Die Magie des Augenblicks

24.04.2007 um 17:27 Uhr

~> Im Schatten der Lilie

von: angelmagia   Kategorie: ~ Historische Romane

Von après .


Allein ging ich hinaus in den strömenden Regen und blickte über das Wasser zu dem unbekannten Land. In diesem Augenblick legte sich der Wind und die See lag ruhig und einladend vor uns wie ein silbergänzender Teppich.


Aus: "Im Schatten der Lilie " von Patrice Leavold.

 


 

07.04.2007 um 20:24 Uhr

~> Der Herr der Ringe (Teil 3)

von: angelmagia   Kategorie: ~ Fantasy   Stichwörter: Herr, der, Ringe

Von après .

Und weiter ritt er, bis das gelbe Licht zum Fenster herausschein; und drinnen brannte das Feuer, das Abendessen stand auf dem Herd, und er wurde erwartet. Rosie zog ihn herein, schob ihm seinen Stuhl hin und setzte ihm die kleine Elanor auf den Schoß.
Er holte tief Luft. "So", sagte er, "da bin ich wieder."

 


Aus: "Der Herr der Ringe" von J.R.R. Tolkien .

 

 


 

 

02.04.2007 um 16:16 Uhr

~> Mephisto

von: angelmagia   Kategorie: ~ Nachkriegsliteratur

Von Halleluja .

 

Es waren Minuten vergangen, als er sich langsam aufrichtete. In seinen Augenwimpern hingen noch Tränen, und Tränen waren es noch, die seine Wange befeuchteten, seine sieghaft geschwungenen Lippen, von denen so viele verführt worden waren, und das edle Kinn, das er stolz zu recken wusste in den Stunden des Triumphes und das jetzt jämmerlich bebte. Während sein erschöpftes, tränennasses Antlitz ein wenig nach hinten sank, rief er, die Arme mit schöner, anklagender, hilflos-suchender Geste gebreitet:
"Was wollen die Menschen von mir? Warum verfolgen sie mich? Weshalb sind sie so hart? Ich bin doch nur ein ganz gewöhnlicher Schauspieler!"

 


Aus "Mephisto " von Klaus Mann .

 

 


 

 

02.04.2007 um 16:10 Uhr

~> Du hast mich krank gemacht

Von Halleluja .

 

Ich bin zurückgekehrt, um gegen meine Mutter Anzeige zu erstatten, um ihre Geheimnisse zu verraten, um ihr den tief eingebrannten Schleier herunterzureißen, der mit ihrer Haut verwachsen und verschorft ist. Ich weiß nicht, wie der Prozess ablaufen wird, aber ich muss meiner Mutter Einhalt gebieten. Ich muss verhindern, dass sie weiterhin Mädchen aufnimmt, die sie unter falschen Vorgaben und geändertem Familiennamen in ihr Leben lockt und zunächst mit Glacé Handschuhen anfasst, um sie dann zu ihrem treuen Anhängsel zu machen, das sie von Arzt zu Arzt schleppen kann wie ein abgenutzten Lieblingsteddy oder eine satingepaspelte Schmusedecke. Ich habe mein letztes Quäntchen Schuldgefühl hinter den Falten der Tapete deponiert. Ich bin ihr nichts schuldig. Ich werde die Unterlagen aufstöbern, die besagen, dass ihr ihre Lizenz zur Aufnahme von Pflegekindern in Ohio weggenommen worden ist; ich werde die Sozialarbeiterin finden, die an jenem Tag die Kinder fortgeholt hat; ich werde dafür sorgen, dass die Sozialversicherungsummer meiner Mutter überprüft wird.

Ich werde das elfjährige Mädchen retten, meine um eine Generation jüngere Kopie. Und ich werde das alles durch die Hintertür in die Wege leiten. Weil meine Mutter immer noch nicht am Ende ist. Und es nie sein wird.

Ich greife zum Telefonhörer und rufe das Jugendamt an.


Aus "Du hast mich krank gemacht" von Julie Gregory.

Interview mit der Autorin, über sich, ihr Leben und ihr Buch: hier .