Geschriebene Gedanken

31.01.2008 um 13:36 Uhr

Unfassbar

Es ist ein gutes Jahr her, da saß ich an einem sonnigen Herbsttag einem Menschen gegenüber, den ich durch die gemeinsame Arbeit kennen gelernt hatte.

Ein Rheinländer wie aus dem Bilderbuch: Fröhlich, stets gut gelaunt und immer geschäftig. In der Nähe von Köln hatte er ein Restaurant und er war die Seele dieses Geschäfts – ob es um die Organisation großer Firmenfeiern ging oder die kleinen Alltagssorgen, die man am besten bei einem oder mehreren Kölsch bespricht, er war der richtige Mann dafür.

Wir haben ihn auch in stillen Stunden erlebt, mit ihm über Fragen gesprochen, die ihn bewegten und die in die Zukunft gerichtet waren. Er suchte eine neue Orientierung, weil er gesundheitlich dem Stress nicht mehr gewachsen war.

Er war dabei, einen neuen Weg zu suchen, sich neue Ziele zu stecken und sich dabei selbst ein bisschen näher zu sein.

Wir haben uns alle auf ein Wiedersehen im Sommer dieses Jahres gefreut – und seit heute weiß ich, dass es diese Begegnung nicht mehr geben wird.

Von ihm werde ich nun nur noch in der Vergangenheit sprechen können, denn er ist gestorben.

Wir werden sein Lachen und seinen Kölner Dialekt nicht mehr hören, die Herzenswärme in seinen Augen nicht mehr sehen können …

Meine Erinnerungen an ihn sind lebendig und sie werden bei unserem Treffen im Sommer bei uns sein, aber dieses "Wir" ist nicht mehr dasselbe.

Ich bin traurig …

 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitieren1mishou schreibt am 31.01.2008 um 14:19 Uhr:Der Tod ist immer so unfassbar. So hilflos steht man da und fragt sich wie das sein kann, dass so ein quicklebendiger Mensch nicht mehr sein soll. Es tut mir sehr leid für dich!
  2. zitierenTigerschnute schreibt am 31.01.2008 um 14:31 Uhr:Vielleicht hat er seine Ziele in diesem Leben erreicht!?
    Wünschen wir ihm eine schöne Weiterreise!

    Ich teile ein stilles Tränchen mit Dir :'(
  3. zitierenDarkHoneyLady schreibt am 31.01.2008 um 15:58 Uhr:1mishou, das ist genau mein Gefühl!
    Ich weiß genau, was du meinst, liebe Schnute, aber es gelingt mir (noch?) nicht, das so zu sehen ... die Betroffenheit ist im Moment einfach zu schwer ...

    Eine gute Weiterreise ... natürlich ... diese Wünsche habe ich auch.

    Danke für das stille Tränchen und eure lieben, töstenen Worte! Sie wärmen ...
  4. zitierenpicture_it schreibt am 31.01.2008 um 16:36 Uhr:Das Bleiben ist schwer.

    Wenn ein alter Mensch geht, der seinen Weg gemacht hat und spürt, dass es zeit ist und es sich wünscht - dann freue ich mich mit ihm, wenn er die Reise antritt.

    Bei jüngeren Menschen fehlt mir oft das Verständnis, mein Vertrauen gerät ins Wanken und ich bleibe zurück mit einem grenzenlosen Gefühl von Leere in mir.

    Der Tod ist sicher eines der Hauptthemen meines Lebens - und das Gehen lassen immer eine der schwersten Aufgaben gewesen.

    Ich kann sehr gut fühlen, wie es Dir geht - liebe Lady.

    p_i
  5. zitierenDarkHoneyLady schreibt am 31.01.2008 um 17:55 Uhr:Hab vielen Dank, liebe picture_it!
    Deine Worte und Gedanken tun mir gut.

    Neben all der Trauer und Bestürzung ist da auch noch ein ungutes Gefühl in mir, das ich nicht be- oder ergründen kann - ich hoffe das klärt sich, wenn ich weiß, was eigentlich passiert ist.

    Liebe Grüße
  6. zitierenZwischenweltler schreibt am 01.02.2008 um 08:41 Uhr:So wie Du ihn beschreibst, liebe Lady, war er sehr LEBENDIG als er starb. Das wäre auch mein Wunsch: Mich bis zur letzten Minute lebendig fühlen, wenn ich dann abtreten muß.
    Du weißt, was ich meine...

    Liebe Grüße Dir und eine mitfühlende Umarmung.
  7. zitierenDarkHoneyLady schreibt am 01.02.2008 um 11:54 Uhr:Danke, lieber Zwischenweltler!

    Sehr LEBENDIG (in dem Sinne, wie du es meinst) war er zumindest bei unserem Abschied ... ob das zuletzt auch noch so war, weiß ich leider nicht und gerade das belastet mich so...
  8. zitierensternenschein schreibt am 06.02.2008 um 19:39 Uhr:Liebe Lady,
    es lässt uns dann immer wieder die Frage nach dem warum stellen.
    Und doch kenne ich so viele Menschen, die mir erzählten, was sie noch alles machen wollten. Es blieben Anfänge, halbfertige Sachen und Dinge die nicht mehr vollbracht wurden zurück, als sie gehen mussten.
    Das Leben geht nach seinen eigenen, uns unbekannten Regeln, und nicht nach denen, die wir uns wünschen.
    Es kommt niemand und sagt uns, schliess Deine Vorhaben ab, Deine Zeit ist gekommen.
    Wir stehen auch nicht mit gepackten Koffern bereit für diese Reise. Und das ist auch gut so.
    Leben als ob es ewig wären würde und dennoch für jeden Tag dankbar sein, der uns gegeben wird. Ihn nutzen, als ob es der letzte wäre.
    Das Leben lässt uns unsere Pläne, ob es uns die Zeit lässt, sie zu verwirklichen entscheidet jemand anderes, nicht wir.
    Auch wissen wir nicht wirklich, welche Aufgaben wir hier zu erfüllen haben.
    Eine seiner Aufgaben war vielleicht Gedankensaat in Dir aufgehen zu lassen. Und dieses hat er mit Sicherheit erfüllt.
    Auch ich habe nicht meinen Koffer reisebereit neben mir stehen, denn was wir auf dieser Reise brauchen, benötigt keinen Koffer.
    Liebe Grüsse und alles Gute für Dich
    sternenschein
  9. zitierenSadeyes schreibt am 12.02.2008 um 15:16 Uhr:Habe erst jetzt hiervon gelesen... Und ich kann sehr gut verstehen, wie sich das anfühlt. Sowas ist oft ein Schock in vielerlei Hinsicht, der so viele Gefühle und Gedanken in einem hervorruft.

    Ich hoffe, dass die Befürchtungen die Du hattest sich geklärt haben und Du Dich besser fühlst!

    Liebste Grüße
  10. zitierenDarkHoneyLady schreibt am 16.02.2008 um 13:33 Uhr:Lieber Sternenschein, liebe sadeyes,
    ich danke euch sehr für eure tröstenden und einfühlenden Worte und Gedanken!

    In mir lebt die Erinnerung an diesen Mann und das ist (in der Tat!) ein sehr gutes Gefühl.

    Nochmals vielen Dank und sehr liebe Grüße

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