Geschriebene Gedanken

01.07.2008 um 14:08 Uhr

Putzen Sie noch selbst?

 

Mal ehrlich, die üblichen Hausarbeiten können ganz schön lästig werden. Sicher haben wir alle schon mal darüber nachgedacht, ob wir das streifenfreie Fensterputzen, die Fliesen im Bad und die Flusen unter dem Bett oder an den Zimmerecken nicht doch lieber in fremde Hände geben, als uns selbst mit Gummihandschuhen und Sprühflaschen zu bewaffnen. Wenn das nötige Kleingeld in Scheinen vorhanden ist, hat der/die Eine oder Andere diesen Gedanken bestimmt auch schon in die Tat umgesetzt.

Dabei ist es doch gar keine so schwierige Sache, dem Staub, den Kalkablagerungen oder den Seifenresten auf den Leib zu rücken – sie scheinen ja geradezu darauf zu warten, dass wir sie wieder entfernen und die darunter verborgenen Oberflächen spiegeln unsere Freude über das gelungene Werk glanzvoll zurück. Soviel unmittelbare Anerkennung und sichtbare Ergebnisse wünschen wir uns doch sonst oft vergeblich für andere aufreibende Tätigkeiten. Trotzdem sehnen wir uns nach Entlastung für die Putzerei, sei es durch professionelle Unterstützung oder mehr oder weniger engagierte und freundliche Mitbewohner/innen.

 

Soviel zu der äußeren Angelegenheit des Großreinemachens und der Herstellung von Ordnung und Übersichtlichkeit – und wie ist das mit unserem Innenleben, das uns doch viel näher ist (oder zumindest sein sollte) als der Abwasch oder das strahlende Weiß der Gardinen?

Werkeln wir da nicht oft genug munter vor uns hin, fegen mal diese, mal jene Ecke aus und schütten den ganzen Unrat dann wieder mit fadenscheinigen Erklärungen und Entschuldigungen uns selbst und unseren Mitmenschen vor die Füße?

 

Werden wir nicht mühelos zum Meister Propper der ach, so faulen Ausreden?

 

Kämen wir auf die Idee, unser Gemüts- und Seelenleben auch regelmäßig einer Inspektion zu unterziehen, wie es uns für Küche, Bad und Keller der Behausung selbstverständlich erscheint? Oder könnten wir gar dem Gedanken Raum geben, uns dabei von professioneller Seite Unterstützung zu holen?

 

Erscheint uns das nicht geradezu wie eine Bankrotterklärung für unsere eigene Kompetenz, wenn wir darüber auch nur nachdenken oder gar einen Anstoß von außen dazu erhalten?

 

Fragen über Fragen, die sich regelrecht aufdrängen – obwohl doch das Innere, die Persönlichkeit, die Seele jedes Einzelnen viel komplexer ist als sogar der übervolle Arbeitsplatz eines Genies, das sich im Chaos noch zurechtfindet.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenZwischenweltler schreibt am 01.07.2008 um 15:20 Uhr:Na, Du stellst ja mal wieder Vergleiche an, liebe Lady. Schräg aber sehr einprägsam.;)
    Da lassen sich ja jede Menge Thesen aufstellen... zum Beispiel:
    "Sag mir, wie du putzt, und ich sage Dir, wie du denkst."
    oder
    "Wer gerne auf Verdrängungstaktiken zurück greift, kehrt auch zu Hause alles unter Schränke und Teppiche."
    oder
    "Ein Chaot ist nichts anderes als ein Gedanken-Messie."

    ...bitte nicht ernst nehmen, ich bin heute nicht ganz bei der Sache. ;)

    Liebe Grüße Dir!

    PS: Hast Du nicht auch den Eindruck, daß häusliche Arbeiten (inkl. Putzen) hin wieder ein sehr hohes Entspannungspotential haben können?
  2. zitierenDarkHoneyLady schreibt am 01.07.2008 um 15:52 Uhr:Du weißt doch, dass ich schräge Gedanken liebe *ggg*
    Und: JA! Ich weiß das Entspannungspotential von reinigenden Hausarbeiten seh wohl zu schätzen, wenn es sich in Grenzen hält *lach* Putz-Orgien sind meine Sache nicht und vom Boden braucht man bei mir auch nicht zu essen, wir haben genügend Geschirr im Schrank - auch Tassen *lach*
  3. zitierenSchussel schreibt am 13.07.2008 um 10:43 Uhr:Putzen ist bei mir Therapie! Denn niergends kann ich so schön abschalten :-)
    Später bin ich immer ganz stolz auf mein Ergebnis und wehe es kommt einer und macht es wieder dreckig!!!

    Die innere Ordnung kommt auch ab und an zum Vorschein aber da ist es eher mein Ordnungswahn der mich vorantreibt....
  4. zitierenDarkHoneyLady schreibt am 20.07.2008 um 15:57 Uhr:Innerer Ordnungswahn - das ist ja eine ganz entzückende Beschreibung! Empfehle, nur ganz sanfte Reiniger zu benutzen, Innenleben ist sooo empfindlich ...
    Fröhliche Grüße von "Hausfrau" zu "Hausfrau", Schussel *lach*
  5. zitierenSchussel schreibt am 23.07.2008 um 13:13 Uhr:Da kommt, wenn überhaupt nur Wasser dran :-) dann ein bisschen schütteln und *schwupp* alles glänzt ;-)
  6. zitierenleo14 schreibt am 18.08.2008 um 01:59 Uhr:schöner Vergleich, gefällt mir - und du hast so recht, nur - wir würden die Notwendigkeit weder auf der einen noch auf der anderen Seite putzen zu müssen zugeben

    gruß,
    leo14
  7. zitierenDarkHoneyLady schreibt am 24.08.2008 um 13:16 Uhr:Ist das nicht eigentlich schade, leo?
    Ich glaube, es würde uns gut tun, wenn wir mit dem Chaos offensiver umgehen könnten und würden ...

    Herzliche Grüße

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