Das Leben der jungen J

16.05.2013 um 17:00 Uhr

Was haben Frühling und schnelle Autos gemeinsam?

Stimmung: sehr gut

Ich weiß nicht, ob da draußen Leute sind, die ähnlich dankbar für den Frühling sind, wie ich. Morgens, wenn ich die Allee zur Arbeit entlang fahre, wo jetzt die Bäume üppiges Grün tragen, bekomme ich richtig gute Laune. Es ist als würde ich das Grün in mir aufsaugen. Als würde es mich verändern. Als wäre das ganze Leben nicht mehr trist und leer sondern reich und sonnig. Ich merke förmlich, wie mich neuer Tatendrang durchströmt und ich Lust auf Outdoor-Sport bekomme. Ich hab jetzt sogar Lust auf Gartenarbeit und freue mich schon auf das nächste Wochenende beim Pferdeflüsterer.

Mit dieser Laune ist es einfach, die Arbeit zu machen und sich nicht über den Chef zu ärgern. Es ist leicht gute Ideen zu haben und sie umzusetzen. Es ist leicht, auch mal etwas großzügig mit dem Pferdeflüsterer und seinem Wankelmut zu sein. Es ist leicht sich auf das Schöne im Leben zu konzentrieren.

Heute war es besonders toll, weil ich gerade das neue Auto des Pferdeflüsterers fahren darf. Wir haben gestern unsere Autos getauscht, weil er beim Einbau der neuen Stoßdämpfer meinen Felgen-Schrauben-Spezial-Adapter verbummelt hat und jetzt niemand die Winterreifen nicht wechseln kann. Eigentlich ist es noch etwas schlimmer, ich habe jetzt einen Sommerreifen und 3 Winterreifen, weil seine „Spezial-Technik“ nur bei einem Reifen funktioniert hat.

Jedenfalls hat er einen Teil des Erbes in einen Passat CC investiert und den fahr ich heute. Der totale Luxus. Das Auto kann wirklich alles, sogar selbstständig einparken – nicht, dass ich das brauchen würde, ich bin durch meine Wohnsituation gut im Training, aber es ist toll, wenn man es hat. Es ist allerdings irgendwie unheimlich, wenn sich das Lenkrad von allein bewegt. Ich nutz da lieber die Parkpieper und parke selbst. Das Auto ist schnell und dabei sparsam und leise. Und der Kofferraum ist gigantisch. Ich bin jedes Mal total überrascht, was wir da alles reinbekommen. Es wirkt beinahe so, als wäre der magisch vergrößert worden. Außerdem haben die Designer fast keine Ecke vergessen. Ein Auto, bei dem aus meiner Sicht wirklich alles stimmt. Wunderschön. Hach. Aber noch toller, als auf dem Beifahrersitz zu sitzen, ist natürlich es selbst zu fahren. Das ist so cool. Heute morgen, als ich es auf dem Parkplatz abstellte, fühlte ich mich gleich viel erfolgreicher.

Ich hoffe ihr habt an Pfingsten auch etwas tolles vor? Wir besuchen ein paar Freunde etwas weiter weg und wir werden die Asche von der toten Mutter des Pferdeflüsterers verstreuen, damit das nun auch endlich einen Abschluss hat. Gut… auf den Teil freue ich mich nicht, aber auf das Treffen mit den Freunden schon. Und vielleicht darf ich sogar fahren…

:D

Also was haben der Frühling und schnelle Autos gemeinsam? Man bekommt gute Laune davon.

14.05.2013 um 15:53 Uhr

Beständigkeit

Stimmung: dazwischen

Mich scheint im Moment das Thema Hochzeit zu verfolgen. Mein Arbeitskollege hat letzte Woche geheiratet, meine Cousine und ein Bekannter heiraten noch dieses Jahr, wo ich hinblicke gibt es Hochzeitsdeko, Hochzeitswoche im Fernsehen, Promi-Paare, die heiraten etc. Ich weiß wirklich nicht, warum ich so auf dieses Thema im Moment fixiert bin.

Und ja… ich bin neidisch, wenn jemand heiratet, obwohl sie nur ein Jahr zusammen sind oder 2,5 und wir nun schon drei. Und ich bin neidisch, wenn es Leute schaffen nach einem Jahr zusammenzuziehen und wir keinen Schritt weiter sind. Und ich fänd es so schön, wenn der Pferdeflüsterer und ich uns das Ja-Wort geben würden.

Aber dazu müssen wir erstmal zusammen wohnen und gucken ob das klappt und davor muss er sein Chaos in den Griff kriegen und davor müsste er es überhaupt wollen. Und an so manchen Tagen bin ich mir da nicht so sicher.

Letztens hatten wir einen kleinen Streit. Naja… offensichtlich habe nur ich mich gestritten (und war entsprechend sauer bis zum nächsten Morgen) und er hat „nur zugehört“. Offenbar habe ich nicht mitbekommen, dass es ihm schlecht geht.

*Detailmodus an*
Dazu muss ich zu meiner Verteidigung etwas mehr Details einschieben: Wie sollte ich das auch mitbekommen? Er benimmt sich total normal (lacht, ist fröhlich, macht Späßchen mit…) und hat dann mal einen Tag wo er komisch ist und nichts sagt – der Tag an dem wir uns gestritten haben, wo ich offenbar auch mitbekommen habe, dass etwas nicht stimmt. Aber er bestand darauf, dass mir ja gesagt hätte, dass es ihm nicht gut geht. Klar, zwischendurch bin ich nicht wirklich aktiviert, wenn er etwas sagt. Da bin ich gedanklich mit etwas beschäftigt oder ich schlafe oder bin noch nicht wirklich wach oder so. Das Grundproblem ist, dass er nicht mitbekommt, wann ich ihm meine Aufmerksamkeit schenke und wann nicht. Er plappert einfach drauf los (meistens ist es auch völlig unwichtiger Technikkram oder es geht ums Auto oder so, aber manchmal ist es eben auch was wichtiges) und ist dann beleidigt, wenn ich nicht zugehört habe. Oder wenn ich nicht alle Informationen mit den Infos von vor sieben Tagen verknüpfe. Ich bekam also ein schlechtes Gewissen und fragte, wann das gewesen sein soll. Er meinte, er wüsste es nicht mehr, aber auf jeden Fall wäre es mindestens 2 Wochen (!!!) her. Was? Vor mindestens 2 (in Worten: zwei) Wochen??? Woher zum Teufel soll ich denn wissen, dass das was er vor zwei Wochen (oder länger vielleicht war es ja auch ein Monat oder zwei) gefühlt/beschäftigt hat, immer noch aktuell ist? Er benimmt sich doch normal? Soll ich jetzt Gedanken lesen können, oder was?
*Detailmodus aus*

Jedenfalls nimmt ihn das mit seiner Mutter mit, weil es noch keinen richtigen Abschluss gibt, schließlich steht die Asche immer noch auf der Terrasse, es nimmt ihn mit, dass die blöde Freundin seiner Mutter irgendeinen doofen Spruch gebracht hat und es nimmt ihn mit, dass sein Vater sich auf seinen Erklärungsbrief noch nicht gemeldet hat. Das ist ja auch alles verständlich.

Dazu kommt noch, dass er gern irgendwo neu anfangen würde. Als ich das meiner Freundin erzählte, meinte sie, dass sie das total verstehen kann, sie könnte sich auch nicht vorstellen, dass sie bei jemandem einzieht oder dass jemand bei ihr einzieht. Daraufhin meinte ich, dass „neu anfangen“ für den Pferdeflüsterer nicht heißt, er zieht nach Berlin, sondern irgendwo hin. Irgendwo! Das könnte auch sein, dass er irgendein soziales Projekt in Afrika mit Manpower unterstützt. Aber er weiß halt nicht was und er wüsste auch nicht, was dann mit mir wäre und verlieren will er mich nun auch nicht und überhaupt lari fari.

Nachdem sich nun meine Freundin vom ersten Schock erholt hatte, meinte sie, dass das wirklich „neu anfangen“ wäre. Aber dann wurde sie echt sauer: Auf dieser Basis könne man doch keine Beziehung aufbauen. Sie wäre da rigoros (wäre sie wirklich). Sie würde sich jetzt nur auf sich konzentrieren und aufhören irgendwelche Pläne mit ihm zu machen. Sie würde sich wieder verstärkt in ihrer Wohnung aufhalten, sich auf die Karriere konzentrieren, eigene Hobbys starten und vor allem würde sie sich nach anderen Typen umsehen. Da solle der Pferdeflüsterer erstmal selbst klar kommen. Sie würde sich trennen und ihm sagen, er solle erst wieder ankommen, wenn er seinen Scheiß geregelt hat.

Und sie hat irgendwie Recht. Ich will ein Nest. Ich will eine Entscheidung fürs Leben. Ich will (vielleicht) eine Familie. Wie lange soll ich denn noch auf ihn warten? Und was, wenn er jetzt bleibt, aber der Drang zu verschwinden nicht abnimmt? Dann bauen wir an unserer Zukunft und er streicht irgendwann in 5 Jahren oder so die Segel? Wie lange will er denn noch überlegen, ob er bleibt, oder nicht? Was er will? Wo er hin will? Was er tun will?

Wie soll man denn auf den Fragen ein Beziehungsfundament aufbauen? Ich habe das Gefühl, dass mir die Zeit wegläuft. Auf jeden Fall, wenn es darum geht, sich einen anderen Partner für die Zukunft zu suchen. Und warum sollte ich meine Zeit an jemanden verschwenden, bei dem nichts sicher ist, nicht einmal, ob er in einem halben Jahr noch in Deutschland ist. Jetzt hat er für meine Wohnung erstmal eine neue Matratze gekauft. Wieder ein Rückschritt.

Ich habe mittlerweile wirklich das Gefühl, als würde ich die ganze Zeit nur auf ihn warten. Und jedes Mal wenn ich mir das Chaos bei ihm ansehe und feststelle, dass wir statt die 25 Krusch-Ecken aufzuräumen (von denen er in den 3 Jahren Beziehung nicht eine geschafft hat wirklich zu organisieren) wieder bei dem Aufräumen des täglichen Chaos angelangt sind, kriege ich das Gefühl, dass wir dem Zusammenziehen keinen einzigen Schritt weiter kommen. Seit fucking 3 Jahren ist er mit seinem Job unzufrieden – und er hat nichts dagegen getan. Und jetzt schwebt (immer noch) im Raum, dass er weggeht? Es ist wirklich mal an der Zeit eine Entscheidung zu treffen!

Tja.. er will sie irgendwie nicht treffen. Irgendwie läuft es ja für ihn. Ich will sie nicht treffen, weil mich die Entscheidung todunglücklich macht. Aber es macht mich auch unglücklich, so dermaßen in der Luft zu hängen. Ich will mich auf meinen Partner verlassen können. Ich will Beständigkeit. Ich will, dass er dahinter steht. Und da hilft es nichts, dass er meine Initialen auf das Nummernschild seines frisch gekauften Auto packt. Es reicht da auch kein Lippenbekenntnis, dass er mich liebt und mit mir zusammenbleiben will. Mittlerweile müssen Taten folgen.

Ich will mich nicht von ihm trennen. Er ist der Mann, mit dem ich alt werden will und ich habe auch überhaupt keine Lust mir jemanden anderes zu suchen. Ich liebe ihn. Aber früher oder später muss meine Entscheidung so aussehen, dass ich mich trenne – vor allem, wenn er nicht in der Lage ist eine Entscheidung für uns zu treffen. Oder sich überhaupt mal zu bewegen.

Mir wird jetzt auch klar, warum mich das Thema Hochzeit gerade so deutlich umgibt. Da geht es um Beständigkeit. Um eine Entscheiung fürs Leben. Eine Entscheidung für den Partner. Und ich hab nichts. Ich weiß nicht mal ob er morgen noch im Land ist. Oder ob ich noch einen Platz in seinem Leben haben werde. Ich hänge so völlig zwischen den Stühlen. Das macht mich so wütend. Und traurig.

Ich hab sogar schon davon geträumt. Im Traum ging es darum, dass ich ihn gefragt hatte, ob wir heiraten und er sagte auch ja und der Tag rückte immer näher und die Vorbereitungen (Essen, Raum, Kleid, Eltern...) schritten weiter fort und ich wurde mit jedem Tag immer unglücklicher. Ich hatte immer mehr, das Gefühl, dass es so falsch ist, weil er mich nicht gefragt hat und ich so nie weiß, ob er es wirklich will. Natürlich bin ich am Tag der Hochzeit aufgewacht. Dieser Schwebezustand macht mich krank. Leider kann ich da aber nicht so rigoros sein, wie meine Freundin. Das ist doch irgendwie alles blöd. Sich zu trennen, wäre so eine Verschwendung. Aber wie lange will ich noch warten? Wie lange kann ich mir das noch "geduldig" ansehen?

02.05.2013 um 13:02 Uhr

Und schon wieder Panik

von: VomFeuerkind   Kategorie: Alltägliches Einerlei   Stichwörter: Urlaub

Stimmung: leicht panisch

Ich hatte mich so schön beruhigt und dem Urlaub ganz cool und freudig entgegengesehen und dann kamen vorgestern die bestellten Bücher. Das eine Buch war ein Wohnwagen-Info Buch (= das Ding, was man an ein Auto anhängt, während ein Wohnmobil wohnen und Fahren in einem Fahrzeug bietet – mir war das neu)

Also voller Neugierde habe ich angefangen zu stöbern und bin dann wieder total ins zweifeln gekommen, ob man wirklich 12 Tage in so einem umgebauten Bus wohnen kann. Ich glaube ich hätte keine Probleme damit in einem Wohnwagen mittlerer Größe zu wohnen. Da gibt es genügend Stauraum für alles Mögliche, wenn man eine günstige Aufteilung hat sogar ein Bett, was man nicht jeden Tag umbauen muss und ggf. noch ein Bad (wobei Duschen wohl mal im Notfall geht – man es aber irgendwie nicht so oft macht).

In dem Bus gibt es das so irgendwie nicht. Wenig bis kein Stauraum, das Wohnzimmer = Schlafzimmer und ich zweifle gerade, ob das mit der Toilette so eine gute Idee war. Die steht dann zumindest tagsüber immer im Wohn/Schlafraum und stinkt vielleicht? Wo lassen wir denn bloß die ganzen Sachen? Das endet doch im totalen Chaos. Wie soll ich denn bitte einen Urlaub im totalen Chaos überleben? Und was wenn wir uns dann so richtig anzicken?

O mein Gott? Panik. Panik! PANIK!

Scheiße. Was für eine miese Idee. Was hab ich mir nur dabei gedacht? 12 Nächte in einem Bus schlafen. Im Chaos. Wobei das schlafen vielleicht nicht mal das Problem ist. Aber die Toilette. Wenn wir darauf verzichten (wegen dem Platz und wegen dem Geruch und wegen dem Saubermachen) dann bin vor allem ich (Achtung Wortspiel:) am Arsch, weil sich mein Darm (und jetzt werde ich zum Shelden Cooper) regelmäßig morgens entleeren will. Dem Pferdeflüsterer geht das Ganze (und noch mal Wortspiel:) ziemlich am Arsch vorbei. Der wartet einfach bis er die nächste Toilette hat und stellt sich ansonsten einfach an einen Baum. Und dann steht in dem anderen Buch über das WoMo in Schottland auch noch drin, dass man eben keine Haufen irgendwo hinterlassen soll und das das schlecht auf alle Camper zurückfällt.

Wieso muss ich mich denn jetzt schon wegen etwas verrückt machen, was einerseits erst in einem Monat ist (oh mein Gott, schon in einem Monat?) und anderseits kann es doch auch genauso gut sein, dass wir uns da super arrangieren. Das hat doch bisher immer im Urlaub geklappt. Naja… ehrlich gesagt hat es immer nur dann gut geklappt, wenn wir uns beide gut mit der Situation gefühlt haben. Und leider lässt er sich da von mir immer sehr anstecken, wenn es mir nicht gut mit der Situation geht, dann geht es ihm auch nicht gut. Und dann ist der Urlaub ne Katrastrophe.

Aber jetzt gibt es doch eh kein Zurück mehr. Wenn wir die Reise so nicht antreten, dann brauchen wir einen verdammt guten Grund damit die Reisekostenversicherung einspringt, sonst müssen wir die Mietkosten trotzdem übernehmen.

So ein wenig später, wo ich noch mal durchgeatmet habe, habe ich mir noch mal die Bilder von unserem Mietmobil angesehen und war schon wieder etwas beruhigter. Das ist doch nun wirklich nicht so schlimm und Stauraum gibt es auch ein bißchen. Ich weiß zwar immer noch nicht, wie wir das mit den Koffern und der Toilette machen, aber dafür wird sich bestimmt eine Lösung finden lassen. Und oben unter dem Dach ist auch noch Platz. Die haben da schon ein kleines Platzwunder draus gemacht. Aber schaut selbst:

Bus außen 1

Bus außen 2

Bus innen 1

Bus innen 2

Bus innen 3