Geschriebene Gedanken

21.11.2007 um 14:57 Uhr

Wenn eine Liebe vergeht ...

 

… dann ist das kein Abschied für immer – auch wenn es kein Zurück mehr gibt zu dem Menschen, dem wir einst unser Herz geschenkt haben, auch wenn die Beziehung nicht mehr auflebt. In uns bleibt etwas davon zurück, das ganz und gar zu uns gehört.

 

Es ist nicht nur die Trauer, dieses mächtige, alles erdrückende Gefühl, etwas Unwiederbringliches, Einmaliges verloren zu haben. Es ist nicht nur der Verlust der Nähe und Vertrautheit zu einem geliebten Menschen. Es ist nicht nur der Schmerz, der uns das verbliebene Herz zu brechen scheint. Es ist mehr!

 

Es ist die Gewissheit, dass wir wirklich lieben können.

 

Das ist kein schwacher Trost, kein schnöder Ersatz für erhofftes Glück, kein vager Hoffnungsschimmer am dunkel scheinenden Horizont, sondern eine Kraft, eine Energie, die uns das Leben, das Weiterleben, das Ertragen und die Chance zu der Erfüllung erst ermöglicht, nach der wir uns sehnen.

Wer lieben kann, der kennt die Qual, die wir erleiden, wenn wir plötzlich ins Leere fassen, weil der andere nicht mehr das für uns ist, was wir in ihm gesehen haben: Alles!

Wer lieben kann, der kennt das unbeschreibliche Glück, das wir empfinden, wenn wir in den Augen des anderen auf den Grund unserer eigenen Seele blicken können.

Wer lieben kann, der kennt die Zerrissenheit, wenn alle unsere Gefühle nur ein Gesicht tragen und wir uns darin nicht mehr wiederfinden.

 

Aber wer lieben kann, der trägt auch einen Zauber in sich, um Verletzungen heilen zu lassen, Kränkungen zu verarbeiten und all das Schöne nicht zu vergessen, was wir durch die Liebe erfahren haben.

Wir dürfen unser Herz nicht verschließen, es wäre sein schleichender Tod.

Wir können es vor den verheerenden Folgen von Kummer und Leid nur dauerhaft schützen, wenn wir es öffnen, denn nur dann kann es den leisen Klang der Liebe wieder hören, nur dann kann dieses sanfte Rufen überhaupt ein Echo finden.

  

Unsere Sehnsucht danach hat die Fähigkeit, uns über die dunklen und traurigen Stunden hinweg zu führen; sie strebt nach Verwirklichung und ist damit die Hüterin dieses großen Traumes. Sie wird den Weg finden, um ihn wahr werden zu lassen – nicht gleich und auch manchmal nicht so, wie wir es eigentlich gern gehabt hätten.   

 

Sehr oft wundern wir uns im Nachhinein, wie sinnvoll das Erlebte und Erlittene tatsächlich war. Könnten wir wirklich Liebe spüren und schenken, wenn wir gar nicht wüssten, wie sich Leben ohne sie anfühlt?

 

Wenn eine Liebe vergeht, ist die Liebe in uns damit nicht gestorben. Sie sammelt sich dann in uns – sie zieht sich zurück auf ihren Ausgangspunkt und von dort wird sie, eines Tages, wieder aufbrechen.

 

Sie wird ihr Ziel erreichen, weil DAS ihre eigentliche Aufgabe und Bestimmung ist.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenpicture_it schreibt am 21.11.2007 um 15:13 Uhr:Leider erscheint es oft jenem, der liebt und nicht mehr geliebt zu werden scheint, oder auch jenem, der bemerkt, wie die Liebe sich davon gemacht hat, zu dunkel, um diesen Lichtschimmer zu bemerken, auch wenn es gar nicht so scheint.

    In solchen Lebensabschnitten nimmt man nicht mehr viel um sich herum wahr und auch in sich ist meistens ziemliche Stille. Bei mir jedenfalls ist es so - ich werde den Eindruck nicht los, alles spiele sich um eine Käseglocke herum ab, unter der ich sitze und die einfach alles davon abhält, zu mir durchzudringen.
    Nicht in jeder Minute, doch zum größten Teil und nur ganz ganz partiell dringen kleine, winzige Strahlen, Töne, Berührungen zu mir durch. Der Rest ist dumpf, wirr, leer und stumm in einem.

    Dabei daran zu glauben, dass alles wieder wird - neue Winde mich irgendwann wieder hinaus treiben - fällt mir unsagbar schwer - ich gebe es zu.
  2. zitierenDarkHoneyLady schreibt am 21.11.2007 um 15:25 Uhr:Liebe picture_ist, ich kenne diese Käseglocke (übrigens ein tolles Bild für diesen Zustand!) sehr, sehr gut!!!
    Genau deshalb habe ich diese Zeilen geschrieben ...

    Ich habe in dieser dumpfen, undurchdringlichen Glocke gesessen und es ging mir genau so, wie du es beschreibst: Es hat mich nur manchmal ein Strahlen erreicht, aber es war viel zu schwach, um Wärme und helles Licht zu verbreiten.

    Es gibt aber etwas hinter diesen schützenden und auch einengenden Mauern, etwas, wofür es sich lohnt, sie zu durchbrechen. Ich weiß noch genau, wie alle diese aufmunternden und tröstenden Reden damals an mir abgeprallt sind, mein Schnerz war einfach zu groß und er saß zu tief ...

    Und doch: Wenn ich nicht eines Tages den Mut gefunden hätte, mich wieder auf den Weg zu machen - ohne zu wissen, was mich dort erwartet, eigentlich ohne richtige Hoffnung, nur von einer dunklen Ahnung getragen und von meinem Traum - wo wäre ich dann heute???

    Es gäbe dann diese Liebe nicht, die ich heute spüren, genießen und schenken kann und darf.

    Ich wünsche mir sehr, dass es mir gelingt, jemandem in dieser traurigen und bedrückenden Situation ein bisschen Mut zu machen und ein wenig Zuversicht und Vertrauen zu schenken: Ich weiß, dass es sich lohnt!

    Ich schicke dir wärmende Grüße *umarm*
  3. zitierenwalkunafraid schreibt am 21.11.2007 um 19:53 Uhr:ich weiß, du hast recht, aber ich bin irgendwie nicht einen richtigen Schritt weiter.
    Das stimmt auch nicht, das weiß ich, aber die Wüste ist immer noch da. LG, B.
  4. zitierenDarkHoneyLady schreibt am 21.11.2007 um 20:19 Uhr:Es ist ein langer Weg durch diese Wüste, liebe walkunafraid ... auch mittendrin gibt es manchmal Wasser, das unseren Durst wenigstens notdürftig löscht. Aber dahinter, hinter den unendlich scheineneden öden Flächen der Trockenheit und der Dürre, dort schimmert ein frisches Grün: Dort fließt Wasser.

    Schön, wieder von dir zu hören!

    Liebe Grüße
  5. zitierenwalkunafraid schreibt am 22.11.2007 um 07:49 Uhr:Ich stimme dir zu, dass man die eigene Fähigkeit zur Liebe nicht verliert, wenn der andere geht. Diese Kraft, die man in sich erlebt und entdeckt hat, die ist tatsächlich DA. Und das war für mich eine tröstliche und sehr wichtige Entdeckung. Das kann mir niemand nehmen und und das ist es, was mich hoffen lässt. Dennoch bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass ich auch wieder lieben werde, weil manche Leben (ich rede gar nicht unbedingt von meinem, das weiß ich ja noch nicht) eben nicht so laufen. Manchmal sind Lebensumstände so, dass einem nicht mehr der passende Gefährte "über den Weg" läuft. Natürlich gibt es Quellen, die auch meinen Durst notdürftig löschen, aber ein sehr wichtiger und großer Bereich meines Lebens liegt brach und karg.
    Du hast dieses große, tiefe Glück erlebt, aber daraus kannst du nicht schließen, dass die Liebe immer wieder zu einem zurückkehrt. Selbst WENN man sich auf die Socken macht.
  6. zitierenSchussel schreibt am 22.11.2007 um 11:10 Uhr:Ich denke die Liebe ist facettenreich.
    Je nachdem wen man liebt, ob Familie, Freunde oder Partner.
    Aber wenn ich liebe, dann würde ich durchs Feuer gehen, ohne dafür etwas zu fordern!
    Geliebt habe ich bis jetzt einmal aufopferungsvoll...diese Liebe ist erloschen....aber diese Person hat immer einen Platz in meinem Herzen!
    Heute ist meine Liebe anders, bodenständiger.
    Nicht mehr so naiv und unbefleckt wie noch vor ein paar Jahren.
    Aber ich bin glücklich darum, dass ich weiß wie sich Liebe anfühlt und hoffe, dass ich diese auch weiter geben darf!

    Lieben Gruß,
    Sarah
  7. zitierenMoonSailor schreibt am 22.11.2007 um 15:32 Uhr:hallo,
    mittlerweile denke ich, eine Liebe (und hier meine ich die Liebe zu einem Partner und nicht die zur Familie o.ä.)kann nicht vergehen. Wenn man einen Menschen erstmal anfängt zu lieben, ist es doch gar nicht möglich einfach damit aufzuhören. Man denkt manchmal, dass man diesen Menschen vielleicht nicht mehr liebt, oder dass die Liebe schwächer geworden ist, aber in Wirklichkeit wird dieses unendliche Gefühl von vielen anderen überdeckt, wie zb. von dem großen Schmerz einer Enttäuschung oder Wut.
    Wenn die anderen Gefühle so sehr in einem drin sind und ímmer wieder dem Herz in Erinnerung gerufen werden, dann kann es passieren, dass man es nicht mehr erträgt und versucht die Liebe darunter zu begraben ... meistens ist es dann auch einfacher zu denken, die Liebe sei vergangen.
    Erst nach einiger Zeit (vielleicht auch Jahren) wird einem klar, dass es diese Liebe immernoch in einem gibt. Diese Tatsache wird einem Menschen manchmal bewusst, wenn man nach Jahren an die "alte Liebe" denkt, oder die Person sich wieder in unsere Gedanken verirrt.
    Ich persönlich liebe zum zweiten mal einen Menschen. Die erste Liebe war igendwann nur noch Schmerz und ich dachte, ich werde es nie überwinden. Mittlerweile ist es drei Jahre her und ich kann mit ruhigem Gewissen sagen, dieser Mensch ist tief in meinem Herzen und wird für immer dort bleiben .... wie sehr ich mich auch dagegen wehre und so sehr ich mich bemühe ihn unter einer neuen Schicht Liebe und Glücklichsein zu verdecken - er wird immer da sein und mir weiterhin Schmerzen bereiten, wenn ich an ihn denke. Der Verlust war zu groß ...
  8. zitierenSchussel schreibt am 22.11.2007 um 18:52 Uhr:Ich stimme MoonSailor nicht zu, was nicht negativ gemeint ist.
    Ich selber habe einmal einen Menschen geliebt, wie vorher noch keinen. Leidenschaftlich, tiefgründig, begierig und leider auch lange auf Distanz. Diese Liebe ist erloschen. Es gibt nur noch eine gewisse, wenn überhaupt, Freundschaft über....Wir waren 8 Jahre zusammen und sind seit über 2 1/2 Jahren getrennt. Ab und an hören wir uns, seltens laufen wir uns über den Weg.
    Heute war allerdings so ein Tag. Es war als würde ich einen Bekannten treffen und auf dem Heimweg habe ich nach dem Glanz geucht, den er einst hatte.
    Ich sehe ihn nicht mehr als den Mann, den ich früher vor Augen und im Herzen hatte.
    Seit geraumer Zeit liebe auch ich wieder aus tiefstem Herzen. Nur ist diese Liebe anders. Sie ist nicht mehr verspielt und naiv, sie ist gewachsen und beruht auf gegenseitiger Akzeptanz sowie Respekt!
    Auch ich habe damals tiefe Schmerzen verspürt, aber diese Zeit ist vorbei. Es tut nicht mehr weh.
    Dafür bin ich aber jetzt glücklich und empfinde mich endlich angekommen!

    Gruß,
    Sarah
  9. zitierenLyriost schreibt am 23.11.2007 um 09:13 Uhr:Vertraute Töne, aber keine schöne Musik.
  10. zitierenLady92 schreibt am 23.11.2007 um 14:57 Uhr:Das hast du echt toll niedergeschrieben..wirklich schön...
  11. zitierenDarkHoneyLady schreibt am 13.12.2007 um 12:54 Uhr:Vielen Dank für eure Kommentare und die offenen Gedanken, die ihr hier geäußert habt.
    Das gibt es sicher, ein Liebesgefühl für einen konkrten Menschen, das nie vergeht, sondern nur einen anderen "Platz" einnimmt - aber ebenso sicher gibt es auch das Gefühl, das eben diese konkrete Liebe nicht mehr in einem ist, die Liebe für diesen Menschen also tatsächlich "vergangen" ist.

    Der Schmerz, der in beiden Fällen in uns lebendig ist (und manchmal bleibt), ist m.E. die tiefe Trauer, die wir darüber empfinden, wenn sich unsere (Lebens-)Träume nicht verwirklichen und unsere Liebe ohne die von uns ersehnte Antwort bleibt.

    @walkunafraid: Du irrst, wenn du gleubst, dass ich meine Erfahrungen verallgemeinere - es ist eher so, dass ich selbst nur EIN Beispiel für etwas bin, was sich vollzieht, wenn man es zulässt ... Ich scheu mich davor, es eine "Gesetzmäßigkeit zu nennen, aber spüre und erkenne darin durchaus eine Systematik.

    Liebe Grüße an euch, einen schönen Tag und Momente der Liebe mit Partnern, Freunden und der Familie wünsche ich euch.
  12. zitierenSANDRA schreibt am 02.06.2011 um 03:21 Uhr:hmm

    scheisssssssssss libe hat mein leben am eine gemacht weill ich imer noch weinen muss wenn ich züruck denke ob wohl es schon zwei jahre her ist

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