Das Leben der jungen J

15.08.2012 um 09:23 Uhr

Katastrophenwahn

Stimmung: geht so

Es gibt Tage, da kennt meine Paddeligkeit keine Grenzen. Im Grunde kommt es schon fast täglich vor, dass ich mich irgendwo stoße, sei es ein Zeh am Bett oder den Arm an einer Tür. Letztens habe ich sogar den Vogel abgeschossen, als ich in einem Geschäft in einer Mall unaufmerksam war und nicht gesehen habe, dass dort 4m Fensterfront auf mich warten. Gut... es ist auch ein wenig blöd, dass die dort gar nichts hingestellt haben. Keine Puppe, keinen Ständer und keine Werbung. Und ich war abgelenkt. Von den Menschen in der Eisdiele, von dem Geschäft gegenüber und von der Ware, die ich ggf übersehen haben könnte. Und so bin ich auf dem Weg nach draußen gegen die Scheibe gelaufen. Natürlich mit dem Knochen von der Augenhöhle (also da wo die Augenbraue zu Ende ist). Also tat es höllisch weh und es gab auch schon eine Schwellung. Und weil mir in meinem Schock nichts anderes einfiel ging ich in den nächsten Supermarkt und setzte mich mit einer Tüte TK-Erbsen auf den Boden.

Deutschland ist also doch noch nicht so verkommen, dass man als Frau, wenn man heulend in der TK-Abteilung mit ner Tüte Erbsen am Kopfsitzt, noch gefragt wird, ob alles ok ist. Irgendwann kamen dann ein paar Medizinstudenten, die mich (und den Pferdeflüsterer) überzeugt haben, dass man sich das doch mal von einem Arzt ansehen lassen und muss und mich dann mit einem Notarzt ins Krankenhaus geschickt haben. Nein... keine Gehirnerschütterung und auch kein Problem mit dem Auge. Mittlerweile war es schon nicht mehr eine kleine Schwellung, sondern eher ein ausgewachsenes blaues Auge. Das ganze Lied ist mit Blut zugelaufen und ich konnte auf dem Auge kaum noch was sehen. Naja... ich konnte den nächsten Tag nicht Autofahren und am übernächsten Tag nicht arbeiten. Aber jetzt ist wieder alles ok.

Und letzte Woche gab es schon wieder eine Reihe von unglücklichen und sehr glücklichen Umständen. Mittwoch zum Beispiel da habe ich an einem anderen Rechner gearbeitet und als ich aufgestanden bin, mit ich mit dem Knie gegen den Rechner gestoßen und er ist im laufenden Betrieb umgefallen. Was wirklich ein wenig blöd ist, weil jetzt die Festplatte im Arsch ist und der Rechner überhaupt nicht mehr startet. Glücklicherweise sind die wichtigen Dinge alle gesichert. Die Chefs sagen, alles in Ordnung. Ein schlechtes Gefühl hatte ich trotzdem.

Dann war ich Donnerstag bei einem Meeting und genau als ich dran war etwas zu zeigen, kommt eine Email rein mit dem Betreff: „Ihr Vorstellungsgespräch bei..." Natürlich gab es eine kleine Infobox. Super peinlich. Schließlich wissen die hier nichts davon. Ich wollte das als meinen Strategischen Vorteil nutzen, wenn es soweit ist. Wenn das nur mit den Chefs passiert wäre, wäre es schon blöd genug gewesen. Aber in einem Meeting mit Externen? Warum hatte ich auch mein Mailprogramm offen? Und warum müssen diese Hinweisfenster immer im Vordergrund sein... ja normalerweise ist das praktisch, aber in dem Fall... bin ich vor Scharm im Boden versunken. Ich habe so getan, als wäre nichts und die Chefs haben mich auch nicht darauf angesprochen. Naja.. erstmal abwarten... ob es überhaupt was wird. Haben wollen würde ich die Stelle natürlich schon.

Dann hätte ich Freitag morgen fast einen Strafzettel bekommen, wenn ich den Weg wie sonst gefahren wäre. Wenn man den schnellsten Weg vom Pferdeflüsterer zur Arbeit fahren will, muss man durch eine Anlieger-frei-Straße durch. Weil da aber irgendwo ne Baustelle ist, spart dieser Weg zur Zeit nichts. Ich bog also ab und da seh ich auf der Ecke zwei Polizisten stehen, die nur darauf warten etwas zu tun zu bekommen. Glück gehabt... kein Strafzettel.

Ein paar Minuten später, ich war etwas spät dran, versuche ich in einer Baustelle auf eine Autobahn zu fahren. Warum die da ein Stoppschild hingemacht haben, habe ich nicht verstanden. Wie soll man denn aus dem Stehen in 4m auf min. 80 hochbeschleunigen, um sich auf einer vielbefahrenen Straße dazwischen zu quetschen? Dann sehe ich vor mir eine große Lücke, denke, da passt nicht nur das Auto vor mir, sondern auch noch meins rein und fahre schon los, bis mir gerade noch rechtzeitig auffällt, dass der vor mir das irgendwie nicht gedacht hat. Ich konnte gerade noch rechtzeitig bremsen und habe nur die Anhängerkupplung ganz leicht getroffen. Glück gehabt.

Dann fällt mir eben eine Tasse runter - und sie bleibt heile. Glück gehabt... nichts passiert. Aber 5 min später habe ich wieder eine Tasse in der Hand, lasse sie auf die Anrichte fallen, sie zerspringt und natürlich schneide ich mir an den Scherben die Hand auf.

Ich weiß nicht, was das gerade immer so ist. Manchmal schramme ich nur so ganz knapp an einer Katastrophe vorbei und dann erwischt es mich total. Das ist manchmal schon ziemlich blöd.

03.08.2012 um 14:19 Uhr

Auf dem Weg zur Mitte

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Pferdeflüsterer, Mutter

Stimmung: super

Ich bin es die ganze Zeit ja auch völlig falsch angegangen. Ich habe mich den ganzen Tag hingestellt und gemeckert und gemosert, wie doof mein Leben gerade ist. Da muss erst Anna vorbeikommen und mir einen Hinweis auf Louise Hay geben, damit ich mal ein wenig wach werde. Louise Hay schreibt Bücher über Affirmationen und darüber, dass verschiedene Krankheitssymptome unterschiedliche psychische Ursachen haben.

Ich musste nur die Zusammenfassungen und die ersten Seiten lesen und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Natürlich wird es nicht besser, wenn man die ganze Zeit mosert. Das müsste ich doch eigentlich besser wissen, nachdem ich mich schon mit Affirmationen, Law of Attraction und Bestellungen beim Universum beschäftigt habe. Wenn man die ganze Zeit negativ denkt, ist man wie ein Magnet und zieht diesen ganzen Mist an. Wenn man diese Gedanken (mein Leben ist scheiße, ich kann nichts, ich bin dick, ich habe kein Geld…) aus seinen Kopf verbannt (was nicht so leicht ist, wie man denkt) können die ganzen Positiven Dinge zu einem kommen.

Gut… das war nicht alles, was ich getan habe. Ich war am Montag bei einem Arzt für Traditionelle Chinesische Medizin. Und auch wenn ich den Vorstoß der Chinesen (im Sport und in der Wirtschaft) kritisch beäuge, halte ich die TCM nicht für Humbug. Ich habe vor Jahren schon mal ein Buch in den Fingern gehabt und habe da schon gemerkt, dass mir Qi-Gong gut tut und dass es schon oft hilft, einfach mal Lebensmittel zu essen die bestimmte Dinge unterstützen. Aber in diesem Fall war mir das alles zu komplex. Es klemmt ja gerade auf allen Ebenen: Der Magen, die Blase, die allgemeine Müdigkeit und Erschöpfung…

Ich meinte also zu ihm, dass ich mich schon freuen würde, wenn ich mich allgemein besser fühlen würde und wenn ich nicht ständig Blasenentzündung bekommen würde. Also machte er das was die so tun, fummelte an meinem Handgelenk, schaute sich die Zunge an, fragte tausend Fragen und dann piekte er ein paar Nadeln in mich rein, klebte mir diese komischen Streifen auf den Rücken den auch die Sportler bei der Olympia oft haben und gab mit einen Haufen Baumrinden und „Kräuter“ mit.

Und es geht mir gut! Wirklich. Er meinte, dass Ziel der Behandlung wäre es meine Mitte wieder zu finden. Als ich nach der Akkupunktur aufstand merkte ich schon, dass etwas anders ist. Es ging mir schon deutlich besser. Ich hing nicht mehr ganz so durch. Dann habe ich mir aus diesen Baumrinden und anderem Zeug sowas wie einen Tee gekocht. Davon trinke ich nun täglich immer etwas. Ehrlich mal es schmeckt wirklich scheiße und ich muss immer gucken, dass ich mich nicht übergeben muss. Es ist eine wirklich komische Mischung aus bitter und süß. Aber wenn ich es dann runter habe und sich mein Magen wieder beruhigt hat, habe ich das Gefühl wieder Bodenhaftung zu haben.

Diese Streifen sollten den Blasenmeridian im Lendenwirbelbereich unterstützen. Und ja auch das hatte einen Einfluss. Ich habe schon viel weniger das Gefühl als würde ich in dem Bereich so viel Energie verlieren. Als wäre es da mehr im Gleichgewicht. Ich hatte sogar weit weniger Probleme bei meiner Periode.

Ich bin viel gelassener und ruhe mehr in mir selbst. Ich habe deutlich mehr Energie und Tatendrang. Es ist wirklich unglaublich. Klar… vielleicht ist da auch noch Placebo Effekt bei. Aber wenn der sich so auswirkt ist es schon ziemlich gut. Also mir geht es gut.

Und auch ansonsten läuft es besser. Ich versuche nicht mehr so negativ über die Arbeit zu denken und siehe da, sie scheint nicht mehr so negativ. Ich habe meine Finanzen mit einem günstigen Kredit in Ordnung gebracht, damit meine Schulden bei meinen Eltern (jetzt liegen sie mir auch nicht mehr so unangenehm im Nacken) und noch einige andere Dinge beglichen und kann mir jetzt diese ganzen Gesundheitsausgaben und noch Golf und Urlaub leisten. Leider wohl dieses Jahr nicht die Gasanlage (da habe ich mich ein kleines bisschen verkalkuliert).

Das mit dem Golf ist wirklich das tollste. Ich will ja schon seit Jahren wieder spielen und hatte nie die Kohle. Jetzt habe ich eine Lösung gefunden, die wirklich gut ist (Stichwort Fernmitgliedschaft) und der Pferdeflüsterer macht gerade einen Platzreifekurs. Das heißt vielleicht können wir dieses aber spätestens nächstes Jahr gemeinsam spielen gehen. Nach 3 Jahren Pause kann ich natürlich gar nichts mehr. Aber ich merke, dass ich nicht ganz von null wieder anfangen muss, wenn ich eine Trainingsstunde nutze. Und jetzt übe ich ganz viel.

Außerdem haben wir Urlaub gebucht. Nach langen hin und her, nach ewiger Rechnerei und schier endloser Anzahl von Bewertungen und nach einem kleinen Drama mit meinen Eltern (die ich dummerweise gefragt habe, ob sie nicht Lust hätten mit zu suchen und die dann anriefen und meinten, sie hätten was gefunden und das jetzt buchen würden, was wir gar nicht witzig fanden, denn es lag 200€ über unserem Budget) haben wir uns endlich geeinigt: Wir fliegen im September nach Mallorca. *qietsch* Wir haben uns für die Variante entschieden, in der das Hotel deutlich unter unserem Budget liegt (und dafür auf das All-in und die Animation und verzichtet) damit wir vor Ort noch viel machen können. Wenn man das eingeplante Budget schon allein für Hotel ausgibt, kann man eben weniger vor Ort machen. Und was hat man davon, wenn man in ein fremdes Land fährt, nur um da am Stand rum zu liegen?

Ich freue mich schon wie doof. Ich liebe diese Insel. Ich habe dort meine Kindheit verbracht – naja… wir waren einfach oft da. Und jetzt freue ich mich einfach, dass ich meinem Freund das alles zeigen kann. Und ich freue mich auf Bergtouren... Rote Erde… Obsthaine… die typischen Windmühlen… Strand… Spanisches Essen… Obst… Fotomotive noch und nöcher… Hach… wie toll.