Das Leben der jungen J

15.08.2011 um 16:55 Uhr

Die Grillparty

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Pferdeflüsterer

Stimmung: eigentlich gut

Am Samstag hatten wir beim Pferdeflüsterer eine Gartenparty. Nein... es gab keinen besonderen Anlass. Wir fanden einfach, dass es Sommer ist und dass man doch nun mal alle Leute, die wir beide kennen und nett finden mal zusammenbringen könnte, weil man ja nie weiß, wer sich noch mit wem gut verstehen könnte. Außerdem dachten wir, es wäre mal eine gute Gelegenheit, wenn wir mal unseren Freunden zeigen, dass das Dorf wo der Pferdeflüsterer wohnt, zwar außerhalb aber nicht am Arsch der Welt liegt.

Das war jedenfalls der Plan. Also haben wir alle Leute eingeladen, die uns so eingefallen sind. Meine Freunde, seine Freunde, ein paar Nachbarn und Kollegen. Wir kamen dann ungefähr auf 30-40 Leute. Wirklich nur die, die wir wirklich nett finden. Also nicht alle Nachbarn, nur weil wir uns eigentlich nur mit 3 gut verstehen usw.

Ich finde es ja in Ordnung, wenn Leute gleich absagen, weil sie etwas haben, was man nicht verschieben kann. Wie Urlaub oder ne Hochzeitseinladung zum Beispiel. Aber diese „mal gucken" oder die „ich weiß noch nicht" oder die „vielleicht" kann ich ja auf den Tod nicht ausstehen. Kann man nicht sagen, dass man nicht will? Ich finde so eine Aussage suggeriert, dass man sich noch nach einer besseren Alternative umsieht und eigentlich kommen diese Leute sowieso nicht.

Ich mag es einfach nicht. Vermutlich, weil ich nicht so bin. Wenn ich eine Zusage mache, dann mache ich eine Zusage. Dann gucke ich nicht erst, ob nicht was besseres kommt. Wenn ich irgendwo zugesagt habe, dann sage ich auch allen späteren Verabredungen, dass ich dann schon etwas vorhabe. Wer zuerst kommt, malt zuerst. So handhabe ich das. Und eigentlich kennen meine Freunde das so von mir. Ist das nun zu viel verlangt, wenn ich das auch von anderen erwarte?

Und so hatten wir Donnerstag Abend noch 10 "Vielleichts" und 12 feste Zusagen. Wie soll man denn sowas planen? Und nach und nach sagten alle "vielleichts" ab. Der eine hatte es nicht mit seiner Freundin abgesprochen und die hatte anderes vor und deswegen konnte er auch nicht (kann man nicht auch alleine hinkommen?), der andere wollte nach ner Party am Freitag und am Sonntag mal einen Tag dazwischen Ruhe haben, dem nächsten war die Anfahrt zu mühsam, eine Freundin war plötzlich krank, eine andere konnte sich gegenüber ihrem WG-Partner nicht durchsetzen und wurde von ihm zu seiner Familie geschleift... und so ging das weiter, bis es dann nur noch 9 Gäste übrig waren.

Bestimmt hatten alle für sich genommen einen mehr oder weniger nachvollziehbaren Grund. Aber in der Masse fand ich das schon sehr schade. Es ist schwer, das dann nicht persönlich zu nehmen. Diese Häufung der Absagen nicht als ein Zeichen mangelnder Wertschätzung aufzufassen. Vor allem weil ich dachte, dass viele dieser "vielleichts" echte Freunde sind. Ist ja nicht so, als würden wir jede Woche eine Gartenparty geben. Aber vielleichthat sich keiner ein Bein ausgerissen, um dabei zu sein, weil es keinen wichtigen Anlass gab.

Was ist denn mit den Leuten los? Seit wann reicht denn Essen nicht mehr, die Leute vom Sofa hochzuholen? Sind wir wirklich so schlechte Gastgeber, dass wir zweite Wahl sind? Wohnt der Pferdeflüsterer doch zu weit draußen? Und seit wann spielt das denn eine Rolle? Schließlich fahren wir auch überallhin. Sind doch weniger von denen, die wir als Freunde bezeichnen, wirklich echte Freunde?

Wir waren beide sehr enttäuscht von der Resonanz. So ein Feedback auf Einladungen ist der Grund, warum ich keine Geburtstagsfeiern mehr gebe. Mich enttäuschen dann die Absagen weit mehr, als mich die Zusagen freuen. Ich bin gern Gastgeberin. Auch gern für viele Leute. Und diese Gartenparty war mir wichtig - verdammt! Schließlich war unsere erste gemeinsame Party, die wir als Paar gegeben haben. Außerdem wollten wir unsere Freunde miteinander verknüpfen und den Leuten einen Grund geben uns zu besuchen. Ich wollte einen Beweis dafür, dass es egal ist, wo man wohnt, dass echte Freundschaften diese Barriere überspannen kann. Und es ist doch nur ne halbe Stunde aus der Stadt. Aber so waren nur zwei dabei, die nun noch nicht auf dem Hof waren. Mission also nicht geglückt.

Und über diesen schalen Nachgeschmack, den diese ganzen Absagen bei mir ausgelöst haben, kann auch die Tatsache wenig hinweg helfen, dass es ein wirklich, wirklich gelungener Abend war. Es war sehr gesellig, eine angenehme Atmosphäre und alle haben sich sehr wohlgefühlt. Wir haben toll als Paar funktioniert und ich habe mich nicht als Gast sondern als Gastgeberin gefühlt. Und das bei ihm zu Hause. So als wäre es auch mein zu Hause. Es war wirklich ein schöner Abend. Nur eben schade, dass so wenig dabei waren.

10.08.2011 um 17:35 Uhr

Ich bin ein Mensch - holt mich hieraus!

Stimmung: ist am flruchen

Ich könnte sooo kotzen. Wirklich. Es geht mir verdammt noch mal auf den Keks. Wieso müssen ausgerechnet WIR ein Messsystem entwickeln, wozu es überhaupt keine vernünftige Dokumentation für die Soll-Werte gibt. Ich bin gerade kurz davor auszurasten. Ich will nicht mehr. Ich kann nicht mehr. Es klappt einfach nicht. Ständig taucht ein neues Problem auf. Immer und immer und immer und immer wieder. Hat man eins gelöst, gibt es ein neues und man muss das erste noch mal überdenken. Sich einen anderen Weg überlegen, weil dieser Weg nicht verallgemeinerbar ist. Und diese verdammte Exceltabelle macht mir irre. Ständig stimmen die Bezüge nicht mehr. Ständig muss man sich auf ein und das selbe Feld beziehen und NIE funktioniert es nachdem man es woanders hinkopiert hat. (ja ja... eigene Blödheit) weiß ich auch. Aber es sind eben so sau viele feste Bezüge und so sau viele unterschiedliche Fälle, die alle für sich genommen betrachtet werden müssen. Da übersieht man leicht einen. Und natürlich funktioniert es nicht, wenn man den einen Weg gefunden hat, dass man es einfach umdreht und in die andere Richtung anwendet. Ich weiß auch gar nicht, warum ich da so viel Zeit reinstecke. Im Computercode ist es alles einfacher... bestimmt ist es das! Und warum sitze ich vor der Excel-Tabelle? Achja... weil meine heißgeliebten Chefs gerne eine Referenz hätten. Eine wo man den Rechenweg nachvollziehen kann. Aber nachvollziehbar ist da gar nichts mehr. Ich steig da langsam nicht mehr durch durch meine eigene Tabelle durch.

Letzens kam mein Kollege an und fragte, ob es zu dem Problem vielleicht ein Rechenbeispiel gibt. Wenn es nicht so traurig wäre, hätte ich allein über diese Frage schallend lachen können. Nein. Gibt es nicht. Es gibt noch nicht mal Funktionen, geschweige denn Lösungswege. Alles muss man sich selbst erarbeiten. Nichts ist dokumentiert. Ich kampiere seit Wochen in der Bibliothek, in der Hoffnung, dass sich irgendein schlaurer Mensch als ich, sich schon mal zu diesem Thema Gedanken gemacht hat. Hat aber keiner. Und im Internet gibt es dazu auch nichts.

Und ich kann nicht mehr. Ich melde mich niewieder freiwillig. Ich schrei nie wieder „hier". Ich sag nie wieder etwas in Besprechungen, wenn ich nur dasitzen soll und Protokoll schreiben. Dann hab ich hinterher auch nicht so einen Scheiß am Hals. Und jetzt kann ich es nicht wieder abgeben. Jetzt hab ich gesagt, dass ich es mache. Das Problem ist, ich weiß genau, wie es geht. Mittlerweile kenn ich die Formeln. Fast auswendig. Aber ich krieg sie ums Verrecken nicht in Excel rein. Wegen diesen verdammten Bezügen. Ständig und immer wieder passt es nicht. Und wenn es denn gerade mal für einen Fall passt... Zack... Copy Paste und schon wieder irgendwo einen Fehler eingebaut. Und dann passt es in der einen Zeile und dann in der nächsten nicht mehr.

*Bücherzerreiß* *Haare rauf* *auf dem Rechner rumstampf* *dem Auftraggeber einen toten Hahn aufs Kopfkissen leg*

03.08.2011 um 14:41 Uhr

Langsam treibt sie mich in den Wahnsinn

von: VomFeuerkind   Kategorie: Das Schwiegermonster   Stichwörter: Pferdeflüsterer, Mutter

Stimmung: fassungslos

Es gibt schon wieder was neues von meiner Mutter. Ich habe nämlich gestern mit ihr telefoniert und sie hat auf ne super fiese Art Dinge gesagt, dass mir im ersten Moment nicht klar war, was sie da eigentlich von sich gelassen hat. Aber jetzt nachdem ich drüber geschlafen habe, könnte ich mich mega darüber aufregen.

Also erstmal ging es um das Zusammenziehen. Sie kann nicht glauben, dass ich freiwillig von der Stadt aufs Land ziehe und da auch noch glücklich werden soll. Wo ich doch schon als Kind gemeint hätte, dass die Kleinstadt zu klein ist und dass ich später mal in eine Großstadt ziehe. (Jaja... es fällt mir schwer. Aber es gibt keine andere Möglichkeit und ich finde mich damit ab und fange an, die Idee auch irgendwie gut zu finden. Außerdem... kann man die Meinung nicht mal ändern?)

Als nächstes soll ich berücksichtigen, dass ich durch die viele Fahrerei auch mehr Kosten habe als jetzt und selbst wenn wir uns die Miete teilen vermutlich noch was drauflegen muss. (ja... weiß ich auch. Deswegen überlegen wir schon ne Gasanlage in mein Auto einzubauen, um die Kosten zu minimieren)

Als nächstes fragte sie, ob ich schon einen Plan hätte, wie ich Karriere machen will. (Daraufhin folgte eine abgeschwächte Version von der Karriere und Verdienst-Diskussion von neulich.) Schließlich muss ich Karriere machen, wenn wir uns eine Familie leisten wollen. Schließlich gibt es in seinem Job kaum noch finanzielles Entwicklungspotential. Er kann also keine Familie ernähren. Und weil MEINE (Ja, sie betonte meine! Nicht unsere!) Kinder ja clever werden würden, müsste ich damit rechnen, ihnen Studium zu bezahlen. (Ja... das ist mir auch klar.)

Außerdem und jetzt kommt O-Ton: „Sollte Dein Bestreben dahingehen, so viel zu verdienen, dass du dir ne Kinderfrau leisten kannst!..." (Äh... Wieso?? Der Pferdeflüsterer hat doch kein Problem damit zu Hause zu bleiben...?!) „...Weil der Pferdeflüsterer bei DEINEN cleveren Kindern schnell an seine Grenzen kommen wird und ihnen in der Schule nicht genug helfen kann!". (Halloo???? Der Pferdeflüsterer ist nicht blöd! Und wenn er damals jemanden gehabt hätte, der sich um ihn gekümmert, ihn gefördert und gefordert hätte, hätte er bestimmt noch was anderes gemacht oder er hätte studiert oder so. Er ist sehr clever und er kann sich super viel merken. Gut vielleicht keine Pferdestammbäume, aber dafür soo viel anderes. Und außerdem hab ich es doch auch geschafft, obwohl mir meine Mutter in Englisch und Mathe nicht helfen konnte.) Aber ich wäre ja auch von allein schon sehr clever gewesen. (Aha!)

Und dann meinte sie noch, dass ich mir das schon alles gut überlegen werde und das es wichtig ist, die Vorhaben mal mit anderen zu diskutieren und sich die Bedenken anzuhören. (Ok... echt jetzt. Es reicht. Nicht von ihr. Wenn ne Freundin sagt, überleg mal dies und jenes, versucht sie mir trotzdem nicht die gesamte Beziehung auszureden.)

Ich weiß auch nicht was mit mir los war. Ich habe es überhaupt nicht geschnallt, was sie da eigentlich alles gesagt hat. Klar habe ich gegen gehalten, aber nicht so, wie sie es verdient hätte. Eigentlich verdient sie es nicht mehr, dass ihr irgendwie mit ihr rede. Ich mache ihrer Meinung nach einen Fehler, wenn ich mit ihm aufs Land ziehe. Dass kann ihrer Meinung nach allein schon deswegen nicht gut gehen, weil ich ein Stadtkind bin. Außerdem habe ich mir den totalen Versager ausgesucht, weil er nicht in der Lage ist, eine Familie zu ernähren und blöd ist er auch noch. Naja.. jedenfalls offensichtlich unter meinem Niveau.

Was bildet diese blöde Kuh sich eigentlich ein? Wie kann man so eine schlechte Meinung von meinem Weltbesten Freund haben? Kann sie nicht sehen, dass er gut für mich ist? Vielleicht nicht in den Aspekten, die sie für wichtig hält, aber dafür in anderen? Er liebt mich, er respektiert mich und er achtet mich. Was kann ich denn noch erwarten? Soll ich ihn verlassen und mit irgendjemanden, der viel Geld hat, der mich aber nicht liebt zusammenkommen? Das kann doch nicht ihr Ernst sein.

Ich weiß noch überhaupt nicht, ob und wie ich eine Familie haben will. Oder ob Karriere das richtige für mich ist. Ich muss meinen Weg gehen und nicht den, den sie sich für mich erträumt hat. Ich könnte sie gerade erwürgen, weil sie so gemeine Sachen wieder von sich gegeben hat und ich es diesmal nicht mal sofort bemerkt habe. Sie macht das geschickt und versucht es, es clever zuverpacken. Zu blöd, dass ich clever genug bin, um es immer zu durchschauen. (Auch wenn es manchmal etwas dauert)

Und dann wundere ich mich, warum der Pferdeflüsterer sie nicht leiden kann?

Ich weiß nicht, was ich da noch machen soll. Eigentlich verdient sie es nicht mehr, Teil meines Lebens zu sein. Wo ich es doch in ihren Augen ohnehin verpfusche.

02.08.2011 um 14:41 Uhr

Der Kleiderschrank ist Schuld

Stimmung: Naja...

Ich habe nichts anzuziehen. Ok... das ist ein Frauenproblem. Das weiß ich selbst. Aber heute stand ich vor dem Kleiderschrank und habe überhaupt gar nichts gefunden. Ich wollte nicht schon wieder die immer gleichen Kombinationen anziehen und die Farben, die ich habe, hängen mir auch zum Hals raus. Ich weiß ja auch, dass mir Herbstfarben, wie rot, braun und oliv gut stehen. Aber es langweilt mich.

Das Wetter spielt natürlich auch noch so eine gewisse Rolle. Langsam werden die Teile für die Übergangsphase langweilig. Für richtige Sommerkleidung ist es nicht warm genug und für Winterkleidung (Gott sei Dank) nicht kalt genug. Ich hab gar nicht so viel für dazwischen. Und weil ich nicht so viel habe, habe ich ständig das Gefühl, ich würde langweiligerweise immer das Gleiche anziehen.

Außerdem passt irgendwie nichts so richtig. Ich bin zwar schon dünner geworden, aber eben noch nicht genug. Und gerade heute morgen fand ich mich ziemlich schwabbelig. (Klar... das Problem hab ich alle 4 Wochen.) Besonders als mir einfiel, ich könnte mal wieder die Jeans anziehen, die, die so früher locker gesessen hat. Nur leider saß sie nicht locker. Sie war irgendwie eng. Ich finde es wirklich furchtbar, dass es einfach nicht schnell genug mit dem Abnehmen vorwärts geht. Ich bin es auch langsam wirklich mal leid ständig zu verzichten. Ist ja klar, dass der Jojo-Effekt dann nicht lange auf sich warten lässt.

Tja... und nun stand ich vor dem Spiegel und fand wirklich nichts zum anziehen. Echt jetzt. Also entweder passte es nicht, es war zu warm oder zu kalt, ich mochte die Farbe nicht oder es gab nichts, was man dazu kombinieren konnte. Das habe ich sonst morgens nie. Ich suche mir irgendein Teil raus, auf das ich Lust habe und suche mir dann andere Dinge, die dazu passen. Und schon gar nicht brauche ich morgens vor der Arbeit ne dreiviertel Stunde um mich anzuziehen.

Das einzige Teil auf das ich wirklich Lust hatte, war das neue Petrol-farbene Shirt. Das ist glaube ich auch meine neue Lieblingsfarbe. Sie passt super zu blau, braun, lila und schwarz und steht mir auch noch hervorragend. Das Problem war nur, dass ich das gestern auch schon an hatte. Ich meine, das ist ja der Gipfel der Langeweile, an zwei Tagen hintereinander das gleiche Shirt anzuziehen.

Ich tat es trotzdem. Hauptsächlich weil nun endlich meine Geduld für den Morgen zu Ende war. Also schon wieder nichts mit Radfahren, dazu war ich nun wirklich zu spät dran. Wobei das wenigstens ein bißchen gegen schwabbelig sein geholfen hätte.

01.08.2011 um 18:40 Uhr

Panik und Erleichterung

Stimmung: wieder alles gut

Am Freitag hatte ich sowas wie eine Panik-Attacke. Der Pferdeflüsterer rief abends an und fragte, wann ich denn nun vorbei kommen würde und in dem Moment ging es los. Ich wusste es nicht. Ich wollte auch nicht. Ich hatte Angst. Ich hatte Angst davor hinzufahren und zu sehen, dass er mich beim letzten Mal nicht ernst genommen hat und nichts aufgeräumt oder sauber gemacht hat. Ich wollte nicht wieder von ihm enttäuscht werden. Ich hatte auch Angst davor, nicht hinzufahren weil er es mir bestimmt übel nehmen würde. Schließlich würde es bedeuten, dass ich ihm nicht vertraue oder nicht hinter ihm stehe. Ansprechen konnte ich es irgendwie auch nicht, weil ich es ja erst kürzlich angesprochen hatte und es sowie ein Reizthema (wie es der Alte Mann ausdrückte) bei uns ist.

Tja... und nun stand ich also da und ich konnte meine Optionen nicht sehen und bekam Panik. Ein Not-Anruf beim Alten Mann später war mir klar, dass am nächsten Tag hinfahren nicht so schlimm ist. Jedenfalls wäre es besser nicht hinzufahren, als das Reizthema auf dem Tisch liegen zu haben und nicht anders zu können, als es verletzend anzusprechen. Das wäre ja total kontraproduktiv. Und ja, wir müssen unbedingt einen Weg finden, dass Thema anzusprechen. Außerdem wurde mir klar, dass der arme Pferdeflüsterer keine Chance hat und wahrscheinlich nichts tun könnte, damit es in meinen Augen genug ist. Aber ich wurde langsam wieder ruhiger und ein Plan manifestierte sich bei mir im Kopf.

Also rief ich meinen Freund an und teilte ihm mit, dass es wohl noch ein wenig dauern kann, bis ich bei ihm bin, weil ich erstmal meine Panik bewältigen musste. Und weil ich mittlerweile doch ein besseres Gefühl dabei hatte, hinzufahren, als nicht hinzufahren - nur nicht sofort - überredete ich ihn, sich mit mir unterwegs zu treffen. Schließlich würden wir dann zusammen bei ihm reingehen. Er versprach mir auch, dass tatsächlich etwas passiert ist und mir ggf. die entsprechenden Stellen zu zeigen. Außerdem könnte ich auch wieder fahren, wenn es eben nicht ausreichte, um mich das ganze Wochenende wohl zu fühlen. Das hielt ich für eine gute Sache.

Und nach dem Einkaufen und Essen war es nicht mehr so schlimm. Und schon gar nicht so schlimm, dass es eine Panik-Attacke gerechtfertigt hätte. Er hatte nämlich tatsächlich SICHTBAR einige Ecken aufgeräumt und geordnet. Es gab sogar Stellen, wo er Staub gewischt hatte. Es gab einen sichtbaren Fortschritt. Das war toll. Und plötzlich konnte man im Schlafzimmer stehen, ohne dass Klamotten rumlagen und man bekam doch tatsächlich Luft in dem Raum.

Ich blieb also das Wochenende über und freute mich, weil der weltbeste Freund von allen mir trotz allem immer noch zuhört und erkennt, wann er handeln muss.