Das Leben der jungen J

28.09.2010 um 11:23 Uhr

Herbstzeit Erntezeit?

Stimmung: ach ich weiß auch nicht

Ich weiß auch nicht, wie Leute es schaffen, auch im Herbst gut drauf zu sein. Ich bin es nicht. Ich finde Herbst Scheiße.

Ich kann es ganz schwer ertragen, dass es morgens dunkel ist, wenn man aufstehen will. Damit geht es schon los: Ich, die sowieso schon schwer aufstehen kann, soll es dann auch noch im Dunkeln tun? Geht gar nicht. Im Grunde könnte ich gerade im Herbst durchschlafen. Besonders den Tag.

Tag? Welchen Tag? Im Herbst habe ich immer das Gefühl es wird überhaupt nicht richtig hell. Es gibt überhaupt keinen richtigen Tag. Immer ist alles trist und grau und ständig regnet es.

Regen... überhaupt das nächste Stichwort. Ohne Schirm kann man gar nicht vor die Tür. Uns so schwindet meine Lust überhaupt etwas draußen zu machen, wie zum Beispiel Sport. Der fällt immer öfter ins Wasser, weil ich ein outdoor-Sportler bin, aber eben auch ein Weichei und nicht raus mag, wenn es so ekelig draußen ist. Und dieses nasskalte dringt einem immer durch alle Poren und sorgt für eine gewisse Bitterkeit.

Ich würde mich lieber den ganzen „Tag" verkriechen und meiner Laune fröhnen, die ungefähr vergleichbar mit dem Wetter draußen ist. Trist und grau. Aber das geht ja nicht, schließlich hat man Verpflichtungen.

Mir hat mal irgendjemand gesagt, dass Herbst die Zeit ist, wo man sich zurücklehnt und das erntet, was man das ganze Jahr über gesät hat. Die Zeit wo man sich zurücklehnt und über das vergangene Jahr und seine Erfolge nachdenkt. Aber ich habe nie etwas zu ernten. Die schlimmsten Sachen sind immer alle im Herbst passiert. Fast jedes Jahr eine andere Katastrophe. Das eine Jahr habe ich mich von meinem Freund getrennt, das nächste Jahr bin ich umgezogen und war förmlich entwurzelt und dann gab es Stress im Job, Stress im Studium und und und... Ich will einmal mich im Herbst zurücklehnen und mich über die Früchte meiner Arbeit freuen. Und auch dieses Jahr gibt es beruflich schon mal keine Früchte. Ist doch Scheiße.

Also alles in Allem, habe ich die Qualität von Herbst noch nicht zu schätzen gelernt. Ich weiß auch gar nicht wie das funktionieren soll.

Eigentlich sollte man sich darüber freuen, dass es Kastanien gibt und dass die Blätter schön bunt sind. Aber ich denke nur, dass ich nicht will, das Kastanien auf mein Auto fallen und das Blätter toller aussähen, wenn die Sonne die Farben schön zum Vorschein bringen würde.

Aber es ist auch die Zeit für Kerzenschein und Tee. Und für zu Hause gemütlich vorm Fernseher sitzen und kuscheln. Die Zeit von Keksen und Baumkuchen. Die Zeit für Einladungen von Freunden. Die Zeit für Spieleabende. Die Zeit von Schmorkohl- und Rotkohlgerichten. Und dieses Jahr habe ich endlich jemanden, mit dem ich das teilen kann.

Ehrlich gesagt macht mich das tatsächlich ein bißchen glücklich.

27.09.2010 um 12:01 Uhr

Beziehungsresümee

Stimmung: glücklich

Der Pferdeflüsterer und ich sind nun etwas mehr als 4 Monate zusammen. Das ist zwar noch nicht meine Top-Länge aber trotzdem vielleicht ein guter Zeitpunkt, mal ein Resümee zu ziehen. Außerdem haben wir schon die für mich kritischen 2 Monate hinter uns gebracht.

Bisher läuft unsere Beziehung super. Auch gerade der Urlaub und das Abschließen mit der Vergangenheit nach der Hochzeit haben dabei geholfen. Wir haben noch keine größeren Streits gehabt und die Stimmung ist in der Regel gut.

Auch wenn etwas von der Aufgeregtheit weg ist, es ist trotzdem immer noch schön, wenn wir uns nach einigen Tagen Abstinenz wieder treffen. Letztens hat er sogar mal zugegeben, dass er mich nicht vermisst hat, als wir nach 2 Wochen uns mal eine Nacht nicht gesehen haben. Es ist eben auch mal schön Zeit allein zu verbringen. Und diese Erkenntnis finde ich nach 4 Monaten auch völlig legitim.

„Wir wissen uns wohl gegenseitig zu nehmen!" Hatte meine Mutter gesagt und sie hat damit auch irgendwie recht. Wir sind beide nicht perfekt, haben beide unsere Macken, die mit der Zeit immer deutlicher herauskommen, aber irgendwie kommen wir beide mit diesen Macken klar. Es ist eben ne Frage, wie man darauf reagiert und wir kriegen es immer besser hin, dem anderen diese Macken zu lassen und trotzdem sich nicht schwarz drüber zu ärgern.

Wir haben immer neue Ideen, wie wir unseren Alltag spannend gestalten können. Wir unternehmen immer noch viel miteinander, aber im Moment finden wir es auch super, wenn wir mal Zeit nur für uns auf dem Sofa haben. Das Leben ist gerade für uns beide anstrengend genug. Durch meine Situation bin ich ohnehin ein wenig angeschlagen, also auch nah am Wasser gebaut und er ist auf der Arbeit auch gerade alles andere als glücklich. Ich versuche es so wenig wie möglich an ihm auszulassen, aber es gelingt mir eben nicht immer, fröhlich und gut drauf zu sein. Er geht damit sehr souverän um. Er nimmt mich in den Arm, wenn es mir schlecht geht und versucht mich aufzuheitern oder sich zumindest nicht, von meiner Laune anstecken zu lassen. Ich weiß ja selbst, dass ich doch sehr anstrengend sein kann. Und so freue ich mich, dass er mich trotzdem so akzeptiert.

Allerdings ist hier natürlich der Knackpunkt. Er gibt so wenig von sich preis und erzählt, wie es ihm in der Beziehung geht. Was zum einen typisch für Männer zu sein scheint und zum anderen für ihn auch nichts bedeutet. Für ihn ist so lange alles in Ordnung, so lange er nichts sagt. Für mich gilt es so nicht. Mich verunsichert das ein wenig.

Ich bin mir nicht sicher, ob er sich wirklich so gut fühlt, wie er sagt (oder eben nicht sagt). Ich habe ein wenig Angst davor, dass er eines Tages aus heiterem Himmeln mit irgendeinem Problem ankommt, was schon seit Monaten in ihm gegärt hat und dann verhindert, dass wir weiterhin zusammenbleiben können, weil es dann nicht mehr zu kitten ist.

Also frage ich hin und wieder nach, ob alles in Ordnung ist, was ihn wiederum nervt. Er hält es für mangelndes Vertrauen. Als würde ich an seinen Motiven zweifeln. Ist es nicht, es ist nur Unsicherheit.

Ich verstehe ja selbst nicht, warum ich an dieser Stelle nicht selbstbewusst sein kann. Schließlich scheint wirklich alles in Ordnung zu sein. Aber da macht mir wohl meine Vergangenheit zu schaffen. Ich hatte noch nie eine Beziehung, wo wir beide auch nach einem längeren Zeitraum noch eine gemeinsame Familie gründen wollten. Vielleicht macht es mir auch Angst, eben weil es so gut läuft, dass es irgendwann plötzlich vorbei sein sollte.

Es ist da wirklich die Plötzlichkeit die mich verunsichert. Ich würde wirklich nicht gut damit klar kommen, dass es von einem Tag auf den anderen vorbei sein kann, weil er irgendwas hat. Wenn sich das über einen längeren Zeitraum abzeichnen würde, dass es nicht passt, wäre es für mich leichter zu ertragen.

Andere Frauen werden Eifersüchtig (auch ne Form von Unsicherheit). Ich bin nicht eifersüchtig. Ich zweifele nur daran, ob er mit mir, auch jetzt nachdem wir uns näher kennen, immer noch alt werden will. Oder ob er irgendwas an mir findet, irgendwann in der Zukunft, weswegen er die Sache beenden muss.

Und weil ich so viel drüber nachdenke, wie es ihm in der Beziehung geht, vergesse ich ganz zu gucken, wie es mir geht.

Letztens haben wir uns mit ein paar meiner Freunde getroffen. Und ich hatte die ganze Zeit nichts anderes zu tun, als ihn klein zu machen. Das hat nicht funktioniert, weil er immer gut gekontert hat. Im Nachhinein fand ich das ein wenig unfair von mir und ich hatte ein schlechtes Gewissen. Wieso muss ich ihn klein machen, um vor meinen Freunden cooler rüber zu kommen? Das hab ich doch überhaupt nicht nötig. Ich muss doch gar nicht extra glänzen. Die sehen mich doch auch sowieso. Ich will nur nicht so wirken, als würde ich unter seinem Pantoffel stehen (er will auch nicht so wirken, als würde er unter meinem Pantoffel stehen). Und ich will doch, dass sie ihn auch mögen, also warum ihn schlecht machen? Er ist doch toll.

Ich mag die Art, wie er mit mir umgeht. Ich mag seine Aufmerksamkeit(en) und ich genieße die körperliche Nähe. Ich mag, dass er sich nicht von mir unterbuttern lässt, obwohl ich es oft versuche. Ich mag die vielen kleinen Wettstreits, aber auch die vielen Übereinstimmungen und Gemeinsamkeiten. Ich finde es super, dass wir beide ohne Eifersüchteleien in den Swinger Club gehen können und da auch Spaß haben können. Ich sehe sogar auch noch gern zu, wenn er mit ner anderen Frau Sex hat. (Klar hat das auch alles seine Regeln - ohne die ginge es nicht.)

Manchmal fehlt mir ein wenig Leidenschaft. Ich finde es so schade, dass er sich so selten richtig fallen lassen kann. Ich weiß auch nicht, wie ich ihm da helfen kann, außer zu hoffen, ihn mal mit meiner Leidenschaft anzustecken. Es ist auch unmöglich, dass wir beide lieber unsere devote Ader ausleben wollen, besonders haben wir immer zeitgleich das Bedürfnis nach Führung. Ich würde mir da manches mal mehr Dominanz wünschen - auch im Alltag. Einfach sagen, was er will. Bestimmt. Ohne Diskussionsspektrum. Ich brauch da eben auch mal Grenzen.

Aber wir tasten uns ran. Wir finden jedes Wochenende ein wenig weiter zusammen. Auch wenn es sich manchmal anfühlt als würden wir uns entfernen, ganz außer Sicht geraten wir beide nicht. Dazu lieben wir uns zu sehr, als dass wir einen großen Abstand zwischen uns ertragen könnten. 

"Wir harmonisieren gut!" hat schon des öfteren jemand zu uns gesagt. Und auch das stimmt wohl. Es fühlt sich alles sehr harmonisch an. Auch wenn wir uns manchmal kabbeln. 

Ich bin wirklich sehr glücklich. Trotzdem bleibt irgendwie immer die Frage, wie entwickelt es sich weiter? 

Aber vermutlich denke ich einfach wieder einmal zu viel nach. 

24.09.2010 um 14:35 Uhr

Meine Situation spitzt sich zu

Stimmung: alles andere als rosig

Mittlerweile bin ich echt die vielen schlechten Nachrichten leid. Ist doch echt mal Zeit für gute Nachrichten.

Also ich bin momentan ein wenig im Dispo. Und eigentlich dachte ich, dass ich einen Kredit beantragen könnte, der mir ein wenig Luft verschafft und weniger kostet. Aber weil meine Krankenkasse die halbe Stelle als nicht versicherungspflichtig einstuft wird der volle Beitrag, den ich als Selbstständige zahle von meinem netto abgezogen und der AG-Anteil, den ich als Bonus bekomme nicht angerechnet. Also bin ich nicht kreditwürdig. Mist.

Das wäre alles nicht so schlimm, wenn nicht gerade eine Firmenhaftpflicht fällig wäre und ich durch meine eigene Dummheit bei der Krankenkasse noch ne hohe offene Rechnung hätte. Aus dieser Haftpflicht komme ich auch nicht raus, es sei denn ich gebe meine Selbstständigkeit auf.

Das möchte ich aber im Moment nicht tun, vor allem weil ich ab nächsten Monat wieder freiberuflich arbeiten werde. Statt der halben Stelle. Das ist insofern gut, dass ich das AG-Brutto ausgezahlt bekomme. Die Sozialabgaben habe ich ja jetzt auch schon und Einkommenssteuern habe ich im voraus für dieses Jahr schon genug bezahlt. Also sind sie quasi netto. Und dieses zusätzliche Geld brauche ich im Moment dringend.

Aber weil ich ja nun nicht weiß, wie lange das gut geht, wollte ich mich mal arbeitssuchend melden. Und weil ich immer gerne weiß, worauf ich mich einlasse wollte ich mal wissen, wie hoch denn das ALG ausfallen würde. Aber jetzt habe ich herausgefunden, dass das Arbeitsamt die halbe Stelle, anders als die Krankenversicherung, sehr wohl als versicherungspflichtig einstuft. Und das wirkt sich in sofern aus, als dass diese Einnahmen dann als Berechnungsgrundlage benutzt werden. Also nicht die 2000€ die ich als selbstständige Uni-Absolventin bekommen würde, sondern 60% der Einnahmen der halben Stelle. Eine Katastrophe. Also doch kein Auffangnetz, dass ich auch dringend gebraucht hätte.

Unterdes laufen meine Bewerbungen überhaupt nicht. Die haben mich noch nicht mal eingeladen, obwohl ich mir teilweise viel Mühe gegeben habe.

Der Tritt auf die Waage letztens war auch eine weitere schlechte Nachricht. Ein neuer Höchststand. Ich bin emotional und körperlich total verspannt und Entspannung ist mal überhaupt nicht in Sicht. Ich habe also ständig Kopfschmerzen und Nackenschmerzen. Neuerdings habe ich auch noch einen merkwürdigen Ausschlag an den Schienbeinen.

So langsam weiß ich wirklich nicht mehr weiter. Mir gehen die Ideen aus und das will schon was heißen. Ich weiß auch im Moment nicht, wie ich noch positiv denken soll, aber wenn man das nicht tut, passiert auch nichts positives. Nach jedem Blick aufs Konto und nach jeder neuen Rechnung weiß ich immer weniger was ich eigentlich noch machen soll.

Die Antwort vom Pferdeflüsterer ist meist: „Das habe ich mir schon gedacht!" Auf die Ablehnung des Kredites, auf Aussage vom Arbeitsamt und auf die Absagen auf die Bewerbungen. Na das ist ja super. Danke. Tolle Hilfe. So naiv bin ich doch auch nicht, dass mein Leid auf der Hand liegt, oder? Dass es scheinbar für jeden da draußen zu erkennen ist, dass mir nicht zu helfen ist. Warum ist er denn überhaupt mit mir zusammen, wenn er nicht glaubt, dass ich es schaffen kann? Dass ich einen Job finden kann? „Das hab ich mir schon gedacht!" Super. Wenn er so schlau ist, dann soll er mal mit einem vernünftigen Vorschlag rüber kommen.

Aber nein... der erste vernünftige Vorschlag kam von Nitida und meiner Ma.

Meine Ma meinte, dass ich doch mal jemanden fragen könnte, der mit bei der Bewerbung helfen könnte. Stimmt. Könnte ich. Eine Bewerbung ist auch nur ne Marketingaktion. Und darin bin ich eigentlich super. Es ist doch bloß eine Frage der Vermarktung. Und wenn ich einen klareren Kopf hätte, würde mir dazu sicher auch was einfallen. Aber da ich den nicht habe, ist Hilfe vielleicht ne gute Idee.

Nitida kennt jemanden, der gerade eine 400€-Hilfskraft braucht. Auch Geld, dass ich dringend brauchen könnte.

Ich bin panisch. Ich habe Angst. Ich will nicht auf der Straße landen. Und ich will nicht mehr am Existenzminimum leben. Schließlich habe ich deswegen nicht studiert. Aber diese Situation macht mich so ohnmächtig und handlungsunfähig.

Und im Grunde ist es gar nicht wirklich schlimm. Ich kriege ja jeden Monat noch Geld. Ich kann noch meine Miete bezahlen. Und es muss doch da draußen irgendjemand geben, der mich haben will.

Und ein guter Job würde alle Probleme lösen.

Aber wo bitte kriege ich gerade einen klaren Kopf her?

23.09.2010 um 13:47 Uhr

Bericht aus dem Urlaub Teil 2

von: VomFeuerkind   Kategorie: Geschichten vom weltbesten Freund   Stichwörter: Berlinurlaub

Stimmung: entspannt

Nachtrag 1:
Am Mittwoch sind wir noch extra einmal quer durch Berlin gefahren um den angeblich ultimativen Curry-Wurst-Laden zu besuchen. Aber ehrlich gesagt hat uns die Curry-Wurst nicht so richtig überzeugt. Irgendwie hat der Ketchup komisch geschmeckt.

Nachtrag 2:
Donnerstag wollten wir eigentlich ins Neue Museum. Schließlich hatten wir die Museumsinsel ins Touri-Ticket eingeschlossen. Aber was wir nicht wussten, dass man ab 16h sowieso freien Eintritt hat. Und es war kurz nach 16h als wir es uns überlegt hatten. Aber was den entscheidenden Auslöser gegeben hat, dass wir an dem Tag das Museum ausgelassen haben, war die Tatsache, dass wir trotzdem einmal ums Gebäude rumlaufen sollten um eine Eintrittskarte zu bekommen. Natürlich haben wir das erst erfahren, nachdem wir schon mehrere Minuten angestanden hatten. Hallo??? Freier Eintritt??? Das war uns zu blöd und deswegen sind wir überhaupt erst zur Eastside Galerie gegangen.

Und noch etwas. Als wir danach in Kreuzberg rumgelaufen sind, haben wir den ultimativ tollen Inder entdeckt. Gut... eigentlich war es eher ein Pakistani. Aber das Essen war super und vor allem super günstig.

Freitag:
Freitag haben wir es nun endlich ins Neue Museum geschafft. Schon komisch, dass es „Neues" Museum heißt, wenn doch da Exponate von den Ägyptern stehen. Da war ich schon den ganzen Urlaub scharf drauf. Endlich würde ich mal vor einem echten Sagropharg stehen und der Nofretete ins Antlitz schauen. Die ersten zwei Stockwerke war es auch noch total super. Gut... mal abgesehen davon, dass der Pferdeflüsterer gefühlt jedes Schild lesen und gefühlt jedes Ausstellungsstück fotografieren musste. Dann setzte die Reizüberflutung ein. Mein Gott, das Ding ist riesig....

Die ersten zwei Stockwerke waren auch deswegen nett, weil mich da keiner angemault hat, dass ich aus einer Plastikwasserflasche mit Schraubverschluss getrunken habe. Ehrlich mal.. Es ist super warm darin gewesen, die Luft war super drückend und sie haben sehr mit Stühlen gespart (nix für Fußlahme), da kann man doch nicht erwarten, dass man auch noch verdurstet, oder? Außerdem haben sie einem nie gesagt, dass man keine Getränke mit reinnehmen soll... Und so trafen wir die nächsten unfreundlichen Berliner.

Es hat lange gedauert, bis wir mit dem Museum fertig waren. Und wir waren beide super fertig. Eigentlich wollten wir uns noch ein Museum ansehen, aber wir waren beide nicht mehr Aufnahmebereit. Festplattenspeicher voll. Aber ins Hotel wollten wir auch nicht zurück. Also sind wir zum Potsdammer Platz und haben den schnellsten Fahrstuhl der Welt genommen und sind in 20s 100m nach oben gefahren. Oben im Café gab es super leckeren Kuchen und tatsächlich mal wieder freundliche Leute. Und so genossen wir den Sonnenuntergang mit Blick auf Berlin und beobachteten, wie die Lichter langsam überall angeschaltet wurden. Toll...

Den Abend gingen wir doch zeitig ins Hotel zurück, aber nicht ohne uns beim Chinaladen um die Ecke mit Nudeln einzudecken (ehrlich mal... die gibt es da irgendwie häufiger, als Curry-Wurst-Läden). Mir ging es auch nicht so toll. Die typischen 4-Wochen-Bauchschmerzen hatten eingesetzt.

Samstag:
An diesem Tag schafften wir es tatsächlich zeitig (damit meine ich vor 12h) aufzustehen. Unser erster Besuch galt dem Gruselkabinett. Klar... mussten wir so was mittags machen... Aber es war total super. Die Ausstellung ist in einem alten Bunker und im Keller gibt es noch eine Zusammenstellung von Zeitzeugenberichten aus dem zweiten Weltkrieg. Die hat mich schon das erste Mal geschafft. Ich bin was so was angeht immer sehr dünnhäutig. Besonders der Bericht von der armen Frau die damals noch ein Kind gewesen ist und stunden- vielleicht sogar tagelang dort festgesessen hatte... Furchtbar. Mir stiegen die Tränen in die Augen. Das Problem war, dass es überall solche Berichte gab. Ich war fertig und ich wollte da raus. Und natürlich las der Pferdeflüsterer wieder jeden Beitrag. Aber irgendwann schnallte auch er, dass mit mir etwas nicht stimmte.

Tja.. also leicht angeschlagen ging es in die wirkliche Gruselausstellung. Nein... kein Problem... Ist ja alles nur Fiktion. Und es war so richtig heftig. Es war super dunkel und ständig sprang irgendwo aus einer dunklen Ecke jemand raus und sagte „Buhhhh!" oder fuchtelte mit den Armen im Gesicht herum...

Das muss ein toller Ort für ein erstes Date sein! Da wird der erste Schritt für ne körperliche Berührung leicht gemacht. Ich klammerte mich permanent an den Pferdeflüsterer und dabei rettete er mich überhaupt nicht. Was für ein Held...! Nö! Der machte auch jedes Mal einen Satz. Eigentlich hätte man es ja irgendwie gecheckt haben müssen, dass so was ständig passierte, aber die Jungs waren super geschickt. Sie schafften es immer wieder. Am Ende war mein Adrenalin astronomisch und ich zweifelte daran, dass ich noch unbeschadet aus diesem Laden rauskommen sollte und nicht einfach einen Herzinfarkt erleiden sollte.

Ich brauchte ne Tasse Kakao und eine halbe Stunde im Park um wieder runterzukommen. Trotzdem ließ mich jedes Geräusch und jede schnelle Bewegung noch Tage später zusammenzucken. Ich glaube der Laden ist sein Geld wert. Aber vielleicht lag es auch nur an den Kriegsgeschichten, dass ich so anfällig war. Egal... wir hatten unseren Spaß.

Dort in der Nähe ist das Technische Museum und das wollte der Pferdeflüsterer unbedingt ansehen. Ich war skeptisch. Wenn er dort auch jedes Schild liest, kriege ich die Krise. Außerdem dachte ich, dass es vermutlich stinklangweilig sein würde. Besonders als ich den Übersichtsplan sah, fühlte ich mich bestätigt und dachte, es wäre ein zweites neues Museum (was doch irgendwie laaaaaaang war)...

Aber das Museum ist total super. Man erfährt, was die Leute ohne Technik gemacht haben und wie sie immer mehr in unserem Leben Einzug gehalten hat. Es ist spannend aufgemacht und überall gibt es etwas zum anfassen oder ausprobieren. Ein wirkliches Museum, wo auch Kinder, wie ich, Spaß haben können. Im Grunde hätten wir uns noch Stunden dort aufhalten können.

Leider war die Oldtimerausstellung geschlossen und dabei hat der Pferdeflüsterer doch eine Schwäche für alte Autos...

Anschließend sind wir wieder zu dem Schokoladengeschäft von Mittwoch zurück gegangen. Meine Mutter hatte vor einigen Tagen Geburtstag und ich wollte ihr noch etwas mitbringen. Und was ist persönlicher, als eine eigens für sie zusammengestellte Pralinenpackung? Besonders, wo doch alle Pralinen, die wir bis dato probiert hatten, so unglaublich lecker waren. Allerdings war es nicht leicht aus der riesigen Auswahl 24 Pralinen auszuwählen. Ich muss sie mal fragen, ob ich richtig gelegen hab.

Nachdem die Pralinenpackung voll war und wir bezahlt hatten, wollten wir noch ein Café, das unser Reiseführer als Geheimtipp vermerkt hatte. Es sollte dort bis 22h Uhr 15 verschiedene Müslisorten geben. Naja.. so ganz recht hatte das Buch nicht. Der Laden schloss um 19h und Müslis waren im Grunde schon alle. Aber es war trotzdem ein Spaß. Der Laden ist in einem Schwulen-Viertel und die Besitzer ein total süßes männliches Pärchen. Die ganzen Sprüche dort... einfach großartig. Es war so toll, dass wir dort am nächsten Tag vor der Abreise tatsächlich noch zum Frühstücken vorbei fahren wollten.

An diesem Abend hatten wir aber auch tatsächlich noch Programm. Wir hatten uns zu einer Swinger-Paare-Party angemeldet. Hinzufinden war mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht leicht. Besonders nicht, weil der Busfahrer sich nicht durch ausgesprochene Höflichkeit hervortat. Aber im Grunde war der Abend ein Reinfall. Es waren haufenweise versnobte Pärchen da, die meinen Ausschnitt keines Blickes würdigten. (Das kenne ich sonst nie!) Gut... ich habe etwas zugenommen, aber nicht so, dass ich plötzlich unattraktiv wäre. Aber die spindeldürren topgestylten Frauen und auch die machomäßigen Männer machten den Laden zu ihrem persönlichen Laufsteg - und ich fühlte mich dick und häßlich. So habe ich mich seit der letzten Schickimicki-Hause-Party nicht mehr gefühlt. Meine Tage zu haben half wenig und so bekam ich immer schlechtere Laune und der Pferdeflüsterer mit mir.

Der Oberhammer war die Aktion einiger Pärchen, die einfach in unsere sinnliche Massage reinplatzte (unser Versuch in Stimmung zu kommen), 20min lang die totale Unruhe schuf, haufenweise Kondome verschwendete, keine Handtücher auf die Liegefläche tat und dann so schnell verschwand, wie sie gekommen waren. Aber sie hinterließen verschwitzte Matratzen und viele benutzte Kondome, die einfach plötzlich überall lagen. iiiiiiiiihhhhh iih. Benutzte Kondome sind sowieso wiederlich, aber von Fremden...? *yack* *würg* iiihhh!! So was hatten wir vorher noch nirgends erlebt. In keinem Club. Normalerweise achten da alle drauf, so was nicht liegen zu lassen. Normalerweise kommt auch irgendwie erotische Stimmung auf, aber dort irgendwie nicht. Die die da waren hatten nur mit sich alleine Spaß oder mit Leuten, die sie schon kannten. Wir trafen zwar ein nettes Pärchen, aber wirklich erotisch fanden wir es beide nicht, also blieben wir eher für uns.

Hinterher war der Pferdeflüsterer noch schlechter drauf als ich, schließlich hat der ganze Spaß 70 Euronen gekostet. Ok... es waren Essen und Getränke drin. Aber wenn man eben keinen richtigen Spaß hat, ist es eigentlich verschwendet. Vielleicht hätten wir auch nicht schon kaputt von der vielen Lauferei dort aufschlagen sollen. Also ein doofer Abschluss für den Urlaub.

Sonntag:
Sonntag war die Stimmung wieder ok und wir waren ein wenig froh unsere Sachen packen zu können und nach Hause zu fahren. Das Hotelzimmer hinter uns zu lassen, wo man immer aufpassen musste, dass man irgendwann das Zimmer verließ, weil die Putzfrauen sauber machen wollten, das Bad, das irgendwie unpraktisch eingerichtet war und das Bett war nun auch nicht so kuschelig, wie wir es beide gern haben. Vor allem waren wir sehr erschöpft von der vielen Lauferei und den vielen Eindrücken.

Und wir wollten die vielen unfreundlichen Menschen, die wir so getroffen haben, hinter uns lassen. Berlin hat sich nun nicht gerade bei uns durch Herzlichkeit hervorgetan und sie ist nicht zu unserer Lieblingsstadt geworden. Sorry an alle Berlin-Liebhaber, aber vielleicht haben wir uns nur die falschen Ecken angesehen.

Jedenfalls sind wir dann wieder zu dem Schwulen-Café gefahren, um da zu frühstücken. Das war auch wirklich unglaublich lecker und tatsächlich ein toller, witziger und schöner Abschluss für unseren Urlaub. Und endlich setzte auch zwischen uns eine entspannte Stimmung ein, die ich mir schon die ganze Woche gewünscht hätte.

Einen Kaffee/Abendessen-Stopp haben wir bei meinen Eltern zwischengeschoben. Es gab riesige Windbeutel, auf die sich der Pferdeflüsterer schon die ganze Woche gefreut hat. Und ich habe mich darüber gefreut, dass meine Eltern ihn doch so willkommen geheißen haben.

Und so endete der Berlintripp

Die zweite Woche:
Wir hatten beide noch eine Woche Urlaub und die verbrachten wir viel mit chillen, Filme gucken und kuscheln. Es war total schön. Wir beide genossen den Urlaub vom Urlaub.

Im Grunde bin ich nicht böse, dass wir nach Berlin gefahren sind. Im Grunde denke ich auch mit gemischten Gefühlen zurück. Vieles war wirklich cool: die Rikscha-Fahrt, die Führung durch den Bundestag, das Technikmuseum, das Gruselkabinett, der Trip auf das Hochhaus, das Schokoladengeschäft... Aber anderes ist nicht in ganz so guter Erinnerung, wie das Neue Museum (obwohl ich wirklich scharf auf die Ägyptenausstellung war), die Curry-Wurst-Bude und vor allem der Besuch im Swingerclub. Das Hotel werden wir wohl auch nicht wieder buchen, dazu fehlte auch da der Wohlfühlfaktor und die Herzlichkeit. Vielleicht hätten wir es nicht direkt nach einer Dienstreise vom Pferdeflüsterer verreisen sollen. Aber ich hätte nicht gedacht, dass wir uns gute 2 Wochen ununterbrochen ertragen können. Es lief wirklich gut. Aber ich glaube der nächste Urlaub wird eher irgendwas entspannendes am Strand.

 

11.09.2010 um 10:36 Uhr

Zwischenbericht vom Urlaub

von: VomFeuerkind   Kategorie: Geschichten vom weltbesten Freund   Stichwörter: Berlinurlaub

Stimmung: sehr gut

Dienstag:
Wir haben es nun ja doch geschafft einigermaßen rechtzeitig loszukommen. Und wir sind auch mit einigen Unterbrechungen (Essen beim I*kea, Kaffee beim großen M) tatsächlich in Berlin angekommen. Aber wirklich großartig getan haben wir dann Dienstag abend nichts mehr. Ich weiß gar nicht wie man von ein paar Autostunden so erschöpft sein kann...

Mittwoch:
Am Mittwoch haben wir erstmal lange geschlafen und dann im Cafe gefrühstückt. Unser Hotel bietet Frühstück bloß bis 10h. Wer steht denn dann im Urlaub schon auf? Überhaupt ist das Hotel OK. Nicht herausragend aber ok. Das Bad ist ein wenig klein und es liegt in der Nähe vom Flughafen, so dass man je nach Wind nicht mit offenem Fenster schlafen kann. Was man ehrlich gesagt irgendwie muss, weil die Räume hier unglaublich warm sind. Aber das schein ein Berlin-phänomen zu sein.

Um 14h am Mittwoch haben wir dann unser 3 Tage-Touri-Ticket inkl. Museumsinsel für 30 Tacken pro Person gekauft. Achja.. damals waren wir noch ambitioniert. Ich weiß zwar nicht genau wieso... aber irgendwann standen wir dann vor dem Funkturm am Alex und stellten fest, das unser super sonder Touri-Ticket dort keine wirkliche Ermäßigung bot. Wir hätten dann einen Schirm geschenkt bekommen und trotzdem noch 10€ bezahlen müssen. Irgendwie sahen wir das nicht ein.

Aber es standen dort Rikschas rum und der Pferdeflüsterer fand sie so cool, dass wir dann einen schwulen Dirty Dancing Ding nahmen und uns von einem Perser Berlin erklären lassen haben.

Ehrlich gesagt war das auch seine 36€ wert. Es war total witzig, wenn auch ein wenig kalt. Wir fuhren über die Museumsinsel an der alten Gendarmerie, die jetzt ein total cooles Mahnmal ist, an Kirchen und anderen älteren Gebäuden vorbei, zum Checkpoint Charlie und über den Potsdamer Platz zum Brandenburger Tor. Danach waren wir schon wieder so geschafft, dass wir erstmal eine Kaffeepause beim S*tarbucks machen mussten. Außerdem mussten wir uns überleben, was wir nun als nächstes tun wollten.

Wir beschlossen Faßbender und Rausch zu besuchen. Ein tolles Schokoladengeschäft! Ein riesiges Brandenburger Tor aus Schokolade, die Titanik...und eine riesige Pralinenfläche... Wir mussten einfach eine Pralinenpackung uns selbst zusammenstellen. Und die sind auch noch alle so unglaublich lecker...

Abends haben wir dann die Oranienburgerstr. unsicher gemacht. Erst noch kurz die Künstler in den Hinterhöfen besucht (das war irgendwie schon ein Erlebnis, besonders weil es schon dunkel war) und danach einen Cocktail getrunken. Obwohl es noch früh war, beschlossen wir ins Hotel zu fahren. Wir waren doch ziemlich geschafft.

Donnerstag:
Wir haben wieder lange geschlafen. Als nächstes folgte die Führung durch den Reichstag. Das war wie erwartet ziemlich toll. Ich hatte ja einen Insider, der uns überall durch die Katakomben und die Tagungsräume führte. Überall dorthin, wo unsere Regierung sich die Meinung bildet. Es ist schon wirklich beeindruckend und vor allem ziemlich verschwenderisch umbaute Fläche genutzt. Aber in der Kuppel lang zu laufen und von oben runterzugucken war wirklich klasse.

Nach den zwei Stunden waren wir schon wieder fertig und sind dann erstmal einen Kaffee im Einstein trinken gewesen. Wow war die Schokolade lecker. Und der Kuchen erst. Das war wirklich alles den überteuerten Preis wert - für Wiener Qualität.

Später sind wir die Eastside Galerie entlanggelaufen. Das ist schon toll. Viele Kilometer an einer von Künstlern aus aller Welt bemalten Mauer entlang, die alle irgendwie das Thema Frieden und Freiheit aufgegriffen haben.

Dann noch ne Kleinigkeit in Kreuzberg essen und wieder total geschafft ins Hotel zurück.

(die anderen Tage folgen...)

07.09.2010 um 10:29 Uhr

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Pferdeflüsterer

Stimmung: Aufbruch

So... heute geht es los. Wir fahren in unseren ersten gemeinsamen Urlaub. Der Pferdeflüsterer war gestern schon die ganze Zeit unglaublich kribbelig. Und heute morgen schießt er den Vogel ab. Er ist unzufrieden mit seinem Schrankinhalt und kommt mit dem packen nicht hinterher. Natürlich musste das erst heute passieren. Und natürlich fällt ihm heute auf, dass er nicht genügend Hemden für Herbst hat oder dass er sie nicht findet. Haare schneiden musste er heute morgen auch noch.

Dabei erzählt er immer von der Arbeit, dass er da Arbeitsabläufe gern effizient gestaltet. Zu Hause klappt es alles nicht so richtig. Tja... und jetzt gerade wird alles immer schlimmer, weil wir bis um 11h beim Frühstück sein müssen, sonst kriegen wir nichts mehr... So ist das eben auf dem Dorf. Dabei wollte ich um 11h am liebsten schon auf der Autobahn sein. Schließlich können wir unser Zimmer ab 14h beziehen und hätten dann noch den ganzen Nachmittag in Berlin. Jetzt wird es wohl nur noch Kuchen oder Abend essen werden.

Aber ich liebe ihn trotzdem und es geht jetzt auch endlich gleich los. Aber er ist wirklich kribbelig. Und dann geht es nach BERLIN... Ich freu mich schon wie doof.

Besonders cool ist, dass wir Donnerstag eine private Führung durch den Reichstag bekommen - einem Ex-Kommulitonen, der für einen Abgeordneten arbeitet, sei Dank. Er nimmt sich extra 1,5h Stunden Zeit um sich um uns Wähler zu kümmern. Wobei wir beide nun nicht seine Partei wählen... aber das behalte ich den Tag für micht.

So... jetzt ist es endlich so weit... Bis später...