Frauen? Männer? Kommunikation? Mimik? Gestik? Teil I
Stimmung: grinsend über das Vergangene sinnierend
Musik: Bullet for my Valentine - Tears dont fall
Kommen wir mal wieder zu den kleinen Anekdoten die das Leben so schreibt, gabs ja hier lange nicht.
Nein, keine Geschichten von Cpunkt, das wäre viel zu trivial und langweilig, außerdem gibts nix mehr zu berichten seit dem letzten Jahr, so Mitte Dezember, ist erstaunlicherweise Ruhe, nach einer letzten aufbäumenden und klaren Email meinerseits, die in Kurzform soetwas wie "Jetz laß mich endlich mit Deinem Scheiß in Ruh, es gibt nix mehr, es geht nix mehr, es reicht einfach mal." enthielt. Details spar ich mal aus, ich glaube ich habe noch nie so hochgeschwollen ein Schreiben verfasst...
Nungut, kommen wir zu den wirklich wichtigen Dingen, Samstag-Abend-Tanz-Abende beispielsweise bzw. allsamstagliche Saufgelage mit wildem Rumgezappel zu bisweilen genialer, bisweilen grottenschlechter Musik und danach dem sonntagmorgendlichen Nachhause-Getorkel, mit 3,8 Promille im Turm.
Nun war ich mal wieder mit Uw, J-Mo (Ihr Hintern könnte glatt von J-Lo sein, Ihr Vorbau auch, deshalb mal der Nickname, unattraktiv ist sie jedenfalls nicht, für mich aber eher nicht) und inZchen (eine kleine nette feine Seele, viel zu nett für diese Welt, eigentlich, aber genau mein Typ, eigentlich) zur nächsten runde Saufen und Tanzen unterwegs.
Als Vorgeschichte sei noch erwähnt, das die beiden, insbesondere J-Mo, zu Silvester nicht gerade ihren Paradetag an Stimmungsmache hatten. J-Mos Verhalten glänzte mit absoluter Ignoranz jeglicher Ansprechversuche anderer Party-Gäste, wildem Rumgeticker auf dem gerade neu angeschafften Handy (mit dem alten Nokia hätte sie sich das nicht getraut, das war jedenfalls nicht sooo vorzeigenswert) und kleinen Flüstereien mit der Mitstreiterin.
Nach interner Besprechung und handytechnischer Konversation, wo denn was besseres steigen könnte, rappelten die beiden dann nach circa einer Stunde lustigem, grießgrämigen Mimenspiels, Gejammer über das nicht mehr vorhandene Essen und ohne weitere Worte der Verabschiedung los.
Joar, Silvester ist lang her, die Geschichte war für mich längst abgehakt, weil was sollte ich mich noch weiter darüber aufregen, Spaß hatten wir spätestens als die "Störer" weg waren genug. Nach einer Woche hatte sich dann inZchen wieder gemeldet, getrieben vom schlechten Gewissen, das da doch irgendwie auf irgendeine Art und Weise irgendwas an dem Tag schief gegangen sein könnte. Wir trafen uns, aßen was, tranken was, wir redeten drüber, es tat ihr leid, Geschichte gegessen, alles gut. Alles gut wars auch so, schließlich war die Frau, trotz der silvestrischen Komischkeiten immernoch interessant für mich. Nebenbei erklärte sie mir noch, das jetzt bald Feierabend mit Ihrem Kerl sei. Ein 26jähriger Trottel ohne Gleichen, mit wenig Sinn für Liebe und des Frauens Wohl, noch weniger Verstand, noch viel weniger Sinn für seine und ihre Zukunft und dank Arbeitslosigkeit und chronischer Faulheit keinerlei Perspektive. Ein Arschloch halt...
Sie hatte schon öfter was gesagt, er hatte nicht zugehört oder verstanden, vermutlich beides, jetzt hatte Sie die Schnauze voll.
Mkay, dachte ich bei mir, das könnte Deine Chancen steigern, andererseits warum sollte es gerade jetzt passieren, wo wir uns doch schon oft genug allein getroffen, geredet, gefeiert und gelacht hatten. Naja egal, Hauptsache die schiesst den ab, der Rest ist Wurscht.
Sie bewies in jedem Falle menschliche Größe, und das sie sich bei mir entschuldigte, obwohl ich die ganze Geschichte längst abgtehakt hatte, imponierte mir...
J-Mo meldete sich nicht. Warum auch? Brauchte sie auch nicht. ich meldete mich auch nicht bei Ihr.
So war bis Samstag also Ruhe zwischen J-Mo und mir.
Die Mädels und Uw holten mich ab. Auf dem Weg zum Zappelschuppen keine erwähnenswerte Konversation, jedenfalls ich nicht mit J-Mo.
Irgendwas regte sie schon wieder auf. J-Mo ist ein Mensch der sich über viele Dinge aufregt. Mister X hat das gemacht. Scheiße. Freundin Y hat das gesagt. Scheiße. ich reiß mir hier den Arsch auf, und was kommt zurück. Scheiße.
Eigentlich gibts in J-Mos Leben immer irgendwas zum aufregen. J-Mo ist schon ganz schön cholerisch veranlagt. Wo andere sagen: lass gut sein sagt sie: nein, nix gut. Wo andere sagen: das ist eine Mücke, sagt sie: es ist ein Elefant, nein besser ein Mammut in Übergröße.
J-Mo war also extreme egobezogener Choleriker, mir gehts scheiße, ich rege mich auf, egal über wen, egal über was.
Mit J-Mo kann man aber auch jede Menge Spaß haben, wenn sie einen guten Tag hat, dann werden die Partys umso geiler. Tanzen, Pogen, Saufen, laut singen, Spaß haben, alles kein Hit.
Der lange Marsch vorbei, Zappelschuppen leer, hm, Rotz.
Gut egal, ab zur Bar, Cuba Libre her, inZchen und ich mußten uns betanken, ich hielt Konversation mit ihr:
Ich: Und wie läufts mit Dingensda?
inZ: Hab letzten Sonntag Schluß gemacht.
Ich: Echt? Glückwunsch. Und wie war seine Reaktion?
inZ: Eher verhalten, hat mal wieder auf cool getan und das Ganze nicht für voll genommen, bis ich ihn gebeten habe zu gehen.
Ich: Was ein Idiot!
Sie erzählte mir, was so abging, wies gelaufen ist usw.
Währendessen wurde J-Mo immer lauter, sie regte sich bei Uw über jemanden auf, ihm schien schon der Eiter aus den Ohren zu laufen. Irgendwie tat er mir leid.
Ich ignorierte das mal, ich mußte mir dieses Gefasel nicht geben, cholerisch veranlagte Menschen, denen man eh keine klugen Ratschläge zuteil kommen lassen kann, können ihre Geschichtchen getrost bei jemand anderen abladen.
Cuba Libre Nummer 2, wir suchten uns ein gemütliches Plätzchen...
...an den Boxen.
inZchen ging auf Klo, ich schnappte mir einen Hocker, J-Mo neben mir.
Knuff in die Seite.
J-Mo: Wasn los?
Ich: Was solln los sein?
J-Mo: Weiß nicht. Du ignorierst mich total.
Ich: Weil ich mir Dein gejammer nicht geben will? Scheinst ja ziemlich mies gelaunt zu sein heute...
J-Mo: Bist mir sauer wegen Silvester?
Ich: Nö, bin ich nicht. Ist Geschichte. Du solltest aber vielleicht einmal über Dein Verhalten Anderen gegenüber nachdenken. Das könnte unter Umständen ein wenig respektlos rüberkommen.
Na da hatte ich ja jetzt was gesagt... Lege Dich nie mit egoistischen Cholerikern an.
J-Mo: Ach bin ich jetzt das Arschloch? Wie immer! Also bist Du doch sauer!
Ich: Nein bin ich nicht, und Du bist auch nicht das Arschloch, ich gebe Dir nur einen gut gemeinten Rat, weiter nix.
J-Mo: Ach, und inZchen biste nicht sauer oder was? Da isses wieder was Anderes.
Ich: Hörst Du mir zu? Hörst Du was ich sage? Ich bin Dir nicht sauer, also laß es gut sein. Und inZchen und Du sind zwei grundverschiedene Schuhe, wenigstens hatte inZchen den Arsch in der Hose sich zu melden.
J-Mo: Achso, also biste mir doch sauer. Solange wie wir uns schon kennen!!!
Nach einigen weiteren sprachlich völlig Aneinander-Vorbei-Redungen war Ihr Glas Wodka-Bull alle. Sie schnappte sich Apunkt, über den sie sich eine halbe Stunde zuvor aufgeregt hatte und der zwischenzeitlich dazugestoßen war, und bollerte zur Bar...
Der arme Apunkt, mußte er sich jetzt den nächsten cholerischen Verbal-Orgasmus reinziehen.
Was hatte ich getan...?
Weiter gehts morgen mit Teil 2, der Abend war noch nicht vorbei...

