Die Magie des Augenblicks

30.05.2008 um 00:13 Uhr

Ich hab dir nie einen Rosengarten versprochen

Willst du uns nicht als Schild gegen deine harte Schale behalten, Vogelwesen?
Ich kann das nicht mehr. Ich sitze mit der Welt in einem Boot.
Aber die Welt ist gesetzlos und wild...
Trotzdem.
Erinnere dich an deine eigene Kindheit - erinnere dich an Hitler und die Bombe.
Trotz allem.
Erinnere dich an die Gesichter, glatt wie eine Wand, und die 'Gesundheitspapiere' - und wie man sich danach sehnt, Hand in Hand zu gehen.
Es ist egal. Egal.
Wir können warten, bis du uns rufst...
Ich werde nicht rufen. Ich werde zur Welt halten. Voll und ganz.
Auf Wiedersehen, Vogelwesen.
Auf Wiedersehen also, Anterrabae. Auf Wiedersehen, Yr.

Technologische Fortschritte haben die westliche Expansion in vieler Hinsicht beeinflusst.
Constanzia: "Könnt ihr nicht sehen, daß ich leide, ihr verdammten Schweine!"
Die Erfindung des TNT machte die Eisenbahnverbindung zwischen der Ostküste und der Westküste möglich.
"Ich bin die geheime erste Frau Edwards VIII., des abgedankten Königs von England!"
"Jenna kriegt es wieder. Ruft Ellis; wir bereiten lieber eine Packung vor."
Und sowohl die Eisenbahn als auch der Morsetelegraf hielten die Kommunikation aufrecht, die für die moderne Industriegesellschaft unerlässlich ist!
"Voll und ganz", sagte Deborah.


Aus "Ich hab dir nie einen Rosengarten versprochen" von Joanne Greenberg

 

29.05.2008 um 20:56 Uhr

~> Die Wanze

von: Jari   Kategorie: ~ Kriminalroman

"Und das war der Moment, in dem ich mir sicher war. Ich musste im Garten bleiben. Ich hatte vielleicht nicht den besten aller Jobs, doch der Garten brauchte jemanden wie mich. Jemanden, der sein Bestes gab, um auf kleine Kerle wie Billy aufzupassen. Es war so einfach: In diese unkrautverwüsteten Blumenbeete gehörte ein aurechter, ehrlicher Käfer. Ich gehörte hierher.
Ich wandte mich Wilma zu. "Ich bin hungrig", sagte ich. "Lass uns etwas essen gehen..."
An dieser Stelle einige Worte über den Pillendreher: Er ernährt sich von Pferdemist, den er zu kleinen Bällchen zusammenrollt, bevor er sie auffrisst. Glücklicherweise bin ich kein Pillendreher.
Während wir zurückgingen, sagte Wilma: "Weisst du eigentlich, dass du mir nie erklärt hast, warum du "Wanze" genannt wirst?"
"Wilma", sagte ich, "das ist eine lange Geschichte. Lass uns in Dixies Bar gehen, uns zwei Hübschen. Ich denke, dort werde ich sie dir erzählen..."


Aus "Die Wanze - Ein Insektenkrimi" von Paul Shipton

 

 

27.05.2008 um 15:03 Uhr

Borderline

Denn die Sterne singen. Ich weiß das. Ich habe sie an einem gewissen Sommerabend gehört...

Und Prinzen gibt es auch. Nur dass sie nicht zwangsläufig auf einem weißen Pferd geflogen kommen, sondern im Überlandbus, wie der Sex-Engel mit den gebrochenen Flügeln, den ich getroffen habe, als ich aus dem Krankenhaus kam. Und sie tragen auch keine glitzernde Kleidung, die nie schmutzig werden kann. Nein. Sie können kratzige Pullis tragen und vergessen, sich zu waschen, aber das mindert das Märchenhafte absolut nicht. Und wenn man mit geschlossenen Augen nackt neben einem Prinzen im Bett liegt, dann fällt einem der Unterschied gar nicht mehr auf.

 


Aus: Borderline von Marie-Sissi Labrèche

 

 

 

24.05.2008 um 17:03 Uhr

~> Die Geduld der Spinne

von: angelmagia   Kategorie: ~ Thriller

"Viel besser." Er bewunderte sie kurz, dann riss er das Bild in schmale Streifen und die Streifen in winzige Fitzel, bevor er sie in den Papierkorb warf. "Dieser Prinzessin Diana - Ton hat überhaupt nicht zu deinem Teint gepasst. Miss Miller hätte ihn unmöglich gefunden."


Aus: "Die Geduld der Spinne " von Jonathan Nasaw

 


 

 

24.05.2008 um 16:46 Uhr

~> Hunkeler und die goldene Hand

von: Jari   Kategorie: ~ Kriminalroman

"Sie kamen über den Bach, der nur noch wenig Wasser führte. Der wilde Sommerflieder hatte sich von der Überschwemmung erholt. Bienen und Schmetterlinge klebten an den lila Blüten.
Jeannot sass mit seiner Frau beim Kaffee, sie hatte Apfelkuchen gebacken. Sie setzten sich dazu, assen und tranken mit.
Dann gingen sie in den Schweinestall. Die Sau lag auf frischen Stroh, ihre Zitzen waren abgeschwollen. Die neun Ferkel waren gewachsen, die Schwänzchen noch etwas mehr gewunden, die Augen listiger und frecher.
"Welche drei willst du haben?", fragte Hunkeler.
Hedwig wartete lange, bis sie sich entschieden hatte.
"Das da", sagte sie, "das ist Hilda. Das da ist Hanna. Und das da ist die Stephanie. Aber ich gebe sie nicht mehr her. Darauf kannst du dich verlassen."


Aus: "Hunkeler und die goldene Hand" von Hansjörg Schneider

 

 

14.05.2008 um 18:19 Uhr

~> Eragon (Teil 2)

von: angelmagia   Kategorie: ~ Fantasy

Eragon konnte den Zauber nicht länger aufrechterhalten und ließ das Bild verblassen. Erschöpft lehnte er sich an die Zeltwand zurück. "Ja, sie lebt", sagte er. "Und wahrscheinlich hält man sie auf dem Helgrind gefangen, dem Unterschlupf der Ra'zac." Eragon packte Roran bei den Schultern.

"Die Antwort auf deine Frage lautet: Ja, Bruder. Ich gehe mit dir nach Dras-Leona. Ich helfe dir, Katrina zu befreien. Und danach werden wir die Ra'zac töten und unseren Vater rächen."

 


Aus: "Eragon - Der Auftrag des Ältesten " von Christopher Paolini

 

 


 

 

10.05.2008 um 17:27 Uhr

~> Ruf mich bei deinem Namen

von: Jari   Kategorie: ~ Liebe

"Zwanzig Jahre waren gestern, und Gestern war heute Vormittag, und der Vormittag schien Lichtjahre entfernt.
"Ich bin wie du", sagte er. "Ich weiss noch alles."
Ich stutzte sekundenlang. Wenn du noch alles weisst, hätte ich gern gesagt, und wenn du wirklich bist wie ich, dann wirst du dich, wenn du morgen abreist, ehe du die Tür des Taxis zuschlägst, wenn du dich schon von allen anderen verabschiedet hast und es in diesem Leben nichts mehr zu sagen gibt, nur dieses eine Mal mir zuwenden, vielleicht auch nur im Spass oder als Nachgedanke - ein Gedanke, der mir alles bedeutet hätte, als wir zusammen waren - und wirst mir, wie damals, ins Gesicht sehen, meinen Blick festhalten und mich bei deinem Namen rufen."


Aus "Ruf mich bei deinem Namen" von André Aciman

 

 

08.05.2008 um 15:15 Uhr

~> Dshamilja

von: Jari   Kategorie: ~ Liebe

"Ich betrachte die beiden und höre Danijars Stimme. Er ruft auch mich auf den Weg - es ist Zeit aufzubrechen. Ich werde durch die Steppe in meinen Ail gehen und dort neue Farben finden.
In jedem Pinselstrich soll der Gesang Danijars ertönen! In jedem das Herz Dshamiljas schlagen!"


Aus "Dshamilja" von Tschingis Aitmatow