Zwischenwelt(en)

26.02.2006 um 19:47 Uhr

Klitzekleine Korrektur

Ich hab nochmal nachgedacht. Möglicherweise war ich vorhin ein bisschen einseitig. Denn inzwischen bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass ich, selbst wenn niemand am anderen Ende der Welt an irgendwelchen Fäden zöge, trotzdem traurig wäre heute. Oder melancholisch, oder in Weltschmerzstimmung, oder was weiß denn ich. Aus dem einfachsten aller Gründe: Morgen ist das vorletzte Mal, dass um 04.45 Uhr mein (erster) Wecker klingelt, ich in aller Eile mein "Pausenbrot" schmiere, der Zug mich eine halbe Stunde Richtung Sonnenaufgang fährt und ich acht Stunden meines Tages inmitten von liebenswerten Verrückten und auch Patienten verbringen werde. Ja, das waren in der Tat verdammt wichtige vier Monate.. und ich glaube, dass Abschied weh tut, ist ziemlich normal..

(Wie soll das denn erst morgen... oder gar am Dienstag werden??) 

26.02.2006 um 14:51 Uhr

So what..

Wochenendmelancholie rieselt von der Decke.. und ich stelle Eimer und Wannen auf, um auch möglichst viel davon aufzufangen. Autosadismus. Das alte Spiel also. Aber ganz ehrlich, heut hab ich nicht im geringsten Lust, auch nur einen Eimer weniger zu nehmen. Ich beschwere mich ja auch nicht. Jemand hat mich kürzlich gefragt, ob wir, also jemand und ich, uns voneinander abhängig machen.. Ich habe das energisch verneint. Heute bin ich mir da nicht mehr ganz so sicher. Zumindest scheinen unsere Stimmungsfäden ziemlich feste miteinander verknotet zu sein. Stimmungsfäden, Sie wissen schon.. wie auf der Kirmes.. man zieht an einem Strick, und tatdaa, Überraschung!, zieht das Hirn statt einer Flasche Sekt eben eine Emotion aus dem großen Preistopf. Naja, jedenfalls muss es irgendwann passiert sein. Man reißt und zerrt und hoppla, sind das jetzt meine Fäden? Und hab ich überhaupt selber gezogen? Gehört die Traurigkeit jetzt mir, oder muss ich den Hauptgewinn teilen?

Henne oder Ei, egal, jetzt ist sie da und möchte zelebriert werden. Allein, wohlgemerkt, die Stricke verknoten sich nämlich gern über die Distanz. Und so sitze ich hier bei Zigarette und "Weißblauen Wintergeschichten", während ich an jemanden denke, der 120km von hier mit ganz anderen Dingen beschäftigt ist. Und das ist ganz und gar in Ordnung. Ich stelle einfach noch einen Eimer dazu..

26.02.2006 um 09:09 Uhr

Es schneit..

ES SCHNEIT!!!!

Ich bin entsetzt.

25.02.2006 um 15:02 Uhr

Do-it-your-self-Olympia

Eistanzen der Herren ist zweifelsohne der Neunschwänzer unter den Netzhautpeitschen. Man kann das masochistische Vergnügen jedoch noch steigern: Den Ton vom Fernseher aus, gediegene Musik über Anlage laufen lassen, und schon haftet der aufgeblasen theatralischen Mimik und forcierten Taktlosigkeit von Axel, Salchow und Co. eine unterhaltende Bizarrerie an. Wie schade, dass Synchronschwimmen nicht winterolympisch ist.

24.02.2006 um 19:09 Uhr

Asbach Uralt

Soll man ja immer dann trinken, wenn einem "so viel Gutes widerfährt". Na dann, her mit der Pulle! Denn, als wäre der gestrige Besuch nicht "so viel Gutes" genug gewesen, gab's heut in der Klinik noch eine Zugabe. In Form zweier Stücke des "leckersten Kuchens der Stadt", garniert mit einer zauberhaft liebenswert geschriebenen Karte von W., einer Kollegin, die nächste Woche im Urlaub ist, und mir heut schon auf Wiedersehen gesagt hat. Ich war ja so gerührt, und wenn ich offen sein darf: Ich bin es immer noch. Ich werd's vermissen. Das Irrenhaus.

24.02.2006 um 17:12 Uhr

Also der Abend.. der Besuch.. also der

War entschieden sehr sehr

ausgezeichnet

grandios

wunderbar

phänomenal

großartig

wunderschön

superb

famos

klasse

kolossal

berauschend

fulminant

erstklassig

himmlisch

überwältigend

umwerfend

glorios

brillant

sensationell

phantastisch

hervorragend

erstklassig

ausgezeichnet

hinreißend

dufte, knorke, schnieke und vor allem schnafte!

22.02.2006 um 20:46 Uhr

Darf's auch ein bisschen mehr sein?

Was ein humoristisch angehauchter Zeitvertreib von 8.00 bis 16.00.. Oder: Wat ein lustscher Arbeitstach! Ein bisschen Gruppenvisite am Morgen *naknak*, ein bisschen kognitives Training mit dem mir anvertrauten Patienten, ein bisschen Mittagskonferenz, ein bisschen Mittagspause mit Ausführungen über deutsche Dialekte, ein bisschen Aktendokumentation, ein bisschen Besuch der Wohnverhältnisse einiger Patienten, ein bisschen Feierabend.. aber was habe ich heute gelacht!! Hinter all der therapeutischen Ernsthaftigkeit mancher Kollegen lauert doch tatsächlich so etwas wie ein Funken Selbstironie, der bei passender Gelegenheit zu einem gehörigen Feuerchen angefacht werden kann.

Und ich freue mich entschieden sehr auf morgen.. da kriege ich nämlich Besuch. Ätsch!

21.02.2006 um 20:16 Uhr

Badetag

Gut. Die Inhalationsnummer gestern brachte ja nicht so den erhofften Erfolg. Da bin ich heut kurzerhand in die heiße Badewanne gehüpft und hab den scheiß Viren mal ordentlich eingeheizt. Und mich dabei gleich mal an Badetage zu Kinderzeiten erinnert. Wenn man mit zwei Geschwistern aufwächst, und auch noch das Glück hat, die Jüngste zu sein, muss man sich beizeiten daran gewöhnen, dass unbenutztes Badewasser ein Privileg ist, das ausschließlich dem Erstgeborenen zusteht. Keine Chance, sich das durch gute Noten oder Mülldienste zu erkaufen - erst die Großen, dann Du! Oder, wenn die Schwester gnädig ist, darf man mit ihr das Zweitwasser teilen. Auf der Stöpselseite sitzend, versteht sich. Dann wurden Schaumfrisuren geschnitten und bewundert, so lange der Atem angehalten, bis sich keine Welle mehr regt oder ein neues Parfum aus Kernseife und Bimssteinkrümeln kreiert. Bis die Mama kam, mich in ein großes Handtuch wickelte, auf die Waschmaschine setzte und so kräftig an Armen und Beinen herumrubbelte, als wolle sie den Grundstein der Cellulitevorbeugung schonmal im Vorschulalter legen. Wenn ich dann mit der stets von mir erwünschten Roland-Kaiser-Fönfrisur (Kinder sind ja so schrecklich suggestibel) im lässigen Frotteebademantel Richtung Bett stolzierte, sagte sie immer noch: "Gute Nacht, mein kleiner Bade-Engel!" Gute Nacht, Mama! Ich bin jetzt ein großer Bade-Engel, und verdammt froh, mich zumindest von Geschwisterrückständen im Wasser emanzipiert zu haben.

20.02.2006 um 21:13 Uhr

Hypochondrisch

Dass ich gelegentlich zu übertriebener Selbstwahrnehmung neige, dürfte inzwischen aufgefallen sein. Sogar mir. Aber in Zeiten der Seuche und allgemeiner Panikmache tritt meine hypochondrische Ader besonders schillernd und mit lautem TamTam zutage. Nein, ich habe keine toten Vögel aufgehoben, gestreichelt oder gegessen, ich habe gearbeitet. Allerdings in einem Kollektiv (hoch leben die alten Zeiten! *räusper*), das heute überwiegend aus schniefenden, hustenden, blass aussehenden und keuchenden Kollegen bestand. Den Oberarzt hat es Ende der letzten Woche bereits dahingerafft, heute verabschiedete sich Cheffe für zwei Tage ins Krankenbett. Und was muss ich feststellen? Allein der Gedanke, die Pest könnte mich eventuell, ganz vielleicht und möglicherweise auch wieder erwischt haben (wäre ja mal wieder Zeit, schließlich hatte ich das letzte Wochenende Ruhe), bemerke ich erneut dieses verräterische Kribbeln im Hals, dieses verdächtige Jucken in der Nase.. Doch dem Rat meines Zwischenweltlers folgend griff ich in die homöopathische Trickkiste und zelebrierte soeben ein ausgedehntes Kamillenteedampfbad. Herrlich!! Nicht, dass das Kribbeln oder das Jucken jetzt verschwunden wären, aber mein Gesicht fühlt sich außerordentlich erfrischt an. Ich denke, ich werde das gelegentlich wiederholen. Mein gutster Pan, nicht nur für diesen Kamillentipp liebe ich Dich.. ganz sehr.. jetzt kann ich es ja sagen ;-)

19.02.2006 um 19:56 Uhr

Der neunzehnte Februar Zweitausendundsechs

begann um acht Uhr und hangelte sich entlang eines Kaffeepotts und einer großen Tasse Haferfleks (ja, die heißen echt so) bis zur Mittagszeit an meinem unmittelbaren Bewusstsein vorbei. Dann hatte ich eine Idee. Ich möchte ins Kloster! Vergiss die Männerwelt, dachte ich mir, schnapp dir dein Köfferlein und tausche Jeans und Absatzschuhe gegen Nonnentracht und Birkenstock. Nagut, ganz so vielleicht nicht. Vielmehr dachte ich an ein paar Tage Auszeit. Kein Handy, kein Computer, keine lästigen Mitbewohner. Und da muss es gleich das Kloster sein? Nun, ich erhoffe mir davon vielleicht auch ein bisschen spirituelle Ansteckung, Besinnung und so. Möglicherweise ist's auch noch ein wenig von der Suche nach einer Antwort, die ich im Dezember nicht wirklich gefunden habe. Zum Glück leben wir in einer Zeit, in der man nicht wandernd nach Glaubenshäusern Ausschau halten muss. Heutzutage pilgert man im world wide web – und wird fündig. Habe mir schon mal Adresse und Preise notiert, wer weiß, vielleicht wird die Idee ja tatsächlich zum Plan. Schaden kann es sicher nicht.

Nachmittags waren A. und ich dann spazieren. Sonne tanken und Neuigkeiten austauschen. Wir waren uns einig, dass dieser Winter der Lebensfreude nun wirklich nicht zuträglich war, und jetzt endlich ein Ende haben darf.. Mit dem ersten Bier unter freiem Himmel, am Wasser und mit Blick auf grippales Geflügel, hießen wir den Frühling willkommen. In die Jubellieder, die A. zusammen mit den Meisen pfiff, wollte ich dann aber doch nicht einstimmen. Hochdosierte Euphorie hält eben auch nicht ewig.

18.02.2006 um 21:40 Uhr

Und

ist Mr. Tom Cruise nicht unheimlich sexy? So in Leinenbluson und Filzweste? PMS, ich sag's ja.

18.02.2006 um 21:35 Uhr

der, die, das..

Bildungsfernsehen zum Samstag Abend. Durch Günther Jauch, der uns das Weltwissen gern häppchenweise und mit einem charmanten Lächeln serviert, habe ich soeben gelernt, dass man im Deutschen tatsächlich "Das Keks" und "Das Jogurt" sagen darf. Jedenfalls laut Duden. Das nehme ich zum Anlass, den Fernbedienung zu greifen und sofort das Sender zu wechseln. Also bitte. John Travolta und Kirstie Alley oder Tom Cruise und Nicole Kidman? Und wieso stehe ich überhaupt vor dieser erbärmlichen Auswahl? Weil ich kurzerhand "das Date" mit A. und seinen Freunden abgesagt und mich entschlossen habe, meinem unbändigen Schlafbedürfnis nachzugeben. Sein Kommentar: "Studenten..pffff, kaum mal 4 Monate am Stück arbeiten, schon weich machen." Wo er Recht hat. Naja, ich hab mir mal die Frühstücksoption für morgen offen gelassen. Ich finde, im Rahmen eines eingebildeten PMS ist das durchaus mehr, als man eigentlich erwarten sollte. Vielleicht gelange ich auch irgendwann mal wieder an den Punkt, mehr zu schreiben als 162 Wörter. Ich bin ja sooo müde..

17.02.2006 um 21:03 Uhr

Frühlingsgefühle...

Also ich sag mal so. (Die Einleitung einer jeden guten Stammtischphilosophie).. eigentlich weiß ich gar nicht, was ich sagen will. Doch! Es geht mir ausgesprochen hervorragend! Die Sonne hat heut verheißungsvoll ein paar Strahlen gucken lassen, die vergangenen Tage in der Klinik waren einfach nur traumhaft und die Menschen, die ich liebe, liebe ich irgendwie so intensiv, wie nie zuvor.. Man könnte meinen, ich platze vor Energie! Jahaa! Meine Träume könnten bizarrer nicht sein und überhaupt spricht doch alles für Frühling, oder? Na das will ich meinen. Und wenn es gut läuft, ich die letzten sieben Tage, in denen ich arbeiten gehen darf (schnief.. ja, ein bisschen traurig isses ja doch), sauber über die Bühne bringe, fahre ich am ersten Märzwochenende nach langer Ostseeabstinenz ins deutsche Vogelgrippezentrum… nach Rügen. Salzige Luft, Sand in den Schuhen und Blick auf den Horizont. Das sind doch Aussichten, die gute Laune mehr als rechtfertigen!!

12.02.2006 um 19:11 Uhr

vorher ... nachher

von: Discovery   Kategorie: So gesehen

Ja, ich geb zu.. Madame hat heut laubukik.. und humini.

 

12.02.2006 um 14:16 Uhr

gloomy sunday

Jungs, das ist doch Mist. Da bin ich ganz entschieden und so was von dagegen. Ich hab sie schon wieder am Hals. Die Seuche. Die Rotzerei. Die Pest. Hab mir schon alles an Tinkturen, Tropfen, Ölen und was weiß ich in die Nase geträufelt, gespritzt und gegossen, was die Hausapotheke hergibt. Ich könnte die ganze Litanei von vor zwei Wochen erneut runterjammern. Aber diesmal belasse ich es bei einem entnervten: Es kotzt mich an!! Dass ich meine freie Wochenendzeit im Bett rumliege, mir die Knochen weh tun und ich mich in der Nacht von einem Erstickungsanfall zum nächsten rette. Jaha, es kotzt mich an!! Und im Fernsehen Free Willy zwölf, Das alte Försterhaus und Langlauf der Herren…schnarch. Ich muss auswandern. Pfff.

09.02.2006 um 21:54 Uhr

augenblicklich..

08.02.2006 um 22:14 Uhr

error... ach nee, doch nicht?!

Was habe ich zu berichten? Hab ich überhaupt etwas zu erzählen? Ich hatte gestern einen zauberhaften Abend, über den ich jedoch nicht berichten kann. Top secret und so. Nein, nicht ganz. Aber manche Dinge zerredet man eben nicht gern. Die passieren einfach und das ist gut so. (Darf ich an dieser Stelle Klaus W. verfluchen? Dafür, dass man "und das ist gut so" ganz einfach nicht mehr sagen kann, ohne der Aussage einen sarkastisch pseudoaugenzwinkernden Touch zu verleihen?). Und sonst so? (Ich möchte diesen Satz auf folgende Weise betont wissen: Gekonnt beiläufig, ohne dabei Desinteresse zu demonstrieren.) Nun.. Der Eindruck des Herrn D.T. Scharping ist inzwischen, um genau zu sein seit heute, richtig, also so echt und wirklich, zum Ausdruck geworden. Die buchstäbliche Hundertachziggradwahrnehmungsumdrehung sozusagen. Wie kommt's? Nun, ich hatte das Vergnügen, zwei seiner Einzelgespräche beiwohnen zu dürfen. Der Mann kann reden! Und das auch noch höchst professionell. Empathisch, offenbar theoretisch fundiert und mit tiefer Stimme. Der perfekte Therapeut also. Nicht, dass ich das wirklich beurteilen könnte, aber wäre ich Patient, ich fühlte mich gut aufgehoben. Das ist das Kriterium, das ich ansetze. Gänzlich unwissenschaftlich, für mich absolut ausreichend.

Ansonsten läuft mein emotionales Zentrum derzeit wieder auf Hochtouren.. negative und positive Ausschläge gleichermaßen vertreten. Enorm anstrengend, enorm fruchtbar. Den Knall gab es schon Samstag, der ebenfalls ausgeblendet wird. Ein nichts sagender Eintrag heute. Und das ist auch gut so.

04.02.2006 um 20:43 Uhr

Ein paar Worte noch zum gestrigen Abend

Ich war mal wieder im Laden. Meine liebe B. besuchen, die derzeit in der Stadt ist und nichts besseres zu tun hat, als ihre Zeit mit arbeiten zu vergeuden. Tztztz. Na gut. War ja schließlich für mich auch eine gute Gelegenheit, meine Freizeit unter Leuten zu verbringen. Projekt "soziale Kontakte reaktivieren" und so. Und was dort alles an Kontakten rumsprang! Um es kurz zu machen: Der Abend kann nur mit und mit nur zwei Worten treffend beschrieben werden: Lebensfreude pur! Vielleicht sollte ich wirklich nicht viel mehr dazu sagen jetzt..

04.02.2006 um 20:24 Uhr

Na geht doch!

Ja, ich bin garstig, und kindisch obendrein. Wie kann man sich nur über das Ende einer Beziehung zweier Menschen freuen und dieser Freude auch noch einen Eintrag in einem Weblog widmen? Nun, ich denke, wenn es sich um die Trennung von Mr. one and only Lance Armstrong und seiner Country-Hippe Sheryl Crow handelt, ist dieser Eintrag absolut gerechtfertigt. Und obendrauf gibt's dazu von mir noch ein herzliches: Grins!

04.02.2006 um 18:39 Uhr

Ansichtssache(n)

von: Discovery   Kategorie: So gesehen