Das Leben der jungen J

24.03.2011 um 10:36 Uhr

Auf Abwegen

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Legolas, Pferdeflüsterer

Stimmung: nachdenklich
Musik: Hollywood Hills - Sunrise Avenue

Tja... ihr glaubt nicht, wen ich gestern getroffen habe. Für meine treuen Leser sollte der Name Leoglas noch ein Begriff sein. Für alle, die eine kleine Einführung brauchen: Das war der Typ mit dem ich vor dem Pferdeflüsterer verguckt hatte. Ich mochte ihn sehr gern. Er hat eine sehr angenehme, sanfte Art an sich und vor allem tolle lange Haare. Anfangs sah es auch so aus, als würde sich zwischen uns etwas ernstes entwickeln, aber als ihn klar wurde, wo sich das hinentwickelt, hat er einen heftigen Rückzieher gemacht. Außerdem ging mir seine Lebenssituation auf den Keks und dass er zwar ausgiebig darüber meckert, aber nichts ändert. Tja... und dann brach der Kontakt ab.

Und genau der Legolas lief mir gestern nach ziemlich genau einem Jahr Funkstille über den Weg. Genaugenommen lief er SM-Sie über den Weg. Aber weil wir abends noch zu einer Kulturveranstaltung wollten, brachte sie ihn einfach mit.

Tja.. und dann saß er da und im ersten Moment war es irgendwie komisch. Schließlich hatten wir lange nichts voneinander gehört und ich war mir nicht sicher, wer aufgehört hatte sich zu melden und ob ich vielleicht ein schlechtes Gewissen haben müsste. Jedenfalls hatte ich eins. Oder war ich sauer, weil er sich nicht mehr gemeldet hatte?

Aber das Eis brach schnell. Spätestens als er mir erzählte, dass er immer noch den einen Handschuh von mir hatte, den er aus Versehen mal mitgenommen hätte und ob ich noch den anderen aufgehoben hätte. Ja hatte ich. Ich schmeiß doch keinen einzelnen Handschuh weg, wenn ich genau weiß wo sich der zweite befindet. Das mach ich bei Handschuhen, wo ich nicht weiß, wo der zweite ist und bei denen ich auch keine Hoffnung habe, dass er wieder auftaucht. Wobei ich schon überlegt hatte, ob ich Legolas überhaupt wiedersehen wollte und mich deswegen auch vom Handschuh besser hätte verabschieden sollen.

Ist schon merkwürdig. Da halte ich ein Jahr lang an einem nutzlosen Gegenstand fest. Was ist denn schon EIN Handschuh? Nichts. Ein Handschuh ist nichts ohne den anderen. Also warum habe ich ihn aufgehoben? Weil ich das Paar als solches mochte. Die beiden zusammen waren toll. Total schön kuschelig und vor allem warm. Ich habe umso mehr gehofft, dass er wieder auftaucht, weil ich von einem weiteren Paar an Valentinstag einen Handschuh verloren habe. Den habe ich nicht wieder bekommen. Außerdem gab es ja eine Chance, dass Legolas den Handschuh irgendwann einfach mal in den Briefkasten schmeißt. Dann hätte es ich mich geärgert, den anderen weggeschmissen habe. Naja... der eine Handschuh lag in der Zwischenzeit im Auto und so hatte ich wenigstens eine warme Hand beim Kratzen, wenn ich die anderen Handschuhe vergessen hatte. Ich fand es auch irgendwie albern, ihn nur wegen dem Handschuh anzurufen, schließlich hatte ich ihm sonst nichts zu sagen.

Äh... ich schweife ab. Eigentlich ist der Handschuh so wichtig doch nun auch nicht.

Also nach dem Kulturteil saßen wir also noch bei mir. Was auch komisch war. Das letzte Mal, als wir da saßen, hatten wir uns der Leidenschaft hingegeben und ich bekam ein schlechtes Gewissen gegenüber dem Pferdeflüsterer. Gut... Sex mit anderen ist zwar irgendwie in unserer Beziehung denkbar, aber nicht hinter dem Rücken des anderen. Und jetzt sitze ich allein mit einem Typen bei mir im Wohnzimmer. Ich hatte irgendwie das Gefühl ich hintergehe den Pferdeflüsterer. Aber was hätte ich machen sollen? Ihn anrufen und um Erlaubnis bitten? Legolas wieder ausladen? Es passierte doch nichts!

Ich geriet sowieso in einen inneren Zwiespalt. Ich merkte, dass ich mich immer noch von Legolas angezogen fühlte. Ich hatte große Lust mich von ihm in den Arm nehmen zu lassen. Mich an ihn anzulehnen. Es lehnt sich nämlich gut an Legolas an. Aber auch an den Pferdeflüsterer. Dafür hab ich ja jetzt wen. Ich mag Legolas' Art sehr. Außerdem fiel mir der Spaß ein, den wir hatten. Die sexuellen Spielchen. Ich glaube ich hatte nicht mal richtigen Sex mit ihm. Aber die Machtspiele waren toll. Da waren wir wirklich auf einer Wellenlänge. Im Grunde ging das gut, was mit dem Pferdeflüsterer nicht so richtig geht. Ich weiß das der weltbeste Freund nicht perfekt ist, aber deswegen ist es trotzdem toll mit ihm.

Nein... bin ich zufrieden mit meiner Wahl. Besonders als ich hörte, dass sich bei Legolas immer noch nichts verändert hat. Er meckert immer noch über seine Wohnung und hat noch nicht mal angefangen eine neue zu suchen. Ich glaube er ist auch immer noch nicht bereit sich auf jemanden einzulassen.

Ich zweifle auch nicht an meiner Beziehung zum Pferdeflüsterer. Auch nicht wenn jemand neben mir sitzt, den ich sexuell anziehend finde. Oder bei dem ich weiß, dass ich mit ihm auf einer sexuellen Wellenlänge liege.

Ist es OK, über so was nachzudenken? Ich meine ich hab es ja nicht in Erwägung gezogen. Und nachgegeben hab ich dem auch nicht.

Ich entschied mich also dafür totale Distanz zu wahren. Kein kuscheln und schon gar kein Sex. Ich fühlte mich die ganze Zeit unwohl, weil der Pferdeflüsterer nicht dabei war und weil ich mir kein OK einholen konnte und weil es sich irgendwie so anfühlte als würde ich etwas hinter seinem Rücken machen. Ich habe nicht mal vor mich demnächst mal bei Legolas zu melden und ich war auch froh, als er weg war. Wobei ich es mir schon gefallen könnte, mal etwas mit beiden Männern zu haben. *grins*

 

Achso... Hier noch mal zum nachlesen: 

(Wochenendrückblick)
(Spiele-Abend)
(Stressig)

(Hoch Legolas bleibt weiter Wetterbestimmend)
(Ab in den Süden)
(Hoch Legolas weiter im Vormarsch)
(Eine kleine Wolke am 7.Himmel)
(Überumpelt und irgendwie ratlos)
(Ich bin wieder da)
(verrückte Sichtweise)
(Freunde oder so)
(gemischte gefühle)
(Eine Frage der Prioriäten)
(Ich hab mich entschieden)
(Ich war feige)

19.04.2010 um 15:57 Uhr

Die Waagschale kippt

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Richard, derAlteMann, derSchatten

Stimmung: mitgenommen

Richard kam doch im Anzug. Den Kommentar über die Nelke im Knopfloch hab ich mir mal netterweise verkniffen, vor allem weil er sich schon schlecht genug gefühlt hat, weil er die Blumen vergessen hatte. Er wollte mir welche mitbringen... soso...! Hätte ich gar nicht erwartet. Den Kommentar über den Bremsstaubgeruch, konnte ich mir allerdings nicht verkneifen. Wir sind nach 20 min doch wieder umgekehrt und haben mein Auto genommen. Mit einer festsitzenden Bremse muss man nun wirklich keine 100 km fahren.

Die Veranstaltung war wirklich nett. Vielleicht waren die Leute ein wenig alt. Ich gehörte da definitiv zu den Kücken. Richard hat ein befreundetes Pärchen getroffen. Der männliche Part wich mir den gesamten Abend nicht mehr von der Seite (wie ein Schatten), während der weibliche Part sich anderweitig vergnügte. Die Stimmung war angenehm, das Ambiente war passend, die Leute waren nett und das Essen war gut.

Nach dem Essen fing die Stimmung auch an, wesentlich mehr von Erotik zu knistern. Ich mag das ja gern. Das macht ja den Reiz aus. Ich kann dann immer schwer widerstehen, auch aktiv zu werden. Ich wollte ja auch nicht widerstehen. Also habe ich mich einen ganzen Abend und die halbe Nacht von Richard und meinem Schatten verwöhnen lassen. Es hat Spaß gemacht. Sich mal wieder so richtig auszutoben und fallen zu lassen.

Man konnte dort auch übernachten... genügend Schlafplätze gab es ja... und irgendwann wurde es langsam ruhiger, weil sich immer mehr in die Betten kuschelten. Aber ich wollte gern nach hause fahren und die Nacht in meinem eigenen Bett verbringen.

Es war hell als ich nach Hause kam. An Schlaf war trotzdem nicht zu denken. Es waren doch zu viele Eindrücke gewesen. Auch gestern hab ich das alles noch nicht sortiert bekommen.

Ja, ich bin neugierig. Ja, ich will das alles mitmachen, sehen, erleben. Ja, ich habe da Spaß dran. Diese Veranstaltungen haben einen gewissen Reiz. Einen Kick. Ich liebe diese Hemmungslosigkeit, diese knisternde Erotik, das im Mittelpunkt stehen. Aber dann sitze ich wieder zu hause, fühle mich einsam und bin komplett aus dem Gleichgewicht geworfen. Ich glaube, ich muss es mir langsam eingestehen, dass mir diese Abende nicht gut tun. So gern ich es auch mache.

Ich weiß von außen betrachtet, ist das alles klar. Ihr seht das sicherlich schon länger so. Aber ich stecke in mir drin. Mit all meinen Emotionen und Bedürfnissen. Und da knallen manchmal zwei Seiten aneinander. Die Seite, die sich nach Geborgenheit sehnt und die Seite, die sich sexuell austoben will. In der letzten Zeit habe ich das Bedürfnis nach Geborgenheit dem sexuellen Trieb untergeordnet. Und es tut mir nicht gut.

Vielleicht ist es mal an der Zeit das mal wieder umzukehren. Die Waagschale umzukippen. Die Phase des Ausprobierens hat ja nun lange genug gedauert. Ich muss wieder Dinge tun, die mir wirklich gut tun. Auch wenn es mir doch irgendwie leidtut, dieser ganzen Szene den Rücken zu zu kehren.

Ein weiterer Grund dass ich an dieser Situation etwas ändern muss, abgesehen davon, dass ich mich nicht mehr gut dabei fühle, ist dass der Partner einer Freundin (der mich überhaupt nicht kennt) sich mokiert hat und den Umgang mit mir „verboten" hat - weil ich angeblich einen schlechten Einfluss auf sie ausübe. DAS finde ich mal interessant und völlig daneben.

Daneben, weil er mich überhaupt nicht kennt und es überhaupt nicht wahr ist. Nur weil ich so lebe, stecke ich noch lange niemanden an. Interessant, weil es eben zeigt, wie die Wahrnehmung von außen ist. Vielleicht spielt da auch rein, dass Männer cool sind und Frauen Schlampen, wenn sie sich sexuell ausleben. Ich hab auch das Gefühl, dass es bei mir doch irgendwie noch etwas anderes ist. Ich tu das auch nur in bestimmten Kreisen. Ich würde niemals nuttig angezogen in eine normale Bar gehen und mich da irgendwem auf Biegen und Brechen an den Hals werfen.

Aber es gibt eigentlich wichtigere Dinge, um die ich mich kümmern muss, als meine sexuelle Befriedigung. Ich muss langsam mal eine Entscheidung treffen, wie das mit mir beruflich weiter gehen soll. SO geht das auf Dauer nämlich auch nicht. Aber darüber schreibe ich demnächst wohl mal einen eigen Beitrag.

 

Übrigens tut es mir total leid für den Alten Mann. Er kann nicht in seinen wohlverdienten Urlaub mit seiner Flamme fahren, weil die Flüge wegen Asche gestrichen sind. Das ist doch wirklich gemein. Dabei redet er schon wochenlang von nichts anderem.

17.04.2010 um 15:31 Uhr

Kleider machen Leute

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Richard

Stimmung: aufgeregt

Ich freu mich voll auf heute Abend. Ich liebe es, mich entsprechend hübsch zu machen und ich finde es Männer in Anzügen so scharf.

Naja.. irgendwie ist das mit der Abendgarderobe doch nicht ganz so einfach. Ich hab meinen Schrank durchforstet und eine Lösung gefunden, die ich ganz passabel finde: eine schwarz-pinke Korsage, die mir total toll steht und einen schwarzen Rock. Entweder nehme ich den bodenlangen oder den mittellangen. Weiß ich noch nicht.

Aber mit einer Korsage den ganzen Abend rumzulaufen... könnte anstrengend werden. Also war ich gestern noch mit einer Freundin shoppen. Ich hatte ja noch die Phantasie, entweder irgendwo noch ein hübsches Kleid oder edles Oberteil abzugreifen, dass mit einem Rock auch als Abendgarderobe durchgeht. Es sollte aber nicht soo teuer ist. Ich meine, wie oft muss man sich unter der Prämisse Abendgarderobe irgendwo einfinden. Da muss man doch nicht gleich ein Vermögen ausgeben... oder?

Allerdings erschreckte mich die aktuelle Abendkleidermode ein wenig. Man findet sie zwar überall und auf den ersten Blick sieht sie auch toll aus, aber wenn man sie an hat, ist sie vor Langeweile überhaupt nicht zu übertreffen. Müssen Abendkleider langweilig und brav sein? Naja.. vielleicht schon, wenn es sich um einen Abiball handelt, aber sonst? Doch nicht, wenn sich hinterher eine frivole Party anschließt. Und selbst wenn sich die nicht anschließen würde, gäbe es keinen Grund, nicht sexy zu sein. Auf eine edle Art und Weise.

Die meisten Kleider, waren wohl so gedacht, dass sie ein wenig länger als die Knie sein sollten. Dummerweise bin ich nun aber ein wenig klein, so dass sie immer in der Mitte der Waden aufhörten. Naja.. zumindest waren sie für ein knielanges Kleid zu lang und für ein bodenlanges zu kurz. Und für Mitte-Waden einfach falsch geschnitten. Man hat dann immer Fußballerwaden. Da ist es auch egal, was man da für Schuhe anzieht.

Und diese Mengen an Tüll? Und Rüschen? Und in Wellen gelegte Stoffe? Was ist denn bitte aus weich fließenden Stoffen passiert? Die, die glatt runterfallen...? Die, die Kurven schön hervorheben? Ich hatte die unmöglichsten Dinge an. Ich hab halt einen großen Busen. Da brauch ich nicht extra viele Stoffschichten, die am Busen extra viel auftragen. Ich brauch auch keine abstehenden Röcke, die viel zu hoch angesetzt sind und mit denen man aussieht als wäre man schwanger. Ich will auch keine Pailletten oder anderen Glitzerkram haben. Ich will etwas schlichtes, edles, das die Formen schön hervorhebt, vielleicht dezent sexy ist, aus einem Material, das nicht raschelt oder von alleine in der Ecke stehen kann.

Um es kurz zu machen... Ich hab nichts gefunden, was mir gefallen hat. Oder was mir annähernd gestanden hätte.

Also hab ich es aufgegeben und fand plötzlich, dass die B-Lösung mit der Korsage eine unglaublich tolle Idee wäre. Aber dafür brauchte ich eigentlich noch Pöms. Ich hab zwar einige Schuhe, die man zu einem solchen Anlass mal anziehen könnte, aber die sind entweder sooo hoch, dass sie eigentlich eher Sitzschuhe sind (es gibt Buffet...), sie sind unbequem oder sie passten vom Stiel/Farbton nicht zum Outfit. Tja... in der Welt von Frauen gibt es Probleme, die Männer niemals verstehen würden.

So... da hatte ich nun das nächste Problem. Wann sind eigentlich schlichte, schwarze Pöms mit Pfennigabsatz aus der Mode gekommen?? Das ist ein Klassiker und nach wie vor immer noch ein edler Schuh, der einfach auf alles passt. Es gab alles, nur nicht was ich wollte: Römersandalen mit Pfennigabsatz, normale Sandalen mit Pfennigabsatz, Pieptoes mit Pfennigabsatz, Pöms mit Keilabsatz, Pöms mit einem Pfennigabsatz, der so winzig ist, dass sie auch hätten weglassen können, Balerinas ohne Absatz, alle möglichen Spielereien, Schleifen, Nieten und Fransen und alle möglichen Farben, die aber einfach nicht das richtige Pink haben wollten. Und hatten sie tatsächlich mal die richtige Farbe, sah der Schuh entweder unmöglich aus oder er war nicht in meiner Größe da. 38 ist eben immer sofort weg. Ich werde mich wohl nicht mit der aktuellen Schuhmode anfreunden. Ich war frustriert. Schuhe gehen doch sonst immer. *Arme verschränk*

Aber ich war heute noch mal an ner anderen Ecke und hab in einem Laden tatsächlich ein Paar gefunden. Sehr schön. Genau das was ich wollte... naja.. nicht ganz, aber ein Kompromiss, den ich bereit war einzugehen. Und vor allem waren sie bequem.

Selbstverständlich handelte es sich um einen Markenschuh...! Natürlich. Warum hätte ich auch mal Glück haben und einen günstigen, womöglich reduzierten Schuh finden sollen? Jedesmal wenn ich in einen Laden gehe, springt mir sofort der Markenschuh ins Auge. Aber ich dachte mir, dass man einen schlichten, schwarzen Pöms öfter als einmal anzieht. Und wenn man schon anatomisch fragwürdige Schuhe kauft, kann man auch einen bequemen Schuh kaufen. Ich hab schon so viele Schuhe gekauft, die dann nicht bequem waren... die zieht man einfach nicht oft an. Also blätterte ich 120 Euronen auf den Tisch und schwebte glücklich von dannen.

Ich weiß noch nicht so genau, was ich mit den Haaren anstelle. Eigentlich hätte ich noch zum Frisör gemusst, die Farbe ist schon grenzwärtig, aber wie es immer so ist... man hat ja keine Zeit (oder andere Prioritäten). Egal. Mir wird da schon was einfallen.

Ich schicke mich also an, mich in eine Göttin zu verwandeln, die fabelhaft aussehend und perfekt auf den Anlass abgestimmt auf die Veranstaltung gehen wird.

Da sagt mir Richard eben am Telefon, dass er wohl keinen Anzug anziehen wird, sondern und jetzt kommt es: Schwarze Lederhose, Netzoberteil und Jackett. Mir ist fast der Hörer aus der Hand gefallen. Abendgarderobe, Junge! Ich fass es ja nicht. „Anzug"-Pflicht steht definitiv in der Eventbeschreibung. Wo ist denn bitte dabei der Sexapeal bei der Kombi?

Also meinte ich eben zu ihm, dass er sich das noch mal überlegen soll, schließlich möchte ich nicht, dass er neben mir underdressed aussieht. Dass ich es schön fände, wenn er seine Kleiderwahl noch mal überdenken würde und dass ich nicht will, dass sie uns wegen ihm nach Hause schicken.

Wenn er das wirklich bringt, war es das letzte Mal, dass ich etwas mit ihm unternommen habe. Schließlich war das seine Idee. Und er hat die Veranstaltung auch so angepriesen.

Das kann ja heiter werden.

15.04.2010 um 23:26 Uhr

Richard die Schlaftablette

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Richard, Legolas, derAlteMann

Stimmung: ok.

Gestern traf ich mich mit dem Typen aus dem Club. Ich glaube ich nenn ihn hier Richard. Von Richard G*ere. Schließlich ist der gut Mr. G*ere ein Mann im besten Alter, der mit Charme, Anstand und Stil ausgestattet ist. Zumindest er spielt immer diese Rollen. Und er hat irgendwie etwas Ritterliches. Ich finde der Name passt. ("der Alte Mann" ist ja schon vergeben. Tja.. wenn ich länger nachgedacht hätte, wäre mir für den Alten Mann bestimmt auch was passenderes eingefallen. Aber damals war er der einzige Mann über 50, mit dem ich im Kontakt stand)

In Bezug auf Richard hab ich auch schon geschummelt. Wir waren Montag Abend spontan einen Kaffee trinken. Den Abend hab ich hier unterschlagen. Hauptsächlich weil ich mir andere Gedanken gemacht habe und weil es nichts Spannendes zu erzählen gab.

Im Grunde gibt es von gestern auch nichts Spannendes zu erzählen. Tu ich es trotzdem? Ja!

Also gestern kam Richard vorbei. Wir hatten spontan telefoniert und während des Telefonats dachte ich, dass es doch ne gute Idee wäre, wenn wir uns vor Samstag noch mal wieder treffen. Dann ist das am Samstag nicht so komisch. Samstag Abend wollen wir in einen Club. Ja... SO einen Club. Da ist eine Veranstaltung, bei der Dresscode (zumindest am Anfang) Abendgarderobe ist.

Mhhh... lecker... sexy Männer in Anzügen und Frauen in engen schicken Kleidern... Da kann ich doch nicht nein sagen. *grins* Vor allem nicht, weil ich mich schon gern mal richtig aufstyle. Allerdings ist die Fraktion Abendgarderobe in meinem Schrank eher spärlich vertreten, also muss ich wohl improvisieren. Kein wirkliches Problem. Da wählt man eben eine schicke Kombi statt eines bodenlosen Kleides. Die werden mich schon nicht nach Hause schicken.

Aber angeblich, soll es wohl im Laufe des Abends auch intimer zugehen und ich wollte wissen worauf ich mich bei Richard einlasse. Naja... unsere beiden Terminpläne ließen sonst keinen weiteren Termin zu, also war es nun gestern.

Er brachte eine Flasche Wein mit. Wir hatten eigentlich ein sehr amüsantes kleines Telefongespräch, also dachte ich dass der Abend schon irgendwie gut werden würde. Aber wir redeten über Ad-ons für Browser, Funktionen für Musikprogramme, andere kleine Software Gadgets, Funktionen bei Mobiltelefonen, Mobiltelefone als solches, Internetprogrammierung, *schnarch* Reparaturen von Fernsehern oder Video-Recordern und welche Teile man für wie viel Geld kaufen kann, damit man sich eine Fernbedienung selbst basteln kann...*schnarch hoch 2*

Muss ich weiter machen oder könnt ihr auch so ahnen, dass es irgendwie eher öde war? Ich war kurz davor wegzudösen und der Wein tat das übrige. Normalerweise hab ich nichts gegen diese Themen. Aber ich muss mich auf der Arbeit immer schon damit auseinander setzten. Ich hab da durchaus ein brauchbares Halbwissen, was es mir zumindest ermöglicht Informatikern zu folgen. Und auf der Arbeit muss ich versuchen mich dafür zu interessieren, schließlich ist es mein Job Informatiker-Deutsch für das normale Volk verständlich zu machen. Aber in der Freizeit? Bei einem Date? Wenn er mich doch eigentlich ins Bett komplimentieren wollte? Naja.. zumindest hatte ich es angenommen, dass das sein Interesse war. Und ich hatte ehrlich gesagt auch Bock drauf. 

Aber kein Themenwechsel hat gezündet und mein Flirten wurde zwar registriert und dann verpuffte es irgendwie. Wenn es wenigstens Absicht gewesen wäre... Ich weiß nicht was es war. Unsicherheit? Muss ich bei ihm etwa die Führung übernehmen? Und ich dachte er wäre souveräner.

Um kurz nach 0h schaffte ich es doch noch, dass ein kleines bisschen Erotik aufkam. Ich wollte ja wie gesagt nicht, dass es Samstag so krampfig ist. Wir hatten auch ein bisschen Spaß miteinander, aber so das wirkliche Feuer, die Leidenschaft brandete nicht los.

Sind klare Fronten ein Stimmungskiller? Oder wenn man feststellt, dass man mit dem anderen nicht wirklich auf einer Welle schwimmt? Oder sich nur so am Rande für den anderen interessiert? Oder lag es am fehlenden SM-Element...?

Ich bin mir sicher, dass es nicht am SM liegt. Letzten Samstag hat es ja auch so funktioniert. Da gab es Feuer und Leidenschaft und - Geborgenheit.

Tja.. funktionierte gestern alles nicht so richtig. Es war fast geschwisterlich. Ich war nicht so richtig scharf und er auch nicht. An sich muss man es dann lassen.

Am Ende (naja.. wirklich zu Ende war keiner von uns, allerdings ist nach ner Toilettenpause die Stimmung völlig vorbei gewesen) kuschelten wir einfach ein bisschen mit einander. Das war nett. Aber auch geschwisterlich.

Nein.. er wird nicht mein Partner werden. Und ob wir Freunde werden steht noch in den Sternen. Im Moment übt er keinen Beruf aus. Muss er irgendwie auch nicht, ihm reicht das Geld, was er so hat. So weit so gut. Er hat viele Hobbys und scheint durchaus aktiv zu sein. Und er meckert nicht drüber - im Gegenteil, er genießt es. Da hab ich wirklich kein Problem mit.

(Da muss ein „aber" kommen, oder?)

Wir reden aneinander vorbei. Er meinte, dass er sich nicht so richtig verstanden fühlt und schob es auf das Alter. So ein Quatsch. Wir würden auch nicht die gleiche Sprache sprechen, wenn er 30 wäre. Egal... ich hab nichts gesagt und so hat er ne Ausrede. Schließlich finde ich die 20 Jahre auch irgendwie viel. Er hat ein hohes Mitteilungsbedürfnis. Er hat zu vielem eine Meinung, die er wortreich mitteilt. Er interessiert sich eigentlich nicht wirklich für seinen Gegenüber. Naja.. jedenfalls für mich nicht. Muss ich mich jetzt schlecht fühlen und in Frage stellen? Nö... ich glaube nicht. Vermutlich weiß ich jetzt, wie es sich manchmal anfühlen muss, wenn man mit mir redet. Ich hab es sonst selten, dass jemand anderes mehr redet als ich.

Anders als andere Menschen, die sich nicht für den anderen interessieren, redet er nicht ständig von sich selbst, sondern von Themen, von denen er glaubt Ahnung zu haben. Es interessiert ihn auch nicht, was andere davon denken oder halten. Eine Diskussion kommt so nicht zu Stande. Es sind eher Monologe. Oftmals einschläfernde Monologe. Würde er mich mehr interessieren, würde ich versuchen es zu ergründen und das „warum" herauszufinden, aber so... nö. Viel zu anstrengend, für ne Affaire.

Manchmal überrascht er mich aber dann doch mit irgendeiner weisen Zusammenfassung oder Einschätzung. Dann will er auch plötzlich was von mir wissen. Das schräg, weil es immer irgendwie plötzlich kommt aber es ist irgendwie nett.

Dann hat er versucht mir Kinder einzureden. Kinder wären doch so toll und wenn man eigene hat, sind diese ganzen Vorüberlegungen hinfällig. Dann strukturiert sich das Leben von allein. Man übernimmt einfach so Verantwortung. Ich glaube nach wie vor nicht, dass das so einfach funktioniert und dass es so einfach ist. Und er konnte mir nicht sagen, warum er eine Vasektomie hat machen lassen, wenn eigene Kinder doch so toll sind.

Achja.. er hat auch noch ne abfällige Bemerkung über meine 1-2 Pfund zuviel gemacht. Früher hätte mich das in meinen Grundfesten erschüttert. So meinte ich nur, dass das nicht „mollig" heiße, sondern „weiblich" und dass er das gefälligst sexy zu finden hat, da er sonst gleich gehen könne. Auch wieder ein Grund, sich nicht länger mit ihm zu befassen. tse tse tse

So jetzt sag ich etwas gemeines: Mein Leben wird nicht bereichert, wenn ich ihn da reinlasse. Zumindest nach dem aktuellen Stand nicht. Aber so gibt es wirklich keine Gefahr, dass ich mein Herz riskiere.

Allerdings spukt so Legolas wieder öfter in meinem Hirn rum und ich mich immer wieder daran erinnern muss, dass es keinen Sinn macht, sich auf ihn einzulassen. Und interessanter Weise war es Richard, der mich auf den Gedanken brachte, dass in der Sache zwischen Legolas und mir einfach zu wenig Gefühl da ist. Und zwar auf beiden Seiten.

Ich war jedenfalls irgendwie froh, dass er nachts auf meinen Wunsch hin ging und ich allein schlafen konnte.

Ich habe keine Bedenken, wegen Samstag. Der Mann ist harmlos. Auch kein komisches Bauchgefühl, dass es besser wäre, wenn ich nicht mit ihm fahre. Vielleicht wird es ein bisschen langweilig. Ich freu mich trotzdem. Vermutlich wird es einiges zu gucken geben. Und wer weiß denn schon, was so ein bisschen frivole Clubatmosphäre ausmachen kann...Und vielleicht übernehme ich einfach die Führung, dann kriege ich auch meinen Sex.

Und danach... naja.. da muss ich jetzt ja noch nicht drüber nachdenken.

14.04.2010 um 17:58 Uhr

Ich war feige

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Leogolas

Stimmung: traurig

Manchmal sollte man aufpassen was man sich wünscht. Klar wollte ich das Legolas anruft. Weil ich eine Entscheidung getroffen habe und es ihm sagen wollte. Weil mein Ego das gern hätte.

Tja.. er hat angerufen. Montag Abend. Aber ich war nicht da. Ich fand auch nicht, dass ich postwendend zurückrufen muss, weil er ja schließlich das sich-nicht-melden-Spiel angefangen hatte. Aber er hat durchaus auch mal etwas hartnäckiges und gestern rief er noch mal an.

Ich ging ran, weil ich es blöd fand, zu hause zu sein und trotzdem nicht ranzugehen. Aber so toll, wie ich geglaubt habe, war es dann irgendwie nicht. Es war überhaupt nicht dieser Triumph-Moment, den ich mir gewünscht hätte. Er tat mir leid.

Irgendwie tat er so, als wäre alles in Ordnung. Es war ein verdammt komisches Gespräch. Ich war kurz angebunden, er hatte im Grunde nichts wirkliches zu erzählen und so sagten wir eigentlich nichts. Jedenfalls nichts, was über Small Talk hinaus ging, wobei er schon Interesse zeigte.

Im Grunde war ich überhaupt nicht bereit mich mit Legolas auseinander zu setzten. In dem Moment, an dem er am Telefon war, war ich mir auch nicht mehr sicher, ob es wirklich ne gute Entscheidung gewesen ist. Vielleicht war ich da auch ein wenig oberflächlich. Wen interessiert schon eine Wohnung? War er wirklich so abweisend? Bildete ich mir das vielleicht nur ein? Aber waren die sonstigen Gründe nicht schon Gründe genug? Muss ich deswegen einen so krassen Schritt gehen? Wäre es nicht besser, wenn ich es nicht noch mal versuchen würde? Wenigstens mit ihm drüber reden? Würde meine Entscheidung ihn vielleicht sogar verletzen?

Zweifel kamen auf. Und sie machten mich traurig. Traurig, weil ich eigentlich keine Lust hatte zu telefonieren, weil ich unbedingt mit ihm darüber reden muss und es ihn vielleicht verletzt, weil ich mich vielleicht auch irren könnte, weil ich ihn wirklich mag und ihn nicht so wegwerfen will und weil ich irgendwo in mir drin weiß, dass es irgendwie keinen Sinn mehr macht. Zu viel negative Energie lastet nun auf dem Kontakt. Unerfüllte Erwartungen und Wünsche und Bedürfnisse.

Ich war also feige und sagte - nichts. Ich redete mir ein, dass es doch viel besser wäre, wenn ich das in Person besprechen würde.. am Telefon, das wäre doch wirklich fies. So was macht man nicht. Außerdem hab ich dann noch ein paar Tage wo ich mir Gedanken machen könnte. Meine Meinung festigen.

Ich beendete das Telefonat, mit einer feigen Ausrede. Ich wäre müde, sagte ich ihm und fragte, ob wir die Tage noch mal telefonieren. Das leuchtete ihm ein.

Ich weiß nicht was ich mit ihm machen soll. Ich will ihm dabei nicht in die Augen gucken und sagen, dass es mir leid tut, aber dass es so nicht funktioniert. Dass ich mit vielen seiner Charakterzüge oder der Art wie er Probleme angeht nicht klar komme. Und ich fühl mich mies. Ich bin doch nicht so tough wie ich immer tue.

Muss es wirklich endgültig sein? Kann man nicht vielleicht doch etwas machen? Wie will ich überhaupt mit ihm verbleiben?

Ich hänge jetzt irgendwie da drin und zweifle meine Entscheidung an. Ich fühl mich mies und gemein. Jetzt fällt mir das ein? Wo ich mich doch so dafür eingesetzt habe, dass er es nicht wegwirft, als er diesen Moment hatte? Jetzt, wo er seine Ablehnung überwunden hat, komm ich mit Punkten, die ich im Grunde von Anfang an wusste? Ich bin auch nicht besser als die Männer, denen ich dieses Verhalten immer vorwerfe. So mag ich mich gar nicht leiden. Das ist wirklich irgendwie saublöd.

Aber vielleicht will er auch eh nicht. Vielleicht interessiert er sich sowieso nicht für mich, dann mach ich mir umsonst Gedanken.

Menno... was soll ich denn jetzt tun???

12.04.2010 um 18:09 Uhr

There's a new man in Town

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: SM, Paar

Stimmung: beschwingt

Mhh... was könnte denn heute Thema meines Blogs sein? Ich glaube so langsam werde ich unkreativ. Oder passiert einfach nichts?

Neee... das kann nicht sein. *grins* Schließlich hab ich am Samstag wild geknutscht. Das ist doch mindestens ein Beitrag wert. Vor allem, weil die Knutsch-Geschichte scheinbar Wiederholungscharakter bekommt. Allerdings hab ich irgendwie noch keinen guten Spitznamen für ihn. Ich fang einfach mal an, vielleicht entwickelt sich noch ein Spitzname.

Ich war also am Samstag mit dem SM-Paar im Club. Natürlich ist es nicht immer so, dass es sich beim Ausgehen mit dem SM-Paar um etwas frivoles handelt, aber diesen Abend schon. An sich stand mir ja nicht so der Sinn danach, mich halbnackig in eine Bar zu setzen, mich von Männern angaffen und billige Anmachsprüche über mich ergehen zu lassen und dann mit einem sexgeilen Typen vor Ort noch was anzustellen. Ich hatte überhaupt keine Lust auf Sex, auf ne Frau und auf das SM-Paar auch nicht. Eigentlich wollte ich nur nicht zu hause sitzen.

Flirten. Flirten wollte ich. Aber das ist in solchen Clubs immer schwierig. Irgendwie ist man schon durch die pure Anwesenheit Freiwild und muss immer aufpassen, dass man den Bogen nicht überspannt. Ein scharfgemachter und nicht befriedigter Mann, kann ziemlich schnell sehr unangenehm werden. Also zog ich mich schon mal nicht halbnackt an, sondern eher so, dass man auch noch wo anders rein könnte. Ich war froh, das ich in Begleitung war und das das SM-Paar auch nicht so richtig in Stimmung war. Ja, tatsächlich so ein Wunder passiert auch noch.

Wir unterhielten uns einfach ein bisschen. Im Grunde ist eine frivole Bar ein ebenso guter Ort um sich zu unterhalten, wie jede andere Bar auch. Normalerweise, bin ich nicht so unbedingt scharf auf die Leute die da rumlaufen, aber erstaunlicherweise gab es da den einen Typen, der mich ansprach.

Schon etwas älter, angegrautes Haar, markante Gesichtszüge, sexy Po und er war allein da. Ok, Netzoberteile gehen irgendwie gar nicht. Aber er war trotzdem sexy. Und er lächelte sympathisch. Er wirkte nicht wie einer der anderen notgeilen Typen und stach deswegen aus der Menge heraus. Aber vielleicht auch nur, weil er ein kleines bisschen Ähnlichkeit mit AWL hat.

Wir saßen in einer Sofaecke und er saß mir genau gegenüber und wir flirteten den ganzen Abend miteinander. Irgendwann als SM-Er was zu trinken holen war, nutzte er die Gelegenheit und setzte sich neben mich.

Wir unterhielten uns, klar, wie sollte es anders sein, über Sex. Er hat einen Faible für Bondage und ist momentan ein wenig am experimentieren. Er ist bei dem gleichen Forum angemeldet, wie ich. Aber irgendwann ging das Gespräch über Sex hinaus. Ich fand heraus, dass er Motorrad fährt, gern segelt, Volleyball spielt und im Moment seine Freiheit als Single genießt. Er ist 50. Damit ist er 4 Jahre jünger als der Alte Mann. Aber irgendwie scheint er ein Mann mit Format und Stil zu sein (was nicht leicht zu beurteilen ist, wenn man ein Netzoberteil anhat) und vor allem ist er nicht blöd. Es hat Spaß gemacht mich zu unterhalten. Es war irgendwie kurzweilig.

Zwischendurch ist das SM-Paar gegangen und haben mich mit ihm allein gelassen. Schon Ok, ich wollte es ja so. Ich hatte ihm allerdings schon gesagt, dass ich nicht in Stimmung zu Sex war und er respektierte das. Aber ich war scharf. Ich wollte unbedingt mit ihm rumknutschen. Trotzdem machte ich nicht den ersten Schritt. Ich war eben nicht auf Eroberungstour.

Aber irgendwann verstand er meine Signale und küsste mich. Es war toll. Auch ein wenig mit Gänsehaut verknüpft und vor allem war es wirklich scharf. Es war leidenschaftlich. Es war sinnlich. Es war zärtlich. Nein.. kein SM. Trotzdem war es toll.

Ich war überrascht, wie viel Nähe und Geborgenheit er mir gegeben hat. Und ich war überrascht, wie gut mir das gefiel. Vielleicht lag es auch daran, dass ich in der letzten Zeit so wenig gekuschelt habe. Aber er ist ein wildfremder Mann... erstaunlich, dass ich es zulassen konnte. Ich will ja eigentlich eine Beziehung. Einen Partner. Aber er ist es nicht. Erstens ist er 20 Jahre älter, da fehlt mir ein wenig die Phantasie, mir das vorzustellen (er könnte mein Vater sein), Familienplanung muss wegen der Vasektomie nicht mal mehr diskutiert werden, manchmal hatte ich das Gefühl, wir würden ein wenig nebenher statt miteinander reden und überhaupt ist er gerade soo gern Single, dass er das so schnell auch nicht aufgeben wird.

Mir wurde von der ganzen Küsserei, seinen findigen Fingern und den starken Armen, die mich festhielten ein wenig schwindelig und ich schwankte, ob ich nicht doch mit ihm schlafen wollte. Aber diesmal wollte ich mit offenen Karten spielen. Diesmal wollte ich nicht verheimlichen, was ich eigentlich will. Selbst wenn ich nicht wusste was ich eigentlich will. Und diese ganze Küsserei vernebelte langsam mein Gehirn. Ich hatte sogar zwischendurch Bauchkribbeln. (Aber das war eindeutig nur sexuelle Erregung. Ich darf nicht immer den Fehler machen, es mit Verliebtsein zu verwechseln.)

Also sprach ich es an. Ich sagte, dass es gerade total toll wäre, dass ich aber eigentlich ungern in dem Laden mit ihm schlafen würde und dass ich nicht sicher bin, ob ich ihn mit nach Hause nehmen will. Und vor allem, dass ich mir nicht sicher bin, was ich überhaupt von ihm will. Ich war mir nicht mal sicher, ob ich die Knutscherei wiederholen oder ihn kennenlernen will. Aber auf keinen Fall wolle ich ihm falsche Hoffnungen machen.

Er reagierte sehr gentlemenlike. Ritterlich sozusagen. Er meinte, er fühle sich gerade total wohl und vollkommen akzeptiert. Er findet es unglaublich scharf, aber er wäre dafür, wenn wir es an dem Abend dabei belassen würden, aber wenn wir da irgendwann noch mal dran anknüpfen könnten.

Innerlich atmete ich auf. Sehr gut. Das wollte ich eigentlich auch. Und ich war froh, dass es seine Idee war, weil er so auch eher dahinter stehen würde als wenn ich sie getroffen hätte.

Um vier machten sie den Laden zu und wir gingen beide in unser eigenes Bett. Aber seit dem gehen PNs und smse hin und her.

Ich bin wirklich scharf auf ihn. Aber es ist klar, dass daraus nicht mehr wird. Jetzt ist nur die Frage, nehme ich Kuscheln und Sex mit oder lass ich es bleiben...? Ich glaube ich will. Ich bin was das angeht so ausgehungert. Fakt ist, dass ich vorher die Fronten klar ziehen werde. Es werden Spielregeln festgelegt. Dann gibt es auch keine Grauzone und keine unerfüllten Hoffnungen und Erwartungen. Und finde das kann man ruhig am Anfang ansprechen.

Apropos unerfüllte Erwartungen. Legolas hat sich übrigens immer noch nicht bei mir gemeldet. Was egal ist. Er ist sowieso raus. Aber es geht um mein Ego, dass sich toller fühlen würde, wenn er ankommen würde.

11.04.2010 um 13:31 Uhr

Ich hab mich entschieden

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Legolas

Stimmung: gefestigt

Freitag, nachdem die Mädels weg waren und ich einen kleinen Moment Einsamkeit hatte, hab ich zum Telefon gegriffen und habe Legolas angerufen. Er war mit seiner Ex/Nachbarin/Busenfreundin unterwegs.

Da ging es schon los. Merkwürdigerweise hat er für sie Zeit. Die hängen ständig aufeinander. Nein... Angeblich läuft da nichts. Es wäre auch vollkommen egal wenn da was wäre. Ich bin nicht eifersüchtig. Mir geht es um die Prioritäten. Ich habe nicht den Platz in der Prioritätenlisten, den ich gerne hätte. Seine Aussage war, es wäre auch gerade ungünstig und wir könnten ja Samstag noch mal telefonieren.

Nein. Ich weiß nicht, was für ein Problem er hat. Schließlich war es gerade ungünstig! Und Anscheinend ist ihm die sms nicht mal aufgefallen. Mhh... ich finde so was merkwürdig.

Nach diesem kryptischen Gespräch vor ein paar Wochen, bei dem er irgendetwas von er könne sich nicht richtig auf Nähe einlassen geredet hat (was ich, wie gesagt, nicht mal so verstanden habe, dass ich es vernünftig wieder geben könnte) hatte unser Kontakt irgendwie einen Knacks. Also bin ich einen Schritt zurückgetreten und habe ihm die Zügel überlassen. Die hat er auch an sich genommen. Sein Tempo, seine Intensität, seine Grenzen. Am Karfreitag ist er mit einem wundervollen Abschiedskuss aus dem Auto gestiegen und hat mich im Glauben gelassen, dass alles in Ordnung sei. Dass wir uns wieder annähern.

Aber eine ganze Woche nichts von sich hören zu lassen und dann auch noch komisch reagieren, wenn man anruft, ist kein Verhalten, was ich tolerieren will. Aber es gibt da noch eine andere Komponente.

Irgendwann früher, als ich mal über meine bisherigen Beziehungen nachgedacht habe, ist mir etwas aufgefallen. Ich war selten diejenige, die aktiv entschieden hat, ob es zu einer Beziehung kommt oder nicht. Klar gab es immer die Leute, die von Anfang an einfach nicht in Frage kamen. Aber es gab die vielen „Vielleichts". Die, bei denen ich es nett gefunden hätte, WENN sie sich AUF MICH einlassen würden. Wenn er MICH wollen würde. So nach dem Motto, wenn du willst, will ich auch. Ich war auch immer schwer enttäuscht, wenn er mich dann nicht wollte.

Je älter ich wurde und desto eher die Männer auch wussten, was sie wollen und was nicht, desto öfter gab es Männer, die mich nicht wollten. Mich hat es immer ziemlich getroffen. Irgendwie wollte ich gern, dass Männer sich um mich bemühen. Und erst wenn sie das taten, hab ich angefangen nachzudenken, ob ich überhaupt mit demjenigen alt werden will.

Und bei denen, die sich tatsächlich auf mich einließen, habe ich viele faule Kompromisse gemacht, hab mich bemüht, dass es funktioniert, hab mich teilweise sogar selbst aufgegeben, bis ich mir irgendwann doch wieder wichtiger war und es beendet habe.

Früher hätte ich diese Situation mit Legolas ausgesessen. Wäre ihm nachgelaufen, hätte mich so weit angepasst, dass er mich doch mag oder hätte versucht ihn irgendwie von einer Beziehung zu überzeugen, bis er irgendwann wirklich eindeutige Worte sagt und sie mit Taten untermauert. Aber dieses merkwürdigen Telefonat am Freitag, sein Verhalten in den letzen Tagen und dieses ohnehin sich immer mehr manifestierende Fragezeichen, haben mir die Augen geöffnet.

Ich kann nicht warten, bis jemand anderes die Pro/Contra-Entscheidung für mich trifft. Und besonders nicht bei jemanden, der sich ohnehin nicht entscheiden kann. Ich muss selbst eine Entscheidung treffen. Für mich. Ich muss eine Antwort  auf die Frage finden, will ich gerne auf Biegen und Brechen eine Beziehung mit Legolas führen? Und die Antwort ist nein.

Ich mag ihn. Ja. Bestimmte Dinge laufen eben total gut mit uns. Ich mag auch die Art und Weise, wie bei uns die Sexualität funktioniert. Und weil es da so gut läuft, würde ich es mir wünschen, wenn wir beide eine Beziehung führen könnten.

Aber ich mag mir seine alle-Lebenslagen-umfassende-Sackgasse nicht ansehen. Es nervt mich. Ich kann es nicht ertragen, wenn bei meinem Gegenüber einfach gar nichts passiert. Und wenn, dann doch bitte so, dass man nicht ständig rumnölt und sich darüber beklagt, dass nichts passiert. Dabei geht es mir nicht darum, dass er meinen Weg gehen muss. Es geht mir darum, dass er EINEN Weg geht. Seinen Weg! Und ich würde ihm da auch gern helfen, diesen Weg zu finden, aber er lässt mich nicht. Ich kann auch mit der Art und Weise nicht klarkommen, wie er mit Problemen umgeht. Wenn man eins hat, muss man drüber sprechen. Und man muss in der Lage sein, es klar zu formulieren, so dass der andere zumindest die Worte versteht. Ich komme auch nicht mit dieser Unverbindlichkeit klar oder damit dass er auch bei mir keine Entscheidung treffen kann.

Es gibt noch einen Grund, warum es wichtig ist, eine Entscheidung zu treffen. Ich brauche keinen Mann, um mir Regale an die Wand zu schrauben oder um mich finanziell zu versorgen. Ich brauche auch niemanden für Sex. Wenn ich Sex will rufe ich einfach jemanden an oder reiße irgendwo jemanden auf.

Ich brauche einen Partner. Jemanden der mir Geborgenheit und Liebe schenken will/kann. Jemanden, mit dem ich den Lebensweg gemeinsam gehen kann, bei dem man sich gegenseitig unterstützt und stärkt, wenn es nicht gut läuft. Jemanden, der auch mal eine Entscheidung treffen kann. Jemanden auf den ich mich verlassen kann. Jemanden, mit dem man auch mal langfristige Überlegungen anstellen kann. Jemanden, mit dem ich auf Augenhöhe bin. Und jemanden, der vor Emotionen nicht wegläuft. Wie das Konstrukt dann im Einzelnen aussieht.... Keine Ahnung, aber sicherlich wird es eine unkonventionelle Komponente geben.

Ich bin dieses unverbindliche Geplänkel leid. Ich will es nicht mehr. Ich will keine Kompromisse eingehen, unter denen ich leide. Ich will klare Fronten. Und Legolas ist einfach nicht mein Partner. Ich will mit ihm nicht alt werden, weil ich weiß, dass ich niemals über die Sackgasse hinweg kommen könnte. Ich würde immer versuchen sie zu beseitigen. Das ist keine Basis für eine Beziehung. Außerdem fehlt mir bei ihm das Gefühl der Geborgenheit, er kann keine Entscheidungen treffen und er läuft weg, wenn ich mal jemanden zum anlehnen brauche.

Deswegen hab ich mich entschieden. Ganz oder gar nicht. Ganz will ich es mit Legolas nicht, dann bleibt nur gar nicht. Irgendwas in der Grauzone dazwischen kriege ich im Moment nicht hin. Ich bin eben kein Grauzonentyp. Ob wir uns irgendwann mal freundschaftlich treffen, weiß ich nicht. Genauso wenig ob ich nicht noch mal irgendwann mit ihm ins Schlafzimmer verschwinde. Aber wenn ich das tue, werden die Fronten im Vorfeld definiert.

Klar hatte ich gestern einen sentimentalen Moment, schließlich mag ich ihn wirklich. So eine Entscheidung lässt mich auch nicht kalt. Aber ich hab mich dem SM-Paar aufgedrängt und die haben mich in einen Club geschleift und da hab ich auch tatsächlich mit jemanden rumgeknutscht. Er war auch wirklich toll. Ich brauchte Ablenkung. Ich wollte nicht den ganzen Abend auf das Klingeln des Telefons warten, was eh nicht erfolgt ist. Ich brauchte mal wieder das Gefühl, nach wie vor eine Frau zu sein, bei der Männer anfangen zu sabbern und die sich den coolsten Typen im Schuppen aussuchen kann und es auch tut. Auch die Tatsache, dass es überhaupt wieder ging, mit wem anderes rumzumachen, zeigt mir, dass es richtig war. Es war schön. 

Es geht mir mit dieser Entscheidung gut. Sie fühlt sich richtig an. Und es fühlt sich gut an, bewusst eine getroffen zu haben. Blöd ist (und das kränkt ein wenig mein Ego) dass er scheinbar eh nicht will und dass es vollkommen egal sein wird, dass ich diese Entscheidung bewusst und für mich getroffen habe. Und dabei hatte ich mir so schön die Worte zurecht gelegt, mit denen ich ihm klarmache, dass dies für mich so nicht funktioniert. Aber ich weiß ja, dass ich mich entschieden habe und das reicht. Ich fühle mich nicht abgewiesen. Das ist das wichtige daran. 

Eins hab ich wohl aus dieser Geschichte gelernt, wenn Männer so was blödes wie "ich will keine Beziehung" am Anfang ankündigen können, kann ich auch ankündigen, dass ich eine will. Es wird Zeit dafür einzustehen, was ich will und was ich brauche. 

09.04.2010 um 15:54 Uhr

Eine Frage der Prioritäten

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Leogolas, Nitida

Stimmung: säuerlich

Tja.. nun sitze ich hier wieder besseren Gewissens (hab meinen Schweinehund wieder nicht klein argumentiert bekommen) und schreibe einen Blogeintrag obwohl ich eigentlich Webseiten, Flyer und Pressemitteilungen schreiben müsste. Aber ich kann mich nicht so richtig konzentrieren.

Ich bin sauer auf Legolas. Er hat sich seit Freitag nicht gemeldet. Und dafür gibt es eigentlich keinen Grund. Die Missstimmung die beim Treffen mit Nitida und ihrem Freund entstanden ist, war doch eigentlich aus der Welt geräumt.

Was da passiert ist? Hatte ich gar nicht erwähnt, oder? Also wir saßen Freitag beim Kaffee zusammen als ich plötzlich eine total super Idee hatte. Der Freund von Nitida sucht nämlich noch jemanden, der ihn grafiktechnisch bei einem Projekt unterstützt. Da dachte ich spontan, dass es doch ne super Gelegenheit für Legolas wäre, einen entsprechenden Kontakt zu knüpfen um ein wenig Erfahrung zu sammeln. Also fing ich meinen Satz an mit „Übrigens, Legolas hat ein bisschen Ahnung von Grafikdesign..."

Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich Dinge immer so einleite. Dann kann man andere eher damit überraschen, dass es doch mehr ist. Ich würde auch von mir behaupten, ich hätte ein kleines bisschen Ahnung von Wirtschaft und ich hab es studiert und mittlerweile 4,5 Jahre Berufserfahrung, davon 2 als Unternehmerin. Ich werde von anderen schon als Experte wahrgenommen. Ich mache Schulungen. Trotzdem würde ich von ein bisschen Ahnung sprechen.

Außerdem hab ich von ihm nichts gesehen. Ich muss mich vollständig auf sein Wort verlassen. Auf das Wort von jemanden, der kaum Berufserfahrung auf dem Gebiet hat und das Studium seit Jahren schleifen lassen hat - sprich: keine fertige Ausbildung hat. Ich fand ein bisschen Untertreibung wäre sachdienlich.

Er hätte übernehmen können und sich selbst in den schillersten Farben beschreiben können. Tat er nich. Er fand, das wäre die Untertreibung des Jahrhunderts, ich hätte ihn absichtlich klein gemacht, war entsprechend pissig und hat mich danach voll auflaufen lassen. DAS war vielleicht bescheuert. Fanden Nitida und ihr Freund übrigens auch.

Später, im Auto, haben wir diskutiert und es aus der Welt geschafft. Dachte ich jedenfalls.

Dagegen spricht, dass wir seit dem nicht wieder gesprochen haben. Naja. Nicht ganz. Am Samstag haben wir kurz telefoniert, weil ich von ihm einen Café-Tip brauchte für den Spontanbesuch meiner Eltern. Und Mittwoch hab ich ihm ne sms geschickt auf die er noch nicht geantwortet hat. Jetzt ist Freitag. Naja.. vielleicht ist wieder seine Karte alle.

Aber so langsam fange ich an sauer zu werden. Wenn er ein verdammtes Problem hat, soll er es ansprechen. Woher soll ich den wissen, was los ist, wenn er sich nicht mitteilt. Ich verstehe ja ohnehin nicht warum er sich über diesen Punkt so aufregt. Wir waren unter Freunden. Und sie kennen mich und hatten keine Sekunde das Gefühl ich würde ihn klein machen. Sie hatten viel eher das Gefühl, dass er gemein zu mir war. Dass er seine Chance, sich entsprechend darzustellen nicht genutzt hat.

Und es fängt an mir egal zu werden, ob er sich nun meldet oder nicht. Ich laufe ihm jedenfalls nicht hinterher. Den Hinterherlauf-Bonus hat er sich mit dieser bescheuerten ich-kann-Nähe-nicht-ertragen-Aktion vor ein paar Wochen völlig verspielt. Wenn er nicht will.. Bitte! Dann ist es eben so. Dann soll er eben gehen. Dann ist es vermutlich auch besser so.

Ich hab seit der Wohnungsbesichtigung sowieso so ein komisches Gefühl und es schleicht sich permanent so ein Fragezeichen ein. Passen wir wirklich zusammen? Wäre es eine gute Idee sich auf ihn einzulassen? Will er überhaupt? Will ich überhaupt?

Es ist weniger, dass ich die Wohnung ungemütlich finde. Mich stört diese Sackgasse in der er sich befindet und das er nichts dagegen tut. Diese Wohnung zeigt es eben nur besonders deutlich. Es passiert nichts. Weder beruflich noch privat. Er trifft beruflich keine Entscheidung, obwohl im die Situation nicht passt, er ändert nichts an seiner Wohnsituation, obwohl er sich unwohl fühlt und an seiner Beziehungssituation auch nicht, obwohl er irgendwann mal Kinder haben will.

Ich kann das wirklich schwer ertragen. Ich fange an zu zweifeln, ob sich das jemals ändert. Und wenn es sich nicht ändert, könnte ich nicht damit klar kommen.

Außerdem muss ich gestehen, dass ich nach Freitag schon irgendwie erwartet hätte, dass ich einen größeren Eindruck auf ihn gemacht habe und dass ich nicht am Ende seiner Prioritäten liegen würde.

06.04.2010 um 11:57 Uhr

gemischte Gefühle

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Legolas, Nitida

Stimmung: gemischt

Ihr seid sicher schon ganz gespannt, wie denn nun der Status mit mir und Legolas ist. Ich hab mir die letzte Zeit einige Gedanken gemacht (das habt ihr sicher verfolgt). Ich hatte Panik, wo keine notwendig war und bin auch sonst so ziemlich jede Emotion durchgelaufen. Aber es hat auch etwas gebracht. Ich bin zu einem Ergebnis gekommen, wie ich weiter mit ihm umgehen werde. Im wesentlichen ist es ein Konzentrieren auf das Hier und Jetzt, ihm einen gewissen Raum zugestehen, versuchen ihn nicht unter Druck zu setzen, möglichst wenig Erwartungen an einen Abend haben und der Sache insgesamt einfach Zeit geben.

Das hab ich auch gemacht. Letzten Dienstag haben wir uns getroffen. Wir waren etwas trinken. Ich war nicht direkt distanziert ich hab mich nur nicht immer neben ihn gesetzt. Ich hab meine Tasche zwischen uns getragen und ich hab mich immer dann bewusst zurückgelehnt, wenn ich das Gefühl hatte, ich sitze ihm auf der Pelle. Es war erstaunlich zu beobachten... Plötzlich verringerte er den Abstand von sich aus, wechselte die Seite, als die Tasche zwischen uns war und bot mir von sich aus einen Arm zum einhaken an. Später meinte ich dann, dass er wohl gehen müsse, weil es ja schon spät wäre und er ja bestimmt schon müde wäre und sicher schlafen wollte. Und plötzlich hatte ich seine Hand auf dem Knie.

Nein... diese Nacht gab es keinen Abschiedskuss. Aber es war trotzdem ein gutes Gefühl, dass er sich mir wieder angenähert und geöffnet hatte. Er hat mich ein bisschen in seine Denkweise einblicken lassen. Und er ist auf mich zugekommen. Es war einfach ein schöner Abend.

In der Nacht träumte ich von ihm und von einem besonderen Kuss.

Wir verabredeten einen Ausflug am Karfreitag (den er nebenbei immer wieder beim letzten Treffen ansprach). Dieser Tag war auch wunderschön. Nicht perfekt. Wir haben uns verfahren, weil er als Navigator nichts taugt und wir hatten zwischendrin ein bis zwei kleine Konflikte aber im Großen und Ganzen war es wirklich klasse. Wir fuhren in den Wald und ans Meer.

Im Wald waren wir zwischendurch quasi allein. Er kraulte mir den Nacken, streichelte mich über Gesicht und Hals. Nach dem er mich eine Weile dabei betrachtet hatte küsste er mich. Dieser Moment war total schön. Sehr sinnlich.

Wir liefen da an nicht nur eingehakt sondern Arm in Arm weiter durch den Wald und später am Strand entlang.

Es gab lecker Kuchen und ein tolles Essen. Auf dem Rückweg fuhren wir noch bei Nitida vorbei und tranken dort noch einen Kaffee.

Im Auto, es war mittlerweile fast Mitternacht, gab es diesen besonderen Abschiedskuss, von dem ich Nächte zuvor geträumt hatte. Es war wunderschön. Und er hörte eben nicht nur an den Lippen auf.

Am nächsten Tag schwebte ich auf ner Wolke. Es war eben ein wirklich schöner Tag gewesen. Geklärt ist natürlich gar nichts. Das ist auch irgendwie nicht schlimm. Ich wollte ja eh mehr im Hier und Jetzt leben und da war es so wie es war total schön. Aber so langsam nistet sich mal wieder ein anderer Gedanke bei mir ein. Einer, der mir Sorgen macht.

Ich war kurz in seiner Wohnung. Ich denke oft „zeige mir deine Wohnung und ich sage dir, wer du bist" (klar der Spruch geht anders, aber er passt oft trotzdem). Und ich muss sagen, ich hab sie mir deutlich anders vorgestellt. Er studiert nebenbei Grafikdesign. Er ist handwerklich geschickt - zumindest sagt er das immer. Er liebt Antiquitäten und findet sie brauchen Raum um zu wirken.

Ich dachte, ich komme in eine liebevoll gestaltete Wohnung, in der die schönen Stücke geschickt in Szene gesetzt sind und wo die Katze eine wohnliche und gemütliche Atmosphäre macht.

Aber so war es nicht. Sie wirkt kalt und leer und unordentlich. Im Wohnzimmer standen eine wunderschöne alte Couch, die aber nicht einladend wirkte. Ein wunderschöner alter Schrank, der vollgeplundert war und auf dem ein alter Koffer lag, ein vollgeräumter Computertisch und eine Kollage aus einem angesengten Fenster mit anderen Dingen, die man wohl in einer Ruine finden konnte. Sonst nichts. Keine Deko, keine weiteren Bilder, keine Gardinen, keine Sofakissen, keine praktischen Möbel, in denen Chaos einfach mal verschwinden kann. Man könnte so viel aus dem Sofa und dem Schrank und vor allem aus dem wunderschönen Parket machen....

Das Schlafzimmer war ähnlich. Ein antiker Schrank - ebenfalls vollgeplundert und in dessen riesigem Vitrinenbereich 4 Gläser ein einsames Dasein fristeten, ein Fikus und ein rundes Bett. Kein Bild, keine Farbe und außer dürftig aufgehängten blauen „Gardinen" und einer Schildkrötenlampe nichts was dem Raum Farbe gegeben hätte. Mich starten zwei riesige weiße Wände an, an denen zu allem Überfluss auch noch weiße Porzellanfiguren hingen. Hatte ich erwähnt, dass das runde Bett auch weiß war...? Naja eigentlich ja nicht, irgendwo lag zusammengeknülltes Lila Bettzeug rum, wie ein kleiner Fleck auf weiter farbloser Flur.

Trotzdem war dieser Raum netter als der andere. Vermutlich wegen dem chaotisch bepflanzten Balkon. Der hatte irgendwie Charme. Eben wegen dem Chaos. Ich kann ja verstehen, dass er sagt, es soll nicht überfrachtet sein. Aber deswegen darf es doch trotzdem wohnlich sein, oder? Es lag zwar jede Menge anderes Kram rum aber zum Beispiel kein Katzenspielzeug. Fühlt sich denn die Katze wohl?

Im Nachhinein bin ich ziemlich schockiert. In dem Moment hab ich mich irgendwie noch zurückgehalten. Ich hab Einzelstücke, die wirklich schön waren hervorgehoben und hab nicht so viel zum Gesamteindruck gesagt. Aber man merkt, dass er sich da nicht wohlfühlt. Er mag die Gegend nicht, die Nachbarn nicht und den Krach vom Hafen auch nicht. Wenn man dem Feng shui traut ist die Wohnung ein Spiegel der Seele und wenn dort die Energie nicht fließen kann, kann es das im Leben auch nicht.

Das tut es auch nicht. In seinem Leben gibt es irgendwie richtig viel Stillstand. Tja.. und seit dem beschäftigt mich die Frage, will ich soo jemanden in mein Leben lassen? Jemanden, dessen Leben kalt und leer zu sein scheint? Jemanden der sein Leben nicht ordnen kann? Und dabei war die Zeit mit ihm wirklich schön. Er tut mir irgendwie leid. Er steckt fest und weiß nicht wie er das ändern kann.

Tja... und dann kommt der Helferinstinkt durch. Aber ich will ihm da auch nichts überstülpen. Ich will ihn so lassen, wie er ist, weil ich ihn so, wie er ist, wirklich mag. Ich mag dieses Unkonventionelle. Dieses Andere. Darf das nicht auch in der Wohnung durchkommen? Und tut es das nicht vielleicht auch? Auf seine unkonventionelle Weise?

Wobei es mir schon in den Fingern juckt, etwas zu verändern. Es wären auch keine großen Dinge... ein bisschen Farbe hier... ein bisschen Ordnung da... ein wenig die Möbel anders gestellt, etwas geschicktes Licht, nen paar Pflanzen und die seltenen Stücke entsprechend hervorgehoben... und schon macht es einen ganz anderen Eindruck.

Oder seh ich das alles zu eng? Versuche ich ihm da meine Sichtweise überzustülpen, dass man sich zu Hause wohl fühlen muss? Versuche ich ihn zu verändern? Ich würd ihm da gern einen kleinen Schubser geben. Aber darf ich das? Und wenn ja wie?

03.04.2010 um 13:45 Uhr

Deine Küsse

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Legolas

 

 

Deine Küsse berühren mehr als nur meine Lippen.

Sie berühren mein Herz.

 

 

 

22.03.2010 um 18:23 Uhr

Auf der Suche nach der Mitte

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: DerAlteMann, AWL, Legolas, Susi, Strolch, Stern89

Stimmung: suchend

Eigentlich sollte es ganz einfach sein, die eigene Mitte zu finden. Schließlich ist sie wie der Name schon sagt, in der Mitte. Aber irgendwie ist das ein schwieriges Unterfangen, wenn sie irgendwie nicht ganz da ist, wo sie sein sollte. Meine ist nicht mehr in der Mitte. Naja, vielleicht ja doch und ich bin nur woanders?

Wie komme ich bloß auf so was? Tja... das ist mir in der letzten Zeit vermehrt aufgefallen, dass da irgendwas nicht so ganz stimmig ist. Ich lasse mich viel schneller aus dem Konzept bringen. Ich bin merkwürdig gereizt. Ich schaffe selten das, was ich mir vorgenommen habe, weil ich schnell abgelenkt bin. Vor allem umgibt mich so eine blöde Mir-doch-egal-Stimmung.

Ich hab gestern bspw. mit Stern89 telefoniert und er hat mir freudestrahlend berichtet, dass er mit seiner Freundin, die er ein Viertel Jahr kennt, zusammen ziehen will. Bei mir sind nur Contra-Punkte im Kopf aufgetaucht. Wie z.B. dass sie sich bestimmt nicht vertragen werden, weil sie zu kurz zusammen sind, weil sie beide im Moment noch bei den Eltern wohnen, weil sie sich das eigentlich nicht leisten können... Wieso ich so negativ wäre, hat er mich nach ner Weile gefragt. Nein, es wäre nicht der übliche Sarkasmus, dass wäre schlimmer.

Ich bin es leid. Um mich herum ist überall das ultimative Glück. Der Alte Mann ist glücklich, Stern89 ist glücklich, Susi und Strolch sind gerade total glücklich, das SM-Paar ist glücklich... Frühlingsgefühle wohin man blickt. Überall wird übers Heiraten und Kinder kriegen und zusammen ziehen nachgedacht. Ich bin es leid. Ich bin nicht neidisch auf die anderen. Ich gönne es jedem einzelnen. Ich bin es leid, dass mich ständig Leute fragen, was denn mit mir und den Männern ist und dass ich doch langsam in dem Alter bin, wo man sich fest binden kann/soll. Dass ich doch so eine tolle Frau wäre, die es auf jeden Fall verdient hätte glücklich zu sein und dass sie mir einen entsprechenden Partner wünschen. Und woran es denn liegen würde, dass ich noch solo bin.

Warum muss man überhaupt eine Beziehung haben? Nur weil es gesellschaftlich gewünscht wird? Ich komme allein gut klar. Ich bin fröhlich und glücklich. Immer wenn es mir schlecht geht, ist ein Mann daran schuld. Immer wenn ich nicht in mir selbst ruhe, ist ein Mann schuld. Ständig bringen sie mich aus dem Konzept. Ständig bringen sie mich emotional zum Wanken.

(Ja sicher, dass nicht wirklich die Männer schuld sind, sondern die Art wie ich damit umgehe und das sie maximal der Auslöser sind ist mir auch klar. Aber es ist nett, einfach mal die Verantwortung abzuschieben.)

Mir sind die Wünsche von den anderen egal. Was ich mir wünsche, ist, dass ich einmal nicht den Kontakt zu mir selbst verliere, wenn ein Mann im Spiel ist. Dass ich einmal in meiner Mitte bleibe und sie nicht erst wieder verzweifelt suchen muss.

Aber das kriegt man nur durch üben hin. Dadurch, dass man in den Kontakt mit einem Mann geht und trotzdem bei sich bleibt. Aber dazu braucht man eben Kontakt zu einem Mann.

Ich mag aber nicht mehr. Ich will nicht mehr daten und Männer ausprobieren. Ich bin es leid. Ich will nicht mehr flirten, Telefonnr. tauschen, mich mit jemanden treffen und die Spreu vom Weizen trennen. Ich will nicht mehr leiden, weil ich mich verliebt habe und er nicht. Ich will keine blöden Missverständnisse aus dem Weg schaffen. Ich will keinen schlechten Sex mehr haben. Ich will nicht mehr an diese bindungsscheuen Männer Mitte 30 bis 40 treffen. Ich mag einfach nicht mehr. Außerdem frage ich mich wozu...?

Wozu soll ich mir das antun, wenn ich ohne Mann immer glücklicher war, als mit? Das grenzt an Selbstfolter. Auf der anderen Seite würden die Fragen aufhören, das Probieren, das Kennenlernen. DAS alles wäre einfach alles weg, wenn man eine Beziehung hat. Man hat dann einfach wen für Sex und für diverse andere Dinge. Auf der anderen Seite hätte ich dann andere Probleme. Probleme, die ich allein nicht hätte.

Ich sag es ja immer, bloggen ist wie ein Denkarium. Es werden ganz anders Zusammenhänge klar. Durch den Eintrag gestern, ist mir wieder eingefallen, dass ich vor den Sexperimenten eigentlich nur Männer für Sexperimente gesucht habe. Ich wollte alles ausprobieren, damit ich nicht das Gefühl habe, ich hab etwas verpasst, wenn ich irgendwann mal den richtigen treffe. Als hätte ich noch etwas zu erledigen, bevor ich eine Beziehung eingehe. Ich wollte mich damals nicht binden. Das war auch gut, sonst hätte das auch nicht funktioniert (und ihr würdet nicht die tollen Sonntagsbeiträge bekommen). Aber dann... dann hat mich das alles so emotional mitgenommen, durchgeschüttelt, ins Wanken gebracht und ich sehnte mich nach einem echten Partner.

„Geh es doch mal langsamer an." haben sie gesagt. „Lass doch mal die Erlebnisse auf dich wirken!" „Du verarbeitest es gar nicht richtig!" Ja... ich hab wirklich schlaue Freunde. Aber nein... ich muss ja immer mein eigenes Ding durchziehen. Ich hab es nicht verarbeitet. Stattdessen hab ich mich in AWL verliebt. Hat mir auch nicht gut getan. Und gleich nach AWL kam Legolas. Ich war eigentlich nicht bereit. Hatte das eine noch nicht wirklich verarbeitet. Eigentlich war ich noch viel zu sehr mit mir selbst beschäftigt. Und das bin ich noch.

Tja... die Ironie an der Sache ist nun, dass mich ein Mann quasi zwingt meine eigene Mitte wieder zu finden. Komischerweise läuft der Kontakt mit Legolas und mir nur dann gut, wenn ich in mir selbst ruhe. Wenn ich nicht flatterhaft bin, wenn ich nicht unsicher bin. Alles andere geht in die Hose. Ansonsten bilde ich mir Streits ein, wo keine sind, habe Erwartungen, die nicht erfüllt werden, rede an ihm vorbei und kriege nicht mit, wenn ich mich unwohl fühle.

Ob es für irgendetwas eine vernünftige Basis ist, wenn er es nicht schafft, mich wieder auf den Teppich zu holen, wenn ich in der Luft rumflattere oder wenn er immer davonläuft, wenn ich wegen meiner eigenen Unsicherheit „anstregend" werde, weiß ich nicht. Vermutlich nicht. Aber die Mitte finden, täte mir mal wieder richtig gut.

Also doch wieder ein wenig mehr Meditation machen, mehr Sport machen, mehr Hobbys pflegen, mehr raus gehen, mehr Qualitytime mit Freunden verbringen und mich darauf konzentrieren, dass ich Dinge tue, die mir gut tun.

19.03.2010 um 04:04 Uhr

Freunde... oder so.

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Legolas

Ich glaube, es ist offiziell. Leoglas und ich sind vom Fast-Beziehungs-Level auf das NUR-Freunde-Level runtergefallen und haben das NUR-Sex-Level nicht mal angekratzt. Er war eben hier. Es hat nicht geknistert, es gab keine Nähe und rumgemacht haben wir auch nicht, obwohl ich unglaublich sexy aussah. Ich war scharf und er ist nicht drauf angesprungen. Wir haben sogar P*ornos gesehen und es ist nichts passiert.

Das geht doch nicht? Man kann doch nicht mit nem kurzen Rock im Schlafzimmer neben einem Kerl sitzen und P*ornos gucken und nichts passiert? Doch! Ich kann so was. Das erinnert mich an damals wo ich mit diesem einen Typen, auf den ich scharf war, in der Badewanne gesessen habe und nichts passiert ist (aber das ist eine andere Geschichte). Hat mir damals auch niemand geglaubt. Aber so war es.

Ich hätte ja nicht gedacht, dass das Nähe-Gequatsche von ihm heißt, dass jetzt gar nichts mehr geht. Nicht mal Rummachen. Ich dachte, das wäre das was er will. Naja... jedenfalls schien es mir logisch. Er will dass es nicht zu dicht ist, ergo bleiben wir beim unverbindlichen Sex. Also hab ich mich in Schale geworfen. Hab sogar die Stiefel angezogen, die er so sexy findet. Aber nichts. Es hat ihn nicht mal interessiert. Und ich war schon den ganzen Tag so rollig. Das mir mal ein Typ widerstehen kann, obwohl ich es drauf anlege...? Ist schon lange nicht mehr vorgekommen. Naja.. ehrlich gesagt war auch irgendwie die Stimmung nicht zum drauf Anlegen da.

Wir sind NUR-Freunde! So das war es jetzt. Es gab eine Umarmung. Zum Abschied. Naja.. wenigstens das. Toll. Jiepie...

Zu blöd, dass man nicht die Zeit zurückdrehen kann. Ich fand die Zeit am Anfang echt nett. Dieses umeinander Rumgeschleiche, die lockeren Gespräche, die nette Atmosphäre, das Knistern, die Spielereien im Schlafzimmer... Das ging ja diesmal echt schnell, dass das alles verblasst ist. Ich find's schade, aber scheinbar kann man nichts erzwingen.

Man kann keine besondere Situation schaffen, damit das Gefühl vom Anfang wieder aufkommt. Jedenfalls nicht, wenn einer nicht will. Und dann war ich auch noch dumm genug zu sagen, dass ich mir den Abend irgendwie anders vorgestellt habe. Das hat er wohl irgendwie falsch verstanden. Ich meinte damit die Stimmung und Atmosphäre (die eben nicht mehr so ist, wie am Anfang) und er hat, glaube ich, verstanden, dass ich enttäuscht bin, weil nichts zwischen uns gelaufen ist. Ich glaube er hat mich so manches Mal falsch verstanden. Im nachhinein betrachtet zumindest. Ich hab auch keine Chance es ihm zu erklären, weil ich ohnehin die Sachen nicht so erklären kann, dass er sie versteht. Geht irgendwie immer schief. So wie heute.

Das schlimme ist, ich weiß nicht mal ob ich jetzt traurig bin, weil ich ihn verloren habe, oder weil ich niemanden mehr habe mit dem ich in Zukunft mein Spielzeug benutzen kann. Es ist schwer jemanden zu finden mit dem das SM-Spiel funktioniert und den man auch noch mag. Und das hatte es und ich mochte ihn. Aber jetzt ist es vorbei.

Hab ich Euch erzählt, dass wir zeitgleich, ohne dass wir es von einander wussten, Hand- und Fußfesseln gekauft haben? Die werden wir wohl nie mehr miteinander ausprobieren. Und ich hatte alles fein säuberlich an Haken im Schlafzimmer aufgehängt. Die Peitschen, die Seile, die Fesseln... damit es auch alles griffbereit ist.

Nachdem er weg war, hab ich das alles eingesammelt und weggeräumt. Vergebene Liebesmühe. Und es anzusehen macht mich nur traurig. Vielleicht sollte ich es wegwerfen? Ich brauch es bestimmt nicht wieder. Ich bin auch schon kurz davor, die Nägel wieder zu entfernen.

Das nächste Mal wenn ich Legolas treffe, ziehe ich wieder was Hochgeschlossenes an, bin ganz brav und mach keine Annäherungsversuche. Wie es sich eben für FREUNDE gehört. Das Gute ist, dass ich mir in Zukunft keine Gedanken mehr machen muss, wenn ich fremdflirte.

An Tagen wie heute überlege ich mir, ob ich mir das alles nur eingebildet hab? Dass er sich für mich interessiert hat? Dass er mich sehen wollte? Dass wir einen Draht zu einander hatten? Dass es ihm nicht unwichtig war, ob ich mit anderen was habe? Naja.. vermutlich nicht. Aber er hat seine Meinung geändert. Ist sein gutes Recht. Passte wohl nicht. Ach Mensch, es war aber trotzdem nett. Ich mochte Legolas.... Sau blöd.

Also geht die Suche weiter. Und wer weiß, vielleicht schaffe ich es ja beim nächsten Kerl mal einen Schritt weiter.

12.03.2010 um 10:39 Uhr

Ver-rückte Sichtweise

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Legolas

Stimmung: Kopfschütteln und grinsen über so viel Wahnsinn

Ich hoffe ihr habt heute morgen alle ne Mütze voll Humor gefrühstückt. Anders kann man das ja nicht ertragen. Es ist doch gestern Abend das unglaublichste passiert: Ich hab Legolas angerufen. Einfach weil mir dieser Zustand auf den Keks ging, aber noch viel mehr, weil es langsam anfing mir egal zu werden, ob wir uns wieder vertragen. Seht selbst, was dabei rausgekommen ist:

 

Ich: „Hi Legolas, hier ist Feuerkind!" *ein wenig kleinlaut und vorsichtig*

Er: „Oh Hi!" *ehrliche Freude* „Schön, dass du anrufst. Wie geht es dir denn? Hast du die Messe gut überstanden?"

Ich leicht irritiert: „Klar, war halt anstrengend." Es folgte ein wenig Geplänkel über die Messe als solches und die letzten Tage im besonderen. Nach ner Weile meinte ich dann: „Bist du noch sauer auf mich?"

Er sichtlich irritiert: „Wieso? Was war denn?" Wie? Was war denn!

Ich: „Naja, diese Aktion am Donnerstag von mir. Die war doch voll daneben. Wenn es umgekehrt gewesen wäre, wäre ich irgendwie sauer gewesen."

Er: „Achso das..! Mhhh...!" Es folgt eine lange Pause. „Moment ich muss mich eben sammeln." Dann kommt gespielt ernst: „Ja klar, ich bin voll sauer auf dich...!" *muss fast loskichern* „Aber mal im Ernst, das ist doch schon so lange her. Da hab ich überhaupt nicht mehr drüber nachgedacht. Ich war doch eh schon fast zu Hause. Wie kommst du nur darauf, dass ich sauer sein könnte?" Häähh? Och menno...

Ich: „Naja, Du hast mich Sonntag weggedrückt!"

Er: „Was hab ich getan? Ne... ist doch quatsch. Och man, dieses verdammte neue Handy. Ich glaube es hat ein Eigenleben! Also was war da los? Ich bin rangegangen und du hast deinen Namen gesagt und dann hab ich aufgelegt?" (Er hat wirklich ein neues Handy und wir hatten es schon mal, dass er wirklich aus Versehen auf die falsche Taste gekommen ist.)

Ich: „Ne, du bist gar nicht rangegangen. Es hat dreimal geklingelt und dann war plötzlich besetzt. So ist das wenn man auf Anruf ablehnen drückt."

Er: „Ne... so was hab ich nicht getan. Jedenfalls nicht bewusst. Eigentlich hab ich versucht dich anzurufen, aber das hat irgendwie nicht funktioniert."

Ich: „Freitag? Stimmt da war das irgendwie komisch. Ich konnte dich nicht hören."

Er: „Ja, ich dich auch nicht. Und du glaubst ich bin sauer auf dich, wegen der Aktion am Donnerstag?"

Ich kleinlaut: „Ja...?"

Er: „Ne, wirklich nicht. Ist schon lange her. Ich kann mich da schon fast nicht mehr dran erinnern. Und es ist doch blöd da im Nachhinein noch irgendetwas reinzuinterpretieren. Ist doch jetzt vorbei." Er vertritt die Meinung, dass man die meisten Dinge aus dem Affekt heraus tut und nicht unbedingt geplant vorgeht und dass man dann hinterher versucht, den Handlungen einen Sinn zu geben und etwas reinzuinterpretieren. Er findet das blöd. Ich glaube, dass ich schon viele Dinge bewusst und geplant tue und dass der Sinn, den man Dingen hinterher gibt auch nicht verkehrt ist.

Wir plänkelten noch ein wenig weiter. Irgendwann meinte er dann: „Du, ernsthaft. Du musst nicht immer Probleme reininterpretieren, wo keine sind. Wenn ich ein Problem habe, kann ich darüber sprechen. Ich hab einen Mund, ich kann mich da ausdrücken. Du musst da keine Vermutungen drüber anstellen, womit ich vielleicht ein Problem haben könnte!"

Zum Schluss kam er noch mit dem Vorschlag, dass wir ja Sonntag Abend, wenn ich wieder von meinen Eltern zurück bin, noch mal telefonieren könnten.

 

So. Toll. Ich glaube ich werde langsam verrückt. Ich hab mir das alles eingebildet? Wer war das gleich noch mit dem „let it flow"? 100 Punkte! Und wer mit dem „bleib bei dir selbst"? Auch 100 Punkte. Gerade jetzt finde ich es ein wenig peinlich, dass meine ganzen Gedankengänge der letzten Tage jetzt weiß auf schwarz hier im Blog stehen. Ich meine, ich habe die letzten Tage damit zugebracht einen eingebildeten Streit zu verarbeiten. Ich bin über Wut und Traurigkeit bis hin zur Resignation gelaufen und am Ende bei Milde stehengeblieben.

Wie sagte mein Ex-Kollege immer? Man kann Dinge auch einfach mal lustig finden. Ich sitze nun da und schüttle über mich selbst den Kopf. Wobei ich gestehen muss, dass ich auch ein bisschen über „wer keine Problem hat, macht sich welche" schmunzele. Aber ich sag ja auch immer, dass Blogschreiben wie ein modernes Denkarium ist. Mir sind so viele Dinge durch das Aufschreiben und Eure Kommentare klar geworden, dass es eigentlich nicht verschwendet war. Danke an alle, die etwas dazu beigetragen haben.

Man! Hab ich da noch viel Arbeit vor mir!

Also erstens muss ich wirklich mehr darauf achten, dass ich im Gleichgewicht  und im Reinen mit mir selbst bin. Besonders wenn ein Mann in greifbare Nähe rückt. Außerdem muss ich aufhören, mir wegen jedem Scheiß Sorgen zu machen und den Weltuntergang in einer Mücke zu sehen. Dann kann ich langsam mal lernen, dass Legolas sehr wohl in der Lage ist, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und Konflikte anzusprechen. Da muss man sich nicht auch noch drum kümmern. Ich kann mich also voll darauf konzentrieren, wie es mir mit Dingen geht und ich muss nicht mutmaßen, wie es ihm gehen könnte und ob man irgendetwas tun muss, damit es ihm gut geht. Dafür bin ich nicht verantwortlich. Sehr gut!

Ich kann mir auch selbst noch wesentlich mehr Wert zusprechen. Ich muss mich nicht immer klein machen. Da hat keiner einen Vorteil von. Ich meine damit nicht, dass ich mich mehr mit Erfolgen rühmen muss. Sondern mich selbst mehr achten und wertschätzen. Eben weil doch ein toller Mensch bin.

Gut war auch, dass ich mir über meine Bedürfnisse nach Nähe klar geworden bin und dass dieses Gespräch zwar den vermeintlichen Streit auflöst, aber nicht das grundsätzliche Problem. Es gab einen Grund für mein Verhalten am Donnerstag. Ich war auf ihn fokussiert und ich war verbissen. Diese ganze Verbissenheit ist echt Gift für mich. Und irgendwann werde ich das Nähe-Thema mal ansprechen müssen und kommunizieren, dass ich während ich meine Tage habe ein erhöhtes Bedürfnis nach Streicheleinheiten habe.

Aber in der Zwischenzeit kann ja mal versuchen ein bisschen mehr im Hier und Jetzt leben. Die Zeit genießen, wie sie gerade ist. Und vor allem, mir weniger Sorgen zu machen und mich auf mich besinnen.

Klar hat es etwas verrücktes sich so über Nichts aufzuregen. Aber auf der anderen Seite hat es doch meine Sichtweisen etwas ver-rückt.

10.03.2010 um 09:21 Uhr

Ich werde alt und einsam sterben

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Legolas

Stimmung: Resignation

Erst war ich nur stinkig auf Legolas und auf den Rest der Männerwelt. Aber dann traf mich die Resignation. Ich habe gestern den ganzen Tag heulend im Bett verbracht und mir jede Menge Dharma und Greg Folgen reingezogen. An sich würde ich das heute auch gern machen, aber ich hab dafür keine Zeit. Ich hab auch noch ein Leben um das ich mich kümmern muss.

Inzwischen bin ich verzweifelt. Ich werde wohl alt und einsam sterben. Ich hänge in diesem Kreislauf drin und es gibt kein Entkommen. Hauptsächlich weil ich nicht weiß an welcher Stelle der Ausgang wäre. Es war in der letzten Zeit immer so:

Ich hatte Dates und fing an denjenigen toll zu finden. Das ist ja auch legitim - spricht ja nichts gegen. Dann fange ich aber an, eben weil ich ihn toll finde, Gefühle zuzulassen und rauszulassen. Das mache ich seit meiner Therapie. Finde ich auch nach wie vor gut, weil ich keine Lust habe wieder zu einem emotionalen Kühlschrank zu werden. Außerdem ist ja auch wirklich viel davon da. Aber damit können die Männer, die ich treffe, nicht umgehen und kommen dann mit diesem „ich will keine Beziehung eingehen"-Kram an.

Natürlich könnte ich das auch einfach akzeptieren und gehen, aber nein, es stachelt mich immer noch extra an. Denn jetzt will ich es wirklich wissen. Gut, hier wäre ein Ausgang, aber der Jagdinstinkt ist Bestandteil meines Charakters. Und weil ich es dann extra will, springe ich mit einer Zielsicherheit, die ihres gleichen sucht, in das nächste Fettnäpfchen. Nicht nur ein bisschen. Nein. Komplett mit Haut und Haaren und zerstöre damit das letzte Fünkchen Hoffnung, dass ich doch noch mit jemanden glücklich werden könnte.

Ich bin am Boden zerstört. Weniger wegen der Person als solches, sondern weil ich mich wieder einmal auf dieses Spiel eingelassen habe. Dass ich nichts daraus gelernt habe. Und weil ich mir wieder einmal selbst dolle leid tue und weil mich wieder einmal die Erkenntnis trifft, dass es da draußen niemanden gibt, mit dem ich glücklich werden könnte.

Ich bin ne zeitlang komplett Anti-Männer und lasse gar keinen an mich ran, aber dann habe ich es wieder vergessen und das Spiel geht von vorne los. Am Ende ruiniert mir mein Bedürfnis nach Nähe meine Chance auf Beziehung. Ich kann es auch nicht abstellen, weil für mich eben schon etwas dazu gehört, diese Nähe auch zuzulassen. Das kann ich nicht bei jedem. Susi und Strolch hätten ganz gern, dass ich da mehr Nähe zulasse, aber da kann ich nicht. Und bisher hab ich noch niemanden gefunden, der damit umgehen kann.

Und selbst wenn ich die Hürde Kennenlern- und Zusammenkommphase endlich mal überstehen sollte, hätte ich immer noch keine Ahnung, wie man wirklich eine Beziehung führt. Also hab ich mir mit Sicherheit einen Mann ausgesucht, der nicht zu mir passt und mit dem ich nicht glücklich werde. Einfach nur, weil ich das Muster durchbrechen wollte. Weil es mir schon fast egal ist, wer es ist, wenn ich doch endlich mal diese Hürde überspringen könnte. Es ist zum verrückt werden.

Natürlich könnte ich mir auch im Vorfeld Männer aussuchen, die eher auf Beziehungen aus sind, aber die finde ich meist langweilig und sie gehen mir sehr schnell auf den Keks. Die tun das, was ich sonst bei den Männern tue und welch ein Wunder, es nervt mich.

Dabei heißt es noch nicht mal, dass ich keine Freiheit mehr will oder keine dem anderen gewähren kann. Freiraum ist für mich extrem wichtig. Genauso wie Vertrauen. Ich will eigentlich nicht kletten, brauch ich auch nicht, wenn ich mich wohl fühle. Das beste ist, ich bin nie eifersüchtig. Wenn man mir sagen kann, was einen nervt und wann man Raum braucht, kann ich das auch gut akzeptieren. Es ist auch leicht mich wieder loszuwerden. Man muss es nur sagen, vielleicht noch einen Grund anfügen und ne halbe Stunde heulendes Elend ertragen. Dann geh ich und heule allein weiter.

Ich will einfach nur Nähe spüren und geben. Ich will jemanden anrufen können, wenn mir danach ist und ihm sagen, dass ich ihn lieb habe und vermisse. Ich will jemanden anrufen können und sagen, dass ich jemanden brauche, der mich in den Arm nimmt. Ich will für jemanden da sein, wenn er jemanden braucht und mich kümmern wenn er krank ist. Ich will kleine Nettigkeiten auf den Frühstückstisch legen und nach außen zeigen dass man zusammengehört. Ich will eine Begleitung für Urlaubsreisen und Familienfeiern und jemanden mit dem man mal was unternehmen kann aber auch genauso still nebeneinander auf dem Sofa sitzen kann. Jemand der meine vielen verrückten Ideen mitmacht, mit dem es nicht langweilig wird, bei dem ich mich wohl- und gut aufgehoben fühle und auf den man sich verlassen kann. Das muss nicht mal einen bestimmten Rhythmus haben. Einfach so, wie es einem passt.

Ich wünschte, Legolas hätte nicht gesagt, dass er Nähe generell nicht will, sondern gesagt, was ihn an meinem Verhalten nervt und dass er mich sonst nett findet. Dann hätte ich es einfach abstellen können und hätte nicht meinen verhassten Jetzt-erst-recht-Charakterzug rausgepackt.

Aber selbst wenn Legolas wieder ankommen wird, es kann nicht funktionieren. Ich brauche Nähe und er ist nicht bereit sie zuzulassen. Und vielleicht wäre es besser, wenn ich es akzeptieren würde. Wenn ich akzeptieren würde, dass es keine Chance gibt das Muster zu verlassen und jemanden zu finden mit dem ich glücklich sein werde und dass es auch Legolas nicht sein wird.

Meine Freunde werden heiraten und Kinder haben und ich werde nicht mal ne Begleitung für die Hochzeit haben. Und keiner von ihnen wird es verstehen, weil ich in ihren Augen eigentlich ein wirklich toller Mensch bin, der glücklichsein tatsächlich verdient hat. Ja, ich bin toll. Aber eben die typische alte Jungfer - nur dass ich selbstverständlich trotzdem Sex haben werde.

09.03.2010 um 10:29 Uhr

Ich bin wieder da...

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Leogolas

Stimmung: irgendwie sauer

So, die Messe ist vorbei. Natürlich fiel denen auf der Arbeit am Donnerstag vor der Messe noch ein, dass sie gern noch einen Faltflyer hätten. Am Donnerstag. Einen Faltflyer! Die sind aufwendig. Da muss man sich ein Konzept machen und vernünftig umsetzen. Schließlich soll es nicht hingehuscht aussehen. Das geht nicht so schnell. Naja.. das Kozept hatte ich schon in der Schublade liegen, aber ich hatte mir eine grafisch leicht aufwendige Geschichte überlegt, die ich komplett unterschätzt hatte. Also ich hab das gesamte Wochenende daran gearbeitet, genauso wie an einer Blickfänger Power Point. Der Flyer ging dann Montag in Druck und Mittwoch hatten wir ihn dann auf der Messe.  Eine Glanzleistung. Fanden alle.

Ansonsten war die Messe unglaublich anstrengend. Schlagfertigkeit wird nach einigen Tagen eben immer schwieriger. Dann muss man mit den anderen Jungs noch was trinken gehen und dabei ne einigermaßen gute Figur abgegeben. Wie immer eben. Aber ich glaube wir sind mit dem Ergebnis zufrieden. Mit dem geschäftlichen Teil nicht mit dem sozialen (wobei mit dem auch, aber der steht ja nicht im Fokus). Sonntag hab ich dann den ganzen Tag verschlafen und gestern ging es schon wieder mit Arbeiten los. Es bleibt halt immer ne Menge liegen, wenn man ne gute Woche einfach mal nicht anwesend ist.

Hier ist leider auch ne Menge liegen geblieben. Ich habe keine Blogs gelesen und auch selbst nicht geschrieben. Tut mir leid. Besonders wegen meiner Kolumne, die sicher schon einige vermisst haben.

Das Frühstück mit Legolas am Montag fiel aus. Dafür haben wir uns am Donnerstag abend getroffen. Ich glaube, ich weiß langsam was er mit „zu dicht" meint. Ich hatte Stress und meine Tage und aus dem Grund ein erhöhtes Bedürfnis nach Nähe, dem er nicht nachgekommen ist. Entweder hat er es nicht gemerkt oder er wollte nicht. Ich vermute eher mal letzteres. Es war klar, dass den Abend nichts mit uns passiert, weil ich ja so unendlich früh aufstehen muss. Der Zug ging jeden morgen um 7h. Aber dass er ohne Abschiedskuss geht, hätte ich nicht erwartet.

Diesmal tickte es aber bei mir aus. Ich brach in dem Moment in dem er ging in Tränen aus. Und ich dachte, dass ich den ganzen nächsten Tag schlechte Laune haben würde und tat etwas ziemlich dummes. Ich rief ihn noch mal an, ob ich noch einen Abschiedskuss bekommen würde. Aber er meinte, er wäre schon an der Ecke und kam nicht zurück. Ich fand das unmöglich und tat das nächste unglaublich dumme. Ich schrieb noch ne sms hinterher, dass ich es mir diesmal wirklich gewünscht hätte.

Am nächsten Tag, hatte mich die Vernunft wieder und ich erkannte, wie blöd das gewesen war. Wie konnte ich bloß so etwas tun? Also versuchte ich ihn anzurufen und erreichte ihn nicht. Hat der Typ keine Mailbox? Scheinbar nicht. Also noch eine verdammte sms mit einer Entschuldigung. Es kam keine Reaktion. Sonntag (zwei Tage später) fand ich, dass wir wirklich noch mal drüber reden könnten als er meinen Telefonanruf weggedrückt hat. Tja.. jetzt ist wohl der Status gerade, dass er nicht mit mir redet.

Diesmal weiß ich ja woran es gelegen hat. Wie kann man nur so bescheuert sein? Wenn es anders rum wäre, würde es mich auch zu Tode nerven. Dann würde ich auch keinen Kontakt mehr wollen. Zumindest vorerst. Ich glaube (oder hoffe) ja immer noch, dass ihm irgendwann einfällt, dass wir beide wirklich auf einer Wellenlänge sind und dass er das nicht komplett wegwerfen will.

Aber es ist doch zum Haare raufen. Diese Geschichten bekommen langsam ein Muster. Wir tauschen Telefonnr., wir gehen 1-2 Mal essen, lernen uns näher kennen, alles ist gut und dann irgendwann legt sich bei mir ein Schalter um und ich will den anderen besser kennenlernen. Ich fange an ihn auf Beziehungstauglichkeit abzuklopfen. Und in dem Moment muss irgendwas passieren. Ich werde wohl von frech und unabhängig zu lieb und anhänglich. Dabei will ich das gar nicht. Ich will nicht anhänglich sein. Das geht auch wieder weg, wenn ich mir der Situation sicher genug bin. Das ist nur eine Phase. Ich will nur mal antesten, was passiert, wenn ich Nähe zulasse. Früher hab ich das nie gemacht und hatte dann Beziehungen in denen Nähe gar nicht vernünftig ging.

Aber meistens hat der Mann dann schon ne Bremse gezogen und irgendwas von er wolle sich nicht Binden gefaselt. Was mich natürlich noch unsicherer macht und - anhänglicher. Aber was soll ich denn machen? Ich kann doch nicht einfach meine Gefühle in eine Kiste sperren und sie nie wieder rauslassen. Ich kann mich in dieser Phase auch nicht verstellen, weil mich das noch unsicherer macht. Das bin ich eben auch.

Ich will überhaupt keine Beziehung, wo der eine am anderen klebt. Wo keiner mehr Freiheiten hat. Wo keiner sagen kann, was ihm wichtig ist. Aber ich verhalte mich in einer bestimmten Phase schlichtweg so. Ich habe so ein Bedürfnis nach Nähe und Zuneigung, außerdem will ich auch endlich wieder jemanden Liebe schenken, dass es den anderen förmlich überrennt.

Aber ernsthaft mal. Dieses dämliche Gequatsche von Männern (hier lesende mal ausgenommen), dass sie keine Verantwortung übernehmen wollen, dass sie ihre Freiheiten behalten wollen und dass sie sich nicht fest binden wollen, ist doch echt zum kotzen.

Wann übernehmen Männer denn Verantwortung für ihr Tun? Sie kriegen es noch nicht mal hin, Verantwortung für ihren eigenen Samen zu übernehmen. Verhütung? Frauensache. Sich um Kinder kümmern? Frauensache. Wie viele Kinder wachsen ohne vernünftige Vaterfigur auf, weil Männer sich nicht um ihr eigenes Fleisch und Blut kümmern können? Sie können sich ja nicht mal vernünftig um sich selbst kümmern. Was passiert, wenn ein Mann einen harmlosen Schnupfen hat? Er leidet, als wäre es der Weltuntergang. Sie übernehmen doch ohnehin keine Verantwortung und wir Frauen haben gelernt damit zu leben. Also warum sich da so gegen sträuben?

Aber nein, sie kommen mit so einem dämlichen Spruch an und damit ist für sie alles geregelt. Wieso, ich hab doch gesagt, dass ich mich nicht binden will, jetzt sieh zu, wie du mit deinen Gefühlen klar kommst. Oder, ich hab doch gesagt ich will keine Kinder, also kümmere dich um eine Abtreibung. Ja... aber wenn sie wirklich mal Verantwortung für ihr Tun übernehmen würden, würden sie nach diesem dämlichen Spruch auch konsequenter Weise gehen. Oder sie würden sich auch mal um Verhütung kümmern. Aber nein. Sie geben die Verantwortung einfach so ab und beschweren sich, dass die Konsequenzen nicht das sind, was sie erwartet haben.

Hier ist die Neuigkeit: Man hat immer Verantwortung. Und wenn man sich mit jemanden trifft und sich eine wie auch immer auch immer geartete Beziehung entwickelt, kann man sich nicht mit einen Spruch, man wolle nichts Festes aus der Affaire ziehen. DAS GEHT NICHT. Man kann Gefühle nicht mit einem „ich hab es dir doch vorher gesagt" abwenden. Sie entwickeln sich trotzdem.

Ich finde ein solches Verhalten auch noch unglaublich feige. Weil sie sich nicht trauen zu sagen, dass es zu schnell geht, oder das man nicht der richtige Partner ist. FEIGE!!! Das ist Rosinenpicker Mentalität. Sie versuchen sich so das beste rauszusuchen und ohne den Rest leben zu können. Aber im Leben gibt es nicht nur Sonne.

In Zukunft werde ich den Spieß umdrehen. Ich frage die Männern in Zukunft nachdem sie ihren Namen genannt haben, ob sie grundsätzlich bereit wären sich zu binden und wenn nicht, will ich sie auch gar nicht mehr kennenlernen. Ich bin es leid! Dann nagele ich sie hinterher darauf fest. Wieso, du hast doch gesagt, dass du dich binden willst, dann kannst du jetzt nicht mehr mit dem Freiheit- und Verantungsmüll kommen.

Ehrlich gesagt hätte ich es von Legolas am wenigstens erwartet. Jemandem der so ungern in Schubladen reinpassen will, hätte ich dieses klischeehafte Verhalten echt nicht zugetraut. Und hoffentlich meldet er sich nicht heute, weil ich heute stinksauer auf ihn und alle Männer, die diesen Spruch schon mal gebracht haben, bin. Das muss sich jetzt erstmal wieder beruhigen.

25.02.2010 um 13:46 Uhr

Überumpelt und irgendwie ratlos

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Legolas, AWL, Haartyp, Gitarrist

Stimmung: Keine Ahnung

So, heute die Fortsetzung des Eintrags gestern.
 
Legolas kam also Dienstag Abend nach der Arbeit vorbei. Es war ein wenig merkwürdig, weil wir uns schon fast zwei Wochen nicht gesehen haben und weil ihm irgendwie die innere Wärme ein wenig fehlte, die ich so an ihm mag. Nein, es wäre alles in Ordnung, antworte er auf mein Fragen hin. Wir gingen in ein Restaurant. Es war inzwischen 22h als wir dort ankamen und wir hatten uns immer noch nicht vernünftig eingegroovt. Fand ich. Ich war ein wenig maulig und ausnahmsweise mal nicht gesprächig, aber er brachte mich trotzdem dazu über meinen Job und meinen Unmut zu reden. Da war mir das erste Mal schon nach heulen. Dem widerstand ich allerdings und ließ mich lieber von ihm in den Arm nehmen. Was wirklich schön war. Er meinte dazu nur, dass es mir gar nicht wirklich schlecht ginge, dass haufenweise arbeitslose Grafiker gerne meinen Job hätten, dass ich doch mein Auskommen habe, dass ich froh sein sollte, weil ich für den job auf der Messe auch tatsächlich bezahlt würde, etc. pp.

Und dann rückte er damit raus. Um kurz nach zwölf. Der Laden war kurz vorm zumachen. Ich war kurz vorm gehen. Er meinte plötzlich, dass er (und ich versuche den OT zu treffen) nicht der Typ für enge Geschichten wäre und dass er es mir zu Anfang gern sagen möchte. Das hätte nichts mit mir zu tun, aber er habe festgestellt, dass sich Menschen in Beziehungen merkwürdig verhalten und er wolle das nicht.

Das brauchte ne Weile, bis die Message einsank: Er hatte mir gerade gesagt, dass er sich eine Beziehung mit mir nicht vorstellen könnte, weil sich ALLE in Beziehungen merkwürdig verhalten. Ok, verstanden hab ich es trotzdem nicht, müsse ich auch nicht, meinte er. Ich schaffte es gerade noch die Tränen wieder wegzublinzeln. Das jetzt nicht auch noch. Nicht ER auch noch. Was hab ich bloß an mir, dass ich nur Männer treffe, die sich nicht binden wollen. Das hätte ich ihm nie zugetraut. Immer wieder fiel mir ein, dass es mit AWL ja auch so gewesen wäre und dem Haartypen und dem Gitarristen und noch mit haufenweise anderen Männern, die ich hier nicht erwähnt habe. Es wurde immer schwerer die Tränen wegzublinzeln. Weil ich anfing mir selbst leid zu tun. NEIN... es läge nicht an mir. Das tut es nie! Wann hat diese verdammte Serie endlich ein Ende?

Ich wollte gehen. Und zwar sofort. Ich war pissig und sauer und fertig mit den Nerven. Und jede Sekunde in diesem Restaurant kämpfte ich mehr mit den Tränen.

Auf dem Weg zurück dachte ich nach. Das wollte ich nicht schon wieder akzeptieren. Mich nicht schon wieder rumschubsen lassen. Ich wollte einmal für mich einstehen. Egal zu welchem Preis. Also meinte ich zu ihm, dass ich das nicht kann. Ich kann und will nicht seine Spielgefährtin sein. Ich kann einfach nicht kategorisch ausschließen, dass aus uns beiden mehr wird. Weil ich ihn stumpf mag. Wenn er das nicht akzeptieren kann, müssen wir es eben lassen. Aber DAS wollte er definitiv nicht.

Wir kamen bei mir an und setzen uns aufs Sofa. Er wollte nch mal drüber reden. Ich war pissig und wollte eigentlich nicht, setzte mich aber trotzdem und ließ ihn reden. Er erzählte, dass er einfach nicht zusichern könne, dass wir uns regelmäßig zweimal die Woche sehen. Er hat dazu sein eigenes Leben nicht mal richtig im Griff. Außerdem wolle er nicht, dass es alles zu einer Selbstverständlichkeit mit Erwartungshaltung wird. Er hätte das selbst schon oft erlebt, bei sich und bei anderen. Und das wolle er nicht. Besonders, und jetzt kommt es, weil doch zwischen uns die Chemie schon ziemlich stimmt, aber er nicht weiß, ob das in einer Beziehung funktioniert. Wenn die ganze Sache einfach nur locker ist, hat man das Problem nicht, da kann man leichter sagen, dass es nicht passt und dass man es beenden sollte. Er spricht es nur an, weil sich die Qualität der sms in der letzten Zeit etwas verändert hätte und er will einfach nicht dass es zu eng wird. Außerdem gehört er nicht zu den Leuten, die offene Beziehungen führen.

Ich verstehe heute auch nur noch die Hälfte. Auch mit viel nachfragen ist da irgendwie nicht mehr rausgekommen. Ich habe verstanden, dass er noch Freiraum braucht und sich nicht einengen lassen will. Er will nicht, dass der Kontakt zu einer Routine wird, besonders, weil er mich nett findet und dass er gerade mal Verantwortung für sich übernehmen kann.

Ich meinte noch mal, dass ich das auf Dauer nicht kann. Außerdem fragte ich ihn, ob ich jemals etwas von ihm erwartet hätte (er meinte nein). Dann erzählte ich ihm von meinem letzten halben Jahr, dass mir die Sexperimente von damals total auf den Keks gingen, von AWL und wie das gelaufen war und dass ich es erst ne Woche bevor wir uns gesprochen haben, abgeschlossen hatte. (Inzwischen war nichts mehr mit Tränen aufhalten.) Ich erzählte dass AWL nicht der erste war, dass ich mittlerweile seit 4 Jahren Single bin und auch nicht mehr glaube Beziehungsfähig zu sein. Ich beschrieb meine Panik (dass jemand einfach so verschwindet) und meine Ungeduld (dass es nicht zu einem Ergebnis führen könnte) die mich im Moment in meinem Tun beeinflussen und dass ich das eigentlich gar nicht will. An diesem Punkt heulte ich wie ein Schlosshund. Sehr unsexy. Wirklich sehr unsexy. (er hörte trotzdem tapfer weiter zu)

Ich erzählte ihm, dass ich merke, dass wir noch lange nicht an dem Beziehung-Ja/Nein-Punkt angekommen sind, dass ich gerne der Sache ihren Raum gegeben würde, aber es mir aufgrund der letzten Erlebnisse unglaublich schwer fällt. Dass ich kein Interesse daran habe ihn einzuengen, weil mir das selbst auf den Keks geht. Und ja, neulich hätte ich ihn wirklich vermisst und ich hatte es fair gefunden, ihm das mitzuteilen. Ich sagte ihm, dass ich ihn sehr gern mag, dass ich gerne im Schlafzimmer mit ihm spiele und ihn entdecke, dass ich finde, dass wir einen tollen Draht zueinander habe, dass ich ihn interessant finde, eben weil er nicht in eine Schublade passt und dass ich beim besten Willen nicht weiß, ob aus uns beiden eine Beziehung wird, weil ich ihn auch nicht kenne, aber dass ich es nicht kategorisch ausschließen will. Und vor allem, dass ich bestimmt nicht der Typ für ne offene Beziehung bin und dass ich jetzt auch schon keine anderen Kerle an mich ran gelassen habe, seit ich ihn kenne. Dass ich es schon nett fände, mal die Öffentlichkeit eines Clubs zu nutzen, aber dann nur wir beide. Mittlerweile heulte ich nicht mehr.

Er meinte, es wäre gut, dass ich ihm das mal erzählt hätte und murmelte dann irgendwas vor sich hin, das klang wie „...Beziehung... mhh...nicht sicher!...aha... erstmal näher kennenlernen...ok." Dann tat er etwas, was ich nicht erwartet hätte: er nahm er mich in den Arm. Das war schön, wenn auch seltsam. Seltsam, weil es merkwürdig ist, dass er mich tröstet, wo er mir gerade das Herz gebrochen hatte. Wir saßen also ne halbe Ewigkeit Arm in Arm da. Einfach so. Und ich heulte noch ein bisschen - auch einfach so.

Dann strich er mir ne Träne von der Wage und kraulte mich zärtlich am Hals. Ein sehr inniger Moment. Ich dachte nur, wenn du mich jetzt küsst, kann ich nie wieder zurück und er tat es nicht. Stattdessen massierte er mir den Rücken. Irgendwann regte ich mich ab und wir gingen ins Schlafzimmer - ein bisschen spielen :)

Danach kuschelte ich mich an ihn und schlief schnell ein. Zwischendurch stand er noch mal auf und rannte in der Wohnung rum. Ich dachte, wenn du jetzt gehst, geh für immer. Es war mir egal. Ich wollte ihn nicht aufhalten. Aber er machte bloß überall das Licht aus, dass wir vergessen hatten und kroch dann wieder zurück.

Morgens wachte ich in seinen Armen auf. Es war voll schön. Wir schmusten noch ein wenig ausgiebig miteinander, ich machte uns ne Tasse Kaffee und es war wie immer. Schön, angenehm, warmherzig und gemütlich. Außerdem bekam ich der Welt besten, herzlichen, innigen Abschiedskuss. So richtig. Mit den Kopf in beiden Händen festhalten und so. Naja, eigentlich war es nicht wirklich Abschied, sondern eher sowas, wie ein kleines Präsent. So ein denk-an-den-Kuss-wenn-du-schlechte-Laune-bekommst-Ding. 

Ich versteh es nicht wirklich. Alles nicht. Sein Problem nicht, seine Handlungen nicht und wie das jetzt weiter geht auch nicht. Und ich bin merkwürdigerweise neutral. Wenn er gehen will, soll er eben gehen. Und wenn er bleiben will, soll er eben bleiben. Trotzdem ist irgendwie ein Stück weit Sicherheit zurückgeblieben. Er wollte nicht gehen. Den Abend nicht und die Nacht auch nicht. Er wird sich auch nicht ohne Kommentar vom Acker machen. Er geht Konfrontation nicht aus dem Weg. Außerdem findet er auch, dass die Chemie stimmt. Und er hat es nicht komplett weggeschmissen.

Und doch bin ich ratlos. Wie geht es weiter? Was ist denn das jetzt für eine bescheuerte Situation? Was stelle ich mit ihm weiter an? Naja.. vielleicht denke ich mal darüber nach, was ich überhaupt in einer Beziehung brauche. Wenn man das bekommt, wäre es doch dann egal, wie man es nennt. 

17.02.2010 um 17:15 Uhr

Der Tag danach...

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Nitida, Legolas

Stimmung: sonnig - mit Hoch Legolas

Also ich glaube ich bin es langsam leid, dauernd Einträge mit immer dem gleichen Inhalt zu schreiben. Den einen Tag bin ich glücklich, weil Legolas so toll ist und weil wir Zeit miteinander verbracht haben -> es folgt ein Eintrag mit dem totalen Glück! Den nächsten Tag werde ich nervös, weil er sich nicht zu den Zeiten meldet, zu denen ich es mir wünschen würde -> es folgt der totale Panik Eintrag.

Dabei sollte ich doch jetzt mittlerweile mal gecheckt haben, dass es überhaupt keinen Sinn macht, Panik zu bekommen. Er ist einfach toll. Er lässt sich auch nicht von irgendwelchen Kleinigkeiten abbringen, sondern kommt immer wieder an. Er interessiert sich für mich - PUNKT! Ende. Ich könnte es vielleicht einfach mal akzeptieren! Keine Diskussionen mehr über Panik, über Fehlinterpretationen und keine Selbstzweifel mehr. Das geht mir ja selbst total auf den Keks. (Also lieb von Euch, dass ihr alle noch da geblieben seid)

Legolas und ich haben gestern telefoniert. Und wie sollte es anders sein: es ist alles im grünen Bereich. Naja.. nicht ganz, er kränkelt ein wenig. Aber keine dunklen Wolken, keine negative Energie und keine düstere Stimmung überschattete das Telefonat. Meine Antennen (und die sind bestimmt überqualifiziert für den Job des Haar-in-der-Suppe-findens,) haben rein gar nichts Unstimmiges feststellen können.

Außerdem habe ich mich gestern Abend noch spontan bei Nitida ausgeheult. Sie ist als Freundin einfach großartig. Ständig bringt sie mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Hier ein kleiner Abriss:

Ich habe doch eine unglaubliche Panik, dass es das letzte Treffen sein könnte. Dass er sich einfach ohne Kommentar verzieht. Das liegt jetzt nicht an ihm persönlich, sondern an den Idioten, die ich in der letzten Zeit kennengelernt hatte. (Gebranntes Kind...) Nitida meinte dazu, dass sie auch immer gedacht hat, dass diese Angst weg ist, sobald man eine Beziehung hat, dass man dann plötzlich ein Gefühl von Sicherheit hat, dass es für immer hält. Aber sie meint, dies Gefühl geht nicht so einfach weg. Es verlagert sich ein wenig, aber es bleibt irgendwie da. Selbst wenn es wirklich der 100% richtige Partner ist, die Sicherheit, dass es ewig hält hat man nie. Stimmt. Das sah ich ein.

Dann geht es mir nicht schnell genug. Sie meinte dazu, dass niemand so schnell wäre, wie ich. Wenn es wirklich so schnell gehen würde (mal angenommen, es ist jemand für den ich mich auch interessiere, sonst geht er mir eh einfach nur auf den Keks), wie ich es mir wünschen würde, würden wir vermutlich beim zweiten Mal im Bett landen und es dann nach 2 weiteren Treffen als Beziehung definieren. Aber dann würde ich ihn ja noch gar nicht kennen. Das heißt also, dass ich ihn erst in der Beziehung kennenlernen würde und dann die Chance, dass es langfristig funktioniert viel geringer ist, als wenn man sich im Vorfeld ausgiebig beschnuppert hat. Außerdem kommt man irgendwann an einen Punkt des aneinander Gewöhnens und man kommt viel schwieriger aus der Situation heraus.

Sie meinte, dass es bei ihr ja auch alles nicht so schnell gegangen wäre und dass sie diese Zeit auch gebraucht hat, um festzustellen, dass sie sich wirklich mit ihrem Partner eine Beziehung führen möchte. Dass sie wirklich die Eigenheiten akzeptieren könnte. Sie meinte auch, dass sie viel Kraft aus der Zeit geschöpft hat, die sie jetzt bei Diskussionen mit ihm auch manchmal braucht.

Außerdem muss man sich gar nicht so viele Gedanken machen. Wenn es sein soll passiert es ohnehin und wenn nicht, stellen es meist auch beide fest. Diese Anfangszeit kommt in dieser Form nie wieder. Besonders, wenn es vielleicht wirklich für die Ewigkeit wäre. Dann wäre es das letzte Mal wo man diese Schmetterlinge hat, dieses Fiebern... Da wäre es doch schade, wenn man diese Zeit nicht ausgiebig genießt.

Nebenbei hält sie Legolas für jemanden, für den es sich lohnt mal etwas Geduld aufzubringen. Er hätte ja so viele Sachen nicht tun müssen, die er aber trotzdem getan hat. Er müsste nicht mit mir essen gehen. Er müsste mit mir nicht in der Öffentlichkeit Händchenhalten rumlaufen. Er wäre sogar bereit meine Freunde kennen zu lernen und ist auch noch interessiert an meinem Umfeld. Sex könnte er auch einfacher haben, besonders in der Swingerszene, wo es quasi Gang und Gebe ist. Wenn man überlegt, dass ich ihn beim SM-Paar kennengelernt habe und dass wir danach in einem SM-Club die halbe Nacht verbracht haben und er an dem Abend und danach jede Chance gehabt hätte, mit mir zu schlafen, es aber nicht gemacht hat, muss man zu dem Schluss kommen, dass es ihm doch um mich geht und nicht um den Sex. Das rechnen Nitida und ich ihm beide hoch an.

Legolas und ich testen aus, ob es funktionieren KÖNNTE. Ob wir auf einer Wellenlänge WÄREN - was in diesem Bereich, in dem wir uns bewegen schon extrem wichtig ist. Dom ist nicht gleich Dom und Maso ist nicht gleich Maso. Da gibt es sooo viele Abstufungen und so viele Weichen bei denen es maßgeblich nicht passen kann. Da ist auch der Weg zu komischen Fetischen nicht weit. Es klappt auch nicht, wenn einer nicht checkt, wo die Schmerz/Schamgrenze verläuft. Wenn das Vertrauen nicht stimmt. Wenn für den einen geschlagen werden unglaublich wichtig ist, aber der andere nicht schlagen kann. Wenn die sadistische Seite des einen wesentlich größer ist als die masochistische Seite des anderen und umgekehrt. Da können haufenweise Probleme draus entstehen. Wenn man einen solchen Punkt gefunden hat, kann man sich den Rest im Grunde sparen - dann kann eine Beziehung nie funktionieren. (Ich lehne mich mal ein kleines bisschen aus dem Fenster und sag, dass es bei uns im Bett mit allen Spielereien und Spielarten, die dazu gehören, ziemlich gut passt.)

Mittlerweile bin ich sogar froh, dass wir noch nicht miteinander geschlafen haben. Eigentlich habe ich mir das immer gewünscht. Jemanden, dem es wirklich nicht um Sex geht. Und was könnte da ein besserer Beweis sein, als einfach mal keinen haben. Eigentlich finde ich, könnten wir jetzt auch auf den passenden Moment warten. Wie der sein muss? Keine Ahnung, aber ich glaube wir wissen es dann.

Ganz klar ist jedenfalls, dass die meisten Dinge, die ich in der letzten Zeit gebloggt habe, eigentlich meine Probleme sind. Dinge an denen ICH arbeiten muss. Die Sache mit der Geduld zum Beispiel. Ich könnte mich natürlich auch hinstellen und ihn anmeckern, dass er sich nicht häufiger meldet. Aber das würde ihn nur unter Druck setzen. Und es wäre auch nur die halbe Wahrheit. Außerdem vertrau ich ihm soweit, dass ich mich von ihm festbinden lasse und keine Angst habe, dass er mich misshandelt oder so. Warum kann ich dann nicht darauf vertrauen, dass alles in Ordnung ist? Dass es seinen Weg gehen wird?

Ich fand es jedenfalls schön, dass Nitida sich so viel Zeit für mich genommen hat und dass sie mich nicht für die ganze Panikmache verurteilt. Vielleicht sinkt die Message langsam mal ein und ich muss Euch nicht immer wieder mit dem emotionalem Hin und Her langweilen.

16.02.2010 um 17:55 Uhr

Verdammter V-Day

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Legolas, derAlteMann, Nitida, Stern89

Stimmung: jetzt geht es langsam wieder.

Heute ist schon wieder irgendwie so ein Tag, an dem ich mich liebend gern im Bett verkriechen würde und dabei scheint da draußen so wunderschön die Sonne.

Ich fühle mich einsam. Eigentlich schon seit diesem blöden Valentinstag. Ich hatte nämlich keinen Anruf am Tag der Liebenden. Das ist schon ziemlich hart. Eigentlich wollte ich der Sache keine große Bedeutung zusprechen. Ist halt ein Tag, wie jeder andere auch. So wie Muttertag. Ich hab meine Mutter ja auch nicht nur an diesem einen Tag gern.

Aber so war es Sonntag nicht. Ich saß einsam zu hause und ich hatte niemanden, der sich für mich interessiert hat. Ich muss gestehen, dass ich es mir schon ein kleines bisschen gewünscht hätte, dass Legolas sich meldet. Nein, ehrlich... damit gerechnet hatte ich nicht. Ich glaube, er gehört nicht zu den Männern, die solche Tage registrieren, oder solche Tage brauchen, um nett zu jemanden zu sein. Eigentlich sind wir auch nicht auf dem Level, dass man speziell an so einem Tag anruft und was Nettes sagt. Das wusste ich alles. Rational.

Trotzdem muss ich gestehen, dass ich ein kleines bisschen traurig deswegen bin. Ich hätte es eben soo nett gefunden. Und seit dem bemitleide ich mich seitdem ein kleines bisschen selbst. Einfach, weil ich an solchen Tagen einsam bin. Weil ich eben keinen habe, dem man ein Schokoladenherz auf den Frühstückstisch legt oder der einem ein Blümchen mitbringt.

Da hilft es auch gerade wenig, dass meine Freunde an mich gedacht haben. Ich fand es ja soo süß, dass Nitida angerufen hat und gefragt hat, wie es mir geht. Und Stern89 auch. Ich fand es auch schön, dass der Alte Mann Zeit für mich hatte. Aber DIE sind gerade alle irgendwie glücklich. Stern89 war das Wochenende bei seiner neuen Freundin, Nidita und ihr Freund schmieden gemeinsame Zukunftspläne und der Alte Mann ist gerade soo unverschämt glücklich verliebt, dass man zwischen schmunzeln und Augenrollen hin und her gerissen ist.

Und ich freue mich auch so für alle. Ich finde es schön, dass sie alle so glücklich sind. Aber ich wäre auch gern glücklich.

Noch viel schlimmer ist, dass ich es sein sollte. Ich sollte durch die Gegend springen und mich freuen, dass sich jemand tolles, wie Legolas sich wirklich für mich interessiert. Gestern kamen ganz süß einfach ein paar liebe Worte per sms. Und wir haben neulich Händchen gehalten. Und es geht vorwärts

Aber da ist dann eben der Knackpunkt. Ich bin es nicht. Ich bin nicht glücklich verliebt. Ich habe Angst, dass ich mir das nur einbilde. Dass ich es mir schön rede. Dass mir schon wieder jemand das Herz bricht. Also fange ich an, verzweifelt nach dem Haar in der Suppe zu suchen. Die Anzeichen schon im Vorfeld zu erkennen.

Er benimmt sich schließlich auch nicht, wie jemand der bis über beide Ohren verliebt ist. Der Gott weiß was anstellen würde, um mit mir zusammen zu sein. Er mag mich, keine Frage. Er sucht genauso den Kontakt. Er verbringt auch gern seine Zeit mit mir. Er denkt hin und wieder an mich und es geht ihm nicht nur um Sex. Aber sonst..?

Damit sind wir schon wieder bei dem Thema Erwartungshaltung. Ist es zu viel, nervt es mich, ist es zu wenig, werde ich huschig. Werde ich irgendwann man jemanden treffen, der sich genau in meinem Maß bewegt? Vermutlich nein. Und Legolas liegt nur ein kleines bisschen drüber. Quasi noch im Toleranzbereich. Außerdem bin ich auch noch nicht wirklich verliebt. Dazu kenn ich ihn eigentlich zu wenig.

Vielleicht ist es auch so schwierig, weil ich seine Gedanken nicht lesen kann. Anders als so viele Leute, die ich getroffen habe, ist er kein offenes Buch. Es fällt mir schwer ihn einzuschätzen. Seine Handlungen, Blicke, Gesten... zu deuten. Ich kann seinen Charakter noch nicht wirklich greifen. Ich kann nicht mal beschreiben, was mich so reizt, was mich an ihm so fasziniert.

Es ist wie ein Vorhang, der sich einfach nicht öffnen will. So als könnte ich nicht dahinter blicken. Oder wie Nebel der ihn umgibt, den ich nicht durchdringen kann. Er ist dabei auch nicht abweisend. Im Gegenteil, er lädt mich förmlich ein, es zu erkunden und zu erforschen. Wenn ich Fragen stelle bekomme ich Antworten. Jedes Mal, wenn wir uns treffen, gewährt er mir immer ein kleines Stückchen mehr Einblick. So wie ein Buch, bei dem man erst mit dem Umblättern der Seite erfährt, wie es weitergeht, bei dem man eben nicht nach 2 Seiten weiß, wie es ausgeht.

Wenn ich ein Buch habe, das mich fasziniert, versuche ich viel drin zu lesen. Jede freie Minute am liebsten. Ich nehme mir Zeit es zu studieren. Zusammenhänge zu erkennen. Ich freue mich, auf die nächste Seite, auf die nächste Enthüllung. Wenn die Charaktere gut beschrieben sind, fange ich an, eine gewisse Sympathie für sie zu entwickeln. Mit ihnen mitzufiebern. Ich fange sogar an sie zu vermissen, wenn das Buch zu Ende ist, oder ich längere Zeit keine Gelegenheit hatte weiter zu lesen. Es würde mir aber niemals einfallen vorzublättern und das Ende vorweg zu nehmen.

Der Vergleich ist wirklich gut. Legolas ist irgendwie wie ein faszinierendes Buch, dass sich mir erst so nach und nach erschließt. Allerdings kann ich nicht so oft drin lesen, wie ich gern würde, weil er dazu einfach nicht oft genug verfügbar ist. Eigentlich macht es das auch wieder sehr spannend. Es ist eben nicht vorhersagbar. Und das ist eigentlich sehr schön.

Ich muss echt mal meine Ungeduld in den Griff kriegen und anfangen im hier und jetzt zu leben.

13.02.2010 um 20:11 Uhr

Eine kleine Wolke am 7. Himmel

Stimmung: Hoch Legolas wirkt weiter

Der Abend am Donnerstag mit Legolas war wirklich schön. Er kam um kurz vor sieben vorbei. Man ist das blöd, dass ich so dicht an seiner Arbeit dran wohne. Ich war noch nie bei ihm. Wenn er das jetzt lesen würde, würde er sich über das „nie" in dem Satz aufregen. Ich würde sagen, 100% der Treffen fanden bei mir statt oder endeten vor seiner Haustür. Also „nie". Er würde dagegen halten, dass wir uns überhaupt erst fünf mal gesehen haben und dann „nie" viel zu übertrieben wäre (weil die Gesamtanzahl zu gering ist). Er regt sich ohnehin „immer" über generalisierende Äußerungen auf, wie „immer", „alle" oder „nie" aber auch so Äußerungen wie „früher", wenn man vor zehn Jahren meint oder „gleich" wenn man 20 min meint. Das ist irgendwie ein kleines bisschen süß.

Ich war gerade dabei den Saum einer Hose auszubessern, als er kam. Ich drückte ihm das Gutscheinheft in die Hand und meinte, er solle sich ein Restaurant aussuchen. Jedenfalls war das der Plan. Aber er entdeckte die Fachliteratur über Bondage und SM, die ich gekauft habe und er fing darin an zu blättern. Die Situation war total cool. Er hätte sich auch neben mich aufs Sofa setzen können, aber nein er setzte sich auf ein Kissen zu meinen Füßen, lehnte sich gegen meine Beine und blätterte in den Büchern rum. Irgendwie war das sehr gemütlich. Er am lesen, ich am nähen... Ich sag doch immer, dass ich ihn gut um mich herum ertragen kann.

Seine Haare waren irgendwie vertüddelt. Obwohl ich selbst nie lange Haare hatte, faszinieren sie mich ungemein. Eigentlich will ich immer gern anderer Leute Haare kämmen und flechten und so. Leider lassen einen langhaarige Freundinnen nicht gern an die Haare ran. Die einen sind zu pingelig und die anderen können andere Leute an den Haaren überhaupt nicht ertragen. Es hat mich auch einiges an Überzeugung gebraucht, bis er mir endlich seine Bürste in die Hand gedrückt hat (!). Anfangs moserte er auch die ganze Zeit rum. Nicht ziepen, nicht die Haare kaputt machen, ich mache das falsch.... Aber dann... Man, sind die schön. Weich, schwer, lang. Außerdem hat es etwas äußerst entspannendes jemanden die Haare zu bürsten. Auch er entspannte sich irgendwann und ich durfte ihm sogar einen Zopf flechten. Nein keinen Französischen Zopf. Ich wollte ja nicht, dass er schwul aussieht. Meine Frisörin flachste heute schon rum, falls wir jemals heiraten, bekommt ER die Hochsteckfrisur. Aber ich mag es auch gern, wenn er die Haare offen trägt.

Nebenbei tranken wir beide ein Glas Highland Park (mit besten Dank an den Alten Mann - er war wirklich lecker). Irgendwann war er mit durchblättern der Bücher fertig und wandte sich tatsächlich dem Gutscheinheft zu. Die Entscheidungsfindung ging erstaunlich unkompliziert. Das nervt mich ja immer, wenn man es irgendwie nicht schafft sich zu einigen. („Was willst du denn?" „Mir egal, was willst du denn?" usw.) Wir einigten uns auf ein Lokal das mir beim Durchblättern schon aufgefallen war. Aber irgendwie war es so gemütlich, dass ich auch gern zu hause geblieben wäre - hätte mein Magen nicht so geknurrt. Also gingen wir um 21h los.

Das Restaurant ist wirklich super, aber ich könnte dort niemals mit meiner Mutter hingehen. Es gab keinen vernünftigen Fußboden, sondern nur Sand; keine Stühle, sondern nur Kissen am Boden; kein Besteck, sondern nur die Finger und kein Steak oder deutsche Küche, sondern nur afrikanisches, nepalesisches oder philippinisches Essen. Alles Gründe für meine Mutter es zu hassen. Aber ich fand es toll. Das Lokal selbst war von innen komplett mit weißen Tüchern ausgehängt, so dass es aussah wie ein Beduinisches Zelt. Es lief entspannende Musik, dass Essen war wirklich lecker, wenn auch durch die Gewürze eher ungewohnt und die Atmosphäre war toll. Mir machte das Essen mit den Fingern nichts aus. Im Gegenteil... es ist sogar irgendwie lustig, so unrsprünglich. Außerdem konnte man sich gegenseitig ein wenig füttern. Also ein perfektes Lokal um sich näher zu kommen.

Auf dem Weg zurück trug er mir meine Handtasche (!!) und wir hielten Händchen (!!!). Also das war klar irgendwie süß aber schon ein wenig schwul... Die Sache mit dem Zopf und die Handtasche dabei... Ich musste deswegen laufend kichern. Aber es war so schön, so gemeinsam, wie ein Paar, durch die Gegend zu laufen.

Er hatte ein bisschen Rückenschmerzen, also bot ich ihm noch an, den Rücken zu massieren. Und dann wurde es gemütlich. Ich fange wirklich an, meine dominante Seite zu entdecken. Ich bin erstaunlicherweise eher dominant als sadistisch. Also ließ ich ihn etwas später zu meinen Füßen knien und eben diese mit Öl einreiben und massieren. Und dann machte er auf meinen Wunsch hin das gleiche mit meinen Beinen. Echt jetzt... wie cool war das denn? Nen Mann, der einen verwöhnt, weil man als Frau das will? Der Gipfel war, dass er es auch toll fand... die Befehle, die Drohungen mit der Gerte, die entsprechenden Gesten. So kann ich mir das wohl auch gefallen lassen. *kicher*

Tja.. dann traute ich mich, ihm zu sagen, was ich gern mag und wie er meine Punkte besser trifft. Meist waren es nur kleine Verbesserungen. Nichts schlimmes. Ich halte ihn auch nicht für einen schlechten Liebhaber, oder so. Im Gegenteil. Aber anscheinend hab ich da wirklich nen Nerv bei ihm getroffen und gekränktes Ego war die Konsequenz. Das war ein wenig blöd, weil es so die Stimmung ein wenig kaputt gemacht hat.

Ich weiß, wie kann ich bloß? Ich weiß, Männer finden es mit der Zeit alles auch selbst raus, besonders, wenn sie sich für einen interessieren, aber ich sehe überhaupt nicht ein, warum ich wochenlang warten sollte. Strolch hat sich auch beschwert, dass ihm keine Tipps gegeben habe. Jetzt mach ich das und es ist auch nicht richtig. Mein Gott, jede Frau ist da eben anders. Ist doch bei Männern auch so. Der eine mag es hart, der andere zart, der eine schnell, der andere langsam. Wenn man nicht fragt erfährt man es nie. Dann ist es auch nur Trial und Error - und das dauert eben seine Zeit. Das kann man sich doch sparen. Wir sind doch alt genug...! MAN! *gnaaa* *mit den Augen roll*

Beim Essen ist ihm schon aufgefallen, dass er sich ein wenig mit den Tagen vertan hatte und dass er dummerweise am nächsten Tag doch arbeiten musste. Also ging er mitten in der Nacht schweren Herzens.

Am nächsten Morgen war ich wegen der Reaktion immer noch angenervt. Allerdings hoffte ich, dass es auch am wenigen Schlaf lag. Nicht dass das Treffen mit ihm plötzlich einen schalen Beigeschmack bekommt. Der Geschichtenerzähler war total süß. Er meinte, Legolas kriegt sich schon wieder ein. Männer wären nun mal so, wenn man sie ein wenig kritisiert. Das wirkt bis zum nächsten Mal nach und dann ist das alles auch wieder total toll. Außerdem hätten wir uns darauf geeinigt, dass er zu den „guten" Jungs gehöre, im Gegensatz zu AWL. Stimmt. Zu denen gehört er. Ich sag nur: HÄNDCHEN HALTEN!!!

Das ist echt schräg. Bei einigen Punkten sind wir echt schnell und bei anderen überhaupt nicht. Wir reden viel, aber ich habe nicht das Gefühl ihn zu kennen, was ihn auf der anderen Seite aber auch wirklich interessant macht. Wir landen jedes Mal im Schlafzimmer, er hat auch schon bei mir geschlafen, wir knutschen ständig aber Händchen haben wir den Tag zum ersten Mal gehalten. Wir telefonieren noch nicht vorm Einschlafen, treffen uns einmal in der Woche meistens an einem WOCHENTAG, hatten immer noch keinen Sex (*!!!!) und einen Begrüßungskuss bekomme ich auch noch nicht. Und wenn ich ganz viel Glück habe, ruft er mich morgen an. Wobei ich nicht glaube, dass das Wort Valentinstag fallen wird. Er braucht für manche Dinge eben eine Weile und ich will ihn da nicht unter Druck setzen. Ich merke ja, dass er sich mir annähert, dass er sich öffnet, dass er sich für mich interessiert. Er ist da ein wenig langsamer als ich. Aber wen wundert das... ich bin ohnehin ein Düsenjet im Vergleich zu anderen (der Alte Mann würde bei dieser Aussage wieder schmunzeln - Geschwindigkeit ist zwischen uns beiden auch immer ein Thema). Aber für den Moment, hat Legolas alle Zeit der Welt. Es passiert ja was. Man kann die Fortschritte ja sehen und fühlen.

Heute, nachdem ich vernünftig drüber geschlafen habe, hat sich die Wolke auch wieder verzogen und es ist wieder alles in bester Ordnung. Zumindestens auf meinem Teil des 7. Himmels. Aber es lohnt nicht, sich Gedanken darüber zu machen, ob für ihn die Wolke weiter anhält, weil solche Gedanken scheibar völlig unnötig sind. 

 

 

(*Was wir immer im Schlafzimmer machen, wenn wir keinen Sex haben? Uns gegenseitig dominieren, ans Bett binden, mit der Gerte versohlen und uns gegenseitig befriedigen. Und es macht sehr viel Spaß - auch ohne Sex. Irgendwann will ich schon gern mit ihm richtig schlafen, aber irgendwie war dafür noch nicht der richtige Moment.)

11.02.2010 um 18:13 Uhr

Die Wogen geglättet

von: VomFeuerkind   Kategorie: Männergeschichten   Stichwörter: Legolas, BioPapa

Stimmung: wechselhaft

So... heute mal ganz schnell (so wie ich mich kenne, wird das wieder mal nichts - aber versuchen kann man es ja)!

Nun endlich die Info für alle, die nicht die Kommentare zu dem letzten Beitrag gelesen haben: Legolas ist lebt und er redet weiter mit mir. „Warum sollte ich nicht?" War seine Gegenfrage zu diesem Thema. Ja... das wusste ich dann spontan auch nicht mehr. Tütülü.. Über was ich mir immer so Gedanken machen kann...

Also... er saß gestern Vormittag in der Bahn und schrieb ne sms an mich und stellte dann beim Abschicken fest, dass er kein Guthaben mehr auf der Karte hatte. *kopfschüttel* Ich hab auch Prepaid, aber ich hab ne automatische Aufladung aktiviert (weil ich ein ähnliches Problem mal im Ausland hatte). Dafür lässt er seine Katze nicht verhungern, während ich regelmäßig Zimmerpflanzen töte. Jeder das macht halt das, was er/sie gut kann.

Geplant hatte er tatsächlich, mich abends anzurufen. Aber ich konnte nicht warten und hab um 22h altmodischer Weise zum Telefon gegriffen. Gerade, als er zur Tür reinkam. Noch 15min mehr verdammte Geduld und er hätte sich bei mir gemeldet. Ich hasse es... Ich will auch geduldig sein. Aber bitte sofort.

Nein. Es gibt kein Problem. Nein, ich habe ihm nicht mit irgendeinem Satz verbal auf die Füße getreten. Ja, er will sich weiter mit mir treffen. Ja, auch zu „normalen" Dingen und das gleich heute abend. Essen ist angesagt. Ich habe ja zum Geburtstag ein sehr nützliches Gutscheinheft bekommen und ich muss langsam mal anfangen diese Gutscheine (u.a. für sehr viele Restaurants) auch zu verbrauchen. Sonst ist das Jahr um und noch viel Gutscheinheft übrig. Und jetzt freu ich mich. Sehr sogar. Fast so dolle, dass ich darüber den Stress mit meinem Bio-Papa vergessen habe.

Meine Mutter hatte gestern abend meinen Bio-Papa zufällig getroffen und ihm zugeraunt, dass er mich wohl ziemlich mit der Silvesteraktion (guckst Du hier) verärgert hätte. Daraufhin ist er wohl ausgerastet und hat meine Mutter fertig gemacht. Das das nach 28 Jahren, die sie nicht mehr zusammen sind immer noch geht... unfassbar. Jedenfalls weckte mich heute morgen um acht ne sms von ihr. Wenn sie schon so ankommt... dann ist es wirklich ernst. Sie war jedenfalls total fertig.

Ich rief ihn also an, was ihm denn einfiele meine Mutter so fertig zu machen. Hätte er nicht. Ach nicht, warum ruft sie dann heulend bei mir an? Und dann ging es los. Er war sauer auf mich, weil ich letztes Jahr nie angerufen habe und ich weil er sich nicht für mich interessiert. Und so ging das hin und her. Irgendwann fing ich aus strategischen Gesichtspunkten an zu heulen und ihm zu erzählen, wie doof ich das finde, dass er meine Cousine immer so vorgezogen hat und dass ich da nicht willkommen bin und dass er mir mit meiner Selbstständigkeit nicht den Rücken stärkt. Nein das könne er nicht, weil er glaubt ich werfe damit meine Zukunft weg und so... Außerdem findet er nicht gut, wie sich unser Verhältnis entwickelt hat. Ich meinte daraufhin welches Verhältnis denn, wir hätten noch nie eins. Ein Wort gab jedenfalls das andere und ich kramte sogar Geschichten von ganz früher raus, die mich immer noch verletzten.

Das Ende vom Lied war, dass wir in Zukunft überhaupt wieder miteinander reden wollen, dass wir in Zukunft Dinge, die uns stören ansprechen, dass ich immer willkommen bin und selbstverständlich auch zur Silberhochzeit eingeladen wäre. Mal sehen wie das so weiter geht. Und dann sagte er noch etwas, was er noch nie gesagt hatte: „Ich hab dich lieb!" Also dann hat das Aufregen wirklich mal geholfen.

Man gut, dass ich für abends tolle Pläne habe, da verflog die schlechte Laune viel schneller.