Das Leben der jungen J

24.04.2012 um 15:22 Uhr

Ab in den Baumarkt

Stimmung: Gut

Letztens hat hier dieser mega-riesige Baumarkmarkt aufgemacht und weil ich noch ein paar Blümchen für den Balkon wollte, sind der Pferdeflüsterer und ich da erstmal hingefahren. Dieser Baumarkt ist so groß, der hat sogar einen Drive-in. Keine Ahnung was man da bekommt und wie das da ablaufen soll: „Also ich hätte gern 15x die Schraube A, 300g von Schraube B, 3 Bretter in 220x15x4 in Kiefer und einen mittelgroßen Benjamini. Aber einen schönen. Kann ich die Schrauben auch als Menü haben?" „Das macht 27,50. Bitte fahren Sie zum nächsten Fenster!" So etwa?


Also wir wollten also ins Garten Center und dort überraschte mich der Laden das erste Mal. Man war dort nicht allein. Gut... die gefühlten tausende Autos hätten das schon andeuten können, aber wenn ein Laden von Außen schon Amerikanische Ausmaße hat, denkt man ja, dass sich das innen schon etwas verläuft. Aber kennt ihr das auch? In Baumärkten herrscht sonst doch immer eine merkwürdige Stille, die nur durch die Abwesenheit von Menschen in großen Räumen entstehen kann. So wie in Kirchen. Aber dort herrschte geschäftiges Treiben (vielleicht lag das am schönen Wetter und am Samstag) und vor allen Dingen, waren dort offenbar auch Menschen beschäftigt. Also Menschen zu denen man hinlaufen konnte und sie fragen, wenn man etwas nicht gefunden hat. Die gibt es sonst auch in Baumärkten nicht.


Eigentlich hatten wir nur wenig Zeit. Schließlich waren wir nachmittags noch zum Kaffee eingeladen. Und so versuchte ich schnell Entscheidungen zu treffen. Aber irgendwie hatten sie doch nicht genau das, was ich mir vorgestellt hatte und dann musste etwas anderes her. Es gab keine Balkonkästen, die man quer auf die Brüstung stecken konnte. Und die, die sie hatten fand ich unpraktisch. Also doch die nostalgische Halterung, wo man total hübsch einzelne Blumentöpfe reinstellen konnte. Das wäre doch auch super, wenn wir endlich zusammenziehen und ich meine Pflanzen bei ihm in den Garten stellen könnte. Dann muss man nicht mal groß was machen. Oder doch die Kästen mit dem Wasserspeicher? Weil ich doch immer vergesse meine Pflanzen zu gießen? Die wären wenigstens praktisch.


Dann brauchten wir noch Pflanzen und Erde und Halter und ich muss gestehen, dass ich nicht wirklich entschlusskräftig war. Also zog sich das hin und zog sich hin. Am liebsten hätte ich erstmal einen Gartenplan für den Garten vom Pferdeflüsterer aufgestellt, damit wir Pflanzen kaufen, die wir bei ihm weiter verwenden können. Aber wenn ich mir seinen Garten ansehe finde ich den zwar wirklich langweilig und doof, aber mir fällt dazu überhaupt nichts ein. Wir hatten damals keinen Garten. Jedenfalls nicht richtig. Und der Pferdeflüsterer hat Rasen und ne Hecke. Eine hohe Hecke. Eine, über die ich nicht rüberschauen kann. Ich verstehe nicht, wie man sich so einmauern kann und jetzt will er an die einzig offene Seite, die zur direkten Nachbarin geht, wo jetzt ein Maschendrahtzaun steht, noch so eine Holzwand entlangziehen. Und ich glaube, er hat noch nicht verstanden, dass das nicht passieren wird.


Ich war also nicht entschlussfreudig und der Pferdeflüsterer leicht genervt, als unsere Freunde anriefen und meinten, wir sollten uns ruhig Zeit lassen. Also ließen wir uns Zeit. Und bummelten ein wenig vor uns hin und der Pferdeflüsterer probierte noch mal wie es sich auf dem ein oder anderen Rasenmäher sitzt und wir testeten noch das ein oder andere Büromöbel und eh wir uns versahen, waren zwei Stunden um. Zwei Stunden, in denen wir kaum was produktives gemacht haben. Außer darüber zu diskutieren, ob man Gurano in Blumenerde braucht oder ob man auch so darauf warten kann, dass die Vögel draufscheißen.
Ist doch unglaublich, wie man Zeit in einem Baumarkt vertrödeln kann.

19.04.2012 um 14:34 Uhr

Ein Übernachtungsthema

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Pferdeflüsterer, Far, Away, Heimkehrer

Stimmung: geht so

Vor vier Wochen rief mich Faraway an und meinte, dass der Heimkehrer jetzt Samstag irgend so ein Männerding hätte und sie quasi rausgeschissen wurde und dass es doch eine tolle Gelegenheit wäre, wenn sie mich besuchen könnte und dann auch bei mir schlafen dürfte. Ich hatte damit kein Problem Ich klärte also mit dem Pferdeflüsterer, ob er etwas dagegen hätte und ob er schon wüsste ob er Arbeiten muss und wir bei mir oder bei ihm sein würden. Und so war ich fest davon überzeugt, dass ich jetzt Samstag einen Schlafgast haben werde.

Und am Wochenende sitze ich nun bei Nitida und frage sie was sie Samstag vor hat und ob wir Mädels uns dann nicht zum Sushiessen treffen wollen, schließlich würde Faraway ja bei mir schlafen und das wäre doch eine super Gelegenheit. Und da meinte Nitida, aber da schliefe sie doch schon bei ihr. Das fand ich schon etwas komisch. Und nachdem ich Faraway noch mal dazu befragt habe, kam tatsächlich raus, dass sie bei Nitida schlafen will, weil sie einfach dichter dran wohnt und der Weg nach Hause nicht mehr so lang ist. (Von mir aus müsste sie mit den Zug fahren)

Klar alles kein Problem. Und doch ärgert es mich. Und ich bin enttäuscht. Es ärgert mich, weil ich bei Nitida da so blöd überrumpelt worden bin. Und ich finde es schade, weil ich mich schon so darauf gefreut habe. Das ist doch Mist.

Warum will eigentlich niemand bei mir schlafen? Ist mein Zuhause nicht wohnlich genug? Das man nicht beim Pferdeflüsterer schlafen will, kann ich nachvollziehen. Zumindest solange bis er das Chaos im Griff hat. Aber ich dachte, mein zu Hause wäre einladend und gemütlich. Oder stimmt etwas mit uns beiden als Gastgeber nicht? Oder mache ich zu sehr den Eindruck als wäre es ein Aufwand?

Seitdem ich mit dem Pferdeflüsterer zusammen bin hatte ich keine Schlafgäste mehr. Wobei... ich glaube der Alte Mann hat mal bei mir übernachtet, aber da war der Pferdeflüsterer auch nicht da. Gut... vorher waren es auch nicht gerade Scharen. Aber es kam wenigstens so hin und wieder mal vor. Ok... Nitida schläft sowieso lieber in ihrem eigenen Bett und ich habe schon ein schlechtes Gewissen, weil ich ihr Angebot da zu übernachten so oft annehme und sie meins nie.

Aber bei Faraway habe ich das Gefühl, dass sie Nitida vorgezogen hat, weil sie mich weniger mag. Ich weiß, so ist es nicht. Aber ich habe eben dieses Gefühl. Und Schlagartig fühle ich mich weniger gemocht und einsam. Es macht mich traurig und ich habe mit keiner-mag-mich-Stimmung zu kämpfen. Und schwubs, falle ich in alte Denkmuster zurück. Ich kämpfe momentan sowieso damit, vielleicht wegen dem Pferdeflüsterer gedisst zu werden. Auch das ist alles Einbildung. Ich weiß. Aber es ändert nichts an dem Gefühl.

Dabei könnte ich doch froh sein, dass ich Samstag keine extra Arbeit mit Aufräumen habe, dass wir Sonntag ausschlafen können usw. Und ich kann sie ja auch verstehen, dass sie Nitida einfach wegen der räumlichen Nähe vorzieht. Aber hätte sie das nicht mal ansprechen können, dass sie sich um entscheiden will. Dass sie Nitida auch fragen will. Ich saß jetzt bei Nitida und bin einfach überrumpelt worden. Das fand ich wirklich blöd. Besonders weil wir extra für ihren Geburtstag nach Berlin fahren, weil sie unbedingt mit ihren Freunden dort feiern will. Ist doch alles blöd.

18.04.2012 um 12:02 Uhr

Er ists

Vor ein paar Wochen musste ich oft an eine Bekannte aus Brasilien denken, die ausgerechnet im Winter das erste Mal in Deutschland war. Sie fragte, warum wir die vielen abgestorbenen Bäume in der Landschaft rumstehen lassen würden. Das wäre doch sehr trostlos. Sie verstand nicht, dass es nur eine Phase ist, in der alles wie Tod scheint. Sie kannte Frühling nicht. Und es gab eine Zeit, da fand ich es selbst auch unwirklich, dass alle diese Bäume und Büsche irgendwann wieder grün werden könnten.

Und dann kamen erst ein paar Büsche die grün wurden. Aber es war immer noch unwirklich, dass wirklich alle Bäume grün werden würden. Dass alles wieder anfangen würden zu leben. Langsam wurde es mehr. Immer mehr Bäume und Büsche ergrünten. Es kamen einige Blumen hinzu, einige Bäume die blühten. Und jetzt erstrahlt alles in einer neuen Pracht. Es fühlt sich an als würde nun ein neues Leben beginnen. Als wäre alles frisch und anders.

Überall ist lebendiges Leben spürbar. Vögel zwitschern, es duftet ganz anders. Und immer in dieser Situation fällt mir das Gedicht von Eduard Mörrike ein, weil es für mich den wahren Geist des Fühlings beschreibt:

 

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!

12.04.2012 um 11:21 Uhr

Das Problem des Pferdeflüsters

Stimmung: naja...

Ich habe ein wenig Schreibnachholbedarf, deswegen kann es sein, dass die nächsten Beiträge nicht zwingend in der richtigen zeitlichen Reihenfolge sind und dass sie stimmungstechnisch stark schwanken und thematisch ein wenig hin und herspringen. Aber irgendwie muss es eben raus und wenn man selten bloggt, staut sich eben was an. Aber heute will ich über das Problem reden das der Pferdeflüsterer offenbar hat.

Es ist ein paar Tage vor Ostern. Genau genommen fast eine Woche. Ich war gerade bei meinen Eltern zu Hause. Zur Abwechslung war das mal ein wirklich entspanntes Wochenenden - hauptsächlich weil meine Mutter sich so gefreut hat, dass ich ein ganzes WE und allein da war, dass sie so gar nicht auf Streit aus war. Übrigens ist auch das in der letzten Zeit eher die Regel, als die Ausnahme. Seit dem Super-Gau letztes Jahr vertragen wir uns gut. *drei mal auf Holz klopf* und ja ich versuche es nicht zu beschreien.

Es ging also um die Geburtstagsvorbereitungen vom Pferdeflüsterer (also am Donnerstag vor Ostern). Er wollte einen Kaffee für ein paar Leute machen und meine Eltern wollten gern an Ostern zu Besuch kommen, noch lieber aber an seinem Geburtstag. Und nein... es ging nicht um meine Wohnung, sondern um seine. Schließlich hätten sie die noch nie gesehen. Und es würde sich ja schließlich gehören, wenn man mal die künftigen Schwiegereltern einlädt.

Ich fragte den Pferdeflüsterer ob er es sich vorstellen könnte, dass er sie zu Ostern einlädt. Gut nicht zum Geburtstag und nicht mit Essen an Sonntag, aber Samstag zum Kaffee wäre doch bestimmt ein guter Kompromiss. Offensichtlich war es das nicht, denn der Pferdeflüsterer wehrte sich mit Händen und Füssen dagegen. Und ich steckte wieder Willen zwischen den Stühlen.

Und so kam es am Dienstag vor Ostern zu einen Streitgespräch zwischen uns beiden. Ich konnte nicht verstehen, warum er auch noch ein halbes Jahr nach dem Super-Gau und nachdem sich meine Mutter wirklich für ihre Verhältnisse sehr friedlich verhalten hat, ihr immer noch aus dem Weg gehen musste. Es läge daran, dass sie sich immer noch nicht bei ihm entschuldigt hätte, für die Art, wie sie auf ihn losgegangen ist. Und sie hätte ihn ja schließlich noch nicht direkt gefragt, ob sie ihn mal besuchen kann. Und nur ein paar Kekse zu Weihnachten (es war wirklich eine große Kiste) würden die Wogen nicht glätten.

Ich verfluchte innerlich seine Sturheit und das Nicht-vergeben-und-vergessen-können und wusste, dass meine Mutter so viel Nachtragerei nicht verstehen würde. Wenn sie ausrastet ist das wie ein Gewitter und dann verziehen sich die Wolken wieder. Spätestens eine Woche später muss es wieder gut sein. Alles was darüber hinaus geht, betrachtet sich als krankhaft (therapierbedürftig) und als persönliche Beleidigung. Und wenn es erstmal soweit ist, kann sie auch muksch und nachtragend sein. Und das dann wieder zu kitten wird unglaublich schwierig. Besonders weil auch langsam mein Papi deswegen angepisst ist.

Ich sehe also die totale Katastrophe auf mich zukommen: Meine Eltern und der Pferdeflüsterer verkrachen sich für immer. Jipie...

Ich versuche also die Wogen ein wenig zu glätten und ihm ins Gewissen zu reden, dass ja einer mal den Anfang machen muss. Und wo er doch für seinen Geburtstag eh aufräumen muss wäre das doch ne gute Gelegenheit... Aber alles zureden half nichts, er blieb stur.

Aber dann kam plötzlich heraus, dass er immernoch, seid dem Super-Gau, an der Beziehung als solches zweifle. Er kann es sich nämlich nicht vorstellen, dass ich mit ihm glücklich werde, wenn er mit meinen Eltern ein Problem hat und mich zwingt zwischen den beiden Seiten zu entscheiden. Und er hätte sich so sehr eine nette Schwiegermutter gewünscht (die meine Mutter auch mittlerweile gern wäre, aber leider nicht kann, weil er ihr keine Chance gibt). Und dann gäbe es ja auch noch die anderen Sachen.

Die anderen Sachen?? Welche anderen Sachen? Das war mir neu. Also versuchte ich ihm die anderen Sachen aus der Nase zu ziehen. (Warum sagen Männer nicht einfach, was sie bedrückt). Ja mein Wutausbruch neulich hätte ihm schon ziemlich Angst gemacht (Er spielte auf ne Begebenheit an, bei der er nicht kapiert hat, dass er eine Grenze überschreitet und ich deswegen ausgerastet bin - völlig zu recht, wie wir hinterher beide fanden). Was ist er denn schließlich für ein Freund, wenn er nicht kapiert, wann Schluss auch Schluss heißt. Und ich würde ihn ja immer als den besten Freund bezeichnen und wie soll er das denn sein... (ist er ja auch... Fehler hat doch jeder. Es geht auch nicht um den perfekten Partner sondern darum, wie gut man mit den nicht so tollen Seiten umgeht. Aber ich halte ihn nach wie vor noch für toll.)

Und er wäre sich noch nicht sicher, ob er genug für mich ist. Ob er genug tut, um mir seine Liebe zu zeigen. Und ob er das über die Jahre aufrechterhalten kann. Tja.. was soll ich da dem eigenen Anspruch, den er an sich hat entgegenstellen?

Außerdem wäre das Zusammenziehen an Bedingungen geknüpft. Ja stimmt. Er muss Platz machen. Schließlich passen meine und seine Sachen nicht in die zwei Zimmer, die er bewohnt. Wir brauchen das dritte Zimmer. Und ja... er muss sich damit abfinden, dass ich öfter in die Stadt fahren möchte, als wir bisher am Wochenende tun. Immer wenn wir bei ihm sind, ist es ihm zu umständlich in die Stadt reinzufahren. Aber ich möchte wenigstens die Möglichkeit haben mal dort einfach nur einen Kaffee zu trinken oder mich mit Freunden zu treffen. Aber ihm macht die Vorstellung, dass ich dann immer da bin Angst. Schließlich muss er dann seine Gewohnheiten umstellen.

Da platze mir der Kragen. Tja.. dann wäre es wohl besser wenn wir uns trennen. Dann kann er sein geliebtes Singeldasein führen, muss sich nicht anpassen und sich nicht mit Problemen auseinander setzen. Es gäbe dann keine Freundin, die zwischendurch mal an dem Chaos rummäkelt und ihn zu Aktivitäten animiert. Das wäre dann alles schön einfach. Und ob er immer lügen würde, wenn er sagt dass er mich liebt.

Naja.. so hätte er das auch nicht gemeint und natürlich würde er mich lieben und es würde ja nicht an mir liegen. Das Problem hätte er vermutlich in jeder Beziehung. Das ist scheinbar so eine 2-Jahres-Problematik. Irgendwann würde mit jeder Zusammenziehen auf dem Plan stehen. Und dann hätte er wieder das gleiche Problem. Er lebt eben seit 25 Jahren allein wie soll man sich denn nun eben schnell umstellen.

Dann bleib halt Single, wenn dir eine Beziehung zu anstrengend ist. Ich würde ihn nicht aufhalten wenn er gehen will aber ich hätte mich schließlich schon vor einiger Zeit für ihn entschieden.

Ne das wolle er auch nicht, schließlich hätte er jetzt genug vom Alleinsein und die einfache Beziehung, wo sie alles macht, was er will, ohne Kontra zu geben hat ihm auch nicht gefallen.

Ich meinte, dass ich schon festgestellt habe, dass wir uns irgendwie in einem Zwischenzustand befinden, der mir auf den Keks geht. Und mir geht wöchentliches Packen auf den Keks. Und er solle sich entscheiden, bevor ich bei ihm einziehe.

Ich heulte nach dem Telefonat erstmal Rotz und Wasser. Die Vorstellung dass er einfach so geht, wollte einfach nicht in den Kopf. Es hat eine Weile gedauert bis ich wieder einen einigermaßen klaren Kopf hatte. Ich hatte ja schon von Anfang an das Gefühl als würden wir nur eine zeitlang einen gemeinsamen Weg gehen. Er wohl auch, deswegen hatten wir auch nie mit Besitzdenken zu tun. Aber sollte diese Zeit jetzt um sein? Und wenn es das wäre, wie würde ich dann weiter machen? Vermutlich würde ich die Hoffnung einen Partner fürs Leben dann aufgeben. Mich damit abfinden zu einer alten Jungfer zu werden. Nach dem Gedanken heulte ich noch etwas mehr. Schließlich hatte ich damals schon beschlossen, dass ich ihn wirklich toll finde und ihn so schnell nicht wieder ziehen lasse. Aber was soll ich machen? Wenn er nicht will, will er nicht. Was soll ich denn da machen?

Und dann kam mal ein wirklich sinnvoller Gedanke: „Hör auf dein Herz". Und das sagte mir, dass er sich im nächsten halben Jahr nicht trennen würde. Und auch dass wir Weihnachten zusammenverbringen würden. Und dass er nicht so dämlich ist, das was wir zwischen uns haben einfach wegzuwerfen.

Und wenn er sich wegen dem Stress mit meiner Mutter und der Kleinigkeiten trennen würde, wäre er ohnehin nicht der Mann mit Charakter für den ich ihn gehalten habe. Dann würde unsere Beziehung den Stress-Test nicht überstehen. Dann ist er es im Grunde auch nicht wert.

Aber zu seinem Geburtstag durfte ich trotzdem kommen und ne Schwarzwälder hab ich ihm auch gebacken. Und meine Eltern kamen nicht. Es ist ja auch nicht einfach einen Besuch zu vereinbaren, wenn beide Seiten gefragt werden wollen. Und es geht mir auf den Keks, immer zwischen den Stühlen zu stehen. Wenn meine Mutter und er ein Problem haben, dann müssen sie es eben unter sich lösen. Das ist doch wie im Kindergarten. Und diese scheiß Stille Post geht mir auf den Keks.

Ich hätte echt gedacht, dass seine Problemlösungskompetenz besser ist. Wie kann man auch nur so nachtragend sein? Vielleicht braucht er doch noch therapeutische Hilfe. Schließlich hat er mit meiner Mutter so ein Problem wie mit seiner. Das hat auch nur so gelöst, dass er nicht mit ihr redet und ihre Päckchen ungeöffnet wegschmeißt. Man kann doch nicht jedes Problem in eine Kammer sperren und hoffen, dass man sie nie wieder aufmachen muss. Das muss ihm doch mal klar werden. Er ist doch erwachsen.

10.04.2012 um 15:14 Uhr

Die K-Frage

von: VomFeuerkind   Kategorie: Gedankengänge   Stichwörter: Pferdeflüsterer, Kinder

Stimmung: naja...

Gestern Morgen wachte ich auf und stellte mit meinem Super Zyklusmesser fest, dass ich an Tag 26 immer noch keinen Eisprung hatte. Bei Frauen mit einem normalen Zyklus sollte dieser Tag ungefähr in der Mitte sein, also an Tag 14. Mein Eierstock braucht ungefähr doppelt so lange. Tja.. und dann ging mir die K-Frage durch den Kopf und langsam stieg Panik in mir auf, besonders weil es nicht das erste Mal war, dass ich sooo lange auf den Eisprung warten musste. Das scheint derzeit eher der Regelfall zu sein.

Ich bin noch überhaupt nicht bereit für Kinder. Ich könnte noch gut und gerne 2-5 Jahre warten. In den Urlaub fahren, wenn mir danach ist, Geld ausgeben, dass ich sowieso nicht habe und das Leben genießen. Ich dachte immer, ich hätte noch alle Zeit der Welt. 35, dachte ich, wäre doch bestimmt ein gutes Alter für Kinder. Gut... dass dem Pferdeflüsterer langsam die Zeit wegläuft war ja ohnehin schon klar. Er ist schließlich 10 Jahre älter und wer will schon mit knapp 50 noch Kinder zeugen - nur weil man es kann?

Ich bin auch noch nicht mit den Überlegungen fertig ob ich überhaupt welche will. Es gibt Tage, da kriege ich bei dem Gedanken, dass ich mich min 18 Jahre an einen Ort binden muss, der totalen Einschränkung meiner persönlichen Freiheit oder ständig Sabber, Krach, Chaos und nicht zu vergessen die Pubertät solche Panik, dass ich fast mit Schnappatmung unter dem Tisch liege. Oder dem zusätzlichen Stress, weil man ständig die Kinder von A nach B fahren muss.

Und dann diese verdammte Begründung mit der Kohle würde es schon IRGENDWIE gehen. Andere kriegen es sogar IRGENDWIE mit H*arz4 hin. Aber ich will meinen Kindern kein IRGENDWIE bieten. Ich durfte ins Ausland und ich durfte studieren und ich will das für meine Kinder auch. Ich habe mal eine Aufstellung gesehen, dass Kinder effektiv 500€ im Monat kosten. Min 18 Jahre lang. Wenn man das anlegen würde... da würde sich eine gute Rente ansammeln. Oder ein Haus. Aber Kinder bieten einem keine Verzinsung. Man bekommt nichts wieder raus. Also finanziell - jaja... emotional mag sich das alles irgendwie auszahlen. Und ja das ist zünisch. Aber ich kann mir nicht vorstellen, wie wir derzeit von unseren beiden Gehältern (die wir definitiv bräuchten) 500€ einfach so in die Luft blasen können.

Tja... und dann gibt es doch die Tage, an denen ich Tränen der Freude in den Augen bekomme, wenn der Pferdeflüsterer meint, wenn wir jetzt ein Kind zeugen würden würde es mit großer Wahrscheinlichkeit ein kleiner Schütze werden. Ein kleiner Schütze...? Ach wäre das nicht schön...? *hach* *träne wegwisch* (Völlig irrational)

Bei dem Pferdeflüsterer tickt also die Uhr und dabei ist er eigentlich auch nicht bereit. Er kriegt ja schon Panik, wenn das Thema Zusammenziehen auf den Tisch kommt. Das ist für mich kein gutes Zeichen, dass er wirklich Kinder will. Ich will erst ein Nest und dann Kinder. Das ist doch legitim! Und ja.. er wäre bestimmt trotzdem ein guter Vater. Schließlich ist er niemand, der sich einfach so vor der Verantwortung drückt.

Ok... fassen wir zusammen. Ich stehe tendenziell eher negativ Kindern gegenüber, bin aber auch nicht völlig abgeneigt, auch wenn ich nicht diese Herzchenaugen bekomme, die andere beim Anblick Neugeborener kriegen. Aber wie gesagt, ich dachte ich hätte noch Zeit, mir über die Kinder Gedanken zu machen.

Aber jetzt nimmt mir mein Eierstock die Entscheidung ab. Offenbar fällt meine Fruchtbarkeit rapide ab. Aber bin ich mit 33 nicht noch viel zu jung für die Wechseljahre? Jetzt habe ich so lange gewartet und immer nach dem optimalen Partner gesucht und dabei vergessen, dass meine Fortpflanzungsmöglichkeiten endlich sind? Unter diesen Gesichtspunkt wirken selbst bevorstehende finanzielle Einbußen unter einem ganz anderen Licht da. Plötzlich erscheint die Hürde gar nicht mehr so groß. Plötzlich ist das Chaos nicht mehr so abschreckend. Diese Irrationalität der Gefühle macht mich total fertig.

Ich versuche mich wenigstens nicht so richtig in diese Möglichkeit der Schwangerschaft reinzusteigern schließlich stehen die Chancen nicht so wahnsinnig toll. Jedenfalls nicht auf eine natürliche Befruchtung. Und das wäre mein Traum. Ein mit Liebe und einer heißen Leidenschaft gezeugtes Kind. Wären da nur nicht die O*rgasmus-Probleme des Pferdeflüsterers. (Ok... habe ich noch nie erwähnt, aber es erschien mir auch nicht wichtig - bis jetzt.) Irgendwas in seinem Kopf verhindert, dass er durch eine Fremdeinwirkung, statt seiner eigene Hand einen O*rgasmus bekommt. Jedenfalls glauben wir, dass es eine Kopfsache ist. Aber wir haben noch keinen Weg gefunden, dies zu verändern.

Irgendwie leben wir damit. Bevor ich ihn kannte, dachte ich, dass es hauptsächlich ein Frauenproblem ist. Aber ich kann jetzt die Männer verstehen, die das bei ihren Frauen fertig macht. Der ständige Versuch und die folgende Enttäuschung ist echt bitter. Ich würde mir ja Gedanken machen, wenn ich die einzige Frau wäre, bei der es nicht funktioniert, aber das bin ich nicht. Es hat noch nie funktioniert. Und ja manchmal genieße ich es dann bei den entsprechenden Partys und Treffen, einen Mann vor mir zu haben, bei dem es klappt. Einfach so. Und ja... er versichert mir, dass er wirklich Spaß daran hat - auch ohne.

Aber es macht mich manchmal echt fertig. Und vor allem, weil er irgendwie nichts versucht, um etwas daran zu ändern. Keinen Arztbesucht (falls es doch was biologisches ist), kein Buch, keinen Therapeuten. Lieber nicht hinsehen, dann ist es auch nicht da. Wer weiß, was das für Gefühle aufwühlt. Genau wie seine Kammer, die er auch noch nicht aufgeräumt hat.

Jedenfalls drehe ich mich mit der Kinderfrage im Kreis. Wir verzichten nun schon völlig auf Kondome. Schließlich würden sie ohnehin zu selten tatsächlich notwendig sein und wenn es nun doch passieren sollte, wäre es eben so. Dann freuen wir uns beide riesig. Aber zum kotzen ist die Situation schon.