Das Leben der jungen J

29.02.2012 um 16:26 Uhr

Abschied fällt schwer

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Kollege

Stimmung: traurig

Manchmal wünschte ich, ich würde mit irgendwelchen zufälligen Äußerungen nicht immer unbewusst ins Schwarze treffen. Gestern nach Feierabend hat sich mein Lieblingskollege verabschiedet. Er meinte „Ich gehe jetzt!" und ich antwortete „Aber nicht für immer?" Er meinte „Nein." Heute im Teammeeting hat der Chef ihm feierlich das Wort übertragen und ich meinte so lachs, eher im Scherz: „Du verlässt uns!?". An keiner Stelle habe ich bewusst geglaubt, dass er tatsächlich gehen könnten. Aber so war es. Keine Ahnung warum ich solche Sprüche gemacht habe.

Also mein Lieblingskollege wird uns verlassen. Der Kollege mit dem ich super über grafische Dinge diskutieren konnte. Mit dem ich über die Qualität von Fotos und Fototechnik reden konnte. Mit dem ich immer neue Photo*shop Erkenntnisse austauschen konnte. Wir sind doch die Ideenschmiede! Das Badminton Dreamteam! Der kreative Sprearingsparnter!

Nein... ich steh nicht auf ihn. Ich mag ihn einfach total gern. Wir haben auch nie etwas privat gemacht. Aber er wird mir fehlen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das jemand ersetzen kann. Und als ich so darüber nachdachte, wer nun geht und was mir persönlich dadurch fehlt, kullerte mir doch glatt ne Träne runter.

14.02.2012 um 15:43 Uhr

Das Leben schlägt zurück

Ich hatte ein wirklich ereignisreiches Wochenende. Gut am Freitag fing alles noch normal an. Wobei schon der Dönerladen kein fertiges Gyros hatte. Wie kann denn das bitte gehen? Am Freitag Abend um 20h?

Meine Mutter schockte mich ein wenig, als sie tatsächlich am Samstag um 9h auf der Matte stand. Mit meiner Tante. Wieso hatte ich nochmal daran gezweifelt, dass sie ihre Ankündigung wahr machen würde? Wir gingen also zu viert frühstücken und hinterher zum Samba-Carnevall. Bis dahin war (außer dass ich am Samstag in aller Herrgottsfrühe aufstehen musste und es scheißenkalt war) noch alles in Ordnung. Der Umzug war auch super und hat uns allen gut gefallen. Auch die Situation zwischen dem Pferdeflüsterer und meiner Mutter war erfreulich entspannt. Und dann fing das Chaos an. Ich sagte:

„Sag mal Schatz, hast du mein Portemonnaie gesehen?"
„Nö, wieso?"
„Naja... es ist nicht da."
„Ach klar ist es das... du musst nur genauer hinsehen."

Nein, es war nicht da. Auch genauer hinsehen half nicht. Es blieb verschwunden. Und auch das Suchen im Auto und im Büro hat nichts gebracht. Es war weg. Mittelerweile wurde mir ein wenig schlecht. Weniger wegen dem was alles drin war (bloß die EC-Karte, die Visa-Karte, die Kantinen-Karte und ca 20€ - der Rest ist getrennt), sondern weil ich mir nicht erklären konnte, wie es weg sein konnte. Langes Nachgrübeln hat nur zu Tage geführt, dass ich es Donnerstag Mittag noch hatte und es bis Samstag Mittag weder benutzt noch vermisst hatte. Es blieb verschwunden. Also rief ich bei der Bank an und sperrte die Karten.

Dann wollte ich die Tastatur tauschen. Wegen des kaputten „B"s. Weil ich ja immer noch nicht den Kassenbon gefunden hatte, bin ich also mit der Kontobestätigung zum Laden gegangen. Klar.. könnten sie so den Bon herausfinden. Aber nur dort wo ich ihn auch gekauft hatte. Hatte ich dort aber nicht. Wäre ja auch zu einfach gewesen, wenn man einfach den Laden hätte nehmen können, der dich bei war.

In der Zwischenzeit hatte der Pferdeflüsterer an der Heizung im Auto rumgefummelt und festgestellt, dass sie nicht richtig heizte. Ja... hatte ich ihm auch schon mal erzählt. Jetzt lass das doch, es hilft doch nichts, meinte ich. Nein... ihm wäre jetzt kalt. Also kontrollierten wir den Kühlwasserstand und siehe da, es war nichts mehr drin. Gar nichts. Nicht mal soviel, um zu erkennen, welche Farbe es hatte.
Wir sind dann also von Laden zu Laden, von Tanke zu Tanke gefahren, um das richtige Mittel zu finden. Offenbar kann man nicht einfach irgendwas einfüllen, weil die sonst ausflocken. Und offenbar gibt es verschiedene. Ich hatte G12. Und das gab es so nicht. In der fünften Tanke hatten wir nun einen Typen, der auch mal was wusste. Jeder Typ Kühlwasser hat eine Farbe. Also versuchte der Pferdeflüsterer noch einen letzten Tropfen zu gewinnen, um die Farbe zu bestimmen. Neugierige Fragen meinerseits wie „was machst du denn da?" führten, wie ich nun schon wusste, in solchen Situationen zu einer völlig entnervten Antwort wie „Grrrr! Lass mich in Ruhe." Also fragte ich nicht. Und so kam ich auch erst recht spät darauf, ihm zu sagen, dass mein Zeug rot war. Wieso ich das nicht eher gesagt hätte?

Rot war jedenfalls die richtige Antwort und so füllten wir das Kühlwasser nach. Und füllten nach. Dass das so leer sein konnte? Schräg.

Aber diese Aktion hatte super lange gedauert und so musste ich mich noch in den schließenden Laden wegen der Tastatur reinmogeln und irgendjemanden den Feierabend vermiesen. Denn natürlich gab es den Bon nicht. Jedenfalls nicht so. Aber weil er Feierabend haben wollte und ich wegen der Portemonnaie-Sache vermutlich schon bemitleidenswert genug aussah, bekam ich meine Tastatur trotzdem. Nein... um genau zu sein, bekam ich die Aktuelle Version der Tastatur (im Grunde also doch die gleiche), die aber günstiger war als damals. Und so kehrte ich mit knappen 10€ und der neuen Tastatur zurück.

Aber ehrlich mal. Vom Freund finanziell abhängig zu sein ist scheiße. Ich knörrte also im Supermarkt ne Weile rum und seufzte lautstark, weil ich mich so miserabel fühlte, bis der Pferdeflüsterer mir einfach Geld gab. Trotzdem scheiße. Mittlerweile kann man ohne Karte wegen diesem Scheiß Chip-Tan nicht mal eine Überweisung machen. Also nichts von wegen, ich weise ihm etwas an und er holt es in bar aus dem Automaten. Keine Karte zu haben ist scheiße. Gut... geht alles vorbei. In ner guten Woche bin ich wieder liquide.

Trotzdem seufzte ich den Abend und den nächsten Tag mehrfach. Und der Pferdeflüsterer fragte laufend: „Was haste du denn?" „WAS ICH HABE? Ich habe mein Portemonnaie verschlampt. Das habe ich. Und jetzt hör auf zu fragen!"

Aber was würde ich nun jetzt ohne ihn machen? Klar Mama oder ne Freundin würde da sicher einspringen. Aber blöd ist das trotzdem. Und es ist schön, mit welcher Selbstverständlichkeit er in solchen Situationen einspringt. Ohne großes Gezeter. Es ist toll, so einen tollen Freund zu haben.

Der Sonntag war erfreulich ereignislos.

Achja und eins ist noch passiert: Wir kommen dem Zusammenziehen immer einen kleinen Schritt näher. Wir haben aus meiner Schlafzimmerserie (die es so leider nicht mehr im schwedischen Möbelhaus gibt) ein größeres Bett ersteigert. 1,40 sind auf Dauer eben doch knapp. Wir tasten uns Schritt für Schritt weiter. Manchmal bin ich panischer und manchmal ist er es. Wieso hat mir eigentlich noch keiner gesagt, dass Zusammenziehen so schwierig sein kann. Vor allem wenn ich bei ihm einziehe und wir uns effektiv verkleinern. Und vor allem weil wir beide nicht geübt sind mit anderen zusammen zu wohnen. Und weil keiner aus der Wohnung raus muss. Es gibt keinen Druck. Zumindest keinen von außen. Panisch ist manchmal kein Ausdruck. Aber wir kriegen das schon irgendwie in den Griff.

07.02.2012 um 16:36 Uhr

Wochenende zweiter Versuch

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Pferdeflüsterer, Far, Away, Heimkehrer

Stimmung: sehr gut

Es ist möglich... man kann aus seinen Fehlern lernen. Dieses Wochenende war es beim Pferdeflüsterer nicht so langweilig, weil ich schon darauf vorbereitet war, dass ich viel Zeit allein verbringen müsste. Also habe ich mich am Nachmittag in der Stadt mit Freunden zu einem Besuch in einer Ausstellung verabredet. Ich bin nach dem gemeinsamen Frühstück mit dem Zug in die Stadt gefahren und später kam der Pferdeflüsterer mit dem Auto hinterher und wir waren noch gemeinsam essen. Was für ein netter Abend. Far-Away und Heimkehrer waren wirklich klasse. Und so war der Samstag schnell rum.

Dass ich mich Sonntag auch nicht gelangweilt habe, war eher ein Zufall. Ich ging also in das Änderungsgeschäft meines Vertrauens und holte meine gekürzte Hose ab und weil sie dort auch Stoffe und Wolle verkaufen, wurde ich von der Handarbeitsatmosphäre angesteckt uns sah mich wenig später mit 600g Wolle, ein paar Nadeln und einem Strickmuster nach Hause gehen. Et voilà: ein neues Projekt! Der erste selbstgestrickte Pulli. Ok... Strickjacke.

Die Wolle ist großartig. Sie hat unterschiedliche Farbtöne in bordeaux, altrosa und lila. Tolle Qualität... Das Muster ist nicht langweilig zu stricken, aber trotzdem dezent. Das wird sooo toll. Keine Ahnung ob ich mich damit nicht übernehme. Schließlich hat meine Geduld bisher meist nicht für mehr als einen Schal oder ein paar Socken gereicht. Aber ich habe gerade totale Lust zum Stricken. Und das ist toll für ein Wochenende auf dem Land und kalte Tage, an denen man nicht raus mag. Also hab ich mich schnell rangesetzt. Nicht dass meine Lust sich noch in Luft auflöst, bevor es fertig ist. Den Tatendran muss ich ausnutzen. Schließlich habe ich eben mal schnell 60€ im Laden gelassen. Und dann sagen immer alle, selber machen spart Geld. Aber jetzt sind schon knappe 20cm vom Rückenteil fertig. Kann sich also nur noch um Tage handeln.

Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich doch noch eine Lösung gegen die Langeweile beim Pferdeflüsterer gefunden habe.

Gibt es sonst noch etwas neues? Achja.. ich habe schon die ersten 500g abgenommen. Ok, ok das klingt nicht nach viel. Aber ich bin super stolz. Wenigstens bewegt sich endlich etwas. Heute bin ich auch schon richtig produktiv gewesen und gestern kam mein neuer Badminton-Schläger. Ich gehe ja immer mit meinen Kollegen am Dienstag nach der Arbeit Badminton spielen. Und ich habe mich schon gewundert, warum der eine immer von der einen Linie zur anderen spielen kann und ich nie. Ich habe schon an meiner Technik gezweifelt. Und dann haben wir letztes Mal kurz die Schläger getauscht und plötzlich konnte ich es und er nicht mehr. Das war für mich das Ultimative Signal, dass mal eine technische Innovation her musste.

Und wer hätte das gedacht? Es gibt Schläger mit unterschiedlichen Schlageigenschaften. Ich dachte, dass man da eh nicht viel machen kann, außer beim Gewicht und der Bespannung. Aber offensichtlich gibt es heute mehr Hightech als vor 15 Jahren, als ich meinen letzten Schläger gekauft habe. Und der war damals schon ziemlich toll. Aber dieser ist besser. Bestimmt. Jetzt bin ich super gespannt, ob sich dadurch mein Spiel verbessert. Ich bin sowieso kein Profi. Ich mache das ja aus Spaß. Aber gewinnen will ich trotzdem. Jedenfalls will ich nicht mehr das schwächste Glied in der Kette sein. Nachher geht's los. Juhu.