Die Magie des Augenblicks

16.07.2011 um 22:11 Uhr

~> Die Geisha

"Als junges Mädchen war ich überzeugt, mein Leben wäre niemals zum Kampf geworden, wenn Herr Tanaka mich nicht aus meinem beschwipsten Haus gerissen hätte. Jetzt aber weiß ich, dass unsere Welt nicht beständiger ist als eine Woge im Ozean. All unsere Mühen und Triumphe, wie wir sie auch erleben, zerlaufen zu einem Wasserfleck. Genau wie wässrige Tusche auf Papier."


Aus: "Die Geisha" von Arthur Golden


 

30.05.2008 um 00:13 Uhr

Ich hab dir nie einen Rosengarten versprochen

Willst du uns nicht als Schild gegen deine harte Schale behalten, Vogelwesen?
Ich kann das nicht mehr. Ich sitze mit der Welt in einem Boot.
Aber die Welt ist gesetzlos und wild...
Trotzdem.
Erinnere dich an deine eigene Kindheit - erinnere dich an Hitler und die Bombe.
Trotz allem.
Erinnere dich an die Gesichter, glatt wie eine Wand, und die 'Gesundheitspapiere' - und wie man sich danach sehnt, Hand in Hand zu gehen.
Es ist egal. Egal.
Wir können warten, bis du uns rufst...
Ich werde nicht rufen. Ich werde zur Welt halten. Voll und ganz.
Auf Wiedersehen, Vogelwesen.
Auf Wiedersehen also, Anterrabae. Auf Wiedersehen, Yr.

Technologische Fortschritte haben die westliche Expansion in vieler Hinsicht beeinflusst.
Constanzia: "Könnt ihr nicht sehen, daß ich leide, ihr verdammten Schweine!"
Die Erfindung des TNT machte die Eisenbahnverbindung zwischen der Ostküste und der Westküste möglich.
"Ich bin die geheime erste Frau Edwards VIII., des abgedankten Königs von England!"
"Jenna kriegt es wieder. Ruft Ellis; wir bereiten lieber eine Packung vor."
Und sowohl die Eisenbahn als auch der Morsetelegraf hielten die Kommunikation aufrecht, die für die moderne Industriegesellschaft unerlässlich ist!
"Voll und ganz", sagte Deborah.


Aus "Ich hab dir nie einen Rosengarten versprochen" von Joanne Greenberg

 

27.05.2008 um 15:03 Uhr

Borderline

Denn die Sterne singen. Ich weiß das. Ich habe sie an einem gewissen Sommerabend gehört...

Und Prinzen gibt es auch. Nur dass sie nicht zwangsläufig auf einem weißen Pferd geflogen kommen, sondern im Überlandbus, wie der Sex-Engel mit den gebrochenen Flügeln, den ich getroffen habe, als ich aus dem Krankenhaus kam. Und sie tragen auch keine glitzernde Kleidung, die nie schmutzig werden kann. Nein. Sie können kratzige Pullis tragen und vergessen, sich zu waschen, aber das mindert das Märchenhafte absolut nicht. Und wenn man mit geschlossenen Augen nackt neben einem Prinzen im Bett liegt, dann fällt einem der Unterschied gar nicht mehr auf.

 


Aus: Borderline von Marie-Sissi Labrèche

 

 

 

14.06.2007 um 12:27 Uhr

~> Wir Kinder vom Bahnhof Zoo


Wir sind ganz allein in diesem Wahnsinnstal. Vor der übrigen Welt liegen ringsum die senkrechten Kalkwände. Es kommt kein Geräusch von draußen rein. Das einzige Geräusch machen die Wasserfälle.

22.05.2007 um 16:49 Uhr

~> He, Kleiner

Von Annala .


He, Kleiner, ich glaube, du bist auf dem richtigen Weg!


Aus: "He, Kleiner " von Inge Meyer-Dietrich.

 

 


 

 

02.04.2007 um 16:10 Uhr

~> Du hast mich krank gemacht

Von Halleluja .

 

Ich bin zurückgekehrt, um gegen meine Mutter Anzeige zu erstatten, um ihre Geheimnisse zu verraten, um ihr den tief eingebrannten Schleier herunterzureißen, der mit ihrer Haut verwachsen und verschorft ist. Ich weiß nicht, wie der Prozess ablaufen wird, aber ich muss meiner Mutter Einhalt gebieten. Ich muss verhindern, dass sie weiterhin Mädchen aufnimmt, die sie unter falschen Vorgaben und geändertem Familiennamen in ihr Leben lockt und zunächst mit Glacé Handschuhen anfasst, um sie dann zu ihrem treuen Anhängsel zu machen, das sie von Arzt zu Arzt schleppen kann wie ein abgenutzten Lieblingsteddy oder eine satingepaspelte Schmusedecke. Ich habe mein letztes Quäntchen Schuldgefühl hinter den Falten der Tapete deponiert. Ich bin ihr nichts schuldig. Ich werde die Unterlagen aufstöbern, die besagen, dass ihr ihre Lizenz zur Aufnahme von Pflegekindern in Ohio weggenommen worden ist; ich werde die Sozialarbeiterin finden, die an jenem Tag die Kinder fortgeholt hat; ich werde dafür sorgen, dass die Sozialversicherungsummer meiner Mutter überprüft wird.

Ich werde das elfjährige Mädchen retten, meine um eine Generation jüngere Kopie. Und ich werde das alles durch die Hintertür in die Wege leiten. Weil meine Mutter immer noch nicht am Ende ist. Und es nie sein wird.

Ich greife zum Telefonhörer und rufe das Jugendamt an.


Aus "Du hast mich krank gemacht" von Julie Gregory.

Interview mit der Autorin, über sich, ihr Leben und ihr Buch: hier .