Küss' mich - wenn Du kannst!

18.03.2012 um 19:40 Uhr

Tauschgeschäft

Folgende Szene:

Eine junge Frau steht mit zwei Kindern vorm Cafe die aufgeregt um sie herumhopsen. Der Grund dafür sind ein paar Lutscher, die die Frau in der Hand hält und fragt: "Was kriege ich dafür?" Sie wissen Bescheid und drücken der Frau flüchtig und eher halbherzig einen Wangenkuss auf. 

So bringt man auch den Kleinsten schon bei, dass es nichts umsonst gibt im Leben und man dafür auch gerne seine Seele verkaufen darf... ;-)

 

17.03.2012 um 08:36 Uhr

Therapiestunde

Klein und in sich gekehrt saß er da. Kaum traute er sich bei der Begrüßung hochzuschauen. Ich merkte sofort, dass hier etwas nicht stimmt. "Ich laufe gerade A.mok." sagte er mit sehr leiser Stimme. Fast war es ein Flüstern. Ich hatte Mitleid doch irgendwie mischte auch ein wenig Unbehagen mit. Ich nahm seine Hände und fragte ihn ob er reden möchte. Zitternd begann er... es ging um seine Frau und eigentlich wisse er gar nicht, wie er hierher gekommen sei. Ganz behutsam suchte ich Zugang und er nahm dankbar an. Eine ganz verzwickte Situation, die sich da bei ihm auftat. Sie seien schon bei der Paartherapie. Doch dort würden nur die Fetzen fliegen. Schwer vorstellbar. So wie er da saß. Aber bekanntlich sind es die Stillen, denen man so Manches nicht zutraut. So langsam kam ich rein. Immer wieder schaute er mir nur kurz in die Augen und dann schnell wieder weg. Er kam mir vor wie ein geprügelter Hund, der sich noch nicht ganz sicher ist ob er Vertrauen fassen kann. Als er sich verabschiedete schien er ein wenig Hoffnung zu haben. Lachend schaute er sich um und winkte mir sogar. Für den Moment wirkte er gelöst und ich hoffte, dass er ein wenig Kraft schöpfen konnte für das was da noch kommt. 

 

16.03.2012 um 19:36 Uhr

bereuen was man nicht getan

von: nacktschnecke   Kategorie: Märchenmann

Auf dem Weg nach Hause fuhren wir am Park vorbei. Überall sah man Menschen, die die ersten Frühlingsstrahlen genießen. Ich fragte ihn ob er Zeit hätte, sich für eine halbe Stunde mit mir auf die Wiese zu setzen. Ohne darüber nachzudenken schüttelte er energisch den Kopf. Ich sah im Geiste, wie er an meinem Grab stehen würde weil mir unverhofft etwas zugestoßen ist und weinen würde, weil er mir diesen simplen Wunsch gerade noch abgeschlagen hat. Innerlich winkte ich dann ab. Dass würde in seinem flüchtigen Wesen wahrscheinlich gar nicht so lange haften bleiben. Außerdem war der Nachmittag viel zu schön, um traurig zu sein. Später fragte ich ihn, was er denn noch gemacht hat, nachdem er mich zu Hause abgesetzt hat. Er war sein Auto waschen...