Geschriebene Gedanken

05.02.2008 um 18:56 Uhr

GeKlärt

Manchmal ist es nur ein Wort – aber es trifft uns tief, es erschüttert unsere Seele.

 

Es fällt bis auf den Grund, fast bodenlos, aber ganz sicher nicht grundlos. Es treibt uns um, es reibt uns auf, alles ist innerlich in Bewegung.

Wie ein Stein, der ins Wasser fällt. Er hinterlässt seine Kreise, während er langsam in die unsichtbaren Schichten sinkt und wühlt dabei etwas auf, dass das Wasser trübe werden lässt. Etwas, was wir nicht bemerken, wenn wir nur auf die spiegelblanke Oberfläche sehen.

 

Wäre es besser, es nie gehört zu haben?

Wäre es besser, es wäre nie gesagt worden?

 

Welchen Wert hätte die scheinbare Klarheit und Ruhe dann?

 

Wäre sie nicht nur eine trügerische Spiegelung, reine Verklärung?

 

Manchmal ist es nur ein Wort – aber es ordnet alles neu.

 

Auch wenn die Erklärung weh tut, sie klärt und wenn sie ehrlich ist, dann bringt sie die erforderliche Klarheit, die uns das Wesentliche auf dem Grund wieder erkennen lässt.

 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenVeela schreibt am 05.02.2008 um 19:13 Uhr:Ich glaube die Wahr- und Klarheit ist schon sehr wichtig.

    Es gibt Dinge die sind unangenehm, aber immer noch besser damit umzugehan als mit der Ungewissheit.

    Jedenfalls empfinde ich es so.

    Gruß
    Veela
  2. zitierenTigerschnute schreibt am 05.02.2008 um 19:57 Uhr:Ich weiß natürlich nicht worum es in Deinem Fall genau geht.
    Aber ein Wort ist ja etwas, welches schon zuvor im Kopf geformt wurde und somit schon vor dem Aussprechen existent und bestimmt auch spürbar war. Das Wort, wird es erstmal freigelassen, löst also etwas. Löst den vielleicht schon festgetretenen Dreck und kann dann auch gereinigt werden. Erstmal wirbelt es natürlich durch die Gegend und verschmutzt vorübergehend, legt sich wie ein Druck auf die Brust und schafft Atemlosigkeit für den Moment.... aber dann... aber dann...

    Du weißt schon...

    Lass Dich lieb drücken und Dir ein wenig Druck abnehmen!
  3. zitierenSchussel schreibt am 06.02.2008 um 09:12 Uhr:Diese Ehrlichkeit kann auch missverstanden werden.
    Wenn man durch "andere" Umstände Dinge auf den Tisch bringt, die man sonst nicht von sich geben würde.
    Da fallen harte Worte, die verletzen und auch wenn man sich später entschuldigt, so haben diese Worte vieles kaputt gemacht.....
    So geschehen in der Familie am Wochenende....

    Lieben Gruß,
    Sarah
  4. zitierensternenschein schreibt am 06.02.2008 um 19:47 Uhr:Ausgesprochene Worte leben länger als wir selbst.
    und manchmal sinken sie nur sehr langsam.
    Für manche bleibt von einem Menschen Geld oder Dinge, für andere aber Worte, die er formte und sagte. Sie sind nachhaltiger als das materielle.
  5. zitierenDarkHoneyLady schreibt am 16.02.2008 um 13:30 Uhr:Ja, Schussel, das kenne ich!
    ... aber ist es nicht doch so, dass eigentlich nicht das Ausgesprochene den Wirbel verursacht, sondern die Gedanken, die auch da sind, wenn man sie für sich behält und die trotzdem etwas Unangenehmes spürbar machen, wie Tigerschnute es beschreibt?

    Wenn Worte allerdings so gewählt werden, dass sie wie spitze Messer treffen SOLLEN, dann ist das wohl weniger der Ehrlichkeit an sich zuzuschreiben, sondern einem eher gedankenlosen Umgang mit den Gefühlen anderer Menschen.

    Klar, manche Wahrheit tut weh. Aber sie eröffnet auch immer andere Perspektiven, wenn sie den wirklich der Klarheit dient und nicht nur angestautem Ärger Luft macht.

    Manche Worte bleiben - ich denke, wir können selbst viel dazu beitragen, dass es DIE Worte sind, die stützen und begleiten und nicht die, die zerstören.

    Liebe Grüße an euch alle!

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