Das Leben der jungen J

23.01.2012 um 14:53 Uhr

Ich schiebe es aufs Wetter

Stimmung: geht so

Das letzte Wochenende war total blöd. Naja... blöd ist vielleicht der falsche Ausdruck. Langweilig trifft es schon eher. Oder Ereignislos. Oder gewöhnlich. Fand der Pferdeflüsterer übrigens auch. Irgendwie haben wir scheinbar unseren ganzen Enthusiasmus verloren. Irgendwie laufen unsere Wochenenden seit ner Weile immer gleich ab, vor allem wenn der Pferdeflüsterer arbeiten muss.

Freitag gehen wir einkaufen. Meist überlegen wir uns im Laden, was wir denn so das Wochenende essen wollen. In der letzten Zeit bin ich auch nicht so wirklich kreativ, was die tollen Essenkombinationen angeht und weil vom Pferdeflüsterer außer Chinaman und McDoof keine brillanten Vorschläge kommen, gibt es meist Salat oder Pell-Kartoffeln mit Fisch oder irgendwas anderes einfaches. Dass ich beschlossen habe weniger Tomaten zu essen, weil ich mir einbilde sie nicht gut zu vertragen, und dass ich gern abnehmen will, macht die Auswahl irgendwie nicht einfacher. Ich habe auch gerade keine Lust in der Küche zu stehen und irgendwas aufwendiges zu machen.
Diese Woche setzte sich der Pferdeflüsterer mit dem Chinaman durch. Und danach sahen wir unsere momentane Lieblingssendung „V*oice of Germany". Danach noch den Kindergarten in Australien (Ja ich gestehe ich gucke das. Hauptsächlich wegen der wirklich bösen Sprüche von Dirk und Sonja. Ich finde das schwer amüsant.) Und danach geht es dann ins Bett, weil der Pferdeflüsterer wenn er arbeiten muss immer um 7h aufstehen muss.

Und so fängt dann der Samstag an. Der Pferdeflüsterer schleicht sich um kurz vor sieben aus dem Zimmer, aber dummerweise bin ich dann meist sowieso wach. Also stehe ich auf und mache mir einen Kaffee und lese in der Zwischenzeit oder sehe ein paar Folgen meiner aktuellen Serie. Derzeit ist das D*esperate Housewives. Letzten Monat war es D*exter und davor... weiß ich gar nicht mehr. Dann um kurz vor 11h ist der Pferdeflüsterer fertig und wir frühstücken. Und weil wir abends zum einschlafen meist Harry P*otter hören (und es weit mehr Details beinhaltet, die der Pferdeflüsterer aus den Filmen nicht kennt) kann er, weil es spannend ist, nicht sofort schlafen. Also muss er sich erstmal ne gute Stunde hinlegen und Schlaf nachholen. In der Zeit weiß ich meist nicht was ich dann machen soll.
Kurz vor halb drei steht er wieder auf, aber dann kann man auch nichts machen, weil er um drei wieder Pferde reinbringen und füttern muss. In der Zeit telefoniere ich manchmal. Wenigstens stört dann keiner. Um fünf ist er dann fertig, aber dann braucht er wieder seine halbe Stunde/Stunde um sich zu erholen und über seinen Kollegen zu lästern. Und duschen. Und bis man irgendwas machen könnte ist es schon halb acht. Und was kann man da auf dem Dorf machen? Genau: Nichts! Also verbringen wir den Samstag abend meist mit Fernsehen oder mit nochmal einkaufen oder... ne... nichts weiter.

Gut... diesen Samstag sind wir zum Einkaufen fast in die Stadt gefahren. Der Pferdeflüsterer kommentierte das mit „Schon krass, jetzt fahren wir extra nur zum einkaufen und essen 30min!". Ich meinte, dass wir das noch viel öfter machen, wenn ich erstmal richtig auf dem Land wohne und das es noch viel weniger sein wird, für was wir in die Stadt fahren (Kaffeetrinken, essen gehen und Freunde treffen) und dass er sich da schon mal drauf einstellen kann. Also gingen wir ein wenig bummeln und das trotz miesen Wetters. Schließlich ist das Einkaufzentrum recht groß und überdacht. Hinterher gingen wir da in der Nähe noch was essen. Ich fand es war ein Kompromiss. Schließlich hätten wir das bei mir zu Hause viel leichter und viel leckerer ohne fahren sondern mit ÖPNV gehabt... aber was soll man machen?

Der Sonntag läuft meist genauso wie der Samstag, nur dass das Shoppen abends wegfällt. Diesmal sahen wir uns noch weniger, weil er seinen Mittagsschlaf vorziehen musste, weil noch ein Pferd abgeholt werden sollte und der Abendfilm unterbrochen wurde, weil endlich die Pferdelieferung kam, mit der wir schon die ganze letzte Nacht gerechnet hatten. Vermutlich gab es Verzögerungen durch den Sturm.

Das Wetter tat sein Übriges. Immer wenn ich im Grunde Zeit gehabt hätte, meine Zeit mit Sport oder so draußen zu verbringen, hat es geregnet. Und wenn das Wetter so mies ist, kriegen mich keine 10 Pferde nach draußen. Obwohl ich Sonntagmorgen so tapfer war und mit der Kamera rumgelaufen bin, um Winter/Herbst-Stimmung einzufangen. Aber selbst dafür war das Wetter nicht geeignet. Regen bzw. grau in grau lässt sich irgendwie nicht gut fotografieren. Dazu muss selbst der Regen irgendeine interessante Wolkenbildung bieten oder die Landschaft selbst beeindruckend sein.

Mir geht der Trott besonders an den Wochenenden beim Pferdeflüsterer, wenn er so viel arbeiten muss, ziemlich auf den Keks. Im Sommer ist das besser, weil dann die Pferde über Nacht draußen bleiben können. Dann gibt es weniger Arbeit. Kein Raus und Rein, keine Boxen... nur wenige Pferde mit Spezialbehandlung. Da kann man in der Zeit zwischen 9 und 16h tatsächlich was unternehmen. An den See fahren z.B. Aber im Winter fällt mir da die Decke auf den Kopf. Hauptsächlich weil ich halt nichts machen kann.

Ich kann nicht aufräumen oder sauber machen, obwohl es mich nervt und ich jedes zweite Wochenende ca. 16h alleine mit dem Chaos bin, aber schließlich ist es seine Wohnung. Ich kann nirgends hin, weil es immer super weit ist und mich das Wetter nicht zum Rausgehen animiert. Außerdem will ich die Zeit zwischen 11 und 15h auch mit dem Pferdeflüsterer verbringen. Und alleine machen viele Dinge keinen Spaß. Aber was habe ich davon, wenn er ständig schläft. Ich lade schon ständig Leute ein, aber so richtig will da keiner rausfahren. Mir geht auch auf den Keks, dass ich da außer Büchern und dem PC nichts so richtig vor Ort habe.

Weiß ich im Vorfeld ob ich Lust habe ein Bild zu malen oder Socken zu stricken oder Ablage zu machen oder so? Das ist dann schon anders, wenn man zusammen wohnt. Dann ist wenigstens alles da. Dann stört es auch keinen, wenn man aufräumt oder sich um die Steuer kümmert. Und es nervt mich, dass ich mir so vom Pferdeflüsterer einen Rhythmus auf diktieren lasse, von dem ich nicht mal was habe.
Ich hab nicht mal einen klitzekleinen Platz. Keine Hobby-Ecke, keine Leseecke, keine Telefonecke, keine Arbeitsecke, keine Sportecke. Nirgends wo man sich mal ausbreiten kann. Muss man alles im Wohnzimmer oder im Bett machen. Das ist ja wie bei meinen Eltern und die besuche ich aus dem Grund auch selten. Ich kann nicht mal gescheit seine Anlage bedienen. Vermutlich weil sein DVD-Player auch gleichzeitig CD-Spieler ist und man irgendwie immer den Fernseher anhaben muss, wenn man mal Musik hören will. Warum ist bei ihm immer alles so unpraktisch?

Wenigstens hatte er als kleine Überraschung das Schlafzimmer so umgeräumt wie wir es auch stellen würden, würden wir zusammen wohnen. Und ich muss sagen es gefällt mir wirklich gut. Das wirkt schon sehr ausgewogen und harmonisch und offen und frei. Ich kann richtig gut schlafen. Außerdem hat er einiges aus seinem Schlafzimmer rausgeräumt. Ich hoffe es ist wirklich weg und nicht einfach nur in die Kammer des Schreckens umgezogen. Und ich hoffe es kommen zu den Dingen, die übrig sind, nicht wieder etwas dazu. Er ist so mäßig begeistert. Für ihn ist die neue Schlafposition einfach ungewohnt und er hat sich an der Schräge schon zweimal den Kopf gestoßen. Aber ich liebe es.

Trotzdem langweile mich bei ihm. Ständig. Ich hätte doch so gern beim Umstellen des Schlafzimmers geholfen. Dann hätte ich wenigstens was zu tun gehabt.

Sieht so mein restliches Leben aus? Ist das schon alles? Warten, bis mein Freund frei hat, um mit ihm einkaufen zu gehen oder fern zu sehen oder ihn beim schlafen zu beobachten? Wenn man ihn wenigstens abends zu irgendetwas motivieren könnte. Oder wir vor Ort Freunde hätten. Oder das Wetter besser wäre.

Ja.. ich glaube ich schiebe es aufs Wetter. Das Wetter ist einfach mal an allem Schuld. Besseres Wetter, bessere Laune. Lust nach draußen zu gehen. Sport machen. Fotografieren. Und egal welches Motiv man hat, wenn die Sonne scheint, sieht es gleich viel besser aus. Hoffentlich kommt die Sonne bald mal wieder dauerhaft raus. Meinetwegen auch mit richtig Winter. Hauptsache Sonne.

19.01.2012 um 16:01 Uhr

Ode ans "B"

Stimmung: ganz ok

Meine Tastatur auf der Arbeit ist kaputt. Das „b", „1", „2" und „*" geht nicht mehr. Wieso weiß ich auch nicht. Besonders ärgerlich ist es, weil ich die Tastatur selbst für 70€ gekauft habe und leider die Quittung verlegt habe. Warum ich zur Arbeit meine eigene Tastatur mitbringe? Ich bin eine wirkliche Pingeltante, was Anschläge und Tastengefühl betrifft. Ich hasse es, wenn der Ton der Tasten doof klingt, wenn man auf den Tasten rumhämmern muss, wenn sich die Tasten nicht angenehm drücken lassen oder wenn die Tasten komisch angeordnet sind und man die Buchstaben nie trifft.

Und ich weiß, dass meine Chefs was sowas angeht super geizig - oder nennen wir es sparsam - sein können. Sie haben kein Problem einen Bildschirm für 400€ zu kaufen, wenn wir ihn für ne Messe brauchen, aber bei Gebrauchsgegenständen wird penibel auf den Preis geachtet. Ich hatte also keine Lust denen zu erklären, was ich haben will und warum es keine 0-8-15-Tastatur sein kann. Also ging ich los und kaufte selbst ne Tastatur.

Diese Tastatur hatte jetzt neben dem perfekten Anschlag, dem perfekten Gefühl und dem perfekten Klang auch noch den Vorteil, dass sie auch noch super aussah (Was wirklich nicht der Kaufgrund war) und im Dunkeln leuchtet. Da ich eh nicht vorhabe viel im Dunkeln auf der Arbeit zu sein, ist das egal. Allerdings ist es schon irgendwie nett.

Tja...und jetzt gehen einzelne Tasten nicht. Es geht irgendwie... Ich komme klar. Schließlich steht der Laptop direkt daneben und man kann das „b" dort drücken wenn man es braucht, oder mit einer Tastenkomi einfügen, aber nervig ist es schon. Wenn man schon mit 10 Fingern tippen kann, nervt es eben, ständig auf das „b" zu achten. Also fange ich an, Wörter ohne „b" zu schrei_en. Gut... ich versuche es. A_er trotzdem kommt das „b" in extrem vielen Wörtern vor. Und nun schrei_t mal einen Text, wo es um _erufliche Zukunft geht oder die _ereitschaft zum A__au von _iowaffen _eschrie_en werden sollen. Gut darü_er schei_e ich sowieso selten. A_er _egriffe wie we__asiert oder _estandteil oder _uchstä_lich oder _eleg oder ü_erar_eiten kommen schon häufig vor.

So ein Mist und die Tastatur ist nicht mal ein Jahr alt. Da ist noch Garantie drauf. Wenn ich doch nur die Rechnung finden könnte. Ich dachte schon, dass ich vielleicht eine zweite Tastatur kaufe, die eine zur Reparatur schicke und die zweite dann verkaufe. Ist halt super ärgerlich. (Falls es keinem aufgefallen ist... die letzten 5 Sätze waren ohne „b")

Ich sehe ein, dass das „b" schon ein wichtiger Buchstabe ist - auch wenn das verzichten auf „b"  und das Finden von Synonymen einen kreativen Prozess fördert.

Trotzdem ist das keine Dauerlösung. Ich muss mir mit der Tastatur wirklich etwas einfallen lassen.

18.01.2012 um 11:30 Uhr

Dieser Blog ist gegen Internet Zensur

Stimmung: fassungslos

Heute ist die englische Seite von Wikipedia schwarz geschaltet und es sind dabei keine Suchanfragen  möglich. Auch die deutsche Seite ist mit einem Banner betroffen. SOPA - ein amerikanischer Gesetzesentwurf soll die Freiheit des Internets stark einschränken. Unter dem Label von Urheberrechtsverletzungen sollen DNS-Server Webseiten abgeschaltet werden können und Suchmaschinen einen Nachweis erbringen müssen, dass die verlinkten Infos legal sind.

Diese Änderungen betreffen nicht nur amerikanische Unternehmen, sondern können auch das europäische Internet beeinflussen - ja sogar zensieren.

Ich rufe daher alle Blogger auf, diese Infos für mehr Sichtbarkeit weiterzuerzählen und mitzudemonstrieren.

Hier die Infos auf der deutschen Seite und so sieht heute die englische Seite aus:

Wikipedia demonstriert

 

10.01.2012 um 12:07 Uhr

Das Reizthema II

Stimmung: ratlos

Wie kriege ich meinen wunderbaren, aber starsinnigen Freund dazu, mit mir seine Wohnung gemütlich zu machen?

Er hat dieses Zimmer und das ist naja... ein totales Chaos. Und wenn ich Chaos sage, meine ich es auch. Das ist eher eine Abstellkammer. Aber nicht eine in der Dinge geordnet sind - nein - eins in dem einfach irgendwelche Sachen reingeschmissen werden, die er in den anderen Zimmern nicht braucht. Oder im Weg stehen. Oder Dinge, die man vielleicht noch mal brauchen könnte, aber nei wieder gefunden werden. Man kann die Tür aufmachen und dann ist das gesamte Zimmer brusthoch mit Kisten, Möbeln, Klamotten, Technik etc voll. Es gibt nicht mal eine Laufstraße um mal ein Fenster zu öffnen. Da kommt man überhaupt nicht hin. Ok... man kann sehen, dass da ein Fenster ist. Vieles davon ist Sperrmüll, einiges kann vielleicht noch verkauft werden, aber die meisten Dinge gehören in den Papiercontainer oder in die Kleidersammlung oder wo auch immer hin. Und ich weiß, dass es auf dem Dachboden und dem Raum neben dem Carport genauso aussieht.

Das wäre ja nicht so schlimm. Das kann man aufräumen und ordnen und vielleicht mal ein Regal aufstellen und Dinge dort reintun. Vielleicht könnte auch der eine Sessel, der ungenutzt rumsteht in den Raum und noch so ein Paar Dinge, für die es nie einen Platz gibt, wie seine Rudermaschine oder das Bügelbrett. Vielleicht könnte man den Raum als Multifunktion-Freizeit-Raum nutzen. In meiner jugendlichen Fantasie stelle ich mir eine gemütliche Sitzgelegenheit vor, vielleicht ein paar Bücher oder noch einen Fernseher für Ausweich-Programm, wo man mal in Ruhe Telefonieren kann, wo wichtige Unterlagen ihren Platz haben und wo der Pferdeflüsterer seinen Computer zum Spielen und das entsprechende Technikzeug reinstellen könnte. Einen Platz für seinen Computer will er schon lange. Schließlich möchte er auch gern mal wieder anspruchsvollere Spiele spielen.

Aus dem Raum beim Carport könnte man sowas wie eine Werkstatt machen, wo alle möglichen Autoutensilien zum Basteln und Schrauben ihren Platz finden würden. Dann wäre alles irgendwie greifbar und auffindbar.

Auf dem Dachboden könnten dann wirklich die Dinge gestellt werden, die man nur manchmal im Jahr braucht.

Achja... wäre das nicht nett? Die Räume wären nutzbar, Dinge hätten einen Platz und man könnte sich den anderen Räumen widmen und sie vielleicht ein wenig gemütlicher gestalten, weil auch dort vieles nicht einfach so rumfliegen würde. Vieles davon hätte dann eben einen Platz.

Ja... natürlich ist auch eigennützig. Ich will mich beim Pferdeflüsterer wohlfühlen. Aber es nervt mich schon in einem chaotischen Schlafzimmer aufzuwachen, weil seine Schränke so dämlich stehen, dass er sie nicht benutzen will und deswegen die Kleidung überall rumfliegt. Es nervt mich, dass sich unter der Treppe im Wohnzimmer immer irgendwelcher Mist ansammelt, weil er keinen wirklichen Platz hat und dass das Bad den Charme einer Bahnhofshalle hat.

Man müsste nicht viel machen. Ich will ja nicht, dass er sich komplett neu einrichtet. Ich will der ganzen Sache nur einen letzten Schliff geben. Vielleicht hier mal ein Bild, dort eine Gardine und dort eine clevere Schranklösung.

Vielleicht ist man mit dem Aufräumen aller drei Räume ein Wochenende beschäftigt. Dann hat man die Spreu vom Weizen getrennt und kann langsam anfangen den Müll wegzufahren und die Dinge loszuwerden, die man nicht mehr will und den Sperrmüll zu bestellen und die Sachen die man behalten will zu ordnen. Die gute Nachricht ist, dass wir sogar schon einen Termin haben, zu dem wir Sperrmüll bestellen müssten. Wir haben zwischen Weihnachten und Neujahr ein Sofa gekauft und das kommt Anfang März.

Die schlechte Nachricht ist, dass der Pferdeflüsterer sich mich Händen und Füßen dagegen sträubt. Irgendwas in ihm hindert ihn daran das Chaos zu beseitigen. Was das ist, wissen weder er noch ich. Ich habe ihm schon gefühlte 100 mal meine Hilfe angeboten, aber er nimmt sie nicht an und alleine tut er auch nichts. Ich habe versucht, ihm die Vorzüge von einer Werkstatt und einem Spielezimmer schmackhaft zu machen. Oder wie schön es wäre, wenn wir auch mal Leute einladen würden, wo es weder ihm noch mir peinlich sein muss und die sich einfach wohl fühlen. Aber nichts hat funktioniert. Stattdessen lebt er damit, dass seine Energie immer weniger wird, er zu immer weniger Lust hat, er ständig müde ist und sich zu nichts aufraffen kann. Das wird immer schlimmer.

Und natürlich kann ich mich hinstellen und mir den Mund fusselig reden, dass ihm seien Wohnung Energie raubt, weil da einfach nichts fließen kann, dass es nicht besser werden kann, wenn er nicht mal an einer Stelle anfängt das Chaos zu beseitigen. Aber sobald ich das Wort „Feng Shui" oder „Aufräumen" oder „gemütlich machen" ausspreche gehen bei ihm die Schotten runter. Das ist bei ihm der totale Wunde Punk.

Ich weiß ja selbst, dass es seine Wohnung ist und dass es sein verdammtes Leben ist und er die Entscheidung treffen muss. Aber es steckt nun auch mich an. Ich habe auch immer weniger Energie. Ich bin auch immer müder. Ich esse auch mehr. Und ist eindeutig zu beobachten, dass es immer richtig schlimm ist, wenn ich ein Wochenende bei ihm war.

Also was mache ich jetzt? Ich will diesen Zustand nicht mehr ertragen. Ich will ja auch nicht seine Hausaufgaben machen oder ihm meinen Weg aufzwängen. Ich will ihm einen Schubs geben. Das Problem ist, dass er sich aufführt wie ein kleines trotziges Kind, das sich weigert sein Zimmer aufzuräumen. Und ich weiß das Ultimaten oder Zwang mehr kaputt machen als sie helfen.

Ich hatte schon überlegt, dass ich ihn am Bett festbinde und es einfach tue. Aber dann sind wir geschiedene Leute sobald ich ihn losbinde. Wenn ich ihm sage, dass ich nicht mehr komme, bevor er nicht den Raum aufgeräumt hat, würde er mit der Schulter zucken und eher in Kauf nehmen, dass wir uns nicht mehr sehen (glaube ich jedenfalls). Ich habe schon an seinen Verstand und ans Herz appelliert und nichts hat geholfen.

Ich bin ratlos. Und mich macht es krank so hilflos zu sein.

09.01.2012 um 17:55 Uhr

Auf ein neues

Stimmung: gut und motiviert

Tja... nun bin ich auch irgendwie im neuen Jahr angekommen. Glücklicherweise gab es dieses Jahr keine Vorkommnisse an den Feiertagen und meine Mutter hat sich sowohl an meinem Geburtstag als auch an Weihnachten mit Anfeindungen dem Pferdeflüsterer gegenüber zurückgehalten. Leider ist dies ein Zustand, den ich zwar erträglich finde, den Pferdeflüsterer aber misstrauisch stimmt. Mit einer Art Waffenstillstand kann er nicht wirklich umgehen. Er findet es falsch. Schon merkwürdig, dass meine Mutter ihm vorwürft scheinheilig zu sein und selbst ist sie auch des lieben Friedens willen nett zu ihm. Wie gesagt... ich finde es besser als Anfeindung.

Trotzdem scheint der Streit mit meiner Mutter in unserer Beziehung wieder hochzukochen. Der Pferdeflüsterer hat keine Ahnung, wie er mit dieser Situation umgehen soll. Vor allem weil dies zwar im Moment noch kein wirkliches Problem ist, aber wenn man bedenkt, dass er schon länger mit mir zusammen bleiben möchte, vielleicht irgendwann zu einem Problem werden könnte. Wie geht man bspw. mit einer schwierigen Schwiegermutter um, wenn man Kinder bekommt? Schließt man sie aus?

Ich weiß auch nicht ob es mich irgendwann mal vor die Wahl stellt mich zwischen dem Pferdeflüsterer und meiner Mutter zu entscheiden und ob dies nicht etwas wäre, was ich dem einen oder dem anderen vorwerfen würde. Vor allem versteht meine Mutter diese Art von Problem schlichtweg nicht. Wenn der Pferdeflüsterer sich von mir trennt, weil er ein Problem mit ihr hat ist er doch einfach nicht der richtige. Er drückt es so aus, als wäre unsere Beziehung eine Holzhütte, über die ständig ein Tornado (meine Mutter) hinweg fegt und Dinge kaputt macht. Und sie merkt es nicht einmal. Der letzte Streit, auch wenn er schon 3 Monate her ist, hat schon einiges an Schaden angerichtet.

Fakt ist jedenfalls, dass meine Mutter unser Vorrankommen in unserer Beziehung nicht gerade begünstigt. Aber im Grunde hat sich an dem Dilemma in dem sich der Pferdeflüsterer befindet im letzten Jahr nicht wirklich verbessert. Seine Wohnung ist nachwievor an seinen Job gebunden und sein Job bindet ihn immer noch an seine Wohnung. Er fühlt sich auf der Arbeit nicht wirklich wohl, aber alles andere würde finanzielle Einbußen bedeuten. Vor allem müsste er seine Wohnung aufgeben, die er eigentlich mag.

Fakt ist auch, dass wir beide Schiss vorm zusammenziehen haben. Schließlich wissen wir beide nicht, ob der Mangel an eigenem Raum unserer Beziehung gut tut oder nicht. Wir bemühen uns schon, dem anderen den Freiraum zu geben, den jeder braucht, aber wenn man in einer Wohnung lebt ist es vielleicht manchmal schwierig. Zumindest stellen wir uns das so vor. Besonders weil sein drittes Zimmer eher Abstellkammer und nicht bewohnbar ist. Und weil der Pferdeflüsterer nicht weiß, ob er bleiben will hat er keine Kraft die Abstellkammer bewohnbar zu machen.

Ich finde diese Wohnung ist im Moment ein einziges energetisches Loch und wundere mich nicht darüber, dass er keine Energie oder Kraft hat. Leider haben bisher alle Versuche ihn davon zu überzeugen, dass Feng Shui kein Hirngespinnst ist, fehlgeschlagen. Feng Shui heißt für ihn aufräumen und dass kann er nicht. Ich merke immer mehr, dass ich immer kraftloser werde und wenn ich viel Zeit bei ihm verbringe, komme ich noch gestresster am Montag auf der Arbeit an, als wenn wir das Wochenende bei mir zu Hause waren. Aber weil er jedes zweite Wochenende arbeitet geht es nicht anders oder ich verzichte ganz ihn zu sehen. Wenigstens haben wir ein neues schönes farbliches Sofa gekauft. Jetzt weiß auch er, dass etwas passieren muss.

Außerdem nervt mich, dass wir zwei Haushalte führen und immer nur fürs Wochenende planen können. Wenn ich von ihm wegfahre muss ich Montag meist noch mal einkaufen um die Woche bei mir zu Hause zu organisieren. Schließlich muss man ja irgendwas essen.

Apropos Essen. Ich bin dick. Wirklich. Nicht nur eingebildet. Mittlerweile ist es auch wirklich eher nicht mehr zu ignorieren. Ich habe Probleme mit dem Rücken und fühle mich generell eher unbeweglich und unsexy. Jetzt ist tatsächlich Zeit etwas zu tun. Außerdem muss ich Vorkehrungen treffen, dass ich in der nächsten stressigen Phase trotzdem noch Sport mache und mich gesund ernähre. Ich kann nicht jedes Mal, wenn es ernst wird 4 kg zunehmen, weil ich sämtliche Vorsätze, wenn es hart wird, über den Haufen werfe und die Pfunde nicht wieder loswerde.

Also habe ich mir für dieses Jahr fest vorgenommen, am Ende des Jahres 64kg zu wiegen. Nach allem was ich jetzt weiß ist es das auch möglich. Aber es gehört schon einiges dazu ein Jahr durchzuhalten. Ich verabschiede mich gedanklich von „Diät" und von Worten wie „einschränken", „verzichten" oder „nicht dürfen" und stelle lieber meine Ernährung um. Langfristiges Wohlfühlen ist das Ziel. Essen mit Genuss. Sattsein. Etc. Ich will bspw. keinen Industriemist oder Glutamat mehr essen. Oder sagen wir... weniger. Vermeiden wird er sich vermutlich nicht, weil ich mittags immer in die Kantine gehe. Das ist so was wie ein Gruppending auf der Arbeit. Außerdem will ich mir von der Arbeit nicht mehr die Lust oder Zeit für Sport nehmen lassen. Meine Gesundheit hat dieses Jahr Vorrang - auch vor der Karriere.

Die Karriere nehme ich dieses Jahr auch in Angriff. Ich habe letztes Jahr schon gute Bausteine gelegt und werde dieses Jahr die Früchte ernten. Zumindest eine Gehaltserhöhung muss drin sein. Ich verdiene mehr. Aber das ist Verhandlungssache. Geldtechnisch sieht es dieses Jahr so wie so viel rosiger aus, als letztes. Ich sehe zumindest wieder Licht am Ende des Tunnels. Auch da habe ich wichtige Entscheidungen getroffen, die sich jetzt auszahlen.

Aber gucken wir mal, was aus den Vorsätzen vom letzten Jahr geworden ist:

  1. Brauch ich dringend einen neuen Job und das bis Ende März. Das tatsächlich funktioniert. Ich hatte einen Job (wobei es eher ein Upgrade des bestehenden Jobs war), als ich ihn brauchte und ich konnte meine Miete bezahlen und sogar die angehäuften Schulden abbauen.
  2. 14kg abnehmen. O man... das ist nun schon das zweite Jahr, wo ich es nicht geschafft habe abzunehmen. Aber dieses Jahr schaffe ich es.
  3. Klettern anzufangen und wieder Golfspielen. Gut... wir waren einmal klettern. Leider hatte das beim Pferdeflüsterer leider nicht ganz den gewünschten Einschlag. Aber ich will das dieses Jahr unbedingt machen. Am liebsten beides. Oder doch noch etwas lieber Golf spielen. Das fehlt mir schon sehr. Ich rechne insgeheim schon mal alles durch.
  4. Ich muss unbedingt nach Schottland. Ok... war ich immer noch nicht. Aber das Elbssandstein war mindestens genauso toll und hat mich voll entschädigt.
  5. Wieder aktiver meinen Blog zu schreiben. Hat nicht so ganz funktioniert, gebe ich ja auch zu. Dazu habe ich einfach zu viel gearbeitet.
  6. pünktlicher zur Arbeit kommen. Das habe ich auch geschafft. Zumindest sehr oft.

Ich bin zufrieden mit der Jahresausbeute. Und für nächstes Jahr steht dann an:

  1. Meine Einstellung zum Essen als Stressbewältigung verändern und min. einen Tag in der Woche Sport treiben - sprich: Gesund und Fit werden. Außerdem will ich den Tagesablauf disziplinierter angehen. Dass heißt, ich will ein Morgenritual entwickeln, was mir so gut tut, dass ich es auch wirklich durchziehe - auch wenn es stressig ist.
  2. Eine ordentliche Gehaltserhöhung aushandeln und meine Position in der Firma weiter festigen.
  3. Soweit an der Beziehung arbeiten und einen guten Grundstein für das Zusammenziehen mit dem Pferdeflüsterer legen.
  4. Auf meine innere Stimme hören und Dinge tun, weil sie mir gut tun.

Ich glaube das reicht auch. Aber die Gesundheit und emotionales Gleichgewicht ist mir dieses Jahr wirklich das wichtigste.