Das Leben der jungen J

23.04.2013 um 12:29 Uhr

Mach ich mir zuviele Gedanken?

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Urlaub

Stimmung: immer noch ein wenig fahrig

So… jetzt fühle ich mich irgendwie schlecht, weil ich da so einen Film aus dem Urlaub mache. Gestern Abend war schon der Pferdeflüsterer angenervt, weil ich ihn auf das Vorzelt angesprochen habe.

Schließlich fand ich nachdem was ich gestern recherchiert habe und auch was Lady_bright geschrieben hat, wirklich nützlich. Das kann man stehen lassen und mit dem Auto wegfahren (sagen die bei der Vermietung wenigstens) und der Platz ist trotzdem noch reserviert. Dann hat man zusätzlich Platz um sich umzuziehen oder um mal was unterzustellen und man hat einen Regen/Sonnenschutz. Super praktisch. Will ich haben.

Also sprach ich den Pferdeflüsterer darauf an und er meinte, dass es ihn gerade super nervt und dass es noch 6 Wochen bis dahin ist und dass es ihm dann den Urlaub versaut, wenn man das im Vorfeld alles so zerredet. Das der Pferdeflüsterer so zickig war, erzählte ich heute meiner Arbeitskollegin und sie meinte, sie hätte im ganzen Leben noch nie einen Urlaub so durchgeplant, wie ich das mache.

Gut… da geht jetzt bestimmt die Welt nicht unter, wenn man kein Vorzelt hat, aber wenn wir nicht gut schlafen, ist der Pferdeflüsterer den ganzen Urlaub knörig – was mir den Urlaub versaut. Und wenn wir nicht gut essen, bin ich den ganzen Urlaub knörig – was dem Pferdeflüsterer den Urlaub versaut. Außerdem weiß ich überhaupt nicht, worauf ich mich da eingelassen habe.

Da ist es doch völlig normal, dass man sich im Vorfeld mal den ein oder anderen Gedanken macht, oder? Und es spricht doch nichts dagegen, Probleme schon im Vorfeld zu umgehen, wenn man es kann, oder? Und ich will auch auf einem schönen Campingplatz übernachten, wo die Duschen annehmbar sind. Und ich will auch nichts verpassen, also gucke ich natürlich, was man sich unbedingt ansehen muss. Das heißt nicht, dass ich die ganze Route plane oder so. Ich bin dann ja immer noch flexibel…. Oder?

Ich will einfach keine Überraschungen. Ich brauche für bestimmte Eventualitäten eben einen Plan. Und weil ich für vieles im Vorfeld schon eine Lösung parat habe, kann ich auch besonders gut mit kleinen Katastrophen umgehen und gerate dann nicht in Panik. Aber es nervt mich total, wenn etwas mehr kostet als es geplant war.

Meine Kollegin war auch schon geschockt, dass eine Excel-Tabelle angefertigt habe, mit den einzelnen Anbietern, deren Preise, Mietbedingungen, Zeiten, Stationen, Zusatzleistungen und Zusatzkosten. Gut AGBs lesen – besonders auf englisch – ist jetzt nicht so der Spaß und mir rauchte am nächsten Morgen der Schädel, aber Tabellen anzufertigen macht mir tatsächlich Spaß. Dabei klärt sie doch auch schon die Anreise und die Übernachtung vor Urlaubsantritt. Und weil sie meist bei ihren zahlreichen Freunden auf der ganzen Welt pennt, gibt es da wenig Spielraum – und es ist auch noch günstig. Sie ist eben auch 10 Jahre jünger. Und gerade mit dem Studium fertig. Da habe ich auch etwas mehr in den Tag hinein gelebt.

Irgendwie habe ich immer das Gefühl ich müsste mich besonders vor meiner Kollegin rechtfertigen. Letztens auch schon, wo ich mich schlecht gefühlt habe, weil ich (keine Ahnung wie wir drauf kamen) erzählt habe, dass ich manchmal 3 Wochen keinen Sex habe und sie findet eine Woche schon extrem lange. Gut… sie kann eben planlos ins blaue fahren und ich eben nicht. So what? Bin ich deswegen ein schlechterer Mensch? Weniger Flexibel? Aber ich fühl mich dann oft so. Und von ihr verurteilt auch.

22.04.2013 um 17:55 Uhr

Das Land des Single Malt Whiskys

Stimmung: Vorfreude

Der Pferdeflüsterer und ich sind manchmal schon komisch in der Entscheidungsfindung und besonders wenn es um Urlaub geht. Es war bisher immer kompliziert sich auf ein Ziel zu einigen und dann noch auf ein Hotel. Leider ist die Zufriedenheitsquote mit unseren Entscheidungen im Nachhinein ist so mittel. Richtig zufrieden waren wir nur mit der Ferienwohnung im Elbsandstein. Zu mäkeln hatten wir an dem Berlin-Urlaub (der grundsätzlich toll und anstrengend war, aber das Hotel war ungemütlich) und an dem Mallorca-Urlaub (der auch wirklich toll war, aber das Hotel lag wirklich doof an einer lauten Straße, was leider zu Lasten der Entspannung ging). Richtig doof fanden wir es nur im Erzgebirge, wo weder das Hotel noch die Landschaft unseren Geschmack getroffen hat.

Aber mit jedem Urlaub kommen wir dem für uns perfekten Urlaub einen Schritt näher. Wenn wir im Hotel schlafen, muss Abendessen dabei sein, sonst ist uns Selbstverpflegung lieber. Wenn wir ein Auto haben ist uns eine ruhige Lage wichtiger als der Meerblick. Wir haben Bock darauf tolle Landschaften zu entdecken, aber es muss auch die Möglichkeit zum Chillen bestehen. Sich vorher bei einer Rundreise auf konkrete Ziele festzulegen fällt uns schwer.

Und da waren wir nun, wieder mit der Planung des Urlaubs beschäftigt. Dass es Schottland wird war schnell klar und Anfang Juni auch. Ein fahrbarer Untersatz sollte es sein, weil man so eine tolle Landschaft nicht von nur einem Fleck betrachten kann. Dazu ist es da zu vielfältig. Ich wollte nicht jeden Tag in einem neuen Zimmer schlafen und 10-Mann-Zimmer kommen für mich im Urlaub auch nicht in Frage. Und die Preise teilweise für B&B sind erschreckend hoch gewesen. Wir sind eben beide nicht bereit, 250€ pro Zimmer pro Nacht ohne Frühstück auszugeben, egal wie toll das dann ist. Gut, es gab auch Angebote für unter 100€ aber das waren dann meist irgendwie Absteigen. Vielleicht waren wir mit unserer Planung auch schon irgendwie spät, weil immer wenn wir etwas nettes gefunden hatten, war es eine Stunde später ausgebucht. UND wir hätten keine Möglichkeit uns selbst zu verpflegen.

Und so kamen wir irgendwie darauf, dass wir uns doch auch einen Camping-Van mieten könnten. Also einen umgebauten VW-Bus. Einerseits ist diese Idee wirklich genial. So hat man sein Bett immer dabei, hat eine Küche in der man auch kochen kann, muss nicht jeden Abend die Sachen packen und ist super flexibel, weil man die Route nicht schon jetzt festlegen muss. Wenn man was nettes sieht, hält man an, stellt seinen Stuhl vor das Auto und guckt ein wenig rum. Dazu kommt, dass es genauso viel kostet, wie günstige B&Bs – die ja nun irgendwie schwer zu finden waren.

Andererseits ist es schon irgendwie idiotisch. Ich, die keine Ahnung von Campingplätzen hat, weil ich noch nie auf einem drauf war, will 12 Tage in einem Van schlafen? Keinerlei Luxus? Leckeres, Kalorienarmes Essen auf zwei Gasflammen kreieren? 12 Nächte auf einer Art Klapp-Sofa schlafen? Duschen auf einer Camping-Platzeinrichtung? Womöglich noch eine Campingtoilette sauber machen? Im Urlaub? Zwischendurch macht mir das schon ein wenig Angst. Anderseits war ich 2 Wochen in Kroatien Segeln und da hat man auch auf dem Boot gekocht und in der Marina geduscht. Das ging doch auch. Erscheint mir ähnlich.

Leute, die mich kennen, wissen was ich mache, wenn ich keine Ahnung habe und in Panik verfalle: Ich kaufe ein Buch. Also hab ich mir jetzt eine Auswahl an Kochbüchern bestellt und plane noch ein Tipps und Tricks Buch zu kaufen. Irgendwelche Empfehlungen?

Hat da eigentlich schon einer von Euch Erfahrung mit einem umgebauten Bus? Wie schläft es sich denn auf diesem „Klappbett“? Und auf diesem Bett unter dem Dach? (Scheint für mich auch so eine Art Stecksystem zu sein) Braucht man da noch eine Luftmatratze/aufblasbare Isomatte? Wie läuft denn das überhaupt auf so einem Camping-Platz? Wie viele Handtücher braucht man? Braucht man da einen Bademantel um zum Duschen zu gehen? Was sind die absoluten Must-Haves an Tools? Braucht man eine Solar-Dusche? Eine mobile Satanlage? Was gibt es denn sonst noch so hilfreiche Tipps für den absoluten Neuling?

15.04.2013 um 17:20 Uhr

Es ist vollbracht

Stimmung: erleichtert

Wir sind sie endlich los. Wochenende um Wochenende haben wir dort verbracht, Kartons und Kisten zusammengepackt, Kubikmeter um Kubikmeter Sperrmüll aus der Wohnung getragen und Anhänger und Kofferräume voll mit Müll zur Deponie gebracht. Nach 4 Monaten Papier sortieren, ausmisten, verschenken, einlagern und raustragen sind wir die nie versiegende Quelle von Kram in der Wohnung von der Mutter des Pferdeflüsterers endlich los.

Zwischendurch war es wie ein unüberwindbarer Haufen, der nie kleiner zu werden schien und der unsere Beziehung auf eine große Zerreiß-Probe gestellt hat. Aber jetzt haben wir die Schlüssel abgegeben und können nun wieder durchatmen. Kurz bevor wir fertig waren, war die Freundin der Mutter war gestern noch mal kurz da, die uns auch viel geholfen hat und sie war erstaunt, dass (OT) „so eine Wohnung doch mal leer sein kann“.

Alles ist noch nicht weg. Es gibt noch ungefähr eine Garage voll mit Dingen, die wir erstmal eingelagert haben. Dinge, bei denen wir nicht sicher waren, ob man sie verkaufen kann, Dinge, die wir behalten wollen und Dinge, die wir so schnell nicht aussortieren konnten, wie alte Bilder, Elektronik und Erinnerungsstücke. Aber die sind jetzt vor Ort und man kann sich nun gemütlich vor den Fernseher setzen und eine Kiste sortieren. Man muss keine 3 Stunden mehr fahren und es nimmt einen mental nicht mehr so mit.

Wir haben letztes Wochenende schon gemerkt, wie groß die Last ist, die nun nicht mehr auf unseren Schultern lastet, weil wir wegen dem verknacksten Fuß vom Pferdeflüsterer nicht in die Wohnung konnten. Seit langem haben wir ein ganzes Wochenende nur mit uns verbracht, gechillt und Dinge getan, die uns entspannen. Das war wirklich toll.

Zum Schluss ist auch der Pferdeflüsterer noch etwas sentimental geworden, als wir die letzten Teile rausgetragen und alles zusammengekehrt hatten. Ganz andächtig hat er das von ihm damals gebastelte Namensschild von der Tür abgenommen. Die Wohnung los zu sein, ist schon fast ein Abschluss. Aber so richtig final wird es wohl erst sein, wenn wir im Mai die Asche verstreut haben. Der Pferdeflüsterer meinte dann schon, dass wir dann das Namensschild nehmen und es an den Baum nageln, wo dann ihre Überreste liegen. Ich finde diese Idee sehr schön.

08.04.2013 um 13:31 Uhr

Die wohlverdiente Pause

Stimmung: gut

So langsam finde ich wieder zu mir. Nach den vielen stressigen Wochenenden wo wir mit dieser never ending story beschäftigt waren – der Wohnung von der Mutter des Pferdeflüsterer – hatten wir nun ein Wochenende komplett für uns. Und das brauchten wir dringend.

Nein, es ist dort noch nicht alles fertig. Aber jetzt ist wirklich ein Ende in Sicht. Alles was nun noch drin ist, muss „nur“ noch zur Deponie gefahren werden. Alles was wir behalten wollten ist bereits hier in einer Garage untergebracht, das Papier ist sortiert und entsorgt, vieles aus dem Hausstand ist an eine soziale Einrichtung weggegeben, die Bücher sind abgeholt wurden sogar der Sperrmüll ist entsorgt. Jetzt gibt es noch Gartenabfälle, Restmüll und – wer hätte es gedacht – Papier. Achja.. und ein Möbelstück, für das wir keine Verwendung hatten, aber das meine Freundin unbedingt haben wollte. Das bedeutet, noch einmal mit dem Anhänger runterfahren, den mit dem Müll vollpacken, zur Deponie und es da abladen, den Schrank einladen, ein wenig sauber machen (es reicht Besenrein), Schlüsselübergabe machen und wegfahren. Und damit die Wohnung und das Chaos hinter uns lassen. Das ist auch dringend notwendig. Die Wohnung hat uns so viel Kraft gekostet.

Leider hat sich der Pferdeflüsterer beim letzten Besuch dort den Fuß verstaucht und ist mal wieder krankgeschrieben. Dieses Jahr ist gesundheitlich noch nicht so ganz sein Jahr. Erst hatte er mit dem Leistenbruch zu tun, dann hat auch ihn die Grippe niedergestreckt und jetzt hat er einen verstauchten Fuß und fällt wohl wieder für die ein oder andere Woche aus. Das ist natürlich wegen der Wohnung echt ein Problem. Aber erstens ist das meiste nun im Keller (das heißt der Weg ist kürzer) und die Leute im Haus sind wirklich großartig und helfen beim Tragen.

Und weil wir nun dieses Wochenende nichts in der Wohnung machen konnten, haben wir einfach mal die Zeit genossen. Und das war so schön. Wir haben einen Ausflug mit den neuen Auto des Pferdeflüsterers gemacht, haben seinen Geburtstag ganz gemütlich mit ein paar Freunden gefeiert, haben fast den kompletten Samstag im Bett verbracht, dort gefrühstückt und es uns einfach gut gehen lassen, hatten einen netten Doppelkopfabend und haben es sogar geschafft, uns um unseren Urlaub zu kümmern. Es war super entspannend und locker. Wir haben uns einfach ein wenig treiben lassen und es uns gut gehen lassen.

Vielleicht ging es mir auch so gut, weil ich es geschafft habe, das Chaos in meiner Wohnung zu beseitigen. Offenbar ziehe ich unglaublich viel Kraft daraus, wenn mein Zuhause ordentlich und sauber ist. Das Putzen und aufräumen selbst geht mir zwar oft auf den Keks, aber wenn ich es dann mache, geht es mir damit so viel besser, dass ich die Aversion gegen das Putzen doch öfter mal runterschlucken könnte. Das schlimme ist allerdings, dass es beim Pferdeflüsterer eher nicht so ist. Ihn stört das Chaos mit dem er sich immer umgibt nicht so sehr. Und wegen dem ganzen Stress und der kräftezehrenden Wohnungsauflösung hatte er (verständlicherweise) keine Lust auch noch etwas zu Hause zu tun. Aber anders als bei seiner Mutter ist es bei ihm wirklich staubig und es müsste dringend etwas passieren.

Letztens ist mir der Kragen geplatzt und ich habe die Zeitungen wenigstens sortiert und überall aus seinen Krusch-Ecken den Papier- und Plastikmüll rausgesammelt. Ich verstehe auch nicht, warum man die Zeitungen nicht mal ordentlich stapeln kann und warum man wenn man ein neues Hemd anzieht, das ganze Verpackungsmaterial ein Vierteljahr im Schlafzimmer auf der Fensterbank liegen muss. Und dann wird immer drum herum gewischt? Dass ich seinen Kram einfach mal geordnet habe, hat ihm nicht so richtig gefallen, aber rausgeschmissen hat er mich auch nicht. Er hat dann vor lauter schlechtem Gewissen und murrend die Zeitungen wenigstens aussortiert, gestapelt und weggepackt. Keine Ahnung, wie das laufen soll, wenn wir zusammen wohnen. Ich habe ein wenig Panik davor, dass ich ihm dann ständig hinterher räumen muss. Andererseits ist es ja nicht mehr so schlimm, wie am Anfang unserer Beziehung. Das ist ja nun auch schon was. Vielleicht besteht da doch noch Hoffnung.