Das Leben der jungen J

30.05.2011 um 16:14 Uhr

Emotionale Labilität

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Pferdeflüsterer

Stimmung: auf und ab

Auch gegen meine Gewohnheiten, hier noch ein Beitrag, weil mich das Wochenende doch irgendwie nicht loslässt. Es ist im Moment ein auf und ab der Gefühle. Und nein, es ist nicht nur meine Mutter. Natürlich auch...

Samstag waren wir im Kino. Eigentlich war es nur Thor. Aber dann lag ich abends im Bett und musste darüber nachdenken, dass es doch irgendwie schade ist, wenn sich zwei Liebende nicht wiedersehen können und beide einander so vermissen, dass einfach nur traurig anzusehen ist. Ich lag also da und dachte darüber nach, wie es mir jetzt gehen würde, wenn ich Single wäre. Dann würde ich nämlich nur dasitzen und heulen, weil ich mir auch jemanden wünschen würde, der mich so liebt. Und dann heulte ich tatsächlich weil ich einfach so unglaublich glücklich bin, dass ich jemanden wie den Pferdeflüsterer gefunden habe, der mich genauso liebt.

Dabei war das Donnerstag noch ganz anders, als ich mit dem Alten Mann telefoniert habe. Da hatte ich das Gefühl es würde so eine Langeweile sich bei uns in der Beziehung einschleichen. Ich hasse Langeweile. Wie kann ich also mit jemanden zusammen sein, bei dem ich Langeweile empfinde? Inzwischen ist es auch nicht mehr langweilig. War wohl nur vorübergehend.

Sonntag hatten wir ein Pärchen-blind-Date aus unserem Lieblingsforum. Es war der zweite Versuch, wenn der auch wieder schief gehen würde, würden wir es wohl lassen. Vor einigen Wochen hatten wir uns schon mal mit einem Pärchen getroffen, aber das ist unglaublich in die Hose gegangen. Kaum Gesprächsstoff, keine Humor-Parallele und vor allem schienen wir aus unterschiedlichen Welten zu stammen und keine Brücke finden können. Der Abend selbst war zwar öde, aber noch nicht schlimm. Schlimm wurde es erst nach einigen Mails von denen, bei denen sie förmlich um Kotakt gebettelt haben und dann als wir schon genervt waren uns vorgeworfen haben, dass wir ohnehin nur auf Sex aus waren. Ehrlich gesagt kam keiner der beiden für uns dafür in Frage und eigentlich waren wir nur auf der Suche nach Freundschaft, was nach den Mails auch nicht mehr möglich schien. Einfach zu anstrengend.

Aber das Treffen gestern war anders. Die beiden waren anders. Natürlich waren wir alle erst nervös. Aber das legte sich im Laufe des Abends und so hatten wir eine sehr angeregte Unterhaltung über viele unterschiedliche, ernste wie lustige, Themen. Sie sind beide sehr tiefgründig, hinterfragen viel und harmonieren gut miteinander. Es hat wirklich Spaß gemacht. Interessant war auch, dass der Pferdeflüsterer und ich nicht wie sonst mit einander um Aufmerksamkeit streiten mussten und uns gegenseitig beweisen mussten, dass man selbst derjenige ist, der das Sagen hat. Und so saßen wir später am Abend beim Sekt zusammen und fingen an miteinander zu kuscheln und dann auch ins Schlafzimmer zu wechseln.

Es ist ja doch tatsächlich lange her, dass ich mich bei anderem Mann (außer dem Pferdeflüsterer) so fallen lassen konnte. Aber ich genoss einfach die aufkommende Leidenschaft und ließ mich von ihr mitziehen. Das kann der Pferdeflüsterer nicht so in der Form. Er kann sich nicht einfach irgendwie gehen lassen. Leidenschaft spüren. Das geht immer nur für einen kurzen Moment und dann ist es wieder weg. Aber der Typ konnte es und es war wirklich schön. Und witzigerweise konnte es die Frau auch nicht so in dem Maß. Also tasteten sich die beiden vorsichtig vor. Zwischen dem Typ und mir kochte die Leidenschaft und bei den beiden wurde es gerade mal lauwarm. Interessanterweise gefiel es ihr und dem Pferdeflüsterer trotzdem.

Vielleicht liegt es nun daran, dass ich letzte Nacht wenig Schlaf bekommen habe. Jedenfalls ist heute emotionales Durcheinander angesagt. Hat der Pferdeflüsterer sich nur meinetwillen auf die Frau eingelassen? Ist es gefährlich sich auf so ein Spiel einzulassen? Es war wirklich schön, dass sich auch der Gegenüber mal richtig fallen lassen konnte. Aber fehlt mir deswegen etwas in meiner Beziehung? Nein. Ich finde es zwar schade, aber mir fehlt nichts. Trotzdem überlege ich, wie ich denn den Pferdeflüsterer mal dazu bringen könnte, sich völlig der Leidenschaft hinzugeben. Schließlich wünscht er es sich selbst auch, dass er es könnte.

Vielleicht kriege ich auch nur meine Tage

30.05.2011 um 11:51 Uhr

Der harte Boden der Tatsachen

von: VomFeuerkind   Kategorie: Das Schwiegermonster   Stichwörter: Pferdeflüsterer, Mutter

Stimmung: mies

Tja... die einzige, die findet, dass ich beruflich etwas falsch mache, ist doch tatsächlich (aber wen wundert es?) meine Mutter. Sie konnte sich am Wochenende natürlich nicht darüber freuen, dass ich beruflich festen Boden unter den Füßen finde. Dass meine finanziellen Probleme nun eine reele Chance haben, sich aufzulösen. Dass ich es schaffe, Erfahrungen zu sammeln, die mich wirklich (auch karrieretechnisch) weiter bringen. Dass ich ein Unternehmen gefunden habe, dass an mich glaubt und mir wirklich eine Chance gibt. Dass mein Potential erkennt und fördert.

Nein... das konnte sie leider nicht. Ihr Kommentar dazu war: „Und? Hast du schon eine Gehaltserhöhung verhandelt? Schließlich war das damals nicht Gegenstand deines Arbeitsvertrages!"

Ich fand das so unglaublich unpassend... Ich habe diesen neuen Vertrag jetzt 2 Monate und ich fange erst an mich in die neue Rolle einzufinden. Klar muss ich noch viel lernen und ich bin froh, dass ich jemanden an der Seite habe, den ich fragen kann. Dass ich noch nicht alles allein machen muss. Ich freue mich, über diese Chance, weil ich mit dieser Erfahrung tatsächlich belegen kann, dass ich mich in schwierige Themen eindenken kann und dasUnd ja... ich mag mein kleines Unternehmen. Ich arbeite hier gern. Ich weiß, dass sie mir nicht so viel zahlen können, wie ein großes Unternehmen und ich habe das Gefühl beim alles rausgeholt zu haben, was ging. Wie sieht das denn aus, wenn ich nun 2 Monate später gleich mehr Geld verlange?

Aber meine Mutter sagt, dass ich mich unter Wert verkaufen würde. Dass selbst Arbeiter am Band mehr verdienen würden, als ich. Dass ich doch für so was nicht studiert hätte. Warum ich mich immer mit so wenig abspeisen würde....

Ich will auch gar nicht in einem großen Unternehmen arbeiten. Ich will nicht meinen Lebenslauf in irgendwelche Online-Formulare quetschen und rein aus statistischen Gründen ausgesiebt werden, weil ich eben nicht das perfekte Abi habe oder das Häkchen an der falschen Stelle gemacht habe.

Mich macht es sehr traurig, dass meine Mutter offensichtlich nicht hinter mir stehen kann. Dass ihr nur wichtig ist, was am Ende auf dem Konto landet. Dass es scheinbar egal ist, welche Chance mir hier geboten wird.

Diesmal habe ich das Gespräch beendet. Ich habe ihr gesagt, dass wenn das alles ist, was zählt, hätte ich ihr für den Moment nichts weiter zu sagen.

Ich war so froh, dass der Pferdeflüsterer gerade da war und mir bestätigt hat, dass ich nichts falsch mache. Im Gegenteil. Was wüsste eine Frau schon, die seit 30 Jahren im selben Unternehmen in einer ähnlichen Position arbeitet, über den hetigen Jobmarkt und über das Nutzen von Karrierechancen. Außerdem hätten sich die Zeiten geändert, seit dem sie die Ausbildung gemacht hat. Wie viele Akademiker sind ganz ohne Job und wie viele fangen erst 5 Jahre nach dem Studium an, wirklich erfolgreich zu sein? Ich kenne haufenweise.

Klar... hätte ich damals die Firma nicht gegründet, würde ich vielleicht auch besser da stehen. Aber die großen Firmen wollten mich doch gar nicht. Was hätte ich denn anders machen sollen? Hätte ich mich selbst verraten sollen?

Ich bin immer noch den Tränen nahe und könnte mich ohrfeigen, weil ich ihr überhaupt erzählt habe, dass sich mein Leben endlich wieder nach ca 1,5 Jahren erfolgreich anfühlt. Blöde Kuh. Warum muss sie mir immer alles mies machen?

24.05.2011 um 17:21 Uhr

Witzigkeit kennt keine Grenzen

Gut... ich war faul. Ich hatte einfach keine Lust hier was zu schreiben. Das hat nichts damit zu tun, dass ich nichts zu erzählen hätte... doch... das schon! Aber ich hatte einfach keine Lust. Vielleicht ist das Projekt auf der Arbeit daran schuld. Wir entwickeln ein Messsystem und eigentlich sollte ich nur dasitzen und Protokoll schreiben.

Dummerweise habe ich wieder meine Klappe nicht halten können und musste unbedingt meinen Senf dazu geben. Qualifizierte Fragen stellen, hat das, glaube ich, mein Chef genannt. Und ja... es hat mir Spaß gemacht mal zwischendurch mein Hirn anzustrengen, dass derzeit mit ein bisschen Marketing total unterfordert ist. Aber was ich nicht geahnt habe, dass mein Chef nur die Hauptarbeit auf mich abgewälzt hat. Er hatte nämlich die tolle Idee, dass man doch die ganzen Berechnungen für die Spezifikation schon mal in Excel vorbereiten könnte. Und weil er keine Zeit hatte und ich so getan habe, als würde ich es verstehen (was stimmte) hatte ich diese verdammte Tabelle am Hals.

Und das ist dann leider etwas ausgeartet. Ich saß also wochenlang vor dieser Tabelle und traf mich (inzwischen auch allein) mit dem Auftraggeber, weil mein Chef sowieso nur daneben saß und störte, um die Berechnungen zu verifizieren. Es fühlte sich so an, als würde ich wochenlang nichts anderes tun, als Formeln zu definieren. Mir rauchte permanent der Schädel und als ich nach Hause kam hatte ich überhaupt keinen Nerv mehr überhaupt den PC anzuschalten.

Aber jetzt ist zumindest für den ersten Schritt alles klar. Die Formeln stimmen. Für den ersten Teil. Aber das war ein wichtiger Schritt, schließlich musste erstmal klar werden, wie man überhaupt anfängt. Und es ist doch tatsächlich das passiert, was keiner für möglich gehalten hätte: es funktioniert alles!

Hauptsächlich meine Chefs hätten nicht gedacht, dass ich in der Lage bin solche komplexen Dinge zu verstehen und mich derartig ins Thema einzudenken. Tja... und jetzt bin ich (weil ich ohnehin schon so im Thema stecke) zu so was wie einer Junoir-Projekmanagerin aufgestiegen. Und die haben doch tatsächlich geglaubt, dass ich mit Grafiken ausgelastet bin, dass sie mich nicht über Projekte abrechnen können, weil ich keine Programmierung mache.

HAHA!

02.05.2011 um 17:28 Uhr

Andere Länder...

Stimmung: erschüttert

Ich weiß, dass der folgende Eintrag eher ins Repertoire von Jo fallen würde, aber ich kann gerade nicht anders, als mich darüber freuen, dass wir in Deutschland in der Öffentlichkeit so viel rumknutschen können, wie wir wollen, dass Homosexualität nicht strafbar ist, dass man in seinem eigenen Bett nackt sein darf, dass hier jeder jedem auf die Füße gucken darf....

Ich war ziemlich erschüttert, als ich gelesen habe, was in anderen Ländern alles so verboten ist und wie schwer es teilweise bestraft wird. Andere Länder andere Sitten eben. Trotzdem bin ich froh hier zu sein.

*bitte hier klicken*

Ein Hoch auf die Tolleranz.