Die Kuh im Hasenfell

11.04.2012 um 14:59 Uhr

Einsam?

von: S_Hase

Angeblich fühlen sich viele einsam, ohne das zuzugeben - oft nicht mal vor sich selbst. Es wird als Makel empfunden, man gehört nicht dazu. Andere haben Verabredungen, gehen auf Partys, ins Kino oder zum Essen, man selbst bleibt außen vor, kann nicht mitreden, ist nicht interessant genug... Dabei spielt es nur eine untergeordnete Rolle, dass man eigentlich kein Partytyp ist, grundsätzlich lieber allein ins Kino geht und auch sonst seine Zeit nicht zu verplant haben möchte.

Ich bin gern allein, genieße die Freiheit, gerade das zu tun, wonach mir ist, mich nicht unterhalten und nett sein zu müssen, das zu essen, worauf ich Appetit habe... sehr selten fühle ich mich dabei einsam und dann auch nur kurz. Öfter habe ich das Gefühl von Einsamkeit, wenn ich unter Menschen bin. Um mich herum tobt das Leben - und ich bleibe auf meiner Insel - anwesend, aber nicht wirklich wahrgenommen oder gar einbezogen, ich fühle mich einsam.

Das ist schmerzlich und einmal so bewusst wahrgenommen, lässt es sich auch nicht einfach abstellen, im Gegenteil. Die eigenen Makel kommen mir dann in den Sinn; je länger ich darüber nachdenke, umso mehr fallen mir ein. Wahrscheinlich merkt man mir das auch an und so werde ich noch unattraktiver. Wenn es möglich ist, flüchte ich dann. Erfolgs-oder Glückserlebnisse sehen anders aus.

Natürlich werde ich nicht immer ausgeschlossen, sondern fühle mich angenommen - und gelegentlich sogar geschätzt. Das ist immer Ansporn, mich vielleicht doch öfter auf andere Menschen einzulassen oder wenigstens darüber nachzudenken...obwohl...nachdenken macht man ja eher allein, besser ist wohl, etwas zu tun.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenlousalome schreibt am 11.04.2012 um 17:42 Uhr:Ich denke, eine gesunde Mischung ist gut. Grundsätzlich halte ich es für sehr gut, wenn man es mit sich selbst aushält - sich selbst genug ist, die Zeit auch alleine genießen kann. Das können nicht viele! Natürlich brauchen wir aber auch andere Menschen, die uns spiegeln, bestätigen, kritisieren und mit uns etwas erleben. Der goldene Mittelweg ist vermutlich wieder einmal die beste Variante - wobei das Bedürfnis nach dem Alleine-sein wohl auch individuell unterschiedlich ist. Ich jedenfalls kann dich mit diesem Bedürfnis sehr gut verstehen!
  2. zitierenNachtwolf schreibt am 11.04.2012 um 20:31 Uhr:Einsamkeit... so weitläufig doch dieser Begriff schon in sich selbst ist. Schon bei dir sehend. Im ersten Teil deines Eintrags nimmst du sie an. Im weiteren beziehst du plötzlich alles nur auf dich. Ich versuch das Wort meist zu vermeiden. Denn ich empfinde selten Einsamkeit. Ich bin mit mir allein, so nenn ich das. Doch bin ich nicht wirklich allein, denn ich hab ja mich. Was braucht man mehr? Manchmal such ich es regelrecht. Kann ich doch so mir viel besser zuhören. Lauschen auf das was mich im Innersten berührt, bewegt.

    Wie lousalome schon schreibt ist Geselligkeit auch wichtig für uns. Nicht um einer Herde hinterherlaufen zu wollen. Doch vielleicht um gemeinsam ein paar schöne Stunden, Besonderes erleben zu können. Denn manchmal sind Erlebnisse um so schöner wenn man sie zusammen durchwandert. Denn so hast du immer jemanden mit dem du dies in einem Gespräch ein jedes mal neu erleben kannst.

    Es gibt kein Rezept, es gibt keinen Ratgeber an dem sich halten könnte. Was ich als das Wichtigste empfinde, egal wo wie und wann du gewillt bist dich anderen etwas mehr zu öffnen, auf sie zugehen willst, sei immer du selbst. Verstell dich nicht. Entweder nimmt man dich so wie du bist, oder man lässt es. Vielleicht einfach mal aus sich selbst heraus das Gespräch suchen, das wäre noch so ein Tipp. ;-)

    Attraktivität... wie ist die Definition von Attraktivität? Sicher bemerkt der andere uns anders, dann wenn wir selbstbewusst mit beiden Beinen fest im Leben stehen. Sicher wird man übersehen wenn man mit geduckter Haltung sich durch den Raum schleicht. Doch all dies liegt in der eigenen Entscheidung. Selbstbewusstsein... sich selbst so zu lieben wie man ist, mit all den kleinen Kanten wissend um all das Gute in einem, dies verleiht sicher eine ganz andere Ausstrahlung.
    So würde ich sagen wenn du dich selbst akzeptierst so wie du bist, dich schön findest im Inneren wie im Äusseren, du wirst sehen um so leichter ist es um auf andere zugehen zukönnen.
    Wer sich versteckt, den kann auch keiner sehen. ;-)
    Jeder Mensch ist in sich etwas ganz besonderes. Das macht für mich das Schöne aus. Und weisst du was... auf dieser Welt gibt es immer einen anderen der dies Besondere in dir sehen kann. Das Wunder dabei ist, meist wohnt er keine zwei Strassen weiter. ;-)

    Sei locker, sei stets du selbst... alles andere wird sich ergeben. Glaub mir. :-)

    Ich wünsch dir viel Erfolg dabei.
    Mit ganz lieben Grüssen an dich.
    Wolf

  3. zitierenFlocky schreibt am 11.04.2012 um 21:23 Uhr:"Mit sich alleine sein" und "einsam sein" sind für mich unterschiedliche Dinge.
    Ich denke, das Gefühl der Einsamkeit stellt sich vor allem dann ein, wenn man unter Menschen ist und scheinbar nichts mit ihnen anfangen kann oder umgekehrt. Oder man ist allein und empfängt Nachrichten von Menschen, die jetzt wohl was ganz Tolles machen. In den Fällen ist das Einsamkeitsempfinden meist hausgemacht, weil die eigene Fantasie natürlich beginnt zu arbeiten und alles schön auszuschmücken, wie viel Spaß die anderen gleich haben werden oder wie fröhlich doch alle Menschen um einen herum aussehen und scheinbar vorbehaltlos und locker miteinander umgehen. Die Hintergründe hinter den anderen möchte die eigene Einsamkeit natürlich nicht sehen, weil sie sich ja oft von Selbstzweifeln ernährt.

    Also: Ist eh nicht immer alles so toll bei anderen wie es aussieht oder scheint. Und wenn du dich einsam fühlst, dann suche dich. Oder die Gesellschaft von jemandem, durch den du dich auch finden kannst.
  4. zitierenS_Hase schreibt am 13.04.2012 um 22:21 Uhr:Herzlichen Dank fur eure Kommentare! Ich habe sie mittlerweile schon ein paarmal gelesen, sie sind sehr schön und ermutigend. :-)

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