Stimmung: argh
Musik: Radiohead - Backdrifts
...leider. Mich traf am Freitag fast der Schlag, obwohl es abzusehen war. Allerdings: Zwischen Sagen und Machen besteht immernoch ein himmelweiter Unterschied.
Gründe: Diskrepanzen und kein Teamplay mit unseren "Engineers" (selbstverliebte Fachidioten die jeglichen Bezug zum Business verloren haben, mit Verlaub... das hab ich auch schon nach einigen Wochen vorort festgestellt. Wenn man diese Hampelmänner nicht alsbald in die Wüste schickt können wir wohl sowieso bald mit dem ganzen Projekt einpacken...), dem Gefühl "so gehts nicht weiter, es verändert sich eh nichts" und "nach 5 Jahren muss ich mal etwas anderes machen".
BMW-Sauber Racing-Team... ähnlich geil und beneidenswert wie ein Job in der FIFA. 10Mann-2Frau-Team. Und alles ist soviel besser und toller da... Nungut, als ich meine Probearbeitstage hier in der Schweiz hatte sah auch alles "toll" und "professionell" aus, doch der Schein trügt ja bekanntermassen bisweilen. Das kriegt man doch recht schnell mit.
Aber was frustet mich daran so sehr das jemand mal etwas anderes machen will?
Was zum Teufel nervt mich daran, nagt an mir, zerquetscht mein Herz und Magen mit festem Griff?
Nach 14 Vorgängern(!) die ich hatte gibts dort endlich wieder ein Team. Chpunkt, Cpunkt und ich. Wir sind das Helpdesk. Nicht nur schnöde Telefontanten mit keiner Ahnung. Echte Administratoren mit Plan. Wir schmeissen den Laden. Wir halten die Front. Wir retten den verkackten Engineers den Arsch. Löten sogar wieder deren Server zusammen, obwohls garnicht unsere Aufgabe ist, und kassieren dafür einen deftigen Anschiss. Kümmern uns um die User. Managen, Organisieren, Machen, Tun.
Es macht Spass so zu arbeiten, auch wenn wir im Moment nie wissen was am nächsten Tag wieder auf uns zukommt.
Wir sind ein Team. Jeder mit Stärken und Schwächen. Jeder auf seine Weise durchgeknallt. Jeder mit seinen Erfahrungen die er/sie gesammelt hat. Wir lachen, scherzen den ganzen Tag, regen uns auch mal auf um dann weiterzumachen.
Wir schwimmen musikalisch auf einer Höhe, gehen zu Konzerten, ins Kino, whatever. Also auch privat finde ich hier endlich einen gewissen Anschluss im fremden Land.
Nun hat sie sich entschieden zu gehn.
Aber was frustet mich daran so sehr das jemand mal etwas anderes machen will?
Was zum Teufel nervt mich daran, nagt an mir, zerquetscht mein Herz und Magen mit festem Griff?
Vielleicht die Tatsache das ich mich etwas übergangen, verarscht, ausgenutzt fühle? Eben weil wir ein Team sind hab ich den Laden an meinem 30sten Geburtstag alleine geschmissen. Chpunkt hatte Urlaub, Cpunkt, also sie, hatte einen Termin. Ganz dringend und überhaupt. Und ob ich nicht... Klar. Der Elb macht ja alles.
Es war mein Geburtstag... Wir hatten noch ein schönes Konzert am Vortag, alle zusammen, auf meine Einladung hin
(ausser die Chefin, die hatte Kopfschmerzen... naja wirklich gefehlt hat sie nicht).
Es war der Tag ihrer Probearbeit...
Ich kanns ihr nichtmal vorwerfen, und will ich auch garnicht. Trotzdem. Es verletzt mich.
Vielleicht die Tatsache, was da jetzt auf uns zukommt? Es geht eine Wissendatenbank die so ohne weiteres nicht zu ersetzen ist. Die am längsten von uns da ist, seit fünf Jahren. Sie hat alles mitgemacht, weiss genau auf was es ankommt, weiss fast alles zu jeglichen Fragestellungen, Frage paff Antwort. Fertig. Hat fast immer ne zündende Idee. Legt eine verblüffende Professionalität an den Tag (trotz einiger emotionaler Ausbrüche pro Woche, aber hey damit lebt man dann, sie is ne Frau und schließlich hab ich schon die eine oder andre Beziehung hinter mir. =D) und das im zarten Alter von 25. Respekt... Das ist kaum durch die Verbliebenen respektive uns zu kompensieren, bei allem Knowhow.
Vielleicht die Tatsache, das unsere Projektmanagerin aus 2 Lagern kein Team formen kann, die Fronten verhärtet sind, keine und wenn dann die falschen Entscheidungen trifft, technisch hoffnungslos überfordert ist. Die richtigen Leute so hinaustreibt und die falschen da hocken bleiben und sich dann noch ins Fäustchen lachen?
Vielleicht die Tatsache das ich ums verrecken keine andere Pappnase da sitzen haben will?
Vielleicht die Tatsache, das ich nicht mal sauer sein kann und absolutes Verständnis hab. Immerhin: Ich hab im letzten Jahr nichts anderes gemacht. Hab alles hingeworfen um in die Schweiz zu gehen. Hab weinende Kollegen und Freunde zurückgelassen und einen Job der mich erfüllt und Spass gemacht hat. Mein sensationeller Kollege (den ich noch heute ohne Ende vermisse) und ich, wir waren wer und der Job war "unser" Baby.
Vielleicht ist es die Tatsache das ich Abschiede hasse wie die Pest.
Vielleicht die Tatsache das wir diverse Runninggags haben, uns regelmässig in die Ecke schmeissen vor lachen. Wen soll ich denn ab August mit einem "Mahlzeit" oder "Jutn Mojen, Meußchäään!" oder "Luuuuuuuuuuuuuke, ik bin Dein Vaaaaataaaaaa!" begrüssen? Wem soll ich jetzt den wilden Thurgauer Dialekt austreiben und ner Schweizerin Berlinern beibringen (das sie im übrigen schon richtig gut beherrscht)? Mit wem soll ich jetzt Kaffee en masse konsumieren und jede Stunde rauchen gehn? Mit wem soll ich jetzt Witze im Sinne von "Wir beide im Fahrstuhl. Wir haben 1 Minute! Und er ist aus Glas, jeder kann uns sehen." machen? Mit wem soll ich jetzt in jeder erdenklichen Situation noch was Lustiges rausholen? Mit wem soll ich jetzt die Sitzungswochen vorbereiten und den 3-Tonnen-Drucker stemmen?
Und wer bekocht mich jetzt? Ja, sie versorgt ihre junkfood-fressenden Kollegen mit dem leckersten Essen für annehmbare 7 Franken. Stellt sich jeden Tag in die Küche. (wann hat das ne Frau mal für mich gemacht?? *g*)
Vielleicht ist die Tatsache aber auch einmal mehr eine ganz andere...
Ich weiss es nicht, ich bin verwirrt.
Auf jeden Fall wird das eine ganz harte Kiste, das steht fest, aber auch eine Riesenchance
(jaja, der Elb der alte Zweckoptimist).
Es muss jemand her der das Rückgrat besitzt das neue Rückgrat zu werden.
Ob ich das bin weiss ich nicht. Lange geb ich mir den Rotz der jetzt grade herrscht, wenn keine einschlagenden Änderungen zu vernehmen sind, nämlich auch nicht mehr. Das erste "Bauernopfer" gibts nämlich genau jetzt...
Freitag war es nun uns gegenüber raus, nachdem ich sie stundenlang gelöchert hatte (das kann ich im übrigen gut :D).
"Es tut mir leid, aber das muss jetzt. Gottverdammi, am liebsten würd ich Euch einpacken und mitnehmen!" sagte sie noch. Den Spruch kenne ich irgendwo her.
Es war meiner. Als ich ging. Letztes Jahr.
Morgen platzt die Bombe im Teammeeting, ich bin gespannt wie gewissen Personen darauf reagieren und werde meine Schlüsse daraus ziehen.
Mich hat es jetzt ein ganzes Wochenende gewurmt, kein Ende in Sicht. Ich weiss noch nicht einmal so recht warum...
Ja. Ich mag sie.
Und will nicht das sie geht.
Auf jeden Fall fühle ich mich etwas "backdrifting" at the moment. Soviel als Erklärung zum letzten Blogeintrag.
We're rotten fruit
We're damaged goods
What the hell we've got nothing more to lose
One burst and we will probably crumble
We're backdrifting
This far but no further
I'm hanging off a branch
I'm teetering on a breaker
Honey sweets so fall asleep
I'm backsliding
You fell into our arms
You fell into our arms
We tried but there was nothing we could do
Nothing we could do
All evidence has been buried
All tapes have been erased
But your footsteps give you away
So you're backtracking
Oh oh oh
You fell into our arms
You fell into our arms
We tried but there was nothing we could do
Nothing we could do
You fell into our
You fell into a
We're rotten fruit
We're damaged goods
What the hell we've got nothing more to lose
One burst and we will probably crumble
We're backdrifters