Das Leben der jungen J

31.01.2010 um 14:00 Uhr

Sexperimente 5: Der Vierer

von: VomFeuerkind   Kategorie: Sexperimente   Stichwörter: SMPaar, Lehrer, Norman

Wieder kommt hier ein neuer Beitrag zur Sexperimente Reihe. Es ist der Samstag der 26.09.2009

Ich traf das SM-Paar also das Wochenende drauf wieder. Party war angesagt und ich miss mich entsprechend in Gothik-Kleidung. Diesmal fand ich es ziemlich cool ein super kurzes Röckchen mit Stiefeln anzuziehen, vor allem weil ich wusste, das SM-Er darauf steht. Ich fühlte mich super sexy.

„Soll ich Euch abholen?" fragte ich.

„Gerne... so um kurz nach 22h? Wir haben vorher noch einen Gang Bang!" Sagte er.

„Was bitte habt ihr?"

„Einen Gang Bang! Du weißt schon, was das ist, oder?"

„Klar, weiß ich was das ist. Da sind viele Männer und nur eine Frau! Und so was habt ihr bei euch Wohnzimmer?" Ich schüttelte ungläubig den Kopf.

„Ja, aber es kommen nur vier oder fünf. Kannst ja auch mitmachen!" meinte er.

„NUR vier oder fünf!? *kicher* Ja ne is klar. Ich werde wohl nie checken, was ihr alles in Eurer Freizeit treibt. Und nein, ich will nicht früher kommen. Ich hoffe sie hat dann schon geduscht, wenn ich da bin. Ich glaube ich will nicht irgendwelches Sperma bei ihm im Gesicht sehen. Uuuah... Ich bin dann so um 22h da!"

Das scheint ja irgendso eine komische Masche von Männern zu sein, dass sie nicht einfach in Frauen drin oder im Kondom kommen können. Früher war das alles noch anders. Da hatte ich scheinbar „normale" Männer. Männer, die ihre Inspiration nicht aus nem Porno bekommen. Nein, die Männer, die ich in letzter Zeit treffe, müssen dann irgendwo hinspritzen. Ist mir fast egal. Wenn die das brauchen! Sollen sie es eben machen. Man geht dann ins Bad holt ein Taschentuch und wischt es wieder weg. Oder springt unter die Dusche. Dachte ich! Aber nein, Männer erwarten, das man das als Frau richtig geil findet. Es wie ein super duper tolles Geschenk. Oh und dann soll man glücklich gucken und es womöglich noch ablutschen oder es lüstern verreiben oder so. Und wenn man es schon nicht schlucken will, darf es auch gerne wieder lassiv aus dem Mund laufen.

Ich habe kein Problem mit Sperma, aber ich muss es auch nicht irgendwo kleben haben. Ich schlucke nicht (oder nur ganz manchmal, bei meinem festen Partner) und ich bin auch nicht besonders glücklich wenn ich es irgendwo kleben habe.

SM-Sie ist aber so eine. Sie steht tatsächlich darauf, Sperma auf dem Körper kleben zu haben. Es gibt auch Fotos von ihr, wo ihr Sperma im Gesicht klebt und das nicht nur von einem mal. *schüttel* Aber wenns scheen macht.... Jeder so wie er/sie es mag.  

 

Ich kam also an, SM-Sie war unter der Dusche. (puuh) aber es war noch so ein Norman da. Furchtbarer Typ. Ganz furchtbar. *schüttel* Weniger vom Aussehen, als vom Charakter. Ganz furchtbar. Den hat sie ran gelassen? Aber sie meinte hinterher, dass er eh nicht gekonnt hätte. *noch mal schüttel* uaaahh. Norman erzählte also irgendwie unbeteiligt und emotionsfrei von seiner Ex-Freundin, die super Maso war. Sie hätte sich an Piercings im Rücken aufhängen lassen und wollte immer, dass man sie wirklich jedes Mal blutig schlägt und wie cool er das gefunden hat. Und dann erzählte er von dem einen Mädel, dass ihm das Bett vollgeblutet hatte, weil er nicht wusste, dass sie Jungfrau war und danach wäre sie nymphoman geworden und hätte sich ne Frau gesucht. Also, egal was er sagte, er wurde mir nicht sympathischer. War eh alles nur Show. Davon bin ich überzeugt.

Irgendwann waren alle fertig, obwohl es bei SM-Er fast doppelt so lange gedauert hat, als bei ihr. Man war ich froh, dass dieser Typ mit seinem eigenen Auto gefahren ist. Also zu ihm hätte ich mich nicht ins Auto gesetzt. Auf der Party stieß noch ein Freund von den beiden dazu. Der war wesentlich sympathischer, ja fast niedlich. Er war Lehrer und ist glaube ich irgendwie über 40. (ich habe ihn auch schon mal erwähnt, glaube ich)

Das SM-Paar war total gut drauf, ich konnte keinen Alkohol trinken (Autofahren) tanzte aber trotzdem ausgiebig. Ansonsten klebte Norman den gesamten Abend an meinem A... und ging mir damit total auf den Keks. Plötzlich fing das SM-Paar an, miteinander rumzumachen. Wie kann man nur so ein Nimmersatt sein.. die hatte doch schon so viele Kerle vorher. Er griff unters Kleid und man sah, dass sie keine Unterwäsche trug, weil sie sofort verzückt anfing ungeniert zu stöhnen. Die beiden haben aber überhaupt kein Schamgefühl. Aber ich wusste ja jetzt schon, dass ich vom Zugucken scharf werde.

Ich sah mir das ne Weile an und meinte dann zu dem Lehrer, „Wetten, dass ich mitmachen dürfte!" *grins* „Wetten ich auch?" meinte er und wir grinsten uns an. Aber Gothik-Klamotten machen ja eh was mit mir und ich bin auch ohne Alkohol jemand anderes. Also fing ich (als die beiden miteinander fertig waren) an, mich an SM-Sie ranzusoften. Erst knutschten wir nur ein wenig, dann wurde das immer intensiver und ausgiebiger. 

Kinners, ihr hättet mal die Männer sehen sollen. *grins* Denen sind fast die Augen rausgefallen. Dass wollte ich ja immer schon mal machen. In der Öffentlichkeit mit ner Frau rumknutschen. Aber am besten war Norman, der so aussah, als sähe er das zum ersten Mal. *kicher*

SM-Er kam noch dazu und ich weiß ja nicht wie das kam, aber plötzlich war der Lehrer auch noch dabei. Norman nicht. Bestimmt hätte er gewollt, aber den guckte ich mal nicht mit dem Allerwertesten an. Wir standen also zu viert da, irgendwie in einem großen Gruppenkuschelknäuel verknotet. Jeder knutschte mit jedem rum (außer die beiden Männer, die nicht). Ich war scharf, wie nichts gutes und ich wusste nie welche Hand denn von wem ist. Aber das war total cool. Irgendwann, es muss wohl so um fünf gewesen sein - sie spielten schon Rausschmeißermusik - meinte SM-Sie wir könnten ja noch gemeinsam zu ihr gehen und ob ich mit wollte. Klar, solange Norman nicht dabei ist! Auf den hatten alle anderen auch keine Lust und so zogen wir zu viert und feixend ab.

Es hat richtig viel Spaß gemacht. Es war lange nicht so abgekrampf wie die Woche davor, weil es ja auch viel spontaner gewesen ist. Auf den Lehrer war ich auch tatsächlich scharf und so bildeten sich irgendwie Pärchenkonstellationen. Es hat Spaß gemacht. Ich konnte mich erstaunlicherweise auch richtig fallen lassen. Sex hatte ich wieder keinen - nicht schlimm, war meine Entscheidung. Aber sonst sind irgendwie alle auf ihre Kosten gekommen. Wir hatten alle unseren Spaß. Es war wirklich cool. Besonders cool war der Moment, als ich beide Männer im Arm hatte und jeder an einer Brust hing. Ich glaube ich kann das schon irgendwie ertragen, von mehreren Männern angefasst zu werden. Wobei das natürlich alles andere als synchron war. SM-Er biss natürlich viel mehr zu als der Lehrer. Und ich hatte an seiner Seite noch Tage später Striemen von den Fingernägeln. Aber ich will mich nicht beschweren. 

Diesmal kuschelten wir auch alle noch zusammen ein bisschen, bevor der Lehrer und ich jeder in sein eigenes Bett ging. Gruppenkuscheln im wahrsten Sinne des Wortes. Voll gemütlich. Das hatte wirklich beim letzten Mal noch gefehlt. Diesmal hatte ich auch keine moralischen Bedenken und es hat einfach nur Spaß gemacht.

 

Fazit ist also, dass es ne Frage der Stimmung und der Menschenkonstellation ist. Dann macht es auch richtig Spaß. Nein, ihr braucht nicht fragen, zwischen dem Lehrer und mir hat es überhaupt nicht gefunkt. Aber den Freitag drauf war ich noch mal mit SM-Er alleine los, aber davon erzähle ich Euch nächste Woche.

29.01.2010 um 14:39 Uhr

Scheiß Umweltzonen

Stimmung: angenervt

Man ich bin so angenervt. Umweltzone, so ein Quatsch... Die haben sich doch bloß diesen Scheiß ausgedacht, damit sie einen weiteren Grund haben Busgelder und Gebühren einzutreiben. Umwelttechnisch hat das überhaupt keine Bewandtnis. Es ist doch erwiesen, das Feinstaub nicht maßgeblich von Autos sondern von Staubsaugern, Industrie und LKWs erzeugt wird. Autos haben da nur einen winzig kleinen Anteil. Und Feinstaub wird auch nicht da produziert, wo er gemessen wird.

Aber vollkommen egal wo er herkommt, ich wohne jetzt in so einer verdammten Umweltzone. Klar hatte ich von Anfang an eine Plakette. Hat mein Vater mir besorgt. Da hab ich nicht mal die 5€ bezahlt, weil er das gemacht hat. Aber dann hatte ich einen Steinschlag und Carglas, die so viel Werbung für das unkomplizierte Austauschen und Reparieren von Scheiben machen, waren nicht in der Lage nach dem Austausch meiner Windschutzscheibe eine neue Plakette zu besorgen.

Und ich hatte natürlich keine Zeit, mich selbst darum zu kümmern. Diese doofen TÜV Stationen liegen bei rein gar nichts auf dem Weg. Das heißt, man muss es regelrecht planen. Und dann sind die Öffnungszeiten auch nicht unbedingt Büroarbeiter freundlich. Ist auch völlig egal, ich hatte jedenfalls keine...

Natürlich sind die hier bei so was auch ziemlich fleißig. Man kann dann nicht einfach mal sein Auto in der Umweltzone abstellen und hoffen, dass nichts passiert... Nein. Man hat sofort ein Ticket.

So... dann ist es nicht so ein gewöhnliches Ticket, wo man einfach ne Rechnung bekommt, die man still und heimlich bezahlen ODER Einspruch einlegen kann. Nein! Das ist ne schriftliche Anhörung. Zettel ausfüllen und zurückschicken und dann entscheidet irgendein Hampelmann, ob die Begründung wat taugt oder nicht.

Und dann geht das wieder nur schriftlich. Fax, Email reicht ja wieder nicht.

Problem 1: Ich habe niemals never ever eine richtige Briefmarke im Haus.
Problem 2: Ich schaffe es niemals never ever rechtzeitig zu einem Briefkasten.

Also nicht nur, dass man gezwungen wird, an den A... der Welt zu fahren, um so eine blöde Plakette zu kaufen, nein, man braucht auch noch Briefmarke und so einen verdammten Kasten. (Ich glaube ich wäre ohne Email total lebensunfähig.)

So... und heute kam ein Bescheid. Ich hatte natürlich schon mal ne Verwarnung bekommen, da bin ich noch mit „die Windschutzscheibe wurde kürzlich erneuert" durchgekommen. Jetzt kam der zweite... (Sicher mittlerweile wurde mir das alles zu nervig und ich habe mir diese verdammte Umweltplakette besorgt)

Ihnen wird vorgeworfen am XXX von 12:14 bis 12:21 (Als ob die Politesse 5min neben meinem Auto gestanden hätte) an der und der Stelle folgende Verkehrsordnungswidrigkeit nach §1029 Super-bescheuertes-Umwelt-Gesetz begangen zu haben:
Sie nahmen trotz eines Verkehrsverbotes zur Verminderung schädlicher Luftverschmutzung mit einem Kraftfahrzeug am Verkehr teil.
(achja??? Als ich das Ticket bekommen habe, parkte das Auto. Ich habe in der Zeit von 12:14 bis 12:21 überhaupt gar kein bisschen die Umwelt verschmutzt. Abgesehen davon hatte es ja schon mal eine grüne Plakette. Mein Auto ist Umweltbewusst)
§xyu OTNSG §ab Abschnitt 5b DKFG etc...
Wegen Voreintragungen im Verkehrszentralregister wurde die Geldbuße schuldangemessen erhöht
(ach so??? ich habe ne Voreintragung??). Ihre Einwendungen konnten den Tatvorwurf nicht entkräften. (ach nicht??? So ein Mist. Als hätte ich es geahnt)

Das Ende vom Lied ist, dass die Geldbuße 45€ ist, was schon für sich genommen ne Schweinerei ist. Dann kommen noch Kosten für ein Verfahren oben drauf. 20€!!! (Zwanzig EURO!!) Für was denn bitte? Dafür das irgendein Hampelmann sagt, ob er die Begründung gut findet oder nicht? Achja... nicht zu vergessen 3,50€ für sonstige Auslagen der Verwaltungsbehörde. Ja.. sicher.. zwei Briefe zu verschicken kostet halt ne Menge. Briefmarke, Druckerfarbe, Papier, Bleistift anspitzen...

Wie dem auch sei: 68,50€. Für nichts. Dafür dass mein umweltschonendes Auto GEPARKT hat. Über den Unsinn von Umweltzonen reg ich mich mal gar nicht weiter auf. Vermutlich kriege ich die Tage noch so einen Wisch, weil ich an zwei Tagen hintereinander ne Verwarnung bekommen habe. Hat man gar keine Reaktionszeiten mehr? Darf man nicht mehr nach der ersten Verwarnung 1-2 Tage brauchen um sich eine neue Plakette zu besorgen.

Ich könnte kotzen. Das ist so nervig. Wenn es die Umweltzonen vorher gegeben hätte, bevor ich eingezogen wäre, wäre ich nie eingezogen. Scheiß Umweltzone. Ehrlich mal.

28.01.2010 um 23:29 Uhr

Stressig

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Legolas

Stimmung: kopflos

Tja... neulich komme ich an und sag, dass ich mich nicht aufraffen kann. Mittlerweile geht es.. Einigermaßen... Und schwubs haben mich die Aufgaben überrannt. Ich bin in beiden Welten gerade total dicht.

Die wollen bei meiner halben Stelle ständig neue Texte haben. Mittlerweile hab ich überhaupt keine schriftlichen Wörter mehr übrig (macht sich hier auch bemerkbar). Und tolle neue Layout-Ideen habe ich auch gerade keine.

Gestern war ich als moralische Unterstützung bei einem Workshop mit. Ca. 120 Personen und vier super langweilige, super lange Vorträge über IT-Sicherheit (meine Güte... das wird nie zu meinen Lieblingsthema werden!). Außerdem musste ich Nett-Sein *würg* und Interesse an Datensicherheit heucheln *doppelwürg*.

Ich war vom konzentrierten Zuhören und den Gesprächen hinterher total fertig. Aber ich hatte hinterher noch einen Termin mit 30min Fahrt. Es war kalt, es schneite und das Fahren war nicht lustig. Wobei es gestern besser ging als heute. Heute haben sich die Straßen in eine einzige Spiegeloberfläche verwandelt.

Ich bin definitiv ein Stressesser. Naja.. bei Emotionalem Stress zumindestens. Also hielt ich auf dem Rückweg noch bei McD an und holte mir im Café eine riesige heiße Schokolade. Ich fühlte mich ein wenig besser, aber gut war es immer noch nicht. Klar hätte ich bestimmt auch bei Susi und Strolch anrufen können, ob ich bei denen das super sonder Wohlfühlprogramm abgreifen darf - hab ich aber nicht dran gedacht.

Aber ich dachte, dass ich gern ne Badewanne oder Massage hätte. Und weil ich vermutlich beides nicht bekommen würde, dachte ich, dass es doch nett wäre, wenn ich mich bei Legolas für die letzte Massage revanchieren könnte. Er hat auch gerade Stress auf der Arbeit also hat er das super sonder Wohlfühlprogramm genauso nötig wie ich. (Und ich finde es aktiv min. genauso entspannend, wie passiv) Dann kann man vielleicht auch noch etwas kuscheln. Und ich kann ihn gut ertragen, da hätte ich mich vermutlich rein durch seine bloße Anwesenheit entspannt.

Scheiß Spontan Ideen... Hab ich nie wieder...!

Ich textete ihn also an, ob er schon von Feierabend hätte etc... Kam zurück: „man, Ich hab doch gesagt, dass ich diese Woche super viel arbeite. Wir treffen uns nächste Woche!"

Jaja... hatte ich wohl vernommen. ("für das jaja, kriegst du bei Zeiten mal ein paar hiebe mir der Gerte" meinte er) Aber wer freut sich denn nicht über ein super sonder Wohlfühlprogramm...? Es war doch wirklich nur nett gemeint. Ich dachte er freut sich über so ein Angebot. Muss ich mich für solche Ideen auch noch anzicken lassen? Nö...Es gingen noch ein paar sms hin und her, bis er verstanden hatte, dass es nur nett gemeint war, und ich vestand, dass er wirklich noch auf der Arbeit war. Man, warum nicht gleich so! Männer... echt wie blöd.

Egal.. nicht schlimm. Mach ich eben mein eigenes Wohlfühlprogramm und lass ihn erstmal in Ruhe. Selbst schuld.  Wütend

26.01.2010 um 10:17 Uhr

Das „zu hoher Berg“-Syndrom

Stimmung: unmotiviert

Leute, ich weiß jetzt, wo mein Problem ist. Ich weiß jetzt, warum ich im Moment gar nichts auf die Reihe bekomme:

Ich leide unter dem „ zu hoher Berg"-Syndrom. Die Symptome sind vielfälltig reichen von Bauchschmerzen, über Übelkeit, bis hin zu Mutlosigkeit, Kraftlosigkeit, Lustlosigkeit und Faulheit.

Das tritt immer dann auf, wenn ich das Gefühl habe, dass ich vor einer Aufgabe stehe, die ich nicht bewältigen kann. Oder einem Berg von Aufgaben, der einfach zu hoch geworden ist, als das man ihn bezwingen könnte. Oder wenn ich keinen Plan habe, wie ich etwas angehen kann, erst drüber nachdenken müsste und das Problem oder die Lösung unangenehm ist.

Anstatt es dann mutig anzugehen, einen Schritt nach dem anderen zu machen, anzugreifen, mit etwas kleinem anzufangen und dann immer einen Schritt weiter zu gehen, stehe ich fassungslos und entkräftet da und tue - nichts. Naja.. etwas tue ich schon: ich tue Dinge, die mich davon vordergründig ablenken können, aber hintergründig nur dafür sorgen, dass der Berg weiter anwächst.

Ich schaffe also gar nichts. Ich wehre mich sogar gegen den Fortschritt. Gegen Hilfe, gegen Entwicklung, gegen Lösungen. Ich vegetiere vor mich hin, bin unmotiviert und leidenschaftslos. Ich gebe mich dem hin, verschlafe den Morgen, vertrödel den Tag und vergammel den Abend. Jede noch so kleine Geschichte ist mir plötzlich zu viel, jede Aufgabe überfordert mich.

Im Grunde weiß ich, dass es mir besser gehen würde, wenn ich es einfach machen würde. Wenn ich es einfach angehen würde. Dass ich dann auch wieder Motivation finden und Spaß entwickeln würde.

Ich kenne das ja schon. Ich hatte das während meiner Diplomarbeit ne ganze Zeit lang. Damals hat es tatsächlich geholfen, mich wenigstens ein paar Stunden täglich ran zu setzen. Konsequent. Auch wenn ich noch so sehr das Gefühl hatte, es würde nichts bringen oder sich nicht lohnen. Ich kann so viel erreichen, wenn ich mich richtig reinhänge.

Aber ich kann gerade nicht. Die Lösung ist so nahe liegend, aber ich kann nicht. Ich kann mich gerade nicht anschubsen. Es hilft auch nicht, wenn ich von außen angestoßen werden würde, weil es etwas ist, was aus mir selbst heraus kommen muss.

Aber wenigstens weiß ich jetzt, wo das Problem liegt. Jetzt muss ich nur noch ne Motivation finden.

25.01.2010 um 16:19 Uhr

120 km für ein Buch

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: DerAlteMann

„Feuerkind, du kommst mich doch immer besuchen. Ich glaube ich bin jetzt dran. Ich setze mich einfach in den Zug. Das ist doch nicht weit. Dann bin ich in 45 min. da. Und ich bringe Jim Knopf mit, dann kann ich dir noch ein wenig weiter vorlesen!" Meinte der Alte Mann neulich am Telefon.

„Das klingt doch toll. Du kannst natürlich auch hier auf dem Sofa schlafen, dann müssen wir uns abends keinen Stress machen, damit du wieder den Zug nach Hause bekommst! Außerdem koche ich dir was leckeres." antwortete ich. „Ich freu mich schon!"

Also stieg der Alte Mann am Samstag in seiner Stadt, die 60km weit weg liegt, in den Zug und kam um kurz vor sechs hier an. Nett wie ich war, holte ich ihn am Bahnhof ab. Als wir bei mir waren und der Alte Mann es sich gemütlich machen wollte, fiel ihm auf, dass er seine Puschen nicht mithatte. Und mit den Puschen, kein Rasierzeug, keine Zahnbürste, kein Schlafanzug und vor allem kein Jim Knopf.

Er hatte seine komplette Tasche bei sich im Bahnhof ins Schließfach geschlosen, weil er noch kurz in der Stadt war und danach nicht extra nach Hause wollte. Und jetzt stand er da. Entschuldigte sich ca. 100x, raufte sich die wenigen Haare, rang mit den Händen und war sichtlich von der Rolle.

„Wie konnte das nur passieren? Ich hatte doch alles eingepackt! Wie kann man nur so doof sein und die Tasche im Schließfach vergessen... und dabei wollte ich dir doch so gern noch was aus Jim Knopf vorlesen... das ist ja sau blöd jetzt!"

Ich blieb ganz cool. Naja... nicht so ganz... Erst grinste ich nur ein wenig und dann lachte ich schallend los. Die Geschichte ist doch wirklich zu komisch. Inzwischen musste er auch schmunzeln. Und schlussendlich kriegten wir uns beide nicht mehr ein.

„Sooo... was brauchst du denn dringend? Denn wenn wir dir noch ne Zahnbürste kaufen wollen, dann sollten wir uns bald auf den Weg machen!" Fragte ich ihn.

„Ich brauch den Jim Knopf!" sagte er zerknirscht.

Ich schaute ihn an und weil es wirklich sein Ernst zu sein schien und er sich vermutlich den gesamten Abend nicht entspannen würde und sich vermutlich 100x dafür entschuldigen und ich das nicht wollte, sagte ich kurzerhand:

„Dann fahren wir schnell mit dem Auto dahin und holen die Tasche!"

„Das ist doch blöd. Jetzt komm ich dich extra besuchen, damit du dir Zeit und Strecke sparen kannst und jetzt so was! Das sind 60 km!" Meinte er.

„Willst du das Buch nun haben, oder nicht? Wir fahren! Ist doch kein Problem." Mein entschlossener Blick zwang ihn dann wohl in die Knie.

20 min später saßen wir im Auto - nachdem ich schnell das Essen in den Ofen geschoben hatte und er aus dem Rumwundern über meine Spontaeität, Flexibilität und Mobilität nicht mehr rauskam.

„Aber ich zahle dir ne Tankfüllung" beteuerte er. DAMIT konnte ich tatsächlich  leben. :)

Kurz nach sieben kamen wir an, er lief in den Bahnhof, holte seine Tasche und kam glücklich grinsend und mit Blümchen in der Hand wieder zurück.

 

Als ich dann das Auto startete, stotterte es merkwürdig. Erst dachte ich, dass ich ihn doch ein wenig zu leer gefahren hatte. Aber als dann eine der Warnleuchten nicht ausging, war es an mir, fahrig und nervös zu werden. Na toll, dachte ich, jetzt tu ich jemanden einen Gefallen und jetzt bleibt mein Auto liegen??? Das ist unfair!!!

„Ich brauch jetzt dringend eine Tankstelle. Die Leutche geht nicht aus. Was ist wenn es nicht mehr fahrtüchtig ist?" Meinte ich immer noch nervös und glücklicherweise war die nächste Tankstelle nicht weit weg.

In der Zeit wo er tankte, checkte ich in der Bedienungsanleitung, für was diese Lampe denn sein sollte. Ich rechnete schon mit dem schlimmsten. Lichtmaschine im A..., Kühler kaputt..., Motorschaden... Aber nein, es war irgend so ein Motorensymbol, das für erhöhte Umweltverschmutzung stand. Wer bringt denn für so was Warnleuchten an? Wen interessiert denn die Umwelt, wenn man denkt, dass das Auto auseinander fällt?

Der Ölstand war sehr niedrig. Vermutlich war es das. Also einen Liter Öl reinkippen und gucken was passiert. Gut, die Warnlampe ging davon nicht aus, aber ehrlich mal... Umweltverschmutzung??? Ist ja nichts lebensgefährliches. Wird wohl irgend so ein Filter sein... Ich fuhr die zweiten 60km dann trotzdem gemächlicher, als es meine Art gewesen wäre.

 

Später saßen der Alte Mann und ich nett zusammen, genossen unser Abendessen, tranken ne Flasche Wein, freuten uns über das lustige Erlebnis und dass wir 120 km für ein Buch gefahren sind. 

Er las mir daraus vor und ich lehnte mich glücklich zurück. So, wie der Alte Mann liest, war es die Strecke in jedem Fall wert gewesen.

Es war in jedem Fall ein denkwürdiger Abend.

 

PS: Mittlerweile leuchtet die Lampe auch nicht mehr. Ich bring das Auto trotzdem die nächsten Tage in die Werkstatt: Inspektion ist ohnehin mal wieder dran.

24.01.2010 um 14:00 Uhr

Sexperimente 4: Der Dreier!

von: VomFeuerkind   Kategorie: Sexperimente   Stichwörter: AWL, LordO, SMPaar

Heute kommt Teil 4 der Sexperimente-Reihe. Was bisher geschah: Ich hatte mein erstes Erlebnis in einer frivolen Bar mit Lord O, bei dem ich ein Pärchen kennengelernt hatte und bei dem ich noch überlegte, ob ich mich bei denen melden würde, um mich mit beiden zu dritt zu treffen. Nach langem Ringen mit mir selbst, hatte dann doch die Neugierde gesiegt und wir hatten uns für Sonntag, den 20.09.2009 verabredet (einen Tag nach dem ersten Date mit AWL).

Glücklicherweise ergab es sich zufällig, dass wir uns ein paar Tage vorher über den Weg liefen und eine Burlesque-Stripshow bewunderten. So brach schon mal das Eis und wir stellten fest, dass wir durchaus eine Gesprächsebene und vor allem viel Spaß miteinander hatten. Seit dem haben wir regen Kontakt und gehen hin und wieder zusammen feiern. Ich habe es auch schon mehrfach unter dem Namen SM-Paar erwähnt.

Die beiden sind in der Swinger Szene super aktiv und machen all das, was ich mir bisher nur in der Phantasie vorstellen konnte und noch mehr. Sie haben ein ganz klares Machtgefälle, bei dem SM-Er den dominanten Part übernimmt. Die beiden besitzen tatsächlich all das Spielzeug, dass ich sonst nur aus dem Netz kenne. Alles was man sich vorstellen könnte (Peitschen, Flogger, Fesseln, Pranger, Klemmen...etc) haben die beiden ausprobiert oder nutzen es regelmäßig. Zwischendurch „spielen" sie sogar soweit, bis Blut fließt.

Und auch sonst sind sie super aktiv. Ich glaube die waren schon in jeder frivolen Bar und in jedem Swinger Clubs im Umkreis von 200km. Sie sind im Internet aktiv, machen bei Gang Bangs mit, drehen Pornos, gehen auf entsprechende Partys... Ich saß bei den Erzählungen die ganze Zeit nur staunend da. Ich hatte immer gedacht, solche Leute gibt es in der Realität nicht. Ich dachte, dass sind Hirngespinste der Filmindustrie. Aber die beiden LEBEN das und sind dabei auch noch super glücklich miteinander. Also wollte ich das alles genau wissen.

Sie führen eine offene Beziehung. Wie ich jetzt inzwischen weiß, gibt es dabei die unterschiedlichsten Konzepte. Die meisten laden sich hin und wieder gemeinsam Männlein oder Weiblein oder ein anderes Paar ein und haben gemeinsam Spaß. Manche Paare küssen nicht fremd, andere haben nur Sex mit anderen, wenn der eigentliche Partner gefragt wurde u.s.w.

Das SM-Paar, ist für mich der Inbegriff einer offenen Beziehung. Sie treffen sich natürlich im Beisein des anderen mit anderen, aber sie gehen auch beide allein los. Meist ohne Tabus (klar... nur mit Kondom, aber sonst..!). Sie gehen da auch ganz offen mit um. Die Beziehung ist schon so offen, dass man sich fragen könnte, wo denn der Beziehungsanteil ist. Aber man merkt den beiden an, dass sie irgendwie zusammengehören. Auf jeden Fall sind die beiden super lieb.

Und jetzt war nun Sonntag und die beiden wollten vorbeikommen. Ich hatte Lasagne gemacht und schob den gesamten Sonntag Panik. Ich hatte mich noch nie mit jemanden verabredet, bei dem wirklich klar war, dass der Hauptgrund für den Besuch „Sex" war. Und ich weiß, dass meine Libido (entgegen der von SM-Sie, die ja schon nymphomane Züge annimmt) manchmal zickig ist. Ich stehe nicht auf jeden und ich kann nicht in jeder Situation in Stimmung kommen. Sie fand ich schon irgendwie sexy und ihn fürchterlich nett, aber wirklich scharf war ich gar nicht.

Ich machte mir den ganzen Tag Gedanken, wie das nun ablaufen könnte. Wer denn nun im Mittelpunkt steht, wie man das festlegt, wie wir überhaupt den ersten Schritt machen, wie weit ich gehen könnte, ob ich irgendwo einfach aussteigen würde, ob ich den Erwartungen gerecht werden könnte, welche Erwartungen es überhaupt gibt. Natürlich ist auch nicht zu Vergessen, dass die beiden SM wirklich leben und ich noch gar keine wirklichen Erfahrungen gemacht habe. SM-Sie meinte, dass SM-Er da schon mitbekommt, was geht und was nicht. Aber ich war mir plötzlich sehr unsicher, ob ich das überhaupt mal live mitkriegen wollte. Wer weiß, vielleicht ist das nur in der Phantasie gut. Außerdem wollte ich zwar schon seit Jahren mal etwas mit einer Frau haben, aber was wäre, wenn ich mich nun doch nicht überwinden könnte?

Aber die Lasagne war nun im Ofen, ich hatte mich in Schale geschmissen (mein schwarzes Lieblingskleid mit dem Riesenausschnitt, Netzstrümpfe, Stiefel) und ich machte mir immer wieder Mut. Ich wollte doch alles wissen. Deswegen hatten wir uns doch verabredet. Weil ich neugierig bin.

Plötzlich waren sie da. Sie aßen auch tapfer die gesamte Lasagne auf und wir quatschen unbezwungen miteinander. Nebenbei und hinterher gab es Sekt und ich fragte mich die ganze Zeit, wie wir das denn nun anstellen würden. Es passierte einfach mal nichts. Ich war null scharf und so konnte ich nicht den ersten Schritt machen. Von den anderen beiden kam auch nichts.

Bis SM-Sie endlich meinte, dass sie mir gern den Rücken massieren wollte. Also gingen wir ins Schlafzimmer und sie legte los. Es war super entspannend und ich wurde langsam ruhiger. Sie war total süß und tastete sich immer ein kleines bisschen dichter an die erogenen Zonen ran. SM-Er hat wohl anfangs nur zugesehen und ist dann mit eingestiegen. Das war ein wenig skurril. Ich lag ja auf dem Rücken und wusste nicht, wer was genau machte. Wobei es recht schnell klar wurde. Es setzte intensiv Fingernägel ein und gab mir zwischendrin einen Klaps auf den Po. Und weil es mich scharf machte, kramte er einen Flogger (viele kleine Lederstriemen in einem Bündel mit Griff) raus.

Irgendwie war es schon auch eine lustige Situation, als wir Mädels nebeneinander vor ihm knieten und er abwechselnd ihren Hintern und dann meinen Hintern schlug. Das ist sowieso ein schmaler Grad. SM kann sehr schnell lächerlich werden und dann kommt man nie wieder in diese Stimmung rein. Dann kramte er noch so einen Super-Vibrator mit Stromanschluss raus, den ich schon mal im Porno gesehen hatte und der mich seither faszinierte. Der war ungefähr so, wie ich ihn mir vorstellte: heftig. Und der Orgasmus auch.

Später traute ich mich sogar mal SM-Sie anzufassen und ein wenig zu verwöhnen. Allerdings blieb ich dabei deutlich oberhalb des Bauchnabels. Den letzten Schritt traute ich mich dann doch nicht. Aber ich war so froh, dass sie mit dabei war, weil ich immer noch nicht auf SM-Er scharf war. Also kümmerte sie sich um ihn, damit er auch was davon hatte. Wir beide hatten vorher ja schon viel Spaß mit dem Vibrator gehabt.

Jedenfalls drückte er mir für die Zwischenzeit mal den Flogger in die Hand und meinte ich solle SM-Sie schlagen. Bitte was? Seit ihr noch ganz koscher? Aber ich wollte es ja alles wissen... Ich nahm also den Flogger und holte aus - und brach ab. Ich holte wieder aus - und brach wieder ab. Dann stand ich gefühlte 5 min mit dem Teil überm Kopf und brach wieder ab. Mein Gott, was bin ich bloß für ein Weichei. Ich kann nicht mal eine Frau schlagen, die es offensichtlich auch noch will. „Jetzt mach schon!" feuerte SM-Er mich an. „Aber du sagst, wenn das zu doll ist..oder?" fragte ich sie. Ja, meinte sie, das würde sie tun. Ich zögerte noch einen Moment und dann schlug ich zu.

Es knallte. Und sie zuckte. Und ich war verunsichert. Man, ist das ein schräges Gefühl...

Die Stärke wäre ok, aber doller müsste es auch nicht werden. Also machte ich weiter und fing an, ein kleines bisschen Spaß zu entwickeln. Aber ich war froh, als ich das Ding wieder abgegeben durfte.

Blöd war, dass es dann schon recht spät war und die beiden ziemlich schnell los mussten, weil am Montag die Arbeit wieder losging. Also kein kuscheln oder reflektieren.

Als die beiden weg waren, ging es mir überhaupt nicht gut. Ich war einsam und ich brauchte dringend jemanden zum anlehnen. Die ganzen Erfahrungen waren doch irgendwie zu viel gewesen und damit dann allein dazustehen... war nicht einfach. Ich heulte erstmal ne Runde und ließ mich am nächsten Tag bei AWL aus, der mir wieder Mut zusprach.

Aber mal abgesehen von dem Gefühlschaos war es auch interessant gewesen. Es ist irgendwie schräg mit zwei anderen Personen sexuell aktiv zu sein. Es ist nicht leicht, die Aufmerksamkeit gerecht zu verteilen. Auf der anderen Seite sorgt auch jeder ein bisschen für sich selbst. Wer zu kurz kommt, ist letztlich auch selbst schuld. Aber was mich irritiert hat, ist dass sie die sexuelle Energie nicht richtig hochschaukelt. Es ist als würde sie immer irgendwo anstoßen oder jemand wechselt den Platz und dann ist da plötzlich ne Lücke. Schräg ist auch, dass man selbst nicht weiß, wem das Feedback gilt. Das heißt man kann den größten Scheiß machen und bekommt es nicht mit, weil derjenige gerade wegen der anderen Person stöhnt. Aber man macht trotzdem weiter, weil es ja doch auch an einem selbst liegen könnte.Dass es irgendwie nicht richtig rund lief, kann natürlich auch an der Konstellation gelegen haben

Das Fazit von dem Abend ist also:

  • Ein Dreier ist vermutlich davon abhängig, wie scharf die einzelnen Personen scharf auf einander sind. Ich würde es also dennoch noch mal machen.
  • Es war gut, dass ich nicht verpflichtet war, Sex zu haben, weil ich dazu eh keine Lust hatte.
  • SM fängt an irgendwie interessant zu werden. Das sollte ich weiter austesten.
  • Das was ich mich SM-Sie gemacht hatte, war wirklich schön. Ich glaube, wenn ich eine Frau auch besser kenne, habe ich da auch weniger Hemmschwelle. Das hat Potential.
  • Es ist mir hinterher doch wichtig, auf jeden Fall noch etwas zu kuscheln und ein wenig drüber reden.

Das war jedenfalls nicht das letzte Mal, dass ich mit beiden was hatte. Samstag danach sind wir zusammen auf eine Party gegangen und die endete anders als ich es mir vorgestellt hatte, aber davon erzähle ich Euch nächste Woche....

22.01.2010 um 18:43 Uhr

„Spiele“-Abend

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Legolas, SMPaar, Susi, Strolch

Stimmung: müde

Gestern war ja der angekündigte Spieleabend bei mir zu Hause. Irgendwie war der Abend ziemlich schräg. Gegen acht trudelten Susi, Strolch und das SM-Paar bei mir ein. SM-Er hatte sich einen fetten Gyros-Teller mit Pommes mitgebracht und aß ihn ungeniert vor allen Augen auf. Das wäre gar nicht das Problem gewesen, wenn nicht alle anderen irgendwie auf Diät wären. Dann dauerte es ewig, bis wir uns auf ein Spiel geeinigt hatten. Es wurde dann doch nicht Tabu oder Outburst sondern ein Wissensspiel, bei dem man Marken in einer bestimmten Form zusammen sammeln muss, um zu gewinnen.

Wir hatten gerade eine Runde gespielt, als Legolas auch endlich um 21h eintraf - das passte also und er stieg gleich mit ein. Es kam während des Spiels zwei mal vor, dass er Marken verschenken musste. Als ich die erste bekam, war es klar ein Gastgeberding. Bei der zweiten war es ganz klar Schleimerei (fanden wir alle), besonders weil sie bei mir genau ins Bild passte. Aber ich fands süß. *grins*

Dafür ging mir SM-Er den kompletten Abend auf den Keks. Er hat nämlich nicht zugehört, als ich die Regel erklärt habe (auch nicht, als ich sie für Legolas nochmal erklärt hatte) und hat sich ständig über Neuerungen für ihn gewundert. Er hatte auch zum Schluss nicht kapiert wie man mit Ja/Nein-Fragen umgehen soll. Ich glaube er hatte zu dem Spiel auch überhaupt keine Lust. „Wer wird Millionär" wäre ja ein so viel besseres Spiel. Ja.. klar... weil man da immer 4 Antwortmöglichkeiten hat. Au man, das kann ich echt nicht leiden. Wir hatten das demokratisch entschieden. Und ja, dann macht mal etwas, zu dem man weniger Lust hat. Aber dann muss man doch den anderen den Spaß nicht verderben. So ca. 100x dachte ich, dass ich mich jetzt nicht aufregen würde, aber ich wurde immer genervter.

Dummerweise hat Strolch dann bei mir den falschen Knopf gedrückt. Er war auf einem Attackefeld gelandet und wollte mir eine Marke abjagen (gerade nachdem ich schon eine Marke an SM-Sie verloren hatte). Es war die Frage nach einer Figur in einem sorbischen Märchen (das wir alle nicht kannten) und welche FARBE sie in einer bestimmten Situation getragen hätte. Strolchs Antwort war eine Toga, die korrekte Antwort war weiß. Ich fand, dass eine Toga nur eine ART der Kleidung bezeichnet und nicht zwingend weiß sein muss, obwohl sie es meistens ist. Ich glaube wir sind beide etwas hitzig geworden - zumindest war das klar, als Legolas einen entsprechenden Spruch von wegen "es ist nur ein Spiel und wir sollten uns alle wieder abregen..." gemacht hatte.

Irgendwie war die Stimmung irgendwie angespannt und mir ging der Spaß flöten, bis Susi den Vorschlag machte, dass wir es dabei belassen sollten und einfach was anderes spielen. Ich war wirklich froh, weil ich wirklich das Gefühl hatte, dass mir die Situation aus den Händen lief.

Als nächstes war Tabu dran. Männer gegen Frauen. Die Stimmung wurde wieder etwas besser, aber SM-Er war immer noch anstrengend. Er war fest davon überzeugt, dass unbedingt, wenn man einen falschen Begriff benutzt hatte, die gegnerische Mannschaft einen Punkt bekam. Hatten alle bisher noch nie so gespielt. Aber nein, er ließ nicht locker und versuchte verzweifelt die Stelle in der Anleitung zu finden, wo das drin stand und hörte wieder nicht zu. Ich war schon wieder kurz vor 180. Wenn man sich in der Gruppe auf abweichende Regeln einigt und sie von Anfang an so spielt, warum dann so auf das Recht pochen. Ganz ruhig... atmen...

Glücklicherweise gewannen die Männer. Strolch wurde schon wieder knartschig (dass er nicht verlieren kann, hat man schon beim Wissensspiel gemerkt), weil er nicht so viele Punkte für sein Team holen konnte. Er ist nicht in Deutschland aufgewachsen und so gibt es eben haufenweise Dinge, die er nicht weiß, die man als Deutscher aber eben einfach so kennt. Dann fing er an das als Endschuldigung dafür zu nehmen, dass er komplizierter denkt und erklärt als die andern, die ihm deswegen nicht folgen können.

Kurz nach elf war es endlich zu Ende und es folgte allgemeine Aufbruch­stimmung. Boah... auf solche anstrengenden Abende hab ich mal so überhaupt keine Lust. Mal sehen, ob ich in dieser Konstellation das noch mal mache.Ich glaube eher nicht. Ich war froh, dass Legolas irgendwie wie ein ausgleichendes Element fungiert hat

Wenigstens brach Legolas nicht mit den anderen auf. Ich hatte ja noch nicht wirklich Gelegenheit, mit ihm überhaupt zu reden (außer bei der Wohnungs­führung - die bei zwei Zimmern recht kurz ausfällt.) Wir tranken noch nen Wein miteinander und tauschten dann kleine intime Geheimnisse aus der Kindheit aus. Auf die Frage hin, wie sich denn bei ihm seine devote/ masochistische Seite äußert, kam nach ner Weile raus, dass er es scharf findet, wenn eine Frau stark und selbstbewusst rüber kommt und ihre Macht auch ausnutzt. Am besten funktioniert es dann, wenn man es auch noch mit der entsprechenden Kleidung untermalt. Eh ich es mich versah, waren wir im Schlafzimmer und ich zog Stiefel an, wedelte mit der Gerte und er kniete mir zu Füßen.

Ehrlich gesagt, überfordert mich Dominant-sein ein wenig. Ich kenne mich selbst zu wenig im (praktischen) SM Bereich aus. Hab da noch nicht mal meine eigenen Grenzen ausgelotet. Weiß selbst nicht genau, welche Stellen man schlagen darf und wie doll. Was toll ist und was nicht. Man hat schließlich Verantwortung und ich muss eine erhebliche Hemmschwelle überschreiten, um mit der Gerte überhaupt zuzuschlagen. Wobei ich feststellen musste, dass es mich schon scharf macht, wenn mir ein Mann zu Füßen kniet oder ich einen Mann in meiner Macht habe. Aber ich gehe da halt noch ohne Plan vor. Habe kein Ziel. Ich bin da nicht so intuitiv.

Und ich war froh darüber, dass wir doch wieder die Rollen getauscht haben. Aber so ganz konnte ich mich nicht fallen lassen. Wie auch, wenn ich ständig darüber nachdenke, ob er jetzt in der Rolle Spaß hat oder ob er vielleicht enttäuscht sein könnte. Dennoch war es interessant, dass ich mit verbundenen Augen, gefesselten Händen, ihm fast völlig ausgeliefert war und es auch noch genoss.

Es war schön, aber wir sind beide nicht von der Leidenschaft weggetragen worden. Ich hatte zwischendurch das Gefühl, dass er sich ebenfalls nicht richtig einlassen konnte. Das er gar nicht richtig da war. Ich hab mich zwischendurch oft gefragt, ob er überhaupt scharf auf mich ist. Aber was ist es dann? Neugierde? Wissenschaftliches Interesse? Eine Form von Hoffnung? Zwang? Denkt er, ich erwarte das von ihm? Und wieder jemand, der mehr Fragen hinterlässt, als sie zu beantworten.Von daher ist es schön, dass wir noch keinen Sex hatten.

Aber gekuschelt haben wir dann noch miteinander. Irgendwann ist er eingeschlafen und ich hab ihn gelassen. Normalerweise schmeiß ich Männer nach dem Orgasmus raus, weil mir das sonst zu emotional wird, aber ich wollte gucken, ob ich in seinen Armen schlafen könnte. Und ja, ich könnte, obwohl es irgendwie merkwürdig war. Irgendwie distanziert. Klar waren wir eng aneinander gekuschelt aber es war als wäre er nicht ganz anwesend (gut - er hat geschlafen!). Trotzdem hat er ganz süß meine Füße genommen und sie gewärmt.

Und dann hat er versucht sich nachts davon zu schleichen. *kopfschüttel* Aber ich hab noch nicht geschlafen. Er ging, ohne vernünftigen Abschiedskuss. Auch wieder merkwürdig. Aber das macht er nicht noch mal. Entweder er geht gleich, oder er bleibt die Nacht da. So ein Quatsch. Da red ich noch mal mit ihm.

Ich wüsste jetzt mal gerne, was in ihm vorgeht. Wie sieht er das Treffen, den Abend, die Nacht? Brauchte er einfach mal wieder ein wenig Zärtlichkeit? Wollte er seine Grenzen testen? Ne Rolle leben, die er sonst nicht lebt?

Ich glaube nicht, dass er mich komplett doof findet. Ich glaube er mag mich schon ein wenig. Aber ich glaube, wir sollten die Sexsache lassen, solange keine Gefühle im Spiel sind. Es gibt Männer, mit denen kann man super geilen Sex haben, ohne dass Gefühle ne Rolle spielen. Lord O ist so jemand, Legolas nicht (dabei haben die beiden das selbe Sternzeichen). Vielleicht sollten wir uns eher kennenlernen und gucken ob sich Gefühle entwickeln und es dann noch mal versuchen. Ich finde ihn ja nach wie vor wirklich interessant. Und vor allem mag ich seine ruhige und ausgeglichene Art. Das steckt an und tut mir auch mal ganz gut. Ich kann mich in seiner Nähe total gut entspannen.

21.01.2010 um 16:43 Uhr

Muster-gültig??

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten

Stimmung: ein wenig nachdenklich aber gut

Der eine Kommentar von Justice im letzten Beitrag, hat mich doch sehr nachdenklich gestimmt. Sie schrieb, dass sie auch lange gesucht habe und lange viele Entschuldigungen akzeptiert habe, wenn sich Männer nicht gemeldet haben und sich auch sehr schnell verliebt hätte. Das wäre bei ihr wie ein Muster. Und dann, nach einer massiven Enttäuschung, hätte sie angefangen alles abzublocken, bis einer kam, der ihre Mauern durchbrechen wollte - und es auch geschafft hat.

Ja... ich habe diese Muster auch. Und ich hab schon von vielen anderen gehört, dass sie in solchen Situationen waren und dann „aufgegeben haben", „alles abgeblockt haben", „aufgehört haben zu suchen" und dann hätten sie plötzlich jemanden gefunden. Und gibt es die Leute, die der Sache noch mal ne letzte Chance geben und alles auf eine Karte setzten, sich ne Zeitfrist setzen und wirklich alles mitnehmen, was geht, um jemanden kennenzulernen - und damit Erfolg haben. Und dann gibt es die, denen einfach der richtige in den Schoß fällt, ob wohl sie weder suchen noch aufgegeben haben. Die in z.B. in einer Beziehung stecken.

Es gibt Beziehungsratgeber, die einem bestimmte Dinge einreden, z.B. das man Desinteresse heucheln soll, damit der Jagdinstinkt von Männern geweckt wird. (Als ob geheucheltes Desinteresse nicht extrem einfach zu durchschauen wäre.) Und es gibt Ratgeber, die einem sagen, dass man als Frau ruhig das tun soll, wonach einem ist. Es gibt Bücher darüber, dass man sich den Partner beim Universum bestellen kann/soll, aber sie sagen einem nicht, wie die Bestellung auszusehen hat. Im Christentum betet man für einen Partner. Eine Freundin (mit spirituellem Hintergrund) hat potentielle Partner über die Aura gefragt, ob sie was miteinander anfangen wollen. Menschen gehen zu Wahrsagern, zu Astrologen, zu Psychologen, zu Partnervermittlungen....

Im Grunde gibt es haufenweise Menschen weltweit, die davon leben, anderen zu sagen, wie sie den Partner fürs Leben finden können.

Ich weiß nicht, ob es den einen, generell richtigen Weg gibt. Vermutlich nicht. Ich glaube, da muss jeder seinen Weg finden. Ich denke schon sehr lange darüber nach, wie mein Weg aussehen könnte. Ich glaube nicht, dass es mir hilft, zwanghaft alles abzublocken oder aufzugeben. Weil ich das einfach nicht bin. Ich gebe nicht auf. Ich bin ein Optimist. Wenn ich aufgeben würde, wenn ich aufhören würde zu hoffen, es zu versuchen, würde ich entgegen meines Charakters handeln.

Auch wenn jeder Versuch eine kleine Wunde hinterlässt, lässt es sich für mich dadurch besser ertragen, wenn ich gucken kann, was gut gelaufen ist, wo ich Fehler gemacht habe, was ich optimieren kann und was eben nicht. Ich lerne aus Rückschlägen, dass war immer schon so. Deswegen lässt mich das "Warum nicht!" auch nicht los. Ich brauche das um zu verstehen. Außerdem bin ich viel zu neugierig. Ich mag es neue Menschen kennenzulernen und zu schauen, wie sie ticken. Und mit jeder neuen Person gibt es eine neue Chance. Ich finde „aufgeben" hat auch etwas verbittertes. Das ist mit negativer Energie verbunden. So was zieht einen runter und das kann ich nicht gebrauchen. Ich bin im Grunde meiner Seele ein sehr fröhlicher und lebensfroher Mensch.

Ich habe auch viel aus der Vergangenheit gelernt und ich komme immer ein kleines stück näher an das Ziel ran. Und das Ziel ist dabei, Dinge zu tun oder einen Partner zu finden, der mir gut tut und bei dem ich so sein kann, wie ich bin.

Das fing zunächst damit an, dass ich mich selbst mehr akzeptiert habe. Dass ich mich nicht mehr STÄNDIG selbst in Frage stelle (tue ich manchmal schon noch). Ich habe auch immer mehr von mir gezeigt. War von Anfang an viel authentischer, vor allem weil ich in der Vergangenheit mich selbst zu stark aufgegeben habe und mich dann nach einer Weile selbst nicht mehr leiden mochte. Ich habe auch mehr Gefühl zugelassen. Auch von Anfang an. Weil ich immer weniger Angst vor Verletzungen hatte.

Ich habe herausgefunden, was mich ausmacht und was mir wichtig ist, damit ich ich selbst bleiben kann. Welches Beziehungskonstrukt richtig wäre, auf was ich auf keinen Fall verzichten kann. Vieles was in den letzten zwei Jahren passiert ist, hat vieles ans Tageslicht befördert.

Ich habe verstärkt auf mein Gefühl geachtet. Wie ich mich in der Gegenwart eines anderen fühle und ob ich glaube, dass das Beziehungstauglich ist. Das ist ein Punkt, der am wenigsten Stabilität hat. Da gehen meine Erfahrungen leider nicht so weit in die Vergangenheit zurück, weil ich da so intensiv erst recht kurz drauf achte. Ich bin auch immer noch jedes Mal von der Intensität überrascht. Davon, wie häufig das vorkommt und davon, dass ich plötzlich starke Gefühle bei Menschen habe, wo ich das nie erwartet hätte, die aber definitiv nur tief-freundschaftlich sind. (Der alte Mann ist so jemand). Es fällt mir noch sehr schwer, Freundschaft und Liebe immer genau zu trennen. Aber ich glaube ich habe langsam eine Ahnung, wie sich Liebe anfühlen muss.

Ich glaube, dass ich auf dem richtigen Weg bin und dass ich ziemlich klar sehen kann, ob das mit demjenigen klappen könnte oder nicht, WENN wir uns denn endlich mal kennengelernt haben.

Im Moment scheitere ich schon an der ersten Hürde. Bei den meisten, die ich interessant finde, komme ich überhaupt nicht in den Kennenlern-Modus rein. Zumindest kommt es mir so vor. Woran das liegt? Ich kann nur raten.

Vielleicht liegt es wie bei AWL daran, dass ich selbst nicht schnell genug entscheiden kann, ob ich jemanden ÜBERHAUPT kennenlernen WILL und dann die entsprechenden Signale sende. Oder es ist das Problem, dass ich schon seit Jahren mit mir rumtrage: ich bin niemand, der beim ersten Blick überzeugt. Ich glaube ich wirke auf den ersten Blick sehr forsch, frech, distanziert... etc. Die Leute, die sich dann aber doch die Mühe machen hinter die Fassade zu blicken, die sehen dann eine herzliche, sensible und reflektierte Person. Aber die Mühe macht sich eben nicht jede/r. Das habe ich völlig vergessen gehabt, dass mich das immer noch verfolgt, weil ich im Moment so viel positives Feedback bekomme. Und vielleicht ist es auch noch das Problem, dass ich manchmal selbst zu forsch und einnehmend bin und dem anderen keinen Raum lasse.

Woran das auch immer liegen mag, irgendwann werde ich auch dafür eine Lösung finden. Und dann steht auch irgendwann die richtige Person vor meiner Tür. Da bin ich fest von überzeugt.

20.01.2010 um 17:21 Uhr

Vom täglichen Einerlei...

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: AWL, Legolas

Stimmung: ganz ok

Soo... ich bin heute irgendwie unkreativ. Aber es passiert auch einfach nichts. Gut... am Wochenende war es durchaus aufregend. Aber seit dem? Ich arbeite gerade sehr viel. Vielleicht liegt es daran. In beiden Firmen passiert gerade sehr viel.

In meiner halben Stelle organisieren wir (=ich) den Messeauftritt. Es müssen Poster und Texte erstellt werden. Außerdem muss die Pressearbeit organisiert werden (wobei es für diese Messe schon fast ein wenig spät ist). Darüber hinaus bin ich gerade damit beschäftigt eine Corporate Identity aufzubauen und die überall reinfließen zu lassen. Zum Beispiel in die Webseite. Die wird gerade komplett überarbeitet. Auch wieder ein Haufen Texte und Grafiken... etc. Gestern habe ich ein Corporate Hintergrundbild für den Destop erstellt, das bei Kundenpräsentationen genutzt werden soll. Es ist wirklich cool geworden.

„Wie stellst du dir das mit der Tag Cloud denn vor, das kann doch gar nicht funktionieren. Hintergrundbilder sind besser, wenn sie nicht zu fitzelig sind... da ist schon genügend Kram drauf und jetzt willst du da ne Text-Wolke drauf machen....!" Jaja... und jetzt finden es alle richtig super. Ha! Ich glaube als nächstes überarbeite ich die PowerPointPräsentation. Die passt stylisch überhaupt nicht mehr zu den anderen Sachen, die wir (=ich) gerade so Design-technisch machen. Und dann die Visitenkarten. Aber immer hübsch einen Schritt nach dem anderen... Es wird meinen Chefs vermutlich selbst auffallen, dass alles überarbeitet werden muss. Bei der nächsten Präsentation zum Beispiel, wenn auf dem coolen Hintergrundbild eine langweilig aussehende ppt startet. Das geht gar nicht!

Die Software, die sie im Moment schreiben, ist mittlerweile im Beta-Stadium und ich werde mal wieder zur Testabteilung. Softwaretesten ist super anstrengend. Man muss mitdenken und überlegen, ob die Verknüpfungen logisch sind, ob alles so angezeigt wird, wie es soll, ob man es an irgendeiner Stelle zum Absturz bringen kann, was passiert wenn man zuviel oder falschen (formatierten) Text eingibt... Das ist vor allem deswegen anstrengend, weil sie immer so aufwendige Software schreiben. Aber es macht auch Spaß... Wir haben hier einen kleinen Wettkampf zwischen den Entwicklern und mir laufen, bei wessen Code ich Fehler finde und ob überhaupt. Was am Ende nur gut für das System sein kann. Außerdem fällt mir auch immer noch Usability-Optimierungsbedarf auf. Das ist dann wieder gut für den Kunden und fürs Image.

In meiner Selbstständigkeit habe ich gerade tolle Ideen für ne 3D-Anfahrt und setzte sie gerade um. Erster Testkunde wird die Firma, wo ich die halbe Stelle habe. Sonst entstehen gerade einige neue technische Entwicklungen, die das Portfolio richtig schön rund machen. Bei dem Auftrag aus dem letzten Jahr klemmt es gerade ein wenig, weil die mit den letzten zwei Texten nicht an Land kommen. Naja... wenigstens haben sie schon bezahlt. Aber ich würde es trotzdem gern abschließen. Schließlich will ich sie als Refferenz PR- und Marketingtechnisch ein wenig ausschlachten.

Ansonsten suchte ich gerade mal wieder LOST. Die nächste Staffel läuft an und ich habe angefangen, die alten Folgen noch mal zu wiederholen, damit ich total auf dem Laufenden bin.

AWL hat sich noch nicht gemeldet. Das ist jetzt mittlerweile ne Woche her. Eigentlich ist das für AWL nichts neues, dass das so lange dauert. Ich habe auch schon mal 1,5 Wochen auf ne Antwort gewartet. Aber ich glaube trotzdem nicht mehr, dass da noch etwas kommt. Und mittlerweile finde ich das auch nicht mehr wirklich schlimm. Soll der doch bleiben, wo der Pfeffer wächst. -> Juhu... ich komme über ihn hinweg und muss nicht mehr ständig an ihn denken! Ok...das ist gelogen. Ich denke trotzdem noch an ihn, aber zumindest nicht mehr hoffnungsvoll und sehnsüchtig.

Tja.. blöd ist nur, dass mich diese ganze Nicht-Melderei irgendwie zum gebrannten Kind gemacht (ja haha: das Feuerkind ist ein gebranntes Kind! Lustig!). Ich sehe jetzt schon überall Gespenster. Ich werde jetzt ganz kribbelig, wenn ich von Legolas mal ein paar Stunden keine Antwort bekomme. Ist doch bei CopyCat auch so, dass sie immer ewig braucht. „SMSwendend" schafft sie auch nie und bei ihr werde ich nicht kribbelig. Man hat das doch manchmal, dass man nicht alle 10min aufs Handy guckt. Der Junge guckt kein Fernsehen, wer weiß wie oft er seine Emails checkt. Es kann ja auch vorkommen, dass man manchmal eben nicht weiß, ob man es in ein ein/zwei Tagen einrichten kann, zu einem Spieleabend zu kommen. Vielleicht hat er schon was anderes vor, wo er erstmal gucken muss, ob er das verlegen kann/will. Vielleicht hat er auch keine Lust auf die Leute, oder steht generell nicht auf Spieleabende (gilt jedenfalls für meine Mutter) und er hadert noch mit sich ob er sich das antun will oder nicht.

Ich verstehe gar nicht, warum ich mir solche Gedanken mache. Gut, ich finde ihn nett. Sehr nett sogar. Und ja, es war in der Vergangenheit öfter so, dass sich die Männer, die ich interessant fand, einfach so, ohne Kommentar, aus meinem Leben geschlichen haben. Das finde ich übrigens total zum kotzen. Aber ich sollte nicht von der Allgemeinheit auf den Einzelnen schließen. Er ist doch ein ganz eigener Mensch und er hat seine ganz spezielle unvorein­genommene Chance verdient. Ich bin doch sonst so vorurteilsfrei. Außerdem ist Nicht-melden kein Grund, anzufangen, an sich selbst zu zweifeln (was ich auch gerne tue).

Das hat wohl was mit Ängsten zu tun. Ich habe wohl Angst davor, ihn zu verlieren. Und das obwohl ich noch nicht mal besitze. Man kann eine Person eh nicht „besitzen". Oder es ist die Angst, wieder von vorne anzufangen, Hoffnung zu haben und enttäuscht zu werden oder sich wieder zu irren. Das verstehe ich überhaupt nicht. Ich halte mich eigentlich für jemanden, der gut mit dem Singeldasein klarkommt. Ich verdiene meinen Lebensunterhalt - allein! Ich baue Möbel zusammen - allein! Ich wohne - allein! Und ich fühle mich eigentlich auch sehr wohl mit meinem Leben. Ich habe viele Freunde und Langeweile habe ich auch selten.

Da ist es doch merkwürdig, dass dieses „unbedingt einen Partner finden", schon fast verbissene Züge annimmt. Warum? Ich behaupte doch immer, dass ich eigentlich keinen Partner „brauche". Ich komme allein AUCH gut klar. Belüge ich mich mit so einer Aussage selbst? „Brauche" ich doch jemanden und will es mir selbst gegenüber einfach nicht eingestehen?

Dabei kommuniziert Legolas doch mit mir. Er hat auf die Email am Samstag geantwortet (nicht auf die am Sonntag, aber immerhin) und er hat gestern noch mal nachgefragt, was das denn für ein Spieleabend sein soll. Also kein Stress!

Außerdem ist just in diesem Moment eine SMS von ihm ins Haus geflattert. (SMS ist auch einfach ein scheiß Medium. Man kriegt eben nicht sofort Feedback.) Er kommt später, aber er kommt. So! Der ganze Stress war gar nicht notwendig. Alles im grünen Bereich. Und ich freu mich sehr, dass er zugesagt hat. *grins*

19.01.2010 um 15:41 Uhr

Wochenendrückblick

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: SMPaar, Legolas, Nitida, Stern89

Stimmung: sehr gut *grins*

Soo... zwar etwas verspätet (sorry, hatte gestern keine Zeit), aber ich komm dann mal mit meinem Wochenendbericht rüber.

Freitag habe ich mir einen Tag frei gegönnt. Ich bin zu Nitida gefahren und wir waren beim Ikea. Eines schönen Tages, werde ich mich beim Ikea im Erdgeschoss noch todshoppen. Eigentlich fing alles mit einer Tagesdecke an. Fürs Sofa. Das sieht nämlich mittlerweile... naja.. nicht mehr ganz so schön aus. Aber dann mussten auch noch Kissen her. Achja... Bezüge brauchen die auch noch. Die obligatorischen Kerzen sind natürlich auch nicht zu vergessen. Und dann musste ich ja noch etwas kaufen, um den Platz im Schlafzimmer, den ich für ein hübsches Bild von mir freigehalten habe, zu verwenden. Da AWL nun vermutlich doch keine Bilder machen wird (er hat sich immer noch nicht auf meine Email gemeldet), fand ich einfach, dass ne andere Lösung her muss. Sonst denke ich bei dem freien Platz an der Wand immer an ihn... (Tu ich ohnehin schon häufig genug...!). Jedenfalls kam dabei ein kleines Vermögen raus. Ist ja nicht so, dass andere Investitionen cleverer wären, aber nein, ich schmeiße es dem Ikea in den Rachen.

Abends war Party beim SM-Paar. Es ist wirklich ne Strafe am 26.12 Geburtstag zu haben. Da muss man ja nachfeiern. Ich war irgendwie schmusig drauf, aber nicht wirklich gesprächig. Glücklicherweise gab sich das noch im Laufe des Abends und es wurde dann doch noch recht nett. Vor allem weil ich endlich mal Gelegenheit hatte mit L., dem langhaarigen Freund der beiden, zu reden. Da warte ich ja schon ne Ewigkeit drauf. *grins* Also... er... ist wirklich sehr nett... *grins*

Zuerstmal fällt L. (nennen wir ihn mal Legolas. Er ist nicht ganz so graziel wie ein Elb aber irgendwie erinnert er mich an ihn. Es ist dieses gleiche "Man, was für ein toller Typ" wie bei Orlando) durch seine wundervollen Haare auf. Sie sind super lang (bis knapp an die Lendenwirbel ran), hellbraun (oder dunkelblond - je nach dem), sehr dick und total schön gepflegt. Da kann man als Frau nur neidisch werden. Ansonsten fällt er durch ein wenig Rockermäßige evtl. gothikmäßig anmutende Kleidung auf. Also eigentlich könnte man jetzt eine Schublade aufmachen und ihn da rein tun. Aber er passt da nicht rein. Jedenfalls nicht charakterlich. Er hat irgendwie ein sehr zurückhaltendes, sanftes Wesen, mit viel innerer Wärme und die strahlt aus seinen Augen raus. Außerdem macht es Spaß mit ihm zu reden. Wobei wir aus total unterschiedlichen Welten kommen (er aus einem sozialen Beruf und ich als Unternehmerin) hatten wir uns doch einiges zu sagen. Er ist auch sonst nicht Schubladen-kompatibel und das finde ich ja immer faszinierend. Er fand es sogar irgendwie cool, dass ich wie gewohnt frech war.

Wir zogen abends dann noch mit einigen Leuten weiter und irgendwie fingen Legolas und ich an, umeinander rumzuschleichen... Es fing mit Studien darüber an, wo ich überall kitzelig bin (nirgends), bis hin zu Massagen und am Ende saß er in meinem Auto, vor seiner Wohnung und wir knutschten wie die Teenager bis zum Morgengrauen darin rum. Es war so schön... Mit Gänsehaut. Um 8h stieg er aus. Eigentlich hatte er es schon um 6h vorgehabt, aber irgendwie konnte er sich nicht losreißen. „Ich geb dir mal meine Email-adresse." (und ich dachte schon so was kommt nie..!)... „Oh das ist aber ein schöner Stift!", meinte er. „Kannst behalten, wenn du deine Telefonnr. dazu schreibst!" meinte ich. Noch ein letzter Kuss und er war weg.

Der Samstag war fast zu nichts zu gebrauchen. Um 9 erst in den Schlaf zu finden, weil ich immer wieder im Kopfkino saß und mir den vergangenen Abend ansah (und immer wieder Gänsehaut bekam), stecke ich in meinem Alter auch nicht mehr so leicht weg.

Abends war ich noch mit Stern89 verabredet. Erst waren wir essen und dann rückte er noch mit seiner VWL-Einsendeklausur (für den Betriebswirt) raus und wir saßen bis Mitternacht zusammen. Nachhilfe. Ich verstehe einfach nicht, wieso er sich immer so anstellt, sobald da eine Formel steht. Das sind doch alles Dinge, die so wahnsinnig logisch sind und die Logik dahinter kapiert er doch auch. Das ist wohl irgendwie zu einfach. Das ist eben das Problem, wenn man zu kompliziert denkt. Und die Profs tun auch noch ihr übriges, sie schaffen sich eine Daseinsberechtigung, indem sie alles super komplex ausdrücken. Ich habe auch 2 Jahre Studium gebraucht, bis ich gecheckt habe, dass es wirklich so einfach und banal ist.

Sonntag das gleiche Spiel nach dem Frühstück. Wieder Nachhilfe. Ich war froh, als wir endlich durch waren. Ich habe nur mittelmäßige Lust, VWL-Wissen aus dem Grundstudium (das gefühlte 100 Jahre her ist) wieder aus verschütteten Gebieten meines Kopfes herauszukramen. Das soll mal schön da bleiben wo es ist.

Ansonsten war es ruhig.

Aber jetzt bin ich mal gespannt, wie sich das mit Legolas und mir entwickelt und ob sich da überhaupt was tut. Aber ich hab ihm tatsächlich schon ne Mail geschrieben und auch ne Antwort bekommen. *freu* Und weil ich eben super darin bin zu klüngeln, hab ich eben einfach mal einen Spieleabend anberaumt und ihn eingeladen (dazu hat er sich noch nicht geäußert). Wir werden sehen...

17.01.2010 um 14:00 Uhr

Sexperimente 3: das Date mit AWL

von: VomFeuerkind   Kategorie: Sexperimente   Stichwörter: AWL

Es ist mal wieder Zeit für einen weiteren Beitrag aus meiner Sexperimente-Kolumne. Thematisch und vom zeitlichen Ablauf her, folgt nun das Date mit AWL. Ich habe lange mit mir gehadert, ob ich das wirklich mit aufführe. Erstens wegen der aktuellen Entwicklungen (siehe Einträge der letzten Tage: er hat übrigens nicht auf meine Mail geantwortet) und zweitens, weil da ja kein Sex passiert ist. Also eigentlich passt es nicht wirklich. Aber dennoch hat dieses Treffen den Weg bereitet für die nächsten sechs Wochen, in denen sich die Ereignisse förmlich überschlagen haben und vor allem, weil er die sechs Wochen auch irgendwie beendet hat. Er formt sozusagen so einen Rahmen um diese ganze Geschichte. Deswegen habe ich mich doch entschlossen es mit aufzunehmen. 

Das Date mit Lord O war also gerade wenig Tage her. Ich dachte mir, dass ich mich ja Date-technisch nicht wirklich einschränken muss, weil ich ja nicht wusste, wie sich das mit Lord O entwickeln würde. Da muss man ja nicht aufhören zu suchen oder auszuprobieren. Mittlerweile war es September 2009. Am Dienstag nach dem Lord O Date war ich im Forum ein wenig am stöbern und traf auf AWL. Mich hat sein Titelbild gleich fasziniert. Diese Augen... der Hammer!!!! Es war ein Schwarz-Weiß-Bild, also konnte man keine Augenfarbe erkennen (sie ist übrigens braun), aber der Ausdruck war irgendwie fesselnd. Da sprach sehr viel Wärme aus den Augen, genauso wie ein kleiner Schelm und trotzdem auch ein wenig Traurigkeit. Und ansonsten war er auch wirklich ein attraktiver Mann und was er so schrieb gefiel mir auch.

...Wie dem auch sei, ich überlegte gerade noch, wie ich ihn wohl anschreiben könnte, als schon ne Mail von ihm reinflatterte. Zufälle gibt es... Dann gab auch wieder ein Wort das andere und nach 3 Mails pro Person, rückte er mit seiner Telefon-Nr. raus. Am Donnerstag haben wir dann telefoniert und uns für Samstag zum Frühstücken verabredet.

Das Telefonat war schon so klasse. Er hat ne total tolle Stimme und auch da sprach wieder Wärme und vor allem Intellekt aus ihm heraus. Er war witzig und sympathisch. Ich legte also den Hörer auf und schon bereitete sich ein Gefühl von Geborgenheit in mir aus. In dem Moment war mir sofort klar, dass AWL niemals jemand für eine Sexgeschichte sein kann, weil ich schon nach dem Telefonat zu sehr emotional involviert war. Mir war der Mensch AWL plötzlich sehr wichtig und ich wollte ihn unbedingt kennenlernen. Ich dachte dann nur, hoffentlich fühlt er sich nicht alt an. HOFFENTLICH fühlt er sich beim Treffen nicht alt an. Schließlich ist er 47. Das ist schon ziemlich alt. Das sind 17 Jahre Unterschied. Und hoffentlich findet er mich nicht jung und unerfahren.

Und dann dachte ich merkwürdigerweise noch darüber nach, ob es für mich ein Problem sein könnte, dass er sich schon vor ner Ewigkeit sterilisieren lassen hat. Er hätte schon zwei Kinder und mehr wolle er definitiv nicht. Wenn das nämlich ein Problem wäre, müsste ich die ganze Sache von Anfang an in Richtung Freundschaft lenken. Diese Tatsache, dass ich über diese Frage nachdenke, bevor ich ihn überhaupt je getroffen hatte, hat mich fast mehr geschockt, als die Tatsache, dass ich auf diese Frage eigentlich keine Antwort hatte.

Wir trafen uns also am Sa, den 19.09.09, zum frühstücken. Nein. Er war nicht alt. Reif ja, alt nein. Es gab so viele Parallelen zu Stern89. Die Art wie beide denken, wie beide Dinge wahrnehmen... Es war einfach als säße da eine reifere Version von Stern89 vor mir. Das war schon mal super angenehm, weil mir so vieles bekannt und vertraut vorkam.

Es ist ein nettes Lokal am See und das Wetter war großartig. Nach dem Frühstück machten wir noch einen Spaziergang durch den Wald und um den See rum und legten uns dann irgendwo auf halber Strecke ins Gras und plauderten ne Weile. Wir hatten ohne Ende Gesprächstoff. Wie gesagt, es war als hätte man das Wort „auf einer Wellenlänge" (daher auch AWL) für uns erfunden. Er hat auch so was zuvorkommendes, galantes an sich, das ich sehr mag.

Aber was das wichtigste war, er regte mich zum Nachdenken an. Wir redeten viel über sexuelle Vorlieben und wie so was in einer Partnerschaft aussehen könnte. Dass man unbedingt über seine Wünsche und Vorstellungen reden müsste und ich erzählte ihm was ich unbedingt mal ausprobieren will. Ich sprach über den Wunsch mal mit einer Frau zu schlafen und darüber, dass ich gar nicht wirklich ernsthaft eine Beziehung mit einem Mann anfangen könnte, solange ich nicht sicher weiß, ob ich wirklich Bi bin und in welchem Prozentanteil.

Er fragte mich, wie lange ich schon darüber nachdenken würde und ich meinte ca. 15 Jahre. Tja.. warum habe ich das noch nie ausprobiert? Weil ich ein verdammter Feigling bin. Weil ich mich nie getraut habe. Immer wenn es kurz davor stand, hab ich gekniffen. Warum? Ja... das wüsste ich auch nicht. Ist wohl ne Form von Angst.. sich selbst gegenüber ehrlich sein... entspricht nicht meiner Erziehung... Was wäre denn, wenn ich das so richtig gut finden würde und nicht ohne leben will...Warum ich glaube, dass sich das ändert? Ja.. weil ich in dem Forum auch schon bewusst Paare und Frauen angeschrieben habe und dass es doch jetzt eigentlich nur noch ne Frage der Zeit sein könne. Am nächsten Tag hätte ich mich ja schon mit einem Pärchen verabredet, wobei es da wohl eher um SM ginge.

Wir sprachen auch darüber. Dass ich noch nie einen Partner hatte, mit dem ich SM ansatzweise ausleben konnte und dass ich mittlerweile auch nicht glaube, dass so was in einer Partnerschaft wirklich möglich ist. Und dass ich auch da eigentlich nicht wisse, wie ich das angehen soll. Es kam raus, dass mich auch da die Angst vor den Konsequenzen abhält, dass ich auch da Angst vor meiner eigenen Courage habe.

Er meinte, dass ich vermutlich einfach jemanden brauche, der mir so was wie emotionalen Halt gibt (eine Art Anker) und mir entsprechend genügend Raum lässt um mich selbst auszuprobieren. Und dann fragte er mich, ob ich mir vorstellen könne, dass er diese Person wäre. ER? AWL? Das hat mich schon geschockt. Erstes Date! So eine Frage? Keine Ahnung. Das war ehrlich. Ich wusste damals nicht, ob er das sein könnte - ich kannte ihn ja gar nicht - und ich ahnte damals auch nicht, wie recht er mit dieser Vermutung hatte und wie dringend ich so jemanden gebraucht hätte.

Ich merkte plötzlich, dass ich von Hemmnissen quasi umgegeben war, die mich davon abhielten, Erfahrungen zu machen, die ich dringend brauchte, um mich langfristig auf jemanden einlassen zu können. Um zu wissen, wie wichtig mir die einzelnen Teile in einer Beziehung sind. Wie offen sie sein darf, bzw. sein muss etc. Er fragte mich, ob ich es mir vielleicht selbst nicht erlauben würde, langfristig glücklich zu sein und dass ich mich deswegen von diesen Erfahrungen abhielt. Damit hatte er irgendwie recht und ich hab viel darüber nachgedacht. Ich beschloss wirklich offen und neugierig zu sein und es mir explizit zu erlauben mich auf Sexperimente tatsächlich einzulassen und es auch zu genießen.

Wir sprachen über seine Familie, über meinen und seinen Job und auch da stieß er mit den richtigen Fragen interessante Überlegungen an. Ach, es waren so viele Themen..

Wir waren sehr offen und ehrlich miteinander und es fing an, sich eine besondere Stimmung auszubreiten. Ich dachte immer mehr, dass ich mich wirklich gern an ihn lehnen würde. Am Ende dauerte das Frühstück von 11h bis 17h. Dann machten wir uns beide auf den Weg. Ich kriegte noch einen Abschiedskuss auf die Wange, eine innige Umarmung und eine Dankesmail am nächsten Tag. Das Gefühl vom Telefonat hatte sich intensiviert und ich konnte die ganze Zeit nur noch an die Lieder von S*ilbermond denken: „Irgendwas bleibt" (gib mir einfach nur ein bisschen Halt, wieg mich einfach nur in Sicherheit...), bzw. „Lean on me (when you're not strong...) von ???, die diesen Tag irgendwie treffend beschrieben.

Wir telefonierten am Mo und am Di trafen wir uns noch mal. Das zweite Treffen stand unter einem etwas ungünstigeren Stern. Ich habe ihn zu einer, wie sich rausstellte super langweiligen, Lesung geschleppt, wir gingen hinterher in einem Restaurant mit viel zu breiten Tischen essen und der Kaffee riss es leider nicht wieder raus. Es baute sich eine merkwürdige körperliche Distanz zwischen uns auf. Ich weiß nicht, wer das kennt, aber manchmal ist der Weg 10 cm nach vorne zu fassen, um den anderen zu berühren schier unüberwindbar.

Diesmal war es meine Distanz. Ich hatte Angst davor, weil ich nicht wusste, was passieren würde. Ich war mir nach wie vor nicht sicher ob ich ne Beziehung wollte und ob ich ihm dann signalisieren wollte, dass er es versuchen könnte, also ließ ich es. Ich baute also ne Barriere auf und er respektierte sie. Es gab eine kleine Berührung seines Arms (doch tatsächlich von mir) bei der Verabschiedung, die wie Wasser auf trockenen Boden traf und fast dankbar von ihm aufgesaugt wurde. Aber er hatte nicht richtig geparkt, lies den Motor laufen und hinter ihm wollte ein anderes Auto die Straße lang. Es musste also schnell gehen. Ich sprang also ohne Kuss aus dem Auto und er verschwand.

Und das nicht nur mit dem Auto sondern auch sonst. Es dauerte 6 Wochen, bis wir uns wieder sahen und in der Zeit hatten wir kaum Kontakt. Er ging mir trotzdem nicht aus dem Kopf. Zu viele Dinge kreisten in meinem Kopf und waren mit ihm verknüpft. Zuviele seiner Aussagen stellten sich als sehr (manchmal sogar bitter) wahr heraus.

Ich habe mir oft Vorwürfe gemacht, dass ich mich mit ihm aus der Lesung hätte schleichen sollen oder zumindest das Sofa mit ihm zusammen belegen sollen, dann hätten wir wenigstens schmusen können oder ein anderes Lokal wählen oder oder oder... Aber wenn „hätte" kommt, ist „haben" zu spät. Leider.

Ich habe auch viel über diese Berührungsängste nachgedacht und auch da die Wurzel gefunden und das Problem gelöst. Das hat etwas mit bewusstem "zulassen" zu tun. Gerne hätte ich da noch mal mit ihm drüber geredet, aber es ergab sich nie die Gelegenheit. Aber das ist ja ne andere Geschichte, von der ich ja auch schon viel geschrieben habe.

Aber bevor es das zweite Date mit AWL an dem eben erwähnten Dienstag gab, gab es ja zuerst das Treffen mit dem Pärchen am Sonntag, den 20.09.09. Ein Treffen mit selbstgemachter Lasagne und wesentlich mehr Action. Da ging es auch ganz anders zur Sache. Damit geht es dann auch wirklich richtig los mit den Sexperimenten. Und von diesem Treffen, erzähle ich Euch nächstes Mal....

14.01.2010 um 13:04 Uhr

Zuversichtlich nach vorne blicken.

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: AWL, Nitida, deralteMann

Stimmung: zuversichtlich

Sooo ich gestehe... Ich hab den Text von gestern doch abgeschickt. Gut.. ein/zwei Passagen hab ich geändert, manches weggelassen, manches dazugeschrieben...etc.. aber im Großen und Ganzen ist es so geblieben.

Eigentlich sind solche Aktionen sprichwörtliche Lustkiller. Männer (diesen Blog lesende Männer mal ausgenommen) verstehen solche Briefe in der Regel nicht. Sie wissen nicht was man(n) nach solchen Briefen tun soll. Kenne ich. Ich rolle auch innerlich mit den Augen, wenn Frau sagt, „ich hab da mal nen Brief geschrieben". Diese Briefe sind voll Gefühlsduselei, wenig Zielgerichtet, ausschweifend, langweilig....

Männer (s.o) verstehen in der Regel klare Ansagen total gut. So was wie „ruf mich zweimal die Woche an." „Ich will endlich einen Termin für die Fotos haben, komm in die Füße." „Ich will dich gern weiter kennenlernen und gucken, ob du für ne Beziehung taugst." „Lass mich in Ruhe, du nervst." DAS verstehen Männer.

Bisher ist mir noch nie passiert, dass ein Mann, der einen solchen „Brief" von mir bekommen hat, so reagiert hat, wie ich es mir gewünscht habe. Meist hat er gar nicht reagiert. Und auch sonst weiß ich von befreundeten Frauen, dass solche Briefe kontra produktiv sind. Sie machen mehr kaputt, als sie helfen.

Ich hätte den ganzen Schwall von gestern natürlich auch kürzer fassen können: „Lieber AWL, ich habe dich am Anfang viel aufgeschlossener wahrgenommen, was ist denn in der Zwischenzeit mit dir passiert? Ich komme irgendwie nicht mehr an dich ran. Warum ist das so? Ansonsten gehen mir deine Passivität und deine innere Mauer auf den Keks. Ich bin es leid, zu versuchen, deine Mauern einzureißen. Aber ich hätte gern ein Andenken an dich. Also können wir schnell einen Fototermin machen, damit ich mich nicht weiter darüber ärgern muss, weil du nicht in die Füße kommst und dich danach endlich vergessen kann! Kuss J."

DAS wäre etwas gewesen, was „Männer" auch verstehen. Kurz, knackig, zielgerichtet.

Also warum habe ich das nicht getan, warum hab ich die lange, gefühlsduselige Mail geschrieben, obwohl ich wusste, dass es keinen Sinn macht?

Also erstens hattet ihr Recht. Die Worte klangen wirklich schön. Und sie haben mich jedes Mal berührt, wenn ich sie noch mal gelesen habe. Und wenn sie ihn vielleicht auch nur ein kleines bisschen berühren, wenn er das liest und vielleicht bei der nächsten Frau etwas anders reagiert, wenn er sich da vielleicht ein wenig mehr öffnen kann, war es das wert. (Hab manchmal das Gefühl, ich verbessere die Welt mit solchen Aktionen.)

Zweitens bewegen mich die Fragen, die ich da aufgeworfen habe, schon eine Ewigkeit. Im Grunde schon seit wenigen Wochen nach unserem Date. Sie kreisen in meinem Kopf rum und finden da keine Antwort. Was ja auch nicht verwunderlich ist, weil ich gar keine Antworten finden kann - da muss man schon in seinem Kopf suchen. Aber es lässt mich nicht los. Immer, immer wieder kommt die Frage nach dem „warum". Warum verhält er sich so?" „Warum sieht er das nicht auch so, wie ich?" „Warum verschwindet er, um dann wieder aufzutauen?" Hab ich mich vielleicht doch geirrt?" Warum geht er mich nicht aus dem Kopf?" Nitida und der Alte Mann sind bestimmt schon total angenervt, weil sich das wie eine ne kaputte Platte anhören muss. Alle anderen sind genervt, weil ich einfach nicht mehr so frei und lässig agiere, dolle in mich gekehrt bin und oft niedergeschlagen.

Ich bin auch genervt. Aber mehr, weil es quasi ein Rätsel ist, das ich es nicht lösen kann. Die Steine wollen einfach nicht zusammen passen. Unlösbare Rätsel gibt es aber nicht in meinem Leben. Ihr solltet mich mal an meinem Lieblings-Holzrätselstand auf dem Weihnachtsmarkt erleben. Da kann ich mich Stunden aufhalten. Und alles was ich nicht innerhalb von 30min. lösen kann, wird gnadenlos gekauft und dann zu Hause stundenlang zusammengebastelt, ohne locker zu lassen - aber das ist ja jetzt nicht Thema. (Ich sollte mal drüber nachdenken, wo denn dieser Zwang, alles verstehen/lösen zu müssen, herkommt.)

Ich kapiere also das mit AWL nicht. Und das wurmt mich. Das ist wie ein ungelöstes Rätsel. Ich kann dann nicht schlafen, denke die eine Alternative und ne andere. Es lässt mich nicht los.

Ich weiß doch, dass es nichts bringt, an dem einem (in Worten: einem!), zwar wirklich wundervollen, Date festzuhalten. Er kann nicht oder er will nicht. Und so wie er sich gerade verhält, zeigt er nun mal kein gesteigertes Interesse an mir. Das ist einfach ein Fakt.

Klar war es super schön. Und ja, er hat mich berührt und bewegt und mich zum denken angestoßen. Aber was, wenn das allein seine Bestimmung gewesen ist? Wenn wir gar nicht dafür geschaffen waren, miteinander alt zu werden? (Wobei ich uns beide schon alt, im Rollstuhl, händchenhaltend, im Herbst an einem See sitzen sehen hab.) Aber ich kann mich niemandem neues öffnen, solange ich in der Vergangenheit lebe. Im hier und jetzt ist er einfach zu nichts zu gebrauchen. Und auch, wenn er mir leid tut, ändert es einfach nichts daran, dass er nicht greifbar ist. So jemanden will ich eigentlich sowieso nicht. 

Diese Mail war jetzt also ein letzter Versuch, ihn wachzurütteln. Also falls es ihn berührt und falls ich ihm je irgendwas gegeben habe, kommt es jetzt ans Tageslicht. Er wird es lesen und drüber nachdenken. Und sich vielleicht die ein oder andere der Fragen auch selbst stellen. AWL tut so was. Weiß ich. Hab ich schon gesehen. AWL hat durchaus Synopsen, die sich mit Emotionen und Selbstreflexion beschäftigen. Wer weiß, vielleicht hab ich Glück und er beantwortet mir die ein oder andere Frage.

Und wenn nicht, bin ich wenigstens meine Fragen los geworden. Mich machen solche Mails immer frei. Klar ist es feige, ne Mail zu schreiben und nicht anzurufen, aber es ihm zu sagen, habe ich ja schon öfters versucht und bin kläglich gescheitert. Aber jetzt steht es schwarz auf weiß. Für mehrfaches Lesen bereit. Und ich muss nicht mehr darüber nachdenken. Es ist jetzt weg. Das liegt jetzt zur Bearbeitung auf einem anderen Schreibtisch. Falls er nicht mehr auftaucht, und diese Möglichkeit würde ich dann akzeptieren, muss ich mir wenigstens nicht vorwerfen, dass ich es ihm nie gesagt habe, was mich bewegt.

Für mich hat so ein Brief etwas mit loslassen zu tun. Und ich komme immer einen Schritt näher, AWL loszulassen.

Drittens hab ich einfach nichts zu verlieren. Es ist wie Anna gesagt hat, man kann nicht verlieren, was man nie besessen hat.

Achja.. viertens gibt es auch noch. Ich hab mich schon länger gefragt, wo meine ganze Power und mein Feuer hin ist. Warum ich gerade für nichts so richtig brennen kann (obwohl das sonst meine Stärke, mein Antrieb, mein Charakter ist)? Warum meine Glut sich nicht wieder entfachen lässt? Und ich dachte, dass ich endlich mal die unbrennbaren Dinge in meinem Leben loswerden muss und dafür brennbares Material nachlegen. Und derjenige, der sich im Moment am wenigsten von meinem Feuer anstecken lässt, ist eben einfach AWL. Und man kann nun weiß Gott nicht sagen, dass ich es nicht versucht hätte, dass ich nicht unglaublich geduldig gewesen wäre, dass ich nicht unglaublich viel Verständnis gezeigt habe. Aber irgendwann ist Schluss. Jetzt zum Beispiel.

So... es ist nun ne Weile her. Ich habe darüber geschlafen. Die Mail ist in seinem Postfach. Unwiederbringlich. Ich finde nach wie vor noch, dass es eine gute Idee war. Jedenfalls nach dem freien Gefühl zu urteilen, dass sich in mir ausbreitet. Klar, bin ich ein wenig traurig, weil jetzt die Möglichkeit besteht, dass er für immer weg ist. Dass er zu einer Erinnerung wird. Dafür ist es wenigstens eine schöne Erinnerung. Eine die auch hier festgehalten wurde (und wird). Trotzdem fühle ich mich unglaublich stark. Ruhig und gelassen. Und vielleicht bleibt er weg und ich kann das leidige Kapitel endlich abschließen. Oder er kommt wieder und wir schreiben ein neues. Ich habe vor beidem keine Angst.

Es ist einfach gut so wie es ist.

13.01.2010 um 10:50 Uhr

Nachricht an AWL

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: AWL

Stimmung: Mittel bis traurig

Du bist mir schon wieder so fern.

Wenn ich dich so kennengelernt hätte, so wie du dich jetzt gibst, wäre es für mich leicht, Dich ziehen zu lassen. Die Hoffnung aufzugeben. Aber ich kann es nicht. Du gehst mir einfach nicht durch den Kopf. Warum? Weil es schon anders war. Weil wir beide schon unsere Schilde runtergefahren hatten. Entgegen jeglicher Vorsicht. Weil du mich in dein Herz hast blicken lassen. Damals. Bei unserem ersten Date.

Ich hab mich noch so nie gefühlt. Es war harmonisch. Es war als hätte man das Wort „auf einer Wellenlänge sein" für uns erfunden. Ich habe das erste Mal bewusst das Gefühl gehabt, dass mich jemand von Anfang an ganz und vollständig wahrnimmt. Mich als Mensch sieht. Mit Fehlern und Schwächen. Der den Kopf, das Gefühl und die Schale gesehen hat. Der mich nicht auf eins davon reduziert hat. Der das was er sieht, toll findet. Und weil das bei dir so massiv und deutlich war, weil ich das von einem „fremden" niemals erwartet hätte, ist mir bewusst geworden, dass ich bereits wertvolle Freunde hätte die genau das tun: mich ganz wahrnehmen und mich dabei akzeptieren. Und es hat mir geholfen mich selbst zu sehen und zu akzeptieren.

Aber nicht nur du hast mich gesehen. Ich hab dich auch gesehen. Ich hab dir ins Herz geblickt. Hinter die Fassade. Ich hab jemanden gesehen, der Probleme hat, aber der immer wieder aufsteht. Jemand, der stark ist, aber dennoch sehr einsam. Jemand, der sich sehr nach Nähe sehnt, diese aber nicht immer zulassen kann. Jemand der voller Ideen und Enthusiasmus steckt und trotzdem Traurigkeit im Herzen trägt. Jemand der sensibel und emphatisch seine Umgebung wahrnimmt. Der leidenschaftlich ist. Der nach dem Gefühl handelt. Der oft gern mehr geben würde, aber nicht weiß wie.

Du hast viel in mir bewegt. Du hast mir meine Begeisterung für die Arbeit zurückgegeben. Du hast meinen Geist geöffnet, damit ich überhaupt diese ganzen sexuellen Erfahrungen machen konnte. Ich habe viel über die Kinderfrage unabhängig von dir nachgedacht und bin da zu einer Entscheidung gekommen. Ich habe viel darüber nachgedacht, warum ich Angst vor dieser Art der Nähe hatte und habe auch da Antworten gefunden. Du hast mir viele Denkanstöße gegeben.

Dinge bewegen sich gerade. Ziemlich schnell sogar. Ich habe mittlerweile Antworten auf Fragen, wo ich bis vor kurzem noch nicht mal die Frage kannte.

Aber das wichtigste war, das Gefühl, dass du zurückgelassen hast. Es ist mir sprichwörtlich warm ums Herz geworden, wenn ich an dich gedacht habe. Es war wie gelbes Licht, dass plötzlich aus mir heraus leuchtete. Licht, dass andere angesteckt hat, dass andere wahrnehmen konnten. Licht, dass ich dir gern gezeigt oder zurückgegeben hätte.

Aber du warst nicht mehr da. Hast mich mit diesen Überlegungen im Stich gelassen. Hast dich zurückgezogen und bist mir ausgewichen.

Aber dann als ich dringend Halt brauchte, als ich dringend jemanden brauchte, der mir zeigt, dass es da draußen doch noch Gefühl gibt, warst du doch wieder da. Hast mich aufgefangen. Mich im Arm gehalten.

Und bist dann wieder verschwunden. Sagst, du kannst dich nicht auf mich einlassen.

Warum weichst du mir immer wieder aus? Warum versteckst du dich immer wieder? Hinter deiner Familie, hinter deiner Arbeit? Warum stellst du dich nicht?

Hast Du Angst? Vielleicht dieselbe Angst, die ich am Anfang hatte? Dass es zu intensiv wird? Dass es uns überrollt? Dass es doch falsch sein könnte? Dass es schrecklich weh tun könnte, wenn wir uns irren?

Oder hast du eine Entscheidung getroffen? Dass ich jemanden besseres verdient hätte? Dass Du nicht der richtige für mich bist? Dass ich enttäuscht sein könnte? Keine Sorge. Ich kann diese Entscheidungen für mich allein treffen.

Oder war es doch die Entscheidung, dass ich nicht die bin, die du dir wünschst? Dass ich nicht passe? Siehst du etwas, dass ich nicht sehe? Oder ist eine andere Frau im Spiel? Aber warum sagst du es dann nicht? Warum zappelst du so rum, versteckst und verkriechst dich und wirst nie klar? Warum tauchst du immer wieder auf, wenn ich versuche Abstand zu finden? Warum bist du mir dann immer nah und dann wieder so fern?

Weißt du, ich hätte mir vieles anders gewünscht. Ich sehne mich im Moment nach Nähe, nicht nach sexueller sondern nach emotionaler Nähe. Ich wünsche mir wirklich jemanden, mit dem ich mein Leben teilen kann. Jemanden der mich ganz wahrnehmen kann. Und wo auf so vielen Ebenen die Chemie stimmt. Der mir gewachsen ist. Und ja, ich hatte mit gewünscht dass du das wärst. Hatte mir gewünscht, dass Du genauso fühlst wie ich. Hatte mir gewünscht, dass du wenigstens als Reflexionspartner zu Verfügung stehen würdest, weil mich so vieles überrascht hat, seit ich dich kenne und ich kaum jemanden kenne, der es außer dir verstehen würde. Ich krieg es ja selbst kaum zusammen.

Aber ich komm nicht mehr an dich ran. Auch jetzt bist du mir wieder total fern. Du verschwindest immer wieder aus meiner Reichweite. Am liebsten würde ich sagen, bleib weg. Geh! Aber ich kann nicht. Ich hab dich gesehen. Ich hab dich wahrgenommen. Ich weiß, dass ich mir das nicht einbilde. Dass ich nicht falsch liege. Das kann mir niemand nehmen.

Und doch ist es weg. Es fällt mir so schwer loszulassen, weil ich ahne, dass es nur eine Fassade ist. Nur ein Schein. Eine Hoffnung. Es ist wie eine Mauer, die ich nicht einreißen kann, weil sie nicht von mir ist. Das ist deine Mauer. Und ich würde gern verstehen, wo sie herkommt. Was sie beschützt. Und warum. Und warum sie am Anfang nicht da war. Und dieses „warum" lässt mich nicht los. Dieses „warum" lässt mich an der Vergangenheit festhalten. An einem Traum. An einer Idee.

Ich will dass du diese Fotos von mir machst. Ich brauche diese Fotos genauso wie du. Du brauchst sie, weil du weißt, dass sie dich glücklich und frei machen werden. Auf eine tieferen Ebene als sonst. Dich näher zu dir bringen. Ich brauche sie, weil ich weiß, dass mich niemand so sehen wird, wie du und ich weiß, dass es unglaubliche Bilder werden. Sie werden wunderschön sein.

Und sie schließen ein Kapitel ab. Ein Kapitel, das du angefangen hast zu schreiben und das du beenden solltest. Wenn du schon nicht Teil meiner Gegenwart sein willst, will ich dich wenigstens als jemand sehen, der Dinge angeschubst hat. Der mich bewegt hat. Damals. In der Vergangenheit. Jemanden, den ich damals gebraucht habe.

Und den ich eigentlich immer noch brauche. Du fehlst mir. Für dich gibt es nach wie vor keinen Ersatz. Und das macht mich traurig. Es macht mich traurig, dass ich dieses Jahr bisher nur eine Email von dir bekommen habe. Eine Antwort auf meine Frage, wie es dir geht. Stress hättest du mal wieder. Aber ja fotografieren wollest du mich noch. Den Termin könntest du ab Montag mitteilen. Jetzt ist Mittwoch. Ich habe nichts von Dir gehört.

Anscheinend ist es mit deiner Begeisterungsfähigkeit nicht weit her. Anscheinend brennt das Feuer in dir nicht stark und lässt sich immer wieder sehr schnell löschen. Aber wie viel Zeit soll ich eigentlich noch damit verbringen, auf dich zu warten?

Vielleicht wäre es besser, wenn Ich auf diese Bilder verzichten würde. Wenn ich mir jemanden anderes suche. Fotografen gibt es genug auf dieser Welt. Und dann kannst du gehen und dein Ding machen. Anscheinend hab ich dabei ohnehin keinen Platz.

 

PS: das werde ich natürlich niemals abschicken. 

12.01.2010 um 15:39 Uhr

Networking - von wegen!

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Job

Stimmung: leicht genervt

Ich bin total geschafft. Fix und Fertig. Scheinbar bin ich es einfach nicht mehr gewohnt mich in einer Gruppe durchzusetzen. Die machen mich fertig.

Es geht um einen Gemeinschaftstand auf einer Messe. Und heute war Aussteller „Networking"-Veranstaltung. Damit geht es eigentlich schon los. Unter „Networking" verstehe ich ein zwangloses Zusammensein. Ohne Topics und vor allem mit Bier oder Kuchen. Gab es beides nicht, dafür umso mehr Topics. Eigentlich war es eher ein Arbeitstreffen. Kein „Nett-working".

Das Unternehmen, bei dem ich eine halbe Stelle habe, hat dort einen Stand. Meine Aufgabe in dem Unternehmen ist es nun u.a. solche Messeauftritte zu organisieren. Ich saß also da... mit einem Haufen Meinungen, Ansichten und No-Goes meiner Chefs und versuchte die Masse dazu zu bewegen, in die Richtung zu laufen, in die meine Chefs wollen.

Es ist natürlich viel einfacher, seine eigene Meinung durchzuboxen, als die von anderen. Gut.. soweit weg sind wir von einander nicht. Aber es ist einfacher, wenn man wirkliche Entscheidungsgewalt hat. Und das sind so Kleinigkeiten... Jeder hat ne Meinung, jeder will was sagen, jeder hat Recht und am Ende wird doch demokratisch gestimmt.

Es ging z.B. eine gemeinschaftliche Anzeige in der Lokalzeitung. Wir wollen das eigentlich nicht, weil wir unsere Kunden nicht lokal, sondern Deutschlandweit gewinnen. Ist halt ne Kosten/Nutzen-Frage. Aber trotzdem wurde ewig diskutiert und am Ende die Entscheidung doch vertagt, weil JEDER dazu die Preise wissen muss.

Dann ging es um den Slogan des Stands. Auch wieder ne ewig lange Diskussion. Eigentlich hätte das von der Organisatorin oder der Wirtschaftsförderung vorgegeben werden müssen. Aber nein. Einer der Aussteller meinte witzig sein zu müssen, hat im Vorfeld Slogans entwickelt, eine Abstimmung angezettelt, wo  hinterher nicht mal nachvollziehbar war, wie viele Stimmen jedes Unternehmen hat und wer schon abgestimmt hatte. Uns hat das geärgert, weil es überhaupt nicht die Aufgabe des Typen war, so was zu machen. Und die Art und Weise auch.

Und heute ging es jetzt auch schon wieder um dieses Thema. „Wieso... ? Ist doch abgestimmt gewesen... da hatten wir uns doch drauf geeinigt..." „Nein!" WIR haben uns nicht geeinigt. Wir hätten auch gern Vorschläge eingereicht, weil wir die anderen alle doof fanden. Aber die Abstimmung kam viel zu schnell. Ein Wort gab das andere... und am Ende war es eine ziemlich hitzige Diskussion und es ist  nun doch der Slogan von dem Typen geworden. Total langweilig. Vollkommen abgedroschen. Demokratie ist scheiße! 

Aber dafür hab ich mich woanders durchgesetzt und es werden doch individuelle Poster und nicht Poster nach Layout-Vorgabe. Ich habe das Poster nämlich schon fast fertig und mit den GFs abgestimmt etc. Ich hätte auch nicht gewusst, wie ich das, was wir sagen wollen in die Vorlage pressen soll. Die Vorlage war mist. Unbrauchbar. Und nur die eine Firma (die nebenbei hier richtig wichtig ist, ohne Ende Förderung abgegriffen hat, 300 Leute beschäftigt, überall präsent ist und trotzdem nichts vernünftig auf die Fahne bekommt) meinte, sie könne kein individuelles Poster gestalten. Dafür hätten sie keine Vorlagen. Unfassbar. Ich war schon drauf und dran, denen ein Angebot für die Gestaltung eines Messe-Posters zu machen. Aber er lenkte dann irgendwann ein und so bekam ich meinen Willen.

Ebenfalls „gewonnen" habe ich bei der Bildschirmwahl. Es wird jetzt nicht jeder Aussteller zwangsverpflichtet den selben Bildschirm, wie der Nachbar zu KAUFEN. Es gibt jetzt auch die Mietvariante und es ist optional, ob man das annimmt. Die sind hier im Unternehmen doch so technikverliebt. Da kann es einfach kein 20" Monitor sein. Mittlerweile benutzen meine Kollegen 26" Monitore. "Was sollen wir denn hinterher damit...?" Mittlerweile ist im Gespräch ein richtig teures modernes Touchscreen mit integriertem Rechner zu kaufen (Vergleichbare Funktionalität wie das Touchscreen vom i*Phone). "Sowas wollten wir ja IMMER SCHON haben!... Das kann man doch IMMER gebrauchen." meinten die GFs. Aha, dachte ich. Bis zu dem Moment wusste ich noch nicht mal, dass so was schon auf dem Markt ist. Wird sicher ein Vermögen kosten... aber naja... Hoffentlich zicken sie bei meiner nächsten Gehaltsverhandlung ebenso wenig rum.

Nach dem Pseudo-Nett-working gab es noch ne Aussprache zwischen mir und dem Typen mit der Slogan-Abstimmung. Ich war wohl etwas zu harsch, als ich die Methodenauswahl für die Abstimmung kritisierte. Er wäre doch nen Typ, dem man auch mal sagen kann, dass er übers Ziel hinausgeschossen ist, beteuerte er. Das hätte ich doch vorher mal machen können. Das müsse man doch nicht vor versammelter Mannschaft machen. Gut, gut, gut... hat er ja recht. Ist ein wenig mit mir durchgegangen. Wobei wir wirklich ziemlich angepisst waren. Aber es ist nichts schlimmes passiert. Nichts, was ein wenig Charme und ein Bier auf der Messe nicht wieder gerade biegen kann. Dann können wir da auch wieder nett zu einander sein.

Trotzdem bin ich fertig. Und angenervt. Und mir raucht der Schädel. Diese Diskussionen strengen einfach total an. Und ein wenig überflüssig sind sie auch - man könnte ja auch einfach bestimmte Dinge als Organisatorin vorgeben.Dafür hat man sie ja...!

Und alles noch mal wieder zu kauen, weil erst der eine GF und dann der andere natürlich den Stand der Dinge wissen will, hilft null...

*atmen*

jaja...bin schon wieder ganz friedlich...

11.01.2010 um 17:05 Uhr

Wochenendrückblick

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: SMPaar, Susi, Strolch, Lehrer

Stimmung: ganz ok

Das Wochenende fing Freitag schon total nett an. Ich war bei Susi&Strolch. Das SM-Paar war auch da und noch ein befreundetes Pärchen. Wir spielten „Wer wird Millionär". Naja.. bei mir hat es nicht ganz bis zur Million gereicht, aber ich war die einzige, die die Formel 1 Publikumsfrage richtig beantwortet hat. Das ist ja schon mal was. Später am Abend machten Susi, Strolch und ich es uns noch bei nem Film auf dem Sofa gemütlich. *zwinker*

Samstagabend waren das SM-Paar, der Lehrer (ein Freund von den beiden, der schon öfter mal mit dabei war) und ich auf einer Gothikparty irgendwo leicht außerhalb. Neu-Schnee gab es hier kaum welchen, es fing sogar an zu tauen, aber trotzdem haben sich kaum Leute auf den Weg gemacht. Auf der Party war es kalt, leer und die Musik war auch miserabel. Wir zogen also bald weiter. Auf dem Weg in die nächste (stinknormale) Bar, machten wir noch beim Imbiss halt und wurde ich diät-schwach und gab mich einer Mini-Pizza mit Salami hin. LECKER! Die war es wirklich wert. Wobei der Rollo, den die beiden anderen gegessen haben auch wirklich klasse war.

Die Bar war natürlich voll. Eigentlich ist das so eine Bar, wo man viel Spaß haben kann. Sehr klein und meistens laufen da Oldis. Die Leute sind meist sehr nett, alterstechnisch gemischt und ziemlich gut drauf (wie man in der winzigen Kneipe noch tanzen kann, ist mir jedes Mal ein Rätsel). Allerdings ist das auch so ne Bar, wo man hingeht um jemanden zu finden, damit man nicht allein nach Hause gehen muss. SM-Sie ist relativ bald gegangen (es war ja mittlerweile auch schon 3h) und ließ mich mit den beiden Männern allein. SM-Er war mittlerweile schon total angetüdelt, wurde super süß schmusig und irgendwie total niedlich. Kennt ihr das, wenn Jungs noch so jung, niedlich und irgendwie tapsig sind, dass sie noch in die Kategorie Welpen-Schutz fallen? Und mache Jungs haben dass dann auch, wenn sie einen im Tee haben, obwohl sie schon deutlich über 30 sind. So wie SM-Er am Samstag. Ich war versucht ihn noch mitzunehmen. Vor allem weil er da ohnehin schon lange drauf scharf ist. Aber er meinte, dass mit ihm nicht mehr viel anzufangen wäre. Also vertagen wir das...

Der Lehrer war auch scharf auf mich. Aber auf den allein hatte ich keine Lust. Wenn SM-Er noch mitgekommen wäre, hätte ich vielleicht beide mitgenommen. Die beiden zusammen, wären ne bessere Kombi als die beiden Jungs an Weihnachten. Ich hab auch ein wenig mit beiden in der Bar geschmust. Das hat zumindest für ein wenig Aufsehen in der Bar gesorgt - was ich wieder gar nicht so schlecht fand. Am Ende ich bin dann aber doch allein nach hause gegangen.

Der Rest vom Wochenende war eher unspektakulär.

So... ansonsten mach ich jetzt seit einer Woche Diät und das bis auf die Pizza am Samstag auch sehr konsequent. Bisheriger Diät-Erfolg: 1,2 kg. Wie die zu Stande kommen, keine Ahnung. Ich hab immer noch keinen Sport gemacht. Das kann ja schlecht an dem bisschen Tanzen am Samstag liegen und dem bisschen Sex am Freitag (der nebenbei super schön war). Aber beschweren will ich mich auch nicht. 

10.01.2010 um 14:00 Uhr

Sexperimente 2: Lord O und die Frivole Bar

von: VomFeuerkind   Kategorie: Sexperimente   Stichwörter: LordO, HerbsBar, Pornokino, SMPaar

Hier ist also der zweite Beitrag in der Reihe "Sexperimente". Nur noch mal zur Auffrischung: Ich hatte mich in dem Erotik-Forum angemeldet und fing an, mich dort auch wohl zu fühlen.

Eines schönen Tages wurde ich dort von jemanden angeschrieben, der aus der Masse heraus stach. Die Mails hatten Charme, waren ein wenig geheimnisvoll und sprühten über vor Wortwitz und Zweideutigkeiten. Da wir beide nur bei dem ersten Buchstaben unseres Vornamens blieben, wurden wir schließlich zu Lord O und Lady J.

Das wurde zu einem Spiel zwischen uns, bei dem wir entsprechend geschwollen und altertümlich redeten. Es machte saumäßig Spaß und so gab ein Wort gab das andere und plötzlich waren wir verabredetet. Natürlich (und entgegen jeder Vorsicht - ja ich weiß selbst, dass das riskant war) wusste ich beim Treffen immer noch nicht wie er hieß und wo es hingehen würde. Aber das gehörte eben irgendwie dazu und machte den besonderen Reiz aus: Die Rätsel, das Geheimnisvolle, das Unbekannte.

Wir trafen uns also am Bahnhof, gingen Essen und hinterher noch in einen Irish Pub. Der Abend war insgesamt total schön. Wir hatten eine tolle Unterhaltung, viel Gesprächsstoff und es knisterte wie doof. Mich hatte mein Bauchgefühl nicht getäuscht. Er war vertrauenswürdig und sehr nett. Zum Schluss ließ ich mich von Lord O noch standesgemäß in seiner Kutsche nach hause fahren (nicht nachmachen Kinners: nicht in fremde Autos steigen! Auch wieder riskant - weiß ich selbst) und es gab noch einen Gänsehaut-Abschiedskuss an meiner Tür.

Eine Weile schwebte ich auf allen Wolken. Leider hatte es ihn nicht so ganz erwischt. Er zog sich ein wenig zurück. Ok, seine Oma war auch gestorben und er musste sich darum kümmern.

Dennoch fing es an mich zu ärgern, dass ich ihn nicht noch mit rauf genommen hatte. Wenn er sowieso verschwindet... dann hätte ich vorher wenigstens gern Sex gehabt. Das letzte Mal war ja schon wieder ewig her...bestimmt 4 Monate..

Er tauchte aber doch wieder auf und wir hatten ca. 3 Wochen später eine weitere Verabredung. An einem Samstag. Der Zufall wollte es allerdings, dass ich ihn Freitagnachmittag davor online antraf. UND er hatte das Lied, was er mich irgendwann mal erraten ließ (Wir werden sehen - 2raumwohnung) genutzt, um eine Date-anfrage zu starten: Er suchte eine Coplilotin, die mit ihm den Abend abhebt und ein Feuerwerk erlebt, für das man keine Feuerwehr braucht. Ey, wie frech! Man, war ich stinkig. UNSER LIED... Na, der traut sich was! Damit war er für ne Beziehung unten durch...

Aber Sex wollte ich immer noch.

Ich war sauer und sprach ihn darauf, ob das ne Masche wäre und ob er schon tolle Anfragen bekommen hätte. Nein, es wäre keine drauf angesprungen und charmanterweise beteuerte er, dass er sich auch viel eher über meine Gesellschaft freuen würde, als die von irgendwelchen anderen komischen Frauen. Neugierig, wie ich war, fragte ich nach der „Flugrute" und er antwortete:

  1. Essen ums Eck
  2. Besuch im Erotikshop an der Autobahn
  3. Besuch in der Frivolen Bar (Herbs-Bar)
  4. Absacker in der Bar um die Ecke (was zufällig meine Ecke wäre - klar!)
  5. Noch offen...

Ich schluckte. Ist der krank? Soll ich mich etwa auf so was einlassen? So eine Liste ist wirklich dreist. Das hat er doch nur gemacht, weil mich provozieren wollte. Jetzt ist doch klar, dass der nur Sex will. Will ich das auch? Verbringt man so sein zweites Date? Geht man jemanden, den man gar nicht kennt in einen Erotikshop und in eine frivole Bar? Mit jemanden, mit dem man noch nicht mal Sex hatte? Nein! Niemals. So was macht eine Lady nicht. Nein! Nein!...

... oder doch? Herbs-Bar...  wollte ich schon mal von innen sehen. Das wäre doch mal ne gute Gelegenheit. tütülü.... Außerdem kam man von überall mit der Bahn wieder zurück. Ich willigte also ein (was ihn sicher auch überrascht hatte) und behielt mit vor, jederzeit mit meinem virtuellen Fallschirm das „Flugzeug" wieder zu verlassen (sprich, ohne ihn nach Hause zu gehen).

Mit dem Essen fing der Abend schon mal toll an. Wir hatten immer noch viele Gesprächsthemen und er war nach wie vor sehr angenehm und irgendwie süß. Nein, es gab kein Blümchen, sondern ein Rubbel-Los. Er fand, dass ich so viel eher die Chance bekommen würde, reich zu werden, als mit einer Blume. Leider haben wir beide nicht gewonnen.

Und dann ging es los.

Station 2, der „Erotikshop an der Autobahn" stellte sich als PORNOKINO mit angrenzendem Shop heraus. Ich weiß ja nicht, wer schon mal in einem Pornokino war, aber so ein Kino besteht aus mehreren schwarz bemalten, spärlich beleuchteten Räumen, in denen unterschiedliche Pornos laufen. Es waren haufenweise wirklich gruselige Männer da, denen ich noch nicht mal bei Tag, geschweige denn in diesem Gruselkabinett begegnen wollte. Den Ton von den Filmen hatten sie abgestellt (ist ja nicht so, dass ein Porno irgendeinen nennenswerten Plot hätte) und die einzige Geräuschkulisse kam von w***en Männern und von den zwei Pärchen die offen miteinander rummachten und sich von allen dabei begaffen ließen.

Das Kino war so verwinkelt und so unübersichtlich, dass ich mich verzweifelt an Lord O festklammerte, um ja nicht verloren zu gehen. Oder womöglich von einem der Gruselgestalten angefallen. Außerdem folgten uns sabbernde Männer überall auf Schritt und Tritt, um ja nicht zu verpassen, wenn wir beide über einander herfallen sollten. Ich schob ein wenig Panik, weil ich keine Ahnung hatte, was Lord O von mir erwartete und ich wirklich alles andere als in Stimmung war. Aber er führte mich nur überall rum und dann gingen wir wieder raus. 

Draußen atmete ich einmal tief durch. Puh! War ich erleichtert da wieder draußen zu sein. Dagegen war der Besuch in dem angrenzenden Shop schon fast harmlos. Ich bin ja schon hin und wieder gern mal in einem Erotikshop, da kriegt man so nette Anregungen und schicke Unterwäsche. Wobei dieser eher auf Dildos und Pornos spezialisiert war. Der wird also eher nicht zu meinen Lieblingsladen werden.

Auf dem Weg zu Station 3, erklärte mir Lord O, dass dies sozusagen das eine Ende der Fahnenstange - das negativ Beispiel - war und dass wir jetzt in eine ganz andere Welt fahren würden. Darüber war ich wirklich froh. Er wollte es mir einfach mal gezeigt haben. (Wieso kennt der solche Ecken überhaupt. Ich wohne hier schon seit 10 Jahren und hab sowas noch nicht betreten.) Hätte ich bloß beim ersten Date nicht so neugierig diese Sache mit dem Swinger Club und der Frivolen Bar hinterfragt und durchblicken lassen, dass ich das gern mal sehen wollte. Ich bin ja selbst schuld. Man muss sich als Lady ja auch nicht auf solche Dates einlassen! *haut sich selbst auf die Finger*

Herbs-Bar war tatsächlich ganz anders. Der Einlass erfolgte per Gesichtskontrolle und man betrat einen freundlichen und einladenden Bar-Bereich. Die Leute waren so zwischen 30 und 45 und wirkten durchweg sympatisch. Klar waren auch viele Single-Herren (so ist der Ausdruck) da, aber auch einige Paare. Der Inhaber (nennen wir ihn mal Herb) machte ständig ein paar lockere Sprüche und sorgte so für eine entspannte Atmosphäre. Es hingen geschmackvolle erotische Bilder an der Wand und die Beleuchtung war sehr angenehm. Alle waren normal gekleidet, also fielen wir beide nicht als Unpassend auf.

Ich trank zum Lockerwerden erstmal einen Wodka-O. Und dann noch einen. Und noch einen. Und dann war ich langsam bereit, mich den hinteren Räumen zu stellen. Wobei so schlimm, wie in dem Pornokino konnte es ja nicht sein. War es auch nicht. In dem einen Raum standen mehrere gemütliche rote Sofas und eine runde rote Sitzecke um einen runden Tisch auf den in der Mitte eine Stange zum tanzen befestigt war. In dem anderen Raum war eine große Kuschelwiese und eine Massagebank (in genau der richtigen Höhe... wenn ihr wisst was ich meine *grins*). Alles war sauber und es lagen überall saubere Handtücher, Papiertücher und Kondome rum, die man benutzen konnte.

Aber einen kleinen Kulturschock bekam ich schon. Klar hatte ich schon mal einen Porno gesehen. Aber es ist etwas völlig anderes, wenn man direkt neben einem fremden Paar steht, dass gerade Sex hat. Oder wo einer den anderen oral befriedigt. Da springt ganz anders der Funke über. Besonders krass war ja die Japanerin, die auf der Massagebank lag, sich von ihrem Macker f*** ließ, in beiden Händen einen Schw*** von irgendeinem der rumstehenden Männern hatte, einen im Mund und alle tatschten sie überall an. Das war irgendwie schockierend, wie man sich denn für so was als Frau hergeben kann.

Klar, am Anfang war ich sicher hochrot im Gesicht. Ich nippte verhalten an meinem Glas und drückte mich schüchtern mit dem Rücken immer an der Wand lang. Dann kam bei mir das „wissenschaftliche" Interesse durch und ich guckte mir die Blas-Technik der Frauen und die Fingertechnik von Männern genauer an. Ich überlegte, ob und was mich scharf machen würde und ob ich was lernen kann.

Anscheinend bin ich wohl doch eine kleine Voyeurin, denn mich machte das zusehen langsam scharf und Lord O tat - nichts. Gar nichts. Keine Geste, kein rumknutschen und kein Anfassen. Es war wie im Irish Pup gewesen, wo ich auch gerne schon mit ihm rumgeknutscht hätte und er sich einfach geziert hat. Ich vermutete, dass er zwar gern zuguckt, aber selbst in der Öffentlichkeit nicht kann. Ich war immer noch scharf und der Wodka fing an, sein übriges zu tun. Ich fing also an, ihn bewusst scharf zu machen. Einfach, um zu gucken, wie weit er mit seiner Selbstbeherrschung kommt. Zog alle Register. Naja... ich fasste ihn auch nicht an... Blicke und Gesten reichten aus. Ich wusste, dass das ausreicht. Es wirkte. Alle anderen Männer in dem Laden grinsten lüstern rüber und Lord O tat - nichts. Irgendwann meinte er mit ruhiger, aber bestimmter Stimme: „Komm, trink aus, wir gehen!"

Oh.. aber jetzt war mein Biest erwacht. Nenene... So einfach war das jetzt nicht mehr. 'Komm, tu was... nimm dir einfach, was du willst', dachte ich. 'Ich denke, du bist dominant. Dann mach doch...!' Ich nippte also nur ein ganz kleines bisschen am Glas und grinste ihn dabei frech und provozierend an. Inzwischen hatte ich  auch angefangen mit den einen Pärchen zu reden und Nummern zu tauschen. Ja, wenn ich Lust hätte, können wir uns ja mal zu dritt oder zu viert treffen... etc. Ein Dreier mit ner zweiten Frau stand auch noch auf meiner Liste der Dinge, die ich immer schon mal ausprobieren wollte. Immer noch ein wenig schüchtern, nahm ich also die Nummer. Ob ich mich da melden würde... Ich würde es auf jedenfall ernsthaft überlegen.

Irgendwann gingen Lord O und ich tatsächlich - in eine Disco in der Nähe. Die stand gar nicht auf der Liste, aber Lord O musste sich wohl ein wenig abkühlen. Meinte er wenigstens. Er bestellte uns beiden also ein Getränk und ich tanzte ihn ausgiebig an. Ich wusste, dass er auch scharf war. So was weiß man als Frau einfach. Der Blick sprach Bände (das war in Herbs-Bar auch schon so). Und Lord O tat - nichts! Und wieder kam ein „Komm, trink aus, wir gehen!" und wieder nippte ich daraufhin nur ein kleines bisschen, aber dafür breit grinsend, am Glas und er drängelte noch ein wenig mehr.

Im Auto zur eigentlichen 4. Station passierte das unglaubliche. Er fasst mich tatsächlich mal am Bein an und ich lutschte ein bisschen an seinem Finger. Er meinte, "Lady J, ihr seid wirklich einzigartig. Eine ganz besondere Frau. Unglaublich attraktiv, intelligent und sehr sexy." und dann kam: „hör auf, sonst fahre ich noch irgendwo gegen!" Aber davon ließ ich mich nicht beirren und grinste dafür wieder breit. In der nächsten Bar zogen wir wieder das gleiche Spiel ab. Auch da wurde es nur ein Getränk. Und dann sagte er fast ein wenig genervt: „Is ja gut, du hast ja gewonnen, ich komme ja noch mit." Ich schmunzelte in mich hinein. So hatte ich es mir nicht ganz gedacht, aber auch gut! Ziel erreicht!

Als wir dann bei mir waren, fand ich, dass ich den ganzen Abend über schon genug getan hätte, um ihn anzustacheln und gab mich seiner dominanten Seite hin. Und das war auch ne tolle Erfahrung. Er gab ruhige und trotzdem bestimmende Anweisungen: „Lehn dich hierüber!" „Spreiz die Beine!" „Ich geh jetzt ins Bad und wenn ich wieder komme sitzt du immer noch so da!" „Blas meinen Schw***!" Und so ähnlich. Zwischendurch kamen immer wieder ernstgemeinte Komplimente, wie toll ich doch wäre und wie sexy er mich findet und dass die armen Jungs in Herbs-Bar wirklich gerade was verpassen... Ich ließ  alles zu und folgte brav/devot seinen Anweisungen. Er tastete sich (vielleicht etwas zu vorsichtig) an meine Grenzen ran und ich vertraute ihm dabei. Hin und wieder ließ ich mich mal ein wenig widerspenstiger in eine Position schubsen oder mir einen Klapser auf den Po geben. Er schlug nicht doll zu. Aber es reichte. DAS alles machte mich ohne Ende scharf. Also bin ich doch devot? Man muss es eben nur richtig machen! Und Lord O machte ALLES richtig! 

Wir hatten total tollen Sex. Es war unglaublich. Klar, war es reiner Sex. Sex ohne Gefühl. Aber es war trotzdem unglaublich. Der Typ hat es wirklich drauf eine Frau zu befriedigen. Nicht weil er besonders lange kann. Lord O ist kein Super-Rammler. Das ist auch gut so - steh ich eh nicht drauf. Aber er kann sich trotzdem vollständig auf ne Frau einlassen, hat Fingerspitzengefühl, weiß wo der verdammte G-Punkt sitzt und hatte an allem ebenso viel Spaß wie ich.

Als er weg war (er schlief nicht bei mir - DAS hatte ich nach Sex noch nie), kuschelte ich mich zufrieden ins Bett und ließ diesen doch sehr ungewöhnlichen und dennoch denkwürdigen Abend noch mal Revue passieren:

  • Pornokino muss ich nicht noch mal haben.
  • Herbs-Bar werde ich definitiv noch mal besuchen.
  • Vielleicht würde ich mich mit dem Pärchen aus dem Club treffen.
  • Mit Lord O würde ich jederzeit und zu allen Bedingungen wieder Sex haben. Außerdem ist er definitiv jemand, dem ich auch ne Gerte in die Hand geben würde und der die Definition von LUST-Schmerz verstanden hat. Allein wie er an den Haaren zieht, lässt mir Schauer den Rücken runterlaufen. Das kann keiner so toll wie er.
  • Außerdem hilft es mir scheinbar, Sex zu haben, ohne hinterher Probleme mit meinen Emotionen zu bekommen, wenn ich die Nacht dann allein schlafe. 

Lord O verschwand natürlich wieder für mehrere Wochen von der Bildfläche. Ich fands irgendwie traurig. Schließlich mochte ich ihn wirklich sehr. Aber ich hatte schon beschlossen, dass ne Beziehung mit Lord O eh nicht wirklich gut ginge. Also war also nicht so schlimm und ich sah mich anderweitig um.

 

Zwei Wochen später hatte ich das erste Date mit AWL und das stieß einige gedankliche Prozesse an, die das, was dann noch alles kam, erst möglich machte. Und von diesem Date erzähle ich euch nächste Woche...

 

08.01.2010 um 15:16 Uhr

Diät machen ist blöd

Stimmung: naja...

Eine Diät machen ist blöd. Das macht überhaupt keinen Spaß. Diät machen hat immer mit bewussten Entscheidungen zu tun. Mit Zielen. Das ist nicht immer einfach. Ich kann auch nicht immer so konsequent sein. Aber im Moment geht es. Mein Ziel ist wieder die 4 kg abzunehmen, die ich im letzten Monat zugenommen habe - damit die Hosen nicht mehr so sehr kneifen

Ich habe Montag angefangen, wie ich es mir vorgenommen hatte. Das ist schon mal super. Bisher habe ich mich auch total toll an meinen Plan gehalten. Das ist auch super. Gut... ich hab noch nicht viel Sport gemacht, wie ich eigentlich wollte. Das ist nicht so super.

Nur für die, die es interessiert. Ich esse wieder das Bonvita Ernährungsprogramm. Das hab ich vor zwei Jahren schon mal gemacht und es hat super funktioniert und gehalten habe ich mein Gewicht auch... bis letzten Monat. Das ist soooo ärgerlich. Naja... jedenfalls isst man da nur deren Produkte. Es gibt Riegel und Kekse und Suppen und Fertiggerichte und Shakes und Müslis und und und. Außerdem soll man super viel Gemüse nebenbei essen. Das ist unglaublich praktisch, weil man sich da um nichts kümmern muss. Man muss einfach fünf Malzeiten am Tag essen und die kann man auch prima zur Arbeit mitnehmen. Blöd ist nur, dass es einen auch faul macht, für hinterher. Aber es gibt Treffen (naja.. nicht da wo ich wohne - natürlich!!!) und man kriegt Hilfen für die Umstellung auf normales Essen und hinterher auch. Es ist alles total ausgewogen, man bekommt alle Vitamine, hat keinen Hunger und eigentlich auch selten Heißhunger.

Aber den Appetit, den kann man irgendwie nicht stoppen. Und diäten hat immer mit bewusstem Verzichten zu tun. Trotzdem habe ich seit gestern so merkwürdige Gelüste. Ich hab so Bock auf:

  • Fettige Pizza
  • Chips
  • Buggels mit Frischkäse
  • Sahnesaucen
  • Fettiger Döner
  • Salzige Nüsse
  • Salziger Fisch
  • Schokolade
  • Fettiges Griechisches Essen
  • Hab ich Schokolade erwähnt?

Die Sachen sind zwar teilweise süß, aber sie befriedigen nicht den Jieper auf Schokolade. Man kann sogar Chips dort kaufen, aber die befriedigen auch nicht das Bedürfnis nach Salz oder Fett. Die Sachen sind einfach zu fett- und salzarm.

Die Sache mit dem Alkohol finde ich nicht schlimm, weil ich eh nur mit anderen zusammen trinke. Aber mir einen Kakao vor die Nase zu stellen, den ich nicht trinken kann - das ist gemein (Das Augenzwinkern geht an Nitida UND CopyCat, wegen neulich im Café)

Im Moment kann ich mich noch gut zurückhalten. Wobei ich wirklich gern was richtig ekelhaft fettiges essen würde. Aber ich weiß ja wofür ich das mache. Ich will wieder bequem in meine Hosen reinpassen. Und ich will wieder Spaß am shoppen haben. Neulich mit den Mädels hielt sich meine Lust in Grenzen, weil einfach nichts so richtig passen wollte, was alles schon mal gepasst hätte. Und alles einfach blöd aussah.

Aus Erfahrung weiß ich ja, dass die erste Woche immer die schlimmste ist. Es kann also nur besser werden. Und aus Erfahrung weiß ich, dass ich mich viel mehr darüber ärgere, wenn ich in einer Woche nichts abnehme, als meinen Gelüsten nachzugeben. Also lass ich es! Ach... Mensch... ich bin soooo tapfer...!

07.01.2010 um 15:32 Uhr

Prägende Personen aus der Vergangenheit

Stimmung: in der Vergangenheit schwelgend

Gestern kurz vorm Schlafen ist mir eingefallen, dass meine Oma gestern 89 Jahre alt geworden wäre. Ich musste ein wenig an die Personen denken, die etwas besonderes für mich waren und die mich mittlerweile verlassen haben.

Meine Oma war eine wundervolle Frau. Eigentlich war ich gar nicht blutsverwandt mit ihr. Sie ist die Mutter meines Stiefvaters. Meine Mutter hat ihn geheiratet, als ich drei war und so ist er irgendwie zu dem Vater geworden, der mein Bio-Papa nie sein konnte. Sie hatte ein Haus mit einem riesigen Garten, in dem sie Gemüse und Obst anpflanzte. Ich hab öfter Karotten aus der Erde gezogen und sie in der Regentonne abgespült. Auch heute erinnert mich der Geschmack einer ungeschälten Karotte an damals. Hinten im Garten war so was wie ein Verschlag. Meine kleine Hütte. Von den Blicken abgeschirmt konnte ich dort als Kind machen was ich wollte. Meist habe ich Blüten eingesammelt und irgendwelche Tränke draus gebraut. Wir haben oft Gesellschaftsspiele miteinander gespielt oder sie hat gestrickt während wir vorm Fernseher saßen. Immer wenn ich kam, bekam ich eine Tafel Yoghurette geschenkt. Sie war eine herzensgute Frau, die mich über alles liebte und wahnsinnig großzügig war. Vor 6 Jahren fing sie dann an senil zu werden und starb kurze Zeit später. Ich vermisse sie immer noch sehr.

Früher in meiner Jugend (wie gesagt, ich bin religiös erzogen worden) fing ich an, so was wie ne Patenschaft zu einer anderen älteren Frau aus der Gemeinde aufzubauen. Frau von Rotterdamm war zwar alt und klapprig aber auch irgendwie cool. Früher hatte sie als Lektorin für einen Verlag gearbeitet und hat dort viele interessante Menschen getroffen und interessante Bücher gelesen. Einige diese Jugendbücher hatte sie noch und ich durfte sie lesen. Sie rochen meist sehr alt, waren aber sehr lustig. Sie hat in einer großen Stadt gewohnt und war sehr gebildet, was ihr einen weiteren Horizont gegeben hatte. Ich besuchte sie öfters. Ich brachte dann Schokolade und Weintrauben mit und wir saßen bei einem Tee zusammen und sie erzählte mir Geschichten aus ihrer Vergangenheit. Später, als sie dann in einem Heim war, fuhr ich auch noch hin und wieder hin. Allerdings war das nicht so einfach, weil ich damals noch keinen Führerschein hatte und immer jemanden brauchte der mich fuhr. Sie starb dann irgendwann, da war ich so 16/17. Die Beerdigung war die erste, wo ich wirklich um jemanden getrauert habe. Besonders nett fand ich, dass ihre Nichte sich dort noch mal ganz lieb dafür bedankte, dass ich mich so um sie gekümmert hätte, weil es ihr immer so viel Freude gemacht hat. *lächel*

Ethylene war meine Gastmutter, als ich mein High School Jahr in den USA verbrachte. Eigentlich ist es ungewöhnlich, dass man das bei einer alten Frau ohne Familie verbringt, ich fand es erst blöd und dann richtig toll. Als ich ankam war sie 74. Topfit, total kreativ und mit einem großen Freundeskreis. Sie war früher Kunstlehrerin und verbrachte ihre Zeit immer noch damit, Steinskulturen zu machen und zu handarbeiten. Sie hatte sich auf mit Erbsen gefüllte Frösche spezialisiert und fertige sie fast am Fliesband in allen Farben und Formen. Sie hatten alle ein Thema oder Motto. Zu Halloween gab es Hexen- und Kürbis-Frösche. Zu Weihnachten gab es Weihnachtsmann- und Engel-Frösche und ansonsten noch welche für alle möglichen Sportarten und Anlässe. Die Engel hatten dann kleine Flügel oder Hexen kleine Besen. Es gab ein Geschäft, wo nur Hand gefertigte Dinge verkauft wurden, wo sie die Frösche hinbrachte und die dort reizenden Absatz fanden. In diesem Jahr war ich auch sehr kreativ. Sie steckte einen einfach an. Ansonsten war sie auch einfach zauberhaft. Total lieb und sie kümmerte mich rührend um mich. Und alle ihre Freunde waren genauso herzensgute Menschen wie sie. Sie besuchte mich sogar einmal in Deutschland. Dann bekam sie plötzlich Speiseröhrenkrebs, der tödlich endete. Leider konnte ich da nicht zur Beerdigung fahren, weil mich der Brief von ihrer Freundin erst zwei Wochen später erreichte. Tja.. damals (um die Jahrhundertwende) war Email noch nicht wirklich weit verbreitet. Seit dem war ich nicht wieder in den Staaten, weil mir irgendwie der Anlaufpunkt fehlt.

Alle drei Frauen haben mich ziemlich geprägt und mir einiges für die Zukunft mitgegeben. Auch wenn mir das zu dem Zeitpunkt meist nicht bewusst war. Aber ich bin froh, dass ich sie kennenlernen durfte.

06.01.2010 um 19:07 Uhr

Den Schlaf der Gerechten

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Strolch

Stimmung: müde

Ich hasse es einen Freund im Stich zu lassen. Aber heute morgen war es irgendwie notwendig. Ich war heute morgen mit Strolch zum Schwimmen verabredet. Und ich konnte nicht schlafen.

Zuerst hab ich noch ein paar Sachen online gemacht und dabei die Zeit vergessen. Dann dachte ich, jetzt aber schnell schlafen, sonst bist du morgen nicht ausgeschlafen. Und ich stellte mir Harry Potter an um dabei sanft von Rufus Beck in den Schlaf gelesen zu werden. Funktioniert sonst immer. Aber nicht letzte Nacht.

Letzte Nacht war ich irgendwie hibbelig und kribbelig und ich kam nicht zur Ruhe. Nicht, dass ich an etwas bestimmtes gedacht habe... nur generell. Und dann ist ja auch immer was. Erst ist es zu kalt, dann zu warm, dann wieder zu kalt. Dann musste ich aufs Klo, hatte plötzlich Durst und dann Hunger. Und plötzlich war es 5h. Und um 7:30h würde der Wecker klingeln.

Blöderweise geht bei mir dann immer eine Denkschleife los, wenn ich weiß, dass ich weniger als 5 Stunden Schlaf habe. Oh mein Gott es sind nur noch 2,5h. Jetzt aber schnell schlafen, sonst bin ich nachher nicht fit. Gut... dass bin ich dann sowieso nicht... wie soll denn das mit 2,5h funktionieren? Selbst wenn ich sofort einschlafe, werde ich super müde sein. Und schlecht gelaunt werde ich auch noch sein. Aber ich hab nachmittags noch nen Termin bei meinem Halbtagsjob. Erster Tag nach dem Urlaub und die meckern eh immer schon rum, dass ich manchmal nur körperlich anwesend bin. Dass die das überhaupt merken...! Wenn ich dann nach dem Urlaub unausgeschlafen ankomme, dann lynchen die mich da. Ich will da auch nicht rausgeschmissen werden.

Jetzt schlaf halt. Schnell. Sofort.

Das geht aber nicht so einfach. Plötzlich waren es nur noch 2h bis zum Wecker klingeln und dann nur noch 1,5h. Das einzige an das ich denken konnte, war die Tatsache, dass ich später nicht fit sein würde. Und dass das wirklich blöd wäre. An Schlaf war nun quasi überhaupt nicht mehr zu denken.

Also tat ich die einzig logische Handlung, die mir in dem Moment einfiel: Ich schrieb Strolch ne sms, in der Hoffnung, dass er sie liest und nicht auf mich wartet, dass ich nicht zum schwimmen kommen kann. Und stellte mir den Wecker auf 11:30 (das war das äußerste der Gefühle - Halbtagsstellen sind halt total blöd, was den Zwang zum Aufstehen angeht).

Ich hasse so was. Ich hasse es, wenn andere kurzfristig absagen und wenn ich das tun muss umso mehr. Besonders weil ich wirklich bock aufs Schwimmen hatte. Mist. Mist. Mist. Ich hoffe er verzeiht mir...

Aber dafür war ich heute einigermaßen fit. Obwohl ich nicht mal Ansatzweise das geschafft hatte, was ich vorher noch tun wollte, aber was erwarte ich auch, wenn ich den halben Tag schon verschlafe.

05.01.2010 um 14:31 Uhr

Typisch Bio-Papa eben!

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: BioPapa, Madame

Stimmung: kurz vom Sturm

Ich komme einfach nicht darüber weg. Der Anruf auf meinem AB ist jetzt drei Tage her, aber er nervt mich immer noch. Mein Bio-Papa war dran.

„Wir wünschen dir für 2010 alles Gute und was du dir selbst so wünschst. (soweit so gut) Im übrigen wollte ich dir mitteilen, dass wir morgen nicht vorbeikommen. (Hab ich es mir doch gedacht). Hier hat es den ganzen Tag geschneit und ich fürchte die Straßenverhältnisse sind morgen echt schlimm. (Jaja... Sicher!) Da bin vermutlich froh, wenn ich dann zu hause bin. Ich hoffe du verstehst das und bist nicht böse."

Nein... selbstverständlich nicht. Nein. Ich bin nicht böse. Ich doch nicht...Nööö!!!

1. Da verbringt der mit seiner Frau Silvester 80km von meinem Wohnort entfernt. Und nicht irgendwelche 80km. Meine Stadt liegt genau an der Autobahn die er nach Hause fahren muss. Er müsste nur eine Abfahrt wählen, 10min fahren, und dann könnte er sich bei nem Kaffee und Kuchen aufwärmen und neue Kraft für die weiteren 160km schöpfen. Aber nein... das ist zu anstrengend. Weil

2. die Straßenverhältnisse so miserabel wären. Soso... sind sie das? Ich war gerade 60km der 80km von Nitida nach Hause gefahren, die er fahren müsste, als ich den AB-Spruch abhörte. Und die Autobahn war frei. Komplett frei. Quasi trocken. Prima Zustand. Genauso wie die Straßen in meiner Stadt. Überhaupt keine Probleme. Und es hatte aufgehört zu schneien. Das heißt die Straßen würden am nächsten Tag genauso frei sein. Auch nicht anzunehmen, dass sie auf den weiteren 160km schlechter von der Qualität wären, weil sie ja nicht wirklich in den Süden fahren, sondern einfach nur östlich.

3. Hätte er es sich ja auch offen halten können, je nachdem wie die Verhältnisse sind. Aber nein, das würde ja eine spontane Entscheidung bedeuten.

Ich glaube eher, dass er wieder mal keine Lust hatte. Oder das es „Madame" zu anstrengend war. Man müsste dann ja vielleicht seine Planung ein wenig anpassen, die man schon vor 4 Wochen gemacht hat. Spontan sein. Oder etwas eher losfahren. Als ob früh aufstehen für die beiden ein Problem wäre. Nein. Ist es nicht! Er war ja schon von dem Vorschlag, dass sie ja dann auf dem Rückweg auf nen Kaffee vorbeikommen können, wenn sie hier doch eh vorbei fahren, nicht begeistert.

Das ist mal wieder so typisch für die beiden. Ich wohne jetzt hier 10 Jahre. Und die beiden waren tatsächlich 3 mal da (in jeder Wohnung einmal - Immerhin!). Einmal war er noch ALLEIN zu meiner Diplomfeier da, weil Madame irgendwie unpässlich war. Aber ich soll da ständig vorbeifahren, wenn ich zu Hause bin? Ich soll da ständig anrufen? Und es wird sich beschwert, wenn ich das nicht tue?

Und dabei bin ich da so unwillkommen bin wie ein Pickel am Po. Für Madame ist es ja sooooo anstrengend, weil sie dann was kochen muss.... uuuuaaahh... ja... ganz großes Tennis. Ist ja gaaaaaaar nicht ihre Leidenschaft. Und Saubermachen muss sie auch. Ja. Stimmt. Damit man noch eher vom Boden essen kann, als man es eh schon immer kann. Da ist doch da eh IMMER steril.

Aber für ihre Familie wenn die mit 15 Mann anrücken oder die 4 Paare mit denen sie befreundet sind alle kommen, dann geht das, oder wie? Dann überschlägt sie sich in der Küche? Kredenz irgendwas Ausgefallenes?

Das dickste Ding war ja, dass ich das eine Jahr zu Papas Geburtstag ausgeladen war, weil nur Paare mittleren Alters kommen und das nicht passen würde. Ich kenn die ja auch alle gar nicht... Nein.. bin ja nicht mit denen aufgewachsen und hab mit deren Kindern gespielt. Wir gingen ja auch nicht alle in die gleiche Kirche und ich hab mir mit allen überhaupt nichts zu sagen, weil die mich alle nicht leiden können. So ein quatsch. Natürlich hab ich mir mit denen was zu sagen. Und natürlich mögen die mich. Sehr sogar. Was die alle an den beiden finden ist mir total unklar. Vermutlich liegt es einfach daran, weil Madame wirklich gut kocht.

Wenn ich vorbei kommen will muss ich das locker ein viertel Jahr im Voraus ankündigen und einen Antrag in dreifacher Ausführung einreichen. Als ob man das immer so planen könnte.

Ist ja auch nicht so, dass ich mich da so unheimlich amüsieren würde, wenn ich dann da mal zu Besuch bin. Was ganz klar an ihr liegt. Sie hat nämlich 1000 Probleme. Ich weiß noch, dass sie mich und meinen Vater mal ein ganzes Wochenende vollgenölt hat, weil sie sich am Freitag für die falsche Eiskugel (ja, richtig Singulär) entschieden hat. Das war so schlimm, dass ich kurz davor war, 60 cent zu investieren und ihr ne neue zu kaufen, damit sie endlich Ruhe gibt. Sie hat auch nur 3 Gesprächsthemen: Kirche, Kochen, Dekorieren (in der Reihenfolge) und sie ist... naja... nicht die hellste. Wenn sie redet, redet sie lange und langatmig (wenn sie einen im Tee hat wird es noch schlimmer). Sie verliert auch oft den Faden und kommt vom hundertsten ins tausendste:

„Hast du die Blumendeko im Flur gesehen? Da hab ich unten in die Vase rotes Kriselzeug reingemacht. Passt doch von der Farbe total gut. Das Kriselzeug kam von dem Blumenstrauß, den dein Vater zum 50. Geburtstag von der Firma bekommen hat. Da hab ich mir für die Feier extra vorher ein Kleid gekauft. Das Kleid war im Sonderangebot bei *irgendeinem Laden* und einen Schal hab ich da auch noch gesehen. Der Schal passt total gut zu dem lila Kostüm, dass dein Vater so gern mag, aber das musste ja letztens zu Reinigung, weil..."

Aber es nervt mich, dass ich meinem Vater nicht so wichtig bin, dass er hier ranfahren kann, wenn er 10 min von hier vorbei fährt. Es hätte ja nicht lange sein müssen. Ich finds nur einfach schade...

Blöder Kerl!!! Und jetzt vermiest er mit zum x. Mal die Laune.