Geschriebene Gedanken

18.02.2008 um 18:38 Uhr

Vertraut, gewohnt und ganz und gar nicht gewöhnlich

 

Ich kenne das noch gut: Den Schmerz, einen geliebten Menschen nicht mehr oder noch nicht an meiner Seite zu haben, die brennende Sehnsucht nach vertrauter Nähe und die Verzweiflung, wenn die Erfüllung dieses Wunsches allenfalls in unendlich entfernt erscheinender, sehr ungewisser Zukunft winkt.

 

„Mach es dir doch allein mal so richtig gemütlich“, „Geh doch mit Freunden aus“, „Genieße deine Unabhängigkeit“, all das waren für mich untaugliche Versuche – die Ratschläge waren sicher gut gemeint, sie kamen von Herzen und es blieb auch nicht nur bei diesen Worten. Mit manch einem guten Freund oder einer lieben Freundin habe ich tatsächlich wundervolle Stunden verbracht, ich habe viele Menschen kennen gelernt, Kino, Theater, Veranstaltungen und Restaurants besucht, aber es war nicht das, was ich gesucht habe.

 

Es waren nicht die Augenblicke der Heimkehr in eine leere Wohnung, die mich daran erinnert haben, was mir fehlte; nach solchen Treffen habe ich tatsächlich die Stille und die Ruhe genossen, die ich in meinem Zuhause fand. Aber mittendrin, mitten in der besten Gesellschaft, hat es mich oft eingeholt: Das Gefühl, umgeben von Menschen, allein zu sein.

 

Und es ist gerade dieses Gefühl, das ich nie wollte, das ich so schwer annehmen konnte, das mir so weh getan hat, es ist eben die Erinnerung an dieses Gefühl, das mir noch so vertraut ist, an das ich mich nie gewöhnen konnte und wollte, was mich heute so intensiv spüren lässt, wie wertvoll und wichtig mir Liebe tatsächlich ist und welche fundamentale Bedeutung sie für mich hat.

 

Hätte ich diese Zeit der Sehnsucht nicht erlebt, würde ich ein liebevolles, harmonisches, vertrautes Miteinander auch genießen, aber ich würde es wohl für normaler halten, als es wirklich ist. In einem Menschen eine Ergänzung, einen Spiegel, ein Gegenüber und eine stetige, zuverlässige Antwort zu finden ist Glück – und es ist ungewöhnlich!

Ungewöhnlich schön, ungewöhnlich bereichernd, ungewöhnlich erfüllend, man gewöhnt sich zwar leicht daran, aber es bleibt alles andere als gewöhnlich.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenGalahad schreibt am 18.02.2008 um 19:07 Uhr:Ich weiß so verdammt gut, was du meinst... ja, es stimmt, du musst den anderen Zustand erst mal erlebt haben, um die "Zweisamkeit" gebührend würdigen zu können.

    Ist aber keine längere Trennung bei euch, oder? *erschrocken guck*
  2. zitierenDarkHoneyLady schreibt am 18.02.2008 um 20:13 Uhr:Nein, nein, lieber Danny *beruhigend den Kopf schüttel*, der Mann meines Herzens könnte mir nicht näher sein!

    Gerade weil ich seine Liebe und Nähe so sehr genieße, kamen mir diese Gedanken, dass die "Zeit davor" wohl doch einen ganz besonderen Sinn hatte ...

    Ich grüße dich herzlich! ( ... und Post kriegste auch, in Kürze, versprochen)
  3. zitierenpicture_it schreibt am 18.02.2008 um 22:37 Uhr:Ich wünsche Dir, dass es so bleibr...

    Alles andere ist nix. Gar nix.
  4. zitierenDarkHoneyLady schreibt am 19.02.2008 um 16:17 Uhr:Jenau, picture-itchen, allet andere is nischt!

    Danke für deine lieben Wünsche und viele, liebe Grüße
  5. zitierensternenschein schreibt am 19.02.2008 um 18:51 Uhr:Ich sag mal, es bleibt so...JA!!!
    Es ist immer von Vorteil auch die andere Seite kennengelernt zu haben, auch wenn es manches mal hart ist. Um zu schätzen, was man hat.
    Und Du weisst was Du hast. JA!!
    Liebe Grüsse

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