Das Leben der jungen J

15.02.2013 um 11:42 Uhr

Den richtigen Weg finden

von: VomFeuerkind   Kategorie: Gedankengänge

Die ganze Zeit renne suchend durch die Gegend, weil ich nicht weiß, wo es lang geht. Wo mein Weg ist. Und dann bleibe ich einen Moment stehen, halte inne und stelle fest, dass ich die ganze Zeit auf meinem Weg stehe. Ich weiß zwar nicht, wo er mich hinführt, aber ich bin genau am richtigen Ort.

14.02.2013 um 11:43 Uhr

Neue Geschichte von meinem Chef

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Chef

Stimmung: galgenhumor

Ich muss euch mal wieder die neuste Geschichte von meinem Chef erzählen. Drüber schreiben ist besser, als sich darüber aufregen. Ich muss aber ein kleines bisschen ausholen.

Wir gehen wieder auf eine Messe und haben neulich über das Konzept geredet und er hatte so eine wage Idee. Es sollte eine Geschichte werden. Irgendwas um die Entwicklung darzustellen, wie unser Produkt das Unternehmen nach und nach besser macht. Das ist fast O-Ton. So läuft das bei uns. Mein Chef hat eine Art von Bauchgefühl und schmeißt einem dann einen winzig kleinen Brocken hin. Doch damit kann man kaum etwas anfangen. Ich kenne das schon. Also fange ich an mir Gedanken zu machen und eine Idee zu entwickeln. Natürlich machen keine Managementberatung oder irgendwas mit Performance. Unser Produkt durchläuft keine Stationen beim Kunden. Es gibt keine Schritte.

Also komme ich mit einer anderen Idee. Ich setze mich und mache einen Entwurf und bespreche es mit den Kollegen. Und dann gehe ich wieder hin und hoffe darauf, dass ich meinen Chef irgendwie davon überzeugen kann. Also um es kurz zu machen, er kaufte die Grundidee, hatte noch die ein oder andere Verbesserung und fasste die Themen noch etwas anders zusammen und meinte, er überlegt sich dann die Inhalte.

Er muss also nichts anderes tun, als sich eine halbe Stunde hinzusetzen und sich für vier Themen jeweils drei Stichpunkte zu überlegen, die auf Poster sollen. Natürlich könnte ich das auch machen, aber meine Erfahrung sagt mir, dass das was ich wichtig finde und so wie ich es ausdrücken würde nie das ist, was er sich so vorstellt. Dann gibt es tausend Iterationen und ich bin hinterher genervt. Ich hatte ja auch einen Vorschlag gemacht, aber da habe ich wohl nicht gut genug seine Gedanken gelesen. Also überlasse ich ihm (und früher auch dem anderen Chef) die Formulierung der Stichpunkte und greife nur ein, wenn es zu abgedreht wird. Die steigern sich manchmal so darein, dass es hinterher keiner mehr versteht. Und er hat es doch sowieso schon im Kopf. Also wo ist das Problem?

Wenn er mir wenigstens die grobe Idee mitteilen würde, was er sich so vorstellt, könnte ich es vielleicht noch umformulieren. Aber das tut er auch nicht. Und wenn ich ihn frage, ob er es mir noch mal genauer erklären könnte, wie er sich das so vorstellt bleibt es unkonkret. Und wenn ich weiter bohre, reagiert er genervt. Also tue ich es nicht mehr. Ich mache keine Stichpunkte mehr und ich versuche nicht mehr ihn besser zu verstehen. Das hat er sich verspielt.

Ich frage ihn also gestern, wie weit er mit den Stichpunkten ist. Da sagt er, er hätte nichts gemacht, weil immer andere Dinge Priorität hätten. Wichtiger wären. Dann sage ich, dass es mittlerweile ziemlich eng wird. Wenn wir die Poster rechtzeitig haben wollen, dann müssen sie bald in den Druck. Ja.. das wäre ihm auch klar, aber er hätte nicht gedacht, dass er sich auch noch das gesamte Konzept überlegen müsste!

????? Hä? Tickt der noch ganz richtig?

ICH habe mir das Konzept überlegt. Er hat ein wenig an den Themengebieten gefeilt und jetzt brauch ich nur noch die Stichpunkte. Er macht das gesamte Konzept??? Von wegen. Von ihm kam NICHTS. Gar nichts.

Wenn man darüber nachdenkt ist es echt bitter. Das ist so traurig, dass man sich da weder drüber ärgern, noch aufregen kann. Ich habe mich für die nervenschonendere Variante des in mich hinein Lächelns entschieden. Wie gesagt, jeder darf Fehler machen. Und wenn er das nicht wichtig findet, stellen wir uns eben in einem Messestand der weiße Wände hat und wo die Präsentation mehr als peinlich ist. Und da haben wir den Imageschaden, den ich die ganze Zeit schon prognostiziere. Aber auf mich hört hier ja keiner.

Ich übe mich jeden Tag darin, mich nicht mehr darüber zu ärgern. Es muss mir egal sein, was er mit dem Unternehmen anstellt. Es ist nicht mein Unternehmen. Ich gebe Ratschläge und Hinweise und wenn sie nicht angenommen werden, ist das nicht mein Problem. Ich mache meine Arbeit so gut wie ich unter diesen Umständen kann. Aber so langsam kriege ich wirklich Lust ihn gegen die Wand laufen zu lassen.

Das ist nicht meine Art. Wirklich nicht. Ich stehe normalerweise total hinter meiner Arbeit. Ich bin loyal und alles. Aber so wie er sich in der letzten Zeit verhält, hat er es auch wirklich nicht anders verdient. Und wenn er sich noch weiter so anstellt, dann kann er sich wirklich mal ein Konzept machen.

Drückt mir die Daumen, dass ich bald einen neuen Job finde. Das kann nicht mehr lange gut gehen.

08.02.2013 um 12:18 Uhr

Krank vor Arbeit

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Chef, Pferdeflüsterer

Stimmung: mies

Ich will jetzt endlich wieder gute Zeiten. Das Verhältnis zwischen meinem Chef und mir verschlechtert sich zusehends und obwohl er letzte Woche angekündigt hat, dass wir diese Woche „reden“ müssen, ist nichts passiert. Naja… bis auf gestern war ich auch nicht wirklich da. Freitag und Mittwoch hatten wir Tests in anderen Räumlichkeiten, Montag und Dienstag war ich krankgeschrieben und heute ist er nicht da.

Das mit dem ständigen Kranksein geht mir so langsam mächtig auf den Zeiger. Donnerstag war ich schon wieder wegen Blasenentzündung beim Arzt und ich nehme immer noch Antibiotika, weil die Bakterien von einer Behandlung nicht weggegangen sind. Montag ging es mir eigentlich schon besser, aber ich hatte den ganzen Morgen ständige Schwindelanfälle. Und weil ich beim Pferdeflüsterer auf dem Dorf festsaß – man kann ja nicht fahren, wenn man permanent das Gefühl hat, man fällt jeden Moment in Ohnmacht – hat mich der Pferdeflüsterer zu einem Dorfarzt gefahren. Die haben nichts festgestellt, außer dass mein Rücken mächtig verspannt ist und haben mich für 2 Tage krankgeschrieben. Ja… das hat sich alles von allein wieder gelöst. Ich glaube es kam vom Rücken. Trotzdem nervt es mich

Die Blasenentzündung ist im Grunde auch der Grund, warum mein Chef ein Gespräch will. Es fällt mir immer schwerer mich morgens so zu wappnen, dass ich mich stark genug fühle, zur Arbeit zu gehen. Und Donnerstag war es besonders schwer. Wohl schon, weil es mir wegen der Blasenentzündung beschissen ging und weil ich wegen seiner letzten Aktion super stinkig war. Wieso kann der nicht mal ein wenig vorausschauender planen? Dass dieser fucking Bericht fertig musste, stand ja nun schon über eine Woche fest. Aber nein, es fällt ihm einen Tag vor Deadline ein, dass ICH ihn nun doch schreiben soll. Das hätte nun Prio1 und alles andere wäre nicht so wichtig. Auch der Messestand nicht – wegen dem ich in Arbeit versinke – weil er sich auch wieder viel zu spät dafür entschieden hat. Also versuchte ich ihm klar zu machen, was auf dem Spiel steht und versagte kläglich. Er befahl mir regelrecht, dass zu tun, was er will.

Ich war also sauer, fühlte mich beschissen und brauchte den Morgen extra Zeit mich zu sammeln. Ich war schon so weit, dass ich genau wusste, wie ich den Kampf kämpfen wollte und fühlte mich stark, bis ich in der Firma stehe und feststellen muss, dass eine Projekttelko schon zu Hälfte verpasst habe. Das saugte all meine Kraft wieder auf und bevor ich geknickt und völlig fertig wieder zurück an meinen Schreibtisch kriechen konnte, meinte mein Chef, dass wir reden müssen. Mich macht dieser Stress mit ihm echt völlig fertig. Ständig geraten wir aneinander und klären tun wir nie etwas. Kann er auch gar nicht und ich will ihn auch nicht ansprechen. Ist doch irgendwie doch seine Aufgabe, oder? Man kann auch echt die Uhr danach stellen, dass ich immer kurz nach Stress mit ihm krank bin.

Früher war das anders. Da habe ich gern dort gearbeitet. Früher als ich dort angefangen habe, war die gesamte Firma wie ein blühender Garten. Alle waren total engagiert, hatten Spaß an der Arbeit und Raum Ideen einzubringen. Die Chefs haben sich gut verstanden, haben zugehört wenn Fehler aufgetreten sind und haben sich bemüht Lösungen zu finden. Sie waren für Argumente zugänglich und haben sich auch sonst für den Zusammenhalt im Team eingesetzt. Um bei dem Bild zu bleiben, sie haben sich als Gärtner um den Garten gekümmert.

Dann passierte irgendetwas mit dem einen Chef. Er wurde hektisch, verbissen, hörte nicht mehr richtig zu und Lösungsvorschläge gab es auch nicht, sondern nur noch „da muss man mal ne Lösung finden“. Das war ein wirklich schleichender Prozess. Anfangs fing der andere Chef das alles noch mit auf. Aber seit einem guten Jahr zieht er sich immer mehr zurück und verlässt jetzt bald ganz das Unternehmen. Wohl auch, weil die beiden unterschiedliche Vorstellungen der Mitarbeiterführung haben und er immer seltener gegen den anderen ankam.

Tja, wenn man jetzt in die Firma reinhört ist keiner mehr glücklich. Zu harte Gehaltsverhandlungen haben den schalen Beigeschmack des Ausgenuztwerdens zurückgelassen. Ideen werden schon im Vorfeld kleingetreten und nur noch die meist aufwendigen und wenig sinnvollen Ideen des Chefs umgesetzt, die immer zu kurzfristig kommen. Spaß gibt es nur, wenn wir anderen zusammen halten und die Loyalität der Mitarbeiter gilt nicht mehr der Firma, sondern den Kollegen. Für Vorschläge und Argumente ist der Chef gar nicht mehr zugänglich. Wenn etwas schief geht – auch weil er es falsch geplant hat – werden alle wie Sklaven angetrieben und hinterher fürs Misslingen öffentlich an den Pranger gestellt. Weil er nicht zugegeben kann, dass er Fehler macht und nicht mal ein bisschen selbst reflektiert, ist es auch so schwierig mit ihm über diese Missstände zu reden. Außerdem würde er behaupten, ich würde mir das alles nur einbilden.

Eigentlich bräuchte er Leute, die nicht nachdenken, sondern einfach Befehle umsetzen, aber leider hätte er schon vor Jahren anfangen müssen, die einzustellen. Früher wollte er nämlich Leute, die sich einbringen und mitdenken. Und jetzt sind sie immer noch da. Jeder geht mit dieser Veränderung anders um, aber unzufrieden sind alle.

Er hat den Garten verdorren lassen. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die ersten es dem einen Chef nachmachen und auch gehen. Ich wäre gern die erste, aber die Jobsuche ist leider nicht wirklich erfolgreich. Und wer weiß, vielleicht schmeißt er mich raus, weil ich zu aufmüpfig bin und nicht alles hinnehme. Ich weiß gar nicht, ob das so schlecht wäre, dann würde mich die Arbeit wenigstens nicht mehr krank machen.