Das Leben der jungen J

30.07.2010 um 14:50 Uhr

Ode an Mia

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Mia

Tja.. nun ist sie wirklich fort. Sie hat sich mit Sack, Pack und Blog davon gemacht und hat uns alle hier im Stich gelassen. Das letzte Mal war es, weil sie sich getrennt hatte und diesmal schien sie gerade wieder das Glück mit ihm gefunden zu haben... Ich hoffe diesmal ist es nicht wieder ein ähnliches Problem, sondern weil sie vor lauter Glück sprachlos ist...

Total cool fand ich es letztes Mal, dass alle irgendwie aufgeschrien haben, als sie weg war. Irgendwie ist die Bloggergemeinde doch nicht so virtuell, wie wir immer tun.

Ich persönlich werde sie vermissen. Ich mochte die Art wie sie schreibt, dass sie scheinbar echt Humor hat aber trotzdem tiefgründig ist und die Art wie sie andere Blogs kommentierte. Schade ist eigentlich, dass ich mich nicht mehr angestrengt habe, in echten Kontakt zu ihr zu treten.

Und jetzt ist sie weg und ich habe keine Gelegenheit dazu. Tja.. das lehrt uns doch, die Zeit im hier und jetzt besser zu nutzten.

Alles Gute Mia...

26.07.2010 um 13:30 Uhr

Happy Happy Holiday

Stimmung: total verliebt

Heute Morgen fiel es mir besonders schwer, den Pferdeflüsterer aus dem Bett zu schubsen. Ja... ich weiß ich bin schlimm. Vor allem, weil wir uns morgen Abend schon wieder sehen, aber irgendwie war das Wochenende irgendwie kürzer als das letzte.

Eigentlich wollten wir viel rumgammeln und genießen, dass wir mal ausschlafen können. Deswegen hatte ich auch die ein oder andere DVD besorgt, aber dann kam alles ganz anders. Freitag sind wir früh ins Bett *zwinker* und Samstag spontan kurz Shoppen und Abendessen mit Nitida. Also haben wir keinen Film geschafft.

Aber ich fand glücklicherweise sehr schnell ein Kleid für die Hochzeit meines Jugendfreundes. Das Kleid ist wirklich ganz hübsch. Zum Glück ist es eins ohne Tüll und Rüschen. Es ist elegant schwarz, knielang, figurbetont und mit einem raffinierten Kragen. Es sieht jetzt auch schon super aus, aber mit ein wenig Bauchtraining würde es noch besser aussehen. Also hab ich eine weitere Motivationshilfe.

Sonntag sind wir wieder zu einem Rennen gefahren. Diesmal weiter weg und vor allem weil der Pferdeflüsterer die Bahn noch nicht kannte und neugierig war. Es war auch wirklich sehr angenehm dort. Diesmal weder Gewinn noch Verlust. Naja... außer den Spritkosten eben.

Tja... aber weil wir da schon mal in der Ecke waren, sind wir mehr oder minder spontan bei meinen Eltern vorbei gefahren. Der Pferdeflüsterer fand es wäre ne gute Idee, weil er es nun auch endlich hinter sich bringen wollte und wir ne gute Ausrede hatten, falls es schlecht lief, schnell wieder zu fahren, schließlich mussten wir beide heute arbeiten.

Ich hatte also mittags angerufen und unseren Besuch angekündigt. Eigentlich dachte ich ja, dass es meiner Mutter zu spontan wäre und dass wir uns irgendwo im Restaurant treffen würden. (Sie ist mit Gästen manchmal ziemlich zickig, weil es nicht alles so ordentlich und renoviert ist, wie sie es sich vorstellt.) Aber diesmal überraschte sie mich deutlich. Nein, es wäre doch gar kein Problem, wenn wir vorbei kommen würden, früher oder später würde er es ja doch alles sehen. Erstaunlich.. Neugierde besiegt eben auch bei ihr manchmal die Scham.

Ich weiß nicht, wer von uns beiden aufgeregter war. Er oder ich. Ihm hat man es nicht so unbedingt angemerkt. Ich war jedenfalls ziemlich aufgeregt. Besonders als wir bei der Rennbahn losgefahren sind, fand ich die Idee plötzlich gar nicht mehr so toll. Wie gesagt... Mein Zimmer ist eine Zeitkapsel... und ich war ein wenig kribbelig.

Die Begrüßung war recht kühl, fand ich. Herzlichkeit hab ich bei meinen Eltern schon anderes erlebt. Aber es ging. Wir fanden auch recht schnell ein Thema, schließlich kamen wir gerade von der Rennbahn. Und dann erzählten meine Eltern von ihren Reitversuchen im Urlaub und dann wurde es irgendwie lustiger.

Mein Vater kramte wegen irgendeiner Diskussion den Atlas raus, dann die Kinderfotos (hat er noch nie gemacht *rotwerd*) und führte seinen Lieblings Kartentrick vor. Die Männer tranken noch ein Bier, um die neue Männerfreundschaft zu besiegeln und dann spielten wir drei noch ne Runde Skat, in der ich die Männer ein wenig abzog... *grins* Mein Vater hat schon recht, zocken sollte man mit mir nicht.

Meine Mutter war etwas zurückhaltender. Sie siezte ihn höflich, bis es mir zu bunt wurde und ich es ansprach. Ach, er hätte kein Problem mit dem duzen? Na dann hätte sie auch keins. Na bitte... warum denn nicht gleich so? Aber weil es dann doch etwas später wurde und es auch irgendwie lustig wurde, machte sie etwas zu essen. In der Küche fragte sie mich noch mal nach unserer Kennenlerngeschichte aus und meinte dann nur so dass sehr sympathisch wäre und doch einiges auf dem Kasten hätte. Mehr kann man bei einem ersten Treffen von ihr nicht erwarten. Sie braucht ne Weile, um richtig warm zu werden. Außerdem hat der Pferdeflüsterer auch nichts Konkretes getan, um sich einzuschleimen. Was vielleicht auch nicht so schlecht war. Sie fühlt sich zwar von so was geschmeichelt, aber wenn es zu aufgesetzt ist, durchschaut sie es und findet es extra blöd.

Der Pferdeflüsterer meinte, dass es gar nicht so schlimm war, dass er mit meinem Vater kein Problem sehe, er aber bei meiner Mutter noch nicht sicher wäre. Ich meinte, dass meine Mutter in vielen Dingen mir sehr ähnlich ist und dass man mit ihr fast so umgehen kann, wie mit mir.

Wir hatten wirklich Spaß den Abend. Es war schön. Fast ein wenig kurz. Aber wir mussten ja früh raus und noch 1,5h fahren.

1,5h in denen wir uns das erste Mal tatsächlich ein wenig anzickten. Wenn ich eins nicht leiden kann ist, wenn man an meiner Fahrweise rummäkelt. Klar... sind ein paar Tips zu seinem Auto bestimmt auch angebracht. Aber er mäkelte solange über die Geschwindigkeit und den Spritverbrauch, bis ich den Fuß vom Gas nahm (och menno... endlich mal ein Auto, das Spaß macht und dann darf ich es mit wenig Verkehr nicht mal richtig ausfahren) und nur noch 140/150 fuhr. Gut... das lag auch am fast leeren Tank. Als ob er immer Sprit sparend fahren würde. Als der Sportauspuff neu war, ist er sogar immer extra sportlich gefahren. Und er fährt noch dichter auf, als ich. Ich habe sogar immer extra viel Abstand gehalten.

Aber dann herrschten erstmal 10min Ruhe. Das hatten wir noch nie. Ich hatte richtig schlechte Laune und er traute sich nicht mehr irgendwas zu sagen (<- was in dem Fall das einzig richtige war). Dann meinte er, dass ich eben noch keine 5000km mit seinem Auto gefahren wäre und es nicht übertreiben sollte und ich meinte, dass ich die meisten Unfälle in Schrittgeschwindigkeit gemacht hätte. Außerdem kannte ich die Strecke...

Das ging so lange, bis wir zum tanken ran fuhren und er mir erklärte, dass er mehr Angst davor hatte, dass mir etwas passieren könnte, als dem Auto. Das besänftige mich auch ein wenig wieder. Ich gab ihm was zum Sprit dazu und wir vertrugen uns wieder. Es war auch nicht wirklich schlimm gewesen. Ehrlich gesagt, machte selbst diese Kabbelei Spaß. Besonders, weil wir es so schnell hin bekommen haben, uns wieder zu vertragen.

Abends überwältigten mich schon wieder meine Gefühle für ihn, besonders weil es bei meinen Eltern so super gelaufen und mir ein großer Stein vom Herzen gefallen ist.

Er ist eben der weltbeste Freund von allen und ich kann immer noch nicht fassen, dass wir uns endlich gefunden haben. Und das nachdem ich so viele Frösche geküsst habe, die sich eben nicht in meinen Prinzen verwandelt haben.

*hach*

24.07.2010 um 12:28 Uhr

Neulich im Schwimmbad

Stimmung: sonnig

Der Pferdeflüsterer ist genau so eine Wasserratte wie ich. Naja.. er sonnt gern und wir schwimmen beide gern unsere 1000m. Also sind wir ins Schwimmbad gefahren.

Das Gute an dem Schwimmbad ist, dass es ein extra Becken mit Sprungturm gibt, eine extra Schwimmlandschaft für Kinder und ein extra Becken mit einer 50m Bahn. Den Tag war es noch nicht so richtig warm, also war auch nicht so viel los.

In dem „Kinderbecken" gibt es auch eine Rutsche und die hat es irgendwie in sich. Der Turm ist ca. 7-10m hoch und die Rutsche geht steil gerade runter und läuft dann noch ein wenig gerade aus, um dann ins Wasser zu gehen.

Sie ist wirklich steil. Und hoch.

Der Pferdeflüsterer meinte: „Wetten, du traust dich nicht da runter zu rutschen?" <- Sowas stachelt mich ja immer an. Also meinte ich: „Klar, wenn du rutschst, rutsche ich auch."

Also sind wir beide den Turm hoch. Die Stufen habe ich nicht gezählt. Aber wir standen nun da oben und sahen runter und es war verdammt hoch. Wirklich jetzt. Und die Rutsche sah von oben noch steiler aus, als von unten. Fast wie freier Fall.

Wir lasen mal das Hinweisschild: „Bitte Arme verschränkt halten und die Beine geschlossen." Es gab sogar ein Bild, wie man es nicht machen sollte und wie die richtige Sitzposition ist.

Der Pferdeflüsterer setzte sich also drauf - und zögerte. Und zögerte. Und zögerte noch ein bisschen. Ich fing schon an zu lästern: „Guck mal, die Kinder sind da auch runter und haben es überlebt. Du wirst dich doch nicht von den Kindern einschüchtern lassen."

Inzwischen waren nun auch einige Kinder oben angekommen und fingen ein bisschen an zu kichern, weil sich der Erwachsene nicht die Rutsche runter traute.

Also meinte ich: „Du, dass ist schon ein bisschen peinlich jetzt, wir halten den ganzen Verkehr auf. Wenn du dich nicht traust, lass halt die Kinder vor. Die zeigen dir, wie es geht." Er stand auf und ließ die Kinder vor und die verschränkten brav die Arme, gaben ein wenig Schwung und waren dann weg. *an den Kopf klatsch* Natürlich! Es ist doch so wahnsinnig einfach!

Aber er traute sich immer noch nicht. Er meinte, das wären eben Kinder und die würden sich nicht so schnell was tun. Also meinte ich, dass ich dann eben vor ihm runter rutsche, aber wehe er würde nicht nachkommen.

Ich setzte mich also auf den Platz und eiskaltes Wasser umgab meinen Po. Hatte ich erwähnt, dass es noch nicht so richtig warm war? Und da vorne sitzend wirkte die Rutsche noch bedrohlicher. Noch steiler. Und ich hatte tatsächlich ein wenig Angst. Was, wenn ich mir was tue? Was, wenn sie nicht für so viel Gewicht ausgelegt ist? Kinder wiegen schließlich nichts... Und was, wenn ich es nicht schaffe rechtzeitig meine Arme zu verschränken.

Ich zögerte. Aber dann dachte ich, dass es doch jetzt unglaublich peinlich wäre, da oben sitzen zu bleiben. Ich schloss meine Augen und rutschte los. Es war furchtbar. Fast wie freier Fall. Und ich schrie... aber dann wurde ich hart durch viel Wasser ausgebremst und plumpste dann ins Becken.

Aber ich hatte es getan und es war doch ein wenig lustig im Nachhinein.

Ich blickte hoch und der Pferdeflüsterer zögerte wieder. Und er zögerte. Die Kinder unten kicherten, die Kinder oben kicherten (schließlich hatte sich da oben schon wieder ne kleine Schlange gebildet) und ich kicherte auch. Er zögerte noch ein bisschen und dann kam er auch runter.

Wir alle lachten über unser Zögern und darüber, dass wir uns von Kindern haben zeigen lassen müssen, wie es geht.

21.07.2010 um 15:18 Uhr

so langsam...

... fängt meine finanzielle Situation an, nervig und anstrengend zu werden.

Ich brauche dringend eine Lösung!

20.07.2010 um 14:26 Uhr

Manche Leute sind komisch

Stimmung: irritiert

Weil ich ja nicht immer von dem totalen Glück schreiben kann, schreibe ich mal über den neuen Praktikanten bei meiner halben Stelle. Das ist ja nun nichts ungewöhnliches, weil wir ja ständig mal einen Anfang-20-Jährigen hier haben, der irgendwie gucken soll, ob Informatik etwas für ihn ist und mal in die Praxis reinschnuppern will.

Aber der Typ fällt ein wenig aus dem Rahmen. Er ist bestimmt schon über 40 und trägt Schnauzer. Allein dafür sollte man ihn erschießen. Ok, ok, ich ziehe das Todesurteil zurück. Hat ja auch nur etwas mit meiner persönlichen Abneigung gegen besonders diese Form von Haarwuchs im Gesicht zu tun. Das ist schon seit meiner Kindheit so.

Er ist wohl gerade arbeitslos und nur hier, weil unsere Chefs ihre soziale Ader entdeckt haben. Ich glaube es kostet nichts, wenn man vom Arbeitsamt einen Praktikanten übernimmt.

Und er ist irgendwie komisch. Das finden wir alle.

Bei uns ist es üblich, dass man morgens wenn man reinkommt „Guten Morgen" sagt und jedem schon anwesenden die Hand gibt. Wir sind ja auch nicht so wahnsinnig viele, aber es hat sich hier irgendwie eingebürgert. Das machen auch die beiden Chefs, wenn sie das erste Mal unser Büro betreten (die sitzen den Gang runter - da laufen wir nicht extra hin).

Der Praktikant kommt immer erst nach dem Mittag (ist in Ordnung - ist wohl so abgesprochen) und guckt nur mal kurz über den Schreibtisch und sagt zwar „Tach" aber er geht nicht extra rum und gibt jedem die Hand. Als ich mal nach ihm kam, und ihm die Hand gab, war er deutlich irritiert. Aber als ich meinte, dass wir das eigentlich alle und jeden Tag machen, meinte er nur, dass er so was nie macht. „Gut," dachte ich, „dann pass dich eben nicht den Gepflogenheiten im Büro an und fall eben durch Unhöflichkeit auf...!"

Er sitzt nun an dem Schreibtisch neben mir. Und er redet keinen Ton. Er fragt nichts, er macht keinen Small Talk und auch sonst keine Konversation. Ist ja auch typisch für Informatiker. Aber immer wenn ich etwas vor mich hin murmele oder tiefer Luft hole, guckt er mich erwartungsvoll an und wartet darauf, dass ich ihm mein Verhalten erkläre. Wenigstens antwortet er, wenn man ihn irgendwas fragt.

Er trinkt sein Leitungswasser (trinke ich auch... ich mag Sprudel einfach nicht) aus einer Tasse, obwohl wir auch wirklich schöne Gläser haben.

Es weiß auch keiner was er hier tut. Letztens saß er die ganzen 4h da und hat den PC angestarrt. Wenn ich lese, muss ich mit der Maus mal klicken oder ne Taste drücken. Wenn ich nachdenke, mach ich mir zwischendurch mal ne Notiz. Aber er tat nichts. Gar nichts. Nur dasitzen und gucken.

Gestern hat er den Vogel abgeschossen. Da setzte er sich hin, steckte als erstes Kopfhörer ein und guckte dann ohne was zu tun in den Bildschirm. Klar so mancher Informatiker kann mit Musik tolle Software schreiben, aber die meisten müssen sich konzentrieren. Ich dachte, jetzt kann ich endlich mal Luftholen ohne ständig angeguckt zu werden, aber nein, er hat mich trotzdem jedes Mal erwartungsvoll angesehen. Aber als ich dann versucht habe etwas zu sagen, musste er erstmal seine Ohrstecker rausnehmen, um mich zu verstehen.

Mittlerweile schreibt er irgendwas. Aber wie gesagt, niemand weiß was er macht. Er könnte auch genauso gut chatten oder sich ins System reinhacken oder der Spion für die Chefetage sein.

Wir sind uns einig. Er ist komisch.

19.07.2010 um 15:02 Uhr

Vor- und Nachteile der Beziehung zu einem Pferdewirt

Stimmung: beides: gut und schlecht

Tja.. die Nachteile weckten mich bereits am Samstag Morgen. Es war 10h und der allerbeste Freund von allen lag nicht neben mir im Bett. Ja klar, hatte er angekündigt, dass es dieses Wochenende nicht mit Füttern allein und dann wieder um 8:30h ins Bett kriechen getan sein würde. Er hat eben viel zu tun. Aber es war 10h!

Ich hatte mich nur schon sehr dran gewöhnt, neben dem Pferdeflüsterer aufzuwachen, obwohl er arbeiten muss. Aber er war nicht da. Und ich hatte auch sonst nicht die beste Laune und der Telefonanruf, der mir bestätigte, dass er noch nicht mal wüsste, wann er fertig sein würde, half null.

Ich versuchte mit Qi-Gong und Meditation wieder auf mein Level zu kommen, schließlich weiß ich, dass wir zickiger zueinander sind, wenn ich nicht im Gleichgewicht bin. Trotzdem blieb ich angenervt. Es nervte mich, dass er so lange arbeiten musste, dass er nicht wusste, ob er nächstes Wochenende frei hat, dass ich nun das dritte Wochenende in Folge nicht bei mir zu Hause verbracht habe und mir meine Regenerationszeit fehlte. Mich nervte auch die blöden Antwort von seinem Chef, dass sich seine Freundin eben nach seiner Arbeit richten muss, obwohl er doch nur die nächste Wochenendplanung machen wollte.

Ich bin gerne beim Pferdeflüsterer. Aber es ist eben nicht mein zu Hause. Und um mich richtig wohl zu fühlen, ist seine Wohnung eben einfach zu funktional. Es gibt Dolby Surround, einen Fernseher mit 1m Diagonale, HD, Wireless UMTS, Lampen mit Fernbedienung, ein digitales Bügeleisen, Wecker, die Zahlen an die Decke projizieren... (alles sehr schön - ein Männermekka sozusagen)... aber keine Bilder, keine Gardinen oder sonst irgendwelchen schönen Schnick Schnack. Darüber hinaus hat er die blöde Angewohnheit Klamotten nicht in den Schrank, Geschirr nicht in den Geschirrspüler und Müll nicht in den Mülleimer zu räumen. Klar bin ich auch unordentlich, aber ein wenig nervt es mich schon, dass ich immer erst die Küche aufräumen muss, wenn ich etwas kochen will. Er muss auch ALLES sammeln. Das fördert nicht die wohnliche und gemütliche Atmosphäre und die fehlt mir manchmal schon.

Alles nicht dramatisch, wenn ich gut drauf bin. War ich aber nicht.

Glücklicherweise kam er dann doch irgendwann zum frühstücken und ich sprach es an. Nein, man kann das meiste nicht eben schnell ändern. Seinen Job auch nicht. Aber man muss doch ne Basis haben, um Probleme anzusprechen. Und ich hatte da am Samstag ein Problem mit.

Den Samstag unternahmen wir nichts weiter. Zumindest nicht tagsüber. Wir verbrachten die Zeit auf dem Sofa, kuschelten ausgiebig und guckten irgendetwas unwichtiges im Fernsehen. Ich habe nämlich irgendwann festgestellt, dass es uns ziemlich gut tut, wenn wir uns intensiv und bewusst körperlich nah sind. Nicht Sex. Kuscheln. Wir brauchen das beide, um uns auf einander einzuschwingen. Wir genießen diese Nähe und sie bringt uns einander näher, während wir uns von einander entfernen, wenn wir das nicht ausgiebig nutzen. Und diese Nähe ist die Tage zuvor ein wenig zu kurz gekommen. *an den Kopf klatsch* Alles klar!! Daher die angespannte Stimmung.

Der Vorteil, wenn man mit jemanden zusammen ist, der sich beruflich mit Pferden beschäftigt, merkte ich am Sonntag. Da fuhren wir nämlich zur Rennbahn. Der Pferdeflüsterer kriegt Freikarten.

Ich muss jetzt mal eine Lanze für den Pferdesport brechen. Pferderennen sind einfach der Hammer. Einerseits ist es schade, dass man nicht mehr so unbedingt das Klischee von einer Frau im Kostüm mit farblich passenden Hut erfüllen muss, um auf die Rennbahn zu dürfen, aber auf der anderen Seite fühlt sich so auch die breite Masse angesprochen. So ein Rennen ist eher eine Art Volkspicknick. Die Leute hatten alles mögliche mit. Decken, Stühle, Essen...

Aber besonders toll ist es eben, wenn man tatsächlich ein wenig Geld setzt. Man kann auf alles mögliche setzen. Auf den Sieger, auf einen Platz auf dem Treppchen, man kann sagen, welche zwei, drei oder vier Pferde das Rennen gewinnen... Viel muss man auch nicht einsetzen, allerdings sind 2€ Minimum pro Wettschein.

Ich hatte ja noch die 50€, die ich bei dem WM-Tippspiel gewonnen hatte und ich dachte, es tut nicht wirklich weh, wenn die dann weg sind, vorher hatte ich sie ja auch nicht. Aber wenn wir was gewinnen, könnte vielleicht unser Sommerurlaub dabei rausspringen.

Also wälzten wir (total wichtig) die Statistiken der einzelnen Pferde und diskutierten heiß darüber, welchem Pferd wir am ehesten eine Platzierung zutrauten. Da ist noch ein Vorteil: der Pferdeflüsterer hat haufenweise Hintergrundinfos, weil er eben schon so lange dabei ist. Wenn man erst mal gecheckt hat, wie man die Statistiken lesen muss, kann man schnell mitreden. Und ich kapiere fast alle Statistiken. Am Ende verteilten wir die 50€ auf zwei Rennen. Wir machten teuere Kombiwetten, weil dann auch der Gewinn größer ausfällt. Wenn man auf Sicherheit geht, kriegt man maximal den Einsatz wieder.

Ich muss gestehen, ich bin ein unglaublicher Geschwindigkeitsjunkie. Ich steh auf schnelle Autos und schnellen Sport. Aber steh ich dann mit dem Wettzettel vor der Leinwand und das Rennen beginnt, erlebe ich den ultimativen Adrenalinkick. Ich bin vorher schon unglaublich aufgeregt und dann fiebere mit, feuere an und kriege ne Gänsehaut, wenn die Pferdegruppe in einer irren Geschwindigkeit an mit vorbei jagt. Das ist schon allein die Anreise wert. Es ist unglaublich spannend und unglaublich cool. Und besonders schön ist es, diese Momente mit dem Pferdeflüsterer zu teilen.

Leider haben wir nichts gewonnen. Bei beiden Rennen siegten Pferde, die wir nicht auf dem Schirm hatten und unsere Pferde schnitten nicht so toll ab. Das ist nicht wirklich schlimm. Aber eins ist wirklich ärgerlich. Beim zweiten Rennen hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass das eine Pferd doch was kann. Ich konnte mich aber nicht gegen die Argumente des Pferdeflüsterers durchsetzen. Aber selbst er hatte kurz vorm Rennen doch so ein Gefühl und wäre fast losgelaufen um doch noch auf das Pferd zu setzen. Aber eben nur fast. Hätte er nur 5€ auf eine Platzierung gesetzt, hätten wir den Einsatz wieder raus gehabt. Aber er tat es nicht und ich auch nicht.

Und so gewann zwar das Pferd, aber wir eben nicht. Ärgerlich, dass wir nicht aufs Gefühl gehört haben, aber nicht zu ändern. Aber wir beide hatten trotzdem einen wundervollen Tag. Und einen tollen intensiven Abend, wo wir beide von unseren Gefühlen für einander überwältigt wurden und uns gegenseitig Tränen der Rührung von der Wange wischten.

16.07.2010 um 10:58 Uhr

Sich einrichten

von: VomFeuerkind   Kategorie: Geschichten vom weltbesten Freund   Stichwörter: Pferdelüsterer

Stimmung: ging so

Wir planen schon ne Weile mal gemeinsam zum I*kea zu fahren. Der Pferdeflüsterer wollte Müsli-Schüsseln haben und noch so ein-zwei andere Kleinigkeiten. Außerdem wollte ich mal gucken, worauf er so Stiltechnisch mal anspringt.

Und den Tag machte er extra früher Schluss und wir hätten um 16:30 los gekonnt, aber... Erst musten wir noch ein wenig über Irgendwas diskutieren, was wir auch locker hätten hinterher klären können. Oder gar nicht. Es war total Belanglos. Aber den Schuh muss ich mir anziehen, das Thema habe ich aufgebracht.

Dann musste er noch duschen und rasieren und sich was anziehen.

Wir hielten unterwegs noch mal in einem Einkaufszentrum an, weil ich meine Socken zu Hause vergessen hatte und im I*kea gern Turnschuhe anziehen wollte, was ich ohne Socken nicht mag. Deswegen sollten neue her.

Bevor ich in ein Geschäft kam, kaufte er erstmal ne große Packung Fisch'n'Chips und ich aß einen Lachsbagel.

Ansich hatte ich noch Lust ein wenig zu stöbern, und mich nicht nur auf Socken beschränken, schließlich muss ich bald zu dieser Hochzeit und ich weiß noch nicht was ich anziehen soll und das letzte mal Kleider kaufen war naja.. (seht selbst) . Aber ich glaube das geht so aus dem Stand mit dem Pferdeflüsterer nicht. Er stand irgendwie hilflos daneben. Ich machte gar nichts. Ich schlenderte nur durch die Gänge und pickte hier mal was raus und da mal was.. Ich probierte nicht mal was an. Ich kaufte fast nur Socken.

Memo an mich selbst: Kleidung kaufe ich besser mit einer Freundin. Das ist mit dem Pferdeflüsterer nur anstrengend. Unterwäsche geht.

Eigentlich wolle ich noch in einem anderen Geschäft schauen, aber das verkniff ich mir dann.

Wir fuhren also nun endlich auf das I*keagelände, aber ich brauchte noch was zu trinken, noch Tabletten aus der Apotheke und aufs Klo musste ich auch noch.

Bis wir nun endlich im I*kea das Stöbern anfingen, war es fast halb acht. Unfassbar, oder?

Tja.. es ist doch wirklich erkenntnisreich, wenn man gemeinsam durch ein Möbelgeschäft schlendert. Man kriegt eben dort so deutlich wie an keinem anderen Ort mit, ob Geschmäcker kompatibel sind. Und wenn wir wirklich irgendwann mal zusammen wohnen würden...

Er steht eher auf rustikales fast landhausstiltechnisches und ich eher auf modern, frisch und ein bisschen ausgefallen. Außerdem mag ich es, wenn Dinge einen Stil haben, den man dann noch mit Accessoires ergänzen und untermalen kann. Außerdem habe ich da glaube ich mehr Vorstellungskraft, wie Dinge hinterher im Gesamtkonzept aussehen würden. Das wird für mich auch schwierig, weil ich dann meine Ideen mit jemanden abstimmen muss. 

Ich glaube aber, dass es da durchaus ne Schnittmenge geben könnte und dass ihm das, was bei mir im Kopf rumspukt auch gefallen könnte. Es könnte nur manchmal schwierig werden ihn davon zu überzeugen. Und wir brauchen im Vorfeld einen Plan. Eine Idee. Ich glaube das wird sonst mit der Entscheidungsfindung schwierig.

So wie in der Bettenabteilung. Ich wollte nur mal gucken, ob es a) neue Bettwäsche gibt, die mir gefällt und b) ob wir da gleich ticken. Am Ende überlegten wir, ob wir jeder ne 220x240 Bettdecke kaufen sollen und dann noch Bettwäsche dazu. Wir kauften aber beides nicht. Was für einen Sinn macht es, wenn wir beide nun eine riesige Bettdecke kaufen, unter der ich allein gar nicht schlafen wollen würde. Um dann eventuell, WENN wir zusammenziehen, zwei riesige Sommerdecken zu haben.

Ich habe ihn davon überzeugen können, dass wir DAMIT doch noch bis zum Herbst warten könnten, wenn wir genauer wissen, ob und wann das mit dem Zusammenziehen passiert.

Klar ist diese Diskussion mit dem Zusammenziehen verfrüht. Und die mit den Kindern auch. Aber sein wir doch mal ehrlich. Wenn wir in diesem Stadium keinen Konsens in diesen Punkten hätten und merken würden, dass wir da gar nicht auf einen Nenner kommen, würden wir beide die Beziehung eher in Frage stellen.

Und wenn man das niemals diskutieren würde, und niemals andenken würde, würde es sich nie auf ein anderes Level entwickeln. Es ist auch irgendwie klar, dass es eh passieren wird.

Das Ende vom Lied war, dass wir beide die gleichen Platzsets und die gleichen gelben und schwarzen Handtücher kauften, er aber noch einen Bilderrahmen erwarb, weil es dann doch noch mal ein Poster von meinen tollen Bildern geben wird. Ich gab doch tatsächlich nur 6€ irgendwas aus. Mein neuer Tiefstrekord.

Nein. Es gab keine neuen Müsli-Schüsseln. Die, die da waren hauten uns beide nicht vom Hocker. Genauso wenig wie die Sofas und die Garderoben und so manches andere. DAS fand ich auch super.

Aber weil wir überall so viel überlegt und diskutiert haben, waren wir fast die letzten, die um neun gingen. Und wir waren beide total ausgelaugt und K.O. und versackten erstmal auf dem Sofa.

15.07.2010 um 10:44 Uhr

The Last Unicorn (America)

Stimmung: unglaublich glücklich

Ich bin gestern Abend zum Pferdeflüsterer gefahren. Blöd ist nur, dass er bei diesem warmen Wetter immer schon um 6h anfängt. Auch blöd, dass mein Biorhythmus überhaupt nicht darauf ausgelegt ist, dass man um diese Zeit schon wach wird. 5:45h existiert für mich nicht. Mit 6:45h - ja damit kann ich mich noch anfreunden.

Als er um 7h anfing habe ich noch ein wenig gedöst und bin dann richtig aufgestanden um dann frisch geduscht um 8:30h mit ihm zu frühstücken, wenn er Frühstückspause hat. (Es ist doch irgendwie ultimativ praktisch, wenn man auf der Arbeitsstelle wohnt...) Das ist auch ein Rhythmus, mit dem ich mich nicht nur anfreunden kann, sondern der meinem sehr entgegen kommt.

Aber dass er jetzt zu einer Zeit aufsteht, die es für mich gar nicht gibt, bringt meinen ganzen Rhythmus durcheinander. Besonders, weil die Frühstückspause meist eher so gegen 8:00h - 8:10h anfängt.

Jedenfalls bin ich heute morgen, nachdem er weg war, wieder so richtig eingepennt. Nicht mal der Wecker hat etwas daran ändern können.

Um kurz nach 8:00h wachte ich auf. Durch Musik. Nicht irgendwelche Musik, sondern durch „The Last Unicorn" von America.

Dieses Lied (und der Film dazu auch) ist einfach wunderschön. Schließlich geht es darum, dass alles stirbt und alles, selbst die Jahreszeiten, ein Ende finden und trotzdem lebt das Einhorn und überstrahlt alles mit seiner Schönheit. Es ist ein Symbol für Hoffnung. Für Dauerhaftigkeit. Für Überwinden von allen Hindernissen. Ich wünsche mir auch, dass unsere Beziehung ebenso dauerhaft ist und dass wir auch dann immer noch die Schönheit im anderen sehen, wenn wir beide alt und verbraucht sind.

Aber um diese wundervolle Geste des weltbesten Freundes (<- natürlich hat Anna den Ausdruck „weltbester Freund von allen" geprägt. Aber in meiner Welt ist der Pferdeflüsterer genau das für mich.) in seiner Gänze zu verstehen, muss ich noch mal kurz etwas dazu erklären:

In dem Forum wo wir uns immer schreiben, ist mein Nickname „unicorn". Das ist irgendwie cool, weil in seinem Nick ein Pferd vorkommt und die beiden Wesen sich zumindest ein wenig ähnlich sind. Der Alte Mann kennt den Nick von mir auch und hat von Anfang an immer Parallelen in meinem Verhalten zu einem wilden Pferd gezogen. Das passt auch. Mein Chinesisches Sternzeichen ist ein Pferd. Und es gibt diese Parallelen. Es ging bei unseren Unterhaltungen oft darum, dass man ein wildes Pferd nicht zähmen kann. Aber ein Pferdeflüsterer tut genau das. Er gewinnt das Vertrauen und das Pferd entscheidet sich freiwillig bei ihm zu bleiben. So wie ich beim Pferdeflüsterer

Den Namen „unicorn" hab ich mir vor ner Ewigkeit mal zugelegt - ich glaube sogar in meinem Austauschjahr in USA - weil ich das Wort „unicorn" so wunderschön fand. Außerdem mag ich die Freiheit, die Hoffnung und die Mystik, die dieses Wesen umgeben.

Irgendwie scheint „The Last Unicorn" beim Pferdeflüsterer einen Eindruck hinterlassen zu haben. Er liebt den Film! Er besitzt sogar den Soundtrack und das Buch! Er hat so wenig Bücher (weil er meistens Zeitschriften liest), aber DAS ist dabei.

Neulich meinte er sogar, wenn er sich je ein Tatoo stechen lassen würde, wäre es ein Einhorn - ganz klar! Natürlich hab ich ihm davon abgerate... schließlich ist es eher ein Frauensymbol und bei einem Mann würde es ziemlich kitschig wirken. Aber die Idee dahinter finde ich super süß. Es ist irgendwie eine total tolle Art einen (meinen) Namen zu tätowieren, ohne dass es jeder für einen Namen hält.

Es scheint fast so, als hätte ich ihn sein ganzes Leben schon begleitet. Als hätte er das ganze Leben nach dem Einhorn gesucht, wenn auch oft unbewusst. Und bin nun real in sein Leben getreten. Zumindest kommt es mir oft so vor. 

Dieses „unicorn" begleitet uns nun ein bisschen in unserer Beziehung.

Und deswegen fand ich es auch so wunderschön, dass er den Soundtrack von diesem Film eingelegt hat, um mich zu wecken. Eine verdammt süße Geste, die mich heute morgen schon zu Tränen gerührt hat und immer noch tut.

14.07.2010 um 12:36 Uhr

Versperrter Weg

Stimmung: genervt

Heute morgen stand ich im Stau. An einer Stelle, wo ich noch nie im Stau gestanden habe.

Ich wohne in so einem Viertel, in dem es unglaublich viele kleine Einbahnstraßen gibt. Meist wird rechts und links total knapp geparkt. Normale Autos haben da nicht so die Schwierigkeiten, aber heute bog ich um eine Ecke und dann stand da ein Müllwagen mit Warnblinker und blockierte den Weg. Entweder hatte das Fahrzeug eine Panne oder es kam eben einfach nicht weiter.

Ich stand da also hinter und es ging nicht vorwärts. Nach ca. 5 min wurde es mir zu bunt und legte den Rückwärtsgang ein und wollte gerade zurücksetzen als ein Toyota Kombi um die Ecke bog.

Ich winkte wie doof und rief der Frau zu, dass sie umkehren soll, weil der Weg vorne raus versperrt ist, aber sie meinte nur, dass es doch bestimmt gleich weiter gehen würde. Ich meinte, dass es nicht danach aussehen würde, aber sie blieb hartnäckig.

Also saß ich fest. Ca. 50m Luftlinie von meinem Zuhause.

Am meisten ärgerte es mich, dass das erste Auto hinter dem Müllwagen ein Polizeiauto war und dass sie scheinbar nichts taten, damit keine weiteren Autos in der Straße feststecken würden. Sie hätten doch locker an der Einfahrt mal jemanden positionieren können, oder die Straße sperren oder so... aber nö. Es passierte nichts.

Ich saß fest und nichts ging. Das Fahrzeug bewegte sich keinen Zentimeter, es kam kein Abschleppwagen oder sonst was.

Glücklicherweise überlegte es sich die Frau nach 20 min nun doch endlich anders und sie fuhr rückwärts wieder aus der Straße raus. Ich weiß, dass man das in Einbahnstraßen nicht darf. Wenden darf man ja auch nicht, aber es war ein Notfall.

Ich kam zu Spät, aber ich hätte da auch noch locker eine Stunde stehen können...

13.07.2010 um 11:33 Uhr

Ein Gefühlsvergleich

Stimmung: glücklich

Gestern folgte ich einem Link vom Zwischenweltler und kam nach ner Weile auf einen anderen Beitrag auf der Seite. Und der hat mich ein bißchen in meinen Gefühlen bestätigt.

Die Sache mit dem Pferdeflüsterer ist anders, als die Geschichten mit anderen Männern vorher.

Früher war ich meist total von der Rolle. Meist war ich so schwer verliebt, dass mein gesamtes Leben anfing brach zu liegen. Ich saß oft da, aß nichts mehr und seufzte die ganze Zeit herzzerreißend vor mich hin. Meist wusste ich überhaupt nicht, wie ich mit den Gefühlen umgehen sollte, denn erwidert wurden sie meist eh nicht. Und so schrieb ich Gedichte. Gedichte in denen solche Passagen vorkamen:

„...Doch ohne dich fühl ich mich leer
so einsam, du fehlst mir sehr...!"

„ Drei Wochen fühlte ich mich wie Superman.
Als könnte ich alles erreichen.
Alles nur wegen Dir.
Aber Dich konnte ich nicht erweichen.
Jetzt ich bin wieder klein und schwach,
Denn Du bist fort.
Und wo vorher Superkräfte waren,
erfüllt nun Leere und Hilflosigkeit den Ort.
"

Ich habe mich oft mit einer Leere in mir drin konfrontiert gefühlt, die der andere dann plötzlich auszufüllen schien. Ich habe mich dann plötzlich als Teil eines Ganzen gefühlt. Und dieses Gefühl hat mich fast um den Verstand gebracht. Es ging auch immer um Besitzdenken. Ich wollte (zu) dem anderen gehören. Ich wollte und brauchte immer eine Schulter zum anlehnen, weil ich immer dachte, das viele alleine Stehen bringt mich noch um.

Beim Pferdeflüsterer war es immer anders. Bei ihm gab es diese Leere plötzlich nicht mehr, die er ausfüllen konnte. Ich fühle mich selbst ganz und vollständig, auch ohne ihn. Es ist auch nicht so, dass ich total vernebelt jede Sekunde an ihn denken muss und verliebt vor mich hin seufze, wenn er nicht da ist.

Seine Nähe macht mich einfach zufrieden und glücklich. Ich genieße es, wenn er da ist und natürlich fehlt er mir auch, wenn er nicht da ist, aber es bringt mich nicht um den Verstand. Ich brauche auch plötzlich keine Schulter mehr, weil ich allein stehen kann. Aber das Wissen, dass ich meine Sorgen mit ihm teilen kann und dass sie dann irgendwie kleiner werden, ist schon toll. Ich vergesse meine Sorgen auch oft, wenn wir zusammen sind. Nicht, weil er mich so ablenkt, sondern weil sie einfach nicht mehr so groß und wichtig sind.

Es ist auch nicht so, als würden wir uns gegenseitig gehören. Es ist eher ein Teilen von Zeit. Ein gemeinsames Gehen des Weges. Es geht nicht um Macht über den anderen. Manchmal glaube ich ist das auch der Grund, warum wir uns gegenseitig nicht dominieren können. Es ist keiner bereit diese Macht zu nehmen und keiner diese Macht zu geben. Also bleiben wir auf Augenhöhe. Was auch nicht schlimm ist.

Es ist sogar alles sehr schön. Unser Zusammensein hat etwas leichtes. Wir lachen viel zusammen und wir haben unglaublich viel Spaß. Auch bei alltäglichen Dingen, wie beim einkaufen, kochen oder Reifen wechseln. Wir aktivieren uns gegenseitig und ziehen uns nicht gegenseitig aufs Sofa und versacken da. Machen wir auch mal, aber irgendwie ist immer was los. Anfangs dachte ich, dass wir Pläne machen müssen, aber irgendwie ergibt sich das immer von allein. Er ist auch für diesen ganzen Blödsinn zu haben, den ich mir immer so ausdenke und er zieht dann mit.

Anfangs habe ich mich immer gefragt, ob das so normal ist. Ob dieses eher sanfte Gefühl, so wie es ist, gut ist, weil es ja vorher immer diese unglaublichen starken Gefühle waren. Ob es ein schlechtes Zeichen ist, dass ich noch nicht zu Gedichten inspiriert war. Wir hatten auch noch nie auch nur einen Ansatz von Streit und Meinungsverschiedenheiten kriegen wir unglaublich schnell gelöst, weil wir nicht aneinander vorbei reden. Aber wenn ich mein Umfeld so betrachte, haben die Paare, die ich kenne, immer Streit. Aber wir sind so widerlich harmonisch. Darf das so sein? Läuft es nicht ZU gut? Und steht er wirklich auch dauerhaft zu dieser Entscheidung?

Ich habe unter diesen Fragezeichen immer gelitten. Und dem Gefühl, dass es zu schön ist, um wahr zu sein. Aber in der letzten Zeit habe ich das eher abgeschüttelt. Und dieser Artikel (s.o.) hat mich darin noch mal bestätigt. Es ist schön zu lesen, dass meine Gefühle nicht falsch sind und es deswegen keine Hoffnung mehr gibt. Eher im Gegenteil. Es ist gut so wie es ist. Vor allem haben mich diese Gefühle von damals auch nicht weiter gebracht.

Auch wenn wir erst kurz zusammen sind, was ich nebenbei immer wieder für den totalen Witz halte, dass es ERST 1,5 Monate sein sollen, weiß ich, dass ich mir eigentlich keine Sorgen machen muss. Es ist richtig. Es ist richtig Zeit mit ihm zu verbringen. Es ist richtig eine Zukunft mit ihm zu planen. Es ist richtig glücklich zu sein. Es ist richtig sich keine Sorgen zu machen.

Ich hatte noch nie so das Gefühl vollkommen am richtigen Ort und zur richtigen Zeit zu sein, wie jetzt mit dem Pferdeflüsterer.

12.07.2010 um 11:26 Uhr

Auf-Lösungen

von: VomFeuerkind   Kategorie: Das Schwiegermonster   Stichwörter: Pferdefüsterer, Nitida, Mutter

Stimmung: irgendwie glücklich

Es ist immer noch warm im Büro. Aber irgendwie bilde ich mir ein, dass es heute besser erträglich ist. Vielleicht, weil es noch keine 35° sind. Vielleicht ist auch die Luftfeuchtigkeit niedriger als sonst. Vielleicht gewöhne ich mich auch langsam dran. Egal. Heute finde ich geht es.

Mein Wochenende war auch super. Ich hatte eine fast vernünftige Aussprache mit meiner Mutter und sie war fast nicht beleidigt, dass ich es angesprochen habe. Ich hab ihr gesagt, dass ich mir seit 4 Jahren anhöre, dass sie mir einen passenden Partner wünscht und dass ich jemanden gefunden habe, mit dem es in vielen Bereichen passt und auch wenn er nicht IHR Traumpartner ist, dass ich sehr glücklich bin. Ich habe ihr auch gesagt, dass mich ihre Antihaltung verletzt und dass ich mir wünschen würde, wenn er ihr Vorurteilsfrei gegenüber treten könnte.

Sie meinte, dass sie sich Sorgen macht, dass ich mir jemanden mit finanziellen Problemen raussuche, schließlich hat sie gehört, dass Pferdewirte doch irgendwie mies bezahlt werden. Und wie soll man denn dann so ne Familie finanzieren. Ich meinte daraufhin, dass es wirklich ein großes renommiertes Gestüt ist und dass er Stellvertreter des Chefs ist und für seine Zunft gut bezahlt wird und dass ich mich ja auch gerade für gute Jobs bewerbe.

Irgendwann war sie dann auch überzeugt. Auch davon, dass es uns scheinbar beiden ernst ist und dass ich wirklich glücklich bin und dann war sie schon gar nicht mehr so derartig anti.

Super, ein Problem weniger. Im Grunde stimmt es, dass es mir egal sein kann, was sie sagt. Dass ich einfach mein Ding machen kann, soll und muss. Aber sie kann einem das Leben ziemlich schwer machen und das wollte ich zumindest versuchen zu verhindern. Im Moment ist mein Leben wegen meiner beruflichen Situation schwer genug und da muss ich nicht auch noch Stress in meiner Familie haben. Und schon gar nicht, solange es noch eine Chance gibt, dass ich nicht die ganze Zeit gegen meine Mutter kämpfen muss. Besonders weil das Leben eben so viel einfacher sein kann, wenn ich sie auf meiner Seite habe. Klingt blöd, ist aber so.

Besonders schön war das Geburtstagsgrillen mit Nitidas Freund am Freitag. Nicht unbedingt wegen des Grillens, aber das muss ich hier ja nicht noch mal hervorheben, sondern wegen den Leuten. Wenn ich mir überlege, dass genau vor einem Jahr Nitida und ich auf diese Feier gegangen sind und wir beide Single waren, aber Nitida und er schon anfingen um einander herumzuschleichen... da hat sich schon einiges verändert. Außerdem waren damals viele komische Informatikerfreunde von ihm da und diesmal waren auch noch die inzwischen gemeinsamen Freunde von Nitida dabei, die alle durchweg klasse sind. Ich kenn die ja schon seit längerem und wir Mädels machen öfter mal was zusammen.

Und der Pferdeflüsterer hat sich wirklich gut geschlagen. Aber ist eben einfach sympathisch und aufgeschlossen und nicht auf den Mund gefallen. Es hieß dann auch von dem einen Pärchen am Ende: „Wenn ihr Mädels das nächste Mal etwas zusammen macht, dann bringste ihn einfach mit. Uns Männern fällt dann auch schon was ein." Das fand ich wirklich super und mir fiel ein Stein von Herzen. Ich finde ja nichts schlimmer, als wenn die Freunde nicht mit dem Partner kompatibel sind. Das war ja mein letzter Freund. Der ist bei Freunden in München sogar offiziell ausgeladen worden. Es ist eben super anstrengend, wenn er die Leute nicht mag und nie mit will und wenn die ihn nicht mögen und er nirgends mitdarf. Dann braucht man eigentlich auch keinen Freund, wenn man dann doch überall allein hin muss.

Und das andere Päarchen meinte dann noch, dass sie sich so für mich freuen, dass ich nun endlich jemanden gefunden habe, dass ich so glücklich wirke, wir beide sehr harmonisch rüber kommen und er wirklich sympathisch wäre. Ich freu mich dann immer über so was, besonders weil es bei denen vom Herzen kommt. Das ist für mich immer ne kleine Bestätigung, dass ich mir das doch nicht alles einbilde und dass es sogar für andere sichtbar ist.

Wir beide haben dieses Wochenende sogar ein bisschen gelitten. Ich war ja nun bei meinen Eltern und er war nicht mit. Das war das erste Wochenende, dass wir nicht komplett miteinander verbracht haben, an dem er sogar frei hatte und an dem wir mal länger als 30min Fahrt von einander entfernt waren. Zwar waren es mal gerade 30 Stunden, aber ich habe ihn vermisst wie noch nie zuvor. Wir sind ja auch unter der Woche oft mehrere Tage getrennt, aber irgendwie war es diesmal besonders schlimm.

Dabei hatte ich keine Langeweile. Ich hab mir beim Kaffee mit meiner Tante am Sonntag ein paar Gartenideen abgegriffen und der Abend mit den Mädels am Samstag war wirklich klasse. Wir hatten unglaublich viel Spaß zusammen. Nebenbei lief auch noch ein bisschen Fußball.

Achja.. Fußball. Tja, die WM ist nun leider vorbei, wobei man das Finale gestern auch nicht hätte sehen müssen. Ich finde dass es auf keinen Fall weltklasse war und es eigentlich keine Mannschaft verdient hatte den Pokal zu bekommen. Wenigstens haben wir gegen den Weltmeister verloren. Mir hat es trotzdem 50€ eingebracht. Ich habe das interne WM-Tippspiel gewonnen. Juhu!! Mal sehen, was der Pferdeflüsterer und ich damit anstellen.

Aber was macht man denn jetzt ohne WM? Ohne mitfiebern und tippen und wetten??? Keine Ahnung. Bestimmt wird es jetzt ziemlich langweilig. Gähn...

Naja ganz so ist es nun auch nicht. Die nächsten Wochenenden sind schon ziemlich verplant und ich freue mich über jede Minute, die ich mit dem Pferdeflüsterer verbringen kann.

08.07.2010 um 23:06 Uhr

Ich will keinen Floh im Ohr haben!

von: VomFeuerkind   Kategorie: Das Schwiegermonster   Stichwörter: Pferdefüsterer, Nitida, Mutter

Stimmung: traurig bis sauer

So richtig gut geht es mir heute nicht. Ich hänge irgendwie durch. Ich bin irgendwie traurig und froh mal einen Abend für mich zu sein. Und ich weiß nicht so richtig was los ist. Natürlich zieht mich meine momentane finanzielle/berufliche Situation runter. Und vielleicht ist es auch, weil mal wieder ein Besuch bei meinen Eltern ansteht.

Meine Freundin hat vor fast einem Jahr geheiratet und wir Mädels fanden den Junggesellinnen Abend so toll, dass wir den unbedingt wieder holen wollten. Und das ist nun Samstag. Ich freu mich auch riesig drauf. Genauso wie auf den Geburtstag von Nitidas Freund morgen abend. Aber zu meinen Eltern zu fahren und mich vermutlich mit meiner Mutter darüber auseinander zu setzen, dass sie schon wieder anfängt gegen meinen Freund zu intrigieren, finde ich schon fast unerträglich. Ganz abgesehen davon, dass sie ohnehin rumzetern wird, dass ich wieder einmal nur zum schlafen nach Hause komme und dass sie so was schnipisches sagen würde, wie „ICH kenn ihn ja nicht. MIR hast du ihn ja noch nicht vorgestellt." Wir sind 1,5 Monate zusammen. Es ist doch nicht das erste was man macht, wenn man frisch verliebt ist. Und mögen wird sie ihn ja eh nicht.

Nein sie kennt ihn nicht. Aber das was sie sagt ist auf eine derart subtile Art und Weise gemein, dass es mir wirklich zuwieder ist. Klar ist er Pferdewirt und hat so viel mit Landwirtschaft zu tun. Aber muss man dann so Sachen fragen, ob wir beide Gesprächsthemen haben oder ob er Tischmanieren hat? Sie tut ja so, als wären alle Bauern Trampel mit nem IQ von 50 und einer Einstellung zu Frauen die vor 40 Jahren vielleicht aktuell war.

Und das ärgert mich. Sie kennt ihn nicht und versucht nicht mal ne gute Meinung zu haben. Er ist eben nicht der gutaussehende, golfspielende Yuppi mit dem Traum-Job, der dicken Kohle und dem Porsche, den sie sich für ihre Tochter vorgestellt hat. Aber so einen will ich auch nicht. Wollte ich nie. Aber sie schon. Und scheinbar ist dieser Wunsch noch größer, als mein wirkliches Glück. Jemanden mit dem sie angeben kann. Sie hat sogar schon mal den Vorschlag gemacht, dass ich mir doch mal in einem dieser angesagten Clubs mal einen der Fußballspieler aus der ersten Liga suchen soll, die man hier teilweise trifft. Mit der Begründung - und jetzt kommt es: DIE hätten wenigstens Kohle.

Erstens habe ich diese Typen sowieso NIE erkannt, sondern bin immer erst darauf aufmerksam geworden wenn meine männliche Begleitung ganz wuschig geworden ist und hyperventilierend und im Ultrabereich quitschend meinte „ohh... guck mal das ist XY" und ich dann gelangweilt antwortete „Wo? Ach DER? Das ist nen Fußballspieler, richtig?" weil mit die Bundesliga überhaupt nicht interessiert. WM und EM schon.

Zweitens wüsste ich überhaupt nicht, was ich mit denen reden sollte. Ich hatte schon mal überlegt, ob ich nicht einfach mal zu einem hingehe und frage, was er so macht und wenn er antwortet „Ich spiele in der ersten Mannschaft von XX" hätte ich einfach ein „aha" gesagt und dann ein nach anderen Smalltalkthemen suchendes „und...? hast du irgendwelche interessanten Hobbies?" hinterher geschoben. ICH hätte so was sehr lustig gefunden.

Drittens interessieren sich Berühmtheiten niemals für eher unscheinbar aussehende, kleine, etwas pummelige Mädchen, die eher auf den zweiten Blick durch ihre inneren Werte überzeugen. Die werden eh die ganze Zeit von diesen Tussis umschwärmt. (ich hoffe ich beleidige hier niemanden)

Und viertens kann ich mich überhaupt nicht als Fußballtussi vorstellen. Und dann muss ich mich womöglich die ganze Zeit mit den anderen Fußballtussis abgegeben und den ganzen Tag über Maniküre, Frisöre und Nasenkorrekturen reden. Nein danke. So groß kann Liebe gar nicht sein.

Aber mich ärgern solche Vorschläge von meiner Mutter einfach. Das zeigt eben, dass sie überhaupt nicht weiß, wer ich bin und was zu mir passt. Und dabei musste ich mir die letzten Wochen, Monate, ach was sag ich, Jahre anhören, dass sie mir doch auch mal jemanden wünscht, mit dem ich so richtig glücklich werden kann. Bei dem das so richtig passt. Und vermutlich hat sie in Gedanken hinterher geschoben, das er auch noch dies, das und jendes mitbringen soll.

Und was sie nun seit Jahren immer gemacht hat, wenn ich ihr jemanden vorgestellt habe, sie hat mir immer wieder tröpfchenweise einen Floh ins Ohre gesetzt, dass derjenige nicht gut (genug) für mich sei. Sie hat nie direkt gegen ihn gekämpft, sondern immer nur an mein Gewissen appelliert. Der eine hatte ne unmögliche Familie (was stimmte; reich, aber unmöglich), würde mich absichtlich klein halten und mich unterdrücken und der andere würde einfach nicht mit soviel geben wie ich. Er würde mir sogar Energie absaugen. Noch schlimmer ist das Schlechmachen im Nachhinein, á la „Ich hab es dir ja gesagt!"

Das schlimmste ist, dass ich es irgendwann auch geglaubt habe und mich getrennt habe.

Ich habe Angst, dass mir das jetzt mit dem Pferdeflüsterer nun ebenso geht. Aber ich will mich nicht mehr von meiner Mutter beeinflussen lassen. Weder in die eine noch in die andere Richtung.

Aber diese Frage, ob er denn Essen könnte und ob wir was zum reden hätten, lässt mich fast würgen.

Letztens fing schon wieder was anderes an. Es kam einfach die ganz subtile Frage von ihr, ob ich mir das überhaupt leisten könnte, immer zu ihm raus zu fahren. Diese ganzen zusätzlichen Spritkosten, wären doch ne ziemliche Belastung.... Mich ärgert, dass ich es nicht vernünftig gekontert habe. Es ist nämlich nicht so, dass NUR ich die 40km hin und zurück fahre. (Was ich nebenbei nicht mal viel finde. DAS fährt sie mindestens zwei bis dreimal in der Woche nur um zum Sport zu kommen!!!!!!!!!!!) Wir wechseln uns ab. Außerdem ist es so unglaublich praktisch wenn ich da bin. Dann können wir morgens gemeinsam frühstücken, weil ich nicht so früh da sein muss wie er.

Und dann hab ich ihr erzählt, dass ich auf der Suche nach nem Job wäre und mir etwas rausgesucht habe, dass bei ihm in der Nähe ist. Klar interessiert mich der Job, sonst würde ich mich nicht bewerben. Aber es ist auch ein Grund dichter bei ihm zu arbeiten. Schließlich könnte es ja mal vorkommen, dass wir zusammenziehen. Und er kann nicht weg. Sein Job hängt daran, dass er bei den Pferden wohnt. DAS ist meiner Mutter mal so richtig ein Dorn im Auge.

„Kind... du hast doch schon mit 6 gemeint, dass du mal nach Hannover oder in eine andere große Stadt ziehst. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du in ein Dorf ziehst, dass kleiner ist, als dein Heimatdorf." Und sie hat nen Punkt. Klar kann ich es mir noch nicht vorstellen, wirklich mit Leib und Seele ins Niemandsland zu ziehen. Dorthin, wo es schon ein Happening ist, dass der Postbote kommt. Meinen Fuß so richtig aus der Stadt rauszunehmen. Aber ich ziehe es in Betracht. Wobei wir sein Wohnkonzept noch etwas weiblicher machen müssten, damit ich mich so richtig wohl fühlen könnte. Es ist im Moment alles so funktional und nicht unbedingt einfach nur sinnlos schön (wie Bilder oder Vorhänge).

Das ist ja immer das schlimme. Sie hat ja meistens recht. Und irgendwann komme ich zu dem Schluss, dass es das doch nicht wert ist. Das es doch nicht richtig ist.

Aber ich habe nun jemanden gefunden mit dem das Leben Spaß macht. Mit dem ich reden kann. An den ich mich anlehnen kann. Der ähnliche Vorlieben bei Freizeitgestaltung und Sex hat. Der Blödsinn mitmacht. Mit dem man Probleme lösen kann. Mit den ich zusammen sein will. Mit dem ich eine Familie planen will. Und der das auch will.

Ich will mir das von meiner Mutter nicht zerreden lassen. Ich will, dass sie ihm ne faire Chance gibt. Ich will nicht immer dagegen kämpfen müssen. Ich will, dass sie ihn akzeptiert. WEIL ICH IHN LIEBE. Nicht weil er das ist was sie sich vorgestellt hat.

Er kriegt das natürlich auch alles mit und kann dem auch nicht mehr Vorurteilsfrei begegnen. Aber so will ich das nicht. Ich will, dass sich mein Freund mit meiner Mutter versteht und dass meine Mutter ihn auch mag. Aber das werde ich wohl erstmal nicht bekommen.

Also werde ich wohl mit ihr reden. Und davor graut es mir schon. Es kommt dann sicher so was wie „Was hat dir denn der Pferdeflüsterer für Flausen in den Kopf gesetzt? (Logisch ist er schuld, dass ich solche ketzerischen Gedanken habe) Jetzt bin ich schuld, dass deine Beziehungen nicht gehalten haben? Klar logisch, gibt mir ruhig die Schuld an allem. Und weißt du was? Ich will ihn gar nicht mehr kennen lernen. Und zur Hochzeit komme ich auch nicht. Sie findet ja eh nicht in unserer Kirche statt, dann kann ich auch gut darauf verzichten...Und wenn du uns irgendwann mal brauchst, brauchst du gar nicht wieder ankommen."

Nebenbei lassen mich solche Sätze auch würgen.

Manipulierendes, eingeschnapptes und erpressendes Miststück.

07.07.2010 um 11:03 Uhr

Kosenamen - Hilfe gesucht!

Stimmung: unschlüssig

Ich weiß, dass das was jetzt kommt irgendwie kitschig ist, aber ich bringe es trotzdem. Und ich brauch Eure Hilfe. Ich habe ja jetzt diesen Freund... den Pferdeflüsterer. Und wir sind ja auch total glücklich. Aber irgendwie sind wir noch unschlüssig wegen der Kosenamen, die wir uns gegenseitig geben. Tiernamen wie Häschen, Mäuschen oder so finden wir beide etwas albern und Schatz sagt ja jeder. Oder ergibt sich das igendwie spontan mit der Zeit?

Und jetzt wollte ich Euch eigentlich mal fragen, wie ihr Euch in eurer jetzigen Beziehung gegenseitig anredet oder früher angeredet habt. Vielleicht ist ja was tolles dabei. Ich spendiere für den besten Namen auch eine Flasch virtuellen Sekt. 

Fröhlich

 

 

PS: ich bin wegen heute abend total aufgeregt und drücke den deutschen Jungs beide Daumen. Und hoffentlich kann ich meine Führung beim Tippspiel ein wenig ausbauen, gestern hat sich ja gar nichts verändert.... 

06.07.2010 um 12:15 Uhr

Hausaufgaben

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Pferdefüsterer

Stimmung: gemischt

Ich habe ganz vergessen hier meine Hausaufgaben mal wieder zu erledigen. Nein, es hat nichts damit zu tun, dass ich jetzt frisch verliebt bin und nun jede Sekunde mit meinem Süßen verbringe.

Bei meiner halben Stelle quälen sie mich schon seit Wochen damit, dass sie morgen auf jeden Fall die Webseite online stellen wollen. Aber es passiert NIE. Seit ca. 3 Wochen höre ich jeden Tag „morgen stellen wir sie online!" Mittlerweile kann es auch nicht mehr an mir liegen. Ich habe alle Grafiken gemacht, die sie haben wollten. Ich habe sogar ca. 25 Bilder für die Header der einzelnen Seiten rausgesucht (und sie gekauft - glücklicherweise nicht mit meinem eigenen Geld) und sie farblich angepasst, weil es ja nicht ausreicht, dass man 4 Bilder nimmt, die sich immer abwechseln. Nö. Das geht nur beim Intro. Bei allen anderen Seiten musste ein Themenspezifischer Header rein.

„Ach übrigens diese und jene Grafik ist uns noch zu flach. Wir wollen da noch was mit einem 3D-Effekt.... und kannst du dir bitte hier noch was ausdenken und dafür noch ein Bild raussuchen? Achja.. das muss alles heute abend noch fertig werden, damit es morgen online gehen kann." Ich bin sogar an meinem freien Tag hingefahren und hab noch was gemacht, bis der eine Chef meinte, „ach du... das wird heute sowieso nichts mehr, du kannst auch fahren, das reicht auch noch nächste Woche." grml

Anfangs wollten sie überhaupt ETWAS online stellen. Mittlerweile muss alles perfekt sein. Die Texte, die Übersetzung... ALLES.

Ich bin mal wieder total angenervt.

Und außerdem ist es hier im Büro ständig SAUMÄSSIG warm. Selbst wenn es draußen kühl ist. Eigentlich unverständlich, denn es gibt kaum direktes Licht. Aber vor dem Fenster steht eine Wand, die den ganzen Tag angestrahlt wird und immer schön ins Fenster abstrahlt. Aber weil es kein direktes Licht gibt, gibt es auch keine Jalousien. Ich zerfließe... ich will lieber in meiner kühlen Wohnung sitzen und da arbeiten. Da kann ich wenigstens denken.

So.. was ist sonst noch so passiert? Ach ja.. derzeit läuft WM. Ich hab mit dem Pferdeflüsterer und seinen Arbeitskollegen ein Tippspiel laufen. Schon seit der Vorrunde. Mhh.. Anscheinend läuft es ganz gut. Im Moment führe ich gerade Liste. Die einzige Frau die dran teilnimmt. *grins* Man sollte die Frauen eben mal machen lassen. Aber ich drücke natürlich den Deutschen alle Daumen.

Bis auf, dass er es mir fast ein wenig übel nahm, so weit hinter mir im Tippspiel zu liegen und dass ich schneller Brustschwimmen kann als er, ist mit uns beiden alles in Ordnung. Schwanger bin ich auch noch nicht, also sollte dieser Verhütungscomputer soweit erstmal funktionieren. Die erstaunlichste Geschichte daran ist, dass wir immer förmlich über einander herfallen, wenn ich grüne Tage habe. Außerdem habe ich nun erkannt, dass ich am Tag meines Eisprungs emotional ziemlich labil bin.

Aber wir sind jetzt 1,5 Monate zusammen und noch läuft alles total toll. Eigentlich kommt es mir auch schon viel länger vor, weil jedes Wochenende irgendwas cooles passiert ist. Selbst einkaufen wird so nun zu einem Erlebnis. Wir haben so unglaublich viel Spaß zusammen, dass ich schon gar nicht weiß, wie ich dem Ausdruck verleihen soll.

Obwohl... Manchmal, besonders Montags morgens, geht er mir doch ziemlich auf den Keks. Er kann reden wie ein Wasserfall. Und dann ist es meist so belangloses und ewig lang. Super viele Details. Ich frage z.B. welche Shows der F*rank E*lstner gemacht hat und will dann eigentlich auch nur das wissen, bekomme aber statt dessen einen Vortrag über die gesamte deutsche Fernsehgeschichte, die Shows, die Rudi C. gemacht hat, was der Lippe jetzt macht und wo denn die ganzen super Shows so hin sind, die er früher immer so super fand. *schnarch* Oder ich frage von wem der Song ist und kriege alle Infos zur Entstehungsgeschichte, dem Erfolg und dem Zerfall der Band, über den Komponisten und alle anderen Stücke der geschrieben hat und was es sonst noch so wissenswertes zum Text gibt.

Es reicht mir eine simple Antwort: „Das war XY und die haben auch noch x, y und z gemacht." Fertig. Ende. Ganz einfach.

Leider habe ich noch nicht so ganz herausgefunden, wie ich diese detaillreichen Vorträge stoppen kann. Neulich habe ich es eher unsanft angesprochen, weil ich einfach mal 5 min meine Ruhe haben wollte. Mittlerweile bin ich dazu übergegangen „zu viel Details" dazwischen zu rufen. Das funktioniert auch meistens. Schade, dass er es nicht von allein merkt, dass es mich langweilt. Nicht mal ein gelangweiltes „mh" und „aha" nutzen.

Aber sonst läuft es total toll zwischen uns. Ich gewöhne mich sogar an das Landleben und die Abgeschiedenheit. Man kann dann eben einfach Sachen machen, die man sonst nicht machen kann. Nackt durch den Regen laufen oder Sex auf der Wiese unterm Sternenhimmel haben. Gut.. das lag auch daran, dass die andere Familie, die noch auf dem Hof wohnt - sein Chef - gerade im Urlaub ist. Sonst geht das auch nicht.

Beruflich ist alles so lala. Ich habe im Moment einige Bewerbungen draußen, weil das so wie es jetzt läuft finanziell einfach mal nicht ewig weiter gehen kann. Der Halbtagsjob zieht mir meine ganze Energie für meine Selbstständigkeit ab und ich mag mich da auch einfach nicht mehr drum kümmern. Also kommt da auch nichts rein. Und die halbe Stelle sichert mir zwar ein Grundeinkommen, aber eben auch nicht mehr. Tja.. und ich bin jung und will noch ein wenig Spaß haben. Und Urlaub machen und so...

Es ist sowieso schon merkwürdig, dass sich meine Lebensziele ein wenig verschoben haben, seit dem ich den Pferdeflüsterer kenne. Idealismus und Selbstverwirklichung ist mir im Moment etwas weniger wichtig geworden. Im Moment strebe ich ein wenig mehr nach finanzieller Sicherheit, aber das muss sich ja nicht ausschließen.

Also in der Summe geht es mir trotzdem gut. Ich verspreche auch wieder mehr zu schreiben. Mir fehlt es auch schon ein wenig. Ich habe kaum was, wo ich die erste Zeit mit dem Pferdeflüsterer nachlesen kann. Und es wäre doch Schade, wenn ich erst mit dem Stress wieder anfangen würde.