Küss' mich - wenn Du kannst!

15.08.2010 um 18:04 Uhr

Leben leben

Es gibt nichts zu verlieren. Viele Menschen erlauben sich gerade aus diesem Grund nicht zu lieben, weil zu viel Zukunft und Vergangenheit auf dem Spiel stehen.

Wenn ich noch länger hier bleibe, dann gehe ich überhaupt nicht mehr weg. Ich bin zwar von meiner Depression geheilt aber ich habe in mir eine andere Form von Verrücktheit entdeckt. Ich will sie mit mir nehmen und beginnen, das Leben mit meinen eigenen Augen zu sehen.

Als ich hierher kam, war ich eine depressive Frau. Heute bin ich verrückt und stolz darauf. Draußen werde ich mich genauso verhalten wie die anderen. Ich werde im Supermarkt einkaufen, mit meinen Freundinnen tratschen, eine Menge Zeit mit unwichtigen Dingen vertrödeln. Doch ich weiß, dass meine Seele frei ist und ich kann von anderen Welten träumen und mit denen sprechen, von denen ich, bevor ich hierher kam keine Ahnung hatte.

Ich werde mir die eine oder andere Dummheit leisten, nur damit die Leute sagen: Die war im Irrenhaus. Doch ich weiß, dass meine Seele vollständig sein wird, weil mein Leben einen Sinn hat. Ich kann einen Sonnenuntergang anschauen und daran glauben, dass Gott dahintersteht. Wenn irgend jemand mir zu sehr auf die Nerven geht, werde ich irgend etwas Unmögliches sagen und mich nicht darum scheren was die anderen denken, denn alle werden ja sagen: Die war im Irrenhaus!

Ich werde die Männer auf der Straße ansehen, ihnen in die Augen blicken und mich nicht schämen, wenn ich mich von ihnen begehrt fühle. Doch dann werde ich mir die besten Weine kaufen, die mein Geldbeutel mir erlaubt und werde sie mit einem Mann trinken, den ich liebe und mit dem ich wieder lachen will.

Und er wird zu mir sagen: Du bist verrückt! Und ich werde antworten: Na klar, ich war im Irrenhaus! Und die Verrücktheit hat mich befreit. Jetzt werde ich jedes Jahr Urlaub nehmen und in irgendwelche gefährlichen Berge fahren, denn ich muss das Risoko spüren, am Leben zu sein.

(frei nach Paulo Coelho)

 

12.08.2010 um 11:47 Uhr

Nicht angepasst

 

Ich weiß nicht mal, ob es einen bestimmten Auslöser gab als ich beschloss auszusteigen. Ich beschloss es einfach. Ich war bereit und das Schicksal spielte mir die passenden Gelegenheiten zu. Ich war schon immer mehr das was man als nicht normal bezeichnete. Mit ausgefallenen Denkmustern und Glaubensvorstellungen.

Würde ich jemandem von meinem jetzigen Leben erzählen, so wie es wirklich stattfindet... Ich würde höchstwahrscheinlich Unverständnis ernten. Normal ist anders. Aber mir gefällt es, mein durchgeknalltes Leben. Ich würde mich jederzeit wieder so entscheiden. 

 

09.08.2010 um 21:11 Uhr

Eine Frage

 

...die mich beschäftigt.

Oder ist es eher der Umstand, diese Frage gestellt bekommen zu haben?

"Hast Du in Deinem Leben schon einen Menschen wirklich glücklich gemacht?"

Was für eine Hammerfrage!

 

06.08.2010 um 22:02 Uhr

Er sagte...

 

Ich kann hören was Du denkst.

Aber nein, das kannst Du nicht. 

Du nicht.

 

05.08.2010 um 12:19 Uhr

OMG!

 

      *klick*

 

Man beachte das vor Begeisterung ausflippende Publikum.

Schön artig von Mutti zurecht gemacht...

Was liebte ich dieses Lied - als Kind.

Heute mag ich es auch noch ein bisschen... um der alten Zeiten Willen.

 

 

03.08.2010 um 18:55 Uhr

Sommerparty

 

Die alljährliche Sommerparty von Sophia und Michael, einem befreundeten Schriftstellerpärchen fand dieses mal am Wochenende statt.

Im großen Garten sammelte sich eine stattliche Menschenmenge von etwa 70 bis 80 Leuten. Es kamen ihrerseits befreundete Schriftsteller, Produzenten, Literaturwissenschaftler, Herbert aus Bochum. Auch weniger Bekannte ... so wie wir.

Um die Gäste näher zusammen zu bringen stand gleich zu Beginn ein Quiz an, wozu Gruppen aus jenen gebildet wurden, die sich noch nicht kannten. Schöne Idee. Auch die mit dem Namensschildchen, das jeder zur Begrüßung erhielt.

Die meisten saßen auf Bierbänken. Die wenigen komfortablen Sitzgelegenheiten waren bereits hoffnungslos belegt. Keine Chance auf einen der begehrten Plätze, denn die, die einen davon ergattern konnten waren sich des Privilegs bewusst und rückten keinen Millimeter mehr davon weg.

Es wurde gegrillt, was getrunken, hier ein bisschen geplaudert und dort. Man kam mit dem und dem ins Gespräch. Bochum-Herbert scheint übrigens ein richtig lustiger Typ zu sein, gar nicht abgehoben und sogar recht interessiert.

Später fand ein Programm statt. Das angekündigte Kernstück des Abends. So wurden eigens Kostproben aus selbstverfassten Werken vorgetragen. Beim Zuhören drängte sich mir der Eindruck auf, dass Literaten, die ständig unter dem Druck stehen etwas Sinnvolles zu produzieren weil sie ja davon leben, so manches mal gar nicht mehr wissen, was sie sich noch alles ausdenken sollen. Es soll einen gewissen Anspruch haben nur letztlich kann das Ergebnis so abstrakt sein, dass es keiner mehr versteht der nicht mindestens auch ein bisschen durchgeknallt ist. So war mir Einiges davon dann tatsächlich doch zu hoch. Ein gespannter Abgleich in die Runde verriet mir, dass es mir nicht alleine so ging. Applaus gab es nur teil- und anstandsweise.

Einer der "Künstler" machte auf Tonfasching und tat alles was sein Mund an Geräuschen hergab ins Mikro. Hätte ich es nicht besser gewusst, hätte ich geschworen, das sich ein Kind an dem Ding zu schaffen macht. Er brubbelte und brabbelte, quietschte, fauchte, schrie, winselte, schmatzte, rotzte und würgte zusammenhanglos gefühlte Ewigkeiten auf uns ein, ohne dass auch mit viel Phantasie nur irgendein Sinn dahinter zu erkennen war. Es war über die Maßen laut und nervte nur. Vielleicht fehlte mir in diesem Moment auch einfach nur die Leichtigkeit dafür. Mein Rücken schmerzte inzwischen, mein Bauch war eingeknickt. Ich hielt mir die Ohren zu und beobachtete wie im Weichzeichnermodus, dass es einige genau so hielten. 

Ein Literaturwissenschaftler war der Vorletzte mit seinem Beitrag. Der hat mich richtig von der Bierbank gehauen. Erstaunlicher Weise war das genau der Mann, der mir durch seine zurückgezogene und bescheidene Art schon den ganzen Abend auffiel. Fast menschenscheu kam er mir vor. Klein und unscheinbar und scheinbar voller Komplexe. Vor dem Publikum jedoch zeigte er was in ihm schlummerte. Es war so genial, wie lässig der das Wort schwang und die Masse zum Beben brachte. Dieser Kontrast war enorm. Hätte einer vorausgesagt, dass dieser Mann derart aufzutreten im Stande ist, nie hätte ich das für möglich gehalten. Und was sagt mir das wieder? Nichts ist wie es scheint. Ist einfach so.

Nach dem Programm hatte ich dann keine Lust mehr. So richtige Stimmung wollte den ganzen Abend schon nicht aufkommen und so ging es Richtung Heimat.

Ich kann nur ahnen, was dann in der Nacht meinen Kreislauf zusammen brechen ließ und kriegte dermaßen S*chiss weil es sich anfühlte als würde mein letztes Stündchen geschlagen haben. Dass Blut wich aus meinem Körper. Alles wurde taub und kalt. Ich habe tatsächlich geglaubt jetzt muss ich sterben. Offensichtlich war das aber nicht so vorgesehen denn mein Zustand besserte sich allmählich nachdem mein Körper sich restlos von allem trennte was er offensichtlich nicht haben wollte.

So bin ich immer noch hier als olle Nacktschnecke und freu' mich. 

Und weiter geht's...