Das Leben der jungen J

30.11.2009 um 18:39 Uhr

Die Geister, die ich rief!

Stimmung: Sonnig

Ja, ich habe sie wirklich gerufen. Aber jetzt will ich sie wieder loswerden. Sie gehen mir auf den Keks. Sie treiben mich in den Wahnsinn. Sie strengen mich an. Sie müssen weg. Besonders im Moment. Allerdings sind sie ein wenig hartnäckig...

Was passiert ist? Also... ich rede durchaus mal ganz gerne mit Männern über Sex. Es macht mir Spaß mit ihnen in Phantasien einzutauchen und mich mit ihnen hochzuschaukeln. Gegenseitig scharf machen. Antörnen. Ihr wisst schon...

Ich finde es zwischendurch auch wirklich mal schön, wenn Männer einem Komplimente machen, schließlich ist zuwenig auch doof. Sie sagen, wie toll sie meinen Busen finden, wie geil mein Po ist, dass ich einen unglaublich lasziven Blick drauf habe, für den sie sterben würden, wie sexy ich bin, wie gern sie mit mir fxxxx wollen, bla bla bal... Und ich bin die Königin von Timbuktu!!! (Worüber beschwere ich mich eigentlich??? Schließlich gibt es Männer die mich für ein Sexsymbol halten!! *kicher* Selbstgemachte Leiden, jaja...Jammern auf hohem Niveau...)

Das Problem ist jetzt, dass es scheinbar wie ne Droge für Männer ist. Sie wollen unbedingt immer mehr. Und jetzt habe ich drei Kerle am Hals, die mit mir nur noch über ihre Phantasien reden können. Die immer wieder neuen Input für ihr Kopfkino wollen. Die das förmlich erwarten. Es ist aber sehr anstrengend, sich immer eine neue Antwort auf „was würdest du denn jetzt gern mit mir machen?" einfallen zu lassen. Immer wieder neu kreativ zu sein. Vor allem weil mir im Moment so überhaupt nicht nach Sex ist. Ich will im Moment keinen Sex ohne Gefühl, ohne Sinn. Ich will auch keine Triebbefriedigung sein. Ich will im Moment einfach nicht auf meine Sexualität reduziert werden. Ich will nicht drüber nachdenken, ich will keinen haben und ich will auch nicht darüber phantasieren. Ich will einfach nicht.

Meine Güte, interessiert euch Männer denn nichts anderes? Bin ich nicht sonst vielschichtig genug? Kann man mit mir denn sonst nicht über andere Themen reden? Das schaffen andere doch auch! ist doch nicht schwer! Ich bin doch mehr, als ein toller Busen. Ich hab so was, wie eine emotionale Krise - das muss doch Entschuldigung genug sein.

„Aber ich reduziere dich doch gar nicht auf deine Sexualität!" ist dann die Antwort. „Ich finde dich doch auch sonst nett und humorvoll. Ich rede auch gern mit dir. Du wärst doch gar nicht so sexy, wenn du nicht auch ein wirklich toller Mensch wärst. Wenn es den Brainfuckfaktor nicht gäbe!" Trotzdem... man merkt es eben nicht. Klar können sie einem das sagen und dann ziehen sie einen trotzdem mit Blicken aus. 

Dabei sind alle drei Männer durchaus interessant. Nun ja.. nicht für ne Beziehung... aber das ist ja auch gar nicht nötig. Immerhin haben alle drei Männer eine Frau zu hause... Die sollen sich gefälligst um ihre Beziehung kümmern. Wenigstens haben sie (noch) eine. Und mich in Ruhe lassen (zumindest für eine Weile)....

...dann kann ich mich nämlich in Ruhe selbst bemitleiden und darüber trauern, was für ich ein einsamer Mensch ich doch bin, den keiner liebt und den keiner für ne Beziehung will.

*zwinker*

 

PS: Meine Schuhe (die von Achenputtel) sind endlich da!!! Und sie sind sooo schön. 

 

28.11.2009 um 12:29 Uhr

Die Suche nach der Romantik

von: VomFeuerkind   Kategorie: aus dem Geschichtenfundus   Stichwörter: Stern89

Stimmung: sonnig

Stern89 ist, obwohl er erst 20 ist, mein bester Freund. Er ist in manchen Punkten erstaunlich weit für sein Alter, hat eine gute Beobachtungsgabe, eine tolle Allgemeinbildung, er ist super clever, ist gradlinig und ehrlich. Bei ihm weiß man immer woran man ist. Darüber hinaus ist er auch noch extrem gutaussehend und hat die besten Umgangsformen, die ich jemals an einem Mann gesehen.

Natürlich merkt an manchen Punkten, dass er erst 20 ist. Er würde niemals aus Vorsicht seine Meinung nicht sagen. Die ist manchmal nämlich ein wenig drastisch und hat ihn schon so manches Mal in Schwierigkeiten gebracht. Er kann auch super gut mit Leuten klarkommen, so er sie denn irgendwie respektieren kann, was leider bei vielen Menschen nicht der Fall ist. Irgendwie respektiert er mich, hat eine wirklich hohe Meinung von mir. Und so bin ich einfach so zu seiner Mentorin geworden, die ihm Sachen sagen darf, die er sich sonst von niemanden sagen lassen würde. Für mich ist er ein super verbaler Sparingspartner, wenn ich mal Klarheit in meinen Gedanken brauche und als Ratgeber eignet er sich auch super.

So nun ist Stern89 auf der Suche nach einer Frau, weil er sich in den Kopf gesetzt hat, dass er in den nächsten 2 Jahren heiraten und dann Kinder will. Das ist aber nicht so leicht. Zum einen weil sein Charakter in manchen Punkten eben nicht ganz einfach ist und zum anderen weil seine Vorstellungen... naja... sehr konservativ sind. Er will eine Frau, die sich ihm unterordnet (ihm aber trotzdem verbal gewachsen ist und nicht vor ihm kuscht), mit guten Umgangsformen, hübsch, intelligent, gebildet (aber trotzdem nicht Karrieregeil) und aus gutem Hause. Klar ist, dass sie zu Hause bleibt, wenn die beiden Kinder haben. Sie darf nicht rauchen, nicht trinken und er will nicht, dass sie allein mit ihren männlichen Freunden weggeht.... Klingt nicht westlich! Ist es auch nicht. Er ist Araber und Moslem und nachdem er festgestellt hat, dass es mit den westlichen Frauen für ihn nicht funktioniert, konzentriert er sich nun auf arabische Frauen. (Diese ganzen Punkte sind ihm auch alle nicht auszureden... hab ich schon versucht!)

Aber er ist nun auch aktiv und lässt sich nicht so leicht aus dem Konzept bringen. Er hat sich also bei einer Moslem-Plattform (keine Datinplattform!!!) angemeldet, natürlich nur um da zu diskutieren (klar!!). Bis er dann herausfand, dass dort genau seine Zielgruppe Frauen rumläuft. Also traf er das eine Mädel, 25, genau sein Typ, Studentin in Hamburg. Aber wie der Zufall es nun will, konnten die beiden sich nicht privat über das Forum anschreiben, weil Stern89 kein zahlender Kunde war. (Wir erinnern uns, es ist keine Datingplattform (!!!), aber jeder Mann muss zahlen, wenn er privat werden will...) Stern89 meldete sich also an und - war zu spät! Sie hatte sich gerade 2 Stunden vorher abgemeldet.

Er wäre nun nicht Stern89, wenn er das einfach so auf sich sitzen ließe. Er hat keine „es soll wohl nicht sein"-Aussagen gelten gelassen und ist nach Hamburg gefahren, um sie dort an der Uni zu suchen. (Süß, oder?) Natürlich ist er ihr nicht einfach so über den Weg gelaufen. Aber er hatte einen Brief an sie in der Tasche und hat jemanden an der Zulassungsstelle, dem Einwohnermeldeamt UND im Immatrikulationsbüro der Uni eloquent und mit viel Charme darum gebeten, Namen und Adresse auf den Brief seiner Auserwählten zu ergänzen und einzuwerfen. Und von einer Stelle wissen wir auch, dass es tatsächlich so passiert ist. Sie hat also wenigstens einen der drei Briefe bekommen.

Das ist jetzt fast 2 Wochen her. Aber die gute Dame meldet sich nicht. Ich bin ehrlich erschüttert! Wo ist denn bitte die Romantik in unserer Welt hin???

Also wenn mich jemand so dringend mich kennenlernen wollte, wäre ich irgendwie beeindruckt. Ich hätte es sehr romantisch gefunden und wäre geschmeichelt gewesen. UND hätte mich selbstverständlich gemeldet. Vor allem, weil Stern89 keine schlechte Partie ist. Wenn er etwas älter wäre... dann.... naja, nichts wäre dann, weil ich so alles andere bin, als das was er sich so vorstellt.

 

Wobei ich sein 100%iges Vertrauen genieße und alle meine männlichen Freunde behalten und weiterhin Alkohol konsumieren dürfte....  (Was ich mir nebenbei eh von niemanden verbieten lassen würde.) Fröhlich

27.11.2009 um 19:12 Uhr

Von Überfliegern und Nichts-Checkern

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Teufel

Stimmung: Sturmtief

Ok, jetzt reicht es. Was bildet der Typ sich eigentlich ein. Ist der noch ganz koscher? Ich glaube der gute M. kann mir ein für alle Mal gestohlen bleiben.

Ganz ruhig! Und von vorne: Wir hatten bisher 1,5 Dates ein paar Telefonate und ein paar Mails. Das ganze Date war ein spontanes Treffen am Abend, bei dem wir hinterher knutschen auf dem Parkplatz endeten und er wollte, dass ich noch mitkomme (wozu ich aber keine Lust hatte). Das halbe Date war ein etwas länger geplantes Treffen auf dem Rummel mit meinen Freunden, zu dem er ewig zu spät kam und dann noch alleine weitergezogen ist, weil ich keine Lust auf feiern hatte und er keine Lust auf rumsitzen in einem Café. Da sind wir wohl beide unseren Prinzipien treu geblieben.

Er ist so eigentlich ganz ok. Ich mag seinen Humor und kann stundenlang mit ihm über Sachen lachen, auch wenn seine Sprüche manchmal schon etwas heftig sind. Allerdings ist mit ihm nicht so richtig was anzufangen:

1. Man kann mit ihm nicht langfristig planen. Es muss immer alles spontan sein. Für alles andere will er sich nicht festlegen. Aber dann will er plötzlich Nachts um 22h, dass ich noch auf nen Rotwein und zum KUSCHELN auf dem Sofa vorbeikomme - ja ne is klar!

2. Er erinnert mich an den Teufel. Der Teufel ist ein ehemaliger Geschäftspartner von mir, mit dem es... naja... nicht gut geendet ist. Wer kann denn nun bitte mit jemanden zusammen oder befreundet sein, der mit Gestik, Aussehen und Einstellungen den Todfeind widerspiegelt....?

Fakt ist, dass er irgendwie immer um mich herumschleicht. Ständig wieder den Kontakt anfängt. Vermutlich weil ich ein weiteres Treffen nicht völlig ausschließe. Schließlich macht er wirklich schöne erotische Fotos und ich will da noch vor die Kamera.

Aber im Moment schießt er gerade Vogel ab! Wir arbeiten nämlich zufällig in der gleichen Branche. Er ist auch selbstständig, hat allerdings einen etwas anderen Schwerpunkt als ich. So jetzt hat er mich bei Xing angeschrieben und will mich da zu seinen Kontakten hinzufügen. (Im übrigen hab ich ihn drauf gebracht). Ich weiß nicht, wer von Euch das kennt, aber das ist da seriös.

 

Und jetzt kommen wir zu einem weiteren Grund warum M. nicht geht:

3. er hält sich für den Gott des Marketings. Für the one and only. Für den absoluten Überflieger. Den einzig Erfolgreichen. Nur das, was er sagt und denkt und nur seine Vorgehensweise ist richtig. Alle anderen (und das schließt mich anscheinend ein), hält er für zweitklassig, für überteuerte Schnacker, für Nichtschecker.

Wie schreibt er mich also bei Xing an? Nicht mit „hey, schön dich hier gefunden zu haben, willst du mein Kontakt sein?" Nein. Er schrieb:

„Ich glaube, wir müssen mal über deine Marketingziele reden! M."

Was fällt dem eigentlich ein? Nur weil er das jetzt schon seit 10 Jahren macht und ich erst seit 2, ist er der King? Wieso erdreistet sich jemand, der 25 Firmenhomepages hat (alles unterschiedliche Firmen selbstverständlich), weil er seine Kompetenzen nicht auf die wesentlichen Kernaussagen runter brechen kann, dass er MIR etwas sagen kann? Jemand, der gerade wegen den 25 Firmen super unglaubwürdig ist. Ich habe so viel Zeit in mein Image und der Vermittlung meiner innovativen Dienstleistung rein gesteckt, bis es endlich richtig rund war. Hab Dinge gestrichen und ein Paket geschnürt, bis es marktfähig war. Mittlerweile weiß ich auch, dass genau DAS richtig ist. Ich verdiene sogar Geld damit, anderen zu zeigen, wie sie es genau so machen können (siehe Workshop von gestern, der übrigens großartig war). Und jetzt kommt er an und fängt an meine Marketingziele in Frage zu stellen? Was weiß der denn schon von meiner Dienstleistung? Von dem was ich kann? Von meinen Zielgruppen? Von dem, was ich erreichen will?

Aber noch mehr als diesen bescheuerten Spruch den er gemacht hat, ärgert mich meine Reaktion darauf.

Bessere Antwortvariante 1:

„Möchtest du meine Dienstleistung etwa als Vertriebspartner anbieten?"

Bessere Antwortvariante 2:

„ach ja? Finde ich nicht."

Bessere Antwortvariante 3:

„soso...!" Und M. dann aus meinem Leben radieren.

Bessere Antwortvariante 4:

„ich verbessere mich gern. Aber auf deiner Hilfe kann ich dabei verzichten!"

Bessere Antwortvariante 5:

„Danke für den Hinweis und jetzt reden wir über DEINE Kernkompetenzen!"

Bessere Antwortvariante 6:

„ich prostituiere mich nicht für das Wohl meiner Firma."

 

Aber NEIN! Ich schrieb zurück:

„Was soll das heißen? Willst du mir Beratertage verkaufen?"

Das war blöd, weil ich genau auf das angesprungen bin, was er wollte.

Ehrlich mal. Das geht nicht. Man kann doch wen nicht privat kennenlernen, anbaggern, Sex wollen und sich dann so bescheuert an mir bereichern wollen. Vermutlich würde er es mir auch nicht in Rechnung stellen sondern sexuelle Gegenleistungen erwarten. Das sind jedenfalls nicht meine Geschäftspraktiken. Der Teufel hatte auch keinen Respekt vor seinen Freunden/private Kontakte (siehe Grund 2) und deswegen sind wir zwei auch geschiedene Leute. Ich weiß schon warum M. und der Teufel MOFs (Mensch ohne Freunde) sind, wenn die laufend solche Sachen machen. 

Aber er antwortete ja auch noch (Obwohl es auch egal gewesen wäre, wenn er nichts gesagt hätte. Der Typ ist gestorben!):

„ Nein "Beraterverträge" gibts bei mir nicht - ich lass mich nicht für herumlamentieren bezahlen, sondern für konkrete Maßnahmen ... ;-) Lieben Gruß M."

Meine Güte, wie arrogant. Ehrlich. Als ob andere keine Maßnahmen machen würden. Ne... wirklich. Das reicht. Mit solchen Leuten will ich keinen Kontakt haben. Weder beruflich, noch privat.

 

Achso.. für den Fall, dass mich schon jemand vermisst hatte: ich hatte in meiner Firma auch ohne vernünftige Marketingziele wirklich gut zu tun.

26.11.2009 um 23:48 Uhr

Das tapfere Lehrerlein

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: AWL

Stimmung: Sommerbrise

Heute war Workshop Teil II. Ist schon komisch, plötzlich mal die Rollen zu tauschen und auf der anderen Seite des Tisches zu stehen. Anderen mal etwas beizubringen, statt immer selbst zu lernen. Leute zum reden animieren, statt selbst sich einzubringen. Wenigstens hat alles super funktioniert. Alle haben das getan, was ich wollte und es hat zu dem Ergebnis geführt, was ich mir vorgestellt hatte. Ich bin wirklich stolz auf mich.

Aber, liebe Freunde, es ist anstrengend. Wirklich harte körperliche Arbeit. Als ich damit fertig war, war ich unendlich erschöpft. Fertig mit dem Workshop und mit der Welt. So als hätte ich 2 Stunden Dauerlauf hinter mir. So lange bin ich noch nie gelaufen, aber ich stelle mir den Erschöpfungsgrad vergleichbar vor. Glücklicherweise auch mit ebenso vielen Glückshormonen. Ich sags doch immer Erfolg ist eine unglaubliche Droge.

Ich kam also total fertig und ziemlich zufrieden zu hause an. Baden wäre toll gewesen, aber leider ist mein Bad immer noch zu klein... Ich glaub ich schreib auf meine Partner-Wunsch-Liste noch mit drauf, dass eine Badewanne obligatorisch ist. Überhaupt wäre jemand toll gewesen, der mir meinen Rücken massiert, mir was tolles kocht oder mit mir Essen geht und mir irgendwie das super-sonder-Wohlfühlprogramm bietet.

Und wieder zuckte meine Hand zum Telefon, um AWL anzurufen.

Aber diesmal war ich tapfer. Ich habe es nicht getan. Weil ich einfach keine Lust auf jemanden hatte, der sich nicht für mich interessiert. Außerdem wäre ich ihm dann schon wieder hinterher gelaufen und das wollte ich definitiv nicht machen.

Essengehen wollte ich trotzdem. Das hatte ich verdient. Schön im Restaurant sitzen, was leckeres viel zu fettiges essen und dazu einen schönen Rotwein... Ohja.. Aber irgendwie mit Begleitung. Meine Stimmung schränkte die Auswahl an Leuten, die ich ertragen konnte oder wollte ein wenig ein. Ich kam auf ne Handvoll. Zwei wohnen 60km weit weg und da wollte ich um die Zeit nicht hinfahren (es war schließlich schon 20:30) und die anderen konnte ich nicht erreichen.

Mein Kopf kreiste aber die ganze Zeit um leckeres Essen und schönen Rotwein. Also tat ich etwas, was ich sonst nicht tue: Ich ging allein! Ich fand das auch unglaublich tapfer. Ich hasse es sonst allein zu essen. Mag ich auch zu Hause nicht. Da läuft dann immer der Fernseher. Im Restaurant finde ich es immer besonders doof, weil dann immer alle so doof gucken. Aber ich dachte, man muss sich ja nicht immer von anderen Abhängig machen und nur weil sich gerade keiner findet, auf das Ambiente verzichten.

Ich saß also allein in meinem Lieblingsrestaurant, aß lecker Flammkuchen, genoss meinen Rotwein und den Mokka hinterher und las ein Buch. Das war alles weniger schlimm als ich dachte und fast noch entspannender, als wenn ich jetzt auch noch Konversation hätte machen müssen.

25.11.2009 um 14:29 Uhr

Um 'Haar'esbreite

von: VomFeuerkind   Kategorie: aus dem Geschichtenfundus   Stichwörter: AWL, Haartyp

Stimmung: wechselhaft

Heute morgen musste ich an den einen Typen denken, mit dem ich im Frühjahr so was wie eine Affäre hatte.

Also um es kurz zu machen... er war eigentlich nicht mein Typ. Nicht unsympatisch, aber eben nicht mein Typ. Außerdem hatte ich bei ihm immer irgendwie das Gefühl, bei ihm auf dem Prüfstand zu sein. Er hat mich ganz schön gerastert, abgecheckt und versucht in eine Schublade zu stecken.Trotzdem hatten wir uns einiges zu sagen und zwischendurch, wenn er nicht gerade an mir rumkrittelte oder mich ins Kreuzverhör nahm, hatten wir wirklich auch Spaß miteinander.

So, jetzt hatte dieser Typ aber auch noch einen Makel (mit dem er übrigens erst nach einigen Dates rausrückte): Er hatte noch ne Freundin. Nein, er war nicht glücklich mit ihr. Er überlegte die ganze Zeit, wie und ob er sie denn verlassen wollte. Ich war nett und hörte zu und beobachtete wie er mich trotzdem anbaggerte. Aber weil ich eben nichts von ihm wollte, störte es mich auch nicht, dass er vergeben war (und dass er es nicht erzählt hatte). Ich wollte ja nur Freundschaft.

Bis zu dem einen Morgen, an dem er mich wegen irgendwas in den Arm nahm und ich plötzlich scharf auf ihn wurde. Glubschaugen hin oder her - ich wollte ihn. (Schon merkwürdig, auf was für Typen ich manchmal abfahre). Was dann losging, machte wirklich Spaß. Wir schlichen um einander herum, flirteten, als gäbe es kein Morgen und ich entdeckte zum ersten Mal in meinem Leben, wie cool es ist, einen Mann um den Finger zu wickeln, der etwas von einem will. Ich spielte mit ihm als wäre ich die Katze und er meine Maus. Oder war es doch umgekehrt? Es machte uns beiden jedenfalls mächtig Spaß.

Es kam, wie es kommen musste, wir landeten im Bett. Mehrfach. Nein, es war nicht die Erfüllung. Das Spiel hatte Spaß gemacht, der Sex selbst... war... naja... maximal durchschnittlich. Und weil er an allem rumkrittelte, dachte ich, könnte ich das auch mal machen. Also sagte ich ihm gerade heraus, was mir alles nicht gefiel und was er verbessern könnte. Er probierte es auch aus - mit seiner Freundin! Und sie war begeistert! Da kann man als Affäre doch nur noch den Kopf schütteln!

Jedenfalls verlief es dann immer so: Wir hatten Sex, er hatte ein schlechtes Gewissen, behandelte mich ziemlich mies, ich war sauer, kramte das Biest raus, er hatte wieder ein schlechtes Gewissen, diesmal mir gegenüber, dann kam er wieder angekrochen und wir landeten im Bett... Wir spielten dieses Spiel zwei bis drei Mal. An sich hatte ich dann irgendwann wirklich die Schnauze voll, aber immer wenn ich ihn anfasste wurde ich wieder scharf. Und das ließ sich damals irgendwie nicht vermeiden: Begrüßungsumarmungen, Verabschiedungsumarmungen, kuscheln beim DVD gucken...  Treffen, wollte ich ja schon noch irgendwie.

Es endete erst, nachdem er sich bei seiner Freundin verquatscht hatte. Er hatte ihr natürlich nichts von mir erzählt (entgegen meines Ratschlages). Auch nicht, dass wir seit 3 Monaten, täglichen Kontakt hatten, uns regelmäßig trafen, mit einander essen gingen, DVDs guckten... Sie wusste also nicht, dass ich existiere - bis zu dem einen Samstag, an dem ich anrief und sie zufällig daneben stand. Wir können uns alle denken, welcher Dialog zwischen den beiden stattgefunden hat. Alles angefangen mit der harmlosen Frage: „Wer war das denn?", bis hin zu einer 80%igen Beichte von ihm. Den Teil mit dem Sex hat er weggelassen. Er war halt nicht der hellste. Keine Frau auf der Welt glaubt, wenn ihr Typ ihr drei Monate lang eine Frau verschweigt und plötzlich Veränderungen im Bett auftreten, dass da nichts gelaufen ist. Sie hat natürlich Schluss gemacht. Man sollte jetzt annehmen, dass er darüber froh gewesen wäre, schließlich war er ohnehin nicht glücklich mit ihr. Weit gefehlt. Statt dessen brach er den Kontakt zu mir völlig ab und versuchte bei ihr zu retten, was zu retten war.

Aber bevor er das tat erklärte er mir auch, warum er sich gegen mich entschieden hat:

  1. ich könne nicht küssen (Jaja... Geschmackssache... Aber da hat sich weder vorher noch hinterher jemals jemand drüber beschwert - eher im Gegenteil)
  2. Ich wäre zu laut im Bett (??? Geht das überhaupt??)
  3. Und jetzt kommt es: MEINE HAARE WÄREN ZU KURZ!!!! (sie sind Kinnlang, dafür sehr schön! Gut... keine Polange Mähne - gebe ich zu!)

Aber alles in allem, waren meine Freundinnen und ich uns einig, diese Gründe gehen überhaupt nicht. Jeder einzelne an den ‚Haar'en herbeigezogen. ;)

Trotzdem. Im Nachhinein betrachtet, war selbst diese ‚Haar'spalterei irgendwie tröstlich. Man wusste bescheid. Man hatte ein Feindbild. Man konnte sauer sein und fluchen und sich wem anderes zuwenden. Es hatte ein Ende. Und ich trauerte ihm erstaunlich kurz hinterher.

Und jetzt stehe ich da und kann AWL einfach nicht aus meinem Kopf bekommen. Es hat nicht richtig angefangen und es ist nicht richtig zu Ende. Irgendwie gehe ich ständig Eventualitäten durch und überlege, ob ich nicht doch ein wenig verständnisvoller sein kann. Ihm mehr Zeit geben könnte. Leider fällt mir dann auch jedes Mal wieder ein, dass sein Einsatz wirklich gegen Null geht. Ich bin also hin und her gerissen. Mein Gefühl gibt mir da leider auch keinen Aufschluss. Die einzige Möglichkeit, die ich sehe, um für mich Klarheit zu bekommen, (und die Sache ggf. abzuschließen) wäre ihn gerade heraus zu fragen und so lange zu bohren, bis er mit irgendwas rausrückt. Irgendwie Stellung bezieht. Irgendeine Info, ob es ihm genauso geht, wie mir.

Und schon zuckt meine Hand zum Telefon.

Diesmal kann ich die Hand gerade noch zurückhalten, weil ich, weiß Gott, oft genug angerufen habe. Aber wenn ich nicht anrufe, tut er es auch nicht. Und dann klärt es sich nie... Wie soll ich dann damit klar kommen?? Aber vielleicht, vielleicht, vielleicht meldet er sich ja doch...

Und wieder zuckt meine Hand Richtung Telefon.

24.11.2009 um 15:21 Uhr

Mama, ich komme dieses Jahr Weihnachten NICHT nach Hause!

von: VomFeuerkind   Kategorie: Das Schwiegermonster   Stichwörter: Heimatstadt

Stimmung: Sonnig

Ja. Genau das hatte ich ihr gesagt. Hab all meinen Mut zusammen genommen und hab es getan.

Weihnachten bei meinen Eltern nervt mich schon seit langem. Das endet immer im puren Stress. Und da hab ich einfach keine Lust mehr zu. Außerdem bin ich jetzt 30 (bald 31), da finde ich, muss man das auch eh nicht mehr so eng sehen. Andere Kinder reden in diesem Alter überhaupt nicht mehr mit ihren Eltern.

Aber das Problem sind nicht meine Eltern. Naja... jedenfalls nicht die ganze Zeit. Meine Mutter ist dann irgendwann, wenn Heilig Abend der Baum steht und geschmückt ist und der Rotkohl fröhlich vor sich hin köchelt, auch entspannt. Mein Vater ist auch nicht das Problem, weil er einfach irgendwie immer total entspannt ist und ihn nichts aus der Ruhe bringen kann. Ich hab auch kein Problem damit, mir auch dieses Jahr wieder irgendwas kreatives einfallen zu lassen, was ich den beiden schenken könnte und das, obwohl wir uns ja eigentlich nichts schenken wollen.

Das Problem sind die vielen anderen Leute, die sonst noch in meiner Heimatstadt wohnen und irgendeinen Teil von mir abhaben wollen. Eben, weil ich seit 10 Jahren nicht mehr zu Hause wohne und definitiv nicht mehr zurück kommen werde (was ich nebenbei immer noch regelmäßig gefragt werde). Ich wohne jetzt in einer Großstadt, habe eine kleine Wohnung ganz für mich allein und ich fühle mich hier wohl. Hier gibt es alles was ich will. Und vor allem Abstand zu meiner Mutter. Für nichts in der Welt werde ich wieder in die winzig kleine Stadt ohne Kultur, ohne Kino und ohne vernünftiges Nachtleben zurückgehen. NIEMALS... NEVER EVER!!!!!

Aber eben weil ich mich hier so wohl fühle, ist es im Laufe der Zeit immer seltener geworden, dass ich nach Hause gefahren bin. Besonders seit meine beste Freundin ihre Zelte dort abgebrochen und in Frankfurt aufgeschlagen hat. Weit ist es nicht. Nur 160km oder 1,5 Stunden. Das könnte man mal zwischendurch machen. Aber ich mag eben nicht. Da wohnen nämlich alle, bei denen ich froh bin, dass ich sie nur selten sehen muss. Mein Bio-Papa mit Frau, meine Oma, mein Onkel mit Familie, meine Tante mit Familie und jede Menge Freunde meiner Eltern.

An sich fand ich alle ganz nett (außer meinem Bio-Papa, den ich immer schon anstrengend fand), bis ich angefangen habe zu studieren. Das hat mich wohl in eine andere Kategorie gehoben. Plötzlich war ich so was, wie eine Aussätzige, die sich für was besseres hält. Jeder der mich kennt, weiß, dass ich mir darauf bei Leibe nichts einbilde. Aber es ging sogar soweit, dass ich zur Konfirmation meines Cousins ausgeladen war, weil ich immer so arrogant wäre. Das muss man sich mal vorstellen!

Aber an Weihnachten ist das plötzlich alles vergessen. Da wollen sie plötzlich alle, dass ich sie besuchen komme. Erwarten es förmlich. Und weil ich scheinbar unverbesserlich nett bin, mach ich das auch noch. Naja.. meinen Bio-Papa muss ich wohl besuchen und dann ist da der Familienkaffee bei meiner Tante, da kann ich ja wohl nicht zu hause bleiben (O-Ton meiner Mutter: Kind, wenn du schon mal da bist, dann kannst du dich auch wenigstens mal überall blicken lassen!) ... etc etc....

Also enden mein Weihnachten damit, dass ich von Mittagessen zu Kaffeetrinken, von Kaffeetrinken zu Abendessen reise. Um ja alle zu erwischen. 3 Tage lang. In den Jahren, in denen ich einen Freund hatte, war es noch schlimmer, weil man ihn ja auch noch irgendwie unterbringen musste. Wenn ich dann wenigstens in der Zeit dazwischen meine Ruhe hätte...! Ist aber nicht so. Es ist eben einfach nicht möglich irgendwo bei meinen Eltern zu sitzen und ein Buch lesen. Oder mal ne Mail in Ruhe zu schreiben. „Kihhhhnd...! was machst du denn? Wo steckst du denn immer? Kannst du mal gucken, ob genügend Äpfel auf dem Kuchen sind?" „Kannst du mal kommen und gucken, ob ich die Kugeln vernünftig verteilt habe??" Natürlich nur, wenn es nicht gerade irgendein merkwürdiges Problem mit dem Computer gibt. „Kannst du mal gucken, warum das Fenster da nicht weggeht?" „Weiß ich nicht. Keine Ahnung. Ich hab seit 2 Jahren einen Mac. Da gibt es das nicht!" „Warum weißt du das eigentlich nie! Hättest halt doch nicht BWL studieren sollen! Sondern mal was richtiges."

Aber nicht dieses Jahr. Dieses Jahr fahre ich nicht nach Hause. Dieses Jahr werde ich mich weigern. Dieses Jahr setze ich keinen Fuß in meine Heimatstadt. Also sagte ich zu meiner Mutter: „Mama, ich komme an Weihnachten nicht nach Hause!"

Die Reaktion war, wie ich sie erwartet hatte. Meine Mutter war den Tränen nahe. Wie konnte ihr einziges Kind ihr so was antun. „Aber das ist das Fest der Familie. Ich finde es sehr sehr schade... dass wir dir alle so wenig wert sind...Und dabei bist du doch nur noch so selten da. Telefonieren tun wir auch nur noch so selten (Also ich finde 1 mal pro Woche nicht selten). Wer weiß, wie viele Weihnachten wir noch miteinander haben. (Und als alles nicht half, weil ich diesmal wirklich hartnäckig blieb, fragte sie: ) Was willst du denn sonst machen?"

Tja... das weiß ich noch nicht. Aber im Grunde ist alles besser, als sich diesen Stress anzutun.

 

23.11.2009 um 17:02 Uhr

Eine Brise Melancholie

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: DerAlteMann, AWL, Nitida

Stimmung: wechselhaft

Gestern bin ich mit dem alten Mann tatsächlich ans Meer gefahren. Mir war nach Autofahren und danach, mir am Meer den Wind um die Nase wehen zu lassen. Zu laufen und dabei meine Gedanken zu ordnen. Das war eine meiner besseren Entscheidungen. Es war wirklich schön. Der Tag war schön und sonnig, der Wind war herbstlich zügig, das Meer war da (ist an der Nordsee ja nicht immer so), der Kuchen war lecker und die Gesellschaft war angenehm.

Der alte Mann nimmt es einem nämlich nicht übel, wenn man mal 10min nichts sagt. Wenn man sich mal der Melancholie hingibt. Wenn man einfach mal die Rohheit der Elementen genießt. Er muss einen auch nicht die ganze Zeit betuddeln und er gibt einem hin und wieder gute Denkanstöße. Ich hab mich sehr wohl in seiner Nähe gefühlt und ich glaube dieser Trip hat uns irgendwie enger miteinander verbunden.

Am Ende blies der Wind alle Unklarheiten fort und hinterließ so was wie einen Plan. Oder zumindest eine Richtung. Ich will das Verhalten von AWL so nicht mehr akzeptieren. Es macht mich krank. Ich will nicht mehr hinter wem hinterher laufen, der offenbar mich entweder für eine Beziehung nicht will und mich daher auch nicht in sein Leben integrieren kann/will oder der es nicht zeigen kann. Beides ist nicht wirklich gut. Ich bin auch nicht mehr bereit sein Verhalten mit Problemen zu entschuldigen und ihn weiter in den Schutz zu nehmen. Ich habe besseres verdient. Ich habe jemanden verdient, der sich für mich interessiert und meine Gefühle erwidern kann. Ich sollte mir das selbst wert sein. (jaja... Nitida... ich weiß du sagst das schon seit Wochen..!)

Ich werde also den Vogel frei lassen. Mich nicht mehr an ihn klammern. Wenn er wiederkommt ist gut, wenn nicht, ist auch gut. Die Sache dem Schicksal überlassen.

Also liebes Universum, wenn du das jetzt hörst, ich brauche in diesem Fall Unterstützung vom Schicksal. Wenn es unser Schicksal sein soll, in diesem Leben miteinander glücklich zu werden, dann braucht die Sache einen Schubs und wir brauchen Zeit miteinander. Zeit, in der ihn das Schicksal mit neuen Schicksalsschlägen in Ruhe lässt. Wenn nicht, brauch ich definitiv einen anderen Partner. So langsam geht mir das Singledasein wirklich auf den Keks.

22.11.2009 um 10:54 Uhr

„Gescheit, gescheitert, Scheiterhaufen!“

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: AWL, SMPaar, Strolch

Stimmung: wechselhaft

Nein, das sind ausnahmsweise nicht meine Worte, sondern die von der Sängerin, der Band, die ich Samstag Abend zusammen mit SM-Paar und Strolch gesehen habe. Tolle Band. Naja.. Band ist zuviel gesagt. Es sind zwei Leute. Einer, der die ganze Zeit Köpfe auf dem Synthesizer (oder war es doch ein Keyboard???) gedrückt hat und eine Sängerin. Aber sie hatte es in sich. Diese Stimme, war einfach großartig. Sie hatte Soul in der Stimme und hat hin und wieder Opernklänge mit reingemixt. Diese Vielfalt war unglaublich. Und sarkastisch war sie! So was mag ich ja gern. Das war ihr Fazit, nachdem sie beschrieben hatte, dass Männer ihre Frauen wie ein gutes Unterhaltungsprogramm haben wollen: Seicht, vorhersehbar, nett und hin und wieder von Werbung unterbrochen (bei diesen Worten legte sie lasziv eine Brust frei). Aber sie wäre ganz anders. Sie wäre eben gescheit, gescheitert, Scheiterhaufen!

Abgesehen von der tollen Stimme und ihrem herrlichen Sarkasmus, lief der Abend irgendwie nicht so berauschend. Sie sang nämlich fast den ganzen Abend Liebeslieder. Und es erinnerte mich laufend an die auswegslose Situation mit AWL. Ja, wir haben Samstag Nachmittag telefoniert. Aber wieder nur kurz. Immerhin hat es gereicht, damit ich endlich Informationstechnisch auf den neusten Stand kam, aber nicht, um meine Anliegen los zu werden. Also wieder ein unbefriedigendes Telefonat. Jedenfalls für mich. Einziges Highlight (denke ich jedenfalls) war folgender Gesprächsfetzen:

 

Ich rede nämlich gerne mit dir." betonte ich.

„Ich rede auch gern mit dir, besonders wenn du von deinen Sexgeschichten erzählst!" antwortete er und ich stöhnte innerlich auf: nicht noch einer, der mit mir über Sex reden will!

„Aber da passiert gerade nichts spannendes!" kam von mir.

„Dann müssen wir eben sehen, dass es zwischen uns eben spannender wird." war seine Schlussfolgerung.

 

Ich dachte dabei nur, dass man sich treffen muss, wenn es im Bett spannend sein soll. Dagegen hätte ich nichts. Aber dagegen, dass sich die ganze Beziehung nur um Sex dreht, schon. Aber anscheinend kann ihm selbst die Sache mit dem Sex nicht so wichtig sein, sonst würde er sich doch etwas mehr engagieren, mich in sein Leben zu integrieren. Vielleicht muss ich mich wirklich damit abfinden, dass wir nicht füreinander bestimmt sind.

Jedenfalls saß ich nun in dem Konzert und litt ein wenig vor mich hin. Strolch ließ mich die ganze Zeit nicht aus den Augen. „Wenn du was brauchst, sag bescheid... Komm lass dich mal knuddeln... Geht es dir gut? ... Sollen wir rausgehen? ... Du siehst heute wirklich scharf aus. Ich würd dich echt gern fxxxx..."

Nein, du kannst nichts machen. Ja, mir geht es gut. Ich will einfach meine Ruhe haben. Nein, ich bin nicht in Stimmung. Ja, ich sag bescheid, wenn ich wen zum reden brauche. Nein, ich komme nicht mit auf nen Schlummertrunk. Ich will einfach nach Hause und meine Ruhe haben. Ich brauch einfach ein wenig Zeit. Das geht auch wieder weg. Versprochen. Mach dir keine Sorgen...

20.11.2009 um 17:05 Uhr

Den Blues hegen und pflegen

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Blues

Stimmung: grauer als grau

So, heute ist auch bei mir der Herbstblues angeklungen. Heute ist so ein total doofer Tag. Dabei ist das Wetter da draußen eigentlich ganz ok. An sich wäre ich gern im Bett geblieben und hätte den Tag verschlafen. Nichts getan und mich vom Blues einlullen lassen. Aber das geht ja leider auch nicht immer. Und heute ging es nicht. Heute ist wieder ein zweiter Freitag und heute putzt meine Putzfrau. Ach ja, das heißt ja Raumpflegerin. Und es heißt nicht putzen, sondern raumpflegen.

Nicht, dass ich meine 2 Zimmer nicht auch allein putzen (ähh pflegen) könnte. Meine Wohnung ist wirklich nicht groß. Gut ich habe viel ChiChi. Dinge die nur Frauen in ihren Regalen stehen haben, wie Kerzen, Vasen und Delphine und so was. Lesen tu ich auch mal ganz gerne, also gibt es auch Bücher. Besonders stolz bin ich auf meine Holz-Denkspiele-Sammlung. Ihr wisst schon, diese 3D-Puzzle wo man schon einiges an Gehirnschmalz braucht, um sie zu einer Form zusammen zu setzen. Ja, ich mag meine Wohnung, obwohl sie einen ungeheuren Nachteil hat: im platzoptimierten Badezimmer ist leider kein Platz für ne Badewanne. Und das, ist besonders im Herbst schlimm!

Außer, dass in meiner Wohnung viel ChiChi rumsteht (was nun wirklich keinen Spaß beim Staubwischen macht), ist es dort ganz normal. So wie überall auch. Und reintheoretisch überfordert es niemanden, diese zwei Zimmer auch sauber zu halten. Aber dazu habe ich überhaupt keine Lust. Ich mag es eben einfach nicht. Es gibt mir kein Stück Befriedigung. Im Frühjahr nicht, wenn bekanntlich jeder irgendwas putzt, und auch sonst zu keiner Jahreszeit.

Ich habe mir schon während des Studiums immer wieder, wie ein Mantra, vorerzählt, dass ich mir als erstes eine Putzfrau (ähh Raumpflegerin) leiste, sobald ich Geld verdiene. Und jetzt ist es soweit. Ich verdiene Geld - natürlich nicht ansatzweise genug! Ist ja nie so. Trotzdem kommt diese Perle jetzt alle zwei Wochen (öfter kann ich es mir nicht leisten) und pflegt meine Räume, mein Bad und meine Fenster. Außerdem wäscht sie ab und bügelt. Was will man mehr? Achja.. einen Mann! Aber da übe ich mich bekanntlich in Geduld. Wie gesagt, warten ist ja ein ach so ein meditativer Zustand...

Der Nachteil ist eigentlich nur, dass ich an so einem Tag wie heute eben nicht im Bett liegen bleiben kann. Ich muss aufstehen. Obwohl ich deprimiert bin. Weil meine Raumpflegerin kommt. Gut, arbeiten muss ich auch.

Heute nervt einfach alles: die Situation mit AWL ist doch irgendwie aussichtslos (nein, es gibt nichts Neues!!), ich werde bald wieder älter und außerdem traf mich heute die Erkenntnis, dass ich alles andere, als erfolgreich bin. An sich sollte ich mich total erfolgreich fühlen, weil ich es geschafft habe, eine Putzfrau zu bezahlen, aber leider ist das heute so ganz und gar nicht der Fall. Heute fühle ich mich nur so mäßig erfolgreich. Am liebsten würde ich gerade alles hinschmeißen.

Aber gleich gehe ich nach Hause in meine frisch gepflegte Wohnung und dann...

...dann werde ich die Bettdecke über meinen Kopf ziehen und DVDs gucken und Tee trinken und mich dem Blues hingeben. Baden geht ja leider nicht - immer noch keine Badewanne! Aber vielleicht tut es ja auch ein Ausflug in die Sauna.

19.11.2009 um 13:48 Uhr

Schuhe für Aschenputtel

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Geschichtenerzähler

Stimmung: Sehr sonnig

Ich hab gestern im Internet ein paar Schuhe gekauft. An sich sind sie so was von überflüssig. Ich meine, wer kauft denn schon im Winter Riemchensandalen. Aber die sind so schön... Da kam ich irgendwie nicht drum herum. Und außerdem sind sie ja Balsam für die geschundene Seele. Und wenn schon kein Prinz in Sicht ist (oder der Prinz nicht greifbar ist), braucht man das als Frau manchmal.

Also eigentlich ist nur der Geschichtenerzähler schuld. Er ist Journalist und Autor (deswegen auch der Name Geschichtenerzähler) und ein guter Bekannter von mir. Und er ist ein Fuß-/Schuhfetischist. Tja.. als wir gestern gechattet haben (er wohnt leider etwas weiter weg), kamen wir (mal wieder) auf das Thema. Naja... dann gibt so ein Link den anderen und als nächstes diskutiert man darüber, welche Schuhe sexy sind und was man mit den Schuhen so alles anstellen könnte und plötzlich kauft man im Winter Sandaletten.

Ich persönlich finde ja nicht, dass das es ein Makel für einen Mann ist, ein Schuhfetischist zu sein. Schuhfetischisten sind schon cool. Also zunächst finden sie es überhaupt nicht schlimm, wenn man als Frau ewig viel Geld für Schuhe ausgibt und daher entsprechend viele Paare im Schrank hat. Oftmals sind sie auch selbst sehr großzügig und man bekommt welche geschenkt. Schuhe-Shoppen macht mit ihnen auch plötzlich viel Spaß, weil es eigentlich eher eine Art von Vorspiel ist.

Darüber hinaus kann man Schuhfetischisten prima um den Finger wickeln. Man ziehe einfach einen Rock an, zeige ein wenig Bein, ziehe Schuhe an, die er scharf findet und dann fängt der Spaß an. Man muss nur darauf aufpassen, dass die Schuhe irgendwie subtil sichtbar sind. Sprich die Beine sexy übereinander schlagen, mit dem Fuß wippen, vor ihm Treppen hinauf gehen, vor ihm die Straße entlang schreiten etc. Naja.. und dann lehne man sich grinsend zurück und warte ab, was passiert.

Später am Abend liegen solche Männer einem sprichwörtlich zu Füßen. Als Frau fühlt man sich dann plötzlich wie ne Göttin. Es ist schon verdammt sexy, wenn er mit einer Innbrunst, die nur ein geiler Mann haben kann, kniend den Fuß und Schuh entlang leckt, einfach weil man als Frau es will und weil er es für das geilste der Welt hält. Meist lassen sie dann einiges mit sich machen. ;) (Details lass ich mal weg, sonst ist das dann nicht mehr jugendfrei) Außerdem bekommt man viel öfter Fußmassagen als bei anderen Männern und sie putzen die Schuhe auch wieder...

Hier also ein Hinweis an alle Frauen: Wenn ihr Euch mal wie ne Göttin fühlen wollt, zieht High Heels an und sucht euch einen Schuhfetischisten.

Mit dem richtigen Paar fühlt man sich auch ohne Prinz wie ne Göttin. Also kann man schon mal, besonders im Herbst, wenn eh alles trist und grau ist, 80 € für Schuhe ausgeben.

 

 

 

PS: Der Geschichtenerzähler fängt schon beim Anblick des Absatzes mit dem sabbern an...

PPS: Quelle Foto: http://www.crazy-heels.de/shop/popup_image.php?pID=9175&imgID=0

 

18.11.2009 um 17:32 Uhr

Feine Milde

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: AWL, Nitida

Stimmung: warm bis mild

Ach was soll's. Ich lass bei AWL mal ein wenig Milde walten. Trotz des Sturms, der da draußen vor meinem Büro tobt.

Montag Abend haben Nitida und ich zusammen gesessen und alle Karten und Orakel befragt, die wir auftreiben konnten. Die einzige Erkenntnis war dabei, dass wirklich alle Kanäle des Universums mich dazu bringen wollen, geduldig zu sein. Angeblich werde ich mit einem Mann, der von Fragezeichen und Problemen überlagert wird und viel reist, sehr glücklich. Und ehrlich gesagt, sooo viele, die auf diese Beschreibung passen, kenn ich auch nun wieder nicht.

Mir ist gestern auch wieder eingefallen, wie schlecht es ihm neulich am Telefon ging und wie leid mir das alles tat. Das hat mich doch eher milde gestimmt. Ich neige ja selbst in Krisenzeiten dazu, hin und wieder ein merkwürdiges Kommunikationsverhalten an den Tag zu legen. Also kam ich zu dem Schluss, dass man dann dieses zwanghafte Mann/Frau-Wechselspiel incl. 3 Tage warten (haha...), einfach mal aufweichen könnte und hab angerufen. Weil ich mal hören wollte, wie es ihm geht. (Natürlich auch, weil ich ihm von meinem super, sonder, extra, erfolgreichen Kundentermin berichten wollte... *angeb*)

Gut.. das Telefonat hatte den Informationsgehalt einer sms. War auch ebenso kurz. Erstmal klingelte es ewig. Kurz bevor ich auflegen wollte, meldete er sich doch.

 

„Hi, ich bin's!" meinte ich fröhlich

„Hallo." Sagte er und klang fast noch leidender als letzten Donnerstag. Mhh.. das ‚ich wollte mal hören, wie es dir geht' konnte ich mir also schenken.

„oh... Du klingst gar nicht gut." war meine Antwort.

„ne.. mir geht es auch nicht gut. *stöhn* Ich kann auch gerade nicht. *seufz* Meine Kinder sind noch da. *leidet* Ich melde mich die Tage bei dir. *fängt gleich an zu heulen*"

Ok, ok, es geht ihm nicht gut. In diesen paar Sätzen, lag sein ganzes Leid und sein ganzer Kummer drin. Wirklich traurig. Dieses verdammte große Unglück... Wenigstens kriegt man am Telefon noch ne Stimmung mit - bei ner sms ist das Rausfiltern von Stimmungen immer so schwierig.

Dann gab es noch ein „ok" von mir (aufdrängen wollte ich mich ihm nun nicht.. auch nicht, wenn meine Nachrichten wirklich großartig waren) und ein „Tschüss" von uns beiden und damit war das Telefonat beendet.

 

In ein paar Tagen!!! Pah!!! Und ich habe es schon wieder getan. Ich habe mich schon wieder auf diese bescheuerte, wage Aussage eingelassen. Das Problem ist eigentlich, dass ich in Zeiten, wenn ich gerade nicht denke, dass sein Verhalten etwas mit mir zu tun haben könnte, mir wirklich Sorgen um ihn mache. Ich befürchte einen kurz bevorstehenden Nervenzusammenbruch. Außerdem halte ich seine Familienzusammenkünfte für nicht wirklich zielgerichtet und ergebnisreich. Die werden sich da gegenseitig Vorwürfe machen und sich hauptsächlich im Kreis drehen. Eigentlich bräuchte die Familie einen Mediator. Oder zumindest Hilfe von außen...

... Und da sind wir genau am Kern des Problems. Hilfe von außen! So langsam glaube ich, dass es eine Art Charakterzug von AWL ist, sich abzukapseln und niemanden an sich ran zu lassen, wenn er ein Problem bearbeitet. Einfach mal nicht da sein. Dann irgendeinen Prozess durchzumachen - allein - um dann irgendwann mit ner Lösung wieder aufzutauchen. Wenn er das generell macht und nicht nur bei mir, brauch ich wenig Vorstellungsgabe, um zu erahnen, was dieses Verhalten schon alles angerichtet hat.

Also halte ich ihm weiterhin die Treue. Ich stelle mir einfach vor, ich wäre im Theater und warte darauf, dass der Vorhang aufgeht und die Vorstellung beginnt. Vermutlich hat das Stück dann schon hinter der Bühne stattgefunden und man bekommt nichts mit, außer dem letzten Akt. Aber ich warte trotzdem. Warten kann ja auch ein meditativer Zustand sein.. *lach* Und Geduld ist ja sooo total meine Stärke...

Naja.. ich habe mir jedenfalls vorgenommen, vielleicht etwas weniger an AWL zu denken und mich dafür wieder etwas mehr auf die Arbeit zu konzentrieren. Bis jetzt klappt das überhaupt nicht. Mein Business hat es inzwischen ein wenig nötiger, als das energetische schwarze Loch AWL. Ich halte morgen meinen ersten Workshop, bin entsprechend aufgeregt und muss dafür noch was vorbereiten. Aber mit dem tollen Kundentermin von gestern im Rücken bin ich doch frohen Mutes, dass der auch wirklich toll wird. Ich bin also ein wenig auf ‚Erfolg'. Erfolg, ist eine so verdammt wirksame Droge...

16.11.2009 um 18:09 Uhr

Aufkeimende Wut

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: AWL

Stimmung: Herbststurm

Tja, auch mein Verständnis und meine schier unendliche Geduld haben Grenzen und sie zerreißen gerade an AWLs mittelmäßigen, ach was sag ich: unmöglichen, oder besser: nicht vorhandenem Kommunikationsverhalten.

Das Problem ist, dass die Gründe für seinen Sonderstatus immer mehr im Nebel der Kommunikationslosigkeit verblassen. Warum fand ich ihn noch mal so toll? Warum ist er was besonderes? Warum halte ich die ganze Zeit zu ihm? Achja, weil er weil er Probleme hat. Aber ich hab ihm doch meine Hilfe angeboten, annehmen muss er sie selbst.

So, und nun fängt an, ein Fünkchen Wut in mir hoch zu steigen. Es geht mir auf den Keks, nichts tun zu können, außer abwarten. Es geht mir auf den Keks, dass von ihm keine Initiative kommt. Es geht mir auf den Keks, zu warten. Es geht mir auf den Keks, nicht zu wissen, ob er es wert ist oder ob er sich überhaupt für mich interessiert. Es geht mir auf den Keks, dass er gerade so eine schwere Zeit durchmacht und damit alles entschuldigt. Es geht mir auf den Keks, dass er meine Hilfe nicht annehmen will oder kann. Es geht mir auf den Keks, dass er immer dann wieder ankommt, wenn ich eigentlich ne Entscheidung getroffen habe. So wie letzten Donnerstag. Warum ist er da nicht einfach verwunden?

Wut ist nur leider bei mir eine ganz blöde Sache. Sie verleitet mich zu Kurzschlusshandlungen. Zu Handlungen ohne Rücksicht auf Verluste. Ich bin in der Disco schon mal wegen ner Mischung aus Wut und Ausweichendem Verhalten des Anderen auf jemanden losgegangen und habe dadurch alle Chancen auf ne Freundschaft ein für alle mal vernichtet. Wut im Bauch macht mich zu einer instabilen, tickenden Zeitbombe, die bei der kleinsten Erschütterung explodieren kann und die dann großflächiges Brachland hinterlässt.

Ich hoffe nur, dass die Bombe nicht grade in AWLs Nähe hochgeht. Das würde alles vernichten, was im Keim vielleicht doch da ist.

Gut, ausrasten ist ne blöde Alternative. Einfach so verschwinden kann ich auch nicht. Ich weigere mich einfach typisches Männerverhalten an den Tag zu legen und mich kommentarfrei aus der Affäre zu ziehen. Es nervt mich und ich will das anderen einfach nicht antun. Ich will die Situation vorher wenigstens klären. Ich brauche das... (um nicht zu explodieren)!

Also kann ich nur warten. Aber wie lange? Wie lange kann ich das noch ertragen? Wie lange will ich mich selbst noch in dieser Form kasteien?

15.11.2009 um 20:39 Uhr

Der alte Mann und das Meer

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: AWL, Nitida, deralteMann

Stimmung: sonnig

Naja.. so alt ist der alte Mann nun auch wieder nicht (und vor allem tötet er mich mindestens mit Blicken, wenn ich ihn „alt“ nenne..). Und Meer gab es auch keins, sondern nur Pfützen vom Regen. Aber wir haben einen wirklich netten Kaffee miteinander getrunken. Ok, es war Tee, aber wer stört sich schon an so einer Kleinigkeit. 

Das Coole ist, dass der alte Mann so eine ähnliche Geschichte am Laufen hat, wie ich mit AWL. Es gibt da haufenweise Parallelen – vermutlich verstehen wir uns deswegen so super. Naja.. jedenfalls ist es in seiner Geschichte am Wochenende mal deutlich vorwärts gegangen. Anders als in meiner! Und so saß er mir beschwingt gegenüber und berichtete mir von seinem tollen Date, während ich nur ne sms aufwarten konnte.

„Ich melde mich am Wochenende“ hatte AWL gesagt. Jetzt ist es Sonntag abend, 20h, und natürlich hab ich nichts von ihm gehört. Außer einer sms. Aber die hatte ich ihm quasi abgepresst. Hatte ihm vorher geschrieben, dass ich mir wünschen würde, dass er mich ein wenig mehr in sein Leben lässt und mir ne Chance gibt, ihm in der Zeit des großen Unglücks den Rücken zu stärken. Da konnte er scheinbar nicht anders, da musste er antworten... Das war auch gut so. Wenn er dazu nichts gesagt hätte, hätte ihn das auch für unwiderruflich aus dem Rennen gekickt.

Aber so hat er dann scheinbar auch erkannt, was da zwischen den Zeilen stand und ne wirklich nette sms zurückgeschrieben.

Trotzdem ist sein Kommunikationsverhalten nach wie vor zum kotzen. Ich wünschte mir wirklich, dass wir öfter miteinander telefonieren würden. Treffen könnten wir uns auch mal wieder. Aber das ist auch der Grund, warum Nitida ihn auch nicht mag. Nitida (= lateinisch für nett) ist meine beste Freundin. Sie ist wirklich überdurchschnittlich nett. Manchmal ist das schon fast ein wenig widerlich, zu wem und in welchen Situationen sie alles so „nett“ ist. Jedenfalls mag sie jeder. Aber nicht, weil sie eine doofe zu-allem-Ja-Sagerin ist, sondern, weil sie eine wirkliche Meinung hat. Und die Wahrheit ist manchmal schwer zu ertragen. Aber sie äußert sie dann so nett, dass man ihr nicht böse sein kann, sondern eigentlich nur dankbar.

Oftmals weiß ich nicht mal selbst, warum AWL ohne Ende Chancen bekommt, die andere Männer nie hatten. Vielleicht weil ich darauf hoffe, dass er mein Deckel ist. Der ist ja schwierig genug zu finden. Schließlich muss ER was besonderes sein und nicht irgendeine Dumpfbacke und besondere Männer sind eine verdammt selte Spezies. Wenn man so jemanden gefunden hat, darf man ihn eigentlich auch nicht mehr weglassen. Ist jedenfalls meine Meinung.

Naja.. Träumen darf man ja wohl noch.

13.11.2009 um 22:43 Uhr

Der Tag an dem das große Unglück geschah!

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: AWL, Susi, Strolch, SMPaar

Stimmung: so lala

Ich hab mich nicht zu Hause versteckt. Ich bin zu Freunden gefahren. Ich hab Eiscreme, Schokopudding, Schoko-Weihnachtsmänner, Schokokuchen und heiße Schokolade für alle mitgenommen. Ich fand, wenn ich schon Liebeskummer habe, müssen auch alle was davon haben.Fröhlich

Achja, der Anlass des Treffens war eigentlich ganz lustig. Das eine Pärchen (ich nenn das jetzt mal SM-Paar) ist in der Swingerszene sehr aktiv. Die beiden sind für mich der Inbegriff der offenen Beziehung. Die Beziehung ist schon so offen, dass man sich fragen könnte, wo denn der Beziehungsanteil ist. Aber man merkt den beiden an, dass sie irgendwie zusammengehören. Naja.. und sie haben nicht nur ne offene Beziehung, sondern sie gehen auch noch sehr offen mit ihrer Sexualität um. Auf jeden Fall sind die beiden super lieb. So...Vor ner ganzen Weile haben sie bei einem Pornodreh mitgewirkt und der ist nun käuflich zu erwerben. (Ich sag doch immer, das mein Leben nicht langweilig ist.... )

Also hat das SM-Paar noch Susi&Strolch (= befreundetes Paar. Die beiden sind einfach großartig und mittlerweile wirklich gute Freunde) eingeladen, um gemeinsam den Film zu gucken. Ich hab mich mit meinem Liebeskummer ein wenig aufgedrängelt, weil Paare aus der Swingerszene immer sehr freigiebig mit Streicheleinheiten umgehen – genau das, was ich in meinem Zustand brauchte – und natürlich, weil ich mal wissen wollte, wie das so ist, wenn man Menschen, die man privat kennt, in einem Porno ansehen kann.

Der Porno war an sich ein wenig enttäuschend. Ne Low-Budget Filmproduktion. Ganz normale Leute, die sich auf ner Liegewiese in einem Swingerclub zu ner Gruppensex-Nr. zusammengefunden haben. Wenigstens gab es keine blöde Geschichte drumherum, dafür total überflüssige Interviews mit den „Darstellern“. Einziges Highlight war SM-Sie, weil man ihr tatsächlich anmerkte, dass sie da wirklich Spaß bei hatte.

Also ich saß da, war ein wenig deprimiert, verschlang Eiscreme mit Erdbeersauce, ließ mir von Strolch die Füße massieren und beobachtete die xxxxenden Leute im Fernseher....

 

....als mein Telefon klingelte und AWL-mobil im Display aufleuchtete.

 

Ach, dachte ich.. meldet er sich doch noch? Soso...! Ich war schon ein wenig auf Krawall gebürstet, als ich ranging und krempelte innerlich die Ärmel hoch. Allerdings merkte ich schnell, das was nicht stimmte. Er war total aufgelöst. Es gab ein großes Unglück mit seinem Sohn. Ich nenn das jetzt hier deswegen großes Unglück, weil ich nicht weiß, ob er den Link zu diesem Block irgendwann mal in die Finger bekommt und auch wenn das hier alles super anonym ist, würde er sicherlich nicht wollen, dass ich seine Probleme der Welt mitteile. Aber ihr müsst mir glauben, es ist wirklich schlimm.

Also erzählte er in den 10 min Telefonat kurz, was passiert ist und ich war entsprechend schockiert. Und nein, wir würden uns den Abend nicht mehr sehen, er mache sich so wahnsinnige Sorgen um seinen Sohn. Nein, ich könne nichts für ihn tun. Aber er würde sich am Wochenende noch mal bei mir melden.

Tja... so sieht die Sache also aus! Ich denke die ganze Zeit, dass er kein Interesse an mir hat und dann so was! Das ist schon ein wenig egoistisch, wenn man immer an sich denkt und nicht mitbekommt, dass bei dem anderen gerade das große Unglück reingebrochen ist. So viel zum Thema „auf einer Wellenlänge“.

Naja... Strolch hat schon recht. Das Kommunikationsverhalten von AWL ist wirklich mies. Auch das große Unglück sollte nicht verhindern, dass mal einen Statusbericht verfasst. So was wie: „mir geht es nicht gut, melde mich die Tage!“ oder „Hab Stress mit der Familie, mach dir keine Sorgen, melde mich wenn das gröbste überstanden ist!“

Keine Ahnung wieso, aber mich hatte die Nachricht schlimmer getroffen, als ich gedacht habe und war den restlichen Abend erstaunlich nah am Wasser gebaut. In solchen Situation bin ich immer so dankbar, dass ich Freunde habe, die in allen Lebenslagen hinter mir stehen. Susi&Strolch waren den Abend total lieb. Sie haben mich den gesamten Abend dann noch aufgefangen, getröstet und mir Mut gemacht. Das war wirklich schön.

Aber wie ihn kenne, wird er sich in seine Höhle zurückziehen und niemanden an sich ranlassen. Und unser beider Leben ist leider noch nicht so intensiv miteinander verknüpft, dass ich darauf bestehen könnte, dass er da auf der Stelle rauskommt und sein Leid mit mir teilt. Schließlich ist, wie ich schon oft feststellen musste, geteiltes Leid wirklich halbes Leid. Aber AWL und ich stehen ja noch am Anfang. Für meine Begriffe zu weit am Anfang. Schöner Anfang. Warum muss ich den tollsten Menschen auf der Welt ausgerechnet in einer ausgewachsenen, ernsthaften Krise kennenlernen.

Ich weiß noch nicht genau, wie ich mit diese Situation umgehen soll. Ich hatte ja schon den Entschluss gefasst, AWL AWL sein zu lassen. Ändert das große Unglück nun alles? Bin ich dem als Partnerin eigentlich gewachsen? Will ich das leisten? Lohnt sich das? Lässt er es zu.

Warten wir mal ab, wie sich die Situation weiter entwickelt. Mehr kann ich ohnehin nicht tun.

Traurig

12.11.2009 um 16:27 Uhr

Aller Ende ist schwer

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: AWL

Stimmung: grau in grau

Ja.. heute ist nun endlich der von all meinen Freunden lang ersehnte Tag. Heute schreib ich meinen ersten Blogeintrag. Nicht, dass ich das nicht schon ne Weile vorhabe, aber ihr wisst ja, wie das so ist.... Man hat dies und jenes und hier noch ne Ausrede und da noch eine, warum man irgendwas nicht tut.

Warum ich überhaupt einen Blog schreiben will? Naja.. Meine Freunde finden, dass ich die Welt doch an meinem durchaus interessanten Leben dran beteiligen könnte. Ich übrigens auch. Mir passieren ständig merkwürdige Dinge. Wahre Begebenheiten. Dinge, die ich eigentlich nicht als etwas Besonderes wahrnehme, weil (wie gesagt) mir laufend so was passiert. Aber für „normale“ Menschen sind diese Dinge anscheinend durchaus was Besonderes. Und ich liebe es diese Dinge in Anekdotenform zu erzählen. Auf Partys, bei Dates, bei Freunden. Und ich will Euch auch gern an diesen Geschichten teilhaben lassen. Fröhlich

Aber warum fange ich heute an? Tja.. eigentlich aus gegebenen Anlass. Eigentlich hätte ich heute ein Date mit AWL gehabt. AWL steht für „Auf einer WellenLänge“. Naja.. zumindest dachte ich die ganze Zeit, ich wäre mit AWL auf einer Wellenlänge.

AWL ist großartig. Gut er ist 17 Jahre älter als ich, aber ihn finde ich trotzdem nicht alt. Er ist super clever und feinfühlig und überhaupt der wundervollste Mensch, dem ich je begegnet bin. Mit ihm Zeit zu verbringen macht eben einfach Spaß. Wir haben unendlich viele tiefgründige und humorvolle Gesprächsthemen und das eine Mal, den wir ihn hatten, den großartigsten ersten Sex der Welt. Er hat es eben einfach drauf und wenn wir zusammen sind ist sein Timing für alles einfach grandios. Bei ihm fühle ich mich akzeptiert, respektiert und vollständig.

Heute traf mich dann doch die Ernüchterung. Das was meine Freundin schon seit ner Ewigkeit sagte, sank heute auch in meinem Kopf ein. „Er interessiert sich nicht für dich!“ Und ja.. sie hat recht. So toll sein Timing auch ist, wenn wir zusammen sind, so beschissen ist es, wenn wir es nicht sind. Ja, er hat einen verantwortungsvollen, stressigen Job. Ja, es ist schwierig zwischen seinem Schichtdienst und meiner Selbstständigkeit Zeit zu finden. Ja, er hat gerade total blöde Probleme in seiner Familie (seine Mutter liegt mit Krebs im Krankenhaus). Aber ist das ein Grund gar kein Engagement zu zeigen?

Mir ist heute aufgefallen, dass ich immer die Initiative übernommen habe. Ich hab angerufen. Ich hab gemailt. Ich hab gesmst. Oftmals hat er nicht mal geantwortet. Ich habe Verständnis gezeigt, hab es entschuldigt mit „er hat gerade viel um die Ohren!“ und war geduldig. Aber ich wollte es jetzt mal genau wissen. Wir hatten uns für heute Abend verabredet. Locker. „Ich weiß noch nicht ob ich es schaffe, aber ich würde dich die Woche über gern sehen. Was hältst du von Donnerstag? Lass mal vorher noch mal telefonieren!“

Ja. Ich hab diesmal nicht angerufen. Er auch nicht. Es kam nichts. Kein Anruf, keine Mail, keine sms. Seit wir Sonntag das Telefonat hatten. Heute Mittag bin ich schwach geworden und hab ihm ne sms geschickt: „bleibt es eigentlich bei heute abend?“, die er nicht mal beantwortet hat. Also wird es auch kein Treffen geben. Denke ich jedenfalls.

Männer! Warum können sie einem nicht einfach mal ins Gesicht sagen, dass sie kein Interesse haben? Warum müssen sie sich immer so doof verdrücken? Sang- und Klanglos das Feld räumen? Eine Frau stehen lassen mit dem Satz: „Ich weiß ja nicht, ob du mich willst!“ (ob man es glaubt oder nicht, das hat er tatsächlich gesagt!) Wie weit soll ich denn noch die Tür öffnen? Wie laut soll ich denn noch in die Welt raus schreien „Ich will dich, trotz all deiner Probleme!“?

So... und weil ich nun kein Date habe, dachte ich, dass ich nun auch endlich mal meinem Ärger Luft machen kann und endlich endlich endlich mal mit dem bloggen anfangen könnte. So. Nun wisst ihr es!

Mhh.. gut, das aufzuschreiben ist schon mal irgendwie nicht schlecht. Aber ich weiß trotzdem nicht, wie ich den Abend gestalten soll. Eigentlich will ich lieber nicht zu Hause sein. Nur für den Fall, dass er doch spontan noch nach der Arbeit vorbeikommt (diese verdammte Hoffnung ist aber auch nicht klein zu kriegen). Aber dann wäre ich ja weg und würde irgendwas spannendes tun und so tun, als würde er mich einen Scheißdreck interessieren.

Mir ist aber gar nicht nach Gesellschaft oder Action. Mir ist danach mich zu verkriechen und irgendwelche blöden Serien im Fernseher anzusehen. Nichts tun, außer Schokolade und Eiscreme in rauen Mengen zu vertilgen und zu leiden. Das Regenwetter draußen zu meiner persönlichen Stimmung innen drin zu deklarieren. Mich der Einsamkeit hingeben. Und ihn einfach klingeln zu lassen.

Beschäftigt

Naja mal sehen.. bis 20:30 sind es ja auch noch ein paar Stunden. Vermutlich brauch ich mir auch keine Gedanken machen - er wird nicht klingeln!