Denglish

22.08.2007 um 19:19 Uhr

Sprachliche Schwierigkeiten Teil 1

Meine lieben Mitforscher, Mitmenschen, Mitleser und sonst noch jeder, der sich hier auf diese Seite verirrt,

hier werden wirklich ernsthafte Themen der deutschen Sprache diskutiert, nein, nicht nur diskutiert sondern natürlich auch reichlich darüber nachgedacht und das natürlich vor dem Schreiben.

Daher rufe ich hier zum "Wettbewerb" aus, welchen ich dank leo14 und seiner Idee ins Leben rufe.

Es geht um das folgende Wort: Kartoffel

und die Aufgabe lautet: Welche umgangssprachlichen Wörter kennst du noch für den Begriff Kartoffel? Nett wäre es, wenn du noch etwas zum Herkunftsland sagen könntest und warum das Knollengemüse so heißt.

Hier schon eine kleine Sammlung, die ich bei Wikipedia gefunden habe:

Norden Niederösterreich: Arber, Ärpel, Bramburi (vermutlich aus dem tschechischen von Lilek brambor abgeleitet)

Süden Brandenburgs: Erdapfel (Erdtoffel), Erdbirn, Flezbirn, Grübling, Grundbirn, Knulle (im Süden von Brandenburg),

Schwaben: Krumbiir, Krumbeer, Nudel, Schucke, Bulwe, Kästen, Erpfel, Grombiera

Platt: Tüfte genannt.

Franken: Potacken, Bodaggn.

Rheinland-Pfalz/ Saarland: Grumbeere oder Grumbiere,

Luxemburg: Gromper.   

Salzburger Lungau: Eachtling

Die Erklärung zu "ERDAPFEL" ist sehr einfach, wobei auch eher nicht. Es handelt sich dabei um einen Begriff aus dem Französischen, nämlich "pomme de terre", was so viel wie "Apfel der Erde" bedeutet. Viele Kinder kennen das: unsere bekannten Pommes haben nämlich den Namen von der Pomme du terre, wobei die amerikanischen Kinder hier im Nachteil sind, die haben nämlich keine Pommes, sondern French fries... na ja, und die Briten haben auch ein Problem, da heißen die Dinger nämlich chips.

Doch eine Frage scheint mir noch nicht geklärt zu sein: Handelt es sich bei Erdapfel bzw.pomme de terre um eine deutsche oder um eine französische Errungenschaft? Könnte es nicht sein, dass der Ausdruck Erdapfel zuerst bei uns existierte und dann nach Frankreich rüberschwappte? Wohl eher nicht, da wir hier in Deutschland so viele verschiedene Begriffe für dieses Gemüse haben und der Franzose, na ja, nur eines, oder?

Fred fon Flatter

15.07.2007 um 23:37 Uhr

Gedanken um das Weib

Um die Frauen macht man(n) sich wirklich sehr viele Gedanken. Will sie nun das hier lieber oder doch wieder rum das? Und was soll man ihr zum Geburtstag schenken?

Aber all die Fragen werfen wir mal über Bord. Und beschäftigen uns vielmehr mit dem Geschlecht der uns wohlbekannten Frauen, besonders mit dem grammatikalischen Geschlecht.

Eine unerwachsene Frau nennt man Mädchen, grammatikalisch gesehen ein Neutrum, die Frage, weshalb das so ist, haben wir ja schon geklärt.

Aber wie stehts mit anderen Bezeichnungen? Natürlich lassen wir jetzt Analogien wie Häschen oder Mäuschen weg...

beim Begriff "Weib" aber finden wir ein "das" als Artikel... also wieder ein Beweis dafür, dass das Weib nicht weiblich ist, und wie steht es dann mit dem Vollweib? Ist das nicht voll weiblich?

Wikipedia gibt dazu indirekt eine Erklärung. Früher wurde "Weib" als Bezeichnung von Frauen niederen Ranges genommen, daher könnte vielleicht das Neutrum stammen. Doch warum sollten Frauen höheren Ranges die Frauen niederen Ranges mit einem Neutrum brandmarken? Hatten diese Frauen nicht ebenso viele Kinder, wenn nicht noch mehr, als die Frauen höheren Ranges? Somit wären diese Frauen also weiblicher als die Frauen höheren Ranges? Doch wie jetzt?

Das Rätsel um die Frau ist noch nicht geklärt....

01.07.2007 um 00:21 Uhr

Der Werwolf

Der Werwolf (von Christian Morgenstern)

Ein Werwolf eines Nachts entwich
von Weib und Kind, und sich begab
an eines Dorfschullehrers Grab
und bat ihn: Bitte, beuge mich!

Der Dorfschulmeister stieg hinauf
auf seines Blechschilds Messingknauf
und sprach zum Wolf, der seine Pfoten
geduldig kreuzte vor dem Toten:

"Der Werwolf", - sprach der gute Mann,
"des Weswolfs"- Genitiv sodann,
"dem Wemwolf" - Dativ, wie man's nennt,
"den Wenwolf" - damit hat's ein End.'

Dem Werwolf schmeichelten die Fälle,
er rollte seine Augenbälle.
Indessen, bat er, füge doch
zur Einzahl auch die Mehrzahl noch!

Der Dorfschulmeister aber mußte
gestehn, daß er von ihr nichts wußte.
Zwar Wölfe gäb's in großer Schar,
doch "Wer" gäb's nur im Singular.

Der Wolf erhob sich tränenblind -
er hatte ja doch Weib und Kind!!
Doch da er kein Gelehrter eben,
so schied er dankend und ergeben.

20.06.2007 um 14:05 Uhr

Der Müller...

.... mahlt ja ganz gerne, wobei wenn es sich um einen künstlerischen Müller handelt so malt dieser. Dann kann der Müller natürlich auch ein Mal malen, das würde bedeuten, dass er auch ein zweites und ein drittes Mal malen/mahlen könnte. Natürlich mahlt er sich auch ein Mahl, wenn er mahlt, denn Malen macht ja bekanntlich hungrig. Und wenn er malt, dann kann er sich ja auch ein Mahl malen.

Verwirrt ist das schon mit dem Müller... doch ein Gedicht soll Aufschluss geben. Es sollte aber Leuten vorgelesen werden, die das Gedicht noch nicht gelesen haben, und diese sollten die Sätze dann erklären... sehr unterhaltsam.Fröhlich

Der Müller

Ein Mal malt der Müller.

Ein Mahl malt der Müller.

Ein Mahl mahlt der Müller.

Ein Mal mahlt der Müller.

19.06.2007 um 14:29 Uhr

Das Orthogravieh

Es lebe das Internet, was man da nicht so alles nettes find!

http://www.gedichte-garten.de/artman/art/beitrag_481.shtml

 

13.06.2007 um 02:11 Uhr

Das Mädchen...

... ein geschlechtloses Wesen? Wenn es nach der deutschen Sprache geht, dann schon. Denn ein "das" vor dem Substantiv markiert es eindeutig als Neutrum. Die Frage ist nun: Warum ist das so?

Nun, darauf weiß ich auch keine Antwort. Doch vielleicht geben die Betrachtungen unserer Nachbarsprachen ein wenig Aufschluss: Beginnen wir mit der Weltsprache, so hat das Mädchen hier keinen Artikel, da es "the girl" heißt, und "the" eben "der, die, das" bedeuten kann. Sieht man genauer hin, so sagt man im Englischen: "The girl and her boyfriend". "Her" ist hier also ein Personapronomen und ist femininum. Daher ist das Mädchen im Englischen feminin (was ja durchaus zutrifft).  Im Französischen finden sich unter Mädchen folgende Begriffe: la fille, la gamine, la gozesse, la nana, la rosière. (Zum selbernachforschen, siehe: http://dict.leo.org/frde?lp=frde&lang=de&searchLoc=0&cmpType=relaxed&sectHdr=on&spellToler=on&search=m%E4dchen&relink=on 13.6.07 01:04 Uhr) Allesamt weiblich! Nun kann man dem aber entgegenhalten, dass das Französische keine sachlichen Begleiter kennt. Also muss "fille" weiblich sein, da männchlich wohl nicht in Frage käme. Ebenso verhält es sich im Spanischen, welches auch nur die Artikel "el" (männlich) und "la" (weiblich) und somit auch nur weibliche Begriffe für Mädchen kennt. (Beweise? Hier: http://dict.leo.org/esde?lp=esde&lang=de&searchLoc=0&cmpType=relaxed&sectHdr=on&spellToler=on&search=M%E4dchen&relink=on 13.6.07 1:15 Uhr) Kann man also sagen, dass wir nur das Mädchen sachlich bezeichnen, weil wir drei Artikel kennen? So etwas könnte man sicherlich denken, wäre aber unangebracht. Denn die Spanisch, wie Französisch, stammen von Latein ab. Und im Lateinischen gab es ebenso drei Unterscheidungen. Fragt man also da nach den Übersetzungen von "Mädchen" so finden sich ebenfalls, zum großen Teil weibliche Begriffe. Für "junges Mädchen" aber finden sich die Begriffe "iuvenis" und "adolescens" (siehe: http://www.albertmartin.de/latein/?q=M%C3%A4dchen&con=0 13.06.07 1:36 Uhr), welche aber überraschender Weise männlich sind. Ein einziges Wort jedoch lässt sich trotzdem finden: prostibulum, nach endung -um ein Neutrum.

Doch nun von unseren Nachbarn weg zum Wort "Mädchen" selbst, teilt man es auf, so erhält man die Bestandteile: "Mäd-" und "-chen". "-chen" ist eine Verkleinerungsform (Diminutiv). Und das lustigste an der Sache: "-chen" ist immer neutral (so z.b. der Mann -> das Männchen, die Frau -> das Frauchen, der Bube -> das Bübchen). Aber woher kommt dann eigentlich "Mäd-"? Wikipedia leitet es vom Wort "Magd" ab (siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4dchen 13.6.07 2:02 Uhr), also doch: "Mädchen" hat einen weiblichen Ursprung!

Eine andere Frage stellt sich aber: Wie gestalten sich die Personalpronomen des Mädchens? Heißt es nun: "Das Mädchen und seine Puppe", was dem Artikel des Mädchens entsprechen würde, oder heißt es "Das Mädchen und ihre Puppe", was dem Mädchen sein eher entsprechen würde...

 

10.06.2007 um 17:20 Uhr

Gibt es etwas...

... besseres als das, das "vollendet" ist? Wenn wir mit etwas zufrieden sind, und ich meine damit, sehr zufrieden sind, dann sagen wir meist: "Es ist sehr gut", oder "es ist prima". Wenn aber etwas richtig gut ist, so dass es nichts besseres als das gibt, dann sagen wir "es ist perfekt". "Perfekt" ist also ein Adjektiv für etwas, von dem es nichts besseres gibt.

Gegen wir mal vom ursprünglichen "perfekt" aus. "Perfekt" stammt vom lateinischen Verb "perficere (perficio, perfeci, perfectum)", welches "vollenden" bedeutet. Also ist etwas, was "perfekt" ist, vollendet, das heißt, dass es nichts besseres gibt (wie wir ja vorher schon festgestellt haben).

Übertragen wir dieses Wissen nun auf unsere Tempusbezeichnungen. Dort gibt es ein "Imperfekt", also eine "unvollendete Zeitform", ein "Perfekt" also eine "vollendete Zeitform" und ein "Plusquamperfekt". Hoppla? "plus quam" bedeutet doch "mehr als", also ist ein "Plusquamperfekt" ein "mehr als perfekt"... ein "mehr als vollendet". Gibt es etwas, dass mehr als perfekt sein kann?

Ich muss zugeben, dass das eine keine perfekte Frage ist. Die andere Frage ist nur: Wie sollte man die Zeitform nennen, die nach dem Perfekt, der vollendeten Zeitform, kommt?

10.06.2007 um 02:21 Uhr

Die Alternative zur Alternative...

... das ist die Möglichkeit. Es gibt keine alternatives Wort als dieses. Denn die Alternative, samt ihrem Adjektiv und ihrem Verb, duldet keine andere Alternative neben sich. Aber der Deutsche hält sich nicht an dieses Gesetz. Er macht aus der Alternative: die Alternativen, wenn es sich um mehrere Möglichkeiten handelt. Natürlich sagt ihm sein Sprachgefühl, dass das absolut richtig ist.

Ist es aber nicht! Treten mehrere Alternativen ein, so kann es keine Alternative mehr geben, denn eine Alternative ist nur eine einzige andere Möglichkeit. Aber warum ist das so?

Betrachtet man das Wort Alternative von seiner sprachlichen Entwicklung, so ist es aus dem lateinischen Wort "alter" entstanden. Dieses Wort kennt man unter dem Begriff "alter Ego" (hier ist natürlich nicht das deutsche alt gemeint). "Alter" bedeutet "der eine von zweien" bzw. "der andere von zweien". Also kann es zu einer Lösung nur eine Alternative geben, denn diese Alternative ist eine andere, zweite Lösung.

Nun wäre also bewiesen, dass es nur eine Alternative gibt. Das andere sind Möglichkeiten, denn Nöglichkeiten zu sagen ist DIE Alternative zur Alternative.

06.06.2007 um 15:54 Uhr

In Ulm und um Ulm...

... und Ulm herum. Gerade in diesem kleinen Zungenbrecher versteckt sich die wohl schwierigste Sache des Deutschen. Nämlich die guten Präpositionen. Es fällt dem Deutschen nicht auf, denn meistens verwendet er sie richtig, aber es fällt ihm auf und stört ihn sogar, wenn ein anderer sie falsch verwendet.

Zur aller Verwirrtheit verwenden nämlich einige Präpositionen (so heißen die Dinger) auch noch zwei verschiedene Kasus und dann gibt es noch das Problem mit den Ländern.

Doch alles zu seiner Zeit. Erstmal ein kleiner Aufsatz:

Gestern bin ich in die Türkei gefahren. In der Türkei bin ich in ein Lokal gegangen. Im Lokal habe ich mein Glas auf den Tisch gestellt. Auf dem Tisch waren auch andere Gläser. Dann bin ich auf die Toilette gegangen, auf der Toilette ist mir eingefallen, dass ich gar nicht in der Türkei, sondern in Deutschland war.

Besonders hier sieht man, dass das Deutsche mit seinen Präpositionen sehr verschiedenartig umgeht. Einmal setzt er es in Kombination mit einem Dativ, ein andere Mal mit einem Akkusativ. Er weiß immer sofort, wann er was verwenden muss. Im Englischen hingegen ist es wohl einfacher. "I'm going to church." (Dativ) und "I'm in the church." (Akkusativ). So einfach macht es einem Ausländer das Deutsche nicht. Hier wid der Dativ verwendet wenn es sich um eine Aktion handelt, die eigentlich keine wirkliche Aktion ist. Kurz und knapp: "Ich sitze in meinem Zimmer." Hier sitze ich und bewege mich nicht, wobei ich auch in meinem Zimmer auf und ab gehen kann. Ich verlasse, das Zimmer aber nicht, daher dann Dativ. Genauso verhält es sich mit den anderen Präpositionen mit Dativ.

Beim Akkusativ kommt noch die Richtung dazu. Der Sprecher wechselt also die Richtung. Er geht von irgendetwas weg zu irgendetwas hin. So zum Beispiel in unserem Aufsatz: "Ich bin in die Türkei gefahren." (=Akkusativ) Vorher war ich woanders, jetzt bin ich in der Türkei (=Dativ). Summa summarum: Der Akkusativ wird bei Richtungen verwendet.

Dann ist da noch das Problem mit den Ländern. Wenn man nämlich in ein Land fährt, so heißt, dass "Ich fahre nach Deutschland." Also kein "in", sondern ein "nacht" bestimmt hier die Richtung. Wieso das so ist, weiss niemand so genau, da wünscht man sich, dass Deutsch, doch mehr Englisch wäre. Was noch komischer an der ganzen Sache ist, dass Deutschland in diesem Fall kein Genus besitzt. Wohingegen die Schweiz und die Türkei. Diese besitzen neben dem Genus auch das "in", wenn es um die Richtung geht.

Doch die Deutschen sagen in ihrer Nationalhymne doch "unser deutsches Vaterland", folglich wäre alles falsch und Deutschland ist männlich. Mich würde es nicht wundern, wenn die nächste deutsche Rechtschreibung "in dem Deutschland" fahren würde.

05.06.2007 um 23:20 Uhr

Eine bayrische Köstlichkeit...

... die aber auch in ganz Deutschland verbreitet ist. Nur köstlich ist sie in ganz anderer Hinsicht. Die Köstlichkeit, um welches es sich handelt, kennt sicherlich jeder. Sie gehört auf jeden Frühstückstisch, wird gern mit Marmelade oder Butter bestrichen, mit Käse oder Wurst belegt, oder einfach nackt gegessen. Die Rede ist vom Brötchen.

In Bayern heißt dieses Ding "Semmel". Und eben dieses Wort verursacht einige Probleme in bayrisch Schwaben. Denn hier existiert neben Semmel auch Wecken. Das wäre ja alles nicht so schlimm, doch nun ist man sich unsicher. Heißt das gute Stück der Semmel oder die Semmel? Wenn es ums Schwäbisch in Bayrisch Schwaben geht, so ist Wecken maskulinum, folglich -kombiniert der Schwabe-handelt es sich beim Semmel um das gleiche Ding, muss Semmel auch männlich sein. Dekliniert also: "Der Semmel, des Semmels, dem Semmel, den Semmel".

Um das Genus unseres Semmels zu klären, gehen wir mal weit zurück in die Vergangenheit. So um das Jahr 0 herum. Da war ganz Germanien von den Römern besetzt. Ganz Germanien? Nein, so weit sind die Römer dann doch nicht vorgedrungen. Nur bis zur Donau. Aber das reichte auch aus um das Germanische mit ihren lateinischen Wörtern zu beeinflussen (So was ähnliches wie das Denglish!). "Semmel" muss demnach ein Wort aus dem Lateinischen sein, da diese Bezeichnung nur in Bayern und in Österreich vorhanden ist. Doch welches Genus hat Semmel?

Wikipedia sagt aus, dass Semmel vom Lateinischen "simila" ="Weizenmehl" stammt.  (http://de.wikipedia.org/wiki/Br%C3%B6tchen#Regionale_Bezeichnungen 5.6.07 23:07 Uhr) Da Wikipediaquellen vielleicht nicht stimmen, habe ich dazu noch einen anderen Rat eingeholt bei einem Onlinelexikon, (http://www.albertmartin.de/latein/?q=simila 5.6.07 23:09 Uhr) da sich eben dieses "Simila" nicht in meinem Stowasser (Lateinisch-Deutsches Lexikon) finden lässt. "Simila" also ist ein Substantiv, welches auf -a endet. Da es nur wenige Ausnahmen gibt, die auf -a enden und männlich sind (poeta, pirata usw.) kann man davon ausgehen, dass es mit einer ziemlich hohen Wahrscheinlichkeit weiblich sein muss.

Kurz und knapp: Hiermit wäre bewiesen, dass es sich um "die Semmel" handelt, und dass weder "das" noch "der Semmel" existiert.

Hieran kann man aber mal wieder sehen, was für Probleme uns Wörter aus fremden Sprachen bescheren können. Immerhin wissen wir, dass es im Singular "das Fenster" heißt und nicht "die Fenster".

 

 

(Für alle Nicht-Lateiner: Fenster kommt vom lateinischen "fenestra", was nach -a Endung feminin ist.)

04.06.2007 um 01:20 Uhr

Oh Deutsch, du meine Sprache

Oh Deutsch, du meine Sprache, was macht man mit dir? Zuerst wirst du aneinandergereiht, auseinandergenommen, analysiert und dann, ja dann, stellt man fest -so ganz plötzlich und aus heiterem Himmel-, dass das, was wir sprechen, nicht mehr du bist. Das mag heißen, dass du nicht mehr so bist, wie du einmal warst und sicherlich auch nicht mehr so sein wirst. Aber so ist nun mal das Leben und euch Sprachen geht es da ja genauso. Du veränderst dich, bekommst mehr Falten, ein paar Liftings und zwei oder drei Silikonpolster. Manchmal auch mehr, manchmal weniger. Dann gibt es wieder welche, die nehmen ein Messer, schneiden dich auf, reißen dir etwas heraus und pflanzen stattdessen etwas anderes hinein. Doch du hälst es aus, du, meine Sprache. Du nimmst die Herausforderung an und heilst deine Wunden und wirst zu etwas Neuem, etwas ganz anderem, etwas besserem.  Besserem? Ob dieser Ausdruck hier passt? Ich weiß es nicht, viele Leute denken, dass du nun besser geworden bist, moderner, globalisierter. Doch bist du das dann wirklich? Und vor allem bist das dann noch du, wenn du so viele Wörter einer anderen Sprache verwendest? Ja, diese Fragen stellen sich die Kritiker. Und werden diese Wunden jemals heilen, die dir deine Leute, deine Benutzer, in den Leib gerissen haben?

 

01.06.2007 um 00:02 Uhr

Englisch ab der 1. Klasse

In Baden-Württemberg - und das ist nicht weit weg von dem Örtchen, in dem ich hause - gibt es ab der 1. Klasse Englisch. Toll, nicht? Das ist doch so toll, dass wir das am Besten doch gleich noch in den Kindergarten einführen können... Hoppla, da gibt es das ja auch schon! Interessant. Zwar können die Kleinen gar nicht schreiben, geschweige denn rechnen oder richtig Deutsch, aber Englisch, das können sie! Das ist wichtig! Richtig wichtig!

Nun warum fangen die Politiker nicht gleich an, Babys Englisch beizubringen? Das würde enorm Zeit sparen. Heute habe ich sogar gelesen, dass Babys -wenn sie alt genug sind- sogar herausfinden können, ob man zu ihnen in ihrer Muttersprache oder in einer anderen Sprache spricht. Ja, warum nicht gleich so? Den Deutschen ihre Kinder wegnehmen und englischsprachigen Familien anvertrauen, dann lernen die Kleinen gleich von Kindesbeinen an Englisch. Wozu brauchen sie dann Deutsch?

Ja, wozu brauchen sie dann Deutsch?

Eine klitzekleine, aber dennoch wichtige Frage hätte ich da noch: Was würde passieren -nur mal so angenommen, natürlich passiert das sicherlich nicht- wenn Englisch nicht mehr die Weltsprache wäre? Was würde passieren, wenn es Chinesisch wäre?

 

 

PS: Ich hoffe, man bemerkt meinen doch sehr zynischen Unterton!

31.05.2007 um 00:07 Uhr

Wer rettet die deutsche Sprache?

Also ich jedenfalls nicht. Auch wenn ich heute eben diese Sendung im Fernsehen gesehen habe. Ja, ich sage Fernsehen und nicht TV, wie es wohl die meisten tun würden. Und dabei würden die meisten auch noch denken, dass es sich bei dem Wort TV gar um eine englische Erfindung handelt. Weit gefehlt! Nicht alles in unserem Alltag veramerikanisiert... auch wenn wir TV als TiVi und nicht als TeVau aussprechen. Nun forschen wir mal nach. TV ist die Abkürzung für television, was beides zwar Wörter des Englischen sind, aber sicherlich nicht aus dem Englischen Sprachraum stammen. Diese Wörter gab es nämlich schon lange genug vor dem Englischen. "Tele" kommt aus dem Griechischen und bedeutet "fern" und "vision" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "Gesehenes", also kurz und knapp "fernsehen", warum denn nicht gleich so?

Und wo wir gerade beim Fernsehen sind: Es ist sehr, sehr interessant zu beobachten, wie viele Unternehmen ihre Werbeslogen ins Deutsche wiederumändern, weil die Leute sie einfaach nicht verstehen... was bringt das auch? Was bringt ein Werbeslogen auf Englisch, den die breite Masse des Volkes einfach nicht versteht? Was bringt es, wenn ein Unternehmen seine Produkte in Englisch anpreist? Gut, vielleicht möchte es darstellen, wie gut es Englisch kann und wie blöd die Kunden sind, die es nicht können. Fakt ist doch, dass diese Unternehmen nur die Leute ansprechen, die Englisch können, also eine Elite (ja, auch wenn man es nicht glaubt, aber das ist so)... ist das wirklich das Ziel der Unternehmen?

Nun es gibt wohl etliche Sachen, über die ich mich aufregen könnte und die unsere Sprache beeinflussen. Aber davon später... jetzt erstmal gute Nacht!