Das Leben der jungen J

29.04.2010 um 11:42 Uhr

Eine Ära geht zu ende

Stimmung: traurig

Tja.. die Sache mit dem Büro geht mir doch näher, als ich dachte.

Ich muss zum Ende des Monats, also morgen, aus meinem Büro raus und es läuft nicht so toll, dass ich mir einfach ein anderes mieten kann.

Auch wenn ich das Büro wegen der Ukrainerin in der letzten Zeit kaum genutzt habe, ist es doch irgendwie mein eigenes Büro gewesen. Meins. Ich meine, bis diese blöde Kuh eingezogen ist.

Ich hab ohnehin immer Schwierigkeiten damit, Sachen in Kisten zu verstauen und sie dann irgendwo anders hin zu tragen. Umzuziehen. Ich kann das nicht. Es ist immer das Ende einer Ära. Einer schönen Zeit. Meist kann ich dann gar nicht anders, als sentimental zurückzublicken und die ein oder andere Träne zu verdrücken. Abschied nehmen ist eben blöd.

Aber diesmal ist es wirklich furchtbar. Weil ich mich obendrauf noch wie ein Versager fühle. Ich hab mich selbstständig gemacht, weil es mein Traum war. Weil ich es unbedingt wollte. Das Büro aufzugeben hat etwas von einem Rückschritt. Als würde ich meinen Traum aufgeben. So was tut man nicht. So was tue ich nicht. Ich gebe nicht auf. Aber ich weiß auch nicht genau, wie es weiter gehen soll. Zu hause arbeiten ist nicht so ganz mein Ding. Ach menno, das ist doch alles nicht fair.

So ähnlich hab ich mich auch damals gefühlt, als ich mich bereit erklärt habe, die Hälfte meiner Zeit für meine Halbtagsstelle zu opfern. Damit ich etwas habe, wovon ich mich ernähren kann, wenn es schlecht läuft. Und es läuft schlecht. Eigentlich SEITDEM ich die halbe Stelle habe... Jedenfalls  ich hab damals das Gefühl gehabt, als würde ich meine Seele verkaufen. Für ein Linsengericht. Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich mit dem Job nicht glücklich werden kann. Wie kann man mit einem Job glücklich sein, der soo viel kostet. Die Seele ist ein viel zu hoher Preis um essen zu können. Oder doch nicht?

Und ja... ich drücke mich vor den Auswirkungen. Ich habe mich noch nicht getraut mit dem Vermieter zu reden, um wenigstens meinen Parkplatz und Briefkasten behalten zu können. Praktischerweise sind mein Büro und die Firma für die ich arbeite im gleichen Gebäude. Ich wäre also weiterhin noch täglich im Haus.

Unterdessen wird mir mein halber Job immer mehr zuwider. Heute morgen hatte ich überhaupt keine Lust dorthin zu gehen. Und diese Unlust färbt auch auf meine eigene Firma ab. Zumindest kam es mir heute Morgen so vor.

Um das mal zu verifizieren, hab ich nun erstmal Urlaub eingereicht. Zwei Wochen. Eigentlich nur 9 Tage, aber da fallen zwei Feiertage rein. *freu* Dann kann ich mich um meinen eigenen Kram kümmern und da vielleicht doch noch vorwärts zu kommen. Und mal sehen... vielleicht fahre ich auch einfach ein paar Tage weg. Freunde in München wollen unbedingt wieder mal besucht werden.

Eigentlich sieht meine finanzielle Situation gar nicht so schlecht aus, wie ich dachte. Alles im Grünen Bereich...

 

Noch was erfreuliches zum Schluss: Ich halte eine total tolle Ente in meinen Händen. Das hat mich nun noch mal 12 € gekostet. Es ist wirklich erstaunlich wie viele Schlüssel abgegeben und nie abgeholt werden. Es gab eine riesige Wand und ich entdeckte meine Ente natürlich sofort. *freu* und jetzt ist sie wieder da!!!

28.04.2010 um 12:27 Uhr

Ente gut, nicht alles gut!

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Schlüssel

Stimmung: angenervt

Ich habe ja neulich meine Schlüssel verloren , weil ich zu blöd war sie vom Auto zur Bank zum Bäcker zum Auto festzuhalten.

Ihr erinnert Euch sicher, dass es mich 200 € gekostet hat, den Autoschlüssel und den Büroschlüssel zu ersetzen und dass ich ziemlich viel Panik geschoben habe, weil jemand mein Auto auffunken könnte.

Tja.. und hier gibt es ein wundervolles Fundamt mit einer Online Suche. Selbstverständlich hab ich da meine Suchkriterien eingegeben: Seat Autoschlüssel, Zirkon Büroschlüssel und nicht zu vergessen die Stoffente (ist, glaube ich, so ein Frauending).

Das habe ich auch gemacht kurz bevor ich den Schlüssel beim Händler abgeholt habe. Keinen Erfolg. Aber neulich in einem Anflug von gutem Glauben an die Menschheit, habe ich es noch mal gemacht und siehe da: Mein Schlüssel wurde gefunden.

„Anzahl: 3, 1 Elektronischer Autoschlüssel, Seat (Irgendeine. Nr), 1 Zikon (irgendeine andere Nr - warum die die Nr. angeben weiß ich nicht. Ist ja nicht so, als würde ich mir irgendwo die Schlüsselnr. notieren. Macht man das?), 1 Renz (muss wohl der für den Briefkasten sein... achja... der war ja auch noch da dran), 1 Schlüsselanhängertasche, 2 Schlüsselringe, 1 Karabinerhaken (was man alles so an so einem Schlüsselbund hat, was einem gar nicht bewusst ist), eine Stoffente als Schlüsselanhänger"

Jiepie... meine Stoffente... ist wieder da!.

Er wurde an der gleichen Stelle gefunden, wo ich ihn auch verloren habe, allerdings 5 Tage später. Was hat mein Schlüssel eigentlich 5 Tage lang gemacht? Urlaub? Hätte er nicht bescheid sagen können? Ich wäre doch mitgekommen.

Naja.. wirklich was bringen tut es jetzt natürlich nichts mehr. Ich hab die 200 € bezahlt. Vielleicht kriege ich noch die 40 € für den Büroschlüssel wieder - und die Ente. Irgendwie ist der Autoschlüssel ohne die Ente nicht mehr das gleiche. Wirklich hübsch ist sie ohnehin nicht mehr. Aber darum geht es ja nicht. Ich habe sie von meiner Mutter zum Autokauf dazugeschenkt bekommen. Fand ich unglaublich süß. Also würde ich sie gern wieder haben.

Nun muss man wissen, dass hier anscheinend die Mieten in der Stadtmitte für Behörden schier unerschwinglich scheinen und das deswegen alle wichtigen Behörden an den Stadtrand gequetscht sind. Natürlich nicht alle auf einen Fleck... Das wäre ja zu einfach. Und natürlich auch nicht an den Rand, den man hin und wieder tangiert, weil man da was zu erledigen hat, wie zum Beispiel in der Nähe der Uni oder eines Einkaufszentrums. Nö. Die sind alle mitten in der Pampa. Das Problem hatte ich ja schon bei der Umweltplakette. (Ganz andere Ecke... aber ebenso in der Pampa)

Aber für meine Ente würde ich mal auf dem Weg zur Arbeit 30 min Umweg einplanen und zum Fundamt fahren.

Heute sollte dieser Tag sein. Heute passte mir das super. Heute wollte ich mir meine Ente zurückerobern.

Ich komme also da an. Natürlich ist in dem riesigen Stadtamt das Fundamt nicht ausgeschildert. Es hat nicht mal den gleichen Eingang. Ich lauf also ums Haus rum (ist ne Behörde und die braucht Platz) um dann festzustellen, dass sie geschlossen haben. Sie haben jeden Vormittag auf, manchmal sogar nachmittags. Nur nicht am Mittwoch. Mittwochs ist geschlossen. Ich hatte es gar nicht mehr bewusst vor Augen, aber heute ist ja Mittwoch.

Was ist nur immer mit den Mittwochen? Jetzt muss man nicht nur aufpassen, dass man Mittwochs nicht krank wird, weil Ärzte Mittwochs fast immer geschlossen haben oder zumindest kürzere Öffnungszeiten, jetzt kann man schon keine Behördengänge mehr an einem Mittwoch Vormittag machen. Ist doch blöd.

Und nur weil heute ein blöder Mittwoch ist, krieg ich nicht meine Ente wieder und bin den ganzen Weg umsonst gefahren?

Aber so schnell geb ich mich nicht geschlagen. Ich mach einfach in den nächsten Tagen einen neuen Versuch.

27.04.2010 um 16:43 Uhr

Eine furchtbare Silberhochzeit

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: BioPapa, Madame, Pferdeflüsterer

Stimmung: so lala

Mich hat das Wochenende ziemlich mitgenommen. Ich war auch wirklich froh, dass ich gestern nicht zu meiner halben Stelle musste. Überstunden abbummeln. Super Sache.

Aber die Silberhochzeit meines Bio-Papas war ungefähr genauso wie ich es mir vorgestellt hatte. Von seiner riesigen Familie (er hat noch 7 Schwestern, die alle Kinder und teilweise Enkelkinder haben) war eine Schwester mit Mann da, aber nur weil die zufällig in der gleichen Stadt wohnen. Nicht mal ihre Kinder, die auch dort wohnen waren eingeladen. Nun ja.. mein Vater hat eben keinen Familien-Sinn.

Dafür hat Madame umso mehr. Ihre Familie war komplett da. Ihre beiden Brüder mit Frauen und Kindern, ihre Schwester mit Kind und natürlich ihre Eltern. Das Problem mit dieser Familie ist, dass sie mich quasi wie ein notwendiges Übel betrachten. Wie ein Anhängsel von meinem Bio-Papa, an dem man nicht vorbei kommt. Ich bin auch nur bei Feiern eingeladen, bei denen mein Bio-Papa irgendwie beteiligt ist. Selbstverständlich nicht zur Diamantenen Hochzeit von Madames Eltern.

Das war bei meinem Stiefvater und seiner Familie immer anders. Da war ich immer vollwertiges Familienmitglied. Von Anfang an. Eigentlich fällt mir jetzt erst auf, was für ein Glück ich mit meinem Stiefvater und seiner Familie hatte. Dabei lagen beide Hochzeiten (die von meiner Mutter und die von meinem Vater) nur wenige Jahre auseinander.

Jedenfalls gab es dann noch einige befreundete PAARE, die ich teilweise auch kannte, aber die eben auch so was wie ne eingeschworene Gemeinschaft sind. Also war ich eben irgendwie der Außenseiter. Ich gehörte nicht zu Madames Familie dazu und zu diesen Paaren auch nicht. Es hat sich auch keiner wirklich für mich interessiert. Meine eine Cousine ist mir sogar immer aus dem Weg gegangen, wenn ich ihr zu nahe kam und die andere hat gar keinen Ton geredet.

Die einzigen die mit mir geredet haben, waren Madames Eltern. Toll. Was für ein Spaß! Selbstverständlich saßen wir auch noch an einem Tisch. Also hörte ich mir Vorträge darüber an, dass sie geweint hätte, als nach 12 Jahren noch das vierte Kind gekommen wäre, dass sie ihre Ehe nie bereut hätte, dass es doch soooo schön wäre, dass ich da wäre (Achja... aber eingeladen werde ich von ihr trotzdem nicht) und dass mein Bio-Papa ja unglaubliches Glück gehabt hat, weil bei Madame so viele Männer Schlage standen - was mir wirklich schwerfällt zu glauben. Nein, ich müsse mit 30 ja noch nichts überstürzen mit den Männern. Ich hätte ja noch genügend Zeit. Es ist doch toll, wenn man erst befreundet ist. *würg*

Erschwerend kam noch hinzu, dass ich nicht in der ultimativen gesprächigsten Laune war, dass heißt ich bemühte mich nun nicht gerade um Small-Talk-Gespräche. Meine Gedanken kreisten um meine Firma, um meinen Job und um die Situation mit dem Pferdeflüsterer. Sollte ich ihm noch ne Chance geben? Ja...Nein... ich mein Jein. Es ging hin und her und meine Emotionen fuhren Achterbahn. Immer wenn ich mich für eine Seite entschieden hatte, die in dem Moment auch wirklich Sinn machte und sich gut anfühlte, war sie im nächsten Moment schon wieder hinfällig.

Die Feier war also langweilig und ich hab mich ziemlich unwohl gefühlt.

Erste Aufbruchstimmung war so um halb sieben. Da konnte ich aber noch nicht mit aufbrechen, weil ich viel zu nett war und zugesagt habe, dass ich hinterher noch zu denen fahre, weil sie nicht allein sein wollten. Wer konnte denn ahnen, dass sie auch ohne mich die Bude voll hatten. *kotz*

Naja.. um 19:40 konnte ich mich dann mit der Ausrede, ich müsse noch 2h fahren aus der Affäre ziehen. Naja... es war ja keine Ausrede. Es entsprach ja der Wahrheit. Aber es war natürlich schon zu spät um der Suizid-Geschichte eines der Freunde meines Vaters zu entgehen.

Aber bevor ich mich endgültig auf den Weg machte, hielt ich noch bei meinen Eltern an. Als erstes warf ich alles an Kleidung in die Ecke und ging diese viele negative Energie abduschen.

Ich war völlig fertig. Diese Feier hat mir so ziemlich alles an Energie abgesaugt, was ging. Furchtbar. Ich saß noch ca. 2h kopfschüttelnd auf dem Sofa meiner Eltern und war völlig paralysiert.

2h Autofahren und extrem laute Musik halfen ein wenig. Aber auch gestern war ich noch irgendwie daneben. So daneben, dass ich mich lieber mit den Mädels getroffen habe, als zum Tanzen zu gehen. Und ich war sooo froh, dass ich nicht zu meiner halben Stelle musste...

Achja.. Der Pferdeflüsterer und ich versuchen am Wochenende noch mal einen neuen Versuch. Mal sehen, vielleicht wird es dann besser.

23.04.2010 um 13:54 Uhr

Irgendwie ist heute alles doof.

von: VomFeuerkind   Kategorie: Geschichten vom weltbesten Freund   Stichwörter: Pferdefüsterer

Stimmung: depri.

Irgendwie hat mein Leben einen neuen Tiefpunkt erreicht. Der Tag gestern war voll doof und das obwohl er eigentlich gut angefangen hatte. Ich bin tatsächlich mal zeitig aus dem Bett gekommen und bin voller Elan in den Tag gestartet.

Gut, ich hatte abends auch eine Verabredung, auf die ich mich gefreut habe. Und einen Frisör Termin. Davon krieg ich immer gute Laune. Aber selbst die Arbeit ging mir gut von der Hand und ich hab einiges geschafft.

Tja.. und dann kam das Date. Den Pferdeflüsterer hab ich neulich im Club kennengelernt. Irgendwie gab es zwischen uns eine Verbindung. Der Augenkontakt war mindestens ebenso intensiv, wie die Gespräche. Die nächsten Tage erwarteten mich verliebte Mails und SMS. Montag haben wir 5h Stunden telefoniert und es war einfach klasse. Ich hab mich hinterher richtig gut gefühlt und ruhte in mir und war sehr ruhig und gelassen.

Auch als wir uns Mittwoch spontan getroffen haben, fühlte ich mich gut dabei. Gut... er hat den ersten Kuss vermasselt, weil er immer wenn sich diese Spannung aufgebaut hatte, entweder Faxen gemacht hat oder irgendwas Blödes gesagt hat. Dann war immer die Stimmung weg. Allerdings hat er es irgendwie ohne Stimmung mit der „ich will alles und zwar sofort" Methode versucht. War eben nicht soo toll und nicht so romantisch.

Und gestern war nun das eigentlich geplante Date. Aber anstatt sich verliebt in die Augen zu gucken, Händchen zu halten oder was man sonst so tut, wenn man an mehr als an Sex interessiert ist, haben wir uns gegenseitig runtergezogen. Ich war nicht gut drauf, weil immer noch die Idee alles an den Nagel zu hängen, um mir etwas neues zu suchen, in der Luft hing und er hatte wohl auch nicht seinen besten Tag.

Eigentlich hab ich ihm vorher gern zugehört. Auch wenn es Geschichten von Pferden waren, zu denen ich keinen Bezug habe. Schließlich arbeitet er mit ihnen. Es hat Spaß gemacht. Wir haben gelacht und irgendwie waren wir hinterher beide besser drauf.

Doch diesmal fing die negative Stimmung an, alles zu überschatten. Es war die Art wie er Dinge erzählt hat. Sein Leben verlief nicht optimal. Er hat ist schon sehr oft sehr schwer von Menschen enttäuscht worden. Es schwang in allen Erzählungen ein Vorwurf an andere mit, tiefe Enttäuschung und Frustration. Auch Einsamkeit und Traurigkeit. Eigentlich klang er alles andere als glücklich. Eher wie jemand, der in einer ausgewachsenen Depression steckt und noch dazu wenig selbstreflektiert ist.

Jede auch noch so lustige Anekdote zog eine noch traurigere Geschichte nach sich. Jeder psychologisch angehauchten Frage wich er aus. Ich glaube, er ließ mich zu tief blicken und das was ich sah erschreckte mich. Es machte mich traurig. Und ich empfand tiefes Mitleid für ihm.

Wir sprachen es an. Wir waren irgendwie beide nicht mit der Stimmung und dem Verlauf zufrieden. Vor allem, weil er so anders war, als es sich vorher angedeutet hatte. Wir gingen mit einem unguten Gefühl auseinander.

Und ich fühle mich total mies. Ich hab auch gemerkt, dass da irgendwas ist. Aber dieser Depression kann ich mich nicht stellen. Ich krieg mein eigenes Leben kaum in den Griff. Was er braucht ist natürlich jemand der ihn liebt. Dem er vertrauen kann. Aber was er vor allem braucht ist eine Therapie. Da sind zu viele aufgestaute Aggressionen, nicht gefühlter Schmerz und nicht übernommene Verantwortung im Spiel.

Ich tendiere dazu negative Stimmungen wie ein Schwamm aufzusaugen. Ich brauche immer eine Weile, bis ich die wieder los bin. Sie klebt an mir und lässt sich nicht abduschen. Er hinterließ eine unglaubliche Hilflosigkeit, Traurigkeit und Einsamkeit. So viel, dass ich dringend Schokolade brauchte. Noch auf dem Heimweg. (Kiosk sei dank)

Als wäre das nicht schon alles schlimm genug, warteten zu Hause noch ein paar Bank-Hiobs-Botschaften auf mich. Sicherlich alles kein wirkliches Drama. Hätte ich so weggesteckt, wenn es mir besser gegangen wäre, aber so, zog mich mein eigenes Elend noch weiter runter, als es ohne hin schon war. Da wird es also auch noch schwieriger. Die Entscheidung drängt.

Obendrauf ist Sonntag diese furchtbare Silberhochzeit, wo ich gute Miene zum bösen beruflichen und privaten Spiel machen muss. Das mag da vielleicht auch funktionieren, aber meine Mutter wird es mir in dem Moment ansehen, wo ich in die Tür komme, dass etwas nicht stimmt und diesmal werde ich mich nicht mit Floskeln und gespielter guter Laune aus der Affäre ziehen können. Sie wird solange bohren, bis sie Antworten hat und ich könnte gerade nur noch heulen.

Und eben kam noch ne Mail vom Pferdeflüsterer, die ich mich nicht traue zu lesen. Ich kann mich dem, was da drin stehen wird, gerade nicht stellen. Dazu fühl ich mich nicht stabil genug.

Ich konnte nicht mal schlafen, weil ich mir nicht diese Ruhe gegönnt habe, um über alles nachzudenken. Ich glaube ich hätte mit dem heulen nicht wieder aufgehört, hätte ich erstmal angefangen. Es wirkt irgendwie gerade alles so ausweglos. Entweder, die Männer interessieren sich nicht für mich oder sie sind nicht psychisch stabil und dann die berufliche Situation, die durchs Abwarten nicht besser wird...

21.04.2010 um 16:07 Uhr

Wann hat man zu viel Freiheit?

Stimmung: mal wieder nachdenklich

Irgendwie muss ich etwas an meiner Arbeitssituation tun. Irgendwie geht das so nicht weiter. Diese Situation fängt an mich zu belasten.

Ok... ich versuche die Situation mal zu beschreiben.

Ich hab einen Halbtagsjob (20h die Woche) bei einer Firma, die Software herstellt. Dieser Job ist auch wirklich toll. Er sichert mir ein geregeltes Einkommen, ich mag meine Kollegen, ich kann kreativ sein, ich hab unglaublich viele Freiheitsgrade und mit den Chefs komm ich auch ziemlich gut klar. Sie mögen sogar meine Ideen. Aber irgendwie fühle ich mich da nicht ausgelastet. Ich weiß auch nicht ob ich diesen Job Vollzeit machen wollen würde, weil er mich irgendwie nicht richtig erfüllt. Eigentlich dachte ich auch immer, es ist nicht genug Arbeit für eine Vollzeitkraft da und dass sie es sich eh nicht leisten könnten und jetzt stellen sie noch eine Studentin für 20h die Woche ein, die im Grunde genommen Mädchen für alles sein soll und auch mich bei meiner Arbeit unterstützen soll. Wobei frag ich mich??? Und jetzt soll ich mir auch noch Arbeit für die Studentin ausdenken. Klar, könnte ich auch mehr machen. Aber dafür bräuchte ich eigentlich mehr Stunden und vor allem einen freien Kopf. Ich müsste wirklich für diese Firma brennen. Aber das tu ich nicht.

Die andere Zeit bin ich selbstständig. Auch im Marketingbereich. Ich finde das auch total super, weil ich da einfach machen kann, was ich will, kann meine Zeit so einteilen, wie es mir Spaß macht und muss mich mit niemanden abstimmen. Allerdings läuft es da gerade schleppend. So richtig kommt da keine Fahrt auf. Das mag daran liegen, dass ich nicht das Engagement zeige, das notwendig wäre. Ich müsste mich da Vollzeit reinschmeißen und wie doof die Werbetrommel rühren. Aber das kann ich mir nicht leisten. Ich muss ja auch irgendwie meine Miete bezahlen. Also versuche ich die Zeit die bleibt irgendwie zu nutzen und komme nicht richtig in die Füße. Ich hab auch ein schlechtes Gewissen dabei sie ganz aufzugeben. Da ist schon viel Energie und Gehirnschmalz reingeflossen. Ich hab Partner, die gern auch weiter mit mir zusammenarbeiten wollen und Partner, die zusammen mit mir Dinge in Vorleistung entwickelt haben. Ich hab das Gefühl ich würde sie im Stich lassen, wenn ich aufgebe. Aber dann denke ich auch wieder, dass es ohnehin niemanden nutzt, wenn ich nur mit halber Kraft fahre.

Es nutzt beiden Firmen nicht. Ich fühle mich immer hin und her gerissen. Irgendwie scheine ich mein Feuer nicht auf zwei Sachen aufteilen zu können. Immer wenn ich gerade in der einen Sache Fahrt aufgenommen habe, muss ich abbrechen und die andere Sache machen. Irgendwie bremst die eine Sache die andere aus und ich hänge irgendwie dazwischen und habe das Gefühl, beiden Firmen nicht gerecht zu werden. Ich fühl mich nicht gut dabei.

An sich hätte ich gern wieder eine Sache. Einen Job. Eine Herausforderung, in die man sich reinhängen kann. Einen Brandherd. Mit einigermaßen geregelten Arbeitszeiten ohne den Gedanken zu haben, dass man irgendetwas eigentlich noch machen müsste und sich nicht aufraffen kann. Mit einem geregelten Einkommen, das einfach so auf dem Konto landet und mit dem ich mir eine Golfmitgliedschaft leisten könnte.

Das würde alles dafür sprechen, die Selbstständigkeit aufzugeben oder zumindest einfach nicht mehr groß aktiv zu werden und eine Vollzeitstelle anzunehmen. (Eigentlich würde sich zu jetzt auch nichts ändern, ich hätte dann nur ein weniger schlechtes Gewissen) Aber dann kommen wieder die Verpflichtungen anderen gegenüber durch und mein eigenes mieses Gefühl, wenn es ums Aufgegeben geht.

Ich bin niemand, der aufgibt. Ich beiße mich durch. Ja... so ist das normalerweise. Aber ich habe im Moment keinen Biss. Ich habe die Kraft nicht. Das Rückgrad nicht. Ich liebe diese Idee. Ich liebe das Gefühl, dass jeden Euro, den ich einwerbe, nach den normalen Abzügen in meine Tasche fließt. Ich kann auch die Hoffnung nicht aufgeben, dass da doch noch was passiert. Dass ich doch noch mal wirklich richtig echt davon leben könnte.

Und es nervt, sich immer Gedanken um Geld zu machen. Ich will mir bestimmte Dinge leisten können. Und zwar dann, wenn ich sie haben will und nicht wenn ich gerade mal einen Auftrag reinbekommen habe. Mit dem was ich weiß und kann, könnte ich tolle gutbezahlte Jobs bekommen. Warum gebe ich mich damit zufrieden?

Wegen der Freiheit? Die Freiheit, die mich momentan mehr hemmt, als dass sie mich antreibt? Klar, war es letztes Jahr hilfreich, diese Freiheit zu spüren. Nur so hatte ich auch den gedanklichen Raum mich diesen ganzen Männergeschichten zu widmen. Aber ist damit nicht langsam mal gut?

Ich bin ein Teamplayer. Ich will nicht alleine kämpfen. Ich kann es scheinbar auch nicht. Das ist es auch, was ich bei meiner halben Stelle so toll finde. Es ist einfach toll, Kollegen zu haben. Auch wenn sie in einem völlig anderen Bereich arbeiten.

Wenn ich das allerdings aufgeben würde und mir irgendwo einen Job suchen würde, ist nicht gesagt, dass die Kollegen nett sind, dass ich da denken darf und Ideen haben und durchsetzen kann. 

Ich bin wirklich hin und her gerissen. Aber irgendwann muss da mal eine Entscheidung her. Der halbe Job bringt nicht genug ein, als das ich davon dauerhaft leben könnte. Und diese Dualität ist nicht gut für mich. Es fühlt sich an wie Stillstand. Klar liebe ich meine Freiheit. Aber wann ist es zu viel des Guten?

19.04.2010 um 15:57 Uhr

Die Waagschale kippt

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Richard, derAlteMann, derSchatten

Stimmung: mitgenommen

Richard kam doch im Anzug. Den Kommentar über die Nelke im Knopfloch hab ich mir mal netterweise verkniffen, vor allem weil er sich schon schlecht genug gefühlt hat, weil er die Blumen vergessen hatte. Er wollte mir welche mitbringen... soso...! Hätte ich gar nicht erwartet. Den Kommentar über den Bremsstaubgeruch, konnte ich mir allerdings nicht verkneifen. Wir sind nach 20 min doch wieder umgekehrt und haben mein Auto genommen. Mit einer festsitzenden Bremse muss man nun wirklich keine 100 km fahren.

Die Veranstaltung war wirklich nett. Vielleicht waren die Leute ein wenig alt. Ich gehörte da definitiv zu den Kücken. Richard hat ein befreundetes Pärchen getroffen. Der männliche Part wich mir den gesamten Abend nicht mehr von der Seite (wie ein Schatten), während der weibliche Part sich anderweitig vergnügte. Die Stimmung war angenehm, das Ambiente war passend, die Leute waren nett und das Essen war gut.

Nach dem Essen fing die Stimmung auch an, wesentlich mehr von Erotik zu knistern. Ich mag das ja gern. Das macht ja den Reiz aus. Ich kann dann immer schwer widerstehen, auch aktiv zu werden. Ich wollte ja auch nicht widerstehen. Also habe ich mich einen ganzen Abend und die halbe Nacht von Richard und meinem Schatten verwöhnen lassen. Es hat Spaß gemacht. Sich mal wieder so richtig auszutoben und fallen zu lassen.

Man konnte dort auch übernachten... genügend Schlafplätze gab es ja... und irgendwann wurde es langsam ruhiger, weil sich immer mehr in die Betten kuschelten. Aber ich wollte gern nach hause fahren und die Nacht in meinem eigenen Bett verbringen.

Es war hell als ich nach Hause kam. An Schlaf war trotzdem nicht zu denken. Es waren doch zu viele Eindrücke gewesen. Auch gestern hab ich das alles noch nicht sortiert bekommen.

Ja, ich bin neugierig. Ja, ich will das alles mitmachen, sehen, erleben. Ja, ich habe da Spaß dran. Diese Veranstaltungen haben einen gewissen Reiz. Einen Kick. Ich liebe diese Hemmungslosigkeit, diese knisternde Erotik, das im Mittelpunkt stehen. Aber dann sitze ich wieder zu hause, fühle mich einsam und bin komplett aus dem Gleichgewicht geworfen. Ich glaube, ich muss es mir langsam eingestehen, dass mir diese Abende nicht gut tun. So gern ich es auch mache.

Ich weiß von außen betrachtet, ist das alles klar. Ihr seht das sicherlich schon länger so. Aber ich stecke in mir drin. Mit all meinen Emotionen und Bedürfnissen. Und da knallen manchmal zwei Seiten aneinander. Die Seite, die sich nach Geborgenheit sehnt und die Seite, die sich sexuell austoben will. In der letzten Zeit habe ich das Bedürfnis nach Geborgenheit dem sexuellen Trieb untergeordnet. Und es tut mir nicht gut.

Vielleicht ist es mal an der Zeit das mal wieder umzukehren. Die Waagschale umzukippen. Die Phase des Ausprobierens hat ja nun lange genug gedauert. Ich muss wieder Dinge tun, die mir wirklich gut tun. Auch wenn es mir doch irgendwie leidtut, dieser ganzen Szene den Rücken zu zu kehren.

Ein weiterer Grund dass ich an dieser Situation etwas ändern muss, abgesehen davon, dass ich mich nicht mehr gut dabei fühle, ist dass der Partner einer Freundin (der mich überhaupt nicht kennt) sich mokiert hat und den Umgang mit mir „verboten" hat - weil ich angeblich einen schlechten Einfluss auf sie ausübe. DAS finde ich mal interessant und völlig daneben.

Daneben, weil er mich überhaupt nicht kennt und es überhaupt nicht wahr ist. Nur weil ich so lebe, stecke ich noch lange niemanden an. Interessant, weil es eben zeigt, wie die Wahrnehmung von außen ist. Vielleicht spielt da auch rein, dass Männer cool sind und Frauen Schlampen, wenn sie sich sexuell ausleben. Ich hab auch das Gefühl, dass es bei mir doch irgendwie noch etwas anderes ist. Ich tu das auch nur in bestimmten Kreisen. Ich würde niemals nuttig angezogen in eine normale Bar gehen und mich da irgendwem auf Biegen und Brechen an den Hals werfen.

Aber es gibt eigentlich wichtigere Dinge, um die ich mich kümmern muss, als meine sexuelle Befriedigung. Ich muss langsam mal eine Entscheidung treffen, wie das mit mir beruflich weiter gehen soll. SO geht das auf Dauer nämlich auch nicht. Aber darüber schreibe ich demnächst wohl mal einen eigen Beitrag.

 

Übrigens tut es mir total leid für den Alten Mann. Er kann nicht in seinen wohlverdienten Urlaub mit seiner Flamme fahren, weil die Flüge wegen Asche gestrichen sind. Das ist doch wirklich gemein. Dabei redet er schon wochenlang von nichts anderem.

17.04.2010 um 15:31 Uhr

Kleider machen Leute

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Richard

Stimmung: aufgeregt

Ich freu mich voll auf heute Abend. Ich liebe es, mich entsprechend hübsch zu machen und ich finde es Männer in Anzügen so scharf.

Naja.. irgendwie ist das mit der Abendgarderobe doch nicht ganz so einfach. Ich hab meinen Schrank durchforstet und eine Lösung gefunden, die ich ganz passabel finde: eine schwarz-pinke Korsage, die mir total toll steht und einen schwarzen Rock. Entweder nehme ich den bodenlangen oder den mittellangen. Weiß ich noch nicht.

Aber mit einer Korsage den ganzen Abend rumzulaufen... könnte anstrengend werden. Also war ich gestern noch mit einer Freundin shoppen. Ich hatte ja noch die Phantasie, entweder irgendwo noch ein hübsches Kleid oder edles Oberteil abzugreifen, dass mit einem Rock auch als Abendgarderobe durchgeht. Es sollte aber nicht soo teuer ist. Ich meine, wie oft muss man sich unter der Prämisse Abendgarderobe irgendwo einfinden. Da muss man doch nicht gleich ein Vermögen ausgeben... oder?

Allerdings erschreckte mich die aktuelle Abendkleidermode ein wenig. Man findet sie zwar überall und auf den ersten Blick sieht sie auch toll aus, aber wenn man sie an hat, ist sie vor Langeweile überhaupt nicht zu übertreffen. Müssen Abendkleider langweilig und brav sein? Naja.. vielleicht schon, wenn es sich um einen Abiball handelt, aber sonst? Doch nicht, wenn sich hinterher eine frivole Party anschließt. Und selbst wenn sich die nicht anschließen würde, gäbe es keinen Grund, nicht sexy zu sein. Auf eine edle Art und Weise.

Die meisten Kleider, waren wohl so gedacht, dass sie ein wenig länger als die Knie sein sollten. Dummerweise bin ich nun aber ein wenig klein, so dass sie immer in der Mitte der Waden aufhörten. Naja.. zumindest waren sie für ein knielanges Kleid zu lang und für ein bodenlanges zu kurz. Und für Mitte-Waden einfach falsch geschnitten. Man hat dann immer Fußballerwaden. Da ist es auch egal, was man da für Schuhe anzieht.

Und diese Mengen an Tüll? Und Rüschen? Und in Wellen gelegte Stoffe? Was ist denn bitte aus weich fließenden Stoffen passiert? Die, die glatt runterfallen...? Die, die Kurven schön hervorheben? Ich hatte die unmöglichsten Dinge an. Ich hab halt einen großen Busen. Da brauch ich nicht extra viele Stoffschichten, die am Busen extra viel auftragen. Ich brauch auch keine abstehenden Röcke, die viel zu hoch angesetzt sind und mit denen man aussieht als wäre man schwanger. Ich will auch keine Pailletten oder anderen Glitzerkram haben. Ich will etwas schlichtes, edles, das die Formen schön hervorhebt, vielleicht dezent sexy ist, aus einem Material, das nicht raschelt oder von alleine in der Ecke stehen kann.

Um es kurz zu machen... Ich hab nichts gefunden, was mir gefallen hat. Oder was mir annähernd gestanden hätte.

Also hab ich es aufgegeben und fand plötzlich, dass die B-Lösung mit der Korsage eine unglaublich tolle Idee wäre. Aber dafür brauchte ich eigentlich noch Pöms. Ich hab zwar einige Schuhe, die man zu einem solchen Anlass mal anziehen könnte, aber die sind entweder sooo hoch, dass sie eigentlich eher Sitzschuhe sind (es gibt Buffet...), sie sind unbequem oder sie passten vom Stiel/Farbton nicht zum Outfit. Tja... in der Welt von Frauen gibt es Probleme, die Männer niemals verstehen würden.

So... da hatte ich nun das nächste Problem. Wann sind eigentlich schlichte, schwarze Pöms mit Pfennigabsatz aus der Mode gekommen?? Das ist ein Klassiker und nach wie vor immer noch ein edler Schuh, der einfach auf alles passt. Es gab alles, nur nicht was ich wollte: Römersandalen mit Pfennigabsatz, normale Sandalen mit Pfennigabsatz, Pieptoes mit Pfennigabsatz, Pöms mit Keilabsatz, Pöms mit einem Pfennigabsatz, der so winzig ist, dass sie auch hätten weglassen können, Balerinas ohne Absatz, alle möglichen Spielereien, Schleifen, Nieten und Fransen und alle möglichen Farben, die aber einfach nicht das richtige Pink haben wollten. Und hatten sie tatsächlich mal die richtige Farbe, sah der Schuh entweder unmöglich aus oder er war nicht in meiner Größe da. 38 ist eben immer sofort weg. Ich werde mich wohl nicht mit der aktuellen Schuhmode anfreunden. Ich war frustriert. Schuhe gehen doch sonst immer. *Arme verschränk*

Aber ich war heute noch mal an ner anderen Ecke und hab in einem Laden tatsächlich ein Paar gefunden. Sehr schön. Genau das was ich wollte... naja.. nicht ganz, aber ein Kompromiss, den ich bereit war einzugehen. Und vor allem waren sie bequem.

Selbstverständlich handelte es sich um einen Markenschuh...! Natürlich. Warum hätte ich auch mal Glück haben und einen günstigen, womöglich reduzierten Schuh finden sollen? Jedesmal wenn ich in einen Laden gehe, springt mir sofort der Markenschuh ins Auge. Aber ich dachte mir, dass man einen schlichten, schwarzen Pöms öfter als einmal anzieht. Und wenn man schon anatomisch fragwürdige Schuhe kauft, kann man auch einen bequemen Schuh kaufen. Ich hab schon so viele Schuhe gekauft, die dann nicht bequem waren... die zieht man einfach nicht oft an. Also blätterte ich 120 Euronen auf den Tisch und schwebte glücklich von dannen.

Ich weiß noch nicht so genau, was ich mit den Haaren anstelle. Eigentlich hätte ich noch zum Frisör gemusst, die Farbe ist schon grenzwärtig, aber wie es immer so ist... man hat ja keine Zeit (oder andere Prioritäten). Egal. Mir wird da schon was einfallen.

Ich schicke mich also an, mich in eine Göttin zu verwandeln, die fabelhaft aussehend und perfekt auf den Anlass abgestimmt auf die Veranstaltung gehen wird.

Da sagt mir Richard eben am Telefon, dass er wohl keinen Anzug anziehen wird, sondern und jetzt kommt es: Schwarze Lederhose, Netzoberteil und Jackett. Mir ist fast der Hörer aus der Hand gefallen. Abendgarderobe, Junge! Ich fass es ja nicht. „Anzug"-Pflicht steht definitiv in der Eventbeschreibung. Wo ist denn bitte dabei der Sexapeal bei der Kombi?

Also meinte ich eben zu ihm, dass er sich das noch mal überlegen soll, schließlich möchte ich nicht, dass er neben mir underdressed aussieht. Dass ich es schön fände, wenn er seine Kleiderwahl noch mal überdenken würde und dass ich nicht will, dass sie uns wegen ihm nach Hause schicken.

Wenn er das wirklich bringt, war es das letzte Mal, dass ich etwas mit ihm unternommen habe. Schließlich war das seine Idee. Und er hat die Veranstaltung auch so angepriesen.

Das kann ja heiter werden.

15.04.2010 um 23:26 Uhr

Richard die Schlaftablette

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Richard, Legolas, derAlteMann

Stimmung: ok.

Gestern traf ich mich mit dem Typen aus dem Club. Ich glaube ich nenn ihn hier Richard. Von Richard G*ere. Schließlich ist der gut Mr. G*ere ein Mann im besten Alter, der mit Charme, Anstand und Stil ausgestattet ist. Zumindest er spielt immer diese Rollen. Und er hat irgendwie etwas Ritterliches. Ich finde der Name passt. ("der Alte Mann" ist ja schon vergeben. Tja.. wenn ich länger nachgedacht hätte, wäre mir für den Alten Mann bestimmt auch was passenderes eingefallen. Aber damals war er der einzige Mann über 50, mit dem ich im Kontakt stand)

In Bezug auf Richard hab ich auch schon geschummelt. Wir waren Montag Abend spontan einen Kaffee trinken. Den Abend hab ich hier unterschlagen. Hauptsächlich weil ich mir andere Gedanken gemacht habe und weil es nichts Spannendes zu erzählen gab.

Im Grunde gibt es von gestern auch nichts Spannendes zu erzählen. Tu ich es trotzdem? Ja!

Also gestern kam Richard vorbei. Wir hatten spontan telefoniert und während des Telefonats dachte ich, dass es doch ne gute Idee wäre, wenn wir uns vor Samstag noch mal wieder treffen. Dann ist das am Samstag nicht so komisch. Samstag Abend wollen wir in einen Club. Ja... SO einen Club. Da ist eine Veranstaltung, bei der Dresscode (zumindest am Anfang) Abendgarderobe ist.

Mhhh... lecker... sexy Männer in Anzügen und Frauen in engen schicken Kleidern... Da kann ich doch nicht nein sagen. *grins* Vor allem nicht, weil ich mich schon gern mal richtig aufstyle. Allerdings ist die Fraktion Abendgarderobe in meinem Schrank eher spärlich vertreten, also muss ich wohl improvisieren. Kein wirkliches Problem. Da wählt man eben eine schicke Kombi statt eines bodenlosen Kleides. Die werden mich schon nicht nach Hause schicken.

Aber angeblich, soll es wohl im Laufe des Abends auch intimer zugehen und ich wollte wissen worauf ich mich bei Richard einlasse. Naja... unsere beiden Terminpläne ließen sonst keinen weiteren Termin zu, also war es nun gestern.

Er brachte eine Flasche Wein mit. Wir hatten eigentlich ein sehr amüsantes kleines Telefongespräch, also dachte ich dass der Abend schon irgendwie gut werden würde. Aber wir redeten über Ad-ons für Browser, Funktionen für Musikprogramme, andere kleine Software Gadgets, Funktionen bei Mobiltelefonen, Mobiltelefone als solches, Internetprogrammierung, *schnarch* Reparaturen von Fernsehern oder Video-Recordern und welche Teile man für wie viel Geld kaufen kann, damit man sich eine Fernbedienung selbst basteln kann...*schnarch hoch 2*

Muss ich weiter machen oder könnt ihr auch so ahnen, dass es irgendwie eher öde war? Ich war kurz davor wegzudösen und der Wein tat das übrige. Normalerweise hab ich nichts gegen diese Themen. Aber ich muss mich auf der Arbeit immer schon damit auseinander setzten. Ich hab da durchaus ein brauchbares Halbwissen, was es mir zumindest ermöglicht Informatikern zu folgen. Und auf der Arbeit muss ich versuchen mich dafür zu interessieren, schließlich ist es mein Job Informatiker-Deutsch für das normale Volk verständlich zu machen. Aber in der Freizeit? Bei einem Date? Wenn er mich doch eigentlich ins Bett komplimentieren wollte? Naja.. zumindest hatte ich es angenommen, dass das sein Interesse war. Und ich hatte ehrlich gesagt auch Bock drauf. 

Aber kein Themenwechsel hat gezündet und mein Flirten wurde zwar registriert und dann verpuffte es irgendwie. Wenn es wenigstens Absicht gewesen wäre... Ich weiß nicht was es war. Unsicherheit? Muss ich bei ihm etwa die Führung übernehmen? Und ich dachte er wäre souveräner.

Um kurz nach 0h schaffte ich es doch noch, dass ein kleines bisschen Erotik aufkam. Ich wollte ja wie gesagt nicht, dass es Samstag so krampfig ist. Wir hatten auch ein bisschen Spaß miteinander, aber so das wirkliche Feuer, die Leidenschaft brandete nicht los.

Sind klare Fronten ein Stimmungskiller? Oder wenn man feststellt, dass man mit dem anderen nicht wirklich auf einer Welle schwimmt? Oder sich nur so am Rande für den anderen interessiert? Oder lag es am fehlenden SM-Element...?

Ich bin mir sicher, dass es nicht am SM liegt. Letzten Samstag hat es ja auch so funktioniert. Da gab es Feuer und Leidenschaft und - Geborgenheit.

Tja.. funktionierte gestern alles nicht so richtig. Es war fast geschwisterlich. Ich war nicht so richtig scharf und er auch nicht. An sich muss man es dann lassen.

Am Ende (naja.. wirklich zu Ende war keiner von uns, allerdings ist nach ner Toilettenpause die Stimmung völlig vorbei gewesen) kuschelten wir einfach ein bisschen mit einander. Das war nett. Aber auch geschwisterlich.

Nein.. er wird nicht mein Partner werden. Und ob wir Freunde werden steht noch in den Sternen. Im Moment übt er keinen Beruf aus. Muss er irgendwie auch nicht, ihm reicht das Geld, was er so hat. So weit so gut. Er hat viele Hobbys und scheint durchaus aktiv zu sein. Und er meckert nicht drüber - im Gegenteil, er genießt es. Da hab ich wirklich kein Problem mit.

(Da muss ein „aber" kommen, oder?)

Wir reden aneinander vorbei. Er meinte, dass er sich nicht so richtig verstanden fühlt und schob es auf das Alter. So ein Quatsch. Wir würden auch nicht die gleiche Sprache sprechen, wenn er 30 wäre. Egal... ich hab nichts gesagt und so hat er ne Ausrede. Schließlich finde ich die 20 Jahre auch irgendwie viel. Er hat ein hohes Mitteilungsbedürfnis. Er hat zu vielem eine Meinung, die er wortreich mitteilt. Er interessiert sich eigentlich nicht wirklich für seinen Gegenüber. Naja.. jedenfalls für mich nicht. Muss ich mich jetzt schlecht fühlen und in Frage stellen? Nö... ich glaube nicht. Vermutlich weiß ich jetzt, wie es sich manchmal anfühlen muss, wenn man mit mir redet. Ich hab es sonst selten, dass jemand anderes mehr redet als ich.

Anders als andere Menschen, die sich nicht für den anderen interessieren, redet er nicht ständig von sich selbst, sondern von Themen, von denen er glaubt Ahnung zu haben. Es interessiert ihn auch nicht, was andere davon denken oder halten. Eine Diskussion kommt so nicht zu Stande. Es sind eher Monologe. Oftmals einschläfernde Monologe. Würde er mich mehr interessieren, würde ich versuchen es zu ergründen und das „warum" herauszufinden, aber so... nö. Viel zu anstrengend, für ne Affaire.

Manchmal überrascht er mich aber dann doch mit irgendeiner weisen Zusammenfassung oder Einschätzung. Dann will er auch plötzlich was von mir wissen. Das schräg, weil es immer irgendwie plötzlich kommt aber es ist irgendwie nett.

Dann hat er versucht mir Kinder einzureden. Kinder wären doch so toll und wenn man eigene hat, sind diese ganzen Vorüberlegungen hinfällig. Dann strukturiert sich das Leben von allein. Man übernimmt einfach so Verantwortung. Ich glaube nach wie vor nicht, dass das so einfach funktioniert und dass es so einfach ist. Und er konnte mir nicht sagen, warum er eine Vasektomie hat machen lassen, wenn eigene Kinder doch so toll sind.

Achja.. er hat auch noch ne abfällige Bemerkung über meine 1-2 Pfund zuviel gemacht. Früher hätte mich das in meinen Grundfesten erschüttert. So meinte ich nur, dass das nicht „mollig" heiße, sondern „weiblich" und dass er das gefälligst sexy zu finden hat, da er sonst gleich gehen könne. Auch wieder ein Grund, sich nicht länger mit ihm zu befassen. tse tse tse

So jetzt sag ich etwas gemeines: Mein Leben wird nicht bereichert, wenn ich ihn da reinlasse. Zumindest nach dem aktuellen Stand nicht. Aber so gibt es wirklich keine Gefahr, dass ich mein Herz riskiere.

Allerdings spukt so Legolas wieder öfter in meinem Hirn rum und ich mich immer wieder daran erinnern muss, dass es keinen Sinn macht, sich auf ihn einzulassen. Und interessanter Weise war es Richard, der mich auf den Gedanken brachte, dass in der Sache zwischen Legolas und mir einfach zu wenig Gefühl da ist. Und zwar auf beiden Seiten.

Ich war jedenfalls irgendwie froh, dass er nachts auf meinen Wunsch hin ging und ich allein schlafen konnte.

Ich habe keine Bedenken, wegen Samstag. Der Mann ist harmlos. Auch kein komisches Bauchgefühl, dass es besser wäre, wenn ich nicht mit ihm fahre. Vielleicht wird es ein bisschen langweilig. Ich freu mich trotzdem. Vermutlich wird es einiges zu gucken geben. Und wer weiß denn schon, was so ein bisschen frivole Clubatmosphäre ausmachen kann...Und vielleicht übernehme ich einfach die Führung, dann kriege ich auch meinen Sex.

Und danach... naja.. da muss ich jetzt ja noch nicht drüber nachdenken.

14.04.2010 um 17:58 Uhr

Ich war feige

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Leogolas

Stimmung: traurig

Manchmal sollte man aufpassen was man sich wünscht. Klar wollte ich das Legolas anruft. Weil ich eine Entscheidung getroffen habe und es ihm sagen wollte. Weil mein Ego das gern hätte.

Tja.. er hat angerufen. Montag Abend. Aber ich war nicht da. Ich fand auch nicht, dass ich postwendend zurückrufen muss, weil er ja schließlich das sich-nicht-melden-Spiel angefangen hatte. Aber er hat durchaus auch mal etwas hartnäckiges und gestern rief er noch mal an.

Ich ging ran, weil ich es blöd fand, zu hause zu sein und trotzdem nicht ranzugehen. Aber so toll, wie ich geglaubt habe, war es dann irgendwie nicht. Es war überhaupt nicht dieser Triumph-Moment, den ich mir gewünscht hätte. Er tat mir leid.

Irgendwie tat er so, als wäre alles in Ordnung. Es war ein verdammt komisches Gespräch. Ich war kurz angebunden, er hatte im Grunde nichts wirkliches zu erzählen und so sagten wir eigentlich nichts. Jedenfalls nichts, was über Small Talk hinaus ging, wobei er schon Interesse zeigte.

Im Grunde war ich überhaupt nicht bereit mich mit Legolas auseinander zu setzten. In dem Moment, an dem er am Telefon war, war ich mir auch nicht mehr sicher, ob es wirklich ne gute Entscheidung gewesen ist. Vielleicht war ich da auch ein wenig oberflächlich. Wen interessiert schon eine Wohnung? War er wirklich so abweisend? Bildete ich mir das vielleicht nur ein? Aber waren die sonstigen Gründe nicht schon Gründe genug? Muss ich deswegen einen so krassen Schritt gehen? Wäre es nicht besser, wenn ich es nicht noch mal versuchen würde? Wenigstens mit ihm drüber reden? Würde meine Entscheidung ihn vielleicht sogar verletzen?

Zweifel kamen auf. Und sie machten mich traurig. Traurig, weil ich eigentlich keine Lust hatte zu telefonieren, weil ich unbedingt mit ihm darüber reden muss und es ihn vielleicht verletzt, weil ich mich vielleicht auch irren könnte, weil ich ihn wirklich mag und ihn nicht so wegwerfen will und weil ich irgendwo in mir drin weiß, dass es irgendwie keinen Sinn mehr macht. Zu viel negative Energie lastet nun auf dem Kontakt. Unerfüllte Erwartungen und Wünsche und Bedürfnisse.

Ich war also feige und sagte - nichts. Ich redete mir ein, dass es doch viel besser wäre, wenn ich das in Person besprechen würde.. am Telefon, das wäre doch wirklich fies. So was macht man nicht. Außerdem hab ich dann noch ein paar Tage wo ich mir Gedanken machen könnte. Meine Meinung festigen.

Ich beendete das Telefonat, mit einer feigen Ausrede. Ich wäre müde, sagte ich ihm und fragte, ob wir die Tage noch mal telefonieren. Das leuchtete ihm ein.

Ich weiß nicht was ich mit ihm machen soll. Ich will ihm dabei nicht in die Augen gucken und sagen, dass es mir leid tut, aber dass es so nicht funktioniert. Dass ich mit vielen seiner Charakterzüge oder der Art wie er Probleme angeht nicht klar komme. Und ich fühl mich mies. Ich bin doch nicht so tough wie ich immer tue.

Muss es wirklich endgültig sein? Kann man nicht vielleicht doch etwas machen? Wie will ich überhaupt mit ihm verbleiben?

Ich hänge jetzt irgendwie da drin und zweifle meine Entscheidung an. Ich fühl mich mies und gemein. Jetzt fällt mir das ein? Wo ich mich doch so dafür eingesetzt habe, dass er es nicht wegwirft, als er diesen Moment hatte? Jetzt, wo er seine Ablehnung überwunden hat, komm ich mit Punkten, die ich im Grunde von Anfang an wusste? Ich bin auch nicht besser als die Männer, denen ich dieses Verhalten immer vorwerfe. So mag ich mich gar nicht leiden. Das ist wirklich irgendwie saublöd.

Aber vielleicht will er auch eh nicht. Vielleicht interessiert er sich sowieso nicht für mich, dann mach ich mir umsonst Gedanken.

Menno... was soll ich denn jetzt tun???

12.04.2010 um 18:09 Uhr

There's a new man in Town

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: SM, Paar

Stimmung: beschwingt

Mhh... was könnte denn heute Thema meines Blogs sein? Ich glaube so langsam werde ich unkreativ. Oder passiert einfach nichts?

Neee... das kann nicht sein. *grins* Schließlich hab ich am Samstag wild geknutscht. Das ist doch mindestens ein Beitrag wert. Vor allem, weil die Knutsch-Geschichte scheinbar Wiederholungscharakter bekommt. Allerdings hab ich irgendwie noch keinen guten Spitznamen für ihn. Ich fang einfach mal an, vielleicht entwickelt sich noch ein Spitzname.

Ich war also am Samstag mit dem SM-Paar im Club. Natürlich ist es nicht immer so, dass es sich beim Ausgehen mit dem SM-Paar um etwas frivoles handelt, aber diesen Abend schon. An sich stand mir ja nicht so der Sinn danach, mich halbnackig in eine Bar zu setzen, mich von Männern angaffen und billige Anmachsprüche über mich ergehen zu lassen und dann mit einem sexgeilen Typen vor Ort noch was anzustellen. Ich hatte überhaupt keine Lust auf Sex, auf ne Frau und auf das SM-Paar auch nicht. Eigentlich wollte ich nur nicht zu hause sitzen.

Flirten. Flirten wollte ich. Aber das ist in solchen Clubs immer schwierig. Irgendwie ist man schon durch die pure Anwesenheit Freiwild und muss immer aufpassen, dass man den Bogen nicht überspannt. Ein scharfgemachter und nicht befriedigter Mann, kann ziemlich schnell sehr unangenehm werden. Also zog ich mich schon mal nicht halbnackt an, sondern eher so, dass man auch noch wo anders rein könnte. Ich war froh, das ich in Begleitung war und das das SM-Paar auch nicht so richtig in Stimmung war. Ja, tatsächlich so ein Wunder passiert auch noch.

Wir unterhielten uns einfach ein bisschen. Im Grunde ist eine frivole Bar ein ebenso guter Ort um sich zu unterhalten, wie jede andere Bar auch. Normalerweise, bin ich nicht so unbedingt scharf auf die Leute die da rumlaufen, aber erstaunlicherweise gab es da den einen Typen, der mich ansprach.

Schon etwas älter, angegrautes Haar, markante Gesichtszüge, sexy Po und er war allein da. Ok, Netzoberteile gehen irgendwie gar nicht. Aber er war trotzdem sexy. Und er lächelte sympathisch. Er wirkte nicht wie einer der anderen notgeilen Typen und stach deswegen aus der Menge heraus. Aber vielleicht auch nur, weil er ein kleines bisschen Ähnlichkeit mit AWL hat.

Wir saßen in einer Sofaecke und er saß mir genau gegenüber und wir flirteten den ganzen Abend miteinander. Irgendwann als SM-Er was zu trinken holen war, nutzte er die Gelegenheit und setzte sich neben mich.

Wir unterhielten uns, klar, wie sollte es anders sein, über Sex. Er hat einen Faible für Bondage und ist momentan ein wenig am experimentieren. Er ist bei dem gleichen Forum angemeldet, wie ich. Aber irgendwann ging das Gespräch über Sex hinaus. Ich fand heraus, dass er Motorrad fährt, gern segelt, Volleyball spielt und im Moment seine Freiheit als Single genießt. Er ist 50. Damit ist er 4 Jahre jünger als der Alte Mann. Aber irgendwie scheint er ein Mann mit Format und Stil zu sein (was nicht leicht zu beurteilen ist, wenn man ein Netzoberteil anhat) und vor allem ist er nicht blöd. Es hat Spaß gemacht mich zu unterhalten. Es war irgendwie kurzweilig.

Zwischendurch ist das SM-Paar gegangen und haben mich mit ihm allein gelassen. Schon Ok, ich wollte es ja so. Ich hatte ihm allerdings schon gesagt, dass ich nicht in Stimmung zu Sex war und er respektierte das. Aber ich war scharf. Ich wollte unbedingt mit ihm rumknutschen. Trotzdem machte ich nicht den ersten Schritt. Ich war eben nicht auf Eroberungstour.

Aber irgendwann verstand er meine Signale und küsste mich. Es war toll. Auch ein wenig mit Gänsehaut verknüpft und vor allem war es wirklich scharf. Es war leidenschaftlich. Es war sinnlich. Es war zärtlich. Nein.. kein SM. Trotzdem war es toll.

Ich war überrascht, wie viel Nähe und Geborgenheit er mir gegeben hat. Und ich war überrascht, wie gut mir das gefiel. Vielleicht lag es auch daran, dass ich in der letzten Zeit so wenig gekuschelt habe. Aber er ist ein wildfremder Mann... erstaunlich, dass ich es zulassen konnte. Ich will ja eigentlich eine Beziehung. Einen Partner. Aber er ist es nicht. Erstens ist er 20 Jahre älter, da fehlt mir ein wenig die Phantasie, mir das vorzustellen (er könnte mein Vater sein), Familienplanung muss wegen der Vasektomie nicht mal mehr diskutiert werden, manchmal hatte ich das Gefühl, wir würden ein wenig nebenher statt miteinander reden und überhaupt ist er gerade soo gern Single, dass er das so schnell auch nicht aufgeben wird.

Mir wurde von der ganzen Küsserei, seinen findigen Fingern und den starken Armen, die mich festhielten ein wenig schwindelig und ich schwankte, ob ich nicht doch mit ihm schlafen wollte. Aber diesmal wollte ich mit offenen Karten spielen. Diesmal wollte ich nicht verheimlichen, was ich eigentlich will. Selbst wenn ich nicht wusste was ich eigentlich will. Und diese ganze Küsserei vernebelte langsam mein Gehirn. Ich hatte sogar zwischendurch Bauchkribbeln. (Aber das war eindeutig nur sexuelle Erregung. Ich darf nicht immer den Fehler machen, es mit Verliebtsein zu verwechseln.)

Also sprach ich es an. Ich sagte, dass es gerade total toll wäre, dass ich aber eigentlich ungern in dem Laden mit ihm schlafen würde und dass ich nicht sicher bin, ob ich ihn mit nach Hause nehmen will. Und vor allem, dass ich mir nicht sicher bin, was ich überhaupt von ihm will. Ich war mir nicht mal sicher, ob ich die Knutscherei wiederholen oder ihn kennenlernen will. Aber auf keinen Fall wolle ich ihm falsche Hoffnungen machen.

Er reagierte sehr gentlemenlike. Ritterlich sozusagen. Er meinte, er fühle sich gerade total wohl und vollkommen akzeptiert. Er findet es unglaublich scharf, aber er wäre dafür, wenn wir es an dem Abend dabei belassen würden, aber wenn wir da irgendwann noch mal dran anknüpfen könnten.

Innerlich atmete ich auf. Sehr gut. Das wollte ich eigentlich auch. Und ich war froh, dass es seine Idee war, weil er so auch eher dahinter stehen würde als wenn ich sie getroffen hätte.

Um vier machten sie den Laden zu und wir gingen beide in unser eigenes Bett. Aber seit dem gehen PNs und smse hin und her.

Ich bin wirklich scharf auf ihn. Aber es ist klar, dass daraus nicht mehr wird. Jetzt ist nur die Frage, nehme ich Kuscheln und Sex mit oder lass ich es bleiben...? Ich glaube ich will. Ich bin was das angeht so ausgehungert. Fakt ist, dass ich vorher die Fronten klar ziehen werde. Es werden Spielregeln festgelegt. Dann gibt es auch keine Grauzone und keine unerfüllten Hoffnungen und Erwartungen. Und finde das kann man ruhig am Anfang ansprechen.

Apropos unerfüllte Erwartungen. Legolas hat sich übrigens immer noch nicht bei mir gemeldet. Was egal ist. Er ist sowieso raus. Aber es geht um mein Ego, dass sich toller fühlen würde, wenn er ankommen würde.

11.04.2010 um 13:31 Uhr

Ich hab mich entschieden

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Legolas

Stimmung: gefestigt

Freitag, nachdem die Mädels weg waren und ich einen kleinen Moment Einsamkeit hatte, hab ich zum Telefon gegriffen und habe Legolas angerufen. Er war mit seiner Ex/Nachbarin/Busenfreundin unterwegs.

Da ging es schon los. Merkwürdigerweise hat er für sie Zeit. Die hängen ständig aufeinander. Nein... Angeblich läuft da nichts. Es wäre auch vollkommen egal wenn da was wäre. Ich bin nicht eifersüchtig. Mir geht es um die Prioritäten. Ich habe nicht den Platz in der Prioritätenlisten, den ich gerne hätte. Seine Aussage war, es wäre auch gerade ungünstig und wir könnten ja Samstag noch mal telefonieren.

Nein. Ich weiß nicht, was für ein Problem er hat. Schließlich war es gerade ungünstig! Und Anscheinend ist ihm die sms nicht mal aufgefallen. Mhh... ich finde so was merkwürdig.

Nach diesem kryptischen Gespräch vor ein paar Wochen, bei dem er irgendetwas von er könne sich nicht richtig auf Nähe einlassen geredet hat (was ich, wie gesagt, nicht mal so verstanden habe, dass ich es vernünftig wieder geben könnte) hatte unser Kontakt irgendwie einen Knacks. Also bin ich einen Schritt zurückgetreten und habe ihm die Zügel überlassen. Die hat er auch an sich genommen. Sein Tempo, seine Intensität, seine Grenzen. Am Karfreitag ist er mit einem wundervollen Abschiedskuss aus dem Auto gestiegen und hat mich im Glauben gelassen, dass alles in Ordnung sei. Dass wir uns wieder annähern.

Aber eine ganze Woche nichts von sich hören zu lassen und dann auch noch komisch reagieren, wenn man anruft, ist kein Verhalten, was ich tolerieren will. Aber es gibt da noch eine andere Komponente.

Irgendwann früher, als ich mal über meine bisherigen Beziehungen nachgedacht habe, ist mir etwas aufgefallen. Ich war selten diejenige, die aktiv entschieden hat, ob es zu einer Beziehung kommt oder nicht. Klar gab es immer die Leute, die von Anfang an einfach nicht in Frage kamen. Aber es gab die vielen „Vielleichts". Die, bei denen ich es nett gefunden hätte, WENN sie sich AUF MICH einlassen würden. Wenn er MICH wollen würde. So nach dem Motto, wenn du willst, will ich auch. Ich war auch immer schwer enttäuscht, wenn er mich dann nicht wollte.

Je älter ich wurde und desto eher die Männer auch wussten, was sie wollen und was nicht, desto öfter gab es Männer, die mich nicht wollten. Mich hat es immer ziemlich getroffen. Irgendwie wollte ich gern, dass Männer sich um mich bemühen. Und erst wenn sie das taten, hab ich angefangen nachzudenken, ob ich überhaupt mit demjenigen alt werden will.

Und bei denen, die sich tatsächlich auf mich einließen, habe ich viele faule Kompromisse gemacht, hab mich bemüht, dass es funktioniert, hab mich teilweise sogar selbst aufgegeben, bis ich mir irgendwann doch wieder wichtiger war und es beendet habe.

Früher hätte ich diese Situation mit Legolas ausgesessen. Wäre ihm nachgelaufen, hätte mich so weit angepasst, dass er mich doch mag oder hätte versucht ihn irgendwie von einer Beziehung zu überzeugen, bis er irgendwann wirklich eindeutige Worte sagt und sie mit Taten untermauert. Aber dieses merkwürdigen Telefonat am Freitag, sein Verhalten in den letzen Tagen und dieses ohnehin sich immer mehr manifestierende Fragezeichen, haben mir die Augen geöffnet.

Ich kann nicht warten, bis jemand anderes die Pro/Contra-Entscheidung für mich trifft. Und besonders nicht bei jemanden, der sich ohnehin nicht entscheiden kann. Ich muss selbst eine Entscheidung treffen. Für mich. Ich muss eine Antwort  auf die Frage finden, will ich gerne auf Biegen und Brechen eine Beziehung mit Legolas führen? Und die Antwort ist nein.

Ich mag ihn. Ja. Bestimmte Dinge laufen eben total gut mit uns. Ich mag auch die Art und Weise, wie bei uns die Sexualität funktioniert. Und weil es da so gut läuft, würde ich es mir wünschen, wenn wir beide eine Beziehung führen könnten.

Aber ich mag mir seine alle-Lebenslagen-umfassende-Sackgasse nicht ansehen. Es nervt mich. Ich kann es nicht ertragen, wenn bei meinem Gegenüber einfach gar nichts passiert. Und wenn, dann doch bitte so, dass man nicht ständig rumnölt und sich darüber beklagt, dass nichts passiert. Dabei geht es mir nicht darum, dass er meinen Weg gehen muss. Es geht mir darum, dass er EINEN Weg geht. Seinen Weg! Und ich würde ihm da auch gern helfen, diesen Weg zu finden, aber er lässt mich nicht. Ich kann auch mit der Art und Weise nicht klarkommen, wie er mit Problemen umgeht. Wenn man eins hat, muss man drüber sprechen. Und man muss in der Lage sein, es klar zu formulieren, so dass der andere zumindest die Worte versteht. Ich komme auch nicht mit dieser Unverbindlichkeit klar oder damit dass er auch bei mir keine Entscheidung treffen kann.

Es gibt noch einen Grund, warum es wichtig ist, eine Entscheidung zu treffen. Ich brauche keinen Mann, um mir Regale an die Wand zu schrauben oder um mich finanziell zu versorgen. Ich brauche auch niemanden für Sex. Wenn ich Sex will rufe ich einfach jemanden an oder reiße irgendwo jemanden auf.

Ich brauche einen Partner. Jemanden der mir Geborgenheit und Liebe schenken will/kann. Jemanden, mit dem ich den Lebensweg gemeinsam gehen kann, bei dem man sich gegenseitig unterstützt und stärkt, wenn es nicht gut läuft. Jemanden, der auch mal eine Entscheidung treffen kann. Jemanden auf den ich mich verlassen kann. Jemanden, mit dem man auch mal langfristige Überlegungen anstellen kann. Jemanden, mit dem ich auf Augenhöhe bin. Und jemanden, der vor Emotionen nicht wegläuft. Wie das Konstrukt dann im Einzelnen aussieht.... Keine Ahnung, aber sicherlich wird es eine unkonventionelle Komponente geben.

Ich bin dieses unverbindliche Geplänkel leid. Ich will es nicht mehr. Ich will keine Kompromisse eingehen, unter denen ich leide. Ich will klare Fronten. Und Legolas ist einfach nicht mein Partner. Ich will mit ihm nicht alt werden, weil ich weiß, dass ich niemals über die Sackgasse hinweg kommen könnte. Ich würde immer versuchen sie zu beseitigen. Das ist keine Basis für eine Beziehung. Außerdem fehlt mir bei ihm das Gefühl der Geborgenheit, er kann keine Entscheidungen treffen und er läuft weg, wenn ich mal jemanden zum anlehnen brauche.

Deswegen hab ich mich entschieden. Ganz oder gar nicht. Ganz will ich es mit Legolas nicht, dann bleibt nur gar nicht. Irgendwas in der Grauzone dazwischen kriege ich im Moment nicht hin. Ich bin eben kein Grauzonentyp. Ob wir uns irgendwann mal freundschaftlich treffen, weiß ich nicht. Genauso wenig ob ich nicht noch mal irgendwann mit ihm ins Schlafzimmer verschwinde. Aber wenn ich das tue, werden die Fronten im Vorfeld definiert.

Klar hatte ich gestern einen sentimentalen Moment, schließlich mag ich ihn wirklich. So eine Entscheidung lässt mich auch nicht kalt. Aber ich hab mich dem SM-Paar aufgedrängt und die haben mich in einen Club geschleift und da hab ich auch tatsächlich mit jemanden rumgeknutscht. Er war auch wirklich toll. Ich brauchte Ablenkung. Ich wollte nicht den ganzen Abend auf das Klingeln des Telefons warten, was eh nicht erfolgt ist. Ich brauchte mal wieder das Gefühl, nach wie vor eine Frau zu sein, bei der Männer anfangen zu sabbern und die sich den coolsten Typen im Schuppen aussuchen kann und es auch tut. Auch die Tatsache, dass es überhaupt wieder ging, mit wem anderes rumzumachen, zeigt mir, dass es richtig war. Es war schön. 

Es geht mir mit dieser Entscheidung gut. Sie fühlt sich richtig an. Und es fühlt sich gut an, bewusst eine getroffen zu haben. Blöd ist (und das kränkt ein wenig mein Ego) dass er scheinbar eh nicht will und dass es vollkommen egal sein wird, dass ich diese Entscheidung bewusst und für mich getroffen habe. Und dabei hatte ich mir so schön die Worte zurecht gelegt, mit denen ich ihm klarmache, dass dies für mich so nicht funktioniert. Aber ich weiß ja, dass ich mich entschieden habe und das reicht. Ich fühle mich nicht abgewiesen. Das ist das wichtige daran. 

Eins hab ich wohl aus dieser Geschichte gelernt, wenn Männer so was blödes wie "ich will keine Beziehung" am Anfang ankündigen können, kann ich auch ankündigen, dass ich eine will. Es wird Zeit dafür einzustehen, was ich will und was ich brauche. 

09.04.2010 um 15:54 Uhr

Eine Frage der Prioritäten

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Leogolas, Nitida

Stimmung: säuerlich

Tja.. nun sitze ich hier wieder besseren Gewissens (hab meinen Schweinehund wieder nicht klein argumentiert bekommen) und schreibe einen Blogeintrag obwohl ich eigentlich Webseiten, Flyer und Pressemitteilungen schreiben müsste. Aber ich kann mich nicht so richtig konzentrieren.

Ich bin sauer auf Legolas. Er hat sich seit Freitag nicht gemeldet. Und dafür gibt es eigentlich keinen Grund. Die Missstimmung die beim Treffen mit Nitida und ihrem Freund entstanden ist, war doch eigentlich aus der Welt geräumt.

Was da passiert ist? Hatte ich gar nicht erwähnt, oder? Also wir saßen Freitag beim Kaffee zusammen als ich plötzlich eine total super Idee hatte. Der Freund von Nitida sucht nämlich noch jemanden, der ihn grafiktechnisch bei einem Projekt unterstützt. Da dachte ich spontan, dass es doch ne super Gelegenheit für Legolas wäre, einen entsprechenden Kontakt zu knüpfen um ein wenig Erfahrung zu sammeln. Also fing ich meinen Satz an mit „Übrigens, Legolas hat ein bisschen Ahnung von Grafikdesign..."

Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich Dinge immer so einleite. Dann kann man andere eher damit überraschen, dass es doch mehr ist. Ich würde auch von mir behaupten, ich hätte ein kleines bisschen Ahnung von Wirtschaft und ich hab es studiert und mittlerweile 4,5 Jahre Berufserfahrung, davon 2 als Unternehmerin. Ich werde von anderen schon als Experte wahrgenommen. Ich mache Schulungen. Trotzdem würde ich von ein bisschen Ahnung sprechen.

Außerdem hab ich von ihm nichts gesehen. Ich muss mich vollständig auf sein Wort verlassen. Auf das Wort von jemanden, der kaum Berufserfahrung auf dem Gebiet hat und das Studium seit Jahren schleifen lassen hat - sprich: keine fertige Ausbildung hat. Ich fand ein bisschen Untertreibung wäre sachdienlich.

Er hätte übernehmen können und sich selbst in den schillersten Farben beschreiben können. Tat er nich. Er fand, das wäre die Untertreibung des Jahrhunderts, ich hätte ihn absichtlich klein gemacht, war entsprechend pissig und hat mich danach voll auflaufen lassen. DAS war vielleicht bescheuert. Fanden Nitida und ihr Freund übrigens auch.

Später, im Auto, haben wir diskutiert und es aus der Welt geschafft. Dachte ich jedenfalls.

Dagegen spricht, dass wir seit dem nicht wieder gesprochen haben. Naja. Nicht ganz. Am Samstag haben wir kurz telefoniert, weil ich von ihm einen Café-Tip brauchte für den Spontanbesuch meiner Eltern. Und Mittwoch hab ich ihm ne sms geschickt auf die er noch nicht geantwortet hat. Jetzt ist Freitag. Naja.. vielleicht ist wieder seine Karte alle.

Aber so langsam fange ich an sauer zu werden. Wenn er ein verdammtes Problem hat, soll er es ansprechen. Woher soll ich den wissen, was los ist, wenn er sich nicht mitteilt. Ich verstehe ja ohnehin nicht warum er sich über diesen Punkt so aufregt. Wir waren unter Freunden. Und sie kennen mich und hatten keine Sekunde das Gefühl ich würde ihn klein machen. Sie hatten viel eher das Gefühl, dass er gemein zu mir war. Dass er seine Chance, sich entsprechend darzustellen nicht genutzt hat.

Und es fängt an mir egal zu werden, ob er sich nun meldet oder nicht. Ich laufe ihm jedenfalls nicht hinterher. Den Hinterherlauf-Bonus hat er sich mit dieser bescheuerten ich-kann-Nähe-nicht-ertragen-Aktion vor ein paar Wochen völlig verspielt. Wenn er nicht will.. Bitte! Dann ist es eben so. Dann soll er eben gehen. Dann ist es vermutlich auch besser so.

Ich hab seit der Wohnungsbesichtigung sowieso so ein komisches Gefühl und es schleicht sich permanent so ein Fragezeichen ein. Passen wir wirklich zusammen? Wäre es eine gute Idee sich auf ihn einzulassen? Will er überhaupt? Will ich überhaupt?

Es ist weniger, dass ich die Wohnung ungemütlich finde. Mich stört diese Sackgasse in der er sich befindet und das er nichts dagegen tut. Diese Wohnung zeigt es eben nur besonders deutlich. Es passiert nichts. Weder beruflich noch privat. Er trifft beruflich keine Entscheidung, obwohl im die Situation nicht passt, er ändert nichts an seiner Wohnsituation, obwohl er sich unwohl fühlt und an seiner Beziehungssituation auch nicht, obwohl er irgendwann mal Kinder haben will.

Ich kann das wirklich schwer ertragen. Ich fange an zu zweifeln, ob sich das jemals ändert. Und wenn es sich nicht ändert, könnte ich nicht damit klar kommen.

Außerdem muss ich gestehen, dass ich nach Freitag schon irgendwie erwartet hätte, dass ich einen größeren Eindruck auf ihn gemacht habe und dass ich nicht am Ende seiner Prioritäten liegen würde.

08.04.2010 um 15:21 Uhr

Der Schweinehund muss an die Kette

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Schweinehund

Stimmung: motiviert

Es ist amtlich: Ich hab ein Schweinehund-Problem. Gestern abend hab ich mal über dieses komische Gefühl im Bauch nachgedacht. Das fühlt sich irgendwie ein wenig wie Anti-Materie an. Nur dass es Motivation (und nicht Materie) einsaugt und nicht wieder raus lässt.

Wie sich das äußert? Tja... Ich komme morgens nicht in Gang, ich hänge mich in meine Selbstständigkeit nicht so rein, wie ich könnte, sollte und müsste, ich gebe bei meiner halben Stelle nicht alles, ich kriege nicht mal meine Diätpläne konsequent verfolgt und bin bei so vielen anderen Dingen auch nicht konsequent. Ich kann permanent schlafen und mir fallen haufenweise Dinge ein, die mir mehr Spaß machen - die ich dann auch tue. Irgendwie läuft es ja auch so... Ich habe ja keinen wirklichen Druck....

Ich könnte es ja auch einfach ignorieren. Weiterhin dem Scheinehund nachgeben. Ein lari-fari Leben führen. Aber irgendwann kommt man eben an so einen Punkt, wo man nicht mehr so tun kann, als wäre alles total in Ordnung. Irgendwann werden der Schweinehund, der Müßiggang und das Dahin-vegetieren zum Problem. Irgendwann muss man sich eben mit dem Schweinehund auseinander setzen. Tja, und dieser Moment ist jetzt. Hauptsächlich, weil es mir anfängt auf den Keks zu gehen, dass ich nichts erreiche.

Ich hatte gestern eine intensive Diskussion mit meinem Schweinehund. Das ist mal echt ein fieser Geselle. Ganz schön destruktiv. Sein einziges Bestreben ist möglichst viel Zeit abzuhängen. Nichts zu tun. Und wenn man dem nicht ausreichend nachgibt dann gibt er einem das Gefühl man hätte Stress. Er redet einem ein, dass es besser wäre einfach mal nichts zu tun. Schließlich muss man sich ja erholen. Er flüstert mir zu, dass doch alles prima läuft, wie es jetzt ist.

Und wie ich mir diese Gedanken anhörte, hatte ich eine interessante Erkenntnis. Ich musste mich noch nie wirklich mit meinem Schweinehund auseinander setzen. Im Grunde haben das immer andere für mich übernommen.

Zuerst meine Mutter. Sie hat mich angeschoben und mit mir diskutiert und Ergebnisse eingefordert. Sie hat mich motiviert meine Schule abzuschließen, hat mir täglich Vorhaltungen gemacht, weil ich mit der Diplomarbeit nicht fertig wurde, hat mich gefragt, was ich geschafft hatte, mich nach meinen Plänen gefragt.

Als ich fertig war mit studieren, war es meine Chefin, die ständig was haben wollte. Die Druck aufgebaut hat. Danach hat Nitida diesen Job übernommen. Und im Moment gibt es keinen. Klar.. meine Chefs bei meiner halben Stelle, aber eigentlich wollen sie diesen Job nicht übernehmen. Im Grunde müsste mich also selbst antreiben.

Aber das funktioniert irgendwie nicht. Meine Mutter ging mir damals mit ihrem ganzen Nachgefrage so dermaßen auf den Keks, dass ich aus Protest einfach meinen eigenen Weg gegangen bin. Ich hatte damals ein Ziel: ich wollte nicht mehr von ihr abhängig sein, mich nicht mehr von ihr bedrängen lassen. Tja.. das hab ich jetzt davon. Ich mag es gar nicht aussprechen, aber sie hat ihre Sache schon irgendwie gut gemacht und ich habe es auch gebraucht. Aber dummerweise hat es nicht geholfen zu lernen, wie man alleine mit dem Schweinehund klar kommt.

Also im Grunde bin ich zum selbstständigen Arbeiten gar nicht vorbereitet. Ich brauche Druck von außen. Hauptsächlich harte Deadlines. Die weichen Deadlines funktionieren nicht. Ich brauche jemanden, der mich antreibt. Jemanden, der mir im Nacken sitzt und Stress macht weil irgendwas nicht da ist. 

Heute beim Telefonat mit ner Freundin meinte sie, dass ich einfach mal was schockierendes meiner Mutter sagen müsste, so was wie „ich pack das nicht!" oder „ich gebe auf!" dann würde sie schon wieder mit dem Schubsen anfangen. Aber will ich das? Das würde ehrlich mal schlafende Hunde wecken. Ich bin eigentlich ganz froh, dass ich sie los bin.

Nein. Es muss auch anders gehen. Vielleicht sollte ich mit mir selbst ähnliche Diskussionen führen, wie meine Mutter mit mir damals. Ihre Argumente waren oft unschlagbar. Dagegen war selbst der Schweinehund machtlos. Und wenn sie mit Worten nicht weiterkam, hat sie entsprechend sauer geguckt. Dummerweise tendiere ich bei meinen eigenen Diskussionen oftmals dazu, den Argumenten des Schweinehundes zu folgen. Die sind so viel bequemer und weniger unangenehm.

Aber es hilft nichts. Der Schweinehund braucht klare Grenzen. So geht das ja nicht weiter.

07.04.2010 um 18:12 Uhr

Ordnung muss sein!

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Legolas

Stimmung: heiter

Ich fordere hiermit eine DIN Norm für Hängemappen. Die kennt ihr sicherlich alle.. das sind Mappen, die man auf Stangen aufhängen kann und in die man themenbezogene lose-Blatt-Sammlungen einfach mal verschwinden lassen kann.

Ich liebe diese Dinger. Die sind sooo praktisch... Und weil wir die bei meiner halben Stelle alle super toll finden, haben wir uns beim schwedischen Möbelhaus Schreibtischunterschränke gekauft, wo es eine Schublade extra für diese Hängemappen gibt.

Auch super praktisch... zumindest in der Theorie. In der Praxis passen unsere bisherigen Hängemappen gerade soo rein. Aber nicht, wenn man noch die obligatorischen Schildchen oben drauf sitzen, damit man auch weiß zu welchem Thema die lose-Blatt-Sammlung gehört. Dann geht der Schrank nämlich nur noch mit Nachdruck zu.

Heute kam mein Chef mit einer anderen Sorte Hängemappen strahlend ins Büro. Diese Mappen haben ihr Schildchen nämlich an der Seite. Für besonders clever hielt er sich da, weil er so glaubte, dass Höhenproblem mit diesen  Mappen zu umgehen. „Haha Feuerkind" meinte er, „ich hab unser Hängemappensystem ausgetrickst! Schau mal:" und grinste über beide Ohren als er eine Mappe einhängte.

Aber das Grinsen hielt nicht lange an. Die gute Mappe mit dem cleveren Schildchen an der Seite, die unser Höhenproblem nach oben lösen sollte hatte ein Höhenproblem nach unten. Sie wollte nun mal partout nicht hängen. Sie war im Vergleich zum Boden locker 4 cm zu hoch.

Da denkt man Hängemappen sind Hängemappen. Aber so ist es nicht. Die einen verhindern das Schließen nach oben und die anderen das Hängen nach unten. Welches ist da wohl das kleine Übel???

Wer nimmt denn schon seine Lieblingshängemappensorte zum Kauf eines Hängemappenschranks mit? Man denkt sich doch, da gibt es eine Norm oder so was. Das gibt es doch für alles andere... Ordner, Briefumschläge, Papier... Aber nicht für Hängemappen?

Was sagt denn die Schrankindustrie dazu? Sollten sie nicht einheitliche Formate fordern, damit sie ihre Kunden nicht verärgern, weil die Mappen nicht hängen wollen? Oder die Schubladen nicht schließen? Oder sollten sie nicht zumindest eine Hängemappensorte empfehlen??

Ich bin definitiv für eine Norm. Das kann doch soo nicht weitergehen. Ordnung muss sein.

 

Apropos Ordnung... Ich hab jetzt eine Nacht über Legolas' chaotische Wohnungsituation geschlafen. Das was mich gestern noch ziemlich gestört hatte und was ich unbedingt verändern wollte, ist mir heute nicht mehr so wichtig. Komisch, wie sich die Dinge manchmal entwickeln.

Klar finde ich immer noch, dass diese Wohnung symptomatisch für sein restliches Leben ist und dass man da anfangen könnte, um es zu verändern. Aber eigentlich betrifft es mich ja nicht. Ich muss da ja nicht wohnen. Es ist auch nicht mein Leben. Ich mag ihn ja trotzdem.

Er ist ein sehr angenehmer Umgang, ein toller Gesprächspartner und hin und wieder sehr weise. Sicherlich wird es die ein oder andere Gelegenheit geben, wo ich meinen Eindruck mal vermitteln kann, aber ich werde es nicht mit Gewalt versuchen. Und ich will ihm nicht vorschreiben, wie er sein Leben zu leben hat.

Es betrifft mich allerdings, wenn er wegen seiner bescheuerten Arbeitszeiten (die ihn nebenbei noch mehr nerven als mich) nicht bei mir übernachten kann. Oder er mich wegen Geldsorgen, seiner blöden Jobsituation oder seiner Wohnsituation vollnölt. Aber ich wäre nicht ich, wenn ich an der Stelle dann nichts sagen würde...

Das kann ich nämlich nicht leiden: nölen ohne die Absicht etwas ändern zu wollen. Nölen um des Nölen willens. Nölen um bemitleidet zu werden. Klar ist nölen mal ganz nett. Das brauchen wir alle. Aber ich kann das immer nur einen begrenzten Zeitraum ertragen und dann muss was passieren.

 

Und noch etwas, was ich Euch der Ordnung halber einfach mal mitteilen wollte: Ich habe mich heute entschlossen, das Projekt 62 zu starten. Ich muss dringend wieder abnehmen. Es geht mir auf den Keks. Ich geh mir auf den Keks. Und weil ich dafür einen kleinen Motivationskick brauche habe ich mich entschlossen einen eigenen Blog dazu aufzumachen. Ich wollte meinen Diätfrust und meine Selbstmotivation nicht hier reinschreiben. Das passt irgendwie nicht. Mein Gewicht interessiert bestimmt nur die Hälfte von Euch, wenn überhaupt jemanden...

So. Ich sag Euch das, damit nicht wieder Leute finden, dass ich doch mal etwas hätte sagen können und nicht einfach still und heimlich einen weiteren Blog aufmachen. Außerdem würde ich mich natürlich freuen, wenn einige von Euch mich da auch mit Kommentaren unterstützen würden. Eins ist jedenfalls sicher: Die Beiträge werden deutlich kürzer als hier. *zwinker* (Ist jedenfalls so geplant...) Aber dafür auch mehr mit typischen Frauenproblemen bestückt (Frust beim Hosenkaufen z.B. oder Schokischmacht) und vermutlich Sexfrei...

Aber wir werden sehen, wie sich das entwickelt. Irgendwie hat ein Blog ja ein Eigenleben.

PS: Eins noch... @ Aloneone: Ich würde beim Projekt 62 gern deinen Tageszähler aus deinem Blog übernehmen... der ist nämlich toll. Einwände gern per PN an mich.

06.04.2010 um 11:57 Uhr

gemischte Gefühle

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Legolas, Nitida

Stimmung: gemischt

Ihr seid sicher schon ganz gespannt, wie denn nun der Status mit mir und Legolas ist. Ich hab mir die letzte Zeit einige Gedanken gemacht (das habt ihr sicher verfolgt). Ich hatte Panik, wo keine notwendig war und bin auch sonst so ziemlich jede Emotion durchgelaufen. Aber es hat auch etwas gebracht. Ich bin zu einem Ergebnis gekommen, wie ich weiter mit ihm umgehen werde. Im wesentlichen ist es ein Konzentrieren auf das Hier und Jetzt, ihm einen gewissen Raum zugestehen, versuchen ihn nicht unter Druck zu setzen, möglichst wenig Erwartungen an einen Abend haben und der Sache insgesamt einfach Zeit geben.

Das hab ich auch gemacht. Letzten Dienstag haben wir uns getroffen. Wir waren etwas trinken. Ich war nicht direkt distanziert ich hab mich nur nicht immer neben ihn gesetzt. Ich hab meine Tasche zwischen uns getragen und ich hab mich immer dann bewusst zurückgelehnt, wenn ich das Gefühl hatte, ich sitze ihm auf der Pelle. Es war erstaunlich zu beobachten... Plötzlich verringerte er den Abstand von sich aus, wechselte die Seite, als die Tasche zwischen uns war und bot mir von sich aus einen Arm zum einhaken an. Später meinte ich dann, dass er wohl gehen müsse, weil es ja schon spät wäre und er ja bestimmt schon müde wäre und sicher schlafen wollte. Und plötzlich hatte ich seine Hand auf dem Knie.

Nein... diese Nacht gab es keinen Abschiedskuss. Aber es war trotzdem ein gutes Gefühl, dass er sich mir wieder angenähert und geöffnet hatte. Er hat mich ein bisschen in seine Denkweise einblicken lassen. Und er ist auf mich zugekommen. Es war einfach ein schöner Abend.

In der Nacht träumte ich von ihm und von einem besonderen Kuss.

Wir verabredeten einen Ausflug am Karfreitag (den er nebenbei immer wieder beim letzten Treffen ansprach). Dieser Tag war auch wunderschön. Nicht perfekt. Wir haben uns verfahren, weil er als Navigator nichts taugt und wir hatten zwischendrin ein bis zwei kleine Konflikte aber im Großen und Ganzen war es wirklich klasse. Wir fuhren in den Wald und ans Meer.

Im Wald waren wir zwischendurch quasi allein. Er kraulte mir den Nacken, streichelte mich über Gesicht und Hals. Nach dem er mich eine Weile dabei betrachtet hatte küsste er mich. Dieser Moment war total schön. Sehr sinnlich.

Wir liefen da an nicht nur eingehakt sondern Arm in Arm weiter durch den Wald und später am Strand entlang.

Es gab lecker Kuchen und ein tolles Essen. Auf dem Rückweg fuhren wir noch bei Nitida vorbei und tranken dort noch einen Kaffee.

Im Auto, es war mittlerweile fast Mitternacht, gab es diesen besonderen Abschiedskuss, von dem ich Nächte zuvor geträumt hatte. Es war wunderschön. Und er hörte eben nicht nur an den Lippen auf.

Am nächsten Tag schwebte ich auf ner Wolke. Es war eben ein wirklich schöner Tag gewesen. Geklärt ist natürlich gar nichts. Das ist auch irgendwie nicht schlimm. Ich wollte ja eh mehr im Hier und Jetzt leben und da war es so wie es war total schön. Aber so langsam nistet sich mal wieder ein anderer Gedanke bei mir ein. Einer, der mir Sorgen macht.

Ich war kurz in seiner Wohnung. Ich denke oft „zeige mir deine Wohnung und ich sage dir, wer du bist" (klar der Spruch geht anders, aber er passt oft trotzdem). Und ich muss sagen, ich hab sie mir deutlich anders vorgestellt. Er studiert nebenbei Grafikdesign. Er ist handwerklich geschickt - zumindest sagt er das immer. Er liebt Antiquitäten und findet sie brauchen Raum um zu wirken.

Ich dachte, ich komme in eine liebevoll gestaltete Wohnung, in der die schönen Stücke geschickt in Szene gesetzt sind und wo die Katze eine wohnliche und gemütliche Atmosphäre macht.

Aber so war es nicht. Sie wirkt kalt und leer und unordentlich. Im Wohnzimmer standen eine wunderschöne alte Couch, die aber nicht einladend wirkte. Ein wunderschöner alter Schrank, der vollgeplundert war und auf dem ein alter Koffer lag, ein vollgeräumter Computertisch und eine Kollage aus einem angesengten Fenster mit anderen Dingen, die man wohl in einer Ruine finden konnte. Sonst nichts. Keine Deko, keine weiteren Bilder, keine Gardinen, keine Sofakissen, keine praktischen Möbel, in denen Chaos einfach mal verschwinden kann. Man könnte so viel aus dem Sofa und dem Schrank und vor allem aus dem wunderschönen Parket machen....

Das Schlafzimmer war ähnlich. Ein antiker Schrank - ebenfalls vollgeplundert und in dessen riesigem Vitrinenbereich 4 Gläser ein einsames Dasein fristeten, ein Fikus und ein rundes Bett. Kein Bild, keine Farbe und außer dürftig aufgehängten blauen „Gardinen" und einer Schildkrötenlampe nichts was dem Raum Farbe gegeben hätte. Mich starten zwei riesige weiße Wände an, an denen zu allem Überfluss auch noch weiße Porzellanfiguren hingen. Hatte ich erwähnt, dass das runde Bett auch weiß war...? Naja eigentlich ja nicht, irgendwo lag zusammengeknülltes Lila Bettzeug rum, wie ein kleiner Fleck auf weiter farbloser Flur.

Trotzdem war dieser Raum netter als der andere. Vermutlich wegen dem chaotisch bepflanzten Balkon. Der hatte irgendwie Charme. Eben wegen dem Chaos. Ich kann ja verstehen, dass er sagt, es soll nicht überfrachtet sein. Aber deswegen darf es doch trotzdem wohnlich sein, oder? Es lag zwar jede Menge anderes Kram rum aber zum Beispiel kein Katzenspielzeug. Fühlt sich denn die Katze wohl?

Im Nachhinein bin ich ziemlich schockiert. In dem Moment hab ich mich irgendwie noch zurückgehalten. Ich hab Einzelstücke, die wirklich schön waren hervorgehoben und hab nicht so viel zum Gesamteindruck gesagt. Aber man merkt, dass er sich da nicht wohlfühlt. Er mag die Gegend nicht, die Nachbarn nicht und den Krach vom Hafen auch nicht. Wenn man dem Feng shui traut ist die Wohnung ein Spiegel der Seele und wenn dort die Energie nicht fließen kann, kann es das im Leben auch nicht.

Das tut es auch nicht. In seinem Leben gibt es irgendwie richtig viel Stillstand. Tja.. und seit dem beschäftigt mich die Frage, will ich soo jemanden in mein Leben lassen? Jemanden, dessen Leben kalt und leer zu sein scheint? Jemanden der sein Leben nicht ordnen kann? Und dabei war die Zeit mit ihm wirklich schön. Er tut mir irgendwie leid. Er steckt fest und weiß nicht wie er das ändern kann.

Tja... und dann kommt der Helferinstinkt durch. Aber ich will ihm da auch nichts überstülpen. Ich will ihn so lassen, wie er ist, weil ich ihn so, wie er ist, wirklich mag. Ich mag dieses Unkonventionelle. Dieses Andere. Darf das nicht auch in der Wohnung durchkommen? Und tut es das nicht vielleicht auch? Auf seine unkonventionelle Weise?

Wobei es mir schon in den Fingern juckt, etwas zu verändern. Es wären auch keine großen Dinge... ein bisschen Farbe hier... ein bisschen Ordnung da... ein wenig die Möbel anders gestellt, etwas geschicktes Licht, nen paar Pflanzen und die seltenen Stücke entsprechend hervorgehoben... und schon macht es einen ganz anderen Eindruck.

Oder seh ich das alles zu eng? Versuche ich ihm da meine Sichtweise überzustülpen, dass man sich zu Hause wohl fühlen muss? Versuche ich ihn zu verändern? Ich würd ihm da gern einen kleinen Schubser geben. Aber darf ich das? Und wenn ja wie?

04.04.2010 um 14:00 Uhr

Sexperimente 13: Fazit

von: VomFeuerkind   Kategorie: Sexperimente

Was ich in den 6,5 Wochen während der Sexperimente von der Muss-ich-unbeding-probieren-Liste gestrichen habe:

  • 3er
  • 4er
  • Voyeristische Ader entdeckt und ausgelebt
  • An der Stange getanzt
  • Eine frivole Bar besucht
  • In einer frivolen Bar mitgemacht
  • Bei einer privaten frivole Party mitgemacht
  • Pornokino besucht
  • GangBang besucht
  • Vom lebendem Buffet gegessen
  • Beim Männerüberschuss mitgemacht
  • Mit einer Frau geknutscht
  • Von einer Frau zum Orgasmus gebracht worden
  • Einen fremden Mann mit nach Hause genommen
  • Von fremden Männern befummeln lassen
  • Ein Sexdate gehabt
  • Lustschmerz entdeckt mit Flogger, Peitsche, Hand
  • Striemen auf dem Rücken gehabt
  • Ne Peitsche bei wem anderes benutzt
  • Grenzen beim SM angetestet
  • Eine richtige stimmungsvolle Devote Erfahrung gemacht
  • Ohne Unterwäsche rumgelaufen
  • Kleine devote Aufgaben erledigt
  • Sperma lustvoll am Hals verschmiert
  • Einen Mann um den Verstand geflirtet
  • Nein-Sagen gelernt

 

So und was habe ich alles daraus gelernt:

  • Ich kann mich trotz allem erstaunlich gut in den schrägsten Situationen fallen lassen - wenn ich nur geil genug bin.
  • ich finde Frauen wirklich sexy und möchte auch in Zukunft meine Bi-Neigung weiter ausleben und entdecken.
  • Ich stehe auf Lustschmerz (besonders durch die Gerte), im gewissen Rahmen und nicht überall. Hier ist Feingefühl gefragt - sonst wird der Schmerz zum totalen Lustkiller! (ist leider nicht selbstverständlich).
  • Ich will nie wieder mit jemanden Sex haben, der es nicht schafft, mir vernünftig in die Brustwarze zu beißen (nicht zu lasch und nicht zu doll).
  • Ich will dass Männer sich auch beim Sex für mein Befinden interessieren. (ist leider auch nicht selbstverständlich)
  • Ich will keinen Presslufthammer Sex. Der törnt einfach nur ab.
  • Ich mag es besonders, wenn man sich Zeit nimmt, um die Wirkung abzuwarten, weil meine Reaktion oftmals zeitverzögert einsetzt.
  • Sperma finde ich nach wie vor nur bedingt geil.
  • Ich kann mir auch durchaus weiterhin vorstellen 3er und 4er zu haben. Am liebsten nicht ständig wechselnd, sondern Leute, die ich dann auch kenne. Das schließt aber trotzdem Besuche bei Partys/Clubs etc. mit ein.
  • Ich werde niemals die Hauptdarstellerin eines GangBang sein.
  • Bewegungslosigkeit irritiert mich.
  • Ich bin mir immer unsicherer ob ich wirklich devot bin.
  • Ich habe gern Sex wenn andere zusehen.
  • Ich sehe gern anderen beim Sex zu. Es macht mich sogar unglaublich scharf.
  • Ich habe mich bestimmt nicht das letzte mal sexy an einer Stange geräkelt.
  • Gefühl ist mir auch im Bett sehr wichtig. Ich mach keine neuen Experimente mehr, ohne ein emotionales Auffangnetz.
  • Das Wort „Schlampe" kann ich einfach nicht als Kompliment wahrnehmen.
  • Durch die vielen Komplimente die ich bekommen habe, glaube ich mittlerweile wirklich daran, dass ich tatsächlich sexy bin und gewisse Dinge einfach drauf habe.

 

Auf jeden Fall hatte ich meinen Spaß. Auch wenn es mich zwischendurch emotional ziemlich mitgenommen hat, denke ich trotzdem gern an die Zeit zurück. Ich hab ja keinen wirklichen Schaden davon getragen, weder gesundheitlich noch emotional. Jetzt, ein halbes Jahr später, bin ich auch wieder stabiler und weniger flatterhaft. Ich habe AWL fast vergessen... Naja... das stimmt so nicht. Vergessen werde ich ihn wohl nie. Aber ich bin über ihn hinweg.

Ich freue mich nach wie vor, wenn ich etwas von Lord O höre und dass der Kontakt zu Susi und Strolch und dem SM-Paar nicht abgerissen ist. Was ja heißt, dass sich der Kontakt nicht nur auf Sex beschränkt hat. Als es anfing hatte ich das Gefühl, ich hätte etwas verpasst. Als müsste ich unbedingt Erfahrungen nachholen. Ich dachte, wenn ich diese Erfahrungen nicht mache könnte ich nie glücklich werden, weil ich immer denken müsste, was ich alles noch nicht hatte. Dafür war es gut. Und es hat mir mal wieder gezeigt, dass dieser viele Sex ohne Gefühl nicht mein Ding ist. Dass ich viel eher der Typ für Substanz bin.

Ich brauche eben einfach einen emotionalen Anker. Jedenfalls wenn es um Sex geht. Ansonsten hab ich mich auch sonst wieder so weit gefangen, dass ich auch grundsätzlich wieder ohne Mann klar kommen könnte. Ich bin in der letzten Zeit gereift und ich hatte viele wichtige Erkenntnisse, für die AWL genauso wichtig war, wie Legolas. Das Gefühl noch etwas zu erledigen zu haben, bevor ich mich dauerhaft auf jemanden einlasse ist nun weg.

Mal sehen, wie sich meine Männerwelt demnächst entwickelt. Eins weiß ich sicher... langweilig wird es nie.

03.04.2010 um 13:45 Uhr

Deine Küsse

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Legolas

 

 

Deine Küsse berühren mehr als nur meine Lippen.

Sie berühren mein Herz.

 

 

 

02.04.2010 um 13:30 Uhr

Hochzeitsdilemma

von: VomFeuerkind   Kategorie: aus dem Geschichtenfundus   Stichwörter: Marineoffizier

Stimmung: geschockt und hin und hergerissen

Es ist was ganz furchtbares passiert. Der Marineoffizier hat mich zu seiner kirchlichen Hochzeit eingeladen. Die nächste gesellschaftliche Katastrophe! Ja... sicher, Hochzeiten sind doch etwas schönes. Klar... Aber nicht wenn die Jugendliebe jemanden anderes heiratet.

Es ist ganz furchtbar. Wir beide kennen uns nun schon seit 11 Jahren. Wir haben zwar immer nur sporadischen Kontakt aber wir schleichen immer noch um einander rum. Damals war ich total verschossen in ihn.

Rückblick:
Es war um die Zeit als ich mein Abi gemacht habe. Wir gingen beide noch zur Schule. Ich war mit jemanden aus seinem Freundeskreis zusammen und als ich mich trennte, wurde irgendwie der Kontakt zu ihm immer enger. Wir hatten immer ne tolle Gesprächsebene und ich fand ihn ausgesprochen süß. Er begleitete mich auch zu meinem Abiball. Er war charmant und hat mit seinen guten Umgangsformen meine Eltern ziemlich um die Finger gewickelt.

Von dem eigentlichen Ball hab ich kaum was mitbekommen. Wir haben zwar auch miteinander getanzt (DAS hatte er nämlich hervorragend drauf) aber wir haben uns ständig rausgeschlichen, um in Ruhe miteinander zu knutschen und zu quatschen. Es war toll. Außerdem hat er mich vor meinen Klassenkameraden ein wenig gerettet. Weil wir einfach viel Zeit miteinander verbracht haben, musste ich mich nicht mit den anderen auseinander setzen.

Wir haben auch öfter mal eine Nacht miteinander verbracht, aber Sex hatten wir nie. Entweder wollte er nicht oder ich nicht oder wir hatten Schwierigkeiten mit dem Kondom (das kann ziemlich stimmungskillend sein, wenn es beide nicht hinbekommen.) oder meine Mutter kam irgendwie dazwischen. Allerdings hat noch niemals jemand vorher oder nachher derartig an meinem Ohr geknabbert.*gänsehaut krieg*

So ganz bin ich an ihn auch nie rangekommen aber auch nicht drüber weggekommen. Wir verstanden uns gut. Aber richtig gefunkt hatte es bei ihm nicht. Den einen Tag wollte ich alles auf eine Karte setzen. Er hat auf dem hiesigen Schützenfest Bier ausgeschenkt. Also zog ich mir High Heels an, ein schwarzes Kleid, malte mir meine Lippen rot an und ging mit Handschuhen und Hut auf das Fest. Ich saß also an seiner Theke und sah einfach nur phantastisch aus.

Es war ein cooler Abend. Ich hab einige Heiratsanträge bekommen, wurde mehrfach gefragt ob ich die Schützenkönigin von jemandem sein wollte und bin mit einigen Telefonnummern nach Hause gegangen. Nur den Marineoffizier ließ das alles kalt. Es war hart den Abend allein nach Hause zu gehen, aber ich wusste, dass es das war.

Später zog ich zum Studieren weg und er ging zur Marine. Er hat sich auf 12 Jahre verpflichtet. Der Kontakt wurde sporadischer und wir beide haben uns verändert. Er bildete härtere Charakterzüge aus, fand Dinge lustig, über die ich nicht lachen konnte und vor allem hatte er dann irgendwann eine Freundin.

Diese Freundin war komisch. Ich kenne sie zwar kaum, aber ich mag sie nicht. Sie hat haufenweise Probleme. Sie ist selbstmordgefährdet, geht aber nicht zum Therapeuten, sie hasst seinen Job, sie kann nicht allein sein und ist unglaublich eifersüchtig. Ein weiteres Problem ist die Sache mit dem Sex. Im Grunde hatten sie keinen. Und wenn, dann langweiligen Blümchensex. Wir hatten damals ähnliche Vorstellungen, was wir alles ausprobieren wollten und ich hab es ausprobiert und bei ihm ging es in der Beziehung nicht.

Diese Beziehung hat ihn trotzdem nie davon abgehalten. Er hatte diverse Affären nebenbei. Was ich moralisch verwerflich finde. Und vor ca. 1,5 Jahren hatten auch wir beide endlich Sex. Das hätte ich damals mal nicht machen sollen. Nicht, weil ich ein schlechtes Gewissen hatte. Warum sollte ich mir seinen Kopf zerbrechen? Sondern weil es unsere Freundschaft ruiniert hat.

Wir sind immer um einander rumgeschlichen. Wir haben uns öfter mal getroffen und miteinander rumgeknutscht. Irgendwann war es dann unvermeidlich. Allerdings war der Sex nicht so wie ich ihn mir vorgestellt habe. Ich habe mich noch nie so sehr wie ne Sache beim Sex gefühlt, wie den einen Tag. Nach kurzer Zeit war mir alles zu Wieder: sein Gesichtsausdruck, das was er gesagt hat, die Art, wie er sich in mir bewegte... DAS hätte ich von dem Meister der Verführung und meinem besten Freund nicht erwartet. Wenn er so auch mit IHR schläft - kein Wunder, dass sie keine Lust hat.

Ich nahm ihm die ganze Sache irgendwie übel. Jedenfalls die Art wie er mich beim Sex behandelt hat. Und der Kontakt wurde immer weniger - hauptsächlich, weil ich mich nicht mehr meldete.

Tja... irgendwann bekam ich dann eine Nachricht, dass die beiden standesamtlich geheiratet hatten, dass sie ein Haus bauen wollten wusste ich ja schon und dass sie dann kurz vor Weihnachten letztes Jahr einen Jonathan bekommen haben.

So. Und jetzt heiraten sie kirchlich und ich bin eingeladen. Absagen kommt nicht in Frage, weil er nach wie vor mein ältester und bester Freund ist. Das kann ich echt nicht bringen. Aber es ist trotzdem furchtbar. Irgendwie gehört er mir. Auch für meine Eltern ist er nach wie vor der perfekte Partner.

Ich halte nichts von dieser Ehe. Ich halte nichts davon, dass er sie oft betrogen hat. Und auch wenn ich weiß, dass sie schon ewig zusammen sind, hab ich irgendwo tief in meiner Seele geglaubt, dass er sie verlässt. Aber das hat er nicht. Und Jetzt soll ich in der Kirche sitzen, mir die Frage anhören, ob ich etwas einzuwenden hab und bis an mein Lebensende schweigen?

Also werde ich schweren Herzens zu der Hochzeit gehen. Ich werde gute Miene zum bösen Spiel machen und auch ansonsten lieb und nett sein.

Aber ganz ehrlich, diese Hochzeit steh ich nicht ohne Begleitung durch. Ich kenne außer dem Marineoffizier schließlich niemanden da. Ich brauche da echt Rückendeckung. Das Gute ist, dass ich da einfach irgendwen mitnehmen könnte. Stern89 z.B. Strolch oder SM-Er... Irgendeinen Mann, mit dem man sich gut unterhalten kann, mit dem man viel Spaß hat und der vielleicht wenn ich Glück habe auch noch das Tanzbein schwingt. Aber vielleicht frag ich auch einfach Legolas. Das wäre auch nicht anders als bei ner gewöhnlichen Party, nur das man schickere Klamotten an hat. Da wird auch hinterher kein Psychoterror ausgeübt, Es gibt keine peinlichen Geschichten von damals..

Gut ist auch, dass die Hochzeit erst Ende August ist (sprich noch ca. 5 Monate), dass die Anreise nicht weit ist, man also am gleichen Tag wieder nach Hause kann und dass es nicht in meiner Heimatstadt ist - sprich man ohne peinliche Familienbesuche aus der Sache rauskommt. Also mal sehen, was ich daraus mache...

01.04.2010 um 16:47 Uhr

Aprilscherz

Stimmung: heiter

Eigentlich wollte ich mir heute für Euch einen Aprilscherz einfallen lassen, aber was Blödsinn ausdenken betrifft bin ich gerade irgendwie unkreativ. Also muss ein Aprilscherz herhalten, den ich mir vor einigen Jahren mal mit meinen Eltern erlaubt habe. 

Ich war gerade für mein Austauschjahr in den USA. Meine Mutter war natürlich besorgt um mich und hat mir eine Kreditkarte mitgegeben (für den Fall der Fälle) und mir bevor ich geflogen bin gesagt, dass ich jederzeit wieder nach Hause fliegen könnte, wenn es ganz arg kommt.

Meinen Scherz hatte ich schon wochenlang vor dem ersten April geplant. Ich rief also deutscher Zeit 15h Nachmittags bei meinen Eltern an. Da rechnet man nicht mehr mit so was.

 

„Hi Mum," fing ich zerknirscht an. „Du, es ist was ganz furchtbares passiert. Ich hab mich ganz schlimm mit meiner Gastmutter gestritten. Und dann hab ich ein Flugticket gekauft und bin nach Deutschland geflogen. So, und jetzt sitze ich in Frankfurt am Flughafen und komme hier nicht weg. Kannst du Papi nicht losschicken, damit er mich abholt?"

Es folgte auf der anderen Seite eine lange Pause.

„WAS hast du gemacht?" fragte sie schließlich.

„Ich hab mich mit Ethylene gestritten und sitze jetzt in Frankfurt am Flughafen fest." antwortete ich.

„Aber wie kommt denn das so plötzlich? Wir haben doch erst vor wenigen Tagen telefoniert und da war doch noch alles in Ordnung!" sagte sie.

„Ja, aber jetzt haben wir uns richtig gefetzt. Ist ja auch egal.. ich sitze jedenfalls hier fest. Kommt Papi nun?" beharrte ich.

„Aber warum hast du denn nicht vorher angerufen. Das hätten wir doch bestimmt irgendwie regeln können!" Sie wurde langsam sauer.

„Ich hab jedenfalls keinen anderen Ausweg gesehen. Wir sind geschiedene Leute. Ich wollte nach Hause. Und du hast immer gesagt, ich kann jederzeit nach Hause kommen." Ich schluchzte.

„ABER DAS HAB ICH DOCH GAR NICHT SO GEMEINT. WIE KOMMST DU DENN NUN AUF SOWAS? DAS HÄTTEN WIR DOCH ALLES REGELN KÖNNEN. ABER STATT DESSEN FLIEGST DU MIR NICHTS DIR NICHTS EINFACH SO NACH HAUSE? GIBST DA ALLES AUF? BIST DU DENN VERRÜCKT GEWORDEN?...." schrie sie mich an. Nach ner Pause meinte sie dann: „Natürlich kommt dich Papi abholen. Der sucht schon ne Zugverbindung raus."

„Du... Mutti.... April April...! Es war alles nur ein Scherz. Ich bin immer noch wohlbehütet in den Staaten und mit Ethylene ist alles in Ordnung" grinste ich.

„JA BIST DU DENN VERRÜCKT GEWORDEN? MIR HIER SO EINEN SCHRECKEN EINZUJAGEN? UND MICH DANN SO LANGE DARIN SCHMOREN ZU LASSEN... DEIN VATER IST SCHON FAST IN HANNOVER!!!..." sie kriegte sich gar nicht mehr ein. „Aber es ist gut, dass alles in Ordnung ist." meinte sie schließlich.

 

Nach dem sie sich wieder abgeregt hatte lachten wir beide über diese Begebenheit. Und mein Vater lachte und Ethylene lachte, nachdem ich ihr die Reaktion meiner Mutter übersetzt hatte und alle Verwandten, denen meine Eltern das zu Hause erzählten auch. Auch heute noch könnte sich meine Mutter über diesen Aprilscherz wirklich stundenlang aufregen und dann darüber lachen. DAS war es alles auf jeden Fall wert gewesen.