Küss' mich - wenn Du kannst!

18.09.2010 um 09:47 Uhr

Wunderlich

Gerade schrieb ich von ihm und gestern sah ich ihn schon wieder. Noch von meinen letzten Überlegungen inspiriert wollte ich es noch einmal genau wissen. Ich musste mich gar nicht bemühen. Er ist Sexualpsychologe und dies scheint irgendwie sein Lieblingsthema zu sein. Ich führte die Theorie von der genetischen Anlage der Homosexualität an als er nur abwinkte und mir versicherte, dass dies gerade mal 1 % aller Homosexuellen ausmache. Er erklärte mir, dass alle Schwulen einen Hang zur Pädophilie hätten. Ich dachte ich muss platzen. Weiter referierte er, dass Homosexualität fast ausschließlich aus "normalgeschlechtlichen" gescheiterten Beziehungen hervorgehe. Nun, im Umkehrschluss hieße das  ja, dass alle, die eine gescheiterte Beziehung hinter sich hätten, zwangsläufig homosexuell werden müssten. Ja, meinte er, sie nimmt doch auch immer mehr zu. Ich schaue mich in meinem Umfeld um und wundere mich.

Wieso bin ich und all jene, die ich kenne nach ihren Trennungen noch hetero? 

Ich glaub' ich muss auf die Couch...

 

15.09.2010 um 10:16 Uhr

Kompensation

Er ist Psychologe. Nein, nicht meiner. Man könnte fast sagen, dass es umgekehrt der Fall ist. Er redet und redet und redet. Über seine Patienten, sein Forschungsprojekt auch manchmal über Privates. All das was er durchläuft scheint er in unseren Gesprächen zu kompensieren. Ich hinterfrage viel. Bekomme auch Antworten. Doch sie werden nur kurz abgehandelt. Zu einer wirklichen Unterhaltung, eine, bei der man sich gegenseitig befruchtet entsteht dabei nicht. Doch darum scheint es ihm nicht zu gehen denn schnell kehrt er zu seinem Monolog zurück. Ich habe oft versucht etwas umzulenken. Ohne Erfolg. Ich durchschaue das und gebe dem Affen Zucker. Es ist weder meine Aufgabe noch mein Anliegen ihn zu verändern. Werde dabei den Eindruck nicht los, dass die meisten Psychologen selbst total verkorkst sind. Dieser ist es auf jeden Fall und oft habe ich schon gedacht, dass er als Therapeut für mich niemals in Frage käme. Der hat so merkwürdige, zum Teil vorsintflutliche Ansichten und ist überhaupt nicht flexibel. Zum Beispiel behauptet er, dass Homosexualität generell krankhaft sei bzw. aus einer Angst gegenüber dem anderen Geschlecht herrührt und unterbunden gehört. Dabei wird dies schon 6 Wochen nach der Befruchtung festgelegt. Das Kind wird damit schon mit dieser Veranlagung geboren.

Ich stelle mir vor, dass er tatsächlich mit Patienten zu tun hat und schaudere bei dem Gedanken.

Ich habe die Weisheit sicher nicht mit Löffeln gefressen aber manchmal denke ich, ich habe mich in meinem Leben schon viel zu sehr mit dem Menschsein beschäftigt, als dass mir so einer heute noch was erzählen könnte.

 

11.09.2010 um 09:42 Uhr

Ich wünsche mir

Wenn ich früher zur Arbeit fuhr dann weil ich von irgendwas leben musste. Eine Art Pflichtveranstaltung. Dabei ist es nicht so, dass ich sie nicht gemocht habe. Aber angestellt zu sein ist doch etwas anderes als eigenständig. Anders als selbst entscheiden zu können. Heute fühlt es sich familiär an. Ich schaue nicht auf die Uhr und warte ungeduldig auf den Feierabend. Da werden es schnell mal ein paar Stunden mehr ohne dass es mir etwas ausmacht. Ich fühle mich wohl und wenn ich mich von meinen Leuten verabschiede dann mit einer liebevollen Umarmung. Ich gehe mit Freude im Herzen und komme mit der gleichen Freude wieder.

An Kontakten mangelt es mir nicht. Dennoch fehlt mir etwas. Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen würde denn eigentlich bin ich sehr gerne mal allein. Doch nun habe ich in meinem Leben aufgeräumt. Menschen die sich als Freunde ausgaben aber keine waren habe ich aus meinem Leben verabschiedet. Sie haben mich angezapft und ausgesaugt. Sie taten mir nicht gut. Zum ersten mal mache ich mir bewusst, was übrig bleibt und fühle mich allein. Es ist wohl vielmehr die Vorstellung im Kopf, dass da niemand ist, der wirklich teil hat. Genau genommen war das aber nie anders. Ich habe es nur nicht so wahrgenommen.

Wieviele Menschen umgeben sich mit Partnern, die sie nicht wirklich lieben und an denen sie ständig etwas auszusetzen haben? Dennoch bleiben sie zusammen und quälen sich gemeinsam durch Jahre und Jahrzehnte. Weil sie nicht allein sein wollen oder bequem sind oder denken, sie finden niemanden mehr. Sind sie nicht auch allein?

Ich will keine faulen Kompromisse mehr. Ich wünsche mir Menschen an meiner Seite - egal ob als Freund oder Partner, die mich meinen, die interessiert sind, die aufrichtig teilhaben, die nachfragen und für mich da sind wenn ich sie brauche und umgekehrt. Alles andere ist Energie- und Zeitverschwendung.

Leider wachsen solche Menschen nicht an Bäumen...

 

09.09.2010 um 21:39 Uhr

Unsere Welt

Als ich heute unterwegs war und mir das Stadtgetümmel so ansah überkam mich die Sehnsucht nach Natur. Nach unberührter harmonischer Idylle. Ich schaute hin und stellte fest, dass man in der Stadt fast gar nichts mehr davon findet - außer mal den einen oder anderen Baum. Kaum zu glauben, dass dies unsere Mutter Erde ist...

 

09.09.2010 um 11:21 Uhr

Was war das?

Ich war noch neu in der Gegend und ausgerechnet an diesem Tag fand das alljährliche Kiezfest dort statt. Jede Straße, die ich befahren wollte war mir versperrt und so beschloss ich mein Auto irgendwo abzustellen. Keine Ahnung ob ich es in dieser mir noch fremden Gegend je wiederfinden würde. Die Straßenschilder waren beschädigt. So konnte ich nur hoffen. 

Ich nahm all mein Zeug und ging zu Fuß als mich eine Frau mit Kind übersah. oder übersah ich sie? Sie rief mir zu: "Hallo, wieso rempeln Sie mich an?" Ich war so mit der fremden Gegend und dem Schleppen meines Gepäcks beschäftigt, dass mir das so gar nicht aufgefallen war. Ihr vorwurfsvoller Ton und die merkwürdige Fragestellung hingegen schon. Schon beabsichtigte ich ihr etwas in gleicher Art zu entgegnen als ich mich besann. Ich drehte mich ganz bewusst zu ihr um und sah sie an: "Wollen Sie das wirklich wissen?" fragte ich sie. Sie stockte einen Moment und meinte: "Ja, ja sagen Sie es mir." Es platzte wie ein Hilferuf aus mir heraus: "Ich weiß nicht wo ich bin." Plötzlich wendete sich die Haltung der Frau. Sie war mir wohlgesonnen und beschenkte mich mit einem wunderschönen Blumengebinde. Ich fühlte mich ein wenig beschämt und kramte etwas unbeholfen aus meiner Tasche einen Schokobären für ihre kleine Tochter hervor. Auf einmal war da statt Aggressivität und Unbedachtheit Verbundenheit, die sich nicht erklären ließ. Im Gehen fragte sie ob wir unsere Telefonnummern tauschen wollen...

 

08.09.2010 um 09:45 Uhr

Szenarien

 

Es war eine Zangengeburt. Sie zogen ein Fleischgemisch aus meinen Körper. Ich konnte nicht erkennen was wozu gehört. Es war furchtbar. 

 

05.09.2010 um 15:00 Uhr

Sternenkind

 

 

Heute wärst Du 18 Jahre alt.

 

 

05.09.2010 um 11:55 Uhr

Berührt

 

Das berührt mich gerade ganz tief.

 

04.09.2010 um 10:51 Uhr

Wie werde ich sie los?

 

Wie ein einziger Moment die Gedankenwelt durcheinander bringen kann.

Ich beneide die Tiere für die das geschriebene oder gesprochene Wort bedeutungslos ist. Sie wissen nicht was böse oder gute Briefe sind und es ist ihnen auch egal. Sie sind frei und unbedarft. Für sie zählen ganz andere Dinge. Sie sind dankbar für einen vollen Napf, Streichel- und Spieleinheiten. Das ist ihre kleine heile Welt.

Aber wir sind gestraft mit unseren Gedanken. Mit den Geschichten drum herum. Jene, welche wir uns selbst produzieren...

Diese Gedanken in meinem Kopf. Wie werde ich sie los? Ich will sie nicht haben denn ich kann eh' nichts machen. Ich kann weiter wild herumspekulieren aber ich habe keinen Einfluss... 

 

02.09.2010 um 15:59 Uhr

Ist das so?

 

Widersprich' nie einer Frau.

Warte fünf Minuten. Dann tut sie es wahrscheinlich von selbst.

Keine Ahnung, welcher Kopf diesen Ausspruch tat.

Ob ich das so unterschreiben würde?