Die Magie des Augenblicks

02.09.2010 um 23:53 Uhr

~> Kinnvika 80° Nord

von: angelmagia   Kategorie: ~ Reiseliteratur

Noch eines von Seren_a .

"Was würde die intensivste Erinnerung sein, fragte ich mich. Kinnvika war so viel mehr als die Summe einzelner Erlebnisse, so viel mehr als Licht und Dunkel, Angst und Ruhe, Einsamkeit und Nähe. MIr war, als säße ich in der MItte einer gigantischen Kugel, umgeben von allem, was Kinnvika ausmachte. Und mich erfüllte ein Gefühl von intensiver Wärme, von Glück.
Ich zog die Knie an. Gestern war der erste Neuschnee gefallen, nur ein ganz feiner Hauch, um unser Jahr hier zu besiegeln. Ein Zeichen, dass es Zeit war zu gehen."

 


Aus: "Kinnvika 80° Nord " von Marie Tièche.

 

 

30.03.2009 um 11:45 Uhr

~> Gebrauchsanweisung für Budapest und Ungarn

von: Jari   Kategorie: ~ Reiseliteratur

"Freilich, kein Netz, kein Buch und keine Zeitung vermag ein Land je ganz zu erfassen. Vielgestaltig, unaufhörlich in Bewegung, mit jedem neuen Blick neu wahrgenommen, gleicht Ungarn - Sie erinnern sich - dem magischen Würfel, dessen bunte Bausteine nur mit Mühe in eine Ordnung gebracht werden können. In meiner Erinnerung bleiben feuchtheisse Thermalbäder, raffinierte Jugendstilmosaike, der Geruch einer blütensatten Pester Mainacht und der Ahorngeschmack eines kühlen Kéknyelü. Was Sie aus Ungarn mitnehmen werden, weiss ich natürlich nicht. Aber ich bin sicher, dass dieses Land Sie beeindrucken wird."


Aus: "Gebrauchsanweisung für Budapest und Ungarn" von Viktor Iro

 

 

17.12.2008 um 16:23 Uhr

~> Wo die Puszta den Himmel berührt

von: Jari   Kategorie: ~ Reiseliteratur

"Klar geworden ist mir zudem erneut, dass Ungarn dort, wo sich die meisten Besucher konzentrieren, für mich wenig reizvoll ist, während es vielerorts die abseits der Haupttouristenrouten liegende Gebiete, die vermeintlichen Kleinigkeiten und ganz besonders die Begegnungen mit den Menschen des Landes sind, die mir die Geschichten und die Geschichte Ungarns erzählt haben.
Das "wahre" und das "typische" Ungarn habe ich auch diesmal nicht gefunden - das gibt es ebenso wenig wie das "wahre" und das "typische" Deutschland. Stattdessen bin ich durch ein Land gereist, das mir eine Fülle neuer Facetten und einen bunten Strauss mir bislang unbekannter Eigenarten gezeigt hat und das sicherlich weitere Überraschungen für meinen nächsten Besuch bereithalten wird.
Kein Wunder: Warum sollte man ein Volk auch in eine Schublade pressen können, wenn man das nicht einmal mit einem einzelnen Menschen tun kann?"


Aus: "Wo die Puszta den Himmel berührt" von Thomas Bauer

 

 

08.07.2008 um 18:49 Uhr

~> Die Paprikantin

von: Jari   Kategorie: ~ Reiseliteratur

"Kurz nach meinem Abflug aus Berlin nach Budapest ereilt mich noch ein letztes Missverständnis: An der Gedächtniskirche spricht mich ein Mensch an, der eine Meinungsumfrage durchführt. Ich verstehe alle Fragen, antworte nach bestem Wissen und Gewissen und will auch schon triumphierend weitergehen, als er mich nach meiner Adresse fragt, um mir die Umfrageergebnisse zukommen zu lassen. Ich sage: "Ich wohne in Budapest."
Darauf er: "Ach. und wie lebt es sich so in der Tschechoslowakei?"
Nichts wie weg hier und ja keinem Ungarn von dem Gespräch erzählen.


Aus "Die Paprikantin" von Lysann Heller

 

 

29.02.2008 um 22:51 Uhr

~> Frühstück mit Kängurus

von: angelmagia   Kategorie: ~ Reiseliteratur

Ich kann es natürlich verstehen. Australien ist hauptsächlich unbesiedelt und ganz weit weg. Seine Bevölkerung ist zahlenmäßig klein und seine Rolle in der Welt marginal. Es kennt keine Staatcoups, überfischt nicht rücksichtslos die Weltmeere, verkauft keine Waffen an fiese Despoten, baut nicht in frechen Mengen Koka an oder führt sich in nassforscher oder sonst wie ungebührlicher Weise auf.

Die Verhältnisse sind stabil, die Menschen dort friedlich und gut. Man muss es nicht unter Beobachtung halten, also tun wir es auch nicht.

Doch eins kann ich Ihnen sagen: Es ist ausschließlich unser Verlust.

Australien ist nämlich ein interessantes Land. Wirklich und wahrhaftig. Und das ist mein letztes Wort.


Aus: "Frühstück mit Kängurus " von Bill Bryson.