Des Elbens Leid

06.05.2008 um 20:05 Uhr

I pull the black from the grey ...

Stimmung: grmpf
Musik: Black Poets - Irene, Black Poets - The Ascension

Halten wir fest:

Eigentlich kenn ich Dich nicht. Die paar Male die wir uns sahen, die x-Male die wir mailten, waren angenehm und wir waren auf dem Weg wohin auch immer. Ich hab mich darüber immer wieder gefreut. Blicke, Gespräche, süße Andeutungen.

 

Eigentlich kennst Du mich nicht. Hielt ich mich mit der Vergangenheit doch recht bedeckt, weil mein Blick meist nach vorne gereicht ist, nicht zurück. Wir vermittelten einander ein positives Lebensgefühl , das sich aus tiefer Symphatie entwickelte wie die berühmte zarte Pflanze, die man nicht treten sollte.

 

So, nun ist da dieser andere, einer der schwarzbunt ohne H schreibt. Ja, Scwarzbunt. Wahrscheinlich seelisch noch zerfetzter als ich. Noch schwärzer, noch dunkler. Wahrscheinlich ohne Stolz und Optimismus, den ich mir doch immer wieder bewahre, so sehr mich das Leben auch in den Staub schickt. Manche nannten mich deswegen arrogant, andere unnahbar, andere waren stolz auf mich und waren erstaunt. Das bin ich. Genau. Der ist nun da von jetzt auf gleich. Paff! "Wacklige Sache" hör ich da... "Öffnen", "Zärtlichkeit, Intelligenz, Einfühlsamkeit" hör ich hier... "Versuch", "Gefühl" hör ich dort... und noch mehr so ganz komische Sachen die sich völlig widersprechen.

 

Eigentlich liegt alles auf der Hand:

DU

HAST

NEN

ANDEREN.

Punkt. Aus. Ende.

Sonnenklar. Elb macht sich vom Acker. Sollte ihm leicht fallen... Ging ja das letzte mal auch ganz einfach irgendwie. Ja es war einfach... Das war es... Das WAR es...

 

Und dann kommt ein:

"guten morgen/tag elb, ich hoffe dir gehts nich so schlecht wann würde es dir denn passen, dass wir uns mal aussprechen?"

 

Ich hatte alles gesagt. Du hast es nicht verstanden. Ließest Dich, warum auch immer nicht, null, nada darauf ein, obwohl ich Dich für feinfühlig und intelligent hielt. Und in der Tat, Du hast recht, das ist alles viel zu schwammig. DU bist viel zu schwammig, nicht greifbar. Alles um Dich herum. Das was da jetzt passiert. Du erzähltest mir von den Arschlöchern, den Deppen, den Idioten, die kranken Geschichten, die mir bisweilen die Kinnlade herunter fielen ließen. Vonder Abkehr von Deiner Vergangenheit, von dem Blick nach vorn, von den Entwicklungen. Von dem "Anderen".

Alles schwammig, schummrig, neblig, wenn ich es nochmal Revue passieren lass...

Das bist Du.

Nicht zu fassen.

Nicht zu greifen..

Und nun...

Hadere ich mit mir selbst... Seit Tagen... Für Argumente tauchen immer wieder Gegenargumente auf. Stiche ins Herz. Ein dumpfes Magengefühl. Gedanken die kreisen, mir die Konzentration aufs Wesentliche nehmen, mir den Lebenssaft aussaugen, die Kraft nehmen...

Die letzten Wochen waren so hart, gingen an meine köperlichen und geistigen Grenzen. Arbeiten schlafen, Arbeiten schlafen, Wohnung suchen, die raren Finanzen regeln irgendwie, das Warten auf das Ende des jeweiligen Tages (momentan wohl das beste was ich kann), Freunde nicht außer acht lassen...

Und doch war da Licht irgendwie. Ich hab mich innerlich gefreut. Trotzallem.

Das Fass war voll aber es lief nicht über. Doch das jetzt hat es zum Überlaufen gebracht. Das mit Dir. Der Tropfen, der meine Laune verdirbt, mich deprimiert, an mir nagt.

JA! Verdammt irgendetwas ist da. Obwohl da nix ist.

 

Was ist da nur?

Was tue ich nur???

 

Wage ich den Versuch? Kämpfe. Versuche es. Ergötze mich noch einmal an Deiner Schönheit, Deinem Blick... Ergebe mich Dir. Gebe Dir nochmal die Gelegenheit mich zu bekommen. Den stolzen Elb. Nehme Dich in den Arm. Küsse Dich. Wenn Du mich lässt... Überzeuge Dich vom Gegenteil. Renne in mein Verderben, Laufe in Dein Messer, gebe meinem Herz den letzten Elfenwind-Kick und Gnadestoß... weil ich das Gefühl hab, das es doch gut werden könnte?

 

oder

 

Sage ich Dir einfach, das Du verschwinden sollst... Lasse Dich Deine Fehler eingestehen, denn Frauen sind stolz und werden jemandem nie recht geben, der versucht alles vorrauszusehen. Versuche das zu vergessen, Dich zu vergessen. Ein Pflaster zufinden welches auf die neue Narbe passt... weil ich das Gefühl hab, das das wieder nur schwachsinnige Zeitverschwendung wird? Entziehe ich mich dem Messer. Stelle mich dem nicht entgegen? Fliehe, solange es noch geht... Mit Stolz und Arroganz und dem Gedanken das Du es nicht bist, nie warst und sowieso nicht verstehst was ich Dir zu sagen versuche.

 

Ich hadere mit mir selbst...

Da ist der andere...

Ganz plötzlich war er da...

Schwammig ist das...

 

Du bist schwammig...

Und ich auch.

Der Tropfen der das Fass zum überlaufen brachte.

Die Gefahren sind groß.

In beide Richtungen.

Das Gefühl hab ich.

Es war einmal so einfach.

Der Elb nimmt sich das Schwarz aus dem Grau...

 

 

Und er erwischt sich dabei,

wie er bei morgendlicher Fahrt zur Arbeit,

Interpols Leif Erikson lebt,

singt,

und dabei eine Träne vergießt...

 

She says It helps with the lights out
Her rabid glow is like braille to the night.
She swears I'm a slave to the details
But if your life is such a big joke, why should I care?

The clock is set for nine but you know you're gonna make it eight.
So that you two can take some time, teach each other to reciprocate.

She feels that my sentimental side should be held with kid gloves
But she doesn't know that I left my urge in the icebox
She swears I'm just prey to the female,
Well then hook me up and throw me, baby cakes, cuz I like to get hooked.

The clock is set for nine but you know you're gonna make it eight.
All the people that you've loved they're all bound to leave some keepsakes.
I've been swinging all the time, think it's time to learn your way.
I picture you and me together in the jungle it will be ok.

I'll bring you when my lifeboat sails through the night
That is supposing you don't sleep tonight

It's like learning a new language
Helps me catch up on my mime
If you don't bring up those lonely parts
This could be a good time
You come here to me.
We'll collect those lonely parts and set them down
You come here to me...

She says brief things, her love's a pony
My love's subliminal

 

Interpol's Leif Erkison hören

04.03.2008 um 00:03 Uhr

Ende im Gelände...

Musik: Jeremy Soule - Dragon - NeverwinterNights OST

Momentan bin ich ideenlos. Nicht mal ein Lied hatte ich die letzten Tage parat...

Könnte schreiben über das Telefonat am Freitag, aber eigentlich ist es das garnicht wert. Ich bin das losgeworden was ich wollte. Meine Wut, meine Aussagen, meine Entscheidungen. Entweder ganz oder garnicht, etwas dazwischen gibts nicht. Zuweit die Entfernung, zuwenig Ergebnisse nach der Zeit um dafür noch etwas zutun...

Ihr "Es hat nicht klick gemacht, irgendwie..." 

Ich gehe mit der Gewissheit, überhaupt keine Chance von ihr bekommen zu haben, zuwenig ließ sie zu, zuoft war sie mit den Gedanken woanders, zuoft habe ich diese Symptome schon gesehen und ein ungutes Gefühl beschlich mich die ganze Zeit des Zusammenseins, was im Endeffekt keines war, zuoft habe auch ich meine Augen woanders hinschweifen lassen, weil ich wußte das dies nichts wird...

Zuwenig wußte Sie überhaupt von mir, eigentlich nur Oberflächlichkeiten.

Kein Elb der im Auto singt, kein Elb der in der Disko ausgelassen tanzt, kein Elb der sich Zärtlichkeiten und Streicheleien hingibt, kein Elb der verwöhnt, betört, was er doch so gerne tut...

Facetten die verborgen blieben. Besser so... 

Ihr "Wie gehts jetzt weiter? Ich will noch Kontakt..."

Gewissensbereinigende Aussagen ohne Attitüde zur Verwirklichung. Das weiß ich. Erfahrung.

Ich fahre keine 40km um mal schnell einen Kaffee trinken zu gehen. Wenn Sie das möchte... Bitte... Ich gehe an mein Telefon wenn jemand anruft. Doch sie wird nicht anrufen. Aus Angst. Und ich werd mich nicht melden, anrufen, um Audienz bitten, keine Lust mir wieder nach 3 Wochen ein bitterböse, gezischtes "Spionier mir nicht hinterher!", "Was geht Dich das an?" oder "Geh mir nicht auf den Sack." an den Kopf werfen zu lassen wenn man anruft.

Ich bin klar meiner Gedanken, weiß das ich DAS aufgarkeinen Fall will, das wußte ich wahrscheinlich schon vor ihr, und ich kann nicht mal sagen das ich traurig bin, das es so gelaufen ist. Es war absehbar, trotz einiger weniger Lichtblicke. Aber es waren eben nur Lichtblicke, kurze Momente des "Ah, jetzt hab ichs!"-Gefühls.

Was bleibt ist das große Unverständnis darüber welche Ansichten manch vermeintlich erwachsene Menschen haben, wie sie mit Verantwortung umgehen, auch wenn man sich kaum kennt, sich davor drücken, sich winden wie ein frisch gefangener Aal, nur um nicht derjenige zu seinder "weh tut".

Erwachsen sein wollen und erwachsen sein. Das sind 2 verschiedene Dinge.

Auch ich bin es nicht immer... Doch nach und nach entscheide ich mich.

Auch durch meine Erfahrungen.

Auch wenn ich wieder alleine bin.

Auf in den Frühling!

Auf zur Fleischbeschau der glücklich Geschwängerten und oberflächlich Verliebten, die mich bisweilen mit ihren leeren Phrasen und Aufregereien über völlig Belangloses nerven, ja langweilen...

[dies ist nicht auf die Leser bezogen, ich rede von meinem Umfeld, es braucht sich also keiner beleidigt fühlen, bitte, ihr wißt doch ich bin ein lieber Kerl. ;) ]

Zum Glück sorgt ein Bambienchen für Abwechslung mit ihrer jungen, unverbrauchten, frischen Art. Ein Stück Zucker.

Situationen wo sich der Elb fragt: Bist Du nicht eigentlich zu alt? 

14.11.2007 um 12:34 Uhr

Symptoms of Disease - Gedanken zum Leben IV.

 
Sie hat mir geschrieben. Ich bin traurig, enttäuscht. Sie hat nichts verstanden oder es zumindest nicht so verstanden wie ich es sagen wollte. Ich habe meinen Gedanken freien Lauf gelassen und kann nicht mehr ehrlicher sein, weil es meine absolute Wahrheit ist. Nun zweifelt sie daran, verwirft mich, hat mich niemals so erwartet. Ich habe sie schockiert doch sie nimmt es als selbstverständlich hin, keine Enttäuschung lese ich in ihrem Brief oder hörte ich in ihrer Stimme.
 
Am Wochenende, vor Erhalt des Briefes, rief ich sie an. Ihre Stimme klang anders als sonst, weicher, verliebter und schöner. Jetzt im Nachhinein lache ich über die damals geschlossenen Assoziationen. Wie konnte ich so naiv, so blind sein. Mich so verschätzen. Ich glaubte auch an D.'s und M.'s Worte, versuchte es zumindest. Sie sagten: “Sie wird erkennen wie sehr du noch an ihr hängst und wird auch die Realität, deine Realität erkennen. Sie wird erkennen wie sehr sie an Dir hängt...“ Ich machte mir Hoffnungen. Und da stand ich, hielt den Hörer in der Hand und floß dahin vor Glück. Noch beim wählen hatte ich Angst was sich nun ereignen würde.
Meine erste Frage war ob sie noch mit mir sprechen wollte.
Ein Hund mit eingezogenem Schwanz...
vor seiner Herrin kniend...
Verdammt.
 
Und dann ihr Brief. “Ich habe einfach nicht gedacht, daß du auch nur ein solcher bist, wie all die Anderen. Aber ich habe dir ja schon so oft gesagt, man kann sich nie ganz sicher sein, es gibt immer eine zweite Seite.“ Ich fühle mich untergraben, all die Worte, die Sätze die ich formte um mich ihr zu erklären, sie alle zerbersten zu einem Trümmerhaufen der Sinnlosigkeit. Alles wird zur Illusion, das Paradies meiner Vergangenheit, meine idealisierte Zukunft mit Ihr, meine Träume, alles vergeht weil ich nicht mehr Teil dieser Welt bin. Weil ich, wie ich bin, nicht mehr Teil ihrer Welt bin. Ein schlimmes aufwachen. Lieber würde ich weiter schlafen.
 
Es drängt mich zu ihr zu fahren und ihr das alles ins Gesicht zu sagen, einen Telefonhörer zu nehmen und ihr das alles zu sagen. Doch das ist unmöglich. Nur der Weg der Buchstaben und der des Berührens und Blickens machte Verständigung zwischen uns möglich. Nun ist auch ersteres, das letztlich verbliebene, weggefallen. Worte haben ihren Sinn verloren. Nur noch ich bin da. Ich und die sinnlosen Worte die ich weiter, wie eine Maschinen anordne, reihe, komponiere. Für niemanden mehr, nur für mich. Ich brauche sie niemanden mehr geben weil keiner mich mehr verstehen braucht. Keiner kann mir mehr weiterhelfen, ich brauche nicht mehr sprechen. Die Zeit hat sich aufgelöst. Alles was vergangen war und die Gegenwart bedingt hat mit der ich meine Zukunft, meine erhoffte Zukunft gestaltet habe ist zu Rauch geworden.
 
Und trotzdem ist Hoffnung da.
 
Woher?
 
Das kann doch gar nicht sein!
 
Die ganze Zeit der selbe Trott. Ja ändert sich denn nie etwas im Leben. Aufbauen und abbrechen. Ist das ein Weltgesetz?
 
Ich möchte mich davon lösen, möchte ausbrechen. Doch wohin? Wieder übermannen mich die Fragen. Sie sind immer der Beginn, das Suchen nach Antworten. Immer. Analyse des Zerstörten, der Gegenwart, Problemstellung, erkennen der Fakten und die Arbeit kann auf ein neues beginnen. Um wieder einzustürzen, zu vergehen. Immer, immer. Die Göttlichkeit, das Ewige hat uns verlassen. Wir sind ohne Gott, ohne Göttlichkeit.
 
Wir sterben, unsere Liebe stirbt, unsere Werke brechen ein. Wir sind nutzlos.
 
Die Zeit erwürgt uns, macht uns machtlos. Die steinernen Grabsteine kippen um, brechen, verwittern und werden zu Staub. Die eingravierten Namen trägt der Wind ins Vergessen. Sie werden zu Wüstendünen, alles wird zu Wüsten der Ödnis. Es hat kein Ziel und trotzdem tragen wir unser Kreuz.
Kinder kriegen, Familie, Glück im trauten Heim.....
 
Und am Abend, unter all den Menschen, die alle gleich sind lachen wir. Es ist die bittere Erlösung. Der Sinn, die Suche, die Blindheit erlöst uns. Ich versuche wieder ihr zu schreiben: Hm. Was soll ich denn noch schreiben?
 
Es bleibt nichts mehr über. Ich hab´ geschrieben was in mir war und es war nicht der „Mann“ den du erwartest hast. Was hast du dir vorgestellt wer ich bin? Tausend Worte in vielen Jahren, alle ohne Sinn. Selbsterklärungsversuche ohne Erfolg. Ich kann nur traurig und enttäuscht sein. Du behandelst mich plötzlich wie Ware. Ware die ich niemals bin und niemals sein wollte.
 
Männerware. Die Wahrheit. Es ist zum lachen.
 
Soll ich Lügen erzählen? Hast du mein „Ich liebe dich“ jemals verstanden? Es war nur Deine Hoffnung die es sagte. Dein Hoffen auf ein anderes Leben. Du mit deiner Verschlossenheit, deiner Falschheit und anderen schlechten Eigenschaften.
 
Du willst es nicht verstehen.
 
Du willst nicht verstehen...
 
...daß ich all das an dir liebe.
 
Deine Falschheit und Verschlossenheit.
 
Was ist die Zukunft für uns? Gibt es sie? Sind wir nur Nostalgiker? Schwelgen wir nur in unserer Zeit die vergangen ist?
 
Ich will doch auch leben.
 
Ich will Sex haben.
 
Ich will mich nicht mein Leben lang verschließen um mir zu bewahren was du an Wochenenden Ihm gibst.
 
Verstehst du das?
 
Ich habe Jahre gewartet und hatte es satt. Es wurde mehr als nur ein Hindernis. Ich wollte dir gleich sein. Wollte erfahren was ich nie mit Dir erfahren konnte. Die Zeit hat vieles erschaffen. Viele Probleme. Die Lösungen waren immer nur zweite Lösungen für mich. Du warst immer die unerreichbare Erste. Du hast mich mit Deinen Worten enttäuscht. Ich habe mich selbst enttäuscht weil ich dachte du weißt wer ich bin. Deshalb bin ich zu dir gefahren, um in deinem Schoß ich zu sein.
 
Alles Phantasie?
 
Das Leben ist Entscheidungen treffen.
 
Du hast die Deine getroffen.
 
Wir wissen es beide, nicht?
 
Wenn du wolltest, daß ich Dich zurückhole wäre es geschehen.
 
Aber es ist wie es ist.
 
Es ist wie es ist.
 
Wir gehen unsere Wege. Ich weiß nicht mehr was ich schreiben soll. Wieder sind es nur Worte. Es hat seinen Sinn verloren und ich ergebe mich, hebe die Hände von der Tastatur, lasse den Schreiber fallen, und lege es in Deine Hände. Ich bin dein Spielball.
 
Ich will nur nicht, daß du ein Spiel aus allem machst.
 
Es ist bitterer Ernst, für mich.
 
Mir ist das Lachen vergangen.
 
 
 
 
Fortsetzung folgt
.elrenluthien 

13.11.2007 um 09:00 Uhr

Symptoms of Disease - Gedanken zum Leben III.

Musik: Smashing Pumpkins - Neverlost

 

And laugh while you're bleedin'
But she'll bring out the best
And the worst you can be

Blame it all on yourself
Cause she's always a woman to me

(Billy Joel, „She´s always a woman to me“)

 

Degeneriert fühle ich mich. Ausgelöscht ist die Wahrheit der Reiseerinnerungen. Dafür kehren andere Dinge zurück, Dinge die ich kenne, Dinge die ich fühle, seit Ewigkeiten, seit dem Beginn meines jetzigen Lebens. Es sind Gefühle. Im Reisen gibt es ein Ziel, daß man mit Sicherheit erreicht, das Ende der Reise. Und auch nach dem Ende geht es weiter, es ist ein gutes Ende, ein Heimkehren. Das Leben selbst, zurück von der Flucht, erlaubt keine Flucht. Es ist ein Schreiten ins Ungewisse, belastet mit all den Erinnerungen die im Heimatboden und den Myriaden von Gegenständen die man in seinem Leben berührte verbunden sind. Der Boden ist durchsickert mit ihnen und ruft zurück in die Erinnerung. Sind sie erst dort spielen sie mit einem, befehlen mir mich zu erinnern, zu lachen und zu weinen. Kaum angekommen gehe ich los und besuche sie alle. Die Lebenden die in mir noch sind und die ich nicht vermisse, erst jetzt, in meinem Zimmer merke ich das sie für meine Umgebung notwendig sind. Ich gehe los und klingle an Dutzenden Haustüren, spreche mit unzähligen Menschen, nur flüchtig, aber es muß so sein. An all den Orten berühren mich wieder Lieder, Lieder die Liebe sind und Verzweiflung. An all den Orten kribbelt mein Bauch wieder und ich sehe Frauen in die Augen die mein Zukunft sein könnten. An all den Orten denke ich wieder an die fern und nah liegende, unbekannte, Zukunft. An all den Orten denke ich wieder an mein Leben und meine Grenzen werden mir klar. Grenzen die mich einengen, die schon bei meinen Zimmerwänden beginnen die ich jeden Morgen sehe, nach dem aufwachen. Meinen Sinnen fehlen die Reize, meine Augen sehen immer dasselbe, lüsten sich aber nach mehr. So kehrt alles wieder, alles unterschwellige. All das begrabene, aus Absicht oder Vergessen. Am Telefon und in Briefen an die Vergangenheit spreche ich mit mir selbst. So spreche ich mit meiner Angst vor der Zukunft die nicht fühlbare Angst ist, die ich nicht greifen kann.

Erinnern ist leicht. Ist gewiß, ändert sich nicht, kann immer neu interpretiert werden. Doch die Vergangenheit bringt mein Leben zum stocken, sie schafft eine Zeitschwelle die mich nicht mehr sehen läßt wo ich nun wirklich stehe. Wo bin ich? In der Vergangenheit, der Zukunft, niemals in der Gegenwart. Meine Füße berühren den Boden nicht. Mauern entstehen die mich stocken lassen. Mein Schreiben ist kein Fluß mehr, ist gehalten weil zwischen den Sätzen Pausen des Nachdenkens liegen. Weil ich aus der Vergangenheit schreiben muß. Weil ich zuerst denken muß, den Satz formen muß und ihn dann erst wiedergeben kann. Wie anders war das damals. Es rauschte aus meinen Fingern in den immer schmieriger, älter werdenden Notizblock. Die Seiten wurden grau vom Dreck und füllten sich. Das Ende, die letzte Seite kam immer näher und mit ihr Gewißheit und Glücksgefühl. Am Monitor sind die Seiten immer weiß und die Hand und die Motivation sind zu träge wieder Papierblätter zu nehmen und sie zu füllen. All die Annehmlichkeiten, die in Wahrheit nur Beschränkungen sind, hemmen mich. Das Zimmer, dieser winzige Kosmos, erfüllt von Musik, technischen Geräten, Büchern, Licht und Erinnerungen erdrückt mich in seiner Enge. Es bleibt kein freier Platz mehr um neues zu schaffen. Wie schmerzhafte Frühgeburten pressen sich manchmal Bilder aus mir, am Boden hockend und malend, die Augen halb geschlossen um Finsternis um mich zu schaffen. Um die restliche Welt auszuschalten und für kurze Zeit nur mich und das Bild existieren zu lassen. Es bleibt immer eine Flucht. Jeden Tag unterwegs. Jeden Tag bis lang in die Nacht, unter Menschen, Massen von Menschen und Reizen. Bier und Wein, Lust und Ereignisse fern der Lebensschuhschachtel. Der Boden meines Zimmers ist blau wie Wasser. Es ist als würde ich darin ertrinken, als hätte es nicht Erdkonsistenz, sondern wäre nur da um mich zu verschlingen. Ich muß hinaus, gehe, gehe zu Freunden und Freundinnen. Reden, Wein trinken und vergessen. In den Worten Erlösung suchen, im Zweifel, im selben Moment oder erst etwas später entstehend, wieder neu leben. In andere Augen blicken und in ihnen den Raum als Flucht sehen. Die endlose Tiefe der Menschenaugen, die Macht der Konversation, das Gefühl des Verständnisses, das All, die Freiheit.

 

 

Am Ende steht wieder die Rückkehr. Die Pflicht zurückzukehren zur Tastatur mit der man am Ende spricht. Das Bett in das man am Ende steigt. Die Decke die einen zudeckt für die Nacht und das kommen des nächsten Tages. Dazwischen liegt die Schwärze der Nacht und die Kraft der Träume. Sie beherbergen den Zufall und bilden das letzte Abenteuer. Sie sind die Flucht vor der Realität und ich flüchte gern in sie. Weil sie so viel mehr sind als dieser Text sagen kann, als die Realität, Ich und Alle sagen kann. Sie sind grenzenlos. Ich komme von N., die in diesen Augenblicken zu D. geht. Durch die nächtlichen Gassen gehend, nachdem ich angerufen habe und sagte, daß ich komme dachte ich an sie. Ich fühlte mich wohl zu ihr gehen zu können. In ihre wohlige Wohnung, ihrer wohligen Art, ihrer Gastfreundschaft und dem guten Wein. Ich dachte mir ich möchte niemals mit ihr etwas anfangen. Ihr Körper schwebte kurz durch meine Sinne, wohlgeformt, ein Makel nur ihr Gesicht. (Was wenn sie das jemals liest?) Das Bild das ich wiedergeben will trügt die Wahrheit. Es ist kein Bild es sind nur Buchstaben. Sie hat einen sehr schönen, vitalen Körper. Zart und zerbrechlich scheint er mir und dann, gepaart mit ihrem Willen und ihrer Stärke und Intelligenz im Sprechen, ihrem Wissen durch ihren Trompetermund zu mir dringend, fühle ich mich wieder zu ihr hingezogen. Es scheint verletzend was ich schreibe. Es ist verletzend. Doch meine Wahrheit. Ich hoffe auch sie sieht in mir Häßlichkeit, die Würze der Asymmetrie, die das unerreichbare Ideal der Schönheit verwirft und einen Menschen aus einem macht.

Es wird Zeit zu schlafen. Zu träumen. Alles wiederholt sich. Wie soll ich neues schaffen in diesem Kreislauf der Ereignisse.

 

Fortsetzung folgt...

.elrenluthien 

04.11.2007 um 23:06 Uhr

Symptoms of Disease - Gedanken zum Leben II.

Musik: Interpol - Roland, Interpol - Public Pervert

 

Gestern, im Rausch, heimgekommen vom Fest, wer weiß wo, setze ich mich vor den PC. Ich bin traurig. Ich stehe dort, halte mich an einem Bier und einer Zigarette fest. Beschaue die Leute. Wie sie feiern, tanzen, glücklich sind. Ein Mädchen spricht mich an. "Hallo Du, kann  ich Dich etwas fragen, Du siehst so suchend aus und bei den anderen traue ich mich nicht, die anzusprechen." Ich sehe aus wie ein geprügelter Hund, einfach scheisse, mit heruntergezogenen Augenbrauen und Mundwinkeln, trostsuchend im Nikotin und Alkohol, nicht erbaut darauf angesprochen zu werden. Das wußte ich so gut wie sie. Ich antworte: "Ich suche nicht, aber was gibts denn?" "Ich wollte Dich mal fragen, wenn Du mich anschaust, wäre ich jemand Die Du ansprechen würdest? Ich meine schau mich an wie ich aussehe, ich habe 2 Kinder bekommen, jetzt sehe ich so aus." Sie war schätzungsweise knapp 20. Sie weiter: "Ich meine, ich war vorhin auf Toilette, wenn ich da die ganzen hübschen Mädchen sehe, da frage ich mich wie attraktiv ich bin..." Zum Schluß: "Du kannst mich auch beleidigen, das spornt mich nur an noch mehr abzunehmen." Ich überlege kurz, lache in mich hinein, frage mich wie man sich so erniedrigen kann und ob ich wirklich der Einzigste in diesem Raum bin, der für solch eine Ansprache infrage käme. "Schönheit kommt von innen und nein" ist meine Antwort. "Das hat mein Exfreund auch immer gesagt." sagt sie. Ich entgegne: "Vielleicht bin ich jetzt in diesem Moment der komplett falsche Ansprechpartner für Dich und drehe mich weg. I. ist vorher mit einem Fremden irgendwo hingegangen. „Ich komme später wieder, ich langweile mich hier zu Tode.“ Sagt sie, blickt mir still in die Augen und geht. Plötzlich fühle ich mich allein. B. sitzt mit S. am Tisch. Sie sind nicht mehr in der Gegenwart, sind wieder in ihren alten Zeiten. Reflektieren, aber eigentlich ist es nur ein Spiel das sie treiben. Bald werden sie gehen, in ihr oder sein Bett und ich werde alleine dastehen. Vorher habe ich O. getroffen und über alte Zeiten gesprochen, wie es damals war, vor 10, 15 Jahren als wir hier schon standen und zu 90er-Jahre-Techno-Gedremmel abtanzten, lachten, soffen. Nebensache, Pflichtgespräche nach einer langen Zeit des Nicht-Sehens. Am Anfang war es interessant, als ich aber merkte wie I. schweigend neben mir saß wollte ich das er geht. Mein Hirn schuf Prioritäten, es war keine Sache gegen ihn. Doch I. ging und wenig später auch B. und S. Ich tanze allein auf der Tanzfläche und löse mich los, schwebe wieder in meine Heimat in einsamen Zeiten, dem All. Wie schnell sich alles ändert, meine Gesichter und Stimmungen wechseln schnell und erbarmungslos. Ich habe sie nicht unter Kontrolle. So tanze ich und sehe C., meine Ex Freundin mit ihrem neuen Freund. Ich tanze weiter. Neue Menschen kommen und sprechen mit mir. Reden auf mich ein und ich ignoriere sie nach einer Weile, nachdem ich mein künstliches Lächeln nicht mehr aufrecht erhalten kann. P. klaut mein Bier das auf dem Tisch steht, ganz unauffällig, als ob ihn niemand sehen würde. Das Arschloch. Ich verlasse den Raum. Laufe nach Hause. Der Weg zur Tür ist ewig. Gedanken verkürzen sich, die Nacht geht zu Ende und war lang. Ich sitze vorm PC. Internet. Ich schreibe Emails, mein Finger verharrt über dem Senden-Knopf, ich ändere Sie ab, füge hinzu, schreibe weiter in kurzen rhytmischen Zeilen, die sich schon im vorhinein für die Wahrheit, auch für seine gekünstelten Lügen, entschuldigen sollen. Dann will ich J. eine kurze Mitteilung senden, ich beginne zu schreiben aber es löst sich plötzlich alles in Luft auf. Es gibt nichts zu sagen, es ist wie es ist. Auch will ich nicht meine Schwäche zeigen, es ist nur wieder eine Chance verletzt zu werden. Und schließlich schicke ich doch noch ein Gedicht. Ich habe ihre Wohnung kurz vor Augen, den Läufer im Wohnzimmer, ihren Kleinen, sie, die Kleine. J. Dann ist alles leer, alles. Ich und der Raum, keine Musik, niemand. Eine tote Welt. Ich lege mich ins Bett und werde selbst tot, ergebe mich dem erlösenden Schlaf und lache über mich selbst...

 

 

Auch jetzt, diese Zeilen schreibend, lache ich über mich selbst. Der alte Dramatiker denke ich mir und sehe nur wieder tausend Entschuldigungen vor mir selbst darin. Ständig verfolge ich mich selbst wie eine Katze die in ihren Schwanz beißen will. Der Meister des Kreises, die Endlosigkeit, die immer wiederkehrende Monotonie aus der ich nicht entrinnen kann. Will?

Fortsetzung folgt.

.elrenluthien

19.10.2007 um 08:00 Uhr

Symptoms of Disease - Gedanken zum Leben I.

Halb Realität, halb Fantasie, der Versuch Geschichten zu schreiben...
 
 
 
Ist es mal wieder soweit? Oder scheint es nur so? Die Schattenwelt scheint mich wieder einzuholen, die Gute, die Alte. Mit Ihren Problemen, den meinen. Sie dämpft meinen Drang, macht jeden Schritt schwer, saugt mich aus und ich ergebe mich den Nichtigkeiten. Ich laufe hinterher, wie gebannt. Sie ziehen mich hinab in ihre Welt, die Schattenwelt, diese Welt. Um mich herum sitzen sie, mit all ihren Masken und Facetten. Sie sind wie Vampire, saugen Zeit und Lust aus mir heraus, unterhalten mich, indem sie mir kurzweilige Freude verschaffen, der in der nächsten Sekunde wieder verraucht. Überall sitzen sie um mich herum, schillern, verlocken, verführen, wenn sie es wollen. Vorm Computer sitzend onaniere ich, auf Bilder blickend, Frauen deren Körper sich gekünstelt und geil am Bildschirm räkeln. Im Orgasmus entlädt sich alles. Ich weiß schon vorher, das sie mich bekommen. Dann ist es vorbei. Leere. Wenn ich mich gewaschen und hingelegt habe, denke ich, ich muss alles anders machen. Doch ich weiß schon, ich habe nicht die Kraft es anders zu machen, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, aus dem Sumpf zu steigen. Ich packe mich beim Schopf, in den Spiegel blickend, und ziehe und zerre. Alles verschwimmt, die Welt dreht sich weiter, ich bleibe stehen. Der Weg zum Irrsinn. Dieser Irrsinn wird zur Normalität. Die Normalität bedeutet nichts. Tristesse, schweigsam. Der gleiche Rythmus, der gleiche Takt, immer wieder dasselbe. Schwimme ich nun in dieser gelangweilten Sehnsucht versuche ich in ihr Lust zu empfinden. Doch das sind (wieder) nur Ausreden...



Fortsetzung folgt...

.elrenluthien