Das Leben der jungen J

04.11.2013 um 08:35 Uhr

Entwarnung

Stimmung: Gut

Also wir haben gestern telefoniert und um das Ende diesmal vorweg zu nehmen (denn einige hier erwarten das wohl mit Spannung), wir führen unsere Beziehung weiter. Ansonsten war das Gespräch war irgendwie ziemlich merkwürdig.

Ich konnte es am Samstag doch nicht lassen. Weil ich mittlerweile echt mit meiner Geduld zu kämpfen hatte und mich fragte, was eine Beziehung, in der man nicht redet, überhaupt wert ist und drauf und dran war hinzufahren und meine Sachen abzuholen, habe ich ihm eine sms geschrieben, dass es jetzt mal Zeit wäre miteinander zu reden, wenigstens für einen Zwischenstand. Also rief er Sonntag Nachmittag an. Glücklicherweise für unsere Beziehung erwischte er mich in einer guten Phase.("Du bist ganz schön mutig, dass du dich trotz Kontaktverbot bei mir meldest." "Du bist ganz schön mutig, mich solange warten zu lassen.""Es war nicht mal eine Woche." "Kam mir länger vor"...)

Es war schnell klar, dass wir die Beziehung weiter führen wollten und dann war das alles plötzlich nicht mehr so wirklich wichtig und wir schweifen in unsere normalen Themen ab. Als wäre nichts gewesen und kamen dann aber immer zwischendrin wieder auf das zurück, was jeder von uns noch ansprechen wollte.

Dass ich ihm misstraut habe hat ihn stark an das Verhalten von seiner Mutter erinnert. Schließlich hat sie ihn ständig belogen und hintergangen, war nach außen eine andere Person, als zu Hause, hat ihm Schuldgefühle eingeredet, Tatsachen zu ihrem Vorteil verdreht... und so weiter. Er hat immer gedacht, dass er jemand anderes wäre. Mein Misstrauen hat ihn auf eine Stufe mit ihr gestellt, deswegen hat es ihn auch so verletzt. Er wäre doch mir gegenüber noch nie boshaft gewesen, meinte er,  wieso käme ich denn auf die Idee, dass er wirklich gemeine Sachen tut. Das stimmt auch - keine Ahnung. Eigentlich ist er wirklich lieb. Ganz ehrlich, meinte er auch noch, zwei Frauen zu haben, wäre ihm wirklich zu anstrengend. Er hätte ja nicht mal immer genug Energie für eine. Außerdem hätte er es doch auch gar nicht nötig, es heimlich zu machen, er darf das ja alles offen tun. Ja er wäre unglücklich, aber das hätte nichts mit mir zu tun - normalerweise jedenfalls nicht - und die Andockstelle, für Gefühle für eine andere Frau, ist gerade ziemlich belegt. Und dann tat es mir wirklich leid, dass ich das von ihm gedacht habe.

Ich erzählte ihm, dass ich die letzte Woche ein wenig durch die emotionale Hölle gegangen bin und wirklich jede Emotion durchlaufen habe, die das Spektrum zur Verfügung hat. Ich erzählte ihm von Engelchen und Teufelchen und er musste schmunzeln, vor allem weil er mit Engelchen zwischendrin telefoniert hatte. (Mhm.. jaja... sie wäre die Schweiz. Schon klar. Und ich hatte mich schon gewundert, was diese Aussage sollte) Und dann erzählte ich ihm, was ich zwischendrin alles gedacht habe, was er denken könnte: dass er absichtlich einen Grund gesucht hätte (naja... dann wäre ja wohl eher fies und gemein gewesen, meinte er), dass er sich extra eine Frau sucht, weil ich es ihm ja schon unterstellt hätte (hätte er zwar überlegt, aber es nicht gemacht, weil es ja am Ende mehr kaputt gemacht hätte), dass er mich mit dieser Aktion extra verletzten will (so boshaft wäre er wirklich nicht, es käme zwar vor, aber absichtlich? Nö!) und dass er sich gar nicht meldet und ich mir dann nach einem Vierteljahr es selbst ausmalen könnte, dass wir nicht mehr zusammen sind.

Auch diese Aussagen wunderten ihn schon, weil er ja wirklich keine fiesen Hintergedanken hat. Mich im nachhinein auch, wieso ich ihm so viel Gemeinheiten zugetraut habe. Da muss ich dann wohl noch mal drüber nachdenken. Und vor allem muss ich dies vielleicht als Regel festklopfen. Wenn schon nicht klar ist, ob wir die Beziehung nach dem Streit weiterführen, dann kann ja zumindest klar sein, was wir in der Wartezeit nicht machen. Er findet ich kann schlecht verlieren und er hat recht. Schlimmer als die Beziehung zu beeinden, wäre es, wenn er es tun würde. Auch darüber muss ich nachdenken. Wir sind uns auch einig, dass diese Art, erstmal eine Pause zum Nachdenken zu machen, keine so schlechte Idee ist. Dann schmeißen wir uns keine Dinge an den Kopf, den wir hinterher bereuen, sondern überlegen erstmal. Lassen die Emotionen erstmal abklingen. Außerdem haben wir wohl unbewusst den Rhythmus beibehalten, den ich sonst immer mit meiner Mutter hatte. Das finden wir beide komisch.

Also kein wirklich schlechtes Ergebnis, auch wenn es irgendwie komisch war. Jetzt müssen wir beide noch ein wenig Wunden lecken, bevor wir wieder ganz zur Tagesform übergehen können.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenSpring_Roll schreibt am 04.11.2013 um 13:51 Uhr:... nicht nur Wunden lecken, liebes Feuerkind. Auch herausfinden, warum ihr euch immer wieder so verrennt. Sonst nehmt ihr nur Anlauf für den nächsten Looping in der Achterbahn.

    Was sind die Muster? Und wo kannst DU etwas ändern? Und vor allem: wo WILLST du das?
  2. zitierenKieselstein schreibt am 04.11.2013 um 16:32 Uhr:Mein Fazit nach diesem Post: Also hast Du ganz allein zu verantworten, wie die letzten Tage waren?
    Er ist zwar völlig "abgedreht" (bitte entschuldige mir diesen Ausdruck, mir fällt gerade kein anderes ein) - aber die Verantwortung trägst Du, weil Du Böses von ihm dachtest?
    Also ich weiß nicht.... Kommt mir alles grad ganz schön einseitig vor, aber das ist nur meine ganz persönliche Empfindung.
    Er sagt, er ist geprägt von seinem Erlebten.
    Du aber bist das auch.
    Jeder Mensch ist das.
    Das bedeutet aber noch lange nicht, dass man sich darauf "ausruhen" darf. Was mit seiner Mutter war, kann niemand ändern. Du aber bist nicht seine Mutter, sondern seine Freundin - mit Deinen ganz individuellen Eigenschaften. Und sich zurückzuziehen und im stillen Kämmerlein über Gesagtes und Ungesagtes zu brüten, halte ich nicht für eine optimale Lösung.
    Aber ok, auch das ist nur meine ganz persönliche Empfindung.
  3. zitierenVomFeuerkind schreibt am 05.11.2013 um 08:55 Uhr:@Kieselstein: ja, genau das meine ich... die Hölle, in der ich die letzten Tage war, habe ich mir selbst geschaffen. Wenn ich es nur als das gesehen hätte, was es ist - nachdenken und eine Meinung bilden - wäre ich keine emotionale Achterbahn gefahren. Es mag sein, dass er nicht den Weg wählt, den ich wählen würde (ob das dann optimal ist oder nicht, weiß ich nicht), aber es der einzige Weg der für ihn funktioniert und deswegen werde ich es nicht abstellen können.

    Das heißt nicht, dass ich alleine Schuld an allem bin. Er hat definitiv überreagiert. Dass er so reagiert konnte ich nicht wissen. Wir haben da beide einen Anteil dran.

    @Spring_Roll: Nein, ich werde nicht verhindern können, dass wir streiten oder das wir uns gegenseitig verletzen. Ich werde nicht verhindern können, dass er eine Woche in der Wuthöle wohnt. Ich kann nur einen Weg finden, wie ich nicht mehr Achterbahn fahren muss. Wie ich das gelassener sehen kann.

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