Liebe ist nur ein Wort ...
… für ein Gefühl, das jeder anders erlebt – jeder für sich und mit jedem Menschen wieder neu. Aber ausgerechnet bei diesem umfassenden Gefühl sind wir wohl alle (zumindest zeitweise) auf der Suche nach einer Erklärung, einer stimmigen Definition, die alles einschließt und erfasst.
Fragen über Fragen tun sich in uns auf; wie ein schwer zu bezwingendes Gebirge liegen sie vor uns und warten auf verbindliche Antworten:
Wie ist das für dich, wenn du liebst?
Woran erkennt man das?
Wie fühlt sich das an?
Wann ist das Gefühl echt?
Wie lange wird es anhalten?
Was ist der Unterschied zu anderen Gefühlen, die der Liebe irgendwie ähnlich sind?
Bei Banalitäten kämen wir wohl nicht auf die Idee, sie stundenlang zu sezieren und nach allgemeingültigen und unumstößlichen Antworten zu suchen – oder?
Was genau heißt das: Ich friere?
Woran merkst du das?
Was ist daran anders als sonst?
Wie lange dauert das?
Wann sagst du, was du fühlst?
Wie gehst du damit um?
Scheint es nicht geradezu absurd, ein klares Gefühl in alle Einzelheiten zu zerlegen, damit wir es be-greifen können? Wird es nicht genau dadurch immer unklarer – und ist nicht gerade das ganz klar? Denn wenn wir einem Gefühl so dicht auf die Pelle rücken, dann zieht es sich zurück – so, wie wir auch reagieren, wenn uns jemand plötzlich zu nahe kommt und wir diese Nähe weder erwarten, noch wünschen - es stellt damit den notwendigen Abstand zum Verstand wieder her und will nicht vereinnahmt und auseinander genommen werden. Es möchte mit Überlegungen nicht verwechselt werden, seinen unverwechselbaren Charme nicht verlieren, sondern das sein und bleiben, was es ist: EIN GEFÜHL!
Wenn unser Verstand zum Gefährten wird, wenn ER begreift, dass man ein Gefühl nicht in Muster, Raster und Kriterien pressen kann, dann können wir erleben, dass Liebe etwas Fundamentales ist – und gerade das Unverständliche daran wirklich mit allen Sinnen genießen.
