Das Leben der jungen J

18.11.2011 um 10:57 Uhr

Projekt Pandoras Box

Stimmung: furchtbar

So langsam geht es uns alles mächtig auf den Zeiger. Immer wenn man in diesem Scheiß-Projekt ein Problem gelöst hat, freut man sich total und biegt um die nächste Ecke und dann taucht schon wieder das nächste schier unlösbare Problem auf. Aber wir sind tapfer und beißen uns durch, hangeln uns von einem Problem zum nächsten, denken an die 25000 logischen Verknüpfungen, die berücksichtigt und bedacht werden müssen und lösen auch vieles und dann trifft uns immer wieder die totale Ernüchterung: Es muss doch alles ganz anders. Dinge sind miserabel bis gar nicht dokumentiert, immer wenn man sich für den intuitiven, logischen Weg entscheidet, ist er garantiert falsch, lesbare Übersetzungen enthalten nicht die gleichen Inhalte wie die dazugehörigen Binär-Dateien, ständig gehen wir von Informationen aus, die wir dann doch nicht so bekommen und am besten finde ich den Spruch, das machen wir seit 100 Jahren so - dann macht das doch weiter, statt euch mit einer Software die Arbeit abnehmen zu wollen, die es offensichtlich eh nicht richtig machen kann. Was bringt es beispielsweise eine Höhe anzugeben, wenn sie am Ende doch nicht die richtige ist.

Die Motivation ist langsam im Keller, alle sind frustriert, weil man ständig Probleme beheben muss und trotzdem nicht vorwärts kommt. Die Entwickler (ich auch) schieben schon seit Wochen Nachtschichten und Wochenenddienst und drehen dabei bestimmt keine Däumchen. Und jetzt macht sich auch noch Grippe breit...

Und nein... Wir haben uns nicht inhaltlich übernommen. Wir können das! Wir haben nur zu wenig Zeit. Und dann kommen immer plötzlich irgendwelche Abnahmerelevanten Dinge dazu, die im Grunde Tage dauern. Und nein... man kann irgendwelche Features nicht weglassen. Wenn man etwas von der gesamten Kette weglässt kommt am Ende gar nichts raus.

Und dann dachten wir, dass die ganze inhaltliche Denkarbeit hauptsächlich vom Kunden kommen sollte. Schließlich haben sie das Projekt schon mit einem anderen Unternehmen versucht - und sind gescheitert. Man erwartet, dass doch schon etwas vorgedacht ist und wir es „nur" verbessern müssen. Aber nein.. von dem kommt nichts. Ständig fragen wir Sachen nach, die er noch niemals gehört hat, fordern Formeln, wo er keine Ahnung hat wo die herkommen sollen, stellen Dinge in Frage, die offenbar noch nie gefragt wurden. Wir haben uns jede Berechnung selbst erarbeiten müssen. Wir haben sie umgesetzt und validiert und sie sind richtig, richtig gut. Das hat aber auch unglaublich viel Zeit gekostet. Und jetzt stehen wir da und schaffen womöglich die Abnahme nicht.

Und wieder kommt der Kunde diese Woche mit - achja.. dass sind übrigens die Bedingungen im Abnahmefall. Wie jetzt? So? Aber das wollten wir doch gar nicht jetzt machen. Das sollte doch noch bis Version 2 warten. Wie? Ohne das geht es nicht? Ne... das kriegen wir nicht eben schnell hin. Das heißt, dass da jede Stelle im Code angefasst und bearbeitet werden muss. Und nein... das können wir nicht bis Ende der Woche. Sowas dauert min. 3 Wochen, wenn es nicht irgendwelcher Schmu sein soll.

Warum muss ausgerechnet das erste Projekt an dem ich arbeite so eine Katastrophe sein.

03.11.2011 um 08:55 Uhr

Verzeihen.

von: VomFeuerkind   Kategorie: Das Schwiegermonster   Stichwörter: Pferdeflüsterer, Mutter

Stimmung: traurig

„Verzeihen." Das waren die Worte von HApart zu meinem letzten Beitrag.Verzeihen soll ich ihr.

Verzeihen? Wie zum Teufel soll ich ihr denn verzeihen, dass sie mich mit der von ihr bezahlten Ausbildung erpresst? Mit dem Auto? Wie soll ich denn verzeihen, dass sie mich ständig mit Vorwürfen und Vorurteilen konfrontiert? Wie soll ich ihr denn verzeihen, dass sie mir nicht zuhört und mich ständig verletzt? Und selbst wenn ich dafür einen Weg finden würde, wie soll ich ihr denn verzeihen, dass der Streit vom Wochenende den Pferdeflüsterer dazu gebracht hat, zu überlegen, ob ich diese Art von Stress wirklich wert bin?

Aber was noch schlimmer ist, mir geht es nicht anders. Ich denke auch darüber nach. So... jetzt hat sie also erreicht, was sie wollte. Sie hat einen Keil zwischen uns gedrängt. Wir grübeln beide, ob der Kampf mit ihr es wert ist. Ob unsere Liebe stark genug für diesen Mist ist. Ob es das wert ist, dass ich vielleicht mit meiner Mutter den Kontakt abbrechen muss, damit ich mit dem zusammen sein kann, den ich liebe.

Wie soll ich ihr denn so was verzeihen?

Der Pferdeflüsterer ist das Beste, was mir seit langem passiert ist. Er ist ein wundervoller Partner: liebevoll, fürsorglich, macht sich viele Gedanken, wie er mich glücklich machen kann. Ständig überlegt er sich irgendetwas süßes, überrascht mich nach auf dem Rückweg einer Geschäftsreise auf dem Bahnhof, bringt mir Blumen mit, kümmert sich um mein Auto und wenn ich ihn brauche ist er da. Er nimmt mich in den Arm, wenn ich traurig bin und freut sich mit mir, wenn ich mich freue. Er kann mit meinen Zickereien und Eigenarten umgehen und läuft vor Problemen nicht davon. Er ist ehrlich auch wenn es verletzend ist und wenn man Kritik äußert, denkt er drüber nach und ändert etwas. Er ist einfach wundervoll. Und ich liebe ihn.

Wir haben viel Spaß miteinander und finden immer wieder eine neue Freizeitbeschäftigung, die uns beiden Spaß macht. Wir lachen viel, wir reden viel und wir kuscheln viel. Wir können uns sagen, was wir im Moment brauchen und uns gegenseitig Freiräume geben. In vielen Bereichen scheint es einfach so zu harmonieren. Immer wenn mir jemand von seinem Partner und den Streits berichtet freue ich mich immer über die Qualität unserer Beziehung. Wir haben viele Streitthemen, die andere Paare haben, einfach nicht. Ich muss mich nicht über mangelnde Aufmerksamkeiten oder zu viel Eifersucht beschweren. Mein Partner ist das, was sich viele Frauen, wünschen.

Wie oft habe ich in der letzten Zeit schon gedacht, dass ich ihn so schnell nicht wieder loslassen werde? Wo werde ich denn so jemanden wieder finden? Jemand, der nicht perfekt ist, aber dessen Eigenarten ich wirklich gut ertragen kann? Jemand der sich so um mich kümmert? Jemand bei dem ich nach wie vor ein gutes Gefühl habe, wenn wir zusammen sind? Jemand mit dem das Leben leichter läuft? Jemand der mich glücklich macht?

Ich habe meinen Prinz zwischen den Fröschen gefunden. Und ich habe eine Entscheidung getroffen. Wenn ich mich nun zwischen meinem persönlichen Prinzen, Harmonie und dem besten Freund, den ich je hatte und zwischen Streit, Erpressung und Kampf mit meiner Mutter entscheiden müsste, dann ist das zwar schwierig, weil es schließlich immer noch meine Familie, meine Wurzel ist, aber die Wahl würde auf den Pferdeflüsterer fallen. Hauptsächlich, weil sie nicht aufhören würde, wenn ich mich trenne. Mit ihr würde sich das Verhältnis vermutlich nicht ändern. Ich hätte immer noch den falschen Job, ich würde mich immer noch zu wenig melden und ich würde sie immer noch nicht meinen Freunden vorstellen.

Und was macht der Pferdeflüsterer? Der hat ein schlechtes Gewissen, weil er dafür sorgt, dass ich ernsthaft darüber nachdenke, mit meiner Mutter zu brechen. Er meint, wenn wir uns dann doch irgendwann mal trennen würden, wäre ich ganz allein. Er will dafür die Verantwortung nicht tragen. Genauso wenig, wie er nicht daran „Schuld" sein will, dass ich mein geliebtes Stadtleben aufgebe und zu ihm auf Land ziehe. Er glaubt nicht, dass er das Wert ist. Er hält sich nämlich nicht für so einen tollen Freund. Er glaubt ich übertreibe, wenn ich ihm das sage. Er hat Angst davor, dass ich es ihm eines Tages vorwerfe, was ich alles für ihn aufgegeben habe. Und ich kann es verstehen. Aber ich versuche die Entscheidung nicht von ihm abhängig zu machen, damit das nicht passiert. Normalerweise kann ich gut mit meinen Entscheidungen leben und bereue sie nicht oder werfe jemanden etwas vor. Ich entscheide mich, weil ich es gut überlegt habe. Weil sie für mich in diesem Moment das einzig Richtige war. Und ja... verdammt. Er ist es wert.

Und ich habe wirklich Angst davor, dass der Pferdeflüsterer sich gegen die Beziehung entscheidet. Vor allem überlege ich, ob ich wirklich genug getan habe. Ob ich wirklich das alles zurückgegeben habe, was er mir gibt. Ob ich zu viel gefordert habe und zu wenig selbst gegeben habe. Ob ich zu zickig und zu wenig liebevoll gewesen bin. Ob ich genug versucht habe, ihm das  Leben in einer Beziehung einfach zu machen, weil ich ja weiß, dass das alles neu und schwierig für ihn ist. Ob ich verständnisvoll genug war. Ob ich oft genug für ihn da war. Ob es genug Aufmerksamkeiten und liebevolle Gesten waren. Ob ich ein ebenso toller Partner war, wie er.

Ich hoffe jeden Tag, dass es ausgereicht hat. Dass er sich die letzten 1,5 Jahre genauso wohl gefühlt hat wie ich. Dass er das alles nicht wegwerfen will. Aber er muss sich genauso für diese Beziehung entscheiden, wie ich. Die Entscheidung kann ich ihm nicht abnehmen. Aber wenn wir uns beide für die Beziehung entscheiden, werden wir zusammen einen Weg finden, mit der Schwiegermonster Situation umzugehen. Es ist doch nur ein Test. Ein Test aus dem man nur gestärkt hervorgehen kann - wenn man ihn besteht. Und ich traue ihr durchaus zu, dass sie uns in voller Absicht in so eine Situation geschubst hat, um zu testen, ob unsere Beziehung so was überlebt.

Und ja. Ich habe Schwierigkeiten, ihr zu verzeihen, dass sie sich so in unser Leben gedrängt hat. Ich kann ihr nicht verzeihen, dass sie unsere Beziehung vor so eine Zerreißprobe stellt. Ich kann ihr nicht verzeihen, dass sie nicht mal versucht hat ihn zu mögen. Dass sie ihm nicht mal eine Chance gegeben hat. Wie kann sie den tollsten Freund der Welt so falsch einschätzen.

Ja... klar... wenn er geht, dann hat meine Mutter Recht damit, dass seine Liebe nicht ausgereicht hat... dass nur eine Mutter, wie sie kommen musste, um uns auseinander zu bringen...blabla... Aber ich wüsste es besser und ich könnte ihn verstehen und ich würde ihr bis ans Ende meiner Zeit Vorwürfe machen und würde ihr nie wieder einen Freund vorstellen. Und das würde sie am allerwenigsten verstehen.

01.11.2011 um 12:16 Uhr

Der Supergau

von: VomFeuerkind   Kategorie: Das Schwiegermonster   Stichwörter: Pferdeflüsterer, Mutter

Stimmung: immer noch nicht wieder richtig gut

Meine gemeine Mutter hat am Sonntag den Vogel abgeschossen. So ausgeufert war das in den letzten Jahren noch nicht. (sorry wegen dem wirklich langen Bericht)

Zuerst war es nur ein „normales" Gespräch, wo sie mir vom Selbstmordversuch von dem dessen Namen nicht genannt wird berichtet hat, dass er angezeigt wird und in die geschlossene Anstalt kommt und davon, dass das mit meiner Cousine schon weit länger geht, als wir gedacht haben und dass es vermutlich noch weitere Jungs aus der Nachbarschaft gibt die auch betroffen sind und davon, dass meine Tante neue Kräfte in sich entdeckt und schon alles für den Umzug und die Scheidung organisiert hat. Alles ganz schrecklich. Und schlimmer als ich dachte.

Und dann fing sie an mich zu provozieren. Zuerst habe ich mich nicht eingelassen bis sie dann meinte, dass ich immer Informationen zurückhalte und mich kontrolliere, was ich sage (kein Wunder, wenn sie immer alles gegen mich benutzt) und nur wenn ich mich aufrege wäre ich wirklich ehrlich und sie würde Dinge erfahren, die sie sonst nicht erfahren würde. Das wäre doch auch sehr heilsam für mich, weil ich es nun endlich rausgelassen hätte (was ja schon ziemlich dreist ist). Aber ich habe gemeint, dass sie sowieso nicht mit der Wahrheit umgehen kann (Nein - doch - nein - doch) und zum Beweis habe ich den aktuellen Anlass, dass meine Cousine wegen dem Missbrauch kein wirkliches Sexualverhalten entwickeln konnte und sie deswegen wohl auch in Swinger Clubs geht, genutzt, um ihr zu erzählen, dass ich das auch tue und zwar mit meinem Partner - auch ohne Missbrauch. Das war Fehler Nr. 1.

Sie meinte, dass das ja widerlich, ekelhaft und pervers wäre, wenn man es Ok findet, dass der Partner mit einer anderen Frau "fickt" (OT), dass es alles nur ein Alibi für Seitensprünge ist und dass der Pferdeflüsterer überhaupt nicht der richtige Partner sein kann, wenn er nicht alle meine Bedürfnisse befriedigen kann. (Ihr zu versuchen zu erklären, dass es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die sie offenbar nicht nachvollziehen kann und Bedürfnisse, die nicht vom Partner gestillt werden können/wollen, schlug völlig fehl.)

Damit endete das erste Telefongespräch. Ich saß da und konnte es nicht fassen, dass es meine Mutter schon wieder geschafft hatte, mich einerseits aus der Reserve zu locken und andererseits das Thema auf unsere Beziehung zu lenken und sie in den Dreck zu ziehen. Dass sie meine Wahl offen als falsch darstellt und mich als pervers und widerlich bezeichnet. Ich war mächtig enttäuscht. Ich saß da und schüttelte den Kopf. War völlig fertig. Und diesmal sagte der Pferdeflüsterer nicht nur, dass er sich da wohl mal einmischen müsste, weil er es nicht mehr ertragen kann, dass ich WIEDER EINMAL da sitze und leide und heule, nachdem ich mit meiner Mutter telefoniert habe, weil sie WIEDER EINMAL etwas Gemeines gesagt hat, sondern er rief sie tatsächlich an. Das war Fehler Nr. 2.

Denn nun hatte sie ihn endlich mal am Telefon und konnte ihm alles sagen, was ihr nicht passte. Kramte sämtliche Begebenheiten raus, an denen sie ihn getroffen hatte und butterte das Brot mit jedem Verhalten, dass ihr aufgestoßen war. Sie warf ihm vor, dass er nur in der Lage wäre, sich mit einer Person zu unterhalten, dass er alles besser weiß (obwohl er doch nur helfen wollte, schließlich muss man auf einem 16:9 Fernseher Bilder im gleichen Format nicht noch zusätzlich quetschen, so dass ein 16:9 Bild plötzlich 16:5 (oder so) dargestellt wird), dass er ein zweites Gesicht hätte und es nur eine Frage der Zeit wäre, bis ich es erkenne und mich trenne, dass ihn der Stress zwischen mir und ihr nichts angehen würde, schließlich wäre es ja nicht sein Problem, wenn ich nicht mit ihr umgehen könnte und dass wir dann ja noch größere Probleme hätten, als sie schon vermutet hat, wenn er nicht damit umgehen kann, dass ich so ein gutes Verhältnis mit meiner Mutter habe (achja? wo denn?),  und dass er erstmal das Problem mit seiner eigenen Mutter in den Griff bekommen sollte (mit der er nicht redet, aber das ist aus meiner Sicht seine Sache) und dass sie erstmal seine Mutter kennenlernen will, weil sie wissen will in welchem Umfeld unsere Enkelkinder aufwachsen werden (Und dann was? Will sie mir den Segen für die Ehe/Beziehung nicht geben? Und was bitte soll daran neu sein?). Das Beste „Argument" von allem war, dass wir nach dem Urlaub ja extra einen Umweg von 400km gemacht haben, nur um sie nicht besuchen zu müssen und wenn wir wirklich glücklich wären, würden wir uns überall wohl fühlen, bloß weil wir uns hätten, und hätten nicht vor lauter Langeweile früher abreisen müssen.

Der Pferdeflüsterer blieb soweit ruhig, versuchte ihr aufzuzeigen, wo sie sich in ihrer eigenen Argumentation verstrickte und wo sie sich wiedersprach. Aber damit kam er nicht durch, weil sie immer etwas nicht so gemeint hatte, er sie falsch verstanden hätte oder es sein eigenes Problem wäre, wenn er nicht mit ihrer Meinung zurechtkam. Bis sie meinte, dass er mich ihr entfremden würde und ich völlig von ihm abhängig wäre und ich mich wieder einmischte. Das war Fehler Nr. 3

Es schaukelte sich alles noch mehr auf. Ich versuchte ihr zu erklären, dass es mein Leben ist, dass ich es nicht in Ordnung finde, wenn sie mich und meinen Partner als widerlich bezeichnet, dass sie nicht zuhört alles verdreht etc. Zum Schluss war es eigentlich ein Therapeutenstreit. Meine Therapeutin, die mir beigebracht hat, wie ich Probleme allein lösen kann, die mir gesagt hat, dass eine Einstellung „ich bin ok und du bist ok" (was so viel heißt wie: Ich habe meine Meinung und die hat ihre Daseinsberechtigung und Du auch) erstrebenswert ist, dass man auch als Sender eine gewisse Verantwortung dafür hat, dass die Message richtig beim Empfänger ankommt, gegen ihren Therapeuten, der ihr beigebracht hat, dass man sie sich nicht ändern muss, damit es anderen gut geht (was sie als Freibrief auffasst, fies und gemein zu sein, wenn es ihr beliebt), dass der andere ein Problem hat, wenn er nicht mit ihr klar kommt und der sie als geheilt entlassen hat (was für sie ein Freibrief ist, nicht mehr an sich zu arbeiten).

Es schaukelte sich soweit hoch, dass sie mir vorwarf, ich hätte meine Therapie nicht beendet und hätte ihr gar nichts zu sagen - was nicht stimmt. Ich sehe es nur eher wie ein Alkoholiker, der immer ein Abhängiger bleibt und immer wieder neu an sich arbeiten muss, aber alleine seinen Probleme und Herausforderungen begegnen kann und nicht wie eine abgeschlossene fertige Sache. Und weil alles nicht mehr half, meinte ich, dass viele Aussagen doch sehr gemein wären und dass es doch nicht notwendig ist so zu reden.

Sie meinte dazu nur, wenn mich diese Dinge, die sie sagt verletzten würden ist es doch nur ein Zeichen dafür, dass sie den Kern getroffen hat, dass es ein Zeichen für die Wahrheit ist und dass ich doch schon mal selbst darüber nachgedacht hätte. Und das fand ich richtig unfair ich sagte zu ihr, dass sie eine gemeine Frau ist und das traf sie wirklich. Das war Fehler Nr. 4.

Denn nun war mein Vater auf 180, weil er es nicht ertragen kann, wenn ich meine Mutter verletzte. Also hielt er mir dann vor was für eine schlechte und undankbare Tochter ich doch wäre, die ihre Mutter beleidigt, schließlich hat man nur eine und es steht schon in der Bibel, dass man Mutter und Vater ehren sollte und er schwer von mir enttäuscht wäre. Ich hielt dagegen, dass bei mir irgendwann auch das Maß voll ist und dass ich keine andere Wahl hatte. Aber wenn ich so drauf wäre, will er nichts mehr von mir wissen und er will, dass ich ihm das Auto (was sie mir netterweise zur Verfügung gestellt haben) inklusive aller Schlüssel und Papiere auf den Hof stelle. Dann legte er auf.

Das war schon krass. Natürlich sind da mit ihm die Pferde durchgegangen. Aber bei ihm weiß man nicht, wie ernst es ihm damit ist. Wenn er wirklich stinkig ist - und das war er - meint er sowas ernst. Allerdings beruhigt er sich schnell wieder. Und dann zieht er es wieder zurück. Eigentlich will er dann nur eine Entschuldigung. Das Dumme ist nur, dass sie seit jeher erfolglos versucht haben mich mit Sanktionen zu treffen und es noch nie den gewünschten Effekt hatte. Mich kann man mit sowas nicht erpressen. Noch nie. Ich würde mich deswegen nicht entschuldigen oder zu Kreuze kriechen. Und wenn sie das so haben wollen können sie das haben. Ich ging im Kopf eh schon die Alternativen durch. Mit dem Bus zur Arbeit, mit öffentlichen Mitteln zum Pferdeflüsterer, einkaufen zu Fuß... Ich WÜRDE das Auto abstellen und würde auch ohne prima klar kommen. Es wäre zwar nicht mehr so bequem, aber ich würde da nicht dran sterben. Genauso wenig wie damals am Taschengeldentzug (dann gebe ich eben nichts aus), am Stubenarrest (ich wollte eh nicht raus), am Telefonverbot (egal, ich wollte eh keinen anrufen) oder am Fernsehverbot (dann lese ich eben). Aber dann gäbe es für mich auch kein Zurück mehr.

Aber vorsichtshalber fragte ich mal nach, ob sie wirklich diesen Weg gehen wollten. Wenn sie das Auto haben wollen können sie es haben, aber dann müssen sie auch mit den Konsequenzen leben und dann wären sie für mich gestorben. Ich bin schließlich nicht mehr von ihnen abhängig. Aber nein... ganz so wäre es ja nicht gemeint gewesen... etc.

Aber der Weg zu einer Art Verständigung war weit. Es kam nun endlich offen raus, dass meine Mutter den Pferdeflüsterer richtig unsympathisch findet - was auf Gegenseitigkeit beruht und eigentlich nichts neues ist - und dass sie nicht mehr will, dass er sich verstellt, denn sie möchte nicht belogen werden. Was ehrlich gesagt ein wirklich geschickter Schachzug ist. Er kann ihr nun nicht mal frohe Weihnachten wünschen, weil es dann gelogen wäre und wenn er es nicht macht, bestätigt er ihre Meinung. Klasse oder? Aber das Gute ist, dass ich auch nicht mehr zwischen den beiden vermitteln muss. Dazu sind die beiden zu stur. Wäre vergebene Liebesmühe.

Sie schlug sogar vor, dass ich noch mal meinen Therapeuten zu Rate ziehe, weil ich ja offensichtlich ein Problem mit ihr hätte und offensichtlich keinen Weg weiß, wie ich mit ihr umgehen soll.

Das ist zwar frech, aber es stimmt. Ich weiß wirklich nicht, wie ich mit an den Haaren herbeigezogenen Argumenten, Widersprüchlichen Begründungen, Gemeinheiten und Verletzungen umgehen soll. Völlig egal was ich sage oder mache, es wird alles gegen mich ausgelegt, oder ich habe es falsch verstanden oder ich habe ein Problem.

Ich weiß nicht, was ich dagegen tun soll, dass sie mit zweierlei Maß misst. Ihre Argumente gelten nämlich nur in eine Richtung. Während sie sich nicht ändern muss, schließlich habe ich sie einfach so akzeptieren, wie sie ist, muss ich es sehr wohl und das obwohl sie behauptet, dass sie mich so akzeptiert wie ich bin. Es ist ihr völlig unverständlich, wie es mir unpassend erscheinen kann, dass sie mich auf der Arbeit anruft oder wenn sie bei Partys mit meinen Freunden dabei ist. Sie legt es so aus, als würde ich nicht wollen, dass sie meine Freunde kennenlernt. Dass sie dann alle schlecht machen würde, die ich kenne, bilde ich mir nur ein. Sie beschwert sich, dass sie keinen Anteil mehr an meinem Leben hat und von allem ausgeschlossen wird, aber dass sie sich auch nicht gerade beliebt macht und sich benimmt wie jemand, dem man gern etwas erzählt, ist eine erfundene Behauptung. Dinge, die mich nichts angehen, weil es ihre Privatsache ist, gehen sie schon was an, schließlich sind es dann etwas völlig anders. Sie behauptet, dass der Pferdeflüsterer mich von ihr entfernt, dabei tut sie alles dafür, dass weder er noch ich Lust auf sie haben.

Es ist Grundsätzlich niemals ihre Schuld, wenn wir uns streiten und sie hat auch keinen Anteil daran. Sie kann ja nicht mal zu 10% zugeben, dass sie verletzend ist. Sie darf also mit einer Axt schwingen und wenn man getroffen wird, ist man selbst schuld, weil man im Weg stand oder sich nicht schnell genug geduckt hat. Wenn ich mich provoziert fühle grinst sie und meint es wäre heilsam für mich, wenn ich mich aufrege. Wenn ich verletzt bin fühlt sie sich im Recht. Sie stellt unhaltbare Behauptungen auf und wenn ich ihr zu erklären versuche, dass es schlichtweg falsch ist, was sie von sich gibt, habe ich mir das nur eingebildet oder falsch verstanden. Ihre Meinung ist grundsätzlich richtig und sie hat ein Recht auf diese Meinung und kein Argument der Welt, sei es noch so richtig und begründet, kann sie davon abbringen.

Sie besteht nur aus Halbwissen und Vorurteilen, aber zugeben würde sie das nie. Das bilde ich mir nur ein. Natürlich ist sie sehr tolerant. Dass ich so jemanden nicht auf meine Freunde loslassen will, die alle irgendwie etwas Besonderes sind, eben weil sie anders sind, kann sie nicht nachvollziehen.

Nein... ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Meine Idee, ihr einfach nichts mehr zu sagen, um ihr keine neue Munition zu geben war offenbar nicht erfolgreich. Außerdem hat das Verschweigen selbst als neue Munition gedient. Mein Maß ist voll und ich will dieses Verhalten nicht mehr ertragen.

Aber auch ihren Vorschlag, eine gemeinsame Therapie zu machen halte ich für totale Zeitverschwendung. Da sitzt dann zwar jemand, von dem sie grundsätzlich auch etwas annehmen würde - jemand mit einem Doktortitel in Psychotherapie - aber nur, wenn diese Person ihr Recht gibt oder die gleiche Sichtweise vertritt wie ihr alter Therapeut, sonst zählt die Person nichts oder kann nichts oder so. Außerdem würde es bedeuten, dass sie auch ne gewisse Bereitschaft zeigen müsste, sich zu ändern, sich auf einen Kompromiss zu einigen oder mir entgegen zu kommen, die ich einfach nicht erkennen kann. Was bringt mir dann eine Paartherapie, wenn nur ich mich ändern soll, wenn nur ich Kompromisse machen soll?Ich muss auch gestehen, dass ich es nicht einsehe Geld zu bezahlen damit mir meine Ex-Therapeutin erklärt, wie ich mit meiner Mutter umgehen soll.

Also wie gehe ich mit so einer Frau um? Ich weiß wirklich nicht weiter. Allerdings finde ich gar nicht reden kann auch nicht die Lösung sein. Trotz allem mag ich meine Eltern (hauptsächlich meinen Vater) noch.