Zwischenwelt(en)

31.01.2006 um 22:35 Uhr

Das böse Wort mit g...

Hab eben ne gute Stunde mi A. telefoniert (jaha, zum zweiten Mal heute).. und obwohl seine Gefühlszustände zu gewissen Teilen der Wunderwelt der Psychopharmakologie zugeschrieben werden dürfen, kommen wir nicht umhin festzustellen, dass wir beide unabhängig voneinander, quasi zu diesem Zeitpunkt, also jetzt, hypoman, maniform, aufgedreht, freudig erregt, lebenslustig, kurz g.... g.... g.... ja, in der Tat...g... glücklich sind. Momentaufnahmen. Fast ebenso wichtig und beeindruckend wie Panoramabilder..

Damien Rice's "Amie" ist einfach ein Volltreffer... auf ganzer Linie.

nothing unusual nothing strange
close to nothing at all
the same old scenario the same old rain
and there's no explosions here
then something unusual something strange
comes from nothing at all
i saw a spaceship fly by your window
did you see it disappear?
amie come sit on my wall & read me a story of old
tell it like you still believe that the end of the century
brings a change for you and me
nothing unusual nothing's changed
just a little older that's all
you know when you've found it there's something i've learned
'cause you feel it when they take it away hey hey
then something unusual something strange
comes from nothing at all
but i'm not a miracle and you're not a saint
just another soldier on a road to nowhere
amie come sit on my wall & read me a story of old
tell it like you still believe that the end of the century
brings a change for you and me
amie come sit on my wall & read me the story of o
tell it like you still believe that the end of the century
brings a change for you and me

31.01.2006 um 21:10 Uhr

Jahaa

Mir ist grad nach Fotos zumute.. vielleicht auch nur, um bei den "Gilmore Girls" jetzt nicht losheulen zu müssen. *räusper* Die Bakterien haben mein emotionales Zentrum gehörig aufgeweicht..

Weiber... tztztztz

 

31.01.2006 um 19:13 Uhr

Dienstach...

Als der Wecker 04.45 Uhr das erste Mal klingelt, bin ich geneigt, mich kurzzeitig noch mal schrecklich schwach und überhaupt noch gar nicht gesund zu fühlen.. mit anderen Worten: "Och nee, bitte nich…" Der Gedanke an die Chefarztvisite zieht mich letztlich doch aus dem Bett, durch die Kälte ins Bad und übers Glatteis zum Bahnhof. An dieser Stelle möchte ich einfügen, dass ich ganz entschieden für Frühling bin! Ich hab ihn satt, diesen Eiertanz jeden Morgen! So richtig spannend ist's in der Klinik dann nicht. Ohnehin hat die Station derzeit eher den Charakter eines Seniorenheimes. Jeder Patient unter 70 wird in der Kurvenbesprechung mit Sonderapplaus bedacht. Der Tag zieht sich wie Kaugummi bis zum Feierabend, der heut eine ganze Stunde eher beginnt. Jedenfalls für mich. Praktikantenbonus.

 

Nach den obligatorischen dreißig Minuten Fußmarsch erreiche ich den Bahnhof in P. und freue mich, den Zug nicht verpasst zu haben. (es wäre nicht das erste Mal gewesen). Schon beim Einsteigen ist aufdringlicher, wenn auch noch undefinierbarer Geruch wahrzunehmen (trotz Rhinitis brachialis). Na gut, die halbe Stunde wird’s schon gehen, denke ich, und suche mir ein lauschiges Plätzchen am Fenster. Augen zu. Musik an. Adieu Außenwelt. Wäre schön gewesen. Doch der penetranter werdende Gestank holt mich schubartig immer wieder ins Diesseits zurück. Ich beginne unauffällig meine unmittelbare Umgebung nach verdächtigen Spuren abzusuchen. Kopflehne? Nichts. Fußboden? Hmmm, nichts besonderes. Sitzfläche? Nichts. Wäre ja eh zu spät gewesen. In der Reihe neben mir zünden ein paar Halbwüchsige Streichhölzer an und atmen unablässig die Rauchschwaden ein, um sich Linderung zu verschaffen. Gut, es handelt sich also zumindest nicht um olfaktorische Halluzinationen. Im nächsten Bahnhof eine Durchsage: "Die Weiterfahrt des Zuges verzögert sich um einige Minuten aufgrund von Reinigungsarbeiten, wir bitten um ihr Verständnis." Aber ja doch, macht nur. Die Quelle der Geruchsbelästigung befindet sich offenbar im unteren Teil des Wagons, von Reinigungsarbeiten ist hier oben jedenfalls nichts zu sehen. Dafür glotzen die Leute auf dem Bahnsteig fasziniert von außen in die Fenster. Trotz Putzpause ist bis zu meinem Heimatbahnhof keine Verbesserung der Atemluftqualität spürbar. Dafür wieder eine Durchsage. "Die Weiterfahrt des Zuges verzögert sich um wenige Minuten aufgrund eines Notarzteinsatzes, wir bitten um ihr Verständnis." Na holla, jetzt gewinnt das Ganze ja beinah einen Hauch von Dramatik! Beim Aussteigen präsentiert sich die Lösung des Rätsels in Form eines betrunkenen Mannes, der sich, bewacht von zwei Polizisten, inmitten seines eigenen Erbrochenen auf dem Boden des Fahrradabteils räkelt. Das sind die Geschichten, die das Leben offensichtlich einem Ghostwriter überlassen hat..

30.01.2006 um 18:18 Uhr

Heute fühl ich mich..

als könnte ich

oder auch

oder einfach nur:

28.01.2006 um 21:11 Uhr

Denksüchtig...

Also mir hat da eine Sache im Laufe des Tages ein bisschen zu denken gegeben. Äh, ja. Ich merke, ich muss etwas weiter ausholen. Es war vor über 26 Jahren, ein trüber Tag im Oktober.. nein, soweit natürlich nicht. Also. E-Mails sind eine feine Sache. Und Telefonieren ist auch schön. Und miteinander von Angesicht zu Angesicht reden sowieso. Und es gibt Menschen, mit denen ist alles gleichermaßen eine große Freude. Das sind dann die Ausnahmen. Nun kann es vorkommen, dass es, wenn man einen Menschen ganz besonders gern hat, und man mit ihm in die letzten Windungen und Wirrungen der Erlebniswelten vordringt, zu regelrechten Gedankenfluten kommt. Mentale Tsunamis sozusagen. Soll heißen, es öffnen sich während dieser gemeinsamen geistigen Safari permanent neue Türchen im Oberstübchen, und hinter jedem lauern neue Themen, die gern bearbeitet werden möchten. Ist ja an sich noch nicht weiter kompliziert.. könnte man sich einem nach dem anderen widmen. In Ruhe. Der Reihe nach. Aber haha, so läuft das fiese Karnickel nicht. Vielmehr ist es so, dass man per E-Mail eine Angelegenheit anschneidet (und dabei kann es sich durchaus um so beiläufige Dinge wie den Sinn des Lebens oder die Existenz Gottes handeln), am Telefon über Herzschmerz und Familiengeschichten plaudert, im realen Gespräch neue Beziehungsmodelle oder Parallelwelten entwirft und sich per sms die ewige Liebe schwört. Und spätestens da sollte deutlich werden, dass so ein multimedialer Gedankenaustausch durchaus Schwierigkeiten mit sich bringt. Nämlich dann, wenn man ungeachtet der eigenen Verarbeitungskapazitäten Thema um Thema anreißt, ohne je eines wirklich abhaken zu können. Natürlich wird man nie alle Aspekte bis ins letzte ausdiskutieren und dann irgendwann sagen: So, fertsch, das nächste bitte. Aber wenn sich schon nach der Überschrift Assoziationen zu weiteren unzähligen Kopfkapiteln auftun, könnte da nicht irgendein Mechanismus dem Hirn den Riegel vorschieben? Wie ein Fi Schalter gegen den psychischen Kurzschluss vielleicht. Man läuft so schnell Gefahr, sich von Gedankenlawinen überrollen zu lassen.. es ist wie ein Rausch. Denksucht eben. Doch kein Rausch ohne Katzenjammer. Und gegen diesen Zustand sind selbst Rollmops und eingelegte Gurken machtlos. Wie also vorbeugen? Abstinenz? Ja, Abstinenz klingt gut. Oder Selbsthilfegruppen, in denen ausschließlich Smalltalk betrieben wird. "Hallo, ich bin Bernhard und ich bin Vieldenker. Und seit acht Monaten trocken."

28.01.2006 um 17:15 Uhr

Aber ist ja nicht so...

dass ich dem nichts entgegen zu setzen hätte..

28.01.2006 um 16:58 Uhr

Rudolph the Red-Nosed Reindeer..

Had a very shiny nose, And if you ever saw it,You would even say it glows... lalala

27.01.2006 um 20:23 Uhr

schniiiiieeeef

Ob nun "Eskimo" oder "Amie" oder "The Blower's Daughter" oder der Schnupfen oder alles zusammen..

 

27.01.2006 um 15:26 Uhr

Plan A+B

Um es vorweg zu nehmen: Ja, ich leide immer noch. Aber das immerhin zu Hause. Ich hielt es für angebrachter, meine Bazillen und die vollgerotzten (tschuldigung, aber so isses nun mal) Taschentücher in heimischen Gefilden zu verteilen und mich unbeobachtet dem ein oder anderen emotionalen Fieberschub ungehemmt hingeben zu können. Weihnachten im Januar. Hä? Nun, es ist so, dass ich, trotz heftigen inneren Widerwillens, das Fest der Liebe und der Lebkuchen im Kreise meiner Familie verbracht habe. Heiligabend lief relativ glatt über die Bühne, jahrzehntelang geprobte Rituale sitzen irgendwann einfach. Applaus gab es trotzdem keinen. Am nächsten morgen Frühstück. (ein großes, ein leckeres Frühstück!) Und ich? Keinen Appetit. Innerhalb von etwa dreißig Minuten gesellten sich zur Appetitlosigkeit noch Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und eine Müdigkeit, die mich müder nicht hätte machen können. Ich zog es vor, den restlichen Tag im Bett zu verbringen… und zu weinen. Nein, zu heulen. Ich lag da rum und beweinte die Ungerechtigkeit der Welt, während meine Anverwandten am anderen Ende des Hauses unablässig auf das kleine Jesuskind anstießen. So eine grippale Gefühlsduselei kannte ich bis dahin lediglich von F. (sie ist immer so herzzerreißend rührselig, wenn die Viren Besitz von ihr ergriffen haben). Auch den zweiten Feiertag habe ich zwischen Bergen aus Bettdecken und Zellstoff verbracht, um am Abend brav in den Zug nach Hause zu steigen, und am nächsten Morgen tat- und schaffenskräftig auf Arbeit zu erscheinen, als sei nichts gewesen. (Ich darf an dieser Stelle meinen künftigen Arbeitgeber beglückwünschen.) Ähnliche, also quasi-weihnachtliche Gemütsbewegungen konnte ich heute im Laufe des Tages erneut feststellen. Fieberthermometer überflüssig. Die Anzahl der Jammerphasen pro Stunde steigt proportional zur Körpertemperatur. Eine geeignete Formel muss ich mir später ausdenken. Jetzt sehe ich mich gezwungen erstmal eine kleine Runde zu weinen.

26.01.2006 um 19:42 Uhr

Ich leide...

Mal wieder. Ausnahmsweise und dazu ausschließlich physisch. Rhinitis und Pharyngitis haben mich in ihrer Gewalt. Wäre ja auch zu schön gewesen, das arktische Klima hätte keine Souvenirs hinterlassen. Dicker Schal, heiße Milch mit Honig und die ein oder andere Zigarette weniger – das ist Plan A. Grippostad, Paracetamol, Bromhexin, Xylometazolin, ACC akut und ein freier Freitag – das ist Plan B.

Und ansonsten? Sollte ich mir vielleicht doch auch Gedanken um meine geistige Gesundheit machen. Gestern am Telefon. Ich verkünde dem Herrn Schreiberling eine Tatsache, die mir aufgefallen war. Nichts von wirklicher Bedeutung, aber immerhin wichtig genug, um sie umgehend mitteilen zu müssen. Und was antwortet er? "Genau dasselbe hast Du mir gestern schon erzählt… beinah wörtlich. Und ich kann Dir auch sagen, in welcher Situation." "Nein, hab ich nicht." "Doch, hast Du." "Nein. Ich habe vielleicht daran gedacht, aber ich hab's doch nicht ausgesprochen." "Doch, doch." Ich weiß nicht, welche Vorstellung mir an dieser Stelle mehr Angst macht. Oder zumindest machen sollte. Dass ich scheinbar ohne Sinn und Verstand vor mich hinrede, mein Sprechapparat also unabhängig von meiner willkürlichen Kontrolle ein Eigenleben führt, oder dass meine Gedanken zu laut, und damit für meine Mitmenschen hörbar sind. Ich finde beide Varianten wenig tröstlich. Ich könnte ja in der nächsten Mittagskonferenz vor versammelter Ärzteschaft eine fingierte Fallbesprechung einleiten. "*hüstel* Also es gibt da eine junge Frau, die hat mir da so Sachen erzählt, von denen sie gar nicht wusste, dass sie sie mir erzählt.. *hüstel*.." Naja, so ungefähr vielleicht. Therapievorschlag? Ein nettes Gespräch, ein bisschen Kopftätscheln und eine Woche Urlaub in Villingen-Schwenningen – das ist Plan A. Tavor, Risperdal und eine Woche Geschlossene – das ist Plan B. Sagte ich vorhin, dass mein Leiden heut ausschließlich physischer Natur ist? Das kann ich doch nur gedacht haben…

23.01.2006 um 18:23 Uhr

Montag..

Der Tag begann damit, dass er spät begann. Nicht zu spät, aber ich musste meinen geliebten Gutenmorgenwerdendlichwachkaffee in Eile trinken. Mein Gaumen dankte es mir mit noch immer andauernder Taubheit. Heiß heiß heiß. Doch dann der Schock: kalt kalt kalt. Und zwar draußen. Dabei war ich so dick angezogen, wie noch nie in meinem Leben. Ich hatte sogar zwei Paar Handschuhe an! Das schien meine Finger nicht sonderlich zu interessieren. Einer nach dem anderen verabschiedete sich in die Welt der Gefühllosigkeit. Um dann im aufgeheizten Büro mit lautem Tadaaa und brennendem Schmerz wieder zum Leben zu erwachen. Die weiteren acht Stunden sind schnell zusammengefasst. Visite, Frühstück, Aufnahmegespräch, Mittagskonferenz, Mittagspause mit Cheffe (immer wieder äußerst erheiternd..), Teambesprechung, Soziales Kompetenztraining, Patientengespräch, Feierabend. Saukälte. Heut abend noch zwei Telefonate und dann ist schon wieder der Sandmann gefragt. Na, wenn das nicht spannend ist..

22.01.2006 um 15:03 Uhr

Na da wollen wir mal...

Da hab ich mich ja ganz schön gehen lassen. Tztztz. Eine Ereignisbilanz der letzten Wochen erscheint mir wenig sinnvoll. Nur soviel: Nicht unbedingt eine meiner konstruktivsten Phasen, die da hinter mir liegt. Sagte ich hinter mir? Ich lass das mal so stehen und übe mich, ganz  tabula-rasa-like, im disziplinierten Neuanfangen. Zumindest an dieser Stelle. Klingt ja vielversprechend. Heute ist so ein Tag, an dem man, wie man so sagt, ganz klassisch sonntagsfaul die Beine vom Bett und die Seele im Nimmerland baumeln lassen kann. In der Außenwelt ist es mit -12,5 Grädern schlicht zu kalt... für mich. Für Aktivität. Und überhaupt für einen Gedanken daran, das Haus zu verlassen. Der Rest der mir nahestehenden Mitmenschen scheint das anders zu sehen. Es hagelt sms á la "große fette Flocken und herrlicher Sonnenschein.. traumhaftes Winterwetter! lg M." oder auch "...werde jetzt alle warmen Sachen anziehen, die mein Schrank hergibt und dann Naturllichttherapie machen. Schöne Sonne heut..[...]" nicht zuletzt "Gehe jetzt mit A. ein bissel spazieren (unserem alter besser entsprechend, als tanzen. bis später!" Unglaublich diese Energie, die manche Leute an den Tag legen. Ich bin immer so froh, wenn ich am Freitag Nachmittag den Mantel in die Ecke schmeißen und erst Montag früh wieder herausholen muss.. Ja, mit meinem täglichen Arbeitsweg von insgesamt zweieinhalb Stunden habe ich mich noch immer nicht anfreunden können. Das ist mir "traumhaftes Winterwetter" und "spazieren" genug. Da lob ich mir die Tasse Kaffee, die ich mir jetzt kochen und die Musik, die ich gleich einlegen werde. Das ist meine Vorstellung von einem gelungenen Sonntag Nachmittag.