Das Leben der jungen J

09.03.2013 um 10:17 Uhr

...und dann kommt der Schwarm

Stimmung: kränklich

Als ich gestern nach Hause kam, merkte ich schon, dass mir wohl eine Erkältung in den Knochen steckt. Kopf- und Gliederschmerzen, Hustenreiz, allgemeines Unwohlsein. Die Nacht war kurz und unruhig. Heute morgen ging es mir wirklich beschissen und an jedem normalen Tag hätte ich mich krank gemeldet. Aber es ist noch Messe. Der letzte Tag.

Und wenn man sich schon so richtig scheiße fühlt und nur noch ins Bett will und seine Ruhe und so, genau dann kommt der Schwarm. Der Schwarm Kiddies und Studenten, die alle Gänge und alle Hallen abgrasen und alles mitnehmen, was nicht niet und nagelfest ist. Die Beuteratten. Heuschrecken. Und damit nicht genug, dass sie das offensichtliche mitnehmen. Wenn man nicht aufpasst, nehmen sie auch den Tacker, Visitenkarten, benutzte Tassen und Servietten mit. Sie kommen mit großen Tüten und fragen ob man irgendwelche Werbegeschenke hat. Wie Heuschrecken hinterlassen sie am Ende nur Chaos.

Aber was ich nicht wusste, sie fangen schon im Zug mit dem Alkohol an. Ich musste heute morgen einen anderen Zug nehmen und da saßen sie. Hyperaktive, männliche Jugendliche, die schon vor dem Aufstehen mit Trinkspielen anfangen. Und ich mittendrin. Sterbend, weil es mir so beschissen geht und der Ruhe nachtrauend, die ich für die Messe heute morgen verlassen habe. Hoffentlich ist der Tag bald vorbei.

08.03.2013 um 10:13 Uhr

Das Feindbild

Stimmung: zuversichtlich

Meine Kollegin hat recht. Ich habe meinen Chef zum allumfassenden Feindbild gekührt. Nachdem sie mir das mal im Scherz gesagt hatte, habe ich mal angefangen darauf zu achten. Und in jedem zweiten Satz (wenn ich über die Vorbereitungen erzählt habe oder so) kam irgendwas abfälliges über ihn, eine Bemerkung, dass er Schuld ist, dass er mir nicht den Freiraum gegeben hat, dass ich mich hfügen musste, dass er mich überstimmt hat... etc, etc.

Und was sagt das über mich aus? Es zeigt doch bloß, dass ich einerseits die falsche Einstellung habe und andererseits es nicht hinbekomme, mich durchzusetzen. Jammern, die Schuld wegschieben... zeigt nur aud, wie hilflos und schwach ich bin. Und damit renne ich auch noch pralend durch die Gegend?? Man muss ich blöd sein. 

Also ja... das Buch hat schon zwei Erfolge. Einerseits sehe ich vieles klarer - sprich, was mein Anteil an der ganzen Sache ist und andererseits habe ich dadurch gestern im Zug einen wirklich interessanten Menschen kennengelernt, der mir wirklich weiter geholfen hat. Wir kamen tatsächlich über das Buch ins Gespräch und redeten über den Männlichen und weiblichen Führungsstil und was ihm weitergeholten hat. Schließlch muss er es wissen - er ist bei einem Großen Versicherungsunternehmen nur zwei Stufen unter dem Vorstand. 

Er hat mir einerseits Mut gemacht und anderrseits ein anderes Buch empfohlen. Und auch sonst war das ein wirklich interessantes Gespräch. Er meint, vielleicht hat der Chef ADS. Das finde ich irgendwie lustig. Wenn ein zurückgebliebener Frontallappen an seinem hecktischen Verhalten liegen würde, hätte ich schon fast Mittleid mit ihm. Er empfahl mir mit einem Augenzwinkern, ihm jeden Morgen eine Kapsel Rithalin in den Kaffee zu tun. Wie gesagt ein wirklich interessantes und kurzweiliges Gespräch. 

Also kaufe ich ein neues Buch und arbeite ich als nächstes an meiner Einstellung. Aber wie zuum Teufel kommt man da von seinem Feindbild runter?

06.03.2013 um 10:24 Uhr

Mehr Glück als Verstand

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Chef

Stimmung: geht so

Mein Chef hat ttsächlich mehr Glück als Verstand. Weil ich es noch geschafft habe, vor Ort eine Druckerei zu finden, die unsere Sachen druckt, stehen wir nun nicht in weißen Wänden und haben sogar druckfrische Flyer. Ich hätte ihm so gewünscht, dass er mal so richtig auf die Nase fällt.

Ja... er ist glücklich, aber ich bin es nicht. Dieser Sparzwang geht mir hier total auf den Keks, die Art Entscheidungen zuu treffen, etc. Ich bin mittlerweile so verzweifelt, dass ich laufend Leute anquatsche, ob sie in ihrem Unternehmen nicht jemanden suchen. 

Letztens in einem wirklich guten Gespräch mit meiner Mutter (!), nach einem eher demotivierenden Gespräch mit meinen beiden (!) Chef, die mir eröffneten, dass meine Leistungen nicht ausreichen, mir in der nächsten Zeit eine Gehaltserhöhung zu geben (!), sind wir dahinter gekommen, dass meine Fähigkeiten im Verhandlungsgeschick noch zu wünschen übrig lassen.

Leute, die mich kennen und vielleicht ihr, die ihr hier schon eine Weile lest, wissen, was ich mache, wenn ich ein Feld gefunden habe, wo ich nicht so gut bin, wie ich gerne wäre - ich lese ein Buch. Erstaunlicherweise hatte ich das passende Buch auch schon bei mir liegen, hab aber noch nicht reingeguckt. Das Führungsbuch für freche Frauen. 

Das ist wirklich toll. Es erklärt, warum Männer erfolgreicher sind als Frauen und was Frauen tun können, um sich besser behaupten zu können. Und mir fällt nun auf, auf welche Fallen ich reingefallen bin. Das ist wirklich erschreckend. Wenn man es erstmal erkannt hat, kann man auch etwas dagegen tun. Und das mache ich jetzt. Schluss mit dem Mädchen für alles und Schluss mit dem Versprechen, die nicht eingelöst werden. Jetzt wird mit der Männerwelt mitgespielt! Jetzt wird Karriere gemacht!