Der gebackene Mann

10.02.2012 um 16:47 Uhr

Im Tal der Tränen

von: Anna_Kurz   Kategorie: das normale Leben

Es gibt schönere Orte im Leben als diesen hier, im Tal der Tränen. Aber die Reise geht weiter. Still. Manchmal langsam, manchmal schneller. Der Halt an den schönen Orten scheint immer zu kurz zu sein und dort wo es nicht so schön ist, ewig zu dauern. Das Leben ist eine Reise, das erkenn ich grade mal wieder.

Menschen steigen ein in Dein Abteil, und wieder aus. Manche bleiben länger, manche kürzer, und einige dürfen wir immer mal wieder sehen.

Es ist egal wie lange man jemanden kannte, um ihn lieben zu können. Es kommt auf die Intensität an. Und die, die wir besonders lieben hinterlassen diesen bittersüßen Schmerz wenn sie gehen.....


Heute kam ein Anruf von der Dame vom Hospizverein, die TDs krebskranke Tante auf ihre letzten Tage begleitet. Sie sei nun sehr schwach, da sie seit drei Wochen nichts mehr essen kann. Sie wird bald von ihrem Leiden erlöst sein, sagte sie. Wobei sie keine Schmerzen hat. Sie würde oft von uns sprechen und von der kleinen Maus hat sie ein Bild an der Wand. Sie sprach davon, wie bescheiden und demütig die Tante sei, und jede noch so kleine menschliche Geste mit so großer Verwunderung aufnimmt. Mir kamen die Tränen, denn ich hätte der Tante noch ein paar schöne Jahre mit erdlichen Freuden gewünscht. Sie hat ihr ganzes Leben für andere gelebt... Mit 18 bei einem Arbeitsunfall die rechte Hand verloren, weil der Chef zu geizig war für fünf Mark ein neues Teil zu kaufen. Dann hat sie ihrer Schwester geholfen, die drei Söhne, TD als jüngsten, groß zu ziehen. Hat ihre kranken Eltern gepflegt, bis diese gestorben waren, und sich dann um die mit 30 an Rheuma erkrankte Schwester gekümmtert und diese im letzten Jahr auch noch gepflegt, als diese schon bettlägrig war. Darüber hinaus hatte sie nie den Hauch einer Chance, ihre eigene Krankheit heilen zu lassen. Ich habe alles versucht - und verloren.
Wir hatten eine kurze, aber intensive Zeit miteinander. Und sie hat die kleine Maus vergöttert. Gott, was tut sie mir leid.
Ja, ich weine. Bittersüße Tränen über den bevorstehenden Verlust einer lieb gewonnenen Freundin.
Letzte Woche träumte ich, dass TD und ich an ihrem Bett saßen und ihre Hand hielten und sie sagte: "Ich mach jetzt meinen letzten Atemzug". Am Wochenende drauf fuhren wir alle zu ihr. 458 km trennen uns. Da kann man nicht mal so einfach vorbei schauen.... Das Altenheim in dem sie inzwischen liegt war genau wie in meinem Traum. Hilflos und klein war sie. Nur noch ein Schatten ihrer selbst. Keine Pflegekraft weit und breit. Im Krankenhaus konnte sie nicht bleiben. Man könne medizinisch nichts mehr für sie tun. Wie makaber: wenn man es nicht schafft innerhalb von drei Wochen im Krankenhaus zu sterben und nicht nach Hause kann* wird man ins Pflegeheim abgeschoben. *)Das wollte sie TDs Vater, der sich inzwischen mit einer Pflegehilfe um die Mutter kümmert, die kurz vor dem Nierenversagen steht, nicht antun.
A pros pros Mutter....wenn die Tante nicht mehr ist, müssen wir auch hier mit dem schlimmsten rechnen.

Nein, dieser Ort, an dem bald zwei lieb gewonnen Menschen aussteigen gefällt mir überhaupt nicht.
Willkommen im Tal der Tränen.....



25.01.2012 um 14:08 Uhr

Vorsätze? Für'n Arsch!

von: Anna_Kurz   Kategorie: das normale Leben

Grade, da ich Vorsatz Nummer siebentausendzweiundneunzigfünfzig erfüllen will denke ich mir so: Ist doch eh für den Arsch. Oder???
Also, ich wollte...
Mehr Schreiben.
Mehr Sport treiben.
Weniger Fluchen.

Na ja.... das Jahr ist noch lang genug, um etwas davon zu tun.
Immerhin war ich mir einen FitnessClub ansehen, die mich jetzt wie die Zeugen Jehovas belagern. Ich warte noch ein Weilchen ab, vielleicht sinkt der Preis noch, und dann kann ich Vorsatz Nummer zwei vielleicht in Angriff nehmen. Wäre noch die Frage wann. Ich weiß jetzt schon, dass ich mich maßlos ärgern würde, wenn es sich nicht lohnt. Lohnen würde es sich also für mich, wenn ich sagen wir mal drei Mal die Woche trainieren könnte. Ich hätte den Freitag Vormittag (mein Trullertag!) und Dienstagabend ist da ein Zumba Kurs. Das soll der absolute Hit sein- wenn ich einer Bekannten Glauben schenken kann.
Weiter fällt mir keine Gelegenheit ein. Das Wochenende gehört der Familie, bzw. der Sonntagvormittag Mr. Bo, der sich zum ultimativen Marathonhund entwickelt. Während TD mit der Maus Brötchen holen fährt, joggen Mr. Bo und ich durch die hiesigen Kleingartenkolonien.
Der Preis muss also erheblich fallen. Okay. Sie bieten Kinderbetreuung an, aber wenn ich nachmittags Zeit habe, dann verbringe ich sie doch definitif lieber zusammen mit meiner Tochter.
Bei meinem Glück werde ich bestimmt genau dann schwanger, wenn ich den Vetrag unterschrieben habe.... Obwohl ich inzwischen glaube, dass das gar nicht mehr geht, was mich auf der einen Seite traurig stimmt, auf der anderen Seite denke ich: schon gut so. Das wirklich blöde ist nur, dass ich mich seit dem Abbruch letztes Jahr  irgendwie blöd fühle. So als ob ich zu blöd bin, schwanger zu werden. Unfähig. Wrackig.
Ach, hätte ich meinen TD bloß 10 Jahre früher kennen gelernt. Dann hätten wir jetzt eine ganze Fußballmannschaft im Haus.
Ja, manchmal bin ich traurig, dass es nicht mehr klappt.


Ihr seht: Ich arbeite noch an meinen Vorsätzen!


 

22.01.2012 um 16:14 Uhr

2012 - Gute Zeiten, schlechte Zeiten....

von: Anna_Kurz   Kategorie: das normale Leben

Aus Zeitgründen muss ich ausnahmsweise alles in eine Kategorie werfen. Ich hoffe Ihr verzeiht mir diese kleine Nachlässigkeit ;-)

Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Dies ist die einzige Überschrift die mir für das neue Jahr einfällt.

Wo fange ich an?

Das Gute!

Zum Guten geneigt hat sich die Geschichte mit meinem großen Sohn.
Irgendwann Ende November hatte ich einen komischen Traum, in dem er einen Ausreiseantrag stellt. Als ich wach wurde war ich natürlich voll alarmiert, weil das ja auch hätte bedeuten können, dass er aus dieser Welt gehen will... Ich war also leicht beunruhigt, als am nächsten Tag meine Telefon ging. P. war dran und erzählte in wirren Worten, dass er ein Aha-Erlebnis beim Aufwachen hatte, seine Bauchmusklen ganz klar gesehen hätte und nun wüßte, was schief gelaufen sei und was er alles falsch gemacht hat, dass wir aber auch Fehler gemacht haben (was natürlich stimmt) und dass er eine Entscheidung getroffen hat. Ich war etwas verwirrt wegen der Bemerkung mit seinen Bauchmuskeln, beschloss jedoch dem keine Wertung zu geben. (Böse Zungen hätten auf den Canabis-Konsum getippt....). Er hatte also entschieden, nach Darmstadt zu seinem Vater zu ziehen und dort die Schule bis zum Abi fertig zu machen.
Zunächst war ich skeptisch, aber inzwischen beweist P., dass es ihm ernst ist. Er wohnt seit der Woche vor Weihnachten bei seinem Vater und besucht seit dem 9.1. wieder die Oberstufe.
Es ging sogar so weit, dass P. versucht hat, TD anzurufen. Der ging aber leider nicht dran, weil er grade komplett andere Sorgen hat - doch dazu mehr im Teil der schlechten Zeiten. Dann hat er TD noch eine SMS geschrieben, in der er quasi einräumt, dass er ziemlich viel Mist gebaut hat, und dass er in TD immer noch mehr Vaterfigur sieht als in seinem biologischen Vater, und dass er TD für seine Konsequenz und seinen Lebensweg bewundert.
Wir telefonieren übrigens relativ häufig. Unser Verhältnis ist wie früher (also vor TD) und wir haben einander wieder etwas zu sagen.
Kurz: Kurzes Aufatmen ist erlaubt und ich habe Pipi in den Augen, weil mein Kleiner erwachsen wird.

Gut war auch unser Urlaub über Weihnachten und Silvester. Wir waren erst ein paar Tage bei meinen Schwiegereltern, und ich bin wirklich dankbar und froh, dass noch alle unter uns weilten.... Der Rest gehört in die andere Sparte dieses Eintrags... Dann hatten wir wirklich schöne Tage in der Toskana, auch wenn erst die Maus, dann ich und dann TD krank geworden sind. Zu Weihnachten habe ich übrigens vom besten Mann von allen unter anderem einen atemberaubenden Ring mit einem unglaublich schön geschliffenen Amethyst bekommen. Soviel zum jährlichen Vorsatz "Wir schenken uns nichts."

Zum Guten wendet sich auch die Geschichte mit dem Wixxer, TDs Ex-besten-besten-Freund. Uns laufen immer mehr Bewerber zu, die bei ihm unzufrieden sind, weil er die Arbeitsverträge nicht fair gestaltet und sich unprofessionell verhält. Und dann kann ich hierzu bald hoffentlich noch den Oberknaller berichten. Ist aber im Moment noch Top Secret! Dürfte dann aber für bundesweite Erheiterung in der Leserschaft sorgen!
Gut und stabil läuft auch TDs kleine Firma. Nun schon ins dritte Jahr und wir sind wirklich glücklich.

Frau Anna hat übrigens seit November ihre eigene HP-Praxis: einen Tag in der Woche behandel ich tatsächlich Patienten. Leider bin ich zu gut, und die werden zu schnell wieder gesund :-) Ich brauche also Frischfleisch und hierzu muss ich aktiv werden. Eine Homepage muss her und eine offizielle Preisliste. Ich überlege ein Angebot mit Dauernadeln für eine Gewichtsreduktion anzubieten.......
Nun wisst Ihr also, warum ich im Moment so "schreibfaul" bin ;-)

Insgesamt kann man sagen: Wir sind sehr glücklich........ Wären da nicht die nicht so schönen Dinge.....

Das Schlechte!

Okay.. Schlecht ist wohl etwas übertrieben.... Es gehört eben zum Leben dazu, dass der Mensch, wenn er seine Mission erfüllt hat, stirbt.
Böse nur, dass es uns grade so überfällt.
War ich im Dezember noch sehr optimistisch was TDs Tante betrifft, so kann ich heute nur sagen: Krebs ist ein echter Wichser! Und die Schulmediziner sind Menschenschänder.
Die Tante kam, nachdem sie schon an Weihnachten große Probleme hatte, die Nahrung bei sich zu behalten, an Silvester wegen völliger Entkräftung ins Krankenhaus. Dort liegt sie nun und wartet auf ihr Ende. Sie quält sich und wird durch lebensverlängernde Massnahmen gequält. Sie erbricht ihren eigenen Kot, wird künstlich ernährt und kann nicht mal mehr trinken. Um es auf den Punkt zu bringen: Kein Tier hätte man zu diesem Zeitpunkt noch leiden lassen.....   Im Hospiz ist grade noch kein Platz für sie (wenn ein Mensch im Leben schon mal Pech hat, warum soll es am Ende anders sein?!?!) Wir haben sie zusammen auf unserer Rückreise von der Toskana besucht, um uns von ihr zu verabschieden. Scheiß Gefühl das..... Und TD ist nun die lezten zwei Samstage in Folge in Tagesausflugsform zusammen mit seinem Bruder runter gefahren. Das schlaucht nicht nur emotional..... Bei jedem Anruf zucken wir schon kollektiv zusammen. Wir wissen, dass es für sie das beste ist, aber es ist einfach nur traurig.....
Das andere Ding ist, dass mit sehr großer Wahrscheinlichkeit TDs Mutter, die nun schon fast ein Jahr bettlägrig ist (mit Katheter und allem drum und dran), und die im November zum Sterben nach Hause entlassen wurde, gleich hinter her gehen wird.
TDs Vater ist völlig am Ende und zum Glück konnten wir vor einer Woche eine Haushaltshilfe einstellen, die vier Stunden am Tag kommt und die Mutter und den Haushalt mit versorgt. Das hätten wir schon vor einem Jahr machen sollten. Dann würde es der Tante wohl besser gehen......So hatte sie nie Chance sich von der Krebstherapie zu erholen...... Der Oberklopfer übrigens: die Krankenkasse weigert sich, die Pflegestufe der Mutter hochzusetzen. Sie kann überhaupt nichts mehr ohne Hilfe und hat Pflegestufe 2. Tolles System, in dem wir da leben......
Die beiden sind übrigens erst Anfang 70...... Aber ein geeignetes Alter zum Sterben gibt es wohl nicht.


Und sonst? Alles schön. Wir sind glücklich. Und lieben uns. Und das ist wohl die Hauptsache!

In diesem Sinne: ich wünsche Euch allen ein besseres, bewussteres und vor allem geliebteres 2012!!!!

PS: GrößererMenge erschiener Rechtschreibfehler bitte ich zu entschuldigen. Heute hatte ich keine Zeit, zum Korrekturlesen..........

 

17.12.2011 um 16:05 Uhr

PS: Fuck you!

Sie kann es nicht lassen - meine Mutter!
Vor ein paar Tagen kam eine EMail von Ihr mit den Nachsatz: "So, und hier kommt die EMail von Claudia Bumskuh-Müller: claudia.bumskuh-mueller@t-online.de."
War ja klar, dass jemand, deren einzige Paradisziplin das fremde-Männer-Ausspannen ist, und mit 40 unverheiratet und kinderlos ist, eine stink-konservative EMail Adresse hat.

Ich beschloss, den Hinweis und die Existenz der Emailadresse von Claudia zu ingnorieren.
Heute nun telefonierte ich mit meiner Mutter.
"....und, hast Du Claudia schon geschrieben?"
"Nein, und ich wüßte auch nicht warum. Es gibt einen Grund, warum der Kontakt vor 25 Jahren abgebrochen wurde und ich sehen keinen, den Kontakt wieder zu suchen."


Meien Mutter verstand mich nicht. "Aber sie würde sich doch so über eine Nachricht von Dir freuen."
"Warum? Will sie mir jetzt noch meinen Mann ausspannen?"

Nee! Läuft nicht. Gar nicht. Was sollte ich ihr schreiben?


Hallo Claudia,

mein Leben war die letzten 25 Jahre großartig. Ich habe viele tolle Menschen kennen gelernt, viele tolle Männer geliebt, mit dem besten von allen bin ich verheiratet, und er trägt mich auf Händen. Ich habe zwei großartige Kinder bekommen, P. ist 18 und macht in 2 Jahren Abi, C. ist 19 Monate alt und ein Schatz. Ich habe zwei Ausbildungen gemacht, bin 6x Marathon gelaufen und habe ein Buch geschrieben.
Was für Spuren hast Du hinteralssen, außer Spuren der Verwüstung in Beziehungen und Herzen?

Ja, es geht mir gut. Und da ich Dich die lezten 25 Jahre nicht vermisst habe, werde ich die nächsten 25 Jahre auch ohne Dich auskommen.

Deine Ex-Schulfreundin Anna, der Du, wie Du sicherlich noch weißt, die erste Liebe ausgespannt hast.

PS: Fuck you!



Nee. Mach ich nicht. Hab ich doch gar nicht nötig!   

09.12.2011 um 17:59 Uhr

Die Halbwertzeit für verletzte Gefühle

Hmmmmmmmmmm..... zu den Kommis meines letzten Eintrages, mal so ganz pauschal.

Danke auf jedem Fall Euch allen. Ich bin mir über zwei Dinge klar geworden.

1. Nein, ich habe überhaupt keine Emotionen mehr, was das Thema betrifft. Ist wohl auch schon zu lange her. Wir vermerken: die Halbwertszeit für gekränkte Gefühle liegt bei mir bei 25 Jahren.

2. Ich werde ihr auch nicht schreiben. Wozu auch? Es ist alles gesagt und genug Bowle verschüttet worden. Das Glas, das mir damals so leicht aus der Hand geglitten ist, war ja auch schon der Schlusspunkt unter die ganze Geschichte.

3. Ich ärgere mich, dass ich meine Mutter auf ihre Feststellung: "Wie lustig, dass ihr den gleichen  Mann geliebt habt." Nicht mit "Und wie läuft es zwischen Dir und Gabi?" geantwortet habe. Die war nämlich damals der Scheidungsgrund und die Frau, die meinen Vater auch geliebt hat.

Aber ich bin ja schon groß und hab auch solche Dinge nicht mehr nötig. Auch wenn das ein schöner Rachezug gegen meine Mutter und ihren Spruch von vor über 25 Jahren (!!!!!), der mir grade wieder in den Sinn kam, gewesen wäre, der da lautete (das war als ich grade völlig am Boden zerstört war, weil meine allererste große Liebe was mit meiner Ex-besten-Freundin hatte, und ich einfach mal Trost bei meiner Mutter gesucht habe....) - und nun Ladys schnallt Euch an und holt die Chips raus. Jetzt kommt der Oberhammer der Anti-Mutter-Sprüche (der mein latent gestörtes Verhältnis zu meiner Mutter wohl irgendwie erklärt):

"Na, dann weißt Du ja jetzt, wie es mir mit Deinem Vater geht."

08.12.2011 um 11:53 Uhr

Ich finde Dich echt zum Kotzen

Kurz vorweg (ich muss grade über mich selber und mein kleines Wortspiel grinsen....):

1. Ich lebe noch.
2. Es geht mir gut.
3. Dies ist kein Mantra.
4. Der Flow ist wieder da.

Irgendwie hatte ich eine Schreibblockade, oder es lief einfach mal zu gut bei mir. Okay. Es gab Tiefen - und Höhen. Und Neues vom Wixxer, doch dazu mehr, wenn ich mal wieder 15 Minuten Lebenszeit zum Schreiben klauen kann.

Doch nun zur Geschichte, die mich von der Schreiblähmung befreite. Heute früh beim Joggen rumorte es in mir und die Worte formten sich ......


Also. Ich fange dann mal an.

Meine Mutter rief mich am Dienstag an. Sie hatte mit Ihrem Mann eine Woche Türkeiurlaub gemacht und meldete sich zurück.

"Du ahnst nicht, von wem ich Dich grüßen soll!" jubilierte sie ins Telefon.

"Nein, ich ahne es nicht. Also?" forderte ich meine Mutter auf, das Geheimnis zu lüften. Denn tatsächlich hatte ich absolut keine Ahnung von wem mich meine Mutter nach einer Woche Türkei grüßen sollte. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich dort nur eine Woche meines Lebens in Urlaubsform verbracht, und das vor 18 Jahren, hochschwanger und mit Mann. Nennenswerte Freundschaften schlossen wir in dieser Zeit nicht. Mir fiel zum Thema Grüßen und Türkei also wirklich nichts ein.

"Du ahnst nicht, von wem ich Dich grüßen soll!" ertönte es erneut.

Meine Mutter hat echt ein Talent einen Spannungsbogen aufzubauen - hatte ich das schon mal erwähnt?

"Nein, also, von wem!" forderte ich diesmal mit etwas mehr Nachdruck.

"Du ahnst...."
 
"Mama, ich habe keine Ahnung, und keine Zeit. Also, von wem sollst Du  mich grüßen?", fuhr ich ihr ins Wort. Ja, ich weiß, man soll seine Eltern ausreden lassen. Und man kann sagen, dass ich  die Beherrschung verlor. Aber was konnte so sensationell sein, dass es einer dreifachen Wiederholung bedurfte???? Ich fragte mich an dieser Stelle übrigens mal wieder, ob ich auch so werden würde, wenn ich mal alt bin.

Meine Mutter schnaubte empört in den Hörer. Ich erwartete schon so etwas wie "Ach, was bist Du undankbar!", aber die Aufregung überwog der Empörung.

"Mama?" fragte ich vorsichtig ins Telefon. "Von wem sollst Du mich grüßen?"

"Du ahnst nicht wen wir getroffen haben! Auf dem Hinflug UND auf dem Rückflug. UND im letzten Hotel der Rundreise auch."

"WEN HABT IHR GETROFFEN?"

Ja, meine Mutter versteht sich auf ganz große Spannung!"

"Deine Schulfreundin Claudia!", meinte Mutter atmete schwer aus und wartete gespannt auf meine Reaktion. (Den Namen habe ich natürlich geändert! Also Claudia, nicht Mutter, meine ich.)

Ich verfiel erst mal in eine verbale Schockstarre. Nach gefühlen hundert Stunden und fünfhundert unschönen Rückblenden in meine Jugendzeit fand ich meine Sprache wieder.

"Spannt die immer noch ihren Freundinnen die Männer aus?", war alles was mir einfiel.

"Sie war mit ihrem Vater unterwegs und ........"
Ich blendete mich aus und ließ den Geplapper meiner Mutter an mir vorbei ziehen.

Claudia. Meine Ex-beste-Schulfreundin. Die so gut auf meinen aller ersten festen Freund und Räuber meiner Jungfräulichkeit aufgepasst hatte, dass ich nach 10 Tagen Südtirol keinen Freund mehr hatte. Und keine beste Freundin mehr.

"..... und Anna, stell Dir vor! Ich habe ihre E-Mail Adresse. Dann könnt Ihr Euch etwas schreiben."  endete der Monolog über die wunderbare Entwicklung der blöden Bumskuh Claudia.

"Mama, was sollte ich ihr schreiben? Bei unserer letzten Begegnung vor 25 Jahren hatte sie Bowle in den Haaren, die ich ihr an einem Lagerfeuer am See mit den Worten 'Was ich Dir schon immer sagen wollte Claudia, ich find' Dich echt zum Koten!' ins Gesicht geschüttet hatte."

"Ach wie lustig! Das war doch nur weil ihr den selben Mann geliebt habt." DIe Euphorie meiner Mutter war anscheinend nicht zu bremsen.

"Ich denke drüber nach." War alles was mir einfiel.


Ja, und nun arbeitet es seit Dienstag in mir. Soll ich Kontakt aufnehmen? Soll ich nicht?
Was übrigens lustig ist - oder auch nicht: Claudia ist ledig, Single, keine Kinder. Um mal mit Jauchs Worten zu sprechen.
Und wahrscheinlich spannt sie immer noch anderen Frauen die Männer aus. Nein, ich glaube ich bin nicht besonders scharf darauf, ihr zu schreiben.

Oder was meint Ihr? Zu Weihnachten Frieden schließen????

Ich lege mal schnell eine neue Umfrage an!
 

10.10.2011 um 14:42 Uhr

Die Weisheiten der Anna Kurz - Teil Einhundertfünfundtausend

Heute eröffne ich mal eine neue Kategorie:

Weisheiten aus dem Leben der Anna Kurz. Oder: Konfus gesprochen.

Zum Thema Sport: (Diesen Spruch stelle ich gerne exklusiv dem nächsten Marathonsieger zur Verfügung):

Ich wäre gerne noch weiter gelaufen, aber die Stecke war plötzlich zu Ende.

05.10.2011 um 11:48 Uhr

Alles nur eine Frage der Erderwärmung??

von: Anna_Kurz   Kategorie: das normale Leben

Gestern! Hatte ich doch tatsächlich mal wieder Geburtstag. Wie gut, dass ich seit längerem schon an einem fragwürdigen Gedächtnisschwund leide, darum weiß ich gar nicht wie alt ich bin.
Jedenfalls wünsche ich mir seit meiner Geburt (vor vielen Monden), und beneide meine Schwester auch schon immer um ihren Geburtstag im Juni, dass ich meinen Geburtstag draußen feiern kann.

Einmal hätte das fast geklappt. Vor 18 Jahren. Da hatten wir auch über 20 Grad und Sonne. Nur musste die Party damals leider in den Kreissaal des Berlin Neuköllner Krankenhauses verlegt werden. Also zählt das nicht.


Gut. Gestern nun über 20 Grad und Sonne. Und wir haben im Garten gesessen und gegrillt.
Ich kann es immer noch nicht fassen, dass ich nach so vielen Jahren meinen Geburtstag tatsächlich draußen feiern konnte.
Meine Schwägerin (Ende November) war auch ein bißchen neidisch. Aber auch hier stirbt die Hoffnung wohl zuletzt. Denn am Ende ist es wohl doch nur eine Frage der Erderwärmung. Nicht wahr?! :-)

Nun ist mein "Großer" übrigens volljährig. Für alle die den zweiten Absatz nicht interpretieren konnten ;-)
Gut ging es mir damit im Vorfeld irgendwie nicht. Schon weil TD die letzten Tage wieder auf mir rum gehackt hat. Ich weiß auch nicht welcher Teufel mich da geritten ist, meinem Mann zu erzählen, wie traurig es mich macht, dass die Situation, die ich mir vor vielen Jahren mal ganz anders gewünscht hatte, nun so ist wie sie ist.

Damals hatte ich mir immer vorgestellt, dass mein Großer vielleicht sogar schon den Führerschein in der Tasche hat, und zum 18.ein Auto vor der Tür steht. Mit Schleifchen und so.
Jetzt konnte ich mir nicht mal leisten, ihm ein Geschenk zu kaufen. Weil ich im Moment kein nennenswertes Einkommen habe und mein Mann meine Gage aus seiner Firma aus mehrerlei Gründen noch nicht überwiesen hat. Ich weiß auch nicht, was ich hätte kaufen sollen. Es ist noch fraglich, ob er wirklich nicht mehr kifft. Vor 2 Wochen habe ich ihn in die Kinder- und Jugendpsychiatrie eines Krankenhauses gebracht, damit er dort den Kopf "Frei" bekommt. Es geht ihm nun wirklich gut und es sieht so aus, dass er die Kurve kriegt. Im Moment raucht er wohl auch nicht mehr. Aber irgendwie bin ich noch mißtrauisch.

Ich habe ihm also einen Schokokuchen gebacken und da er auch mal wieder kein Geschenk für mich hatte (Standardaussage: "Dein Geburtstagsgeschenk ist leider nicht fertig geworden, Du bekommst dafür ein tolles Weihnachtsgeschenk", welches in der Regel auch nie ankommt), ist es mir auch nicht schwer gefallen, ihm zu sagen, dass ich leider kein Geschenk habe, und ich ihm dann etwas für seine neue Wohnung schenke, wenn er die hat.
Wir waren zusammen indisch essen, danach im Waschsalon und einen Kaffee trinken und dann trennten sich um 17 Uhr unsere Wege.
Aber wie gesagt, irgendwie hatte ich mir das alles mal anders vorgestellt....

13.09.2011 um 20:27 Uhr

Ein Quantum Respekt

Dieser Tage verstehe ich alle die, die bewußt und bekennend Single sind. Und schließlich war es auch früher meine Devise: Warum für ein Glas Milch die ganze Kuh kaufen?

Gut. Ich esse gerne Kuh, sprich Rind. Schön medium, vom Grill. Hmmm... Lecker. Bekommt man nicht, wenn man nur ein Glas Milch kauft. Auch den authentischen Geruch eines Kuhstalls hat man in besagten Fall nicht. Man kan die Kuh von der die Milch kommt nicht streicheln und auch dort keinen Trost suchen. Dafür macht sie dann aber auch keine Arbeit.

Ja, wo streiten sie denn? Würde Loriot sagen.
Und manch geneigter Leser fragt sich bestimmt zum xten mal, warum ich schon wieder nur was "doofes" schreibe. Ich sag es wie es ist. Streit gehört zu einer Beziehung dazu wie der Regen in die Natur. Aber ich mag ihn nicht. Und komm damit auch nicht so wirklich klar. Darum scheib ich darüber. Okay?
Klar, ich könnte mich darüber auslassen, wie schön des Mannes Geburtstag war, der mir zwar einen ganzen großen Haufen Arbeit beschert hat, aber auch Spaß gemacht hat (19 Mannen und Frauen, 5 Kinder und 4 Hunde in unserem Garten bei perfektem Grillwetter).
Ich könnte die Worte unseres Freundes von gestern wiedergeben, der uns auf einem Gig (schreibt man das so?) seiner Band am Freitag händchenhaltend vor der Bühne sitzen sah und uns so "verliebt" fand.

Ich werde aber mal wieder davon schreiben was mich bewegt. Und zutiefst verletzt hat.

Vorgeschichte:
TD wollte gestern Abend ins Kino gehen. Soweit so gut.
Mit einer MitarbeiterIN. Ooookay.
Die ich nicht kenne. Nicht oookay.
Und die ihm dauernd SMSen schickt und jede extra-Schicht annimmt, um die er sie bittet. UND, die sich von keinem Kunden abwerben läßt.
Ich mache also die Gallierin (Gutemine) und denke mir: "Er ist treu. Betrug ist nicht seins und Trennung auch nicht."
Kann ja alles sein.
Aber was ist mit der anderen Seite?
Eine 26jährige die einen 43jährigen Unternehmer sieht, der immer lustig und gut drauf ist. Hallo?!?!??!
Zum Essen hatte er sie (für eine Extra-Schicht) schon eingeladen. Hat mir auch nicht wirklich gefallen. Aber die Pille habe ich geschluckt.

Gut. Nun gestern.
Er schleicht sich morgens aus dem Bett wie ein Apache.
Um mir 40 Minuten später von unten zuzurufen, dass er noch seine Brille braucht, die noch oben liegt.
Kein Kuss. Kein Guten Morgen. Dafür unten stehend ein sichtbar gut gelaunter, frisch rasierter Mann.
Im Laufe des Tages gab es ein paar Anlässe zum Telefonieren.
Ich muss nun dazu sagen, dass ich meinen Mann liebe und ihn alle 10 Minuten anrufen könnte, um ihm ein Detail unseres Lebens zu schildern.
Ich weiß auch, dass das nerven kann. Soll er halt nicht dran gehen, wenn es nicht geht. Oder? Oder sagen: Hey, ich fühle mich kontrolliert.
Anything.
Den letzten Anruf ließ er mich nicht mal zu Wort kommen und brüllte sofort los, was mir einfiele, ihn dauernd anzurufen.
Hurra!
(Das erste Hurra für heute übrigens.)
Ich legte relativ schnell auf, entschied, keine Kaufentscheidung treffen zu wollen und verließ den Einzelhändler meines Vertrauens auf dem schnellsten Wege, da zu Hause schon liebe Freund warteten, die spontan vorbei gekommen waren.
Nun gärte und gärte es in mir. Mit jedem Kilometer den ich fuhr. Was ist denn mit dem los? Warum ist er so fies zu mir?

Ich beschloss, eine SMS zu schicken. Ganz treue Leser wissen, dass ich eine besondere Beziehung zu SMSen habe, aber ich schwöre, ich bin schon viel besser geworden. Inzwischen dürfte selbst ein Angebot von 150 Frei-SMS bei mir verrotten!
In der SMS schrieb ich also ungefähr folgendes: Dass er, wenn er kein Interesse daran hat zu hören, was ich ihm zu erzählen habe, einfach nicht ran gehen soll. Dass er mich aber in keinem Fall anzubrüllen hat, und ob er sich vorstellen kann, was seine Reaktion in konkretem Fall des avisierten "Date" mit seiner Mitarbeiterin bei mir auslösen würde. Und wie er sich auf der anderen Seite fühlen würde. Ich wünschte noch viel Spaß und schaltete mein Handy aus.

Ich war keine 10 Minuten zu hause, da fuhr sein Auto vor.
Meine Freunde schauten genauso verwundert wie ich.
Er kam rein und tat kund, dass er die Verabredung aus aktuellem Grund gecancelled hätte.
Dann ging langsam aber stetig ein Streit los.
Am Ende brüllte er mich an, dass ich ihn nicht zu kontrollieren hätte und ich brüllte zurück, dass ich nicht sein Pippi-Mädchen sei.

Darauf rannte er kommentarlos raus, nicht ohne noch sein Handy auf den Tisch zu schmeißen. "Das brauch ich nicht mehr."
Und verschwand.
Nach einer Stunde begann ich mir Sorgen zu machen.
Nach 1,5 Stunden noch mehr.
Irgendwann kam er, noch wütender, als er losgefahren war.
Toll!
Er rechnete mir vor, wieviel Freiraum ich neuerdings hätte, da unsere Maus tagsüber für ein paar Stunden betreut wird (keine, da die Zeit zu 150% in Arbeitszeit umgewandelt wird), etc. pp.
Ich meinte nur, dass mich das alles nicht interessiert, dass ich respektvoll und mit Liebe behandelt werden möchte, und das kann man für Geld und sonstwas nicht kaufen.
Er verstand mich nicht.
Oder wollte es nicht.
Und beharrte darauf, dass ich ihn kontrollieren würde.
Will ich nicht.
Aber seine Stimme mal ab und zu hören.
Ist das ein Verbrechen??

Okay. Wir gehen in den zweiten Streittag. Ich bleibe hart. Ein Quantum Respekt. Mehr will ich doch gar nicht!

Übrigens: ich habe gestern alles von mir und der Maus gebügelt - und sein Kram nur in einen Wäschekorb geballert und den vor seinen Schrank gestellt. SO schafft frau sich Freiräume.
Hurra!

(das zweite)

30.08.2011 um 14:38 Uhr

Gegen den Sturm!

..oder hieß es gegen den Strom?!
Ach egal! Wir sind jedenfalls sowas von anders! Heißt es nicht immer, dass im Urlaub die meisten Ehen geschieden werden? Unserer hat der Urlaub auf jedem Fall gut getan. Soviel Harmonie gab es, dass es reicht, um ganz Deutschland damit für die nächsten 365 Tage weichzuspülen. Mindestens.
Es ist also wieder alles schön am Ehehimmel.
Ich habe wieder Kraft getankt und bin sehr zuversichtlich, dass wir alle Hürden und Stolpersteine bis Jahresende irgendwie halbwegs elegant überspringen werden.
Derer gibt es gleich wieder zuhauf. Die Schwiegermutter ist im Moment dem Tode näher als dem Leben, was unsere Rückfahrt am Samstag um 1000 km und die Rückkehrzeit auf Sonntagabend verlängerte. In unserer kleinen Firma weht nun auch ein heftiges Stürmchen, denn die Erlaubnsibehörde hat sich zum Ende September mit einer Prüfung angemeldet.
Bevor dann also die nächsten Vermißtenanzeigen laufen, stöbert mal im Stress nach, ob ihr mich dort irgendwo findet.

Bis dahin halte ich mich mit folgendem Bild bei Laune (kommentiert von Mr. Bo):




Als Bodyguard hatte ich echt voll den Fulltime Job in Dänemark. Schlimm wurde es, wenn Madame mit ihrem Shoppingbeutel loszog. Aber was beschwer ich mich. Ist immer noch besser als diese 1-Euro-Jobs. Während sich die Familie also amüsierte hatte ich voll den Stress. Von wegen Urlaub. Wuff. Bis bald mal wieder, Euer Bo!