer wie ein durchsichtiger, fließender Umhang.