Manchmal würde ich hier gerne viel viel mehr schreiben. Tausende von Gedanken schlängeln durch meinen Kopf, drehen sich im Kreis oder erzeugen neue. Besonders nachts. So sehr, dass ich oft aufstehen müsste, um sie wegzuschreiben.
Ich stelle fest, dass ich hier vieles zurückhalte bzw. filtere. Und dann tut sich die Frage auf, wieso ich denn dann hier überhaupt schreibe. Niemand kennt mich hier persönlich. Ich könnte die Sau raulassen. Und es könnte mir egal sein, was andere von meinen gedanklichen Ergüssen halten.
Manchmal könnte ich mich so richtig auskotzen. Doch im gleichen Moment bremse ich ab weil ich mich frage, wer das wissen will. Will überhaupt jemand wissen was ich hier zu sagen habe? Aber ist das der Sinn eines Blogs? Jeder schreibt hier aus anderen Gründen. Und es gibt viele unterschiedliche Bloggesichter. Ich habe meinen Platz noch nicht gefunden.
Die Frage, warum ich in anderen Blogs lese und was mich an ihnen fasziniert ist dagegen viel leichter zu beantworten.
Bisher fand ich hier nur sehr wenige Blogs, bei denen ich das Gefühl habe, hier nehme ich wirklich teil und werde ein Stück mitgenommen. Sie berühren durch ihre ungeschminkte Art zu schreiben. Sie scheinen sich nicht darum zu sorgen, ob es den Mitlesern gefällt. Genau diese Blogs sind es, die ich am liebsten begleite und hinter denen ich den echten Menschen erahnen kann.
Ich fühle mich gerade ein bisschen... Die Gedanken liegen schwerer in der Seele. Mag sein, dass das am Herbst liegt, der mir nicht so liegt. Er hat jedesmal ein bisschen was von Sterben. Abschied nehmen ist nicht gerade meine Stärke. Aber wessen Stärke ist das schon?