Dicke Augen

14.08.2011 um 19:56 Uhr

Und nun?

Wow. Lang lang ist´s her... Diesmal geht es gar nicht um Dicke Augen. Keine Tränen, höchstens ein wenig kalte Wut.

Ich habe mich gestern mit einem Mann getroffen, der mir früher wichtig war. Richtig wichtig. Vor dem ich Respekt hatte, den ich als Menschen auf Augenhöhe empfunden habe, und der mir nicht zuletzt immer irgendwie vertraut schien.

Nun sitzen wir da, gestern, bei Kippen und Kaffee, und es hätte so schön werden können. Wir hätten über alte Zeiten quatschen, lästern, lachen können. Vielleicht sogar müssen. Mann, DAS hätte ich echt schön gefunden.

Stattdessen probiert er es mit einer Art Abrechnung. Ich weiß es selbst nicht mehr, es war alles viel zu konfus, aber angefühlt hat es sich wie eine Abrechnung. (Mit tausend Rechenfehlern drin... *höm) und das finde ich kacke.

Ich muss grade selber lachen. Das ist alles??! "Das finde ich kacke"??! Mann mann, ich war auch schon mal eloquenter. Aber es ist doch interessant, dass nicht mehr Wörter übrig sind, von einer Geschichte, die mal Bände gefüllt hat. Ein bisschen traurig ist es auch, aber nicht so doll. Es ist eben wie es ist. Ich glaube fast, dass diese Geschichte auch ein gutes Ende für diesen Blog abgäbe, denn ehrlich gesagt ging es bei den Dicken Augen, wann immer es sie gab, nur um IHN. (Jetzt schreibt er sich allerdings "ihn" *hihi)

Mal sehen, ob es ein Ende ist. Oder ob es in 6 Monaten, 2 Jahren oder später noch eine Fortsetzung gibt. Ausschließen mag ich da nix, aber im Moment ist es für mich wie für Euch mit diesem Beitrag: einfach zu langweilig. :-))

15.06.2009 um 21:55 Uhr

Bis dass...

Also gut. Warum auch nicht.... Und ich verstehe ja selbst nicht, warum es mir fast peinlich ist... Wahrscheinlich weil "Meeedchen" immer so ein Bohei um diese Sache machen, und weil Spießer es als Ziel ihrer Träume ansehen, und weil viele Schicksen dabei ihre Individualität verlieren, und weil Weibsen sich gehen lassen wenn es soweit ist und weil ich alles das nicht sein will.

Aber es ist nunmal Fakt, und es ist wie es ist, und ich spreche nun wie mir der Schnabel gewachsen ist, und stehe dazu, und ich werde mit der Wahrheit nicht hinter dem Berg halten und warum sollte es auch jemand blöd finden und...

 

...ja verdammt, ich werde heiraten.

 

 

26.05.2009 um 18:25 Uhr

Das Wort zum Mittwoch

Wenn man erstmal ein bestimmtes Alter erreicht hat (so wie ich vorgestern...) dann scheint die Lust aufs Bilanzieren einzusetzen.

Ich bin im Moment so richtig schön ohne Wut. Da ist nichts. Klar, ich hab Stress, bin genervt, und mit Sicherheit auch nach wie vor extrem launisch, aber sonst...?

Grade in Beziehungsfragen scheine ich einen an einen ganz schönen Punkt gekommen zu sein, an einen Punkt der - ich nenne es mal im positivsten Sinne Selbstverständlichkeit. 

Ich lese hier im Blog von diversen aufreibenden Partnerschaften (wenn man sie denn so nennen kann), und ich erinnere mich nur noch dunkel, dass ich mal selbst in so etwas feststeckte. Diese on-off Beziehungen, oder die, in denen der eine den anderen mehr liebt als umgekehrt und der immerzu fordert und verletzt ist. 

Puh, war das anstrengend! Natürlich hat das Drama einen gewissen Reiz, ohne Frage, aber immer und ständig? Ich bin sehr froh, dass dies für mich irgendwie überstanden scheint. Ich will gar nicht sagen, dass das mein Verdienst ist - mitnichten. Wenn das Schicksal es so gewollt hätte, wäre ich immer noch genau da... wahrscheinlich. 

Aber was ich immerhin doch geschafft habe ist loszulassen. Und das war gar nicht so einfach. Heute sehe ich mich in dieser Zeit manchmal wie einen Zombie. Mich selbst völlig aus dem Blick verloren und immer nur darauf bedacht, dem anderen auch noch das letztmögliche Tröpflein Liebe auszuquetschen. Ich brauchte es doch so sehr, brauchte es wirklich zum Leben...

Heute fliegt sie mir einfach zu, die Liebe. Vielleicht grade deshalb, weil ich nicht mehr fordere, nicht mehr taktiere, nicht mehr verzweifele. Vielleicht deshalb, weil ich mir selbst am wichtigsten geworden bin und zwar nicht im egoistischen Sinne.

Da ist keine Wut, da ist nur Dankbarkeit zurzeit. Für einen Weg, den ich anfangs verflucht habe, vor dem ich zwischenzeitlich resigniert hatte, und der sich doch irgendwie als der richtige heraus gestellt hat.

Boah, klinge ich altklug. Wenn ich das hier lesen würde, würd ich mich zum Kotzen finden, aber tatsächlich ist es mir grade wichtiger, diesem Gefühl Ausdruck zu verleihen, das total und extrem neu für mich ist, als eine geile Schlange zu sein...

Klar ist da jetzt ohne Drama auch viel Platz für Langeweile, aber auch das -so ist meine feste Überzeugung- liegt an einem selber. Und es ist ja nicht so, dass da nicht schon Pläne sind... Da steht zunächst noch der Dreier mit meiner Zauberschwester Natascha und ihrem Mann an....*gg*, vielleicht werden wir Kinder haben, vielleicht auch nicht. Vielleicht werden wir fett (äh, also noch fetter) oder vielleicht auch nicht. Vielleicht rauben wir zusammen eine Bank aus, vielleicht auch  nicht. Möglichkeiten gibt es genug. Wichtig ist nur, dass ich Vertrauen habe. Und das habe ich plötzlich, und wunder mich darüber und freue mich!

 

 

13.05.2009 um 21:28 Uhr

Echte Wichser

Er hat sich noch nie so traurig angehört...

Alles was er will sind "normale" Eltern. Solche, die ihn sein eigenes Leben leben lassen, ohne sich dadurch angegriffen zu fühlen. Solche, die ihm vertrauen, dass er weiß was er will und was er tut. Solche, die sich für ihn interessieren und nicht für das, was die Leute denken. Und solche, die Gefühle nicht aufrechnen - quid pro quo, an Vorschuss ist nicht zu denken...

Ich kann mir gar nicht vorstellen wie das ist, bei den Menschen, die einem am nächsten stehen, immer und immer wieder vor eine Wand zu rennen. Mit Kommunikatin völlig zu scheitern. Einfach niemand zu sein, wenn man nicht der ist, den sie sich vorgestellt haben.

Ich weiß nicht, was ich tun kann. Ich kann nur fassungslos daneben stehen. Oder den Auftragskiller bezahlen... *höm*

Nein, im Grunde kann ich ihm nur zeigen, dass ich da bin. Wie kitschig das klingt... Und so hohl. Was soll das konkret denn eigentlich heißen? Es wäre eh kein Ersatz... Familie ist anders.

 

 

 

29.04.2009 um 17:22 Uhr

Diarrhoe

Ich bin echt ausgebrannt. Rücken tut weh, Schulter tut weh, Arme tun weh, Herz tut weh.

Zur Abwechslung quält mich mal kein Liebeskummer, aber ich kreise zuviel. Ungute Gedanken. Ganz schlechte Emotionen. Und ich habe das Gefühl, dass ich vor lauter Arbeit das Leben verpasse.

Ich war vorhin zu einem Termin auf der Früh-Reha, wo ich lauter mutige und lustige Menschen getroffen habe, deren Leben sich vom einen auf den anderen Tag komplett verändert hat. Einige halbseitig gelähmt, andere fast blind, fast alle im Rollstuhl. Aber sie kamen mir vor, als hätten sie, seit sie dem Tod ein Schnippchen geschlagen haben, eine innere Ruhe entwickelt. Ein Gefühl dafür, wer sie sind und was sie wollen. Vielleicht auch nur, weil sie sich an kleinen Dingen freuen, sich kleine Ziele setzen.

Wieso bin ich hingegen so überschwemmt von Erwartungen? Wieso will ich eigentlich unbedingt für meinen Job leben, der doch eigentlich eher mies bezahlt ist? Wieso hab ich das Gefühl, dass ich makellos sein muss und wieso machen ein paar Kilo zuviel mich derart unglücklich. Wieso denke ich immer, dass ich nicht genug mache, genug bin für diejenigen, die ich liebe und die mich lieben? Wieso will ich jedem gefallen, bei jedem einen Eindruck hinterlassen? Wieso habe ich solche Angst davor, durchschnittlich zu sein? Wieso bereitet mir der Gedanke an die Zukunft solche Panik, weil ich das Gefühl habe, ab hier kann ich nur noch verlieren?

Da hat man das eine grade hinter sich, nur um dann festzustellen, dass es noch so unfassbar viel gibt, das man loslassen muss. Naja, wäre dem nicht so, würde ich mich wahrscheinlich über Langeweile beschweren... Nennt es mein Lebenskonzept, aber mich kotzt es grad an.