Das Leben der jungen J

17.11.2010 um 11:02 Uhr

Kampflustig

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: HalbeStelle

Stimmung: stinksauer

Was soll das eigentlich? Angeblich kann es sich meine Firma nicht leisten, mich Vollzeit einzustellen, aber dann stellen sie eine Studentin ein, die auch mich unterstützen soll. Gut, dachte ich damals, Studentinnen sind eben billiger. Aber von Unterstützung habe ich bisher noch nicht viel gemerkt. Sie nimmt nur Aufträge von den Chefs entgegen. Meine Anweisungen nimmt sie nicht ernst. Sagt, sie macht es, aber wenn dann der Chef mit etwas kommt, weist sie ihn nicht darauf hin, dass sie jemand anderem schon etwas zugesagt hat. Und sie hat es mir nicht mal rechtzeitig mitgeteilt, dass sie es nun doch nicht schafft. Nur auf Nachfragen. Aber ich hatte mich darauf verlassen und stand deswegen blöd da, als es auf der letzten Messe keinen Flyer gab.

Versteht mich bitte nicht falsch. Menschlich ist sie einfach total toll. Sie ist super nett und man kann auch toll mit ihr quatschen. Aber nur über einen selbst, weil sie nämlich nichts preisgibt. Sie fragt alle aus und hat deswegen natürlich immer alle die Infos, hinter denen ich schon seit Monaten hinterher renne. Und so ist das auf der Arbeit auch. Sie ist meiner Meinung nach nicht teamfähig. Sie nimmt die Infos von allen anderen, aber wenn es darum geht mal Infos zu teilen oder mal zusammen zu arbeiten, wird sie ganz komisch. Als wollte man ihr etwas wegnehmen.

Ich weiß sowieso nicht genau, was sie macht. Ich glaube sie schreibt Texte. Das soll sie bitte auch weiter machen. Da kann ich eh nicht so drauf. Aber wenn sie anfängt mir in meinen Arbeitsbereich zu fummeln, dann werde ich zur Furie. Das ist nämlich jetzt passiert. Ich hatte den Auftrag die Vermarktungsmöglichkeiten unseres Produktes zu evaluieren. Ganz klar mein Bereich. Und dazu gehört auch eine Recherche über potentielle Kunden und deren Ansprechpartner. Und dann sitzt sie letzte Woche im Teammeeting und sagt, dass sie gerade für einen Chef eine Recherche über konkrete Ansprechpartner macht.

Mir ist fast alles aus dem Gesicht gefallen. Wieso tun die so was? Wieso vergeben sie Aufträge doppelt? Und wieso sagen sie es einem nicht? Wieso muss man es zufällig herausfinden? Natürlich hat sie ein wenig gelacht und wir haben beide so getan, als würden wir es witzig finden. Die Chefs waren leider nicht da, um das aufzuklären. Aber als ich dann versucht habe, die Sache zu retten und mit ihr abzustimmen, wer nun was macht und wer welche Dinge übernimmt, war sie wieder komisch und hat keine Infos rausgerückt. Sie hätte ja den Auftrag vom Chef. Uuuhuuhuu

Dabei geht das nicht so einfach. Ansprechpartner herauszufinden ist nicht leicht. Man muss meist anrufen, sonst funktioniert es nicht. Dazu muss man sich schon ne Geschichte zurechtgelegt haben, weil man schließlich den ersten Eindruck vom Unternehmen hinterlässt. Man muss Infos griffbereit haben, um sie sofort und gleich losschicken zu können. Und am besten auch den Terminkalender vom Chef, weil man dann schon gleich einen konkreten Termin machen könnte. Das geht nicht nur durch Recherche im Internet. Und auf den Rest ist sie im Grunde überhaupt nicht vorbereitet. Sie kommt gerade von der Uni.

Aber das dickste kommt ja noch. Letztens bei der Vorbereitung der Weihnachtsfeier, habe ich mal laut durchgerechnet, wer nun alles dabei ist. „2 Chefs, 3 Entwickler, 2 Studenten..." „Wieso zwei?" kam vom Chef. „Die eine ist doch nun auch schon Mitarbeiterin." Achja? Mh... eigentlich hätte ich gedacht, dass sie einem das sagen. So nach dem Motto: „Wir freuen uns, unsere neue Mitarbeiterin begrüßen zu dürfen." Schließlich ändert es etwas in der Wahrnehmung. Und es wäre nett gewesen. Einfach nur so.

Ich bin jetzt auf 180. Mir erzählen sie, dass sie es sich nicht leisten können, mich Vollzeit einzustellen und dann geben sie 17h an SIE weiter? Das ist meine zweite Hälfte. Ich habe denen schon sooo oft gesagt, dass ich mit mehr Stunden auch mehr erreichen könnte. Dann bräuchte ich keine Unterstützung, weil ich dann die Zeit hätte, ihre Texte auch mit zu machen. Außerdem unterstützt sie mich doch gar nicht. Ich glaub es ja nicht... Das ist doch nun wirklich unglaublich.

Und ich kann nichts dagegen tun. Leider wackelt mein Stuhl hier ein wenig, weil ich mich im letzten Jahr nicht genug angestrengt habe. Ich habe mich hier ein wenig gehen lassen. Habe nicht ganz die Leistung gebracht, für die ich angestellt war. Wobei ich nun im letzten halben Jahr meine Position (trotz Studentin) entscheidend verbessern konnte. So sehr, dass sie mir in Aussicht gestellt haben, wenn ich noch Aufgaben in Projekten finde, die ich mit übernehmen könnte, eine Vollzeit-Stelle drin wäre.

Aber wenn ich jetzt anfange zu meckern, bin ich gleich raus. Und das wo ich gerade beschlossen habe, dass ich hier doch gern weiter arbeiten würde. Ich kann nur weiterhin versuchen meine Position zu verbessern. Aber wenn sie in meinem Arbeitsbereich rumfuchtelt... weiß ich nicht, wie ich damit umgehen soll.

Ich könnte natürlich wieder meine Ellbogen rauskramen. Ich habe zwei Jahre mit der totalen Ziege gearbeitet, die mich immer absägen wollte, es aber nicht geschafft hat. Ich WEISS was Ellbogen sind! Da hat dieser junge Hüpfer keine Chance. Aber wenn die Chefs nicht aufpassen, entsteht eine Konkurrenzsituation zwischen Frauen und das endet immer böse. Vor allem weil sie sicher auch scharf auf meinen Anteil der Stelle ist.  

Also doch weiterhin Bewerbungen schreiben. Allerdings, finde ich im Moment so gar keine Zeit dafür. Mist.

Aber vielleicht kann ich es doch ganz vorsichtig mal ansprechen. Bloß wie? Jedenfalls darf ich nicht mit einem Vorwurf starten. Vielleicht eher mit einem "Könnt ihr mir mal beschreiben, was sie bei uns tut?" Am besten ich frage Nitida, die weiß bestimmt Rat.

15.11.2010 um 15:40 Uhr

Völlig ratlos!

von: VomFeuerkind   Kategorie: Das Schwiegermonster   Stichwörter: Mutter, Pferdeflüsterer, Vater

Stimmung: geknickt

Ich weiß echt nicht mehr weiter. Die Sache mit meiner Mutter wird immer schlimmer. Ich habe das Gefühl, wir streiten nur noch. Und immer wieder fängt sie wieder neu an. Ich komme überhaupt nicht mehr zu ihr durch und mir gehen langsam die Ideen aus, was ich sonst noch tun könnte.

Diesmal fing alles damit an, dass sie mir am Dienstag eröffnet hat, dass der Pferdeflüsterer am Sonntag bei dem Besuch nicht mehr so verliebt wäre, wie am Anfang und das wäre ja nicht gut, schließlich sind wir erst ein halbes Jahr zusammen. Das hat mich schockiert und verletzt. Aber weil ich eben das Feuerkind bin und solche Sachen IMMER auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfe, habe ich tatsächlich drüber nachgedacht. Ich weiß, dass das schon schlimm genug ist, aber ich kann einfach nicht anders. Und ja, wir waren den Tag beide nicht wirklich verliebt.

Den Dienstag zuvor hatten wir unseren ersten Streit. Der war zwar nicht hitzig, aber unglaublich emotional. Er hat tiefe Wunden geschlagen. Ich hatte den Pferdeflüsterer mit meiner Kritik sehr verletzt, aber statt dagegen zu halten, hat er sich dann völlig zurückgezogen, ist mir ausgewichen und ist sogar nicht mehr ans Telefon gegangen. Gut, wir haben dann doch noch wieder zueinander gefunden. Aber weil wir beide darüber nachgedacht hatten, ob das Ganze so überhaupt einen Sinn macht, waren wir beide deswegen noch emotional angeschlagen. Der stressige Samstag und die Familienfeier am Sonntag haben dann nicht unbedingt zur Entspannung beigetragen. Und als wir dann bei meinen Eltern saßen, war der Pferdeflüsterer so dünnhäutig, dass wir kurz rausgegangen sind, um es zu klären. Ich finde es auch wirklich total Ok. ein Problem außerhalb des Raums zu klären. Meine Mutter nicht. („Wenn ihr schon rausgehen müsst...")

Aber nach reiflicher Überlegung kam ich zu dem Schluss, dass es nur eine Momentaufnahme war, dass unsere Gefühle immer noch so stark sind wie am Anfang und dass es gerade am Anfang völlig Ok. ist, wenn man mal eine Phase hat, die haben andere Paare auch. Meine Mutter hat sich sogar mehrfach von meinem Vater getrennt, bevor sie ewig zusammengeblieben sind. Und jetzt ist ja auch alles wieder in Ordnung, schließlich haben wir uns beide bewusst dafür entschieden, dass eben doch Sinn macht.

Jedenfalls bekam ich am Donnerstag eine sms, wann ich wieder mal Zeit für ein ungestörtes Mutter-Tocher Gespräch hätte. Ich war gerade fix und fertig von der Arbeit und bei einer Freundin, also meinte ich, Samstag oder Sonntag Nachmittag wenn der Pferdeflüsterer arbeitet. Weil sie da keine Zeit hatte und deswegen schon wieder eingeschnappt war ("Nie hast du für mich Zeit!") und es irgendwie dringend wirkte, schlug ich vor, sie Freitag vom Pferdeflüsterer aus anzurufen. „Wenn du dann frei reden kannst? Ich habe immer das Gefühl, das geht nicht, wenn er da ist." kam von ihr.

Sowas ärgert mich einfach. Ich mag eben nicht telefonieren, wenn er da ist. Jedenfalls nicht länger. Aber da ist es mir egal, wer da ist, ich mag das einfach nicht. Das sagte ich ihr auch. Und dann kam: „Wie krank ist das denn? Bei deinem Vater ging das immer" Damit war ich auf 180. Was fällt der eigentlich ein? Mein Freund ist eben nicht ihr Mann. Und natürlich ist es zwischen uns anders. Aber am besten wäre es gewesen, die Klappe zu halten, aber statt dessen hielt ich dagegen, dass es eben meine Beziehung ist und ich Dinge so handhaben kann, wie ich sie für richtig finde. Dann meinte sie nur „viel Glück." Mit einem sarkastischen Unterton.

Damit war das Gespräch beendet, aber weil ich einfach zu nett bin, rief ich Freitag abend doch noch an. Der Pferdeflüsterer verzog sich netterweise. Das Gespräch begann damit:

Sie: „Ach du bist es, ich hatte schon gar nicht mehr mit deinem Anruf gerechnet!"
Ich: „Ich dachte, du hast ein Problem, über das du mit mir reden willst!"
Sie: „Ja das hatte ich gestern, aber nach den sms gestern hab ich vergessen was ich wollte."
Ich: „Weißt du, wenn du streiten willst, kann ich auch wieder auflegen. Ich fand deine sms auch nicht gerade nett."
Sie: „ NIE hast du Zeit für mich. Ich interessiere dich gar nicht mehr. Was hab ich denn geschrieben, was dich so aufgeregt hat?"
Ich: „Na, dass du das krank findest, dass ich nicht telefonieren kann, wenn der Pferdeflüsterer dabei ist."
Sie: „Das ist doch mein gutes Recht, Beobachtungen wiederzugeben."
Ich: „Aber das ist meine Beziehung. Du kannst sie doch nicht einfach krank finden."
Sie: „ Ich habe das Gefühl du hast dich völlig verändert. Du hast überhaupt kein Eigenleben mehr, dich interessiert deine Familie nicht mehr, du verleugnest deine Werte und ich habe das Gefühl, ich bin für dich nicht mehr wie eine Mutter!"
Ich: „Nur weil ich nicht mehr in die Kirche gehe, habe ich keine Werte mehr? Wie kommst du nur auf so was? Außerdem hatte ich noch nie eine Beziehung zu meiner Familie. Und die auch nicht zu mir. Wann melden die sich denn bei mir? Das geht doch nicht nur in eine Richtung. Warum bin ich denn da wieder daran schuld. Und ich habe sehr wohl ein Eigenleben."...

Und so ging es weiter. Sie sagte etwas, ich antwortete. Es wurde lauter und verletzender, als ob das oben nicht schon gereicht hätte. Es endete damit, dass sie mir noch an den Kopf warf, dass ich mir meinen Pferdeflüsterer GENAU ansehen sollte. Und es klang wie eine Drohung. Es würde ja nicht angehen, dass wir nach einem halben Jahr schon wegen unserer Probleme aus dem Zimmer gehen müssten. Außerdem wäre er daran schuld, dass ich keine Zeit mehr für meine Familie habe. Ich hätte mich ja soo verändert und sie würde mich gar nicht mehr wieder erkennen. Außerdem wäre meine Argumentation krank und ich müsste sie mal mit einem Therapeuten durchsprechen. Dass ich einfach nur ihre Argumente genommen habe und sie gegen sie umgedreht habe, kapierte sie nicht. Sie fand es einfach nur anmaßend, als ich die Sprache auf ihre Therapie, auf ihren nicht vorhandenen Freundeskreis und auf ihre nicht ganz so perfekte Beziehung brachte. Und als ich es wagte ihr an den Kopf zu werfen, dass sie doch auch Mitschuld an unserem Kontakt ist, kam nur ein „Du hast recht, du hast recht, du hast recht!" und dann legte sie auf.

Ich war total buff und den Tränen nahe. Wie konnte sie nur so gemeine und vor allem so unwahre Sachen sagen? Das waren doch alles Dinge ohne Bestand. Wenn man da nur ein wenig dran kratzte, merkte man, dass da nichts dahinter stand. Aber sie waren gemein. Und sie verletzten mich. Ich war froh, dass der Pferdeflüsterer mich in den Arm nahm und mich tröstete.

Das hat sie immer schon gemacht. Sie hat immer versucht unter die Gürtellinie zu schlagen, wenn sie sauer war. Sie hat auch immer schon sehr merkwürdige Argumentationen verwendet. Und es ist nie das gleiche, wenn sie etwas sagt und wenn es jemand anderes genauso sagt.

Ihr Lieblingsspruch ist: „Ich muss mich doch nicht ändern, nur damit es dir gut geht!" Der kommt immer, wenn ich finde, dass sie einen Anteil hat oder ihr Verhalten total daneben ist. An diesem Spruch ist sicher auch ein kleiner wahrer Teil dran. Wenn man sich den anderen zu Liebe anpasst und sich selbst aufgibt, ist das sicher nicht gut. Aber bei ihr ist das Ergebnis, dass keine Kompromisse mehr möglich sind, dass sie sich nicht mehr auf den anderen einlassen kann und dann kann das doch nicht richtig sein?

Irgendwann, als mir das alles zu anstrengend wurde und mir die Ideen ausgingen, wie ich ihr noch entgegen treten könnte, habe ich angefangen diese und andere Sprüche einfach umzudrehen. Ich muss mich schließlich auch nicht ändern, damit es ihr gut geht. Wenn sie über meine Beziehung herzieht, mach ich das mit ihrer auch. Wenn sie es anmaßend findet, wie ich über ihre Beziehung rede, dann finde ich das auch und fordere für mich die gleiche Akzeptanz ein.

Das ist tatsächlich nicht anstrengend. Man muss es nur durchhalten. Dann ist sie irgendwann richtig sauer und legt auf. Aber leider leider kapiert sie nicht, dass es ihre Art nur gespiegelt ist. Leider macht es das nur schlimmer, weil sie immer wütender wird und immer schneller auf 180 ist.

Aber ich weiß nicht mehr weiter. Ich will mich mit ihr nicht mehr streiten. Schon gar nicht, weil es mir für meinen Vater leid tut, der das immer irgendwie ausbaden muss. Und mit dem habe ich am Sonntag telefoniert und er hat mir gesagt ich muss mich wieder mit ihr vertragen, sonst endet es damit, dass wir völlig den Kontakt verlieren. Also gab ich der Sache noch eine Chance und rief wieder besseren Gewissens an. Aber sie sagte erstmal gar nichts und dann legte sie nach zwei Worten von mir wieder auf. Vermutlich, weil keine Entschuldigung dabei war. Aber das wollte ich auch gar nicht. 

Ich glaube sie ist so, weil sie gerne das 12-jährige Feuerkind wiederhaben will. Das kleine Mädchen, dass nirgends beliebt war und immer zu Mama gerannt ist, wenn es irgendwo Probleme hatte. Dass davon abhängig war, dass Mama da ist und sich kümmert und Essen und Ausbildung finanziert. Aber das bin ich nicht mehr. Ich bin nun eine erwachsene Frau.

Ich habe aufgehört sie um wie-soll-ich-in-dieser-Situation-bloß-reagieren-Ratschläge zu bitten, weil ich gemerkt habe, dass ihre Tipps immer alles nur schlimmer gemacht haben. Das sie ihre sozialen Kompetenzen quasi überhaupt nicht ausgeprägt ist und es keinen Sinn macht, ihr Verhalten zu adaptieren. Also habe ich Freunde, mit denen ich meine Probleme durchspreche. Ich kann mich auch selbst versorgen. Ich bin auf dem Weg eine eigene Familie zu gründen und im Grunde muss sie langsam lernen loszulassen.

Klar habe ich mich verändert. Klar bin ich nicht mehr das kleine Mädchen von damals. Klar brauche ich sie nicht mehr als Mutter. Und ich kann nicht zurück, selbst wenn ich wollte. Es wäre sooo schön, wenn sie es akzeptieren würde. Wenn sie mir nicht auf der einen Seite einen Freund wünschen würde, ihn aber dann wieder verfluchen, weil er scheinbar meine gesamte Aufmerksamkeit von ihr abzieht. Ich wünschte, sie würde endlich akzeptieren, dass ich mich dagegen entschieden habe, ihre Religion zu leben, weil mein Bauchgefühl eben nicht mehr eins zu eins mit dem Christlichen Glauben übereinstimmt und nicht weil sie bei der Vermittlung des  Werteverständnis irgendetwas falsch gemacht hat. Ich wünschte, sie würde einfach akzeptieren, dass ich zwar anders bin, aber dennoch immer noch toll. Ich wünschte, sie würde nicht immer meine Art zu leben und zu lieben verurteilen, weil sie ein anderes Verständnis hat. Sie will das doch auch alles nicht. Ich wünschte, sie würde mich so behandeln, wie sie auch behandelt werden will. Ich wünschte, sie würde endlich kapieren, dass sie mit dieser Art einen noch größeren Keil zwischen uns drängt.

Samstag abend habe ich sie sogar regelrecht gehasst. Ich war völlig fertig und beim Sex mit dem Pferdeflüsterer hatte ich die ganze Zeit dieses Mantra im Ohr: „Guck ihn dir GENAU an!" „Guck ihn dir GENAU an!" Und ich fand es unmöglich, dass sie nun auch noch irgendwie den Weg in unser Sexleben gefunden hat. Auch dann liefen mir die Tränen die Wange runter.

Ich würde ja gern auch weiter mit ihr in Kontakt bleiben. Ich mag sie schließlich noch - irgendwie. Aber so wie es im Moment läuft... kann ich das nicht mehr. Und ich habe keine Idee mehr. Und sooo kann ich es einfach nicht mehr. Und je öfter wir streiten, desto egaler ist es mir, dass es jemals wieder in Gang kommt. Ich würde das ja gern wieder irgendwie kitten, auch schon wegen meinem Vater, aber ich weiß einfach nicht mehr wie. Ich resigniere. 

12.11.2010 um 23:07 Uhr

Happy Happy Birthday

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Bloggeburtstag

Heute vor einem Jahr habe ich hier, in diesem Blog, den ersten Eintrag verfasst. Der Anlass damals war ziemlich traurig. Ich hatte mich mit AWL (Auf einer WellenLänge) locker verabredet, aber sein Sohn hatte plötzlich heftige Probleme, so dass das Treffen nie stattfand.

Wenn ich zurückblicke, ist viel passiert in dem letzten Jahr. Ich habe die Sache mit AWL hinter mir gelassen, genauso wie die kurze Liaison mit Legolas, bis ich dann im April den Pferdeflüsterer kennenlernte, mit dem ich bis heute glücklich bin.

Ihr habt mich durch viele Emotionen, Gedanken und Erlebnisse begleitet und mir oft durch Eure tollen Kommentare sehr oft wirklich weiter geholfen.

Ich glaube in diesem Jahr ist etwas entstanden, was ich damals nie für möglich gehalten hatte: Ich bin auf Platz 39 der beliebtesten Blogs, dass heißt ich bin bei 73 Bloggern auf der Favoritenliste. Ich habe mittlerweile 170 Einträge geschrieben und ihr habt 1445 Kommentare verfasst. Mittlerweile waren es sogar fast 10.000 Besucher. Und dieser Blog ist viermal von einem Blog-award gekrönt worden.  

Ich danke Euch allen für diese Treue und freue mich so, dass mir ein wenig nach feiern ist. Ich schmeiß also Sekt und Bier und ein paar Knabberein. Bedient Euch.

*mit Sekt anstößt*

10.11.2010 um 15:03 Uhr

Woran ich merke, dass Herbst ist.

Natürlich kann man den Herbst auch sehen, die Blätter werden bunt und fallen runter. Das ist auch irgendwie nett. Aber ich habe da meinen eigenen Maßstab.

Woran ich merke, dass Herbst ist:

  • Morgens, wenn ich aufstehen will, ist es entweder dunkel oder es regnet oder beides.
  • Ich kann noch schwerer aufstehen als sonst.
  • Ich könnte den ganzen Tag schlafend im Bett verbringen.
  • Mein Antrieb und meine Motivation sinken auf null oder auf einen negativen Wert. Ich hab also zu gar nichts Bock, noch nicht mal auf S*ex.
  • Das Wetter schlägt mir auf meine Stimmung und ich bin nachdenklich bis deprimiert.
  • Mein Bedarf an Süßigkeiten steigt.
  • Ich möchte am liebsten nur noch auf dem Sofa sitzen und nicht rausgehen, auch nicht, um Leute zu treffen.
  • Ich brauche unglaublich viel Zeit für mich.
  • Ich verbringe am liebsten jede Minute in der Sauna oder bei anderen Dingen die entspannen.
  • Meine Kreativität lässt sehr zu wünschen übrig.
  • Ich bin leichter gereizt als sonst.

Aber glücklicherweise geht der Herbst auch wieder vorbei und dann ist irgendwann ein neues Jahr und ein neues Glück fängt wieder an.

09.11.2010 um 15:45 Uhr

Der 60.Geburtstag

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Bio, Papa, Pferdeflüsterer

Stimmung: War ok

Eigentlich gibt es über den Geburtstag vom Bio-Papa gar nicht viel zu berichten. Naja.. jedenfalls nichts schlechtes. Er lief erstaunlich gut.

Als wir Sonntag morgen losfahren wollten, ging noch mal die Diskussion los, welches Auto wir nehmen. Eigentlich hatte ich mich schon sehr auf meins eingestellt, aber da waren nun die Sommerreifen drin und die waren aus meiner Sicht nicht richtig verkehrssicher verzurrt und so murrte ich ein wenig und wir nahmen nun doch seins. (Wir kamen auch an... was ja nun nicht immer der Fall ist, wenn wir sein Auto nehmen. Ich musste es auch schon mal abschleppen. Im Grunde eine lustige Geschichte, aber dafür ist hier gerade kein Platz.)

Und weil wir gut in der Zeit lagen fuhren wir über Land. Wobei es sich eher anfühlte wie über Land schleichen. Früher fuhr er nicht so langsam. Früher war er schneller unterwegs gewesen, aber dann hatte ihn ein Blitzer erwischt und er musste 150 Tacken auf den Tisch legen. Natürlich kannte er jeden Strauch und jeden Baum, an dem wir vorbeikamen und selbstverständlich musste er mir zeigen, wo er früher gearbeitet hat. Ich wünschte wirklich, er hätte nicht zu JEDEM Ort in Niedersachsen einen Bezug.

Und weil er so rumgebummelt hatte, kamen wir ne viertel Stunde zu spät. Das war aber nicht schlimm, schließlich hatten wir nichts verpasst. Der aufmerksame Leser hat sicher mitbekommen, dass es nun einen dekorativen Weinflaschenhalter und eine teure Weinflasche gab. Für einen Weinliebhaber genau das richtige und mein Bio-Papa freute sich wirklich. Allerdings hat uns das Verpacken des Geschenks am Samstag abend noch ein wenig zur Verzweiflung gebracht. Die Verpackung wollte einfach nicht transportsicher werden...

Die Begrüßung des Pferdeflüsteres war von meinem Bio-Papa und Madame überraschend herzlich. Ich hatte ja noch nie jemanden mit zu einer Party in dem Kreis gebracht und das letzte Mal als ich ihnen jemanden spontan vorstellen wollte, überraschten wir die beiden in der Badewanne (eine sehr peinliche aber irgendwie auch lustige Geschichte, die ich vielleicht ein anderes Mal erzähle). Sie nahm ihn jedenfalls direkt in den Arm und ließ ihn auch erstmal nicht los. Der Pferdeflüsterer wusste gar nicht wie er reagieren sollte und war sichtlich überrascht.

Sie hat auch den gesamten Nachmittag dafür gesorgt, dass er sich in ihrer Nähe aufhielt und ihn dazu gebracht, sich neben sie zu setzen. Im Grunde waren die gleichen Leute da, wie schon zur Silberhochzeit . Aber diesmal durften wir uns den Platz aussuchen und so saßen wir nicht neben Madames Mutter sondern neben ihrem Bruder. Das einzige Pärchen das etwa unser Alter war und mit dem ich mir ansatzweise etwas zu sagen hatte. Und so wurde es doch irgendwie nett.

Das Essen war sehr lecker, aber der Kuchen ging gar nicht. Und zwischen Essen und Kaffeetrinken tat sich eine Pause auf, in der sich der Pferdeflüsterer ein wenig darüber ärgerte, dass wir nicht schon gehen konnten. So viel Familie ist er eben einfach nicht gewohnt.

Es gab auch lustige Geschenke. Die Freunde hatten sich zusammengetan und ein Objektiv für die Kamera vom Bio-Papa gekauft. Das hatte er sich vorher schon ausgesucht gehabt. Und ja es passste, das hätte er getestet. Auf dem Satz nagelten sie ihn fest und als er die Packung aufmachte, fand sich statt des Objektivs erst ein String für Männer (uuuaaa) und dann eine Feinripp-langbeinigen-Liebestöter (doppel uuuaaa). Aber es passte, das hatte er ja gesagt. Alle fanden das lustig - auch mein Bio-Papa. Dann gab es noch ein paar weitere Anspielungen auf das Älterwerden und noch ne Bauchtänzerin, die auch gar nicht schlecht war. Wenigstens die zweite. Die erste war auf Anfänger Niveau. Da ich das schon mal gemacht habe, kann ich das beurteilen. 

Und etwas später erfuhr ich zu meinem Leidwesen, dass mein Bio-Papa wirklich gern String-Tangas trägt, aber nicht weiß, wo er sie herbekommen soll. Er fände das im Sommer so schön luftig. Super und jetzt weiß ich es und kriege die passenden Bilder nicht mehr aus dem Kopf raus.

So, noch ein paar Worte zu den anwesenden Kindern. Der Neffe (2) und die Nichten (8+10) meines Vaters waren wirklich klasse. Der kleine saß da und aß wirklich klasse mit der Gabel seine Kartoffel, sein Hühnchen UND sein Gemüse. Die Mädchen waren total süß und charmant und erstaunlich artig. Ich glaube ich war nie so. Aber man merkte ihnen an, dass sie sich irgendwie schon frei entfalten können und dass sie aber trotzdem Grenzen haben, an denen sich nicht rütteln lässt.

Aber es war ja noch die dicke depressive Freundin da. Sie hat sich letztens bei mir ausgelassen, wie es ist, wenn man einen Selbstmordversuch von der Tochter (jetzt etwa 7 oder 8) gefunden wird. Und weil ein Kind und Deprressionen und Epilepsie nun noch nicht genug ist, hat sie nun auch noch zwei dicke Zwillinge mit ihrem dicken Mann in die Welt gesetzt.

So und das dicke Mädchen von ist nun total mäkelig mit dem Essen. Naja... was will man auch schon erwarten, wenn man bis drei gestillt wird. Jedenfalls aß es nichts außer Pommes und Eis. Ich finde das unmöglich. Man hat doch als Eltern die Verantwortung den Kindern etwas übers Essen beizubringen und es nicht einfach mit Pommes und Eis durchkommen zu lassen. Wie soll sie denn später zurecht kommen?

Nach der Feier sind wir noch kurz bei meinen Eltern vorbei, die sich auch wie gewohnt riesig gefreut haben, dass ich den Pferdeflüsterer mitgebracht habe.

Alles in allem war es wirklich ein schöner Tag. Erstaunlicherweise.

08.11.2010 um 15:40 Uhr

Besorgungen

Samstag war ein Tag für Besorgungen. Den hatte ich schon fest eingeplant und bin entsprechend mit einer langen Liste ins WE gezogen. Und dann ergänzte der Pferdeflüsterer die Liste noch mit seinen Punkten.

Meine Punkte:

  • Geschenk für Bio-Papa von der Post abholen (Post am Samstag = lange Schlange)
  • Flasche Wein für Bio-Papa aus dem Fachhandel besorgen (Wie lange hat der denn noch auf? Bestimmt nur bis 13h)
  • Schuhe für die Arbeit kaufen (Ich wollte ne spezielle Marke haben, was die ganze Sache wieder schwierig machte)
  • Winterreifen abholen und idealerweise aufziehen (muss bis 13h erledigt sein, sonst macht die Werkstatt zu)
  • Lampen für den Flur besorgen (Wo kriegt man die denn? Im Baumarkt?)

Meine Erledigungen waren alles zwingend notwendige Dinge, die unbedingt dieses Wochenende passieren mussten.

Seine Punkte:

  • Schuhe zum Tanzen kaufen (Bedingung: Nicht so teuer und vor allem mit Ledersohle. Wir haben uns zum Tanzen angemeldet, weil wir auf der Hochzeit vom Marineoffizier so eine schlechte Figur abgegeben haben. Und letzten Montag hat er die ganze Zeit rumgeknörrt, dass seine Schuhe so stoppen.)
  • Rasieraparat kaufen (gut ich gebe zu, dass er den braucht, aber hätte er nicht auch dran denken können, ihn mitzubringen???)
  • Schwarze Stoffhose kaufen, die er am Sonntag zur Geburtstagsfeier anziehen konnte. (Aus meiner Sicht war das ein Punkt, der nicht zwingend war, weil er noch ne andere Hose mit hat, die ich völlig ausreichend fand)
  • Bettwäsche im I*** kaufen (Hätte nun auch nicht DIESES Wochenende passieren müssen)

Also machte ich einen Plan um alles unter einen Hut zu bekommen. Der Plan war zeitlich genau aufeinander abgestimmt und sehr eng, schließlich machten die Geschäfte zu unterschiedlichen Zeiten zu. Meistens war der Plan, einfach nur ins Geschäft reinzulaufen, die Sache zu kaufen und dann gleich wieder zu gehen.

 

Aber was ich nicht berücksichtigt hatte, war der menschliche Faktor...

Er: „Weißt du was, wenn wir gleich vom der Werkstatt kommen, dann fahren wir noch mal eben in der mach-es-dir-selbst-Auto-Wäsche vorbei, dann kann ich gleich die Felgen reinigen und bekomme nicht so schmutzige Finger!" Das fand ich noch sinnvoll und es schien den Zeitplan nicht so wirklich zu stören.

Er: „Ach, wenn ich schon mal dabei bin, kann ich das Auto doch auch gleich richtig sauber machen!" Ich nickte es ab. Aber von wegen „richtig" sauber! Der Dreck ist gar nicht richtig runtergekommen und jetzt habe ich Fleckenweise Schmutz am Auto. Dann kann ich nächste Woche „richtig" in die Waschstraße fahren!

Er in der Autoabteilung im Baumarkt: „Du... wo wir schon mal im Baumarkt sind, könnte ich doch eigentlich noch...!"
Ich: „...Nein, wir gucken jetzt nicht nach Autoteilen, die du eigentlich nicht brauchst!"

Ich im gleichen Baumarkt: „Aber wo wir schon mal hier sind, können wir doch eigentlich mal nach Pflanzen gucken, die bei direkter Sonne nicht gleich wieder eingehen!" Ich finde es unmöglich, dass mir meine ganzen Halbschatten-Pflanzen immer das Zeitliche segnen, wenn sie nur lange genug im Wohnzimmerfenster stehen. Ich war schon sehr überrascht, wie wenige Pflanzen es gibt, die volle Sonne mögen. Nicht mal so eine Wüstenpflanze,  wie die Aloe oder dieverse Palmenarten. Alles Weicheierpflanzen.

Er immer noch im gleichen Baumarkt: "Guck mal Weihnachtsdeko!" Und dann standen wir bestimmt ne halbe Stunde dort rum und ließen uns von glitzernden Sternen und blinkenden Lichtern in den Bann ziehen. Gekauft haben wir nichts. Ich bin noch nicht in Weihnachststimmung und er konnte sich die Sachen, die ich mir so überlegt hatte, nicht vorstellen. Ich weiß auch nicht, ob wir da den gleichen Geschmack haben. Ich finde grundsätzlich 90% der Weihnachtsdeko total kitschig und alles worauf er zeigte war in meinen Augen Uuuuaaaaa.

Er: „Ach guck mal, wie praktisch, da ist ja ein Technikgeschäft. Können wir da reingehen, ich brauch noch ein Spannungsumwandler von ??? (hab ich vergessen) nach ??? (hab ich auch vergessen) für meinen Computer!" Eigentlich war das auch nicht zwingend notwendig, aber weil ich ihn schon aus dem Baumarkt rausgezogen hatte, dachte ich, wir gehen da mal kurz rein. Das klang doch auch so, als wüsste er, was er braucht. Reinlaufen, Teil aussuchen und wieder raus. Aber er stand eine gefühlte Stunde vor dem Regal, um sich zu entscheiden, hatte die Ruhe weg und kaufte danach - richtig: NICHTS! Und nach diesem Umwandlungsding, kam die PC-Ecke! Auch da gab es kein schnelles Vorbeikommen. Inszwischen war ich kurz davor mich in meiner Handtasche zu verbeißen, weil ich wir für diese Bummelei überhaupt keine Zeit hatten. Im Übrigen hätte ich in dem Laden eine nette kleine Sitzecke für Frauen super gefunden, die bieten sie mittlerweile in jedem Klamottengeschäft für die Männer.

Er im Schuhladen (wo er auch schon ewig brauchte, sich zu entscheiden): „Was meinst du, sollen wir gleich nach Stiefeln gucken? Aber ich finde keine, die mir gefallen. Was meinst du denn?" Ich meinte nichts. Ich hatte mich nicht auf Stiefel eingestimmt und hatte noch keine Meinung. Außerdem fand ich das Angebot so... naja... Achja... Aber nach Mützen haben wir noch geguckt. Die lagen gerade an der Kasse rum.

Er auf dem Weg zu I*kea: „Du, mein Arbeitskollege schwärmt immer von so einem Fabrikladen, wo er immer super günstig seine Hosen kauft. Der muss hier irgendwo sein." War er nicht. Er war in der Nähe der Autowerkstatt, wo wir die Reifen abgeholt hatten.

Ich im I*kea: „Ach, wenn wir schon mal hier sind, können wir doch eigentlich auch einen Kaffee trinken und ne Kleinigkeit essen."

Tja... und dann war es schon 17h, als wir endlich aus dem I*** waren. Ein Samstag nachmittag im I*kea ist doch wirklich die Hölle. Wir hatten gerade noch ein paar Pflanzen erstanden und natürlich auch die Bettwäsche. Aber weil ich meine Schuhe immer noch nicht hatte und nicht wusste, wie lange die Geschäfte in der Stadt auf hatten und er immer noch nicht die Winterreifen gewechselt hatte trennten wir uns, für die restlichen Besorgungen.

Ich fuhr in die Stadt und fand tatsächlich in Rekordgeschwindigkeit meine Schuhe und war noch vor 6h zu Hause und er wechselte Reifen, kaufte einen Rasierer und stand schlussendlich vor verschlossenen Türen bei dem schon erwähnten Hosen-Laden. Also gab es für ihn keine neue Hose.

Wir hatten nun bis auf die Hose alles geschafft, aber der Tag war schon ziemlich anstrengend gewesen.

08.11.2010 um 14:55 Uhr

Was für eine Ehre!

Stimmung: geehrt

Ich freue mich sooo riesig darüber einen Blog-Award bekommen zu haben.

One Lovely Blog Award

Vielen, vielen Dank angelmagia. Das freut mich besonders riesig, weil Du selten kommentierst, aber scheinbar irgendwie da bist.

Vielen, vielen Dank auch dir Yaimm , für deine netten und lieben Worte, die Deine Auswahl begründet haben. 
Ebenso geht der Dank an aloneone, an ChouChou und an niela . Ich fühle mich sehr geehrt.

 

 

Die Regeln: 

1. Akzeptiere den Award, indem Du den Namen/Blog auf deinem Blog postest, von dem du ihn bekommen hast. 
2. Verschenke den Award an 15 andere Blogs, die du entdeckt hast, und hinterlasse dort einen Kommentar.

 

Ich gebe den Award weiter an: (Reihenfolge beliebig)

  1. aloneone http://www.blogigo.de/Alkohol Weil Dich für sehr tapfer halte, weil du dein Ziel nicht aus den Augen verloren hast und es geschafft hast, nun ohne Alkohol zu leben
  2. kassastra http://www.blogigo.de/Loslassen_und_Neubeginn Weil du es oft nicht leicht hast, und ich dir so sagen möchte, dass ich in Gedanken bei dir bin.
  3. Shadoweyes http://www.blogigo.de/innere_gedanken Weil mich Deine Gedanken oft berühren.
  4. Anna_Kurz http://www.blogigo.de/Der_gebackene_Mann Weil mich deine Kommentare immer irgendwie weiter bringen und ich einfach deine Art über Dinge zu schreiben wirklich liebe.
  5. ameamagao http://www.blogigo.de/ameamagao Weil ich Dich gern begleite und mich Deine Ausführungen so oft an mich selbst erinnern.
  6. 2b_Rebecca http://www.blogigo.de/2b_Rebecca Weil ich diese Idee einen Blog im Dialog mit der Affaire zu schreiben einfach großartig finde.
  7. Herbstkind http://www.blogigo.de/HerbstKind Weil ich gern bei dir lese und möchte, dass du weiterhin hier schreibst.
  8. andrina http://www.blogigo.de/irgendwann_wird_es_doch_besser Weil ich dich gerne auch weiter auf deinem Weg begleiten möchte.
  9. JOblogt http://www.blogigo.de/JOblogt Weil du mich zum lachen und nachdenken bringst.
  10. Chouchou http://www.blogigo.de/Mein_Leben_ist_ein_Schokokeks Weil ich das total super finde, wie du das mit deinem Ex geregelt hast und ich einfach Deinen Schreibstil liebe.
  11. MIKE69 http://www.blogigo.de/depressionen Weil ich dir auf diesem Weg wünschen möchte, dass es dir bald viel besser geht.
  12. Zwischenwelter http://www.blogigo.de/ctm2 Weil ich Deine Kommentare sehr schätze und Deinen Blog unglaublich gern lese.
  13. die_amoremia http://www.blogigo.de/Retromia Weil ich mich sooo sehr freue, dass du wieder da bist und hoffe, dass das auch lange so bleibt.
  14. Yaimm http://www.blogigo.de/yaimm Weil ich Deine Gedanken und Deine Denkanstöße einfach nur klasse finde und mich auch sehr freue, dass es zwischen oftmals Paralellen zu geben scheint.
  15. Tigerschnute http://www.blogigo.de/ImFluss Obwohl ich nicht alles verstehe, worüber du schreibst, fühle ich mich oft mit dir verbunden. Ich bewundere Dich für deine Spiritualität und die Art wie Du die Welt siehst.

Ich habe diese Auswahl schweren Herzens getroffen, weil es noch so viele andere Blogs gibt, die ich richtig toll finde, also seid bitte nicht traurig, wenn ich Euch hier nicht namentlich erwähnt habe. Vielleicht kann ich ja mit dieser Auswahl jemanden dazu bringen, einen Blog zu entdecken, den er/sie noch nicht kennt und genauso zu schätzen lernt, wie ich. :)

 

PS: Das wird doch jetzt bestimmt zu so einem Ketten-Ding, oder? Ich hoffe dass es dann hinterher nicht darum geht, wer die meisten Awards bekommen hat. 

03.11.2010 um 13:26 Uhr

Verlustangst

Stimmung: noch nicht ganz selbstbewust

Mir ist letzte Nacht bewusst geworden, dass mir diese Krittelei besonders in den Bereichen negativ aufgefallen ist, in denen ich selbst nicht zufrieden mit mir bin. Klar muss man über die Art und Weise reden. Ich weiß nicht, ob er das nicht auch in Bereichen macht, wo ich kein Problem mit mir habe. Wo ich einfach locker und witzig drüber hinweg gehen kann.

Aber es stimmt. Ich mag meine Figur gerade nicht, ich mag nicht, dass ich morgens früh nicht aus dem Bett komme und ich mag nicht, dass ich es nicht hinbekomme, einen job zu finden. Ich hasse mich da tatsächlich selbst für.

Alles was er tut, ist den Finger in die Wunde zu legen. Vor allem, weil genau diese Dinge, die an mir nicht leiden kann, auch für ihn eine Art rotes Tuch sind. Er verbindet diese Dinge mit negativen Erinnerungen an Personen, mit denen er heute keinen Kontakt mehr hat. Natürlich hat er nicht aufgehört mit seiner Mutter zu reden, weil sie morgens nicht aufgestanden ist, da waren weit größere Probleme. Genau wie bei der Ex, die keinen Job gefunden hat.

Und natürlich trennt man sich nicht, wenn der andere nicht schnell genug abnimmt oder morgens nicht aufsteht. Ich würde mich umgekehrt auch nicht gleich trennen, wenn er sich einen Vollbart oder noch schlimmer einen Schnauzer stehen lassen würde. Ich hasse Bart. 3-Tage-Bart ist ja noch irgendwie sexy, aber wenn es zu viel wird uuuaaaa... *schüttel*! Widerlich. Aber ich würde mich nicht von ihm trennen. Klar würde ich auf ihn einreden und jede erdenkliche Methode nutzen um ihn davon zu überzeugen, dass er sich den Bart doch wieder abrasieren soll. Aber ich liebe ja ihn als Person. Seinen Charakter. Und der ist auch mit Bart noch genauso.

Man trennt sich, weil man ein schwerwiegendes Kommunikationsproblem hat und nicht mehr auf einen Nenner kommt. Man trennt sich, weil sich unterschiedliche Ziele im Leben herauskristallisiert haben, die scheinbar nicht vereinbar sind. Man trennt sich weil man sich auseinander gelebt hat oder sich nichts mehr zu sagen hat. Man trennt sich, weil man mit dem anderen einfach nicht zusammenleben kann. Man trennt sich, weil die Beziehung für einen von beiden psychisch schädlich ist. Aber bestimmt nicht nur, weil man morgens nicht aufstehen kann oder weil der andere einen Bart hat.

Aber warum habe ich ständig diese Angst davor, dass er diese Beziehung leichtfertig oder wegen einer Lappalie beenden würde. Wieso glaube ich nicht, das unsere Beziehung so stabil ist, dass sie einen Streit überstehen würde?

Vielleicht weil ICH dazu tendiere, Beziehungen leichtfertig aufs Spiel zu setzen und von mir auf ihn schließe? Früher bin ich einfach gegangen. Da habe ich nicht gekämpft und mich engagiert. Da habe ich einfach irgendwann das Handtuch geworfen, als es mir zuviel wurde. Aber in diesem Fall ist das anders. Ich möchte diese Beziehung gern weiter führen. Ich kann mir mit ihm eine Zukunft vorstellen. Wir haben so eine tolle Basis, mit der wir Probleme lösen können. Er liegt mir wirklich am Herzen und liebe ihn. Das möchte ich nicht aufgeben.

Und trotzdem denke ich immer wieder den einzigen Gedanken, der es wirklich fertig bringen würde, meine Beziehung zu vernichten: „Hält der Pferdeflüsterer wirklich zu mir?"

Und jedes Mal wenn ich diesen Gedanken ausspreche, verletze ich damit den Pferdeflüsterer tiefer als alles andere, was ich je sagen könnte. Weil ich die Standfestigkeit seiner Entscheidungen in Frage stelle. Weil ich seine Urteilskraft in Frage stelle. Und vor allem, weil ich so jedes Mal seine Gefühle für mich in Frage stelle.

Das ist irgendwie nicht fair von mir. Aber warum glaube ich es trotzdem immer noch? Warum habe ich immer noch diese Angst? Warum glaube ich immer noch, dass unsere Beziehung an Bedingungen geknüpft ist?

Vermutlich, weil er das hin und wieder durchblicken lässt. Was soll man denn da bitte für Schlussfolgerungen draus ziehen? Das ich die einzige Ausnahme bin, bei der das alles nicht wichtig ist? Dass er mich so sehr liebt, dass er das alles ignorieren würde, selbst wenn der Worst-Case einträte?

Also habe ich Angst, dass ich es eines Tages alles verspielt habe, weil ich mich nicht genug von meinen Vorgängerinnen abgegrenzt habe. Weil ich die gleichen Fehler gemacht habe.

Und ich mache diese Fehler. Es ist, als würden sie mich magisch anziehen. Als würde ich es zwanghaft bis aufs äußerste treiben wollen. Es rauskitzeln, bis ich Sicherheit habe.

Sicherheit? Welche Sicherheit? Sicherheit gibt es in Beziehungen nicht. Beziehungen können zerbrechen. Und auch davon geht die Welt nicht unter. Es wäre zwar wirklich wirklich doof und ich würde unglaublich trauern, aber das Leben würde dennoch irgendwie weiter gehen.

Muss er mir wirklich erst in die Augen gucken und sagen, dass er trotz aller Widrigkeiten bereit ist, sein Leben mit mir zu verbringen? Was er im übrigen schon gesagt hat. Und trotzdem bleiben meine Zweifel.

Aber warum? Er hat mich noch nie belogen. Er weiß mittlerweile worauf er sich eingelassen hat und er ist immer noch da.

Vermutlich WEIL er mich liebt. Und weil er mich für eine tolle Frau hält. 

Vielleicht liegt genau da das Problem! Ich stehe mir da selbst im Weg. Ich halte mich oft genug NICHT für eine tolle Frau. Ich denke, ich bin es nicht wert, dass so jemand Tolles, wie der Pferdeflüsterer, mit mir zusammen ist. Das ich wirklich glücklich sein darf und es auch verdient habe. Und weil ich mir selbst diesen Wert nicht geben kann, glaube ich, dass es der Pferdeflüsterer auch nicht kann.

Vielleicht sollte ich mich mehr auf mich besinnen. Vielleicht muss ich mich wieder mehr lieben. Mich wieder mehr wertschätzen. Wieder mehr diese tolle Frau sein, die ich ja bin.

Aber das ist nicht leicht, wenn ich mich ständig mit den Unzulänglichkeiten konfrontiert fühle. Ich fühle mich eben unsexy, wegen meinen zu vielen Pfunden. Das sagen mir schon die Waage, der Spiegel und die Klamotten im Schrank, das muss der Pferdeflüsterer nicht auch noch tun. Ich hasse es, dass ich es nicht schaffe morgens aufzustehen, was dazu führt, dass ich mich immer mehr über mich selbst ägere. Und ich fühle mich nicht erfolgreich, weil ich keinen neuen Job finde, was auch wieder verhindert, dass ich einen Job finde. Und er legt ständig den Finger in die Wunde.

Gut. Meine Klamotten und meine Figur sagen nichts über meinen Charakter aus. Ich habe einen tollen Charakter. Und ich darf mich auch immer noch schön finden, auch wenn ich ein wenig moppelig bin. Ich bin deswegen auch nicht unsexy. Viele Männer stehen trotzdem auf mich. Und mein Job sagt auch nichts über meinen Charakter aus. Ich kann vieles und ich weiß vieles. Und irgendwo da draußen wird es einen Arbeitgeber geben, der genau jemanden wie mich braucht. Und ich bin eben ein Lanschläfer. Vielleicht könnte ich mich selbst mal so akzeptieren, wie ich bin?

Ich bin ok, so wie ich bin. Wenn ich das glauben kann, muss ich auch nicht mehr auf die Bestätigung vom Pferdeflüsterer warten.

Und dann geht auch die Angst weg und ich kann die Hinweise vom Pferdeflüsterer wahrnehmen, als was sie sind: Hinweise. 

 

02.11.2010 um 16:32 Uhr

Druck abbauen

Stimmung: mau

Heute ist mal wieder so ein Tag. Vermutlich habe ich inzwischen auch den Herbst-Blues. Heute hätte ich auch prima die Bettdecke über den Kopf ziehen können und am besten gar nicht aufstehen. Das hatte ich ja schon letzte Woche Montag, aber da habe ich mich schon krank gemeldet. Diese Woche konnte ich das nicht schon wieder machen. Also zögerte ich den Punkt des Aufstehens noch weiter hinaus, so weit, dass ich wirklich aufstehen musste, weil ich NOCH später nicht zur Arbeit gehen KONNTE.

Aber ich hatte Zeit. Zeit nachzudenken und mich über den Pferdeflüsterer zu ärgern. Wenn er nämlich wüsste, dass ich noch im Bett läge und damit kämpfe aufzustehen, würde er wieder augenrollend eine Parallele zu seiner Mutter ziehen, die das auch nie konnte, die ihn nie geweckt hat und die sich morgens auch nie um ihn gekümmert hat.

Ich hasse es, wenn ich mit blöden Leuten verglichen werde. Er mag seine Mutter nicht mal. Er redet auch nicht mehr mit ihr. Und jetzt vergleicht er mich ständig mit ihr? Das ist so wie meine Mutter, die mich ständig mit meiner Oma verglichen hat. Wobei meine Oma auch da das schlechte Bespiel war. Das ist wirklich doof. Und es hilft eigentlich auch nie.

Ja, ich habe ein Problem mit dem Aufstehen. Hatte ich schon immer. Und jetzt im Herbst besonders. Aber ich bin deswegen trotzdem nicht seine Mutter.

Ich bin auch nicht seine Ex-Freundin oder Ex-Affaire oder was auch immer sie gewesen sit, nur weil ich im Moment Schwierigkeiten habe einen Job zu finden. Ich weiß gerade nicht einmal, wann ich danach suchen soll. Ich bin super beschäftigt, an zwei Tagen in der Woche sitze ich noch nicht mal am Rechner und am Wochenende will er doch auch seine Aufmerksamkeit haben. Also wann soll ich das machen? Und selbst wenn ich Zeit hätte, würde ich die Zeit für mich nutzen. Außerdem bin ich ziemlich demotiviert, weil aus den bisherigen Bewerbungen so gar nichts rausgekommen ist.

Dann will er sich ständig mit irgendwelchen Pärchen für "nette" Abende verabreden. Wenn es nach ihm gehen würde, hätten wir am besten jedes Wochenende ein Sex-Date. Also durchforstet er ständig die Internet Plattform und sucht Pärchen raus. Ich fühle mich nun nicht gerade super sexy, eben wegen der angesprochenen Kilo zuviel, die momentan an meinen Hüften stecken. Aber statt mir mal Komplimente für meinen tollen Busen zu machen, wie sexy er meine weiblichen Formen findet und wie sehr er mich auch so liebt, macht er mir Vorhaltungen, dass es nicht schnell wieder mit dem Gewicht runter geht.

Er hält es nämlich für ein Zeichen von Schwäche, dass ich eben nicht IMMER neben ihm sitzen kann und zusehen kann, dass er eine Packung Eis aufschlabbert, während ich nur einen winzigen Hügel genieße. Oder, dass er NIEMALS einen Bogen um das Süßigkeitenregal machen kann, besonders nicht, wenn es wieder etwas im Angebot gibt. Wie soll man denn dann bitte konsequent sein?

Er fände es gut, wenn ich wieder abnehmen würde und wenigstens unter 70kg wiegen würde und hält mir dieser Meinung auch nicht hinterm Berg. Er will eben nicht dass es mehr wird. Ok, ich auch nicht, aber von ihm höre ich nur, dass er trotz Eis wieder 500g abgenommen hat. DAS ist eine total miese Motivation. Dann kann er sich seinen Kommentar im Grunde auch sparen. Mit seinen Kommentaren geht es auch nicht schneller und ich bin auch nicht eher motiviert. Und mit einem schlechten Körpergefühl mag ich mich auch nicht mit anderen Leuten zu S*ex-dates treffen.

Aber ich versuche wenigstens, nicht immer der Show-stopper zu sein und manchmal zu Sachen einfach mal ja zu sagen. Und dann haben wir ein Pärchen am Samstag Abend angeschrieben. Aber bis klar war, dass wir sie wirklich treffen wollen, war es halb neun, wir hatten noch nichts gegessen, ich hatte keine sexy Klamotten bei ihm und er musste am nächsten Tag um sieben aufstehen. Ich hielt das ganze für Wahnsinn und das war es auch. Dem Pärchen war es mittlerweile auch zu spät, außerdem hatten die sich auch noch was anderes vorgenommen. Wer wartet am Samstag Abend so ewig? Manchmal ist der Pferdeflüsterer eben wie ein kleines Kind und will alles haben was er sieht und dann denkt er nicht nach und hat dann schlechte Laune, wenn er es nicht bekommt. 

Er denkt auch nicht nach, wenn er will, dass wir zusammenziehen. Besser heute als morgen. Das würde bedeuten, dass ich zu ihm ziehen würde. Das hängt leider mit seinem Job zusammen. Aber er räumt auch nicht auf. Er mistet noch nicht mal aus. Wenn ich alle meine Sachen nehmen würde und zu ihm bringen würde (schließlich bewohne ich auch zwei Zimmer), wäre seine Wohnung wegen Überfüllung geschlossen. Also müssen wir beide etwas aussortieren. Aber er fängt noch nicht mal in seinem ominösen dritten Zimmer an, der das totale Chaos sein muss und den ich noch nie betreten durfte. Im Grunde könnte man dort ein Gäste/Arbeits/Wäsche/Bügelzimmer einrichten. Dann hätte man die Chance, das Schlafzimmer mal etwas ordentlicher und damit gemütlicher zu gestalten. Er will sich nicht mal von mir helfen lassen. Aber da er das nicht macht, kann ich da nicht einziehen. So einfach ist das.

Und noch ein Bereich, wo er nicht nachdenkt: Jedes Mal, wenn ich fruchtbare Tage habe, haben wir eine Diskussion, dass es doch super wäre, wenn wir ein Kind machen würden. Jedes Mal. Reicht es nicht, es einmal auszudiskutieren? Für mich wäre eine Schwangerschaft jetzt der totale Horror. Wenn ich jetzt schwanger werden würde, könnte ich den nächsten Job abhaken. Nein, ich muss nicht im Bewerbungsgespräch sagen, dass ich schwanger bin. Aber es würde rauskommen. Und es wäre innerhalb von der 6-monatigen Probezeit und damit wäre ich den Job los. Und auch jetzt mit meiner derzeitigen unsicheren Jobsituation und dem Wissen, dass wir eine Familie mit seinem Gehalt allein nicht finanzieren könnten, wäre eine Schwangerschaft Wahnsinn. Ich kann ja verstehen, dass er Kinder will. Die will ich ja auch. Aber jetzt? Jetzt wäre es Wahnsinn.

Sonst denkt er doch so saumäßig viel. Bei ihm ist alles super Kopflastig. Tanzen, Sex, Einkaufen, Musik hören... Aber genau bei diesen wirklich wichtigen Themen denkt er nicht?

Im Moment fühle ich mich total unter Druck gesetzt. Ich will ja aufstehen, ich will ja abnehmen, ich will einen neuen Job haben, ich will mich ja mit anderen Paaren treffen. Und ja... ich will das auch, weil ich nicht will, dass er mich auf lange Sicht verlässt, wenn sich auf diesen Bereichen nichts ändert. Und das hemmt mich eher, als das es mich motiviert.

Ich fühle mich wie damals, als meine Mutter immer wollte, dass ich bessere Leistungen für die Schule bringe. Ich hatte aber immer das Gefühl, dass sie in diesem Bereich gewinnt und ich am Ende nur das tue, was sie will. Das ich es damals auch wollte, war zweitrangig, aber ich wollte nicht, dass sie recht hat und gewinnt.

Und ich will auch nicht dass der Pferdeflüsterer gewinnt. Und ja.. mich nervt die Art und Weise und sie erinnert mich an meine Mutter. Und nein, sie demotiviert mich eher, als das es mich motiviert. Und deswegen mach ich es nicht? Ist eigentlich Quatsch. Das ist doch das Verhalten eines trotzigen kleinen Kindes.

Aber ich weiß wirklich nicht mehr was ich eigentlich will. Ich kann doch Sachen nicht nur deswegen tun, weil der Pferdeflüsterer sie gern hätte. Es funktioniert nicht. Es motiviert mich nicht genügend. Ich muss doch meine eigene Motivation finden oder? Denn dann ist es egal, was der Pferdeflüsterer sagt.

Also: Warum will ICH abnehmen? Weil ich dann wieder in die vielen Sexy-Klamotten reinpasse. Weil ich mich dann wieder sexy fühle. Weil ich mir dann wieder selbst gefalle. Weil sich das positiv auf mein Selbstwertgefühl auswirkt und ich das Gefühl habe, ich kann alles schaffen. Weil ich dann viel mehr positive Bestätigung von außen bekomme (ist zwar ein blöder Grund, aber es ist ein Grund). Weil dieses blöde Doppelkinn dann endlich weg ist.

Warum will ich einen neuen Job? Weil er mir ein Stück weit finanzielle Planungssicherheit bietet. Weil ich eine Perspektive im Leben brauche. Weil ich mir mit dem zusätzlichen Geld haufenweise tolle Sachen leisten kann, wie Urlaub oder neue Möbel oder neue Klamotten. Weil ich BWL studiert habe, um Geld zu verdienen. Weil ich dann mein Potential ausschöpfen würde. Weil ich dann endlich wieder mit meinem tollen Job angeben könnte, was meine Eltern stolz machen würde (ist auch ein blöder Grund, aber ehrlich).

Warum will ich morgens aufstehen? Ja.. keine Ahnung. Ich will es eigentlich nicht. Jedenfalls im Moment nicht. Aber das kann ja an der Jahreszeit liegen. Oder an der momentanen Situation im Leben und dass mir generell die Motivation fehlt. Vermutlich regelt sich dieses Problem von allein. Man kann ja auch nicht alle Probleme auf ein Mal lösen, oder?

 

Über all das dachte ich nacht als ich mich immer noch von einer Seite auf die andere drehte. Vielleicht kommt das jetzt geballt und überraschend. Aber es ist nur eine Momentaufnahme. Ich bin nach wie vor noch glücklich mit dem Pferdeflüsterer. Morgen sieht es bestimmt nicht mehr ganz so nervig aus und ich rede auch mal mit ihm drüber. 

01.11.2010 um 15:50 Uhr

Auf der Suche nach der Inspiration

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Bio, Papa, Pferdeflüsterer

Ich bin mal wieder auf der Suche. Auf der Suche nach einer Idee für die diesjährigen Weihnachtskarten. Nein... es können keine gekauften kein. Sie müssen selbstgestaltet werden, irgendwie anders sein und am besten irgendwie den Firmennamen verwenden.

Nachdem ich letztes Jahr zwar eine schlichte aber dennoch sehr schöne Karte gestaltet habe, erwartet man dieses Jahr sicher auch was tolles von mir. Nach der Messe ist nämlich vor Weihnachten. Aber auch dieses Jahr bin ich noch überhaupt nicht in Stimmung. Überall gibt es Kekse, Weihnachtsmänner und Baumkuchen, die Lichter für den Weihnachtsmarkt werden schon überall installiert und man weiß, dass man es bald so ist.

Tja.. und ich freu mich auch irgendwie drauf. Irgendwie hätte ich auch ein kleines bisschen Lust zwei Wohnungen weihnachtlich zu dekorieren. Wenigstens ein bisschen. Und ich freu mich, weil der Pferdeflüsterer und ich zusammen feiern werden. Mit meiner Familie, zu seiner hat er ja keinen Kontakt. Das wird ein Fest... ob er sich da nicht übernommen hat...?

Meine Mutter freut sich auch schon wie doof. Und so sitzt der Pferdeflüsterer und macht sich Gedanken um die Geschenke. Vor allem um meins. Und dann habe ich fieserweise auch noch kurz davor Geburtstag und ich will keine Kombigeschenke (die finde ich nämlich blöd). Also hat er gleich zweifach das Problem. Vielleicht sollte ich ihn mal mit der Nase auf einige Ideen stoßen, sonst kommt er noch auf die Idee mir Scheibenwischer zu schenken. Klar brauche ich die. Und klar sorgt er so für eine gute Sicht und eben auch für meine Sicherheit. Aber will man so etwas von seinem Freund geschenkt bekommen? Nein! Reicht doch, wenn meine Mutter so tolle Ideen für praktische Geschenke hat.

Apropos Geschenke: Ich habe auch noch keine Idee, was ich meinem Bio-Papa zum 60. Geburtstag schenken soll. Es soll ja auch nicht so teuer sein aber auch nicht so einfallslos, wie einen Gutschein. Mal sehen, vielleicht Karten für ein klassisches Konzert - in Bremen - dann müssen sie mich auch mal besuchen. Sie trinken auch gern Wein, aber einfach so ne Flasche finde ich auch doof. Mist... auch da wäre Inspiration gut. Und was macht man eigentlich so als Rentner? Er ist viel im Garten und technikverliebt sind sie auch. Wandern gehen sie gern. Ach... ich hab einfach keine gute Idee...

Tja.. und jetzt quäle ich gerade Online-Seiten auf der Suche nach Bildideen für die Weihnachtskarte und nach einem guten Geschenk für den Bio-Papa. Aber ohne Idee macht das Suchen keinen Spaß...