Zwischenwelt(en)

03.02.2006 um 20:47 Uhr

Sowas..

Ja, bin ich denn hier im Irrenhaus? Ja!! Heut ging's kurzzeitig zu wie in nem schlechten Film. So mit Rumschreien und Festhalten müssen und Türen abschließen und Tränen und 3 starken Männern, die nötig waren, um eine.. nun… kleine alte Frau zu beruhigen, die kurzerhand ihre Koffer gepackt hatte und bereit zur Flucht war. Nicht, dass dort jemand gegen seinen Willen festgehalten wird, aber so ganz ohne Absprache und Entlassungsbrief einfach das Weite suchen, nein, das ist ja auch nicht die feine Art. Und schon gar nicht, wenn man akut psychotisch ist. Ich hatte das Glück mitten drin zu sein, und weiß jetzt, dass kleine alte Frauen mit gepackten Koffern eine Kraft entwickeln können, die wahrlich nicht von schlechten Eltern ist. Aber Hallo.

02.02.2006 um 22:22 Uhr

Nur kurz..

Dieter Thomas Scharping hat heut so etwas wie einen Funken Humor aufblitzen lassen. (Wer sagt denn, dass man auf seinem ersten Eindruck beharren muss??) Manche Qualitäten entpuppen sich eben erst in Relation zu den Entgleisungen anderer. Beobachten lautet das Motto. Nur beobachten. Die bizarrsten Geschichten spielen sich nämlich zwischen den Angestellten und nicht, wie man meinen möchte, bei den Patienten ab. General Hospital live, und ganz in Farbe. Und ich darf hautnah dabei sein. Ist das nicht großartig? *schonmaldrehbuchideenfürdienächsteüberflüssigekrankenhausserienotier*

01.02.2006 um 22:33 Uhr

Erst Mittwoch..

Die Hoffnungen auf einen potenziellen Ernährer meiner zukünftigen Kinder, die ich in den Dienstantritt des neuen Stationsarztes heute gesetzt hatte (man wird ja wohl noch träumen dürfen), haben sich alles andere als erfüllt. Ich kann es auch anders ausdrücken: Gäääääähn. Da erwartet man einen energiestrotzenden, dynamischen Jungmediziner, bereit, die Welt und das Herz vereinsamter Psychologiestudentinnen zu retten, und dann so was. Das Temperament eines Rudolph Scharping gepaart mit dem Esprit eines Dieter Thomas Heck. Gnarf. Vielleicht muss ich auch einfach mein Beuteschema überarbeiten. In Zukunft also nur noch gestandene, charmante und kittelverweigernde Chefärzte. Punkt.

 

Und sonst so? Fand heut Abend großes WG-Abendbroten statt. Wie schön, wenn man einen Koch zum Mitbewohner hat. Was es gab? Überbackenes Schweinefilet an Blumenkohl und Salzkartoffeln.. zum Nachtisch Mango-Parmesan-Risotto. (nach der Nullnummer in Sachen Bräutigamschau heute ist die Figur doch scheißegal). Einzig der mitgebrachte Rotwein unserer Hausgäste gab Anlass zur Kritik. Nach dem ersten Schluck war allen bewusst: Das Zeug dient im besten Fall der effektiven Rohrreinigung. (Ja, selbst Studenten kennen eine Schmerzgrenze!) Und so landete der edle Tropfen gekostet aber ungenossen im Ausguss. Ich glaube, wir sind erwachsen geworden… wir lassen uns einfach nicht mehr jeden Fusel andrehen. Und außerdem reden wir über Dinge wie Jobsuche, Heimischwerden, Familienplanung und ALG II. Wo ist eigentlich das unbeschwerte Studentenleben, von dem immer und überall die Rede ist?