Die Magie des Augenblicks

29.02.2008 um 22:51 Uhr

~> Frühstück mit Kängurus

von: angelmagia   Kategorie: ~ Reiseliteratur

Ich kann es natürlich verstehen. Australien ist hauptsächlich unbesiedelt und ganz weit weg. Seine Bevölkerung ist zahlenmäßig klein und seine Rolle in der Welt marginal. Es kennt keine Staatcoups, überfischt nicht rücksichtslos die Weltmeere, verkauft keine Waffen an fiese Despoten, baut nicht in frechen Mengen Koka an oder führt sich in nassforscher oder sonst wie ungebührlicher Weise auf.

Die Verhältnisse sind stabil, die Menschen dort friedlich und gut. Man muss es nicht unter Beobachtung halten, also tun wir es auch nicht.

Doch eins kann ich Ihnen sagen: Es ist ausschließlich unser Verlust.

Australien ist nämlich ein interessantes Land. Wirklich und wahrhaftig. Und das ist mein letztes Wort.


Aus: "Frühstück mit Kängurus " von Bill Bryson.

 

 

 

 

28.02.2008 um 18:55 Uhr

~Damals war es Friedrich

von: abbygail   Kategorie: ~ Rassismus

Angstvoll schaute Mutter sich nach Friedrich um. Friedrich saß in den Schatten des Hauseingangs hingeduckt. Die Augen hielt er geschlossen, sein Gesicht war blass.
"Bist du wahnsinnig?", fuhr es Vater heraus. Da bemerkte auch Herr Resch die Gestalt. Vater wartete noch immer unschlüssig auf dem Plattenweg. Man sah ihm an: Er wusste nicht, was er tun sollte. Herr Resch schob seine Frau beiseite und trat näher; auf dem Arm trug er Polykarp, seinen Gartenzwerg.
"Scher dich fort!", zischte er Friedrich an. "Glaubst du, weil nach diesem Angriff alles drunter und drüber geht, wärst du sicher davor, abgeholt zu werden?" Schrill schrie Mutter: "Sehen Sie denn nicht? Er ist doch ohnmächtig!"
Mit einem spöttischen Lächeln schaute Resch meine Mutter an: "Die Ohnmacht werde ich ihm schnell austreiben.- Ich muss mich allerdings sehr über Ihr Mitgefühl mit Juden wundern! - Sie, als Frau eines Parteigenossen?!"
Vater zog Mutter beim Ärmel.
Mutter schlug die Hände vor das Gesicht.
Herr Resch hob den Fuß und trat Friedrich.
Friedrich rollt aus dem geschützten Hauseingang auf den Plattenweg. Von der rechten Schläfe zog sich eine Blutspur bis zum Kragen.
Meine Hand verkrampfte sich in den dornigen Rosensträuchern.
"Sein Glück, dass er so umgekommen ist", sagte Herr Resch.


Aus: "Damals war es Friedrich" von Hans Peter Richter

 

 

 

25.02.2008 um 20:37 Uhr

~> Sofies Welt

"Das erinnert mich daran, wie Sofie Albertos Boot geliehen hat. Weißt du noch, wie es auf dem See getrieben ist?"
"Du wirst schon sehen, dass sie auch hier wieder zugeschlagen hat", sagte der Major.
"Du machst doch Witze. Ich habe den ganzen Abend gespürt, dass etwas hier ist."
"Irgendwer muss zum Boot schwimmen."
"Wir schwimmen beide, Papa."


Aus: "Sofies Welt" von Jostein Gaarder

Sofies Welt

24.02.2008 um 23:02 Uhr

~> Die Glücksformel

von: angelmagia   Kategorie: ~ Ratgeber / Sachbuch

Die wichtigste Übung auf der Suche nach dem Glück ist darum die, sich selbst kennen zu lernen. Dazu bedarf es keiner besonderen Vorkehrungen. Es genügt, aufmerksam seine Reaktionen auf die Reize des Alltags wahrzunehmen und mit seinen Gewohnheiten ein wenig zu experimentieren. So finden wir besser und besser heraus, was uns gut tut. Jeder wird seine eigenen Antworten auf diese Frage entdecken.

Es gibt sechs Milliarden Menschen, und sechs Milliarden Wege zum Glück.


Aus: "Die Glücksformel " von Stefan Klein.

 

 

21.02.2008 um 00:21 Uhr

~> Neue Kategorien?

Bin grade am Verzweifeln ;) *Help*

Mich stören die Kategorien "Geschichten wie sie das Leben schreibt" und "Nicht einordbar". Würde gern weiter differenzieren, mir fehlen aber Ideen für weitere Kategorien.

 

16.02.2008 um 00:34 Uhr

~> Der Medicus

von: angelmagia   Kategorie: ~ Historische Romane

"Und in seinem unermüdlichen Kampf war ihm eines stets bewusst - so, wie es ihm vom ersten Tag im maristan an bewusst gewesen war -, die dankbare Verwunderung darüber, dass er auserwählt worden war, dass er es war, den Gottes Hand berührt hatte, und dass die Fähigkeit, zu helfen und zu dienen, einem Badergehilfen geschenkt worden war."


Aus: "Der Medicus " von Noah Gordon .

 


 

03.02.2008 um 09:47 Uhr

~> Das Haus der sprechenden Tiere

von: Jari   Kategorie: ~ Fabel / Erzählung / Märchen   Stichwörter: Timmerberg, Haus, Tiere

"Schöne Putzi, kluge Putzi. Einen Kampf, den man nicht gewinnen kann, lässt man sein. Und dass Katzen fähig sind, sich in ihrem Schicksal einzurichten, beweisen sie Tag für Tag in allen Gassen von Marrakesch. So fing die Beziehung an. Die Willkür des Zufalls hatte zwei zusammengebracht, die nicht zusammengehören, und weil ich die Klügere von beiden war, gab ich nach. Das Schwein dankte es mir mit einer Vertrauenseeligkeit, die mein Herz zu rühren begann.
Als es verstanden hatte, dass ich es nicht mehr töten, fressen oder zur Haustür hinausjagen wollte (und konnte), sah es mich mit einem Blick an, der mich zerfliessen liess:
"Wollen wir spielen?"


Aus: "Das Haus der sprechenden Tiere" von Helge Timmerberg

 

 

02.02.2008 um 15:35 Uhr

~> Krebs

von: schneehase   Kategorie: ~ Biographie

Ich habe viel von mir berichtet, um die Berechtigung nachzuweisen, meine Meinung zu haben. Man wird Gegenbespiele nennen. Die sind für ihr Schicksal nicht beweiskräftig. Wenn Medizin genormt ist, wenn sie auf den Einzelfall nicht eingehen mag, läuft sie Gefahr, das Gegenteil dessen zu sein, was sie sein will: human.

Ich sitze auf dem Balkon und schaue auf den See. Die fünfte Jahreszeit ist in mir. Die Zeit zwischen Verlust und Ende. Die kann sehr schön sein.


Aus: "Krebs " von Werner Schneyder .