Die Magie des Augenblicks

25.07.2011 um 11:55 Uhr

~> Eine wie Alaska

"Deshalb weiss ich, dass sie mir vergibt, genauso wie ich ihr vergebe. Thomas Edisons letzte Worte waren: Es ist wunderschön hier drüben. Ich weiss nicht, wo sie ist, aber ich glaube, sie ist irgendwo, und ich hoffe, dass es wunderschön dort ist."

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Aus: "Eine wie Alaska " von: John Green.

 

 

02.06.2011 um 22:15 Uhr

~> Die Auswahl - Cassia & KY (1)



Und dann werden sie sich von Asche und Rauch in Fleisch und Blut verwandeln.

Aus: "DIE AUSWAHL - Cassia & KY (1) " von Ally Condie .

 

 

 

21.12.2010 um 15:04 Uhr

~> Das Zauberbuch mit dem Rubin 02: Katzenspuk

"Er bildete mit seinen Händen einen Steigbügel, sie setzte ihren Fuß darauf und schwang sich in den Sattel.
"Wie... wie früher", bemerkte sie.
"Wie früher", bestätigte er und strahlte.
"Und wie kommen wir jetzt nach Vauluisant?"
Er griff die Zügel und sie machten sich auf den Weg in Richtung Süden. Leise begann Bertoul ein Lied zu singen. Er sang es einzig und allein für das Edelfräulein von Vauluisant... Die Schöne ist im Garten der Liebe."

 


Aus: "Das Zauberbuch mit dem Rubin 02: Katzenspuk " von Béatrice Bottet

 

06.12.2010 um 19:12 Uhr

~> Feuerflügel (Teil 3)

von: angelmagia   Kategorie: ~ Kinder- und Jugendliteratur   Stichwörter: Schatten, trilogie

Er spürte , wie er sich ausdehnte vor Freude, als er Marina mit Greif sah, wie sie miteinander redeten und sich mit den Flügeln umfingen.

Schatten eilte auf sie zu und umarmte sie beide, floss durch Marina und Greif, seine Partnerin und seinen Sohn, und war ihnen näher, als sie es überhaupt verstehen konnten. Er fühlte alles in ihrem Herzen und wurde ein Teil von ihnen und so war auch er wieder zu Hause.


Aus: "Feuerflügel " von Kenneth Oppel.

30.11.2010 um 22:56 Uhr

~> Liverpool Street

"Eine Freundin wie Rebekka Liebich würde ich nie wieder finden. Sie hockte auf dem schmalen Fensterbrett, eine Hand an den Rahmen geklammert, und hielt die andere ausgestreckt vor sich, als könne sie dadurch die fast anderthalb Meter Distanz verringern, die zwischen ihr und dem Stamm einer Birke lagen..."
Aus: Liverpool Street von Anne C. Voorhoeve

 

05.07.2009 um 15:45 Uhr

~> Felis, Felis

"Dann können wir ja jetzt gehn."
"Gehn? Ich bin doch grade erst gekommen."
"Nicht gehen. Weglaufen."
"Weglaufen. Ach so."
"Dann gehn wir jetzt also?"
"Bei dem Wetter?"
"Das Wetter ist genau richtig. Das hast du selber gesagt."
"Natürlich ist es richtig", sagte Venezia. "Warum soll ich dann weglaufen?"
"Aber du wolltest doch weglaufen", sagte Felis.
"Ich?"
"Du."
"Nicht heute. Heute wolltest du weglaufen."
"Ich?", lachte Felis. "Wenn hier jemand weglaufen will, dann bist du es."
Venezia liess ihre Augen schweifen und schnurrte. "Das muss ich mir noch überlegen", sagte sie schliesslich. "Es ist gar nicht so übel bei euch, wie ich dachte."


Aus: "Felis, Felis" von Hanna Johansen

 

 

02.07.2009 um 21:10 Uhr

~> Teuflisches Team

"Verstehst du, Fiona und ich... wir sehen einem wunderbaren gemeinsamen Leben entgegen", erklärte Saul behutsam. "Aber so ein Leben kann man nicht anfangen, wenn man jemanden vermisst, sich um jemanden Sorgen macht und ständig das Gefühl hat, dass etwas nicht in Ordnung ist, weil... nun, weil jemand, der da sein sollte, fehlt."
"Du hast von Anfang an dazugehört", stellte Fiona fest. Cadel spürte ihren warmen Atem am Ohr. "Ohne dich hätten Saul und ich uns nie getroffen. Wir hätten niemals auf der gleichen Steite gestanden. Du bist sowieso schon Teil dieser Familie. Wir müssen es nur noch offiziell machen."
"Natürlich nur, wenn du das möchtest", schloss Saul so unbeholfen, dass Cadel einfach lächeln musste. Es war wirklich ein Witz. Wie konnte es da einen Zweifel geben? Wie konnte so ein intelligenter Mensch nur so dumm sein?
Aber Cadel war nicht dumm. Er wusste, was er wollte.
"O ja. Ja, bitte", keuchte er atemlos und mit glänzenden Augen.
Dann erwiderte er Fionas Umarmung. Und obwohl er sich dabei unbeholfen anstellte - schliesslich fehlten ihm viele Jahre der Übung -, legte er eine Begeisterung an den Tag, die all das mehr als ausglich.


Aus: "Teuflisches Team" von Catherine Jinks

 

 

18.06.2009 um 00:35 Uhr

Coraline

Sie bildete sich ein, in der Nachtluft liebliche Musik zu hören - so eine Musik, die nur mit den allerkleinsten Silberposaunen und -trompeten und -fagotten entsteht, mit so zarten kleinen Pikkoloflöten und Tuben, dass nur die winzigen rosa Fingerchen von weißen Mäusen darauf spielen können.

Coraline stellte sich vor, dass sie wieder mit den beiden Mädchen und dem Jungen in ihrem Traum unter der Eiche auf der Wiese war, und sie lächelte.

Als die ersten Sterne am Himmel erschienen, ließ Coraline sich schließlich in den Schlaf hinübergleiten, während sich von oben die sanfte Musik des Mäusezirkus in die warme Abendluft ergoss und aller Welt verkündete, dass der Sommer fast vorüber war.

 


Aus "Coraline " von Neil Gaiman

 

 

10.05.2009 um 16:47 Uhr

~> Der rote König

"Sie schaute sich um. Der Himmel, die Bäume, das Gras, alles, was ihr vor kurzem noch so trostlos erschienen war, plötzlich war es wieder voller Leben und Verheissung.
"Ja... ja, sicher, ich bin ganz deiner Meinung", murmelte sie.
Und jetzt wandte er ihr sein narbiges Gesicht zu und lächelte sie schelmisch an. Der Brillant in seiner Nase, die Goldkronen auf seinen Zähnen, der Ring, der an seinem Ohr baumelte, alles blitzte auf im hellen Sonnenlicht. Von irgendwo aus dem Unterholz erklang Brunos freudiges Gebrumm und Crystal krabbelte mit lautem Gezeter aus dem Wageninneren und kuschelte sich zur Begrüssung zufrieden an Timkins Schulter.

 


Aus: "Der rote König" von Victor Kelleher

 

14.03.2009 um 21:49 Uhr

~> Die Brüder Löwenherz

Und ich setzte mich neben ihn und hielt seine Hand und spürte, wie stark und gut er war und dass nichts wirklich gefährlich sein konnte, solange er da war. Dann fiel die Nacht mit ihrer Dunkelheit über Nangijala, über Berge und Fluss und Land. Und ich stand mit Jonathan am Abgrund. Ich trug ihn, er hatte die Arme fest um meinen Hals geschlungen, und ich spürte seinen Atem an meinem Ohr. Ganz ruhig atmete er. Nicht wie ich ... Jonathan, mein Bruder, warum bin ich nicht ebenso mutig wie du?

Ich sah die Tiefe unter mir nicht, doch ich wusste, dass sie da war. Und ich brauchte nur einen Schritt ins Dunkle zu tun, dann war alles vorüber. Es würde ganz schnell gehen. "Krümel Löwenherz", sagte Jonathan, "hast du Angst?" "Nein ... doch, ich habe Angst! Aber ich tue es trotzdem, Jonathan, ich tue es jetzt ... jetzt ... Und dann werde ich nie wieder Angst haben. Nie wieder Angst ha..."

"Oh, Nangilima! Ja, Jonathan, ich sehe das Licht! Ich sehe das Licht."


Aus: "Die Brüder Löwenherz " von Astrid Lindgren .

30.11.2008 um 22:47 Uhr

~> In einem Leben wie diesem

"Geld war der Grund gewesen, nach Amerika zu kommen. Wir waren vor dem Hunger geflohen, der Armut. Wir wollten reich werden. Was für ein bitterer Scherz. Ich war nicht reich geworden hier in Amerika. Und ich hatte es so sehr versucht. Aber das Einzige, was ich erreicht hatte, war, dass Geld und Geldsucht mein Leben beherrscht hatten, mein Leben in ein unentwirrbares Knäuel verändert hatten, das mich in die Tiefe zog. In Belgien hatte ich nie reich werden wollen. Dort war das Leben einfach gewesen.
Ich folgte dem Wasser und spähte grübelnd zum Ozean, der in der Ferne im Schein der Stadt glitzerte. Auf der anderen Seite dieses Ozeans... War es zu lange her? Konnte ich hier noch weg? Weg aus diesem komplizierten und gefährlichen Leben, das einen die Augen vor dem Wichtigen verschliessen liess?
Konnte ich noch zurück zu diesem alten Kontinent?
Ich konnte nicht mehr zurück in mein altes Leben. Ich hatte mich zu sehr verändert. Ich wollte nicht, dass Vater und Mutter, Charlotte und Charles mich als den Menschen kennenlernen, der ich jetzt war. Ich wollte, dass sie sich meiner erinnerten als den guten, unkomplizierten und unschuldigen Adrian, der ich früher gewesen war, nicht den amerikanischen Adrian.
Ich wusste auf einmal, was ich machen musste. Ich würde das Land des Reichtums und der Versprechen hinter mir lassen. Dieses Leben war vorbei. Ich würde nach Antwerpen zurückgehen und dort in der Menge verschwinden. Alles war jetzt ganz klar. Ich würde verschwinden.


Aus "In einem Leben wie diesem" von Aline Sax

 

 

17.10.2008 um 11:08 Uhr

~> Das wilde Pack

"Schliesslich hatte Spy seine Reime beisammen: "Müller wird wach und fühlt sich ganz schwach. Er schnuppert an sich, es riecht widerlich. Er kratzt sich am Kinn, nichts ergibt einen Sinn. Und auch im hellen Sonnenlicht sieht er uns'ren Tunnel nicht. Dann fährt er weg, und ich krieg einen Schreck: Die Fahrt ist ein Eiern, ein einziges Leiern. Ich sage euch Leute: Der weiss nix mehr von heute! Und ich war dabei, Spy aus dem Ei, und meine Geschichte ist jetzt vorbei!"
Für einige Sekunden herrschte atemlose Stille auf dem Paradiesplatz. Dann brach das Wilde Pack in Jubel aus. Shiva brüllte, Barnabas trommelte auf seine Brust, Ampel lief abwechselnd rot, gelb und grün an, Tulpenblüte schwang ihren buschigen Schweif, Oskar klapperte mit Kaka und Du mit den Schnäbeln um die Wette, und Hamlet stiess ein langes Wolfsgeheul aus.
"Und was jetzt?", fragte Oskar ihn plötzlich.
"Jetzt geht's richtig los!", rief Hamlet. Dann heulte er wieder, dass es von den Wänden zurückhallte."


Aus: "Das Wilde Pack" von André Marx

 

 

23.08.2008 um 15:59 Uhr

~> Kreuzzug in Jeans

"Nein!", schrie er. "Ich muss auf dem Kreuz stehen bleiben!"
"Rolf..."
Wer nannte ihn Rolf? Er war doch Rudolf von Amsterdam. Mit den Augen zwinkernd und sich immer noch gegen die Hände wehrend, die ihn festhielten, kreischte er: "Verflucht, so lasst mich doch los! Leonardo, hilf mir!" Er tastete nach seinem Messer.
"O nein, es ist wieder der Falsche!"
Die Stimme kannte er. Auch die fremde Sprache, in der die Worte gesprochen wurde, kam ihm plötzlich bekannt vor. Der Nebel wich, die Hände liessen ihn los. Er wankte einen Augenblick und schaute dann nach unten. Wo war das Kreuz.
Unter seinen Füssen sah er glatten, grünen Boden. Wärme schlug ihm entgegen, Stimmen drangen an sein Ohr.
"Natürlich ist es Rolf! Rolf..."
Die Glocken läuteten nicht mehr. Langsam schlug er die Augen auf und sah eine Frau, eine auffallend grosse Frau mit grauen Augen, die ihn forschend und ängstlich anblickte. Und da waren noch andere Leute, seltsam gekleidet, und alle starrten ihn an...
Waren das nicht Mariechens Augen? Nein, aber er kannte sie von irgendwo her. Die fremde Sprache umsummte ihn, und doch verstand er jedes Wort. Benommen schüttelte er den Kopf.
"Lasst ihn zuerst zu sich kommen."
"Mein Gott, wie sieht er aus!"
"Es ist der Schock..."
"Rolf... lieber Rolf..."
Plötzlich wurde ihm bewusst, dass er mit drohend erhobenem Messer dort stand. Die Frau schluchzte, näherte sich ihm vorsichtig und berührte seinen Arm. Jetzt erst drang allmählich die Wahrheit in sein Bewusstsein. Er stand im Laboratorium von Dr. Simiak. Die Frau mit den schönen grauen Augen war seine Mutter. Der seltsame Geruch, der ihn umgab, stammte von der halb geschmolzenen zeitmaschine, und der Mann, der ihn sanft auf einen Stuhl niederdrückte, war niemand anders als sein eigener Vater. Das Messer entglitt seiner kraftlosen Hand und blieb irgendwo im boden stecken. Rudolf von Amsterdam war zu Hause."


Aus: "Kreuzzug in Jeans" von Thea Beckmann

 

 

06.04.2008 um 21:07 Uhr

~> Artemis Fowl - Die Rache

"Das Shuttle parkte in einem abgelegenen Nebenschacht, und die Passagiere sassen um den Esstisch. Diverse ZUP-Verpflegungspacks waren aufgerissen und leer gefuttert worden. Der grösste Verpackungshaufen türmte sich vor Mulch Diggums.
Der Zwerg erblickte Artemis und bemerkte die Veränderung sofort. "Wurde auch langsam Zeit, dass du den Kopf klar kriegst", brummte er und stand auf. "Ich muss dringend mal für kleine Jungs."
"Schön, Sie zu sehen, Mulch", sagte Artemis und trat zur Seite, um ihn vorzulassen.
Holly erstarrte, die Safttüte auf halbem Weg zum Mund. "Du erinnerst dich an ihn?"
Artemis lächelte. "Natürlich, Holly. Wir kennen uns seit gut zwei Jahren."
Holly sprang auf und packte ihn an den Schultern. "Den Göttern sein Dank, endlich bist du wieder bei uns. Wir brauchen den echten Artemis Fowl, und zwar dringend."
"Nun, er ist hier und einsatzbereit, Captain."


Aus: "Artemis Fowl - Die Rache" von Eoin Colfer

 

 

03.03.2008 um 20:04 Uhr

~> Twig im Dunkelwald (Teil 1)

von: angelmagia   Kategorie: ~ Kinder- und Jugendliteratur   Stichwörter: Klippenlandchroniken

Wolkenwolf sah seinen Sohn an. "Twig", sagte er langsam und seine Augen funkelten belustigt. "Twig! Ich meine, was ist denn das für ein Name für den Sohn von Quintinius Verginix, Kapitän des prächtigsten Piratenschiffs, das je den blauen Himmel befuhr? Kannst du mir das sagen?"

Twig erwiderte sein Lächeln. "Es ist mein Name", sagte er.


Aus: "Twig im Dunkelwald " von Paul Stewart und Chris Riddell .

 


 

13.01.2008 um 16:11 Uhr

~> Der weiße Wolf

"Sonnenlicht fiel durch die Bäume. Er war im Fichtenwäldchen hinter dem Dorf, das er so gut kannte. Er trat unter den Bäumen hervor. Vor ihm lag die Wiese. Vom Straßenrand her kam würziger Heugeruch. Die Luft schmeckte nach Sommer und Hitze, nach Hahnenfuß und Schierlingskraut. Kein Halm regte sich in der mittäglichen Stille.

Ein Schmetterling schaukelte vorüber, leicht wie eine Feder.

Jenseits der Wiese, vor dem Garten, standen Vater, Mutter, Barbara und Christa. Sie hatten ihn vermisst. Sie hatten ihn gesucht. Sie riefen nach ihm.

Thomas fing zu laufen an."


Aus: "Der weiße Wolf " von Käthe Recheis .

 

 

 

05.01.2008 um 23:36 Uhr

~> Isola

"Die Kamera zoomte auf mich. Ich murmelte etwas Unverständliches im Schlaf, dann schloss sich meine Hand fest um das Schneckenhaus und ich drehte mich zur Seite. Auf meinem Gesicht lag ein Lächeln, das einfach nur glücklich war.

Und dann zog die Kamera auf und aus der Palme, ganz oben aus ihren grünen Wipfeln, erhob sich ein Vogel. Er sah aus wie eine fliegende Zitrone, und als die Musik langsam leiser wurde, vernahm ich seinen fröhlich verschmitzten Ruf: Bem-te-vi...bem-te-vi..."


Aus: "Isola " von Isabel Abedi

 

 

05.01.2008 um 19:39 Uhr

~> Imago

"Als Jolan hinter der Tür erschien, hielt Wanja noch immer Mischas Hand. Ihr Vater war kleiner als in ihrer Vorstellung und anders, so anders als Taro. Doch es war ihr Vater, und als er auf sie zukam, sah Wanja vor ihrem inneren Auge plötzlich den Zirkus Anima. Er verließ Imago und zog weiter. An einen neuen Ort."


 

Aus: "Imago " von Isabel Abedi.

 

 

 

 

31.07.2007 um 00:17 Uhr

~> Drum Boy

Es ist still im Trockenschuppen. Menschenleer und still. Nur der Wind ist stärker geworden, pfeift um die Holzbalken. Er spielt mit Großvaters Hemden, bauscht sie auf und schaukelt sie hin und her.

Riko erhebt sich von dem Holzstumpf. Er fährt mit einer Hand über das raue Holz des Leiterwagens und verlässt den Schuppen. Mitten auf der Wiese bleibt er stehen. Er legt den Kopf in den Nacken, öffnet den Mund, schreit "Schaduuuh!" in die Blätter der Buchen, in den hellen Himmel und weit über das Land.


Aus: "Drum Boy" von Petra Fietzek

 

30.07.2007 um 23:44 Uhr

~> Crazy

In der Tür stehen Anna und Malen. Sie fallen mir nacheinander um den Hals. Sie haben mir Abschiedskarten gemalt, die sie mir in die Reisetasche stecken. Marie ist nicht gekommen. Aber das war auch nicht anders zu erwarten. Fünf Minuten später erscheint mein Vater. Schnellen Schrittes kommt er zu uns herein, holt das restliche Gepäck und verläßt das Zimmer gleich wieder. Ich winke den anderen zu und laufe ihm nach. Drehe mich noch einmal um. Durch die offene Tür sehe ich meine Freunde. Hebe meine rechte Hand. Dann laufe ich durch den Hurenflügel hinter meinem Vater her. Er hält mir die Tür zum Treppenhaus auf. Dort läuft uns der Internatsleiter Richter über den Weg.

"Schöne Ferien", brummt er in sich hinein. Marschiert an uns vorbei. In den Landdorf-Gang. Wir steigen die Treppe hinab. Es ist eine lange Treppe. Als wir unten sind, stelle ich die Reisetasche auf den Boden. Ich bin erschöpft.


Aus: "Crazy " von Benjamin Lebert