Ein Gedicht von Stephan Brinkmann (Nachtpoet)
Musik: Tool - Wings for Mary (Pt. 1); Tool - 10,000 Days (Wings Part 2)
Kann immer noch
Kann ruhig schlafen, denn
ich habe das Gesicht des Wahnsinns gesehen,
wie es mich anlächelt.
Habe zurückgegrinst, und so
ist ihm das Lachen vergangen.
Kann genußvoll Essen, denn
hab all den Schmerz der Welt verschlungen,
und gespürt wie er mich zu vergiften droht.
Hab ihn verdaut, Stück für Stück,
Platz geschaffen für das Morgen.
Kann immer noch hoffen,
Hab dem Tod ins Auge geblickt,
seinem kalten Starren widerstanden,
ihn überlebt, von Tag zu Tag,
trage das Leben mit mir wie einen kostbaren Schatz.
Will weiter und weiter,
Der Weg ist weit, so weit, so weit,
das Ziel, nur manchmal kurz in Sicht
und doch geh ich unbeirrt voran,
hab nichts zu verlieren und viel zu gewinnen.
Will nicht mehr aufhören,
ich bin ein Junkie,
das Leben, meine Droge,
die Liebe, mein Rausch,
die Dunkelheit, meine Erlöserin.
Will nur noch Leben,
einem Schmetterling gleich,
Staub der Träume bedeckt meine Flügel,
gleite mit ihnen durch die Seelen der Menschen,
taue das Eis.
Kann immer noch
und höre nie auf,
Schritt für Schritt
offenen Auges
dem Ende entgegen.











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