Das Leben der jungen J

05.11.2013 um 08:46 Uhr

Warum ist es immer so heftig?

Stimmung: gefestigt

Die letzten Kommentare auf meinen letzten Beitrag haben mich nachdenklich gemacht. Warum streiten wir uns und bin ich zu nachsichtig mit ihm?

Warum wir uns immer verrennen weiß ich nicht. Liegt vielleicht auch daran, dass wir unterschiedliche Typen sind. Ich kämpfe offen, bis der Kampf entweder gewonnen oder verloren ist. Mein Gehirn funktioniert auch verdammt schnell. Ich kann blitzschnell umschalten und ich den Kampfmodus gehen. Ich verstehe eine Situation sehr schnell. Und genauso wie ich dann aufgeheizt und explodiert bin, genauso schnell komme ich auch wieder runter. Wie ein Gewitter. Es ist da, es tobt und dann legt sich der Sturm wieder. Danach ist bei mir ist alles vergessen.

Er ist halt jemand, der dem Kampf aus dem Weg geht und sich in seiner Höhle verkriecht, um sich erstmal eine Meinung zu bilden. Er macht das, weil er die Situation eben nicht so schnell erfassen kann. Weil er immer ein wenig braucht, bis er merkt, dass ihn irgendetwas so richtig getroffen hat. Weil er nicht unbedacht irgendetwas sagen will, dass er hinterher bereut. Und wenn er seine Meinung gebildet hat, kommt er raus und kann wir reden darüber.

Aber so ist er eben und ich kann ihn nicht ändern. Es ist auch nicht direkt meine bevorzugte Wahl einen Konflikt zu lösen - wie gesagt, ich bin das Gewitter. Andererseits zwingt er mich aber auch erstmal nachzudenken. Gut... ich brauche da bei weitem nicht so lange für. Und ja... das bringt mich immer an die Grenzen meiner Geduld, abzuwarten, bis er fertig ist. Aber wenn ich die Wahl habe, zwischen jemanden, der von Spirale zu Spirale hüpft und nicht nachdenkt, ist mir langsames denken immer noch lieber. Wenigstens tut er es. Und auch langsames Nachdenken bringt uns näher zusammen. Zwar nicht sofort, aber hinterher. Weil wir dann darüber reden und uns gegenseitig immer besser kennenlernen. Aber auch jeder für sich lernt sich besser kennen. Weil wir ganz offen über Ängste und Wünsche reden können. Auch über die Dinge, die uns voneinander trennen. Das schafft eine wirklich tiefe Verbindung.

Er kennt das nicht. Im Grunde habe ich ihm beigebracht die Dinge auch mal zu hinterfragen. Bevor wir zusammen gekommen sind, hatte er im Grunde keine nennenswerten sozialen Kontakte - jedenfalls nichts mit Tiefgang. Er hatte sogar eine ziemlich negative Grundeinstellung, weil er immer böses von anderen vermutet hat. Es war auch wirklich schlimm ihn irgendwo mithin zu nehmen, weil er geredet hat, ohne wahrzunehmen, dass der andere ihm nicht zuhört und und und... Das hat sich alles in den letzten Jahren geändert. Er kann mittlerweile zuhören, er bekommt mit, dass ihm keiner die Aufmerksamkeit schenkt, er schafft es seine Gedanken zu ordnen und zusammenzufassen, ohne abzuschweifen, er ist interessant etc. Das ist allen meinen Freunden aufgefallen, die ihn anfangs schwierig fanden, jetzt aber wirklich mögen. Das hat sogar sein Arbeitgeber gemerkt, weil er plötzlich auf eine ganz andere Art Kritik üben kann.

Es ist nicht so, dass ich ihn verändern wollte. Ich habe ihm nur einen Spiegel vorgehalten und ihn solange gefragt, bis er einen Sachverhalt so klar ausgedrückt hat, dass ich ihn verstanden habe. Diese ganz Sache, darauf zu achten, was er fühlt und es auch auszudrücken, ist im Grunde genommen neu für ihn. Damals als ich Therapie gemacht habe, habe ich das erste Mal, als meine Therapeutin gefragt hat, wie ich mich fühle überhaupt nichts sagen können. Es war nichts da. Das brauchte auch bei mir Zeit, bis ich ein Gefühl überhaupt als solches wahrnehmen konnte. Ich sage nicht, dass ich eine Therapeutin bin, aber der Effekt ist ähnlich. Vielleicht wird er es irgendwann schneller schaffen, sich eine Meinung zu bilden.

Aber nicht nur er hat sich verändert. Ich musste auch ständig meine Herangehensweise überdenken. Meine Reaktionen. Er hält mir da genauso einen Spiegel vor. Ständig müssen wir gucken, ob das mein Problem ist, was ich bearbeiten muss, oder seins, was er überdenken muss. Und so entwickeln wir uns beide weiter. Und ich glaube, unterm Strich ist es genau dass, was ich gerne von einer Beziehung hätte: jemanden, mit dem ich wachsen kann.

Es geht nicht darum, dass ich die ganze Schuld habe. Ich habe etwas unbedachtes gesagt und er hat überreagiert. Diese beiden Dinge sind Fakt. Aber sie sind auch nicht mehr. Und er wollte eigentlich nichts weiter, als in Ruhe nachdenken und sich eine Meinung bilden. Das ist legitim. Er darf das. Es steckt kein versteckter Versuch dahinter, mich zu verletzen oder der verzweifelte Versucht, einen Grund zu finden, die Beziehung zu beenden. Er wollte nur nachdenken. In Ruhe. Wenn ich es wirklich nur als das gesehen hätte, wäre ich die Woche nicht durch die Hölle gegangen. Alles was ich ihm in Gedanken unterstellt habe, hatte den einzigen Zweck, einen Grund zu finden, wie ich ihm die Schuld für das Scheitern der Beziehung geben kann, sollte es dazu kommen. Und das ist definitiv nicht richtig. Wir hätten beide einen gleichen Anteil gehabt. Aber es tut weniger weh, zu verlassen, weil der andere ein Idiot ist, als verlassen zu werden, weil man sich nicht wieder zusammenfinden kann. Das hat sich alles in meinem Kopf abgespielt

Also, werden wir uns wieder streiten. Ja, das werden wir. Ich werde auch in Zukunft unbedachte Dinge sagen und ihn damit vielleicht verletzten. Ich will es nicht, aber ich werde es auch nicht immer verhindern können. Ich bin eben wie ich bin und das ist gut so. Wird er in Zukunft Zeit zum nachdenken brauchen? Ja, das wird er. Er ist eben auch so wie er ist und das ist auch gut so. Es wird noch viele Situationen geben, in denen wir uns streiten. Und sie werden immer heftig sein, weil wir uns nur über die großen Dinge streiten. Es wird viele Situationen geben, wo wir die Reaktion des anderen nicht verstehen. Wo wir verletzt sind. Es wird immer wieder darauf hinauslaufen, dass er nachdenken muss. Für sich allein. Vielleicht geht es eines Tages schneller und er braucht keine Woche mehr, aber er wird die Zeit brauchen.

Ich kann das gut finden oder nicht, aber ich werde das nicht ändern können. Was bleiben mir denn nun für Möglichkeiten? Entweder ich lehne das Verhalten grundlegend ab oder ich finde einen Weg mit damit klar zu kommen. Da ich den Pferdeflüsterer wirklich sehr schätze und gern eine Beziehung mit ihm führe und auch weil wir schon eine deutlich tiefere Ebene erreicht haben, werde ich wohl die zweite Variante wählen. Das ist meine Hausaufgabe: einen Weg finden, wie ich das Warten, bis er eine Meinung gebildet hat, wirklich nur als das wahrnehmen kann, was es ist - ohne durch die Hölle zu gehen.

04.11.2013 um 08:35 Uhr

Entwarnung

Stimmung: Gut

Also wir haben gestern telefoniert und um das Ende diesmal vorweg zu nehmen (denn einige hier erwarten das wohl mit Spannung), wir führen unsere Beziehung weiter. Ansonsten war das Gespräch war irgendwie ziemlich merkwürdig.

Ich konnte es am Samstag doch nicht lassen. Weil ich mittlerweile echt mit meiner Geduld zu kämpfen hatte und mich fragte, was eine Beziehung, in der man nicht redet, überhaupt wert ist und drauf und dran war hinzufahren und meine Sachen abzuholen, habe ich ihm eine sms geschrieben, dass es jetzt mal Zeit wäre miteinander zu reden, wenigstens für einen Zwischenstand. Also rief er Sonntag Nachmittag an. Glücklicherweise für unsere Beziehung erwischte er mich in einer guten Phase.("Du bist ganz schön mutig, dass du dich trotz Kontaktverbot bei mir meldest." "Du bist ganz schön mutig, mich solange warten zu lassen.""Es war nicht mal eine Woche." "Kam mir länger vor"...)

Es war schnell klar, dass wir die Beziehung weiter führen wollten und dann war das alles plötzlich nicht mehr so wirklich wichtig und wir schweifen in unsere normalen Themen ab. Als wäre nichts gewesen und kamen dann aber immer zwischendrin wieder auf das zurück, was jeder von uns noch ansprechen wollte.

Dass ich ihm misstraut habe hat ihn stark an das Verhalten von seiner Mutter erinnert. Schließlich hat sie ihn ständig belogen und hintergangen, war nach außen eine andere Person, als zu Hause, hat ihm Schuldgefühle eingeredet, Tatsachen zu ihrem Vorteil verdreht... und so weiter. Er hat immer gedacht, dass er jemand anderes wäre. Mein Misstrauen hat ihn auf eine Stufe mit ihr gestellt, deswegen hat es ihn auch so verletzt. Er wäre doch mir gegenüber noch nie boshaft gewesen, meinte er,  wieso käme ich denn auf die Idee, dass er wirklich gemeine Sachen tut. Das stimmt auch - keine Ahnung. Eigentlich ist er wirklich lieb. Ganz ehrlich, meinte er auch noch, zwei Frauen zu haben, wäre ihm wirklich zu anstrengend. Er hätte ja nicht mal immer genug Energie für eine. Außerdem hätte er es doch auch gar nicht nötig, es heimlich zu machen, er darf das ja alles offen tun. Ja er wäre unglücklich, aber das hätte nichts mit mir zu tun - normalerweise jedenfalls nicht - und die Andockstelle, für Gefühle für eine andere Frau, ist gerade ziemlich belegt. Und dann tat es mir wirklich leid, dass ich das von ihm gedacht habe.

Ich erzählte ihm, dass ich die letzte Woche ein wenig durch die emotionale Hölle gegangen bin und wirklich jede Emotion durchlaufen habe, die das Spektrum zur Verfügung hat. Ich erzählte ihm von Engelchen und Teufelchen und er musste schmunzeln, vor allem weil er mit Engelchen zwischendrin telefoniert hatte. (Mhm.. jaja... sie wäre die Schweiz. Schon klar. Und ich hatte mich schon gewundert, was diese Aussage sollte) Und dann erzählte ich ihm, was ich zwischendrin alles gedacht habe, was er denken könnte: dass er absichtlich einen Grund gesucht hätte (naja... dann wäre ja wohl eher fies und gemein gewesen, meinte er), dass er sich extra eine Frau sucht, weil ich es ihm ja schon unterstellt hätte (hätte er zwar überlegt, aber es nicht gemacht, weil es ja am Ende mehr kaputt gemacht hätte), dass er mich mit dieser Aktion extra verletzten will (so boshaft wäre er wirklich nicht, es käme zwar vor, aber absichtlich? Nö!) und dass er sich gar nicht meldet und ich mir dann nach einem Vierteljahr es selbst ausmalen könnte, dass wir nicht mehr zusammen sind.

Auch diese Aussagen wunderten ihn schon, weil er ja wirklich keine fiesen Hintergedanken hat. Mich im nachhinein auch, wieso ich ihm so viel Gemeinheiten zugetraut habe. Da muss ich dann wohl noch mal drüber nachdenken. Und vor allem muss ich dies vielleicht als Regel festklopfen. Wenn schon nicht klar ist, ob wir die Beziehung nach dem Streit weiterführen, dann kann ja zumindest klar sein, was wir in der Wartezeit nicht machen. Er findet ich kann schlecht verlieren und er hat recht. Schlimmer als die Beziehung zu beeinden, wäre es, wenn er es tun würde. Auch darüber muss ich nachdenken. Wir sind uns auch einig, dass diese Art, erstmal eine Pause zum Nachdenken zu machen, keine so schlechte Idee ist. Dann schmeißen wir uns keine Dinge an den Kopf, den wir hinterher bereuen, sondern überlegen erstmal. Lassen die Emotionen erstmal abklingen. Außerdem haben wir wohl unbewusst den Rhythmus beibehalten, den ich sonst immer mit meiner Mutter hatte. Das finden wir beide komisch.

Also kein wirklich schlechtes Ergebnis, auch wenn es irgendwie komisch war. Jetzt müssen wir beide noch ein wenig Wunden lecken, bevor wir wieder ganz zur Tagesform übergehen können.

02.11.2013 um 11:21 Uhr

Langsam wächst die Ungeduld

Stimmung: Sehnsuchtig

Es ist nun Tag sechs nach unserem Streit und außer der kurzen Nachricht am Dienstag habe ich noch nichts weiter vom Pferdeflüsterer gehört. Ich war auch verdammt artig und hab ihm in der ganzen Zeit nur zwei Mails geschrieben. Ich muss ehrlich zugeben, so langsam bröckelt meine Selbstbeherrschung und zerfällt zu Staub.

Ich checke quasi alle 10 min meine Emails (zu blöd, dass man das mittlerweile auch überall tun kann), gucke ständig aufs Telefon, ob er mir nicht ne sms geschickt hat oder versucht hat anzurufen und bin mega enttäuscht, wenn ich nach Hause komme und der AB blinkt nicht. Es fängt an mich wirklich wahnsinnig zu machen. Ich weiß ja auch, dass man das nicht macht. Man sitzt nicht neben dem Telefon und wartet aufs Klingeln. Man geht raus und ist schwer erreichbar. Aber das kann man verdammt noch mal nur sein, wenn der andere es auch versucht. Sonst ist das wirklich witzlos.

Es ist was völlig anderes wenn man sich bewusst entscheidet, sich mal ein Wochenende nicht zu sehen, ansonsten aber alles gut ist, als wenn man gezwungen wird keinen Kontakt zu halten. Ich vermisse ihn so unheimlich. Er fehlt mir. Ich träume schon von Sex mit ihm. Er ist wundervoll leidenschaftlich und kann nicht genug bekommen. Plötzlich wache ich dann erschrocken auf, weil es gar nicht er ist, sondern mein Arbeitskollege, mit dem ich mich genüsslich im Bett räkle.

Ich weiß immer noch nicht, wie ich reagieren würde, wenn er sich meldet. Hängt auch ein wenig von seiner Gestik, Mimik, Stimmlage und auch davon ab, wie er das Gespräch einleitet. Aber in meinem Kopf gibt es ein paar Lieblingsszenarien, die ich toll fände. Er steht unangekündigt vor der Tür, hat Blumen und Frühstück dabei guck zerknirscht und sagt dass er ein Idiot war und ob ich ihm verzeihen würde. Ich würde die Arme öffnen, ihn darin aufnehmen und trösten und dann würden wir übereinander herfallen. Anschließend hätten wir dann ein klärendes Gespräch und alles wäre wieder gut. Nicht ganz so toll, aber immer noch ok, wäre eine lange Mail in der er erklärt, wieso er so reagiert hat, dass er mich doch verstehen kann und mir verzeiht und mich um Verzeihung bittet, weil er so ein riesen Rindvieh war. Das wäre super, aber im Moment würde ich mich auch über so was lächerliches wie eine sms freuen, in der er mich um ein Gesprächstermin bittet.

Meine beiden Freundinnen hier, die ich einbezogen habe und mit denen ich nun irgendwie immer abwechseln rede, sind zu Engelchen und Teufelchen mutiert die auf meiner Schulter sitzen und mir Dinge einflüstern. Engelchen ergreift natürlich Partie für ihn. Sie versucht Erklärungen zu finden und betont ständig, dass er langsam ist und Zeit braucht und dass wir es bisher immer geschafft haben. Wir haben eine so tolle Beziehung in der wir über alles reden können. Schließlich würde er mich doch lieben, darauf sollte ich einfach vertrauen. Teufelchen fragt mich stattdessen, ob ich nicht langsam wütend genug bin und wie lange ich mir seinen Scheiß noch bieten lassen möchte. Schließlich würde er ja auch sonst nicht aus dem Quark kommen, mir kein Stück Sicherheit bieten und zu allem Überfluss auch noch den Platz für jemanden blockieren, der mit mir wirklich eine Zukunft verbringen möchte.

Auch wenn ich ihm gern alle Zeit der Welt geben würde, weiß ich auch, wenn man nicht miteinander redet, dass es irgendwann einen bestimmten Punkt gibt, an dem irgendwie nicht mehr zusammen findet, weil man sich zu weit von einander entfernt hat. Ich möchte nicht, dass das mit uns passiert.

Ich will einfach nur, dass er nach Hause kommt. Warum braucht er nur so lange?

30.10.2013 um 23:08 Uhr

Aus dem Strudel in die Mitte

Stimmung: gelassen, ruhig, ausgeglichen

Ich merke, dass bei mir Ruhe einkehrt. Dass sich sowohl Wut als auch Traurigkeit legt und meiner Mitte wieder Raum gibt.

Ich kann ihn nicht ändern. Ich kann versuchen ihn zu verstehen. Ich kann versuchen ihm ein Spiegel zu sein und ihm zurückzuwerfen, wie er bei mir ankommt und wie ich mich dabei fühle. Vielleicht ist das ein Implus für ihn sein Verhalten zu überdenken. Aber das einzige was ich wirklich ändern kann, ist meine Reaktion auf ihn. 

Gut, er spielt Spielchen, aber es zwingt mich keiner mitzuspielen. Vielleicht will er mich so verletzen, wie ich ihn verletzt habe. Aber ich muss mich deswegen ja nicht zwangsweise schlecht fühlen. Ich kann mich auch einfach mal in meiner Mitte aufhalten und abwarten. Ich kann das von mir abperlen lassen. Ich kann auch einfach mal aufhören mir Sorgen zu machen und die Angst ihn zu verlieren loslassen. Er hat jetzt den Ball und den darf er auch mal haben. Er kann sich auch mal dafür einsetzen, dass es in dieser Beziehung weiter geht. Warum sollte das immer meine Aufgabe sein? Warum trage nur ich dafür Verantwortung?

Ich kann mich nur um mich kümmern. Ich kann nur mit meinen Taten im Reinen sein. Vielleicht kann er mir auch keine Sicherheit geben, weil sie aus mir heraus kommen muss. Vielleicht kann ich sie nicht bei ihm finden, sondern muss sie in mir suchen. Ich wollte ihn nicht verletzen, vielleicht hätte ich mit meinem jetzigen Wissen vorsichtiger gehandelt, aber zu dem Zeitpunkt hätte ich auch nicht groß anders reagieren können. Ich kann mich dafür entschuldigen und ich kann es versuchen zu erklären, aber er muss jetzt einen Weg finden, mir zu verzeihen. Das liegt nun nicht mehr in meinem Verantwortungsbereich. 

Also verbringe ich lieber die Zeit damit, mir Gedanken zu machen, was ich denn mit der vielen freien Zeit anstellen könnte, die ich dann eventuell in Zukunft haben werde. Und da kommen mir viele Dinge in den Sinn: endlich die berufliche Situation bereinigen, wieder mehr malen, mit öfter mit Freunden treffen, mehr meditieren, wieder meine Mitte finden... Und dann wird mir klar, dass das Quatsch ist. Warum sollte ich das nur machen, wenn ich wieder Single bin. Ich kann das ja auch in einer Beziehung tun oder zumindest sollte mich die Beziehung nicht abhalten..

Es tut gut, die Verantwortung abzugeben. Loszulassen. Ich finde gerade wieder zu meinem Urvertrauen ins Universum zurück. Egal, wie der Weg nun weiter geht, es wird ein guter Weg sein. Und die ganze innere Unruhe weicht plötzlich der Gewissheit, dass es mir gut gehen wird. Vielleicht einer mit Art Spannung und Neugierde verbunden, was denn dieser Weg für tolle Dinge für mich bereit hält und ob der Pferdeflüsterer ein Teil davon sein wird. 

Im Grunde ist das die Schottlandeinstellung. So haben wir den tollsten Urlaub aller Zeiten verbracht. Ich habe Verantwortung übernommen, wenn ich wollte und habe sie ihm mindestens genauso oft einfach kampflos überlassen. Ich bin doch nicht weniger wert, nur weil ich mal eine Entscheidung nicht treffe. Oder weil es mal nicht nach meiner Vorstellung geht. Der Pferdeflüsterer darf doch auch mal eine Chance haben. Ich habe gesagt, was mir wichtig war und mich ansonsten zurückgelehnt. Dort war es auch leicht, weil es mir dort sowieso besonders gut ging. Dort konnte ich großzügig und gelassen sein. Dort konnte ich loslassen. Vielleicht ist es nicht so einfach mit dem ganzen Alltag und den Sorgen. Aber ich kann mich hier daran erinnern, so oft wie ich kann und versuchen die Schottlandeinstellung zu bewahren. Denn die hat uns beiden gut getan.

30.10.2013 um 10:14 Uhr

Gestern hat meine Welt aufgehört zu existieren

Stimmung: Mies. Gibt es dazu eine Steigerung?

„Dein Misstrauen hat mich sehr verletzt. Egal welche Veränderung du gemerkt zu haben glaubst, du hattest kein Recht mir gleich eine andere Frau zu unterstellen. Dass du das von mir gedacht hast, macht mich unglücklicher, als ich sowieso schon bin. Nein, ich kann nicht schreiben, was mir alles durch den Kopf geht. Ich muss nachdenken. Bitte ruf mich nicht an und besuch mich auch nicht. Wenn, dann melde ich mich."

Mit diesen Worten ist gestern eine Welt zusammengebrochen. Ich stehe nun an einem Abgrund und weiß nicht, ob ich springen soll. Große Lust hätte ich. Ich schwanke zwischen Wut und Verzweiflung. Zwischen Panik und Leere. Zwischen Kämpfen und Aufgeben. 

Es ist mal wieder so weit. Unsere Beziehung steht auf der Kippe. Wie immer, wenn wir uns wirklich streiten. Das tun wir selten, aber wenn, dann ist es wirklich heftig. Ich kann das nicht mehr. Ich kann nicht jedes Mal Angst haben, dass wir nicht wieder zueinander finden. In meiner Welt läuft das so nicht. Da sagt man sich Dinge, die sind vielleicht blöd und verletzend und vielleicht wirklich unter der Gürtellinie gehen, schreit, knallt Türen, aber dann denkt man drüber nach, redet drüber und dann verzeiht man sich. Meine Freundin hat das mal als Gewitter beschrieben, das heftig tobt und danach wieder die Sonne raus kommt. Während ich mir mit meiner Mutter bis heute teilweise so heftige Wortwechsel gebe, dass ein Außenstehende nicht verstehen kann wieso wir überhaupt noch miteinander reden, aber nach denen wir uns immer vertragen, hat seine Mutter völlig anders reagiert. Es gab nur ein halbherziges Machtwort, wenn er wirklich Mist gebaut hatte. Ansonsten hat man ihm die Liebe entzogen.

In seiner Welt streitet man offenbar nicht. Er kann nicht streiten. Er hat es nicht gelernt. Die Worte, die im Streit fallen erschüttern ihn zutiefst. Ich bin dann nicht absichtlich verletzend, aber ich spreche dann Dinge so klar und deutlich aus, was dann den gleichen Effekt hat. Er zweifelt dann meist schon deswegen an der Beziehung, weil das bei ihm so ankommt, als würden wir keinen Respekt mehr voreinander haben. Das weiß ich alles. Und deswegen versuche ich Dinge die mich stören, nicht so aus mir herausplatzen zu lassen. Sondern erstmal nachzudenken und dann einen geeigneten Weg zu wählen. Ich kann das nicht immer. Und manchmal bin ich impulsiv. Da haue ich einfach etwas raus. Ohne nachzudenken. 

Und verdammt, er hat mich das komplette Wochenende provoziert. Er ist jeder meiner Fragen ausgewichen. Er hat mir keinerlei Alternative geboten. Und hat es mit seinem neuen Lieblingsspruch gekrönt. Der mich dann nach dem xten mal so sauer gemacht hat, dass es aus mir herausgeplatzt ist. Und nein, ich habe nicht nachgedacht. Meist reagiere ich in so einer Situation nur. Meist bin ich dann selbst überrascht, was ich dann da gesagt habe. Und nein, ich will nicht mehr die ganze Zeit auf rohen Eiern tanzen. Ich kann Dinge nicht immer so verpacken, dass sie bei ihm richtig ankommen. Das ist eben mein Charakter. Er weiß das doch auch. Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich deswegen in Schwierigkeiten bin.

Weil ich mich dann selbst über mich erschrecke, versuche ich zu verstehen, was ich da gesagt habe und warum. Wieso ist es zu so einer heftigen Reaktion meinerseits gekommen? Dann gehe ich mich in, denke nach, schreibe einen Beitrag, telefoniere mit einer Freundin und habe dann irgendwann meine Reaktion verstanden. Das mache ich immer so und er hat es verdammt oft beobachtet. Es gab schließlich schon andere Dinge, die ich ihm in einer solchen Situation an den Kopf geknallt habe. Nicht immer Dinge, die ihn verletzt haben. Manchmal haben sie ihn sogar amüsiert. 

Aber diesmal scheint es, als hätte ich einen unverzeihlichen Fluch ausgesprochen. Wenn ich gewusst hätte, was das für Kreise zieht, hätte ich den Stein bestimmt nicht unbedacht ins Wasser gestoßen. Da ist er aber nun drin und die Wellen schlagen verdammt hoch. Und wie gesagt ich schwanke zwischen Wut und Verzweiflung. Wut, weil er mich wieder einmal ausschließt. Weil er wieder mal die Beziehung in Frage stellt. Weil er immer so tut als wäre alles gut und dann bricht es aus ihm heraus. Weil er unglücklich ist, aber nicht sagt, was ihm fehlt. Weil ich mit meiner Geduld am Ende bin und er mich soweit gebracht hat. Weil er sich offenbar ändern darf, aber ich nicht darauf reagieren? Verzweiflung, weil iich ihn wirklich sehr liebe. Weil ich nicht weiß, was bei ihm nicht stimmt. Weil er nicht drüber redet. Weil ich seine erste richtige Beziehung bin und er einfach nicht ausprobiert hat, was er nicht will. Weil ich Angst davor habe, dass ich ihm etwas nicht geben kann und dass dann plötzlich eine Frau aus einem Busch springt, die ihn in seinen Grundfesten erschüttert. Bei der er merkt, was er alles bei mir nicht hat. Weil ihn zu lieben und ihn glücklich machen zu wollen vielleicht nicht ausreicht. Weil er immer so bereitwillig alles aufgeben will, was wir haben. 

Dann steigt die Panik in mir hoch, dass er das alles auch endlich mal erkennen könnte. Dass er vielleicht wirklich versteht, was er braucht. Und das ich es nicht bin, die es hat. Und bei dem Gedanken dass er sich anders entscheiden könnte, bleibt bei mir nichts anderes zurück als Leere. Dann denke ich ans Aufgeben. Warum sollte ich mich noch weiter bemühen? Warum soll ich ihn nicht einfach ziehen lassen? Wenn er doch woanders glücklich wäre? Aber wenn er mir sagen könnte, was er braucht... Wenn er es doch nur selbst verstehen würde.... Wenn er es doch nur irgendwie einfordern könnte... Wir haben doch eigentlich eine gute Beziehung. Die schmeißt man doch nicht weg. Wir haben doch etwas was andere nicht haben, wir können reden. Wir finden Lösungen. Aber nicht, wenn er sich zurückzieht.

Und schon bin ich wieder bei Wut angelangt und der Kreis fängt von vorne an. 

Aber eigentlich kann ich sowieso nichts machen. Jeder ist seines Glückes Schmied. Dieser Satz ist nicht einfach nur ein Spruch. Er ist wahr. Und auch der Pferdeflüsterer ist für sein Glück allein verantwortlich. Ich kann das fnicht abnehmen. Er muss selbst die Dinge anpacken, die ihn glücklich machen. Und wenn es dir Art und Weise war, wie er am Wochenende aufgetreten ist? Warum nicht. Er war viel maskuliner, viel gefestigter. Und ich habe alles zerstört. Statt ihn darin zu bestärken. Aber aus meiner Perspektive konnte ich auch nicht anders. Aber dass er es mir nicht verzeihen kann, hätte ich nicht gedacht.

Jetzt kann ich nur darauf hoffen, dass bei ihm die Gefühle stark genug sind. Dass das Nachdenken endlich mal zu einem Ergebnis führt. Dass ich ihm im Laufe unserer Beziehung genügend Fragen an die Hand gegeben habe, mit der er zum Kern vordringen kann. Vielleicht kommt er dann endlich mal an und sagt was er will und was er braucht. Nur wenn ich weiß, was er braucht, kann ich gucken, ob ich ihm das geben kann oder nicht. 

Und wenn nicht... Tja... dann habe ich wohl endlich Zeit für meine Weiterbildung.

Leider kann ich mich nicht auf mein Bauchgefühl verlassen. Ich war gestern nachdem ich eine wirklich schöne Mail verfasst habe in Hochstimmung. Ich dachte, das kommt wieder alles in Ordnung. Ich war fest davon überzeugt, dass das alles in Ordnung kommt. Schließlich hatten wir schon schlimmere Dinge gemeistert. Und dann kam seine Antwort. Und jetzt traue ich mich nicht mehr, auf mein Bauchgefühl zu hören.

28.10.2013 um 15:20 Uhr

Wie zerstört man eine gutlaufende Beziehung?

Stimmung: ein einziges Chaos

Seitdem der Pferdeflüsterer und ich zusammen sind, haben wir fast jedes Wochenende miteinander verbracht. Klar, unter der Woche sind wir eben auch getrennt, jeder in seiner Wohnung (manchmal sehr zu meinem Leidwesen). Aber vorletztes Wochenende wollte ich mal nur für mich haben. Es ist eben doch etwas anderes, wenn man morgens aufstehen kann, wann man will, sich nicht leise verhalten muss, sich einen Kaffee machen kann und dann wieder ins Bett krabbeln kann…

Eigentlich wollte ich das Wochenende nutzen, um mal Papierkram zu machen, der schon seit Wochen liegen geblieben ist – eben weil ich ihn dann nicht machen will, wenn wir unsere kostbare Zeit miteinander verbringen. Doch dann wurde ich weggetragen von der Freiheit und genoss meine Zeit in vollen Zügen und tat – richtig – nichts. Jedenfalls nichts produktives. Naja… fast nichts. Ich traf mich am Samstag mit dem Pferdeflüsterer zum Golfspielen und dann ging jeder wieder in sein eigenes zu Hause.

Dennoch stiegen Zweifel in mir hoch. Was sagt es denn über mich aus, wenn ich die Freizeit so sehr schätzte? Was sagt es über unsere Beziehung aus? Ich hing irgendwie zwischen den Stühlen: Dem Wunsch nach freier Zeit und der Sehnsucht nach dem Pferdeflüsterer, die sich bei mir schon am Donnerstag vor dem Wochenende einstellte. Das Wissen ihn nicht richtig zu sehen, nahm mir fast den Atem.

Uns beiden war schnell klar, dass es uns mit dem freien Wochenende ähnlich ging. Wir beide genossen die freie Zeit in vollen Zügen. Scherzhaft meinte ich, dass wir dann vielleicht doch nicht zusammenziehen können, weil wir beide unsere Zeit allein so gern haben. (Nein, hier habe ich unsere Beziehung noch nicht zerstört.) Er antwortete daraufhin, dass wir dann wohl doch ein Wohnmobil kaufen müssen, damit immer mal wieder einer von uns sich vom anderen absetzen kann. Die Idee fand ich wirklich klasse. Wenn wir Bock auf das Alleinsein haben, schnappt sich einer von uns das Wohnauto und fährt damit an einen See oder so und ist allein.

Gut, wir überstanden das Wochenende und auch die darauffolgende Woche – trotzt Sehnsucht – aber als der Pferdeflüsterer dann am Freitag zu mir kam, konnten wir es fast nicht abwarten und liebten uns fast wie ein frisch verliebtes Pärchen. Und am Samstag gleich noch mal. Der Pferdeflüsterer wirkte wie ausgewechselt. Wer sind Sie und was haben Sie mit meinem Freund gemacht? Denn anders als sonst, hatte er offenbar diesmal keine Probleme seinen Kopf auszuschalten. Es war so anders, dass ich das merkwürdig fand und mich ernsthaft fragte, was mit meinem Freund los war. Seine Antwort darauf war: „Darf ich das nicht?“ Keine Erklärung, nur eine Gegenfrage. Natürlich darf er. Was auch immer.

Trotzdem bliebt dieser Satz sein Standardsatz für dieses Wochenende. Dieser Satz fiel so häufig, dass ich mich wieder fragte, was da mit meinem Freund los war. Schließlich gab es diesen Satz vorher nicht in seinem Wortschatz. Denn dieser Satz kam sogar bei total normalen Fragen. „Hast du genug Handtüchern, für die Sauna?“ „Nein, ich habe nur eins mit. Darf ich das nicht?“; „Soll ich dir noch etwas aus der Küche mitbringen?“ „Nein, ich esse das was mir auf dem Tisch steht. Darf ich das nicht?“; „Was hältst du denn davon, wenn wir Film xy gucken?“ „Ist mir egal, ich kann ja dann immer noch etwas mit dem Tablet machen oder darf ich das etwa nicht?“ Nein… verdammt, ich wollte keine Rechtfertigung, ich wollte eine Erklärung oder nur die Beantwortung meiner Frage und jedes Mal, wenn „Darf ich das nicht?“ kam war ich ein wenig genervter und wurde immer misstrauischer. Was sollte das?

Dann erzählte er, wie nebenbei, dass er die letzten Wochen viel mit seinem Auto durch die Gegend gefahren ist. Ja... klar, er hatte das Cabrio den gesamten Sommer nicht bewegt und jetzt war es wieder repariert und hatte TÜV und das Wetter war nicht so schlecht. Ich weiß, dass er gern fährt. Aber er ist nicht der Typ, der ohne Ziel durch die Gegend fährt. Wenig glaubwürdig, nachdem ich mich von „Darf ich das nicht?“ nicht habe abwimmeln lassen, erklärte er, dass er es so eingerichtet hat, dass er jeden Tag (JEDEN TAG, wo er sonst nur 2 mal die Woche geht?????) irgendetwas einkaufen musste und sich nicht direkt den Laden vor der Tür dafür ausgesucht hat. Was sollte das? Und warum hat er keine Landstraße finden können, die auch mal in meine Richtung führte? Warum war er für einen Besuch bei mir zu müde???? Mein Misstrauen wuchs. Leider.

Und als sich in der Sauna dann bei ihm etwas regte, was definitiv nichts mit mir zu tun hatte, erklärte er mir, dass er an jemanden gedacht hätte. An niemanden bestimmtes. An eine Mischung aus vielen Frauen. Gekrönt von „Darf ich das nicht?“ Da war dann leider bei mir das Maß voll. Was zum Teufel ist los? Erst das merkwürdige Verhalten im Bett, sein neuer Lieblingsspruch, der mir mittlerweile den letzten Nerv raubte, seine Feldzüge mit dem Auto??? Das waren ein paar neue Dinge zu viel. Und dann tat ich es. Ich machte einen großen Fehler und fragte ihn direkt ob er eine Affäre hätte.

Leider fing er dann nicht das Lachen an, wie sonst immer, wenn wir über dieses Thema redeten, weil es eigentlich nichts Abwegigeres gibt, als das einer von uns eine Affäre hat. Heimlich. Wo wir doch ein offenes Beziehungskonzept haben. Wenn er mit wem anders schlafen will, kann er das doch sagen. Wie gesagt er lachte nicht. Nicht mal ein bisschen. Ich auch nicht. Er tat aber etwas, was ich nicht erwartet hätte und was ich so auch nicht von ihm kenne: Er rastete aus. Er war stinksauer, dass ich ihm sowas unterstellen könnte.

Ich glaube ich weiß jetzt, wie das damals mit der Hexenverfolgung kam. Es gibt eine Art von Zweifel, die sich nicht so leicht wieder ausräumen lassen lässt. Und wie damals wo man Hexen zweifelhaften Proben unterzog, die man weder als Hexe noch als Normalsterbliche überleben konnte, bzw. deren Ergebnis man so oder so auslegen konnte, so ging es mir dieses Wochenende mit dem Pferdeflüsterer. Die verdammte Saat des Misstrauens. Erst ganz klein und unscheinbar gab es diese leise Stimme, die mir einflüstert, dass etwas nicht stimmt. Und dann kommen immer mehr Teile dazu und bieten der Stimme weitere Argumente. Und nichts was er sagte, könnte diesen Zweifel wieder beheben. Eher im Gegenteil

Natürlich ist es nach wie vor abwegig, dass er ein Verhältnis hat. Aber seine Reaktion fühlte sich nicht wie ernstgemeinte Entrüstung an, als würde er etwas Abwegiges abstreiten, sondern wie der Versuch etwas zu vertuschen. So als hätte ich ihn bei etwas ertappt. Das führte nun leider nicht dazu, dass sich bei mir der Zweifel legte. Ich war mittlerweile überzeugt, dass er mir etwas verheimlichte. Gut… vielleicht keine andere Frau. Aber etwas anderes. Irgendjemand hat ihm irgendwelche Gedanken eingeflüstert. Gedanken, die ihn einerseits zum dem tollsten Liebhaber machten, die machten ihn auch gleichzeitig zu der größten Nervensäge.

Weil ich ein Idiot bin, der immer alles was ich denke auch sagen muss, schließlich hatten wir mal Ehrlichkeit untereinander vereinbart, sprach ich es nochmal an. Und bekam wieder keine Antwort. Er sei sich keiner Schuld bewusst. Ja… auch dieser Satz war wahr. Und dennoch! Damit so endete ein wirklich schönes Wochenende damit, dass ich heulend im Wohnzimmer saß, wo ich bedauerte kein Teil seiner Gedankenwelt zu sein und wo ich mich bemitleidete, weil ich mit dem falschen Satz zur falschen Zeit alles kaputt gemacht habe. Ich habe damit mehr kaputt gemacht, als er mit seinem Geheimnis. Wenn deswegen die Beziehung in die Brüche geht, bin ich Schuld, weil ich Misstrauen und Zweifel gesät habe. Weil ich zu ungeduldig bin, um abzuwarten, bis sich das Geheimnis von allein lüftet.

Ich glaube ihm, dass es keine Frau ist und dass er sich keiner Schuld bewusst ist. Aber ich glaube ihm nicht, dass er sich die letzten Wochen mit niemanden getroffen hat. Dass er kein Aha-Erlebnis hatte. Dass er über nichts nachgedacht hat. Was auch immer. Und ich finde es schade, dass er mich nicht einbezieht. Dass er mich nicht Teil einer Entwicklung sein lässt. Dass er mir nicht erklärt, was bei ihm den Sinneswandel ausgelöst hat. Ich fühle mich ausgeschlossen. Ich fühle mich mit dem Ergebnis konfrontiert, mit dem ich leben muss, ohne dass ich ein Wort Mitsprachrecht habe. Ich kenne so eine Reaktion auch nicht von mir. Ich bin nicht der eifersüchtige Typ und es ist auch keine Eifersucht. Es ist eher das Gefühl ausgeschlossen zu sein. Es muss ja auch nicht zwingend was schlechtes sein, dass er vor mir geheim hält. Er könnte sich ja auch einen Therapeuten gesucht haben. Oder mit einem Freund geredet haben… Und warum um Himmelswillen, kann er mich dann nicht gescheit beruhigen? Sagen, dass es da tatsächlich etwas gibt, er aber noch nicht darüber reden will? Dass er mich liebt und ich mir keine Sorgen machen soll, sondern ihm vertrauen soll? So macht es mich nur kirre.

Ich brauche da nun echt mal einen Rat von euch: Habt ihr auch schon mal so ein Gefühl gehabt? Ein Hier-stimmt-was-nicht-Gefühl? Ist das normal? Hat man das manchmal? Löst sich sowas von allein auf? Lehnt man sich einfach zurück und genießt die positiven Aspekte und versucht den negativen so gut wie es geht aus dem Weg zu gehen?

05.08.2013 um 12:58 Uhr

Vom Fieber gepackt

von: VomFeuerkind   Kategorie: Geschichten vom weltbesten Freund   Stichwörter: rauchender, Schädel

Uns hat offenbar das Camping Fieber erwischt. Nein… wir haben nicht den nächsten Urlaub geplant. Im Grunde ist es schlimmer. Wir haben uns Wohnmobile angesehen. Der Pferdeflüsterer ist ja ohnehin ein Autonarr und die m*obile.de App ist die meistbenutzte App auf seinem Tablet (manchmal bin ich mir nicht sicher, ob er das Tablet nicht ausschließlich zu diesem Zweck gekauft hat). Jedenfalls kann er sich stundenlang damit aufhalten. Auch ohne Kaufabsichten. Aber seitdem letzten Urlaub ist auch das Thema WoMo und Wohnwagen stärker in den Fokus gerückt.

Also sind wir am Samstag früh aufgestanden und haben uns ein WoMo, das in der Nähe stand, mal angesehen. Nein – dies spezielle Fahrzeug kaufen wir bestimmt nicht. Das war überall dreckig, abgewohnt, beschädigt, haufenweise lose Schalter, nicht festgeschraubte Griffe und zu allem Überfluss min 5T€ zu teuer. Da half die geringe Kilometerzahl auch nicht, den Preis zu rechtfertigen. Und selbst wenn wir es schaffen sollten, unseren Wunschpreis für dieses Teil zu erzielen, könnten wir für den Wunsch-Preis auch etwas gut Gepflegtes bekommen. Zu blöd, dass die meisten ansprechenden WoMos irgendwo in Süddeutschland stehen und das Ansehen schon min. einen Wochenendtrip bedeuten würde.

Jedenfalls verbrachte der Pferdeflüsterer die restlichen Stunden des Wochenendes damit, seine Lieblings-App zu quälen und über die miese Internet-Verbindung bei ihm zu Hause zu mosern. Mit einer Ausdauer, die ich wirklich bewundernswert finde, sah er sich ein Foto nach dem anderen an, las Detail-Seite um Detail-Seite und präsentierte mir erst diese Raumaufteilung, dann jene. Was ich echt nicht verstehen kann, warum die auch in den neuen Modellen immer so furchtbare Stoffe verwendet werden. Vorherrschende Farbe für die Sitzmöbel scheint blau zu sein. Das kann dann wahlweise mit Blümchen, Punkten oder Streifen kombiniert werden. Besonders schrecklich finde ich diese großflächigen und bunten Muster, die mich an die Sofas meiner Tante aus den 90ern erinnern. Schlimm.

Das scheint für mich irgendwie Kleingärtnermentalität zu sein. (Entschuldigt bitte, falls ich mit diesem Vergleich irgendjemanden auf den Fuß trete.) Es muss alles sauber und ordentlich sein und der Norm entsprechen. Gut... vielleicht sind die WoMos deswegen alle weiß/beige von außen, weil das praktisch ist. Und vielleicht sind große Muster und speziell blaue Farben besonders fleckunempfindlich. Aber mir fehlt da die Individualität. Und wenn die sich von außen schon alle so ähnlich sehen, können sie sich doch auch wenigstens innen unterscheiden, oder? Nachdem was ich da jetzt über die Muster gelernt habe, bekomme ich mehr und mehr den Eindruck, dass sich die Zielgruppe der WoMo Besitzer und der Kleingärtner nicht so groß unterscheidet. Ich stelle mir da spießige Omas und Opas vor, die irgendwas erleben wollen und auf jeden Fall das Muster, dass sie zu Hause die letzten 30 Jahren angesehen haben, auch unbedingt mit in den Urlaub nehmen wollen. Und nachdem was wir auf dem einen Campingplatz auf Skye erlebt haben, kann ich das Vorurteil auch teilweise bestätigen. („Nein, Sie dürfen da nicht parken, weil das dann keine 6m zum Nachbarn mehr sind!... Nein, 5,80m reichen nicht!... Tut uns leid, wenn Sie keine Keile haben und die Stelle überschwemmt und schief ist, es müssen 6m Platz sein. Nein… nicht zum Wohnwagen. Zum Vorzelt!“ Ehrlich mal. Da fahren wir nie wieder hin, auch wenn es der letzte Campingplatz der Welt wäre.) Ich habe mich also innerlich schon fast darauf eingestellt, für außen eine farbige Folie zu designen und für innen neue Bezüge zu nähen. Ich weigere mich nämlich, Teil des Einheitsbreis zu sein.

Allen guten Vorzeichen zum Trotz, gibt es also nach diesem Wochenende Dauerguckens noch kein konkretes WoMo, was wir ins Auge gefasst haben, aber wir haben eine Lieblingsmarke entdeckt. Eine, die von der Aufteilung her genau das bietet, was wir uns vorgestellt haben: nicht zu lang ist (meine Vorgabe sind <6m – wegen den Fähren), wirklich schöne Designelemente (Schränke, Lautsprecher, Dusche, Dunstabzugshaube sehen eben mal elegant aus und nicht wie Eiche brutal), ein bißchen technischen Schnickschnack (für den Pferdeflüsterer), super Raumaufteilung und Platzausnutzung (wenn man das von den Fotos überhaupt einschätzen kann), von außen tatsächlich ansprechend und das beste von allem: die Farben der Möbel tun nicht so doll in den Augen weh. Dazu gibt es auch viele sehr gut gepflegte gebrauchte Modelle in der Preisklasse, die uns so vorschwebt.

Dann mal sehen, vielleicht sind wir demnächst echte Camper. Ich stelle mir das wirklich nett vor. Da kann man mal für ein Wochenende irgendwo hin, braucht sich keine Gedanken wegen dem Schlafplatz machen, kann die Golfausrüstung mitnehmen, vor Ort kochen. Toll. Und das alles nur, weil uns der letzte Urlaub so gefallen hat. Wer hätte das gedacht?

Außerdem ist noch zu berichten, dass es mir wieder gut geht. Warum ich die komplette letzte Woche so richtig schlechte Laune hatte, weiß ich nicht. Naja… kann sein, dass schon wieder eine Blasenentzündung im Anmarsch ist. Schlechte Laune, gepaart mit Nachtschweiß und einem merkwürdigen Gefühl in der Blase könnte diesen Schluss zulassen. Offenbar habe ich jetzt Cranberry-Kapseln gefunden, die auch was für ihr Geld tun. Jedenfalls ist es jetzt deutlich besser. Ich mag auch wieder mit Leuten reden. Also ein „es tut mir an alle“, die noch auf Antwort oder Lebenszeichen von mir warten.

 

09.07.2013 um 17:08 Uhr

Stell dir vor deine Cousine heiratet und du bist nicht eingeladen!!

Stimmung: immer noch ein wenig neidisch

Ist ja eigentlich nicht wirklich schlimm. Ich meine, es gibt haufenweise Leute da draußen, die keinen besonderen Wert darauf legen, eben nicht zu gesellschaftlichen Anlässen zu müssen und sie da mit Leuten auseinander zu setzen, die man nicht kennt, nicht mag oder lieber nicht sehen will. Aber in meinem Fall geht mir das ziemlich auf die Nerven.

Also meine Zicken-Cousine heiratet. Und der Ausdruck „Zicken-Cousine“ sagt ja schon alles. Aber ich hole da mal etwas aus und erkläre unser Verhältnis mal ein wenig.

Die Zicke ist 5 Jahre jünger als ich und hat noch eine Schwester die 4 Jahre jünger als ich ist. Als ich noch kleiner war, sind wir drei fast wie Geschwister aufgewachsen. Ich habe da gewohnt, als meine Mutter in Kur war, wir hatten die gleichen Kleidchen an, wir haben uns fast täglich gesehen, es gab jeden Sonntag diese Familienkaffeetrinken etc. etc. Und dann haben wir uns mit der Scheidung meiner Tante aus den Augen verloren und selbst als wir uns öfter über den Weg liefen, so richtig kam der Kontakt nicht wieder in Gang.

Abgesehen davon, dass sie auf sehr hässliche Art und Weise meine Tante ausnutzte, intrigierte sie auch noch gegen mich. Denn schließlich halte ich mich ja für sowas besseres, nur weil ich studiert habe (ich weiß - hat auch sonst keiner bemerkt). Und so kam es, dass man mich zur Konfirmation meines Cousins auslud. Nein, man lud mich nicht nur nicht ein, man lud mich regelrecht aus. Ich war Person non grata. Es gab ein wenig TamTam und ich drufte doch kommen. 

Gut… das, dachte ich, hätten wir hinter uns gelassen, aber jetzt bin ich auch nicht zu ihrer Hochzeit eingeladen. Anfangs fand ich das nicht schlimm. Braucht man kein Geschenk kaufen oder möglichst viel Geld möglichst ansprechend verpacken und das Beste an allem, ich müsste sie auch nicht einladen, wenn es dann bei mir irgendwann soweit ist. Aber dann war jetzt am Wochenende die B-Party. Der Polterabend. Die Party zu der alle eingeladen werden. Alle. Nicht nur der erlesene Kreis, der auch zur richtigen Hochzeitsfeier darf. Also flatterte 2 Wochen vorher (deutlich später als bei allen anderen) per sms (gut darüber kann man sich streiten) die Einladung zu ihrem Polterabend ins Haus. Und natürlich ging ich hin.

Ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee war. Die Party selbst war noch ganz locker aber am nächsten Morgen und den nächsten Tag hatte ich so richtig schlechte Laune.

Sie hat diesen neuen wirklich sympathischen und netten Freund (Verlobten), der ihr nach ca. 1,5 Jahren Beziehung auch noch einen wunderschönen Heiratsantrag gemacht hat, sieht super schlank aus (was bei uns in der Familie immer selten ist und schon allein ein Grund grün zu werden), hat eine super Party in irgend so einer Scheune geschmissen (ha, wenigstens der DJ war Mist!) und als wäre das noch nicht genug, hatte sie super viele Gäste, die auch noch alle nett waren.

Ich dagegen bin gerade unförmig (vielleicht noch nicht so schlimm, wie eine andere Cousine, meine Mutter oder meine Tante), stecke in einer Beziehung fest, in der es aber auch gar keinen Schritt weiter geht (wir schaffen es ja noch nicht mal zusammenzuziehen, da kann ja von Hochzeit ja wohl nicht die Rede sein) und alle um mich herum heiraten. Jetzt sogar meine Zicken-Cousine die auch noch 5 Jahre jünger ist als ich. Warum haben immer alle einen Freund, der weiß was er will? Der auch zeigen kann, dass er hinter einem steht? Dass er mit einem das Leben verbringen will?

Ja, verdammt! Ich bin neidisch. Und zwar so richtig.

Und dann zeigte meine Mutter beim Mittagessen auch noch die Hochzeitseinladung von dem anderen Pärchen aus unserem Bekanntenkreis, die auch noch dieses Jahr heiraten und wo ich wohl auch nicht eingeladen bin. Bin ich denn jetzt Luft oder was? Nur weil ich nicht mehr in dem Dunstkreis wohne, werde ich nicht mehr einbezogen?

Wut kochte in mir hoch und entlud sich dann beim Essen. Ich hatte plötzlich die schlechteste Laune aller Zeiten. Jetzt bereute ich schon, dass ich mir für das Fucking Geschenk auch noch Gedanken gemacht habe. Dass ich keinerlei verbale Spitzen meiner Cousine gegenüber verteilt habe. Dass ich den ganzen Abend nett und gut gelaunt war.

Und eh ich es mich versah, heulte ich, hetzte unschön gegen die Zicke, machte Pläne, auf welche Art ich sie denn ausladen würde, wenn es denn bei mir endlich so weit sein würde, fuhr den Pferdeflüsterer vor meinen Eltern an, dass selbst ER mich nicht zu seiner Hochzeit einladen würde, erwähnte mehrfach das Thema Heirat höchst undiplomatisch und stand dann auch noch beim Spaziergehen vor dem Juwelier und deutete auf den ein oder anderen Ring.

Irgendwann setzte dann wieder mein Gehirn ein. Sag mal Süße, was tust du denn gerade? Spinnst du eigentlich? Den Pferdeflüsterer so fertig zu machen? Wegen einer Hochzeit? Und das auch noch vor deinen Eltern? Vor deiner Mutter? Geht es noch? Du kannst wirklich froh sein, wenn er jetzt nicht die Beine in die Hand nimmt und sich für immer verdrückt. Was zum Henker hat dich denn bitte da geritten?

Weiß ich nicht. Wirklich nicht. Immer noch nicht. Torschlusspanik! Anders kann ich mir das nicht erklären. Ist mir jetzt super peinlich. Ich hab mich auch für mein Verhalten entschuldigt – wenn das noch etwas geholfen hat.

Und der Pferdeflüsterer? Der fand das offenbar - putzig. Das ist glaube ich ein gutes Wort dafür. Aber es stachelte mich natürlich noch mehr auf - das ständige süffisante Grinsen. Er fragte mich, wen er denn heiraten solle, damit er mich zu seiner Hochzeit einladen könnte (was leichte Rauchwolken aus meinen Nasenlöchern hervorbrachte, die er einfach angriste), stand neben mir beim Juwelier und zeigte auch auf den ein oder anderen Ring (er meinte noch, dass ich das doch früher mal gesagte hätte, dass er erst dann einen Antrag machen muss, wenn ich ihm Ringe zeige, die mir gefallen) und betonte leicht verschmitzt lächelnd, dass der Hinweis alles andere als dezent gewesen wäre und das Brandenburger Tor im Vergleich zu meinen „dezenten Hinweisen“ ein Zahnstocher wäre. Er war den ganzen Tag super entspannt, verstand sich sogar mit meiner Mutter und war sogar im Auto auf der Rückfahrt guter Dinge.

Er war so entspannt und gut gelaunt, dass es mich fast misstrauisch macht. Warum findet mein lieber Freund, der sich so anstellt, wenn es um das Thema Zusammenziehen geht, es putzig (!), wenn ich wegen Torschlusspanik „ein wenig“ am Rad drehe?

Entweder habe ich nun tatsächlich einen wundervollen Freund oder er überlegt schon, wie er es verpackt, dass ich bei seiner Hochzeit tatsächlich nur als Gast und nicht als Hauptakteur dabei sein werde. Keine Ahnung. Ich check es nicht.

23.06.2013 um 10:09 Uhr

Schottland - eine "kurze" Zusammenfassung

Stimmung: super entspannt

Schottland war wirklich toll. Ich weiß nicht, wann ich in meinem Leben schon mal so einen tollen Urlaub gemacht hatte. Das Gefühl, dass ein Teil von mir dort zu Hause ist, ist auch den restlichen Urlaub nicht weggegangen. Wo das herkommt, weiß ich nicht. Ich kenne niemanden aus meiner Verwandtschaft oder von meinen Vorgängern, der schottische Wurzeln hat. Ich habe mich da einfach geerdet und pudelwohl gefühlt.

Vielleicht war es auch meine Entspannung und Gelassenheit, die dazu geführt hat, dass es zwischen dem Pferdeflüsterer und mir so harmonisch war. Die Grundsatzdiskussion von vor dem Urlaub war bald völlig vergessen. Wir haben uns 2 Wochen lang richtig gut verstanden. Auf Streiten oder anzicken hatte ich überhaupt keine Lust und bin dem deshalb oft aus dem Weg gegangen.

Klar zwischendurch hat es mich schon genervt, wenn der Pferdeflüsterer als erstes, wenn wir irgendwo gehalten haben geguckt hat, ob eins der zwei englischen Internetnetze genügend Datenvolumen bot, damit er sein strategisches MMO weiterspielen konnte. Und ja... ich habe mich daher sehr über die Abgeschiedenheit gefreut, die Schottland mehr als einmal geboten hat, so dass er das Handy ohne etwas machen zu können weggelegt hat.

Es gab zwei kurze Momente die etwas kritischer waren: Der Tage als wir das Auto abgeholt haben, weil es am Anfang doch etwas anstrengend ist, wenn die Straßen eng sind, man auf der „falschen“ Seite fährt, das Fahrwerk nicht so richtig vertrauenerweckend ist, das Navi eine gefühlte Ewigkeit braucht, bis es neuberechnet hat und man darüber hinaus auch noch müde ist und der vorletzte Tag, weil wir uns nicht einigen konnten, wie wir packen. Aber ansonsten waren wir die Harmonie pur.

Apropos Auto: Campen ist toll. Die ganze Panik die ich hatte war nach einem Tag fast völlig vergessen. Ganz Schottland ist mit Campingplätzen überseht, die sich leider nicht alle auf einer Webseite, App oder Karte finden lassen - wir mussten deswegen manchmal etwas suchen, die aber durchweg in Ordnung sind.

Wir haben manchmal fast am Wasser geparkt und sind dann Abends mit dem tollsten Sonnenuntergang ins Bett gegangen und morgens mit einer Lagune und strahlend blauen Himmel wieder aufgewacht. Da nimmt auch in Kauf, dass man manchmal etwas weiter laufen muss, wenn man zur Toilette will (auch hier die Panik völlig umsonst, weil es wirklich überall Toilette gab, die auch in erstaunlich gutem Zustand waren). Nur mit dem Kochen war es nicht ganz so einfach, weil in dem Auto nur eine Mini-Pfanne (für ca. zwei Spiegeleier) und ein eher kleiner Topf ohne Deckel vorhanden war, in dem man gerade zwei Portionen Nudeln kochen konnte. Also musste ich improvisieren.

Aber die Investition in einen wirklich geräumigen Kulturbeutel, den man aufhängen kann (super Teil von Vaude; ich glaube er heißt Adonis), Mikrofaserhandtücher, die zwar auf der Haut gewöhnungsbedürftig ist, aber die praktisch nichts wiegen, sich super klein falten lassen (140x200 auf die Größe von einem Frottee 40x70) und die richtig schnell trocknen sowie eine Wäscheleine aus einem Expandergummi mit integrierten Klammern haben sich so richtig gelohnt. Auch dass wir uns im Vorfeld Gedanken gemacht haben, wie wir unseren Kaffee zubereiten wollten. Die Ersatz-Bodum war zwar schwer, hat aber den Kaffe auch tatsächlich etwas warm gehalten. Auch Topflappen und Messer haben sich bewährt. Und man braucht in Schottland unbedingt eine ausgedrucktes Navi und ich war sehr froh, dass die von der Vermietung ein gutes Exemplar beigelegt hatten.

Das Auto war aber aus unserer Sicht nicht in dem besten technischen Zustand und uns nach ca 9 Tagen auf der Pritsche schlafen auch echt zu unbequem. Es geht für ca. eine Woche aber alles darüber hinaus - dafür sind wir wohl schon zu alt. Dazu kam, dass das Bett nicht ausreichend lang für den Pferdeflüsterer war. Wir haben aber alles unterbekommen und dann manchmal auf hohem Niveau gejammert, weil doch ein wenig Platz bei der Planung verschenkt wurde. Aber wenn man sich ansieht, dass manche alte Leute im Zelt schlafen, sich junge Paare das Auto selbst umbauen und dann keine Küche drin ist und auch der T2 zwar kultiger aber nicht besser gewesen wäre, konnten wir ziemlich zufrieden sein. Ok... der Wassereinbruch durch das Aufstelldach hätte nun wirklich nicht sein müssen, aber wir hatten nur an einem Tag heftigen Regen und standen dann auch ungünstig zum Wind.

Trotzdem würden wir nächstes Mal (ja das wird es wohl geben) einen Camper wenigstens in Lieferwagengröße mit festen Bett (und festen Dach) nehmen und ihn vermutlich aus Deutschland mieten. Das ist doch wirklich günstiger, man hat die Pfannen und Töpfe dabei, die man will und man kann auch mal etwas mit zurückbringen. Da waren wir wirklich Gewichtstechnisch etwas eingeschränkt. Eine Kette für mich war dennoch drin. Jetzt habe ich mein Stück Schottland immer dabei.

Und wir lieben das Land. Edinburgh und Oban haben es uns so richtig angetan, Glasgow stinkt dagegen etwas ab. Wir lieben den wilden Rhododendron, die unterschiedlichen Wildblumen und die wechselhafte Landschaft. Manchmal fährt man durch einen Laubwald, biegt um eine Ecke und alles ist anders. Wir hatten das Gefühl im Schwarzwald zu sein und dann wieder in einer hügeligen Ausgabe der Lüneburger Heide. Die Küsten wechselten von sanften Stränden zu steilen Klippen und manchmal haben wir uns gefragt, warum die Herr der Ringe in Neuseeland gedreht haben und nicht in Schottland. Es gibt Inseln, auf denen die Camper eingezäunt waren und nicht die Schafe oder Strecken, auf denen man stundenlang keinen gesehen hat. Leider kommt man auf den Singletrack-Straßen nicht so vorwärts, wie wir gedacht haben, wegen wir manchmal froh waren 200km am Tag geschafft zu haben aber es lässt uns auch viel Spielraum für den nächsten Besuch.

Das tollste ist, dass Schottland auch noch fotogen ist, wenn das Wetter nicht so toll ist. Wir haben also nicht nur Sonnenuntergänge und Traumstände fotografiert, sondern auch wolkenverhangene Berge und phantastische Wolkenspiele. Aus den 2500 Bildern müssen nun die besten 200 rausgesucht werden. Eine schwere Aufgabe. 

Wir haben zwei Wiskey-Distillerien besichtigt und ich glaube, ich habe den Pferdeflüsterer nun so richtig zum Liebhaber bekehrt. Spätestens nachdem wir in der Hauptstadt in einem Restaurant so eine Art Tappas gegessen haben, zu denen sie auch ein Glas Wiskey gereicht haben und der Wiskey jedes Mal nach einem anderen Happen auch andere Aromen hervorgebracht hat. 

Apropos Essen. Ich weiß gar nicht, wieso immer alle über das Essen in England meckern, wir haben dort toll gegessen. Besonders an der Westküste (über was anderes können wir eh nichts sagen) haben wir in wirklich guten Fischrestaurants gespeist. Der Pferdeflüsterer hat leider nicht seine Lieblingsvariante von Fish and Chips gefunden. Die von zu Hause findet er irgendwie immer noch besser. Gefrühstückt haben wir meist im Camper. Das hatte auch etwas sehr gemütliches, wenn man dann die anderen dabei beobachten konnte, wie sie ihre Sachen einpacken und ob sie in der Lage sind ihren Anhänger anzuhängen. Manchmal sind wir auch ohne Frühstück losgefahren, weil wir keine Lust hatten uns zu stressen, wenn die vom Platz uns schon früh weghaben wollten. Das war auch schön. Außerdem haben wir schnell herausgefunden, dass die Schotten zwar kein Brot aber super leckere Brötchen backen können.

Die Sprache ist immer noch sehr gewöhnungsbedürftig und fühlt sich nicht wie die Sprache an, die ich mal in der Schule gelernt habe. „Douwanvigrr?“ „Excuse me?“ „Douwan Vinegar?“ Das aufschnappen eines Wortes inklusive Hochhalten einer Flasche ließ einen dann aber meist doch erahnen, was sie von uns wollten. Ja, wir wollten Essig auf unsere Pommes. Manche Schotten haben sich da etwas mehr Mühe gegeben und waren etwas verständlicher. Überhaupt haben wir nur nette Leute getroffen. Alle waren sehr hilfsbereit und die Camper auch sehr kommunikativ, wenn man sie vorsichtig gefragt hat, ob man mal deren Fahrzeug von innen ansehen kann. Deutsche gab es überraschend wenig, aber vermutlich reservieren sie alle auf Malle ihre Strandliegen.

Ich könnte bestimmt noch seitenweise vorschwärmen wie toll es da war und was wir alles erlebt haben. Vielleicht mache ich das auch noch. Aber für einen ersten Eindruck reicht es doch bestimmt.

Das Fazit: es war alles wirklich klasse und wir machen es bestimmt noch mal. Ein Rundherum gelungerer Urlaub, aus dem ich auf jeden Fall einiges mit in den Alltag nehmen kann.

 

16.05.2013 um 17:00 Uhr

Was haben Frühling und schnelle Autos gemeinsam?

Stimmung: sehr gut

Ich weiß nicht, ob da draußen Leute sind, die ähnlich dankbar für den Frühling sind, wie ich. Morgens, wenn ich die Allee zur Arbeit entlang fahre, wo jetzt die Bäume üppiges Grün tragen, bekomme ich richtig gute Laune. Es ist als würde ich das Grün in mir aufsaugen. Als würde es mich verändern. Als wäre das ganze Leben nicht mehr trist und leer sondern reich und sonnig. Ich merke förmlich, wie mich neuer Tatendrang durchströmt und ich Lust auf Outdoor-Sport bekomme. Ich hab jetzt sogar Lust auf Gartenarbeit und freue mich schon auf das nächste Wochenende beim Pferdeflüsterer.

Mit dieser Laune ist es einfach, die Arbeit zu machen und sich nicht über den Chef zu ärgern. Es ist leicht gute Ideen zu haben und sie umzusetzen. Es ist leicht, auch mal etwas großzügig mit dem Pferdeflüsterer und seinem Wankelmut zu sein. Es ist leicht sich auf das Schöne im Leben zu konzentrieren.

Heute war es besonders toll, weil ich gerade das neue Auto des Pferdeflüsterers fahren darf. Wir haben gestern unsere Autos getauscht, weil er beim Einbau der neuen Stoßdämpfer meinen Felgen-Schrauben-Spezial-Adapter verbummelt hat und jetzt niemand die Winterreifen nicht wechseln kann. Eigentlich ist es noch etwas schlimmer, ich habe jetzt einen Sommerreifen und 3 Winterreifen, weil seine „Spezial-Technik“ nur bei einem Reifen funktioniert hat.

Jedenfalls hat er einen Teil des Erbes in einen Passat CC investiert und den fahr ich heute. Der totale Luxus. Das Auto kann wirklich alles, sogar selbstständig einparken – nicht, dass ich das brauchen würde, ich bin durch meine Wohnsituation gut im Training, aber es ist toll, wenn man es hat. Es ist allerdings irgendwie unheimlich, wenn sich das Lenkrad von allein bewegt. Ich nutz da lieber die Parkpieper und parke selbst. Das Auto ist schnell und dabei sparsam und leise. Und der Kofferraum ist gigantisch. Ich bin jedes Mal total überrascht, was wir da alles reinbekommen. Es wirkt beinahe so, als wäre der magisch vergrößert worden. Außerdem haben die Designer fast keine Ecke vergessen. Ein Auto, bei dem aus meiner Sicht wirklich alles stimmt. Wunderschön. Hach. Aber noch toller, als auf dem Beifahrersitz zu sitzen, ist natürlich es selbst zu fahren. Das ist so cool. Heute morgen, als ich es auf dem Parkplatz abstellte, fühlte ich mich gleich viel erfolgreicher.

Ich hoffe ihr habt an Pfingsten auch etwas tolles vor? Wir besuchen ein paar Freunde etwas weiter weg und wir werden die Asche von der toten Mutter des Pferdeflüsterers verstreuen, damit das nun auch endlich einen Abschluss hat. Gut… auf den Teil freue ich mich nicht, aber auf das Treffen mit den Freunden schon. Und vielleicht darf ich sogar fahren…

:D

Also was haben der Frühling und schnelle Autos gemeinsam? Man bekommt gute Laune davon.

14.05.2013 um 15:53 Uhr

Beständigkeit

Stimmung: dazwischen

Mich scheint im Moment das Thema Hochzeit zu verfolgen. Mein Arbeitskollege hat letzte Woche geheiratet, meine Cousine und ein Bekannter heiraten noch dieses Jahr, wo ich hinblicke gibt es Hochzeitsdeko, Hochzeitswoche im Fernsehen, Promi-Paare, die heiraten etc. Ich weiß wirklich nicht, warum ich so auf dieses Thema im Moment fixiert bin.

Und ja… ich bin neidisch, wenn jemand heiratet, obwohl sie nur ein Jahr zusammen sind oder 2,5 und wir nun schon drei. Und ich bin neidisch, wenn es Leute schaffen nach einem Jahr zusammenzuziehen und wir keinen Schritt weiter sind. Und ich fänd es so schön, wenn der Pferdeflüsterer und ich uns das Ja-Wort geben würden.

Aber dazu müssen wir erstmal zusammen wohnen und gucken ob das klappt und davor muss er sein Chaos in den Griff kriegen und davor müsste er es überhaupt wollen. Und an so manchen Tagen bin ich mir da nicht so sicher.

Letztens hatten wir einen kleinen Streit. Naja… offensichtlich habe nur ich mich gestritten (und war entsprechend sauer bis zum nächsten Morgen) und er hat „nur zugehört“. Offenbar habe ich nicht mitbekommen, dass es ihm schlecht geht.

*Detailmodus an*
Dazu muss ich zu meiner Verteidigung etwas mehr Details einschieben: Wie sollte ich das auch mitbekommen? Er benimmt sich total normal (lacht, ist fröhlich, macht Späßchen mit…) und hat dann mal einen Tag wo er komisch ist und nichts sagt – der Tag an dem wir uns gestritten haben, wo ich offenbar auch mitbekommen habe, dass etwas nicht stimmt. Aber er bestand darauf, dass mir ja gesagt hätte, dass es ihm nicht gut geht. Klar, zwischendurch bin ich nicht wirklich aktiviert, wenn er etwas sagt. Da bin ich gedanklich mit etwas beschäftigt oder ich schlafe oder bin noch nicht wirklich wach oder so. Das Grundproblem ist, dass er nicht mitbekommt, wann ich ihm meine Aufmerksamkeit schenke und wann nicht. Er plappert einfach drauf los (meistens ist es auch völlig unwichtiger Technikkram oder es geht ums Auto oder so, aber manchmal ist es eben auch was wichtiges) und ist dann beleidigt, wenn ich nicht zugehört habe. Oder wenn ich nicht alle Informationen mit den Infos von vor sieben Tagen verknüpfe. Ich bekam also ein schlechtes Gewissen und fragte, wann das gewesen sein soll. Er meinte, er wüsste es nicht mehr, aber auf jeden Fall wäre es mindestens 2 Wochen (!!!) her. Was? Vor mindestens 2 (in Worten: zwei) Wochen??? Woher zum Teufel soll ich denn wissen, dass das was er vor zwei Wochen (oder länger vielleicht war es ja auch ein Monat oder zwei) gefühlt/beschäftigt hat, immer noch aktuell ist? Er benimmt sich doch normal? Soll ich jetzt Gedanken lesen können, oder was?
*Detailmodus aus*

Jedenfalls nimmt ihn das mit seiner Mutter mit, weil es noch keinen richtigen Abschluss gibt, schließlich steht die Asche immer noch auf der Terrasse, es nimmt ihn mit, dass die blöde Freundin seiner Mutter irgendeinen doofen Spruch gebracht hat und es nimmt ihn mit, dass sein Vater sich auf seinen Erklärungsbrief noch nicht gemeldet hat. Das ist ja auch alles verständlich.

Dazu kommt noch, dass er gern irgendwo neu anfangen würde. Als ich das meiner Freundin erzählte, meinte sie, dass sie das total verstehen kann, sie könnte sich auch nicht vorstellen, dass sie bei jemandem einzieht oder dass jemand bei ihr einzieht. Daraufhin meinte ich, dass „neu anfangen“ für den Pferdeflüsterer nicht heißt, er zieht nach Berlin, sondern irgendwo hin. Irgendwo! Das könnte auch sein, dass er irgendein soziales Projekt in Afrika mit Manpower unterstützt. Aber er weiß halt nicht was und er wüsste auch nicht, was dann mit mir wäre und verlieren will er mich nun auch nicht und überhaupt lari fari.

Nachdem sich nun meine Freundin vom ersten Schock erholt hatte, meinte sie, dass das wirklich „neu anfangen“ wäre. Aber dann wurde sie echt sauer: Auf dieser Basis könne man doch keine Beziehung aufbauen. Sie wäre da rigoros (wäre sie wirklich). Sie würde sich jetzt nur auf sich konzentrieren und aufhören irgendwelche Pläne mit ihm zu machen. Sie würde sich wieder verstärkt in ihrer Wohnung aufhalten, sich auf die Karriere konzentrieren, eigene Hobbys starten und vor allem würde sie sich nach anderen Typen umsehen. Da solle der Pferdeflüsterer erstmal selbst klar kommen. Sie würde sich trennen und ihm sagen, er solle erst wieder ankommen, wenn er seinen Scheiß geregelt hat.

Und sie hat irgendwie Recht. Ich will ein Nest. Ich will eine Entscheidung fürs Leben. Ich will (vielleicht) eine Familie. Wie lange soll ich denn noch auf ihn warten? Und was, wenn er jetzt bleibt, aber der Drang zu verschwinden nicht abnimmt? Dann bauen wir an unserer Zukunft und er streicht irgendwann in 5 Jahren oder so die Segel? Wie lange will er denn noch überlegen, ob er bleibt, oder nicht? Was er will? Wo er hin will? Was er tun will?

Wie soll man denn auf den Fragen ein Beziehungsfundament aufbauen? Ich habe das Gefühl, dass mir die Zeit wegläuft. Auf jeden Fall, wenn es darum geht, sich einen anderen Partner für die Zukunft zu suchen. Und warum sollte ich meine Zeit an jemanden verschwenden, bei dem nichts sicher ist, nicht einmal, ob er in einem halben Jahr noch in Deutschland ist. Jetzt hat er für meine Wohnung erstmal eine neue Matratze gekauft. Wieder ein Rückschritt.

Ich habe mittlerweile wirklich das Gefühl, als würde ich die ganze Zeit nur auf ihn warten. Und jedes Mal wenn ich mir das Chaos bei ihm ansehe und feststelle, dass wir statt die 25 Krusch-Ecken aufzuräumen (von denen er in den 3 Jahren Beziehung nicht eine geschafft hat wirklich zu organisieren) wieder bei dem Aufräumen des täglichen Chaos angelangt sind, kriege ich das Gefühl, dass wir dem Zusammenziehen keinen einzigen Schritt weiter kommen. Seit fucking 3 Jahren ist er mit seinem Job unzufrieden – und er hat nichts dagegen getan. Und jetzt schwebt (immer noch) im Raum, dass er weggeht? Es ist wirklich mal an der Zeit eine Entscheidung zu treffen!

Tja.. er will sie irgendwie nicht treffen. Irgendwie läuft es ja für ihn. Ich will sie nicht treffen, weil mich die Entscheidung todunglücklich macht. Aber es macht mich auch unglücklich, so dermaßen in der Luft zu hängen. Ich will mich auf meinen Partner verlassen können. Ich will Beständigkeit. Ich will, dass er dahinter steht. Und da hilft es nichts, dass er meine Initialen auf das Nummernschild seines frisch gekauften Auto packt. Es reicht da auch kein Lippenbekenntnis, dass er mich liebt und mit mir zusammenbleiben will. Mittlerweile müssen Taten folgen.

Ich will mich nicht von ihm trennen. Er ist der Mann, mit dem ich alt werden will und ich habe auch überhaupt keine Lust mir jemanden anderes zu suchen. Ich liebe ihn. Aber früher oder später muss meine Entscheidung so aussehen, dass ich mich trenne – vor allem, wenn er nicht in der Lage ist eine Entscheidung für uns zu treffen. Oder sich überhaupt mal zu bewegen.

Mir wird jetzt auch klar, warum mich das Thema Hochzeit gerade so deutlich umgibt. Da geht es um Beständigkeit. Um eine Entscheiung fürs Leben. Eine Entscheidung für den Partner. Und ich hab nichts. Ich weiß nicht mal ob er morgen noch im Land ist. Oder ob ich noch einen Platz in seinem Leben haben werde. Ich hänge so völlig zwischen den Stühlen. Das macht mich so wütend. Und traurig.

Ich hab sogar schon davon geträumt. Im Traum ging es darum, dass ich ihn gefragt hatte, ob wir heiraten und er sagte auch ja und der Tag rückte immer näher und die Vorbereitungen (Essen, Raum, Kleid, Eltern...) schritten weiter fort und ich wurde mit jedem Tag immer unglücklicher. Ich hatte immer mehr, das Gefühl, dass es so falsch ist, weil er mich nicht gefragt hat und ich so nie weiß, ob er es wirklich will. Natürlich bin ich am Tag der Hochzeit aufgewacht. Dieser Schwebezustand macht mich krank. Leider kann ich da aber nicht so rigoros sein, wie meine Freundin. Das ist doch irgendwie alles blöd. Sich zu trennen, wäre so eine Verschwendung. Aber wie lange will ich noch warten? Wie lange kann ich mir das noch "geduldig" ansehen?

22.04.2013 um 17:55 Uhr

Das Land des Single Malt Whiskys

Stimmung: Vorfreude

Der Pferdeflüsterer und ich sind manchmal schon komisch in der Entscheidungsfindung und besonders wenn es um Urlaub geht. Es war bisher immer kompliziert sich auf ein Ziel zu einigen und dann noch auf ein Hotel. Leider ist die Zufriedenheitsquote mit unseren Entscheidungen im Nachhinein ist so mittel. Richtig zufrieden waren wir nur mit der Ferienwohnung im Elbsandstein. Zu mäkeln hatten wir an dem Berlin-Urlaub (der grundsätzlich toll und anstrengend war, aber das Hotel war ungemütlich) und an dem Mallorca-Urlaub (der auch wirklich toll war, aber das Hotel lag wirklich doof an einer lauten Straße, was leider zu Lasten der Entspannung ging). Richtig doof fanden wir es nur im Erzgebirge, wo weder das Hotel noch die Landschaft unseren Geschmack getroffen hat.

Aber mit jedem Urlaub kommen wir dem für uns perfekten Urlaub einen Schritt näher. Wenn wir im Hotel schlafen, muss Abendessen dabei sein, sonst ist uns Selbstverpflegung lieber. Wenn wir ein Auto haben ist uns eine ruhige Lage wichtiger als der Meerblick. Wir haben Bock darauf tolle Landschaften zu entdecken, aber es muss auch die Möglichkeit zum Chillen bestehen. Sich vorher bei einer Rundreise auf konkrete Ziele festzulegen fällt uns schwer.

Und da waren wir nun, wieder mit der Planung des Urlaubs beschäftigt. Dass es Schottland wird war schnell klar und Anfang Juni auch. Ein fahrbarer Untersatz sollte es sein, weil man so eine tolle Landschaft nicht von nur einem Fleck betrachten kann. Dazu ist es da zu vielfältig. Ich wollte nicht jeden Tag in einem neuen Zimmer schlafen und 10-Mann-Zimmer kommen für mich im Urlaub auch nicht in Frage. Und die Preise teilweise für B&B sind erschreckend hoch gewesen. Wir sind eben beide nicht bereit, 250€ pro Zimmer pro Nacht ohne Frühstück auszugeben, egal wie toll das dann ist. Gut, es gab auch Angebote für unter 100€ aber das waren dann meist irgendwie Absteigen. Vielleicht waren wir mit unserer Planung auch schon irgendwie spät, weil immer wenn wir etwas nettes gefunden hatten, war es eine Stunde später ausgebucht. UND wir hätten keine Möglichkeit uns selbst zu verpflegen.

Und so kamen wir irgendwie darauf, dass wir uns doch auch einen Camping-Van mieten könnten. Also einen umgebauten VW-Bus. Einerseits ist diese Idee wirklich genial. So hat man sein Bett immer dabei, hat eine Küche in der man auch kochen kann, muss nicht jeden Abend die Sachen packen und ist super flexibel, weil man die Route nicht schon jetzt festlegen muss. Wenn man was nettes sieht, hält man an, stellt seinen Stuhl vor das Auto und guckt ein wenig rum. Dazu kommt, dass es genauso viel kostet, wie günstige B&Bs – die ja nun irgendwie schwer zu finden waren.

Andererseits ist es schon irgendwie idiotisch. Ich, die keine Ahnung von Campingplätzen hat, weil ich noch nie auf einem drauf war, will 12 Tage in einem Van schlafen? Keinerlei Luxus? Leckeres, Kalorienarmes Essen auf zwei Gasflammen kreieren? 12 Nächte auf einer Art Klapp-Sofa schlafen? Duschen auf einer Camping-Platzeinrichtung? Womöglich noch eine Campingtoilette sauber machen? Im Urlaub? Zwischendurch macht mir das schon ein wenig Angst. Anderseits war ich 2 Wochen in Kroatien Segeln und da hat man auch auf dem Boot gekocht und in der Marina geduscht. Das ging doch auch. Erscheint mir ähnlich.

Leute, die mich kennen, wissen was ich mache, wenn ich keine Ahnung habe und in Panik verfalle: Ich kaufe ein Buch. Also hab ich mir jetzt eine Auswahl an Kochbüchern bestellt und plane noch ein Tipps und Tricks Buch zu kaufen. Irgendwelche Empfehlungen?

Hat da eigentlich schon einer von Euch Erfahrung mit einem umgebauten Bus? Wie schläft es sich denn auf diesem „Klappbett“? Und auf diesem Bett unter dem Dach? (Scheint für mich auch so eine Art Stecksystem zu sein) Braucht man da noch eine Luftmatratze/aufblasbare Isomatte? Wie läuft denn das überhaupt auf so einem Camping-Platz? Wie viele Handtücher braucht man? Braucht man da einen Bademantel um zum Duschen zu gehen? Was sind die absoluten Must-Haves an Tools? Braucht man eine Solar-Dusche? Eine mobile Satanlage? Was gibt es denn sonst noch so hilfreiche Tipps für den absoluten Neuling?

15.04.2013 um 17:20 Uhr

Es ist vollbracht

Stimmung: erleichtert

Wir sind sie endlich los. Wochenende um Wochenende haben wir dort verbracht, Kartons und Kisten zusammengepackt, Kubikmeter um Kubikmeter Sperrmüll aus der Wohnung getragen und Anhänger und Kofferräume voll mit Müll zur Deponie gebracht. Nach 4 Monaten Papier sortieren, ausmisten, verschenken, einlagern und raustragen sind wir die nie versiegende Quelle von Kram in der Wohnung von der Mutter des Pferdeflüsterers endlich los.

Zwischendurch war es wie ein unüberwindbarer Haufen, der nie kleiner zu werden schien und der unsere Beziehung auf eine große Zerreiß-Probe gestellt hat. Aber jetzt haben wir die Schlüssel abgegeben und können nun wieder durchatmen. Kurz bevor wir fertig waren, war die Freundin der Mutter war gestern noch mal kurz da, die uns auch viel geholfen hat und sie war erstaunt, dass (OT) „so eine Wohnung doch mal leer sein kann“.

Alles ist noch nicht weg. Es gibt noch ungefähr eine Garage voll mit Dingen, die wir erstmal eingelagert haben. Dinge, bei denen wir nicht sicher waren, ob man sie verkaufen kann, Dinge, die wir behalten wollen und Dinge, die wir so schnell nicht aussortieren konnten, wie alte Bilder, Elektronik und Erinnerungsstücke. Aber die sind jetzt vor Ort und man kann sich nun gemütlich vor den Fernseher setzen und eine Kiste sortieren. Man muss keine 3 Stunden mehr fahren und es nimmt einen mental nicht mehr so mit.

Wir haben letztes Wochenende schon gemerkt, wie groß die Last ist, die nun nicht mehr auf unseren Schultern lastet, weil wir wegen dem verknacksten Fuß vom Pferdeflüsterer nicht in die Wohnung konnten. Seit langem haben wir ein ganzes Wochenende nur mit uns verbracht, gechillt und Dinge getan, die uns entspannen. Das war wirklich toll.

Zum Schluss ist auch der Pferdeflüsterer noch etwas sentimental geworden, als wir die letzten Teile rausgetragen und alles zusammengekehrt hatten. Ganz andächtig hat er das von ihm damals gebastelte Namensschild von der Tür abgenommen. Die Wohnung los zu sein, ist schon fast ein Abschluss. Aber so richtig final wird es wohl erst sein, wenn wir im Mai die Asche verstreut haben. Der Pferdeflüsterer meinte dann schon, dass wir dann das Namensschild nehmen und es an den Baum nageln, wo dann ihre Überreste liegen. Ich finde diese Idee sehr schön.

08.04.2013 um 13:31 Uhr

Die wohlverdiente Pause

Stimmung: gut

So langsam finde ich wieder zu mir. Nach den vielen stressigen Wochenenden wo wir mit dieser never ending story beschäftigt waren – der Wohnung von der Mutter des Pferdeflüsterer – hatten wir nun ein Wochenende komplett für uns. Und das brauchten wir dringend.

Nein, es ist dort noch nicht alles fertig. Aber jetzt ist wirklich ein Ende in Sicht. Alles was nun noch drin ist, muss „nur“ noch zur Deponie gefahren werden. Alles was wir behalten wollten ist bereits hier in einer Garage untergebracht, das Papier ist sortiert und entsorgt, vieles aus dem Hausstand ist an eine soziale Einrichtung weggegeben, die Bücher sind abgeholt wurden sogar der Sperrmüll ist entsorgt. Jetzt gibt es noch Gartenabfälle, Restmüll und – wer hätte es gedacht – Papier. Achja.. und ein Möbelstück, für das wir keine Verwendung hatten, aber das meine Freundin unbedingt haben wollte. Das bedeutet, noch einmal mit dem Anhänger runterfahren, den mit dem Müll vollpacken, zur Deponie und es da abladen, den Schrank einladen, ein wenig sauber machen (es reicht Besenrein), Schlüsselübergabe machen und wegfahren. Und damit die Wohnung und das Chaos hinter uns lassen. Das ist auch dringend notwendig. Die Wohnung hat uns so viel Kraft gekostet.

Leider hat sich der Pferdeflüsterer beim letzten Besuch dort den Fuß verstaucht und ist mal wieder krankgeschrieben. Dieses Jahr ist gesundheitlich noch nicht so ganz sein Jahr. Erst hatte er mit dem Leistenbruch zu tun, dann hat auch ihn die Grippe niedergestreckt und jetzt hat er einen verstauchten Fuß und fällt wohl wieder für die ein oder andere Woche aus. Das ist natürlich wegen der Wohnung echt ein Problem. Aber erstens ist das meiste nun im Keller (das heißt der Weg ist kürzer) und die Leute im Haus sind wirklich großartig und helfen beim Tragen.

Und weil wir nun dieses Wochenende nichts in der Wohnung machen konnten, haben wir einfach mal die Zeit genossen. Und das war so schön. Wir haben einen Ausflug mit den neuen Auto des Pferdeflüsterers gemacht, haben seinen Geburtstag ganz gemütlich mit ein paar Freunden gefeiert, haben fast den kompletten Samstag im Bett verbracht, dort gefrühstückt und es uns einfach gut gehen lassen, hatten einen netten Doppelkopfabend und haben es sogar geschafft, uns um unseren Urlaub zu kümmern. Es war super entspannend und locker. Wir haben uns einfach ein wenig treiben lassen und es uns gut gehen lassen.

Vielleicht ging es mir auch so gut, weil ich es geschafft habe, das Chaos in meiner Wohnung zu beseitigen. Offenbar ziehe ich unglaublich viel Kraft daraus, wenn mein Zuhause ordentlich und sauber ist. Das Putzen und aufräumen selbst geht mir zwar oft auf den Keks, aber wenn ich es dann mache, geht es mir damit so viel besser, dass ich die Aversion gegen das Putzen doch öfter mal runterschlucken könnte. Das schlimme ist allerdings, dass es beim Pferdeflüsterer eher nicht so ist. Ihn stört das Chaos mit dem er sich immer umgibt nicht so sehr. Und wegen dem ganzen Stress und der kräftezehrenden Wohnungsauflösung hatte er (verständlicherweise) keine Lust auch noch etwas zu Hause zu tun. Aber anders als bei seiner Mutter ist es bei ihm wirklich staubig und es müsste dringend etwas passieren.

Letztens ist mir der Kragen geplatzt und ich habe die Zeitungen wenigstens sortiert und überall aus seinen Krusch-Ecken den Papier- und Plastikmüll rausgesammelt. Ich verstehe auch nicht, warum man die Zeitungen nicht mal ordentlich stapeln kann und warum man wenn man ein neues Hemd anzieht, das ganze Verpackungsmaterial ein Vierteljahr im Schlafzimmer auf der Fensterbank liegen muss. Und dann wird immer drum herum gewischt? Dass ich seinen Kram einfach mal geordnet habe, hat ihm nicht so richtig gefallen, aber rausgeschmissen hat er mich auch nicht. Er hat dann vor lauter schlechtem Gewissen und murrend die Zeitungen wenigstens aussortiert, gestapelt und weggepackt. Keine Ahnung, wie das laufen soll, wenn wir zusammen wohnen. Ich habe ein wenig Panik davor, dass ich ihm dann ständig hinterher räumen muss. Andererseits ist es ja nicht mehr so schlimm, wie am Anfang unserer Beziehung. Das ist ja nun auch schon was. Vielleicht besteht da doch noch Hoffnung.

15.01.2013 um 11:33 Uhr

Aufräumen und aufarbeiten

Stimmung: Stabil

Ich weiß, ich weiß. Ich bin abgetaucht. Das schlimme ist, es lag nicht daran, dass es nichts zu erzählen gab, sondern daran, dass es einfach zu viel war und wenn man dann nicht an einer Stelle mit dem schreiben anfängt, wird es ein riesiger Berg und man weiß gar nicht, wie man den wieder wegschreiben soll.

Anfang Dezember ist die Mutter des Pferdeflüsters gestorben. Wir sahen uns nun damit konfrontiert, eine würdevolle Beerdigung zu organisieren für eine Frau, von der immer mehr rauskam, wie egoistisch sie zu oft gewesen ist. Wie gut hätte es dem armen kleinen blauäugigen Jungen gehen können, wenn sich seine Mutter auch mal für sein Wohl interessiert hätte? Das ist wirklich bitter. Einmal weil man es kaum glauben kann, dass es wirklich so schlimm ist, dass eine so augenscheinlich nette Frau so arschig sein kann und zum anderen, weil es die ohnehin nicht heile Welt seiner Kindheit noch weiter erschüttert. Nachdem er nun erfahren hatte, dass wohl die Kollegin deutlich mehr wusste, als alle ihre „besten" Freundinnen, dass seine Mutter sehr wohl gewusst hat, dass er Angst für ihrem einen Freund hatte und trotzdem nichts getan hat und dass die Kollegin sich im Hintergrund dafür eingesetzt hat, dass es doch noch Lehrer gab, die an den Pferdeflüsterer glaubten und denen er es verdankt, dass nicht irgendein krimineller aus ihm geworden war, war er drauf und dran, statt wie versprochen die Asche zu verstreuen, sie einfach in den Müll zu kippen. Nein... ihn da mit seiner ganzen aufgestauten Wut wieder einzufangen, war nicht leicht.

Auch nicht leicht, ist die Bewältigung des von ihr hinterlassenen Chaos in dem sie nicht mal selbst den Überblick gehabt haben kann. Das beinhaltet sowohl die Strukturlosigkeit ihrer Wohnung als auch ihr nicht vorhandenes Ablagesystem. Was haben wir da schon an wichtigen und unwichtigen Papieren gesammelt und weggeschmissen. Ich glaube es reichen ca. 10 Kassenzettel auf einem Haufen, damit ich Amok laufe. Wir mussten sechs Banken anlaufen, um dort überall Konten aufzulösen. Dazu kommt noch, dass der Arbeitgeber jedes Jahr Überschüsse in Lebensversicherungen für die Mitarbeiter angelegt hat und dass die sich auch über sechs verschiedene Unternehmen verteilen. Manche waren schon zuteilungsreif, wurden aber nicht ausgezahlt, weil sie es versäumt hat, denen ihre Kontoverbindung mitzuteilen. Mittlerweile haben wir schon einen Überblick und wir haben ihr Papierchaos zumindest im Griff. Die Banksachen sind nun alle erledigt und die Versicherungen laufen gerade.

Trotzdem gestaltet sich ihre Wohnung als einzige Schatzkammer oder meinetwegen als „Raum der Wünsche". Neben dem vielen unnützen (zumindest für uns) wie Kalender der letzten 20 Jahre, getrocknete Blätter und Blüten und Kassenzettel von vor 15 Jahren, finden sich auch einige interessante Gegenstände wie alte Küchengeräte, Rezepte der letzten drei Generationen, alte Passe (damit meine ich aus 1858) aber auch Informationen über die Abstammung des Pferdeflüsterers. Wir wissen jetzt, dass sein Opa nicht sein Opa ist, was seine Oma in den 70ern als Ärztin verdient hat und so weiter. Nichts wegzuschmeißen ist in der Familie offenbar genetisch. Und was macht man mit alten Fotos, wo Leute drauf sind, die offenbar zur Verwandtschaft gehören, aber über die man nichts weiß?

Überhaupt müssen wir uns echt noch richtig organisieren damit wir die Wohnung leer bekommen. Manchmal stehe ich davor und weiß nicht, wie wir das anstellen sollen. Wo sollen denn, die Tonnen Bücher und Klamotten und Dinge hin? Da ist so viel dabei, was man eigentlich nicht wegwerfen kann/darf. Aber aufheben kann man auch nicht alles. Der Pferdeflüsterer redet es immer irgendwie klein und schiebt es vor sich her - hauptsächlich, weil er sich auch nicht allem stellen will.

Tja.... Und dann waren wir beide ziemlich blöd erkältet und der Pferdeflüsterer hatte eine Leistenbruch-OP. Kein Wunder, dass Weihnachten, Neujahr und mein Geburtstag irgendwie untergegangen sind.

Aber was mich nun so richtig mitnimmt ist, dass mein Lieblingschef als Geschäftsführer die Firma verlässt und keine Ahnung habe, wie ich in Zukunft mit dem anderen weiter arbeiten soll.

01.11.2012 um 12:42 Uhr

Gemischte Gefühle

Stimmung: wechselhaft

Im Moment sind der Pferdeflüsterer und ich in einer schwierigen Phase. Letztens hatten wir einen ziemlich heftigen Streit, wegen irgendeiner Kleinigkeit. Eigentlich weil wir beide, wie so oft in der letzten Zeit, schlechte Laune hatten. Irgendwann sagte er, er glaube wir bräuchten beide mal eine ziemlich lange Pause und ich dann meinte, wir brauchen keine Pause, wir brauchen eine Trennung. Dann legten wir auf und blieben beide mit einem ziemlich miesen Gefühl zurück. Nein... Trennung wollten wir dann doch nicht, aber so wie es gerade läuft kann es auch nicht weiter gehen. Es folgten ein paar Mails und ein paar Gespräche.

Zwischendurch ging es mir auch ziemlich gut. Ihn mal ein paar Tage nicht zu sehen, tat mir richtig gut und ich merkte, was mir alles so gefehlt hat: Zeit für mich. Ich machte Sport und tat die Dinge am Wochenende, die ich früher auch immer am Wochenende gemacht habe. Ich hatte unglaublich viel Zeit und musste wirklich überlegen, was ich damals vor dem Pferdeflüsterer alles so angestellt hatte. Ich hatte sogar ein neues Lebensgefühl. Auch die Treffen, die folgten waren wieder von anfänglichen Prickeln erfüllt und ich nahm mir fest vor, dieses Gefühl auch weiter zu behalten.

Und dann wurde das mit seiner Mutter wieder schlimmer. Mittlerweile ist sie von ihren Ärzten aufgegeben worden und es wird nur noch was gegen die Schmerzen getan. Das wohl schlimmste daran ist, dass sie bei vollem Bewusstsein ist und nun mitbekommt, wie ihr Körper immer mehr versagt. Jetzt hat sie kein Gefühl mehr in den Beinen und die Hände können nicht mehr richtig greifen und das ist erst der Anfang.

Aber als wäre das noch nicht alles schlimm genug, hat sie ihre Verhältnisse nicht mal ansatzweise geordnet. Bei ihr zu Hause herrscht schlimmeres Chaos als beim Pferdeflüsterer in der Kammer des Schreckens - wenigstens weiß ich nun, wo er das her hat. Letztens hat sie ihm eine Zeichnung mitgegeben, wo noch weitere wichtige Unterlagen liegen könnten, die sich dann als uralte Gehaltsabrechnungen herausstellten.

Sie will nun auch ihr Gewissen erleichtern und es kommen immer mehr Einzelheiten raus, bei denen sie aus egoistischen Gründen Entscheidungen getroffen hat, die nicht im besten Interesse ihres Kindes waren. Gut... sie war jung... aber irgendwann hätte man doch mal reflektieren müssen, dass es doch so nicht weiter gehen kann. Irgendwann hätte man doch mal einsehen müssen, dass man auch mal was zum Wohle des Kindes tun muss. Ist das nicht die Aufgabe einer Mutter?

Und wie geht es dem Pferdeflüsterer dabei? Ich habe keine Ahnung. Warum er nicht so stinkig ist, dass er ihre Lieblingstassen an die Wand wirft oder nicht wieder aufhören kann zu heulen, weil er so traurig ist, dass sie sein Leben verpfuscht hat, verstehe ich nicht. Doch... eigentlich verstehe ich es schon. Wut und Trauer sind mit den ganzen anderen Gefühlen in eine Kammer eingesperrt. Er funktioniert einfach. Er fährt ständig da runter, um irgendwas zu regeln und ich kriege langsam Panik davor, wie viele Gefühle er noch einsperren will und wann sie endlich hochkomme und mich überrollen.

Schließlich ist das unser Hauptproblem. Er hat Schwierigkeiten, diese vielen schönen Gefühle, die man in einer Beziehung haben will, zuzulassen. Liebe und Leidenschaft eben, weil er das mit der Wut und der Trauer und der Enttäuschung eingesperrt hat. Er ist depressiv und zieht mich damit runter. Die Pause brauchten wir auch unter anderem, weil er sich ausgepowert und müde fühlt. Und nein... das ist keine Phase. Das geht schon so lange ich ihn kenne und es wird immer schlimmer. Nicht mal der Urlaub konnte etwas daran ändern. Er braucht Hilfe, aber das sieht er leider nicht ein. Ich bin zwar gut, aber ich bin kein Therapeut.

Mir geht es jetzt wieder so wie vor der Pause. Ich bin traurig und niedergeschlagen. Aber jetzt weiß ich wenigstens warum. Ich hatte früher immer schon das Gefühl, ich bin manchmal wie eine Antenne, die anderer Leute Gefühle fühlt. Und ja... mich macht diese egoistische Zicke tierisch wütend. Ich hätte große Lust zu ihr ins Krankenhaus zu laufen und ihr zu sagen, was ich von ihr halte. Und dass sie froh sein kann, dass ich ihn dazu überredet habe, seine offenen Fragen mit ihr zu bereden, weil sie sonst auf ihrem ganzen Chaos sitzen bleiben würde. Verdammt, wieso habe ich das nur getan?

Und dann stelle ich mir einen kleinen blauäugigen Jungen vor, der Angst davor hat mit einer blutenden Hand zur Oma zu laufen und der ständig aus seinem geliebten Umfeld gerissen wird, weil seine Mutter keine Lust mehr hatte, dort zu wohnen, um den sich nicht gekümmert wird und Leute, die sich kümmern wollten, durch seine Mutter von ihm fern gehalten werden. Mir zerreißt es das Herz, bei dem Gedanken an den kleinen Jungen. Ich könnte heulen. Und das habe ich auch schon gemacht.

Wenn das passiert denke ich wieder, es ist doch nicht meine fucking Aufgabe die Tränen eines anderen zu weinen. Aber ich kann nicht anders. Wenn ich mich diesen traurigen Gefühlen verschließe, habe ich Angst, dass ich die tollen Gefühle auch nicht mehr zulassen kann. Trotzdem stumpfe ich innerlich ebenso ab, wie der Pferdeflüsterer. Ich merke auch, dass ich wieder immer mehr in Lethargie versinke. Dass ich eben keine Energie mehr habe um Sport zu machen. Dass ich wieder anfange wahllos irgendwelchen Kram in mich hinein zu stecken. Offenbar machen wir also wegen seiner Mutter Pause von der Pause. Und das tut mir nicht wirklich gut.

Nein. Dass will ich nicht mehr. Ich kann nichts dafür, dass der Pferdeflüsterer keine schöne Kindheit hatte. Und so zynisch wie es klingt, man kann es jetzt auch nicht mehr ändern. Der Zug ist abgefahren. Jetzt muss er nur noch einen Weg finden, wie er damit leben kann. Und wenn mir das zu anstrengend ist, muss ich eben gehen. Aber ein schlechtes Gewissen bleibt, ebenso wie die Frage wie viele Opfer muss/sollte man für jemanden bringen, den man liebt? Ich liebe ihn. Aber ich sollte mich mehr lieben. Oder?

Aber im Stich lassen will ich ihn auch nicht. Er hat doch sonst keinen.

14.09.2012 um 12:30 Uhr

Der Urlaub

Wir kommen gerade aus unserem Urlaub zurück. Mallorca war wirklich sehr schön und bis auf ein kleines bisschen Ärger mit unserem Gepäck am Anfang und mit dem Zimmer konnte ich mich sehr entspannen. Der Pferdeflüsterer irgendwie nicht. Überhaupt ist die Stimmung sehr angespannt. Er ist von allem und jedem genervt was ich sage und mich nervt dieser ständige zickige Ton an. Ich bin ziemlich am zweifeln. Im Urlaub sah es aus als könnte es besser werden, aber jetzt wo wir wieder da sind ist alles wieder da.

Im Grunde fing alles ein paar Wochen vor unserer Reise an. Da rückte er damit raus, dass er sich (wieder einmal) völlig ausgelaugt fühlt und dass er das Gefühl hat aus dieser Beziehung nicht so viel Kraft rausziehen zu können, wie er gerne würde. Dass er sich ausgelaugt fühlt ist nichts neues. Das hatte er immer schon - besonders vor unserem Urlaub. Und ja, es ist anstrengend für ihn. Der Krebs seiner Mutter und das merkwürdige Verhältnis zu ihr, wo vieles ungeklärt ist, der Job, der Chef... Aber als er noch meinte, dass eben die Beziehung zuletzt dazu gekommen ist und daher vielleicht der Grund für seine Abgespanntheit sein könnte, ist mir ein wenig der Kragen geplatzt.

Es ist doch jeder für seinen Energiehaushalt selbst verantwortlich. Und wenn er es nicht schafft, sich Freiräume zu schaffen, kann ich doch nun wirklich nichts dazu. Außerdem verstehe ich nicht, wie er nichts aus der Beziehung ziehen kann. Liegt es daran, dass mein eigenes Leben gerade nicht so einfach verläuft und ich oft jemanden zum reden brauche und ihn damit überfordere? Mich einfach anlehne, obwohl er selbst gerade mit der eigenen Stabilität zu kämpfen hat? Liebe ich ihn nicht genug? Sollte ich ihn weniger mit meinen Problemen belasten?

Aber dann denke ich, dass doch auch dafür eine Beziehung da ist. Dass man Dinge miteinander teilt. Ich teile. Aber er macht alles mit sich selbst aus. Und wenn ich nachfrage kommt irgendwas zickiges angenervtes zurück. Aber ich mache mir nunmal Sorgen und werde überall ausgesperrt. Ich dachte wir lieben uns, aber ich bekomme immer mehr das Gefühl, dass er dazu vielleicht nicht wirklich fähig ist. Ich kriege wenig zurück. Ein Lippenbekenntnis, hinter dem wenig hintersteht. Bestimmt glaubt er es, deswegen lügt er nicht. Aber er kann meine Liebe ja kaum annehmen. Und oft, wenn mir diese Lippenbekenntnisse zu viel werden, vergieße ich still ein paar Tränen.

Also habe ich in den Tagen vor dem Urlaub versucht meine eigene Stabilität wieder zu finden. Wieder mehr Dinge für mich zu tun. Mehr auf mich zu achten - und mich so etwas von ihm entfernt. Diese Entfernung, war auch am Anfang des Urlaubs spürbar. Als müssten wir über Dinge reden, aber der Urlaub wäre nun wirklich der falsche Ort und die falsche Zeit. Denn das Ergebnis eines solchen Gesprächs kann ja fast nur sein, dass wir uns trennen. Ich hatte jedenfalls immer weniger Lust auf ihn.

Dann hatte wir doch ein winziges Gespräch. Weil er immer so zickig war, wenn ich was gesagt habe, ist mir irgendwann der Kragen geplatzt. Ja... nicht jedes vermeintliche Schnäppchen stellte sich im Nachhinein als schlaue Idee heraus. Nein, der Sprit war in Holland nicht billiger. Nein auch in Amsterdam nicht. Und nein, keine der Tankstellen hatte einen passenden Gasanschluss, so dass wir günstig mit Autogas reisen konnten. Und ja, vermutlich müssen wir in den sauren Apfel beißen und teuren Sprit tanken, weil liegen bleiben noch viel teurer ist. Ich hätte ja gern schon vor der Grenze getankt, aber der Pferdeflüsterer war eben so überzeugt, dass wir es noch irgendwo billiger bekommen. Taten wir nicht. Stattdessen verschwendeten wir weiter Sprit und Zeit.

Und so war es mit dem Internet, wo die spanische Prepaid-Karte uns mehr Geld gekostet hat, als sie gespart hat, mit dem Hotelzimmerwechsel, weil es hinterher noch lauter war als vorher und mit dem verkorksten letzten Abend, wo er partout nicht zwischen den Touristen in Palma essen wollte und wir dann gar nichts bekamen, weil ihre Köche erst um 20h anfingen und das mit dem Flieger zu spät wurde. Immer musste er sich durchsetzen und immer lag er daneben. Ok... weil er wegen dem Übergewicht nicht locker ließ und schnell noch etwas umpackte, sparten wir 50€. Aber immer wenn ich dann was sagte, war er super genervt. Zickig.

Mir platzte also der Kragen. Ich meinte, wenn ihm nicht passt, was ich zu sagen habe, dann brauche ich ja gar nichts mehr zu sagen und blieb die nächsten Stunden sehr kurz angebunden. Irgendwann fiel ihm dann etwas auf, er entschuldigte sich und war fortan nicht mehr ganz so schlecht gelaunt.

Sex hatten wir wenig. Am Anfang stand mir nicht der Sinn danach und später waren wir oft kaputt und müde vom Tag. So faul am Strand zu liegen ist ja auch unglaublich anstrengend.

Im Nachhinein betrachtet war wirklich nicht alles schlecht. Das Wetter war klasse und weil wir ein Auto hatten, konnten wir uns jeden Strand ansehen, den wir wollten. Er wollte natürlich nur FKK machen. Aber die entsprechenden Strände waren auch schon irgendwie netter. Wir lernten erst ein junges Pärchen kennen, mit dem wir einige Touren unternahmen und viel Spaß hatten und kurz vorm Fliegen noch zwei super liebe Mädels mit denen Abends der Alkohol noch die richtige verbale Würze bekam und die uns am letzten Tag noch nach Palma begleiteten. Richtig super war auch die Baumarkt-McGyuver-Aktion, weil das zweite Zimmer ja noch viel lauter war, als das erste, wir aber nicht noch mal wechseln wollten, sind wir in Baumarkt auf Mallorca gefahren und haben Silikon und Dichtungsmasse gekauft und die Lücken zwischen Balkontür und Wand abgedichtet und dafür gesorgt dass die Tür richtig schloss. Und siehe da... es half. Alles war gut. Ich hätte auch nicht wissen wollen, was gewesen wäre, wenn der Pferdeflüsterer den gesamten Urlaub nicht geschlafen hätte. Ich werde auch nie die verrückte Tour vergessen, weil der Strand, den wir uns ausgeguckt hatten eher mit einem SUV als mit einem normalen Auto zu erreichen war. Oder die richtig geile Paella. Oder der Besuch bei den Pferden eines Polo-Liebhabers. Oder die Tatsache, dass wir einen ganzen Tag durch die Berge fuhren, um dann am höchsten Berg festzustellen, dass beide Akkus alle waren. Oder als es am vorletzten Abend so derbe anfing zu schütten, dass die Gullis übergelaufen sind, war aber mit den Mädels auf unserem Balkon standen, Sangria tranken und über die Leute lästerten, die durch die Pfützen mussten. Und das leckere Abendessen im Hotel. Und den Spaß den wir hatten.

Aber diese Erinnerungen sind doch das, was bleibt. Nicht der Stress wegen dem Übergewicht, weil die Information über das Gewicht derartig versteckt war, dass wir das nicht finden konnten oder dass das Internet zu teuer war oder dass der letzte Abend doof war.

Jetzt tut der Pferdeflüsterer so, als wäre alles blöd gewesen. Aber das war es nicht. Es war viel schöner, als im letzten Urlaub. Wir nähern uns dem richtigen Urlaub an: Sonne ist wichtig, eine Hotel in dem man Menschen kennenlernt und eine ruhige Lage. Gut wäre dann auch noch all-in, weil wir mit HP durch die extra Ausgaben nicht wirklich was gespart haben. Wir haben letztendlich das gleiche bezahlt - hatten nur etwas mehr Ärger. Und das nächste Mal fliegen wir mit einem echten Reiseanbieter. Dann hat man wirklich einen Ansprechpartner vor Ort und vermutlich auch weniger Stress. Aber wir haben dieses Jahr schon viel richtig gemacht.

Und trotzdem sitze ich hier und überlege ob ich nun alle meine Sachen packen und in meine eigene Wohnung fahren soll. Für immer. Es ist doch merkwürdig, dass sich das richtige Urlaubsfeeling erst hier zu Hause (beim Pferdeflüsterer) eingestellt hat. Hier konnte ich mal wieder meine Seele baumeln lassen, was im Urlaub irgendwie nicht ging.

Letztens als meine Mutter Geburtstag hatte, tauchte da auch meine sonst so blöde Cousine mit ihrem neuen Freund auf. Bloß war sie nicht mehr so blöd. Sie hatte neue Haare, wirkte weniger wie eine Hexe und sah insgesamt glücklich aus. Oder ein Freund meiner Eltern, der auch ne neue Freundin hat und die wirklich so aussehen als würde alles passen und die nächstes Jahr heiraten wollen. Oder das Pärchen aus dem Urlaub, wo sie einfach abhaut, ihr Ding macht und er sich nicht aufregt, sondern mit einem Lächeln sagt, dass sie das öfter macht - schließlich ist sie wie ein Wesen vom anderen Stern. Da wird man schon nachdenklich, wenn man sieht, wie die dann so glücklich wirken und sich völlig zum Positiven verändert haben und vor Glück strahlen, warum bei mir immer alles so anstrengend ist. Warum habe ich, seit ich ihn kenne, 16 kg zugekommen? Warum ich nicht das Gefühl habe, er bringt das Beste aus mir zum Vorschein? Und warum ist er so unglücklich? Bin ich tatsächlich nicht die richtige für ihn?

Mir wird immer klarer, was mir alles fehlt. Was ich brauche, aber nicht bekomme: Echtes Gefühl, echte Hingabe, echte Leidenschaft, echtes Mitgefühl. Ich kann ihm da nicht wirklich einen Vorwurf machen. Er kennt es nicht. Er kann mir vielleicht nicht mehr geben. Aber mir geht langsam die Geduld flöten. Bringt es etwas zu warten? Und dann fällt mir ein, wie toll er sein kann. Dass er mir schon auf seine Weise zeigt, dass er mich liebt. Aber ist das noch so? Was mache ich da bloß? Ich will ja auch nichts überstürzen. Ich hatte die Hoffnung, dass der Urlaub Klarheit bringt, hat er aber nicht. Ich weiß auch gerade nicht, wo sie herkommen soll.

16.05.2012 um 17:12 Uhr

Das Schwiegermonster auf Reisen

Stimmung: noch etwas wackelig

Nachdem nun das gröbste ungute Gefühl aus dem Weg geräumt ist, tanzen der Pferdeflüsterer und ich nun ein wenig auf Eiern rum. Jeder ist darauf bedacht dem anderen möglichst wenig auf die Füße zu treten, möglichst viel Rücksicht zu nehmen, möglichst wenig Sticheleien zu verteilen und möglichst viele Freiheiten zu lassen. Dabei versuchen wir tapfer, aus der wackeligen Holzhütte, zu der unsere Beziehung geworden ist und die beim geringsten Windstoß umzufallen droht, etwas Stabiles zu zimmern und dabei die Gradwanderung zu schaffen, trotzdem wir selbst zu bleiben. Glücklicherweise ist die Beziehungshütte noch nicht umgefallen und dabei hat am Wochenende ein heftiger Wind in Form meiner Mutter dagegen gepustet.

Super großzügig, hatte der Pferdeflüsterer (trotz seiner Stimmung gegenüber dem Schwiegermonster) gemeint, dass ich zum Muttertag meine Mutter zum Kaffe einladen könnte, dass er dabei wäre, ggf noch einen Kuchen backen würde und wir zu einer Besichtigung von seiner Wohn- und Arbeitsstelle fahren könnten. Meine Mutter war natürlich total aus dem Häuschen, weil ich mir sonst nicht die Mühe mit diesem kommerziellen Feiertag gebe und ein wenig enttäuscht, dass das Treffen bei mir wäre. Aber ich sagte ihr noch nichts über die Möglichkeit, dass sie vielleicht doch ne Einladung zum Pferdeflüsterer nach Hause bekommen würde. Warum ihr das so wichtig ist, weiß ich nicht.

Zu blöd nur, dass wir, also meine Mutter und ich, am Vortag noch eine kleine Auseinandersetzung hatten und er daneben saß und alles mitbekam. Die Autobahn war nämlich gesperrt und ich rief an um ihnen mitzuteilen, dass sie mehr Zeit einplanen sollten, weil sie einen Umweg fahren müssen und zu fragen, ob sie trotzdem bereit wären die Mühe auf sich zu nehmen. Dummerweise hatte ich aber Papi am Telefon und irgendwie ist bei der Übermittlung der Information irgendwas schief gelaufen.

Eine halbe Stunde später rief meine Mutter zurück und pampte mich ohne Ankündigung an: „WIE KOMMST DU EIGENTLICH DARAUF, DASS ICH MICH VON SO WAS LÄCHERLICHEM, WIE EINER AUTOBAHNSPERRUNG, DAVON ABHALTEN LASSE MEINE TOCHTER AM MUTTERTAG ZU BESUCHEN?" Irritiert wegen der plötzlichen und heftigen Reaktion, meinte ich nur, dass es bloß nett gemeint gewesen wäre, ihnen diese Informationen zu geben. Aber weil meine Mutter nicht locker ließ bekam ich langsam das Gefühl, dass sie mir vorwarf, ich wollte sie nicht dahaben und da war bei mir der Punkt erreicht wo ich sie zurückpampte. Daraufhin kam: „WIESO GEHST DU DENN JETZT SO AB?" und nach der Erklärung dass sie sich doch zuerst laut geworden ist: „ICH BIN GANZ RUHIG" und als ich meinte, dass ich diesen Vorwurf nicht auf mir sitzen lasse: „ICH HABE DAS NIE SO GESAGT!"Stimmt hatte sie nicht, aber vielmusste man zu diesem Subtext auch nicht hinzudichten.

So gab ein Wort das andere und nach einer Weile, war ich tatsächlich drauf und dran, sie wieder auszuladen. Besonders weil ich den Pferdeflüsterer beobachtete, der immer kleinlauter wurde und immer mehr bereute, dass er sich überhaupt auf diesen Deal eingelassen hatte.

Meine Mutter lenkte nicht ein, aber ich lud sie trotzdem nicht aus. Irgendwie einigten wir uns darauf, dass wir unterschiedlicher Meinung waren. Anstrengend war das Telefonat trotzdem. Der Pferdeflüsterer saß kopfschüttelnd da und murmelte unverständliches vor sich hin. Zwischendurch kam mal ein „ich habs ja gewusst" und ein „es bringt einfach nichts" und schließlich ein „jetzt brauch sie sich nicht einbilden, dass wir jetzt noch zu mir fahren" dabei raus.Damit war das also geklärt. Mir fiel auch nichts ein, um sie umzustimmen. 

Wider Erwarten war das Kaffeetrinken dann doch recht harmlos. Mein Papi spielte mit den neuen Magnetkugeln (nebenbei: ein toller Spaß. Man kann alles Mögliche daraus bauen und haptisch ist das voll der Hit). Jeder erzählte irgendwelche Annekdoten, meine Mutter war völlig aus dem Häuschen, weil der Pferdeflüsterer extra ihren Lieblingskuchen gebacken hat (er kann nur einen) und am Ende nahmen sich der Pferdeflüsterer und meine Mutter tatsächlich auch noch in Arm. Wir waren trotzdem froh, als die beiden am frühen Abend weg fuhren. Und für eine solche Tapferkeit hat er den Titel "Weltbester Freund" verdient.

 

PS: Übrigens auch für die Super Abholaktion am Freitag, als wir Firmen-Grilabend hatten. Da ist er mit dem Klapprad nachts um 23h zu meiner Arbeit gefahren und hat mich mit meinem Auto und dem Fahrrad wieder nach Hause gefahren. Mein Chef quitierte das mit „ach das ist ja lieb", als er am Montag fragte, ob ich gut nach Hause gekommen bin. Das fand ich auch. Zum Dank bekam er noch einen großen Grillteller, über den er sich wirklich freute.

 

PPS: Und natürlich dafür, dass er Samstag zwar unglaublich lange zum Brötchenholen brauchte, mir aber eben auch Blumen mitbrachte. Voll schön.

 

08.05.2012 um 15:47 Uhr

Nicht mehr ganz der Anfang vom Ende

Stimmung: besser

Das Wochenende war Anfangs sehr merkwürdig. Wir sind nach Berlin gefahren, weil Faraway ihren Geburtstag dort feiern wollte. Aber wir beide waren überhaupt nicht entspannt. Und der erste Kommentar, den Nitida machte, als wir am vereinbarten Treffpunkt aufeinander trafen, war: „habt ihr Euch eben gestritten?" Nein... eben nicht. Und dann schüttete ich ihr mein Herz aus. Eben schnell zwischen Tür und Angel. Sie meinte spontan, ich muss einfach Geduld mit ihm haben. Und ihr Freund meinte, dass es schon wichtig ist, eine Perspektive zu haben. Ja... da gab ich ihm recht. Wenn es mit der Perspektive nicht stimmt, kann man es knicken. Es bringt halt nichts, wenn man auf dem Wartegleis steht und immer darauf hofft, dass dieses Warteposition irgendwann mal aufgelöst wird und die Ampel wieder auf freie Fahrt schaltet.

Über uns beiden schwebte also dieses schier unüberwindbare Thema und was es für mich zumindest schwierig gemacht hat, dass auch das Gefühl ein Enddatum zu haben schien. Es fiel mir schwer mich da noch mal wieder darauf einzulassen. Geduld zu haben. So zu tun, als wäre nichts. Schließlich fühlte es sich so an, als wäre es schon das Ende. Es gab fast gar kein Gefühl mehr. Und warum sollte ich noch etwas investieren, wenn es doch ohnehin nächste Woche zu Ende ist. Oder spätestens übernächste Woche. Warum sollte man eine Lösung finden wollen, wenn man merkt, dass es ohnehin keine Zukunft hat.

Ich versuchte mich zusammenzureißen, was mir unterschiedlich gut gelang und versuchte mich nicht permanent von ihm zu verabschieden. Abends war es besonders schwer, weil mir überhaupt nicht nach feiern war. Nicht nach Berlin. Nicht nach Leuten. Nicht nach lauter Musik. Nicht nach guter Laune. Nicht danach, den ganzen Abend das verliebte Pärchen zu spielen, besonders weil alle meine Annäherungsversuche ins Leere liefen oder nur oberflächlich blieben. Zwischendurch war es etwas weniger schlimm, aber es kam immer wieder hoch. Am nächsten Morgen das gleiche Spiel. Nichts mit der typischen, schon fast legendären Feuerkind-guten-Laune.

Nachmittags saßen wir beide allein bei einer heißen Schokolade und redeten. Nicht über das Wohnproblem. Dafür hatten wir immer noch keine Lösung. Sondern über das nicht vorhandene Gefühl. Über meine Angst, mich wieder dem Gefühl hinzugeben, weil es ja morgen schon zu Ende sein könnte und darüber, dass ich mich von ihm so zurückgewiesen fühle. Und dass ich Angst habe um die Beziehung zu kämpfen, weil ich ihn nicht noch mehr unter Druck setzen will. Aber dass ich nicht so tun kann, als wäre nichts. Und er redete über meine Laune und dass er auch zweifelt, ob es noch etwas bringt und dass er schon fast ein Zugticket gekauft hätte, weil es ja meine Freundin ist und er will, dass ich mit ihr feiere. Und dass er zwischendurch schon das Gefühl hatte, es wäre unser Abschiedstrip. Und dass er diese Situation so schwer ertragen kann.

Was dann passierte, kann ich mir immer noch nicht erklären. Kaum hatten wir das alles auf den Tisch gelegt, änderte sich etwas. Plötzlich überkam uns wieder ein Schwall der Liebe, die wir immer für einander empfinden. Wir nahmen uns in den Arm und es gab da doch noch etwas Gefühl. Wir küssten uns und es war doch noch nicht vorbei.

Dieses Gefühl, doch noch zusammen zu gehören, hielt sich über den Rest des Wochenendes. Ich freute mich, dass der Pferdeflüsterer sich mit allen verstand. Der Ton war nicht mehr ganz so scharf, wir gingen einander nicht mehr aus dem Weg und guckten wieder verliebt in die Augen des anderen. Wir hatten sogar wieder Sex. Mehrfach. Und obwohl wir beim Kaffee beide meinten, dass es vielleicht gut wäre, wenn wir uns nächstes Wochenende nicht sehen, meinten wir am Montag beide schon, dass es wohl nicht notwendig ist.

Nein... es ist noch nichts geklärt. Und nein... ich weiß nicht wie es weiter gehen soll. Aber es fühlt sich wenigstens nicht mehr so an, als wäre es der Anfang vom Ende.

02.05.2012 um 17:57 Uhr

Am seidenen Faden

Stimmung: durcheinander

Darüber schreiben macht es irgendwie wahr und ich weiß noch nicht, wie ich damit umgehen soll. Zuerst fing das Wochenende gut an. Nach der Diskussion vor drei Wochen wegen meiner Mutter liefen die letzten Wochenenden sehr gut. Wir verstanden uns und das Gefühl war fast wieder wie vor dem SuperGau. Wir hatten auch wieder mächtig Spaß miteinander, bis wir Montag zusammen im Auto saßen und uns zweimal wegen dem totalen Scheiß in die Flicken bekamen. Ist sonst nie so.

Beim ersten Mal ging es um ein Haus und ob ich genau auf das Haus auf der Karte gezeigt hatte oder mich in der Parallelstraße verirrt hatte. Nein. Doch. Nein. Doch... und keiner gab nach und am Ende war ich stinkig, weil er mich als Lügnerin hinstellte und er war sauer, weil er Recht hatte und keins bekam. Und beim zweiten Mal war es genauso. Da bat mich der Pferdeflüsterer, ob ich nicht sein Handy neustarten könnte und dann passierte etwas merkwürdiges und ich fragte, ob es das schon mal so gemacht hatte. Aber offenbar kam es nicht so richtig bei ihm an und ich bekam die Schuld, weil ich ja offensichtlich irgendeine Taste gedrückt haben MUSSTE - weil es sonst ja nicht sein kann. Total bescheuert also. Jeder dieser Fälle. Und beide kamen aus der Luft und verflogen genauso schnell wieder, aber nicht ohne einen entsprechend schalen Nachgeschmack zu hinterlassen.

Und dann saßen wir am Dienstag zusammen und beim Frühstück brach es dann irgendwie aus uns raus. So geht das mit der Kommunikation irgendwie nicht. Dieses ewige Rechthaben ist sau anstrengend und manchmal eben nicht nachprüfbar und offenbar gibt es manchmal für uns beide keinen Ausweg ohne dass einer das Gesicht verliert. Und das können wir beide nicht haben. Aber schnell wurde klar, dass dies nur die Oberfläche eines verschütteten Eisberges ist. Eigentlich gab es ein echtes Problem unter dem Wasser. Diesmal war es nicht meine Mutter. Es ging um das Zusammenziehen. Dem Pferdeflüsterer ist offenbar klar geworden, dass er irgendwie ein Problem damit hat, wenn ich bei ihm einziehe. Und es ist noch mehr als das. Er kann es sich eigentlich überhaupt nicht vorstellen, mit irgendjemanden zusammenzuwohnen. Das ist nicht auf mich gemünst, sondern ein generelles Problem für ihn.

Es liegt daran, dass diese Wohnung seine erste Wohnung ist, in der Wohn- und Schlafzimmer getrennt ist und in der er sich wohlfühlt. Er wohnt nun schon 10 Jahre dort und das ist alles seins. Er hat sich alles was da drin steht selbst und allein erarbeitet. Freunde sind gekommen und gegangen aber die Wohnung ist geblieben. Das ist seine Beständigkeit, seine Zuflucht, sein Fels in der Brandung. Deswegen hatte er auch immer Schwierigkeiten, seinen Job aufzugeben, weil auch immer seine Zuflucht dran gehangen hat. Und er hat jetzt Schwierigkeiten, mich da reinzulassen. Es geht auch nicht um mich. Es geht um irgendwen. Und wenn er auch noch so enthusiastisch am Anfang gewesen ist, jetzt wo es langsam wahr wird, stellt er fest, dass er da sowas wie eine Mauer hat, immer wenn es darum geht, irgendwas dafür zu tun, dass wir schnell zusammenziehen können. Irgendwas, was ihn abhält.

Tja.. und ich stehe nun da und weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich will einfach nicht mehr aus dem Koffer leben. Ich fühle mich entwurzelt. Ich bin bei mir nicht mehr so ganz zu Hause und bei ihm noch nicht angekommen. Ich habe diese Wohnung sogar schon angefangen als mein Zuhause zu betrachten und mich zu freuen, wenn ich da bin. Aber er fühlt sich jetzt unter Druck und hat das Gefühl ich klammere mich um Biegen und Brechen an diese Beziehung. Aus meiner Sicht stimmt das nicht so wirklich. Ich weiß auch nicht, wie ich ihm noch mehr gefühlten Freiraum geben kann.

Er hat Angst davor hat, dass er irgendwann grausam werden könnte, weil er sich zu dem Schritt gezwungen fühlt und es mir später vorwirft - genauso wie er fürchtet, dass ich es ihm vorwerfe, dass ich wegen ihm die Stadt verlassen habe. Er meint er kennt sich und er weiß, dass ich mich mit der derzeitigen Lösung nicht wohl fühle. Klar stand dann irgendwann auch Trennung im Raum. Ich weiß auch nicht, ob es da eine Lösung geben kann und die jetzige ist tatsächlich nicht meine Lösung. Er meint, er liebt mich zu sehr, um mich leiden zu sehen. Ihm wäre es lieber, wenn wir uns trennen, weil wir keinen Weg finden und dann uns noch nicht so überworfen haben, dass wir uns nicht mehr in die Augen sehen können. Er möchte schon gern in dem Fall der Fälle den Kontakt halten. Ich hatte da bisher noch kein so gutes Händchen mit meinen Ex. Meist hat es erst funktioniert und dann ist irgendwann im Nachhinein noch eine Katastrophe passiert, die zu dem totalen Bruch geführt hat. Und ich wüsste nicht, wie ich reagiere, wenn er drei Wochen nach mir schon ne neue hat und es mit ihr schafft zusammenzuziehen.

Es ist für ihn nicht leicht. Das weiß ich auch. Er war lange allein und er ist da ein wenig blauaugig an die Sache rangegangen. Und jetzt stellt er fest, dass das alles nicht so leicht ist, wie er immer dachte.

Aber offenbar will eine Trennung von uns beiden keiner so wirklich. Nach dem Hauptteil der Diskussion hat er mir sogar noch eine Lösung für das Schwiegermonsterproblem unterbreitet. Wer macht denn sowas, wenn er nicht mehr will? Es wirkt wirklich eingefahren. Wie soll man da denn einen Kompromiss finden? Der eine will nicht mehr allein wohnen und der andere nicht zu zweit? Aber es gibt so viele Paare, die das komischste Konstrukt leben und bei denen es funktioniert, warum sollte es nicht einen Weg für uns geben? Und nein. Ich kenne die Lösung leider nicht. Im Moment diskutieren gerade Kopf und Herz und ich weiß nicht, wer die Oberhand gewinnt. Beim letzten Streit konnte ich mich zurücklehnen und abwarten, weil ich wusste, dass er sich für mich entscheiden wird. Dass er unsere Beziehung nicht wegwirft. Aber jetzt weiß ich es einfach nicht. Der Weg ist nicht klar zu sehen. Meine Gefühle sind auch nicht klar. Ich stecke im totalen Chaos. Warum sollte ich jetzt schon wieder Geduld mit ihm haben? Warum sollte ich schon wieder mit meinen Wünschen zurückstecken? Und dann kommt diese andere Stimme, die mir Mut zuspricht und die mich zum weitermachen drängt. Und ich weiß nicht, welcher Stimme ich folgen soll.

Er will jetzt so weitermachen wie bisher. Nach Berlin fahren und heile Welt spielen. Ich kann das irgendwie nicht. Als mich gestern Abend Lust und Liebe übermannt haben und ihn sogar ansteckten, überkam mich der Gedanke, dass wir vielleicht zum letzten Mal Sex haben könnten. Dass es vielleicht sowas wie Abschied ist. Und da rollten mir leise Tränen die Wange runter, die dem Pferdeflüsterer auf das Gesicht fielen. Als ich es ihm erklärte, war bei ihm die Lust weg. Verabschieden wollte er sich auf keinen Fall.